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Alt 07.10.2013, 01:55
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HelmutL HelmutL ist offline
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Standard AW: Kämpfen - Diskussion um das Kämpfen gegen die Krankheit

Naja, Kerejon,

es schadet bestimmt nicht, wenn man auf die Waage mal ein kleines Gegengewicht legt, um sie für sich günstiger zu stimmen. Deine Zellen machen nur scheinbar das, was sie wollen. Höchstens das, was sie nach den Regeln von Chemie und Physik tun müssen. Leider sind uns diese Abläufe, die Regeln, nicht so genau bekannt, als dass wir immer genau das richtige Gegengewicht fänden. Ein Gegengewicht gibt es, welches immer passt: das mentale, emotionale. Nicht zu unterschätzen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass man als Betroffener oft mitten im Wald steht und nicht weiß, für welchen Baum man sich entscheiden soll. Versteht mich nicht falsch. Ich meine das in dem Sinne: welchen Baum verarbeite ich zu Brennholz, damit die Suppe am köcheln bleibt.

Das ist auch genau das Gegengewicht von dem Evelyn und andere schreiben: "Sich nicht bestimmen lassen", "sich auf das Leben konzentrieren". Im Prinzip ist es ja auch ziemlich egal, wie man das ausdrückt. Ob so oder so. Der Weg ist das Ziel und da sind viele Mittel einfach nur recht.

Oben irgendwo hab ich mal von Wortbedeutung gesprochen. Oft lohnt sich auch die Mühe, mal bei Tante Wiki oder ihren Verwandten rein zu schauen, woher ein Wort kommt und was es im eigentlichen Sinne bedeutet. Der heutige Gebrauch, bzw. der persönliche Sinn, kann sich davon gewaltig unterscheiden.

Evelyn, ich gebe dir recht, was das Hineinversetzen in die Psyche anderer betrifft. Das ist ne gefährliche Kiste und Irrtümer können fatale Folgen haben. Ich bin ja kein Psychologe oder ähnliches und selbst die liegen manchmal daneben. Nur, ich habe eine wichtige Erfahrung gemacht: wenn man es zumindest versucht, sich der Gefahr bewusst ist, sich bewusst ist, vielleicht den anderen zu verletzen und/oder auch sich selbst und die eigene Angst davor beherrschen kann ... wie kann man sonst jemandem ernsthaft helfen? Im realen Gespräch schaue ich meinem Gegenüber in die Augen: sie sind das Fenster zur Seele. Ich beobachte ihn (oder sie) und mit etwas Erfahrung kann man durchaus sehen, ob man richtig oder falsch liegt und entsprechend reagieren und ganz vorsichtig weiter tasten oder einen Rückzieher machen. Das braucht schon etwas Mut. Hier, im geschriebenen Leben, ist das schon wesentlich schwieriger, manchmal unmöglich.

Zum Thema Entscheidungen. Eine Entscheidung ist immer richtig, wenn sie nach bestem Wissen und Gewissen gefällt wurde. Selbst dann, wenn sie falsch war.

Für mich ist das eine eiserne Regel geworden. Hat lange gedauert. Ohne diese Regel hätte ich heute noch an so manchen Dingen gehörig zu knabbern. Nur die wenigsten Betroffenen oder Angehörigen sind Mediziner oder gar allwissend. Der Arzt hat seinen Beruf studiert und besitzt entsprechende Erfahrung und ein großes Fachwissen. Der Betroffene oder Angehörige ist meist absoluter Laie und soll von Null auf Hundert quasi zum Arzt werden? Man sollte sich dieses Umstandes schon bewusst sein oder es zumindest später werden. Natürlich gibt es Betroffene, die nach einiger Zeit in Bezug auf ihre Erkrankung so manchem Facharzt mehr als nur das Wasser reichen können. Doch das ist nicht die Regel.


Eine gute Nacht,

Helmut

PS: Übrigens, J.F., die Blumen behalte ich, die bekommst du nicht mehr zurück.

Nochn PS: Wieso nur zwei (2) Sätze?
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