Thema: Meine Mama
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Alt 17.02.2008, 02:40
sommi sommi ist offline
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Standard AW: Meine Mama

Ein sehr trauriges Hallo an alle,

lieben Dank für Eure Anteilnahme. Es tut sehr gut.

Gestern am Samstag war auch der Geburtstag unseres Vaters, es war sein traurigster Geburtstag, er musste seine geliebte Frau, unsere über alles geliebte Mutter zum Friedhof bringen.

Die Beerdigung hält unser alter Pfarrer der seit November in Ruhestand ist.
Sein letzter Gottesdienst in unserer Kirchengemeinde war die Goldene Hochzeit meiner Eltern. Es war der Wunsch meiner Mutter von ihm auch beerdigt zu werden. Ich habe den Pfarrer gestern nachmittag angerufen und ihn gefragt, ob er unsere Mama beerdigen würde. Er sagte sofort zu, obwohl er 40 km entfernt wohnt. Heute nachmittag kam er und hat die Aussegung gemacht, anschließend haben wir mit ihm noch den Trauergottesdienst besprochen. Es tat so gut, ihn in unserer Nähe zu haben.

Die letzen Tage waren sehr schmerzlich für uns und unsere Mutter. Sie hat es gefühlt, dass sie nicht mehr lange da ist. Denn am Dienstag sagte sie zu mir und ihrer Schwester: Ach ich wäre doch so gerne noch am Willi sein Geburtstag ......... dann hat sie aufgehört zu reden.

Am Donnerstagmorgen war ihr Zustand dann ganz schlecht. Ich war alleine morgens bei ihr. Zum ersten Mal habe ich eine Ärztin gesehen, die mich aus dem Zimmer holte und mir mitteilte, wir haben die Therapie bei ihrer Mutter eingestellt. Wir wollen sie nicht länger leiden lassen und sie wird versterben, deshalb legen wir sie in ein anderes Zimmer, damit sie und ihre Angehörigen immer bei ihr bleiben können. Ich habe mich in diesem Moment sehr hilflos gefühlt. Ich bin die jüngste Tochter von drei. Als wir die Zimmer gewechselt hatten, fragte Mama mich: Was hat die Ärztin von dir gewollt? Hat sie dir gesagt: Das ich sterben werde? Ich konnte nicht mehr, mir hat es das Herz zerrissen. Ich habe ganz laut geweint und sie hat mich immer noch beruhigt, so wie sie es immer gemacht hat, wenn ich mich als Kind sehr verletzt habe. Ich liebe sie so sehr und weiß nicht recht wie ich diesen Schmerz überwinden soll.

Aber ich schöpfe Kraft, wenn ich an das Schicksal meiner besten Freundin und Patin meiner großen Tochter denke, deren Mann ist genau am 15.01.2008 im Alter von 46 Jahren an seinem Arbeitsplatz umgefallen und war sofort tot. Sie haben zwei Söhne im Alter von 15 und 8.

Wenn ich dann nicht mehr kann und meine ich zerbreche, sage ich mir schau, ich habe meine Mama 43 Jahre gehabt und die Buben, müssen jetzt ohne Papa sein. Das tröstet mich dann einwenig.

Meine Töchter sind auch sehr durcheinander nach dem Todesfall vom Patenonkel. Jetzt der Tod von der geliebten Oma.
Meine Kleine, sie ist 10 Jahre, hat heute gesagt:" Mit wem teile ich jetzt die Birne. Die Oma hat alles für uns gemacht. Die Oma liegt im Sarg als wenn sie lächeln würde so wie im Schlaf." Selbst sie hat noch gesagt: "Die Oma hat sich gefreut, dass der Pfarrer heute da war und er sie auch beerdigt." Sie hat auch mit meiner ältesten Schwester den Bibelspruch für Mama ausgesucht.

Ich habe mich immer vor den Toten etwas gefürchtet. Jetzt habe ich und meine Schwestern gesehen, wenn man etwas so sehr lieb, wie wir unsere Mutter, dann kann man vieles, was man früher nicht für möglich gehalten hat.

Heute am Sonntag werden wir alle zu Hause zusammen kochen und essen.
Am Montag müssen noch ein paar Dinge geregelt werden und Dienstag ist dann die Beerdigung.

Ich habe sehr viel geschrieben. Meinem Herzen etwas Luft gemacht.
Jetzt muss ich aber mal ins Bett. Ich habe 3 Tage nicht mehr richtig geschlafen.

Wünsche euch allen einen schönen Sonntag

Liebe Grüße von einer sehr trauernden

Andrea


Mama wir lieben dich so sehr. Du fehlst uns.

Geändert von sommi (17.02.2008 um 02:50 Uhr)
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