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Alt 04.06.2003, 23:07
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Standard Therapieentscheidung u Krebsdiät bei Prostatakrebs

Liebe Forumsfreunde,

seit kurzem gehöre ich zu dem kleinen Kreis der Prostatakrebsträger, die den aggressiven Standardtherapien entkommen sind und statt dessen die (intermittierende) Dreifachen Hormonblockade (DHB, http://prostatakrebs-bps.de, http://www.prostatakrebse.de ) machen.

In Zeiten der Einsparungsprogramme bei allen Krankenkassen ist das keine Selbstverständlichkeit. Die Pharmakonzerne lassen sich ihre Monopolstellung bei manchen Medikamenten besonders in Deutschland teuer bezahlen. Der Druck wirkt über die Kassen auf die Ärzte, Therapien wie die Dreifache Hormonblockade, zu verhindern bzw. Operationssäle und Bestrahlungsgeräte auszulasten..

Um meine Krankheit als mündiger Patient selbst zu managen lernte ich, dass es dazu ein erhebliches Maß an Selbständigkeit, Konfliktbereitschaft und Durchsetzungsfähigkeit braucht.

Nachdem ich ein kritischeres Zweitgutachten angefordert und Totaloperation bzw. Bestrahlung abgewehrt hatte, musste ich bis zuletzt kämpfen, dass ich mehr als die Monoblockade (LHRH-Agonist Zoladex) und statt 50mg die nötigen 150 mg Antiandrogen (Casodex) verordnet bekam. Außerdem habe ich noch durchgesetzt, dass ich 1 Woche vor dem Beginn mit Zoladex mit Casodex anfangen konnte, um den nicht-symptomatischen Flare-up zu verhindern, dessen Wirkung auf unerkannte und Mikrometastasen noch unerforscht ist.

Meine Entscheidung habe ich an der Partin-Tabelle (http://prostatakrebs-bps.de) orientiert, die der Urologen-Papst Prof. Walsh (auf Basis von Tausenden von Fällen) mitentwickelt hat. Sie zeigt die realistischen Heilungschancen an bzw. wie wahrscheinlich der Tumor noch lokal oder systemisch ist.

Dazu kommt die Erkenntnis, dass keine der aggressiven Standard-Therapien bei Prostatakrebs bisher beweisen konnte, dass sie dem Nichtstun (Beobachtenden Abwarten /Watchful Waiting) überlegen ist. Die Standard-Therapie-Kariere der meisten Prostatakrebspatienten verläuft mit all ihren Nebenwirkungen so: Totaloperation, Bestrahlung, Hormontherapie (evtl. Kastration), Chemotherapie. Was der Versichertengemeinschaft letztlich viel teurer kommt.

Außerdem habe ich grundsätzlich was gegen mittelalterlich-„totalitäre“ Lösungen mancher traditionalistischer Schulmediziner, die grundsätzlich glaubt, mit dem „chirurgischen Schwert“ bzw. der „Ausrottung des Tumors“, d.h.. der lokalen Entfernung eines ganzen Organs, sei der (systemische Prostata-) Krebs besiegbar.

Vielmehr habe ich mich von Anfang an ganzheitlich orientiert und sofort nach der Diagnose (3/03, also vor Therapiebeginn) mit der „Prostatakrebsdiät“ begonnen. D.h. ich habe genauso gegessen und gelebt wie vorher, nur die Schwerpunkte verschoben. Habe mich von Fertigprodukten unabhängig gemacht. Die ursprünglichen Gemüse-, Obst- bzw. Vital- und ballaststoffreichen Vollwert-Anteile wurden größer, fette Fleisch- und Käseanteile sowie leere Stärke/Zucker-Anteile drastisch geringer. Insgesamt ergab sich eine undogmatische vollwert- und vegetarisch orientierte Mischkost, die mir schmeckt.

Zusätzlich nahm ich die Ergänzungsmittel Vitamin E 400-800 IE und Sabal-Kapseln /Sägepalmöl+Kürbissamenöl (4x7,2mg/50mg) ein.

Das Ergebnis ist überraschend:
Der Tumormarker PSA sank innerhalb von 5 Wochen auf ein Drittel: von knapp 9 (4/03) auf 3,2 (5/03) ng/ml, also unterhalb meines Altersdurchschnitts (11/01: 2,7 ng/ml). Das ist selbst für „Niedrig-PSA-Ausscheider“ ein großer Erfolg.

Meinen insgesamt niedrigen PSA-Level führe ich auf meine seit über 10 Jahren praktizierte locker vollwertorientierte Kost zurück (jedoch incl. fettem Fleisch und Käse und viel Kohlehydraten).

Wenn ich jetzt noch im T1-Stadium und meine Gleason-Summe niedriger wäre, hätte ich mich sofort für „Watchful Waiting“ bzw. Prostatakrebsdiät als einziger Therapie entschieden.

Mein Krebsdiät - Programm führe ich weiter. Wen es interessiert, kann es aus der Anlage entnehmen (als Merkzettel).
Tschüss
Udo

Anlage:

Udo’s
Prostatakrebs - Diät

Fett: Verminderung auf 20- 40g/Tag senkt Testosteron- und Cholesterinspiegel,

Förderlich: einfach ungesättigte Fettsäuren (Omega-9): kalt gepresstes Olivenöl, Rapsöl

Umstritten (verringern): mehrfach ungesättigte Fettsäuren (Krebswachstumsfaktoren?):
Arachidonsäure (Omega-6): in tierischem Fett, Maiskeim-, Soja-, Erdnuss- und Leinöl
Linolsäure: in Maiskeim-, Soja- und Leinöl (Leinsamen)
Alpha-Linolensäure (Omega-3): in rotem Fleisch (Schwein, Rind usw.),
Soja-, Walnuss-, Leinöl (Leinsamen)

Schädlich (vermeiden): Hydrierte/gehärtete mehrfach ungesättigte Industrie-Fette:
gehärtete Margarine, gehärtete Back-, Brat- und Frittierfette
als versteckte Fette in vielen Fertigprodukten (auch in süßen)
gesättigte Fettsäuren: tierisches Fett
Unbedenklich: weißes Fleisch (fettarmes Geflügel), fettarmer Fisch, magere Milchprodukte

Gemüse /Obst: liefern mehrmals täglich die meisten Antioxidanzien und Pflanzenöstrogene:
Tomate/Paprika: wärmebehandelt, z.B. Tomatenmark: der Karotinoidfarbstoff Lycopin
Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide & Obst: das Phytosterinöl Betasitosterol,
Alle Kohlsorten & Kreuzblütler und besonders Sprossen von Brokkoli, Kresse,
Meerrettich, Senf: pikantes Sulforaphan und Glucorapharin

Umstritten: alle Soja-Produkte (Isoflavonoide wie Genistein: PSA-steigernd?)

Ballaststoffe: besonders die löslichen Ballaststoffe senken Testosteron-, Cholesterin-, Zucker- bzw. Insulinspiegel:
z.B. in Bohnen, Rosenkohl, Karotten, Hafer, Reiskleie, Apfel, Zitrusfrüchte

Zucker/Stärke: zu viel Kohlehydrate mit hohem Glukosegehalt (hohem glykämischen Index)
wie stark zuckerhaltige Süß- oder Weißmehl-Produkte
erhöhen Insulinspiegel (=Krebswachstumsfaktor) und Fettablagerung,
besser: zuckerarme Vollwertprodukte (Roggen, Reis: Phytoöstrogene)

Flüssigkeit: 2-3 l Wasser/Tag z.T. als Kräutertee für Blase oder Leber, gepresste u. Direktsäfte

Ergänzungsmittel: z.B.Vitamin E: Antioxidans, 400-800 IE/Tag (zu hohe Dosis gerinnungshemmend)
Selen(methionin/hefe): Antioxidans, 50-200 mcg/Tag (zu hohe Dosierung toxisch)
Vitamin C: Antioxidans (2Std. nach Selen, synth. Vitamin ab 500mg genschädigend?)
Vitamin D3, 400-800 IE/Tag: hemmende Hormonwirkung (zu hohe Dosis schädlich)
Grüner(Bio-)Tee: Polyphenol EGCG, Antioxidans, hemmt Cholesterin u. Tumor
Schwarze(Bio-)Schokolade & Kakao: Polyphenol EGCG u. Stearinsäure, s.o.
Sabal /Sägepalmöl-Kapseln: mildes Phytoöstrogen, tumorhemmend
Pygeum Afrikanum/Tadenan: PSA-senkend
Süßholzwurzel/Lakritz: östrogene Wirkung, antitumorös
Kurkuma/Gelbwurzpulver: hemmt auch hormonunabhängige Tumorzellen
Mariendistel-Kapseln/Silymarin: leberschützend

Umstritten: Vitamin A /Betakarotin: als Ergänzung verzichtbar, höhere Dosierung krebsfördernd? Kalzium(citrat) über 2g /Tag + zu viel Milchprodukte(Kasein): Prostatakrebs fördernd?
Omega-3-Öle wie Fisch-/Lachsöl: nicht als Ergänzungsmittel (s.o. Fette)
Progesteron/Betasitosterol: PSA-erhöhend?
Soja-Konzentrate: Isoflavone, Genistein/Sojaeiweißpulver (PSA-Anstieg?)
Zink: schädlich bei Immununterdrückung

Bewegung&Sport: z.B. tägliches Spazieren gehen oder Radfahren, Ballssport, Fitnesstraining etc.

Meditation/Entspannung: z.B. Autogenes Training, progressive Muskelentspannung, Qi-Gong,
Tai-Chi, Yoga, Kunsttherapie, Psychosomatische Therapie etc.

Literaturempfehlung: Dr. Leibowitz, Empfohlene Vitamine http://prostatakrebs-bps.de DHB, Berichte
Kreta-Diät, http://prostatakrebs-bps.de Ganzheitlichkeit
Dr. Bob Arnot, Prostatakrebs...Ernährung und Lebensweise, Piper-Verlag 2002
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