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  #1  
Alt 12.01.2011, 15:09
Glückskämpferchen Glückskämpferchen ist offline
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Registriert seit: 12.01.2011
Ort: Nürnberg
Beiträge: 4
Standard Werden Krebspatienten ernst genommen?

Hallo,
ich befinde mich in den letzten Zügen meiner Chemo nach Darmkrebs.
(wöchentliche Chemos seit fast 6 Monaten, jetzt ist es genug....)

Habe mich mit dem Onkologen über eine Anschlussheilbehandlung / REHA unterhalten....
dieser rät davon ab, da ich dort viele jammernde Krebspatienten treffen würde und das nicht gut für mich sei und dies mich runterziehen würde..... wenn ich beim Essen etc. die Krankengeschichten der anderen hören müsse.

Da frage ich mich nun, werden Krebspatienten nicht ernst genommen?
Ich finde während der Chemo fehlt es an psychischer Betreuung und dann ist es doch kein Wunder, wenn die Leute auf Reha über ihre Leiden sprechen....
da könnte man doch vorher, schon während der Chemo besser betreut werden und darüber reden, oder?
Wie sind Eure Meinungen und Erfahrungen dazu?

Grüße von Glückskämpferchen
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  #2  
Alt 12.01.2011, 15:31
Benutzerbild von Jutta
Jutta Jutta ist offline
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Registriert seit: 11.02.2003
Ort: Im Süden
Beiträge: 4.018
Standard AW: Werden Krebspatienten ernst genommen?

Hallo,

also ich denke das war das eigene Emfpinden dieser Onkologin und repraesentiert nicht das Gros der Onko's oder Doks. Es bleibt nicht aus, dass die Betroffenen in der Reha ueber die Krankheit reden, egal welche. Doch in wie weit du das mitnimmst, ist ganz alleine deine Sache. Fordere ein, was du denkst, dir gut tun wird.

Wer psychologische Begleitung benoetigt, bekommt diese auch. Allerdings sind die Psychoonkologen ziemlich ausgelastet. Zudem sind sie noch recht duenn gesaet, oft ist eine zeitnahe Betreuung nicht moeglich.
__________________
Jutta
_________________________________________
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  #3  
Alt 12.01.2011, 15:33
Ayesha Ayesha ist offline
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Registriert seit: 26.12.2010
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Standard AW: Werden Krebspatienten ernst genommen?

Hallo,

die Aussage hat mich jetzt grad mehr oder weniger vom Stuhl gehauen - geht´s noch ein bißchen unsensibler? Und das von einem Onkologen!

Mir scheint es so zu sein, dass es wirklich ganz stark davon abhängt, WO man bei WEM in Behandlung ist. Wir haben hier in der Stadt ein kooperierendes Brustzentrum in beiden ansässigen Kliniken. Ich fühle mich in "meiner Hälfte" sehr gut betreut: meine Ärzte nehmen sich Zeit, beantworten meine Fragen, recherchieren im Zweifel auch mal krudere Ansätze und respektieren meine sicherlich sehr anstrengende Eigenschaft, alles dreimal zu hinterfragen. Eine Bekannte ist im anderen Haus in Behandlung und fühlt sich dort weder gut aufgehoben noch respektiert - man vermittelt ihr den Eindruck, sie sei wehleidig, hysterisch und überanspruchsvoll, dabei ist die Gute eher schüchtern und zurückhaltend ... Leider wehrt sie sich auch nicht.

Und das ist für mich auch so ein Punkt: ich ertrage nicht klaglos, was ich ändern könnte, nur um anderen das Leben leichter zu machen. Wenn ich Fragen hab, will ich Antworten. Wenn mich das Zipperlein plagt, dann möchte ich, dass Abhilfe geschaffen wird, egal ob das nun Knochenschmerzen oder Erbrechen oder wasauchimmer ist. Da kann ich dann - bei aller Höflichkeit - auch sehr stur sein. Einige meiner Mitbetroffenen hier sind aber eben lieber "Stille Leider", das finde ich schade. Die Ärzte können einem nicht helfen, wenn sie nicht wissen, wo es zwickt.

Liebe Grüße,

ayesha
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  #4  
Alt 12.01.2011, 16:56
Moonlady Moonlady ist offline
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Registriert seit: 13.05.2006
Ort: Pforzheim
Beiträge: 509
Standard AW: Werden Krebspatienten ernst genommen?

Liebes Glückskämpferchen,

auf Deine Frage, ob Krebspatienten ernst genommen werden oder nicht, sage ich: Ja, wir als Krebspatienten werden ernst genommen.

Aber: nicht jeder Arzt passt zu jedem Patienten.

Ich habe seit meiner Erstdiagnose (Brustkrebs) im Jahr 2005 sowie meinen drei Lokalrezidiven (von 2006 - 2008) vielfältige Erfahrungen machen können oder müssen. In den ersten beiden Kliniken, in denen ich behandelt wurde, fühlte ich mich nicht wirklich gut aufgehoben - anderen mag es da aber ganz anders gehen!

Denn dort ging es nach dem Motto: "Seien Sie schön brav und tun sie, was der Onkel Doktor sagt, denn der weiß, was gut für Sie ist."

Manchen Patienten mag es recht sein, wenn sie geführt werden. Sie haben das großes Vertrauen in ihre Ärzte und wollen einfach nur das tun, was ihnen gesagt wird. Das ist für diese Menschen so absolut in Ordnung und sie werden mit solchen Ärzten sehr zufrieden sein.

Anderen, darunter auch mir, geht sowas total gegen den Strich. Denn ich möchte "wissen", hinterfragen, mitentscheiden. Ich möchte gerne als "Partnerin" gesehen werden.

Es war schon ein bisschen Suchen und einiges an Ärztewechseln, bis ich jetzt ein Ärzteteam an meiner Seite habe, das auf meiner Wellenlänge ist, das auf mich und meine Bedürfnisse eingeht, das meine Probleme anhört, das Antworten auf meine (häufig vielfältigen) Fragen gibt.

Für alle Patiententypen (ob die "Folgsamen" oder die "Mitbestimmer") aber gilt: man sollte so lange suchen, bis man den Arzt/die Ärzte findet, bei denen man sich gut aufgehoben fühlt. Und zum Glück haben wir hier in Deutschland vielfältige Möglichkeiten (trotz aller Probleme im Gesundheitssystem) - auch wenn die "richtigen" Docs dann vielleicht räumlich ein bisschen weiter weg sind.

Also schaue einfach, ob Du vielleicht andere Ärzte findest, die Dir mehr zusagen, als die Onkologin, die Dir von der Reha abgeraten hat (auch hier gibt es einfach verschiedene Meinungen und wie Jutta schon sagte, es hängt von jedem einzelnen ab, wie er die Reha erlebt).

Nimm einfach Dein Glück in die Hand und kämpfe dafür ... Denn wie Dein Nick schon sagt, bist Du ein Glückskämpferchen .

Viele Grüße von einer, die die Reha toll fand


Barbara
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  #5  
Alt 12.01.2011, 19:21
Glückskämpferchen Glückskämpferchen ist offline
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Registriert seit: 12.01.2011
Ort: Nürnberg
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Idee AW: Werden Krebspatienten ernst genommen?

Hallo,
in meiner Onko-Praxis kommt es mir so vor, dass fast alle Patienten, alles hinnehmen und mit sich machen lassen.
Ich bin so eine, die genau hinschaut, sich meldet und hinterfragt. - Deswegen auch meine Frage an Euch alle, wie es Euch mit dem Onkologen und den Helferinnen geht?
Wie oft sehen andere den Arzt... bei mir ist es so, wenn nichts ist, bekommt man alle 3 Monate einen offiziellen Termin mit dem Arzt, sonst machen das die geschulten Helferinnen.

Bei meiner OP im August war ich bestens betreut, hatte ein super Krankenhaus, mit tollem Personal und Chefarzt der mit einem menschlich umgeht (obwohl ich Kassenpatient bin) Einfühlsam und unterstützend - doch sogar dort hatten mir die Ärzte von so einer Reha abgeraten, aus den selben Gründen wie mein Onkologe.

Grüße von Glückskämpferchen

Geändert von gitti2002 (12.01.2011 um 19:24 Uhr) Grund: Klinikname aus rechtl. Gründen entfernt
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  #6  
Alt 12.01.2011, 23:05
Dirk1973 Dirk1973 ist offline
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Standard Alles Reha, oder wat ?

Um das nur mal kurz herunter zu brechen: wenn ich jetzt als Dein Arzt der Meinung wäre Dir von einer Reha abzuraten weil das Erzählte der anderen Patienten Dich herunter zu reißen droht, dann sollte ich mir ernsthaft darüber Gedanken machen, warum ich Dich nicht schon längt psychoonkologisch betreuen lasse. Denn dann halte ich Dich für psychisch nicht dem Krankheitsdruck gewachsen. Zum Glück bin ich nicht Dein Arzt, denn so hart möchte ich jetzt gar nicht mit mir in´s Gericht gehen

Eine Reha hat ja den Sinn, die körperliche wie aber auch seelische Leistungsfähigkeit zu festigen bzw. wiederherzustellen. Der Erfahrungsaustausch unter den Patienten ist sicher nicht immer schön, gehört aber für mein Dafürhalten zur Krankheitsbewältigung dazu. Zudem kann man von den Erfahrungen anderer durchaus profitieren.
Außerdem kann man gerade seelisch Angeschlagene in einer Reha hervorragend helfen. Zwei Punkte für die Reha... zwei gegen die Meinung Deines Onkologen.
__________________

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  #7  
Alt 13.01.2011, 12:18
Glückskämpferchen Glückskämpferchen ist offline
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Registriert seit: 12.01.2011
Ort: Nürnberg
Beiträge: 4
Standard AW: Alles Reha, oder wat ?

Hallo Moderator,

Zum Glück.....
erst dachte ich Du bist selbst Onkologe... doch leider hatte Dich diese Krankheit auch erwischt und Du hast doch schon eigene Erfahrungen damit gemacht, was ich erst nicht dachte.

Vielleicht haben bei mir auch die Ärzte diesen Rat gegeben, weil ich eine sogen. adjuvante Chemo mache, d.h. es ist alles rausgeschnippelt.....

und da sie die Meinung vertreten und Studien belegen, dass positives Denken sehr heilsam sein soll....

nur mal so um die Ecke gedacht ;-)

Schöne Grüße von GLückskämpferchen

Geändert von gitti2002 (13.01.2011 um 13:47 Uhr) Grund: Zitat nicht als solches erkennbar
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  #8  
Alt 26.01.2012, 21:38
Benutzerbild von BeEm
BeEm BeEm ist offline
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Standard AW: Werden Krebspatienten ernst genommen?

hallo glückskämpferchen,
wenn dir eine reha dein onkologe abrät dann kann es auch daran liegen, dass er dich sehr gut einschätzen kann ob du vielleicht sehr labil bist und andere dich herunter ziehen können.
vielleicht weißt du aber selbst ganz genau, was dich in deiner genesung weiter bringt und arbeitest an dir selbst ausreichend genug, dass eine reha nicht notwendig ist denn es soll auch rehas geben die dem patienten leider eher schaden.

andere fragen:
was tust du aktuell während der chemo? arbeiten, sport, abhängen, jammern? nutzt du andere therapien, mistel?! wie gehst du mit der ernährung um, schon umgestellt, drüber nachgedacht?
wie steckst du die chemo weg oder wie lenkst du dich ab?

lg beem
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  #9  
Alt 27.01.2012, 10:29
SabineB66 SabineB66 ist offline
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Beiträge: 9
Standard AW: Werden Krebspatienten ernst genommen?

Hi,
mich hätt es jetzt auch fast vom Stuhl gehauen. Ich selbst hab 2 Arten von Krebs erst mal hinter mir gebracht. Habe Chemo hinter mir, CT war vor 3 Wochen ohne Schalentiere und jetzt bin ich auf AHB. Leider hat man mich in eine Klinik gesteckt, die überhaupt nicht auf onkologischen Pat.eingeht. Es ist eine gemischte Klinik mit Orthopädie, Rheuma und seit einem Jahr auch für Krebspat. Gott sei Dank treffen sich immer die Krebspat. im privaten Rahmen abends. Gejammert wird hier überhaupt nicht und es tut sehr gut zu hören wie andere mit ihrer Krankheit umgehen.
Von Klinikseite kann man den Therpieplan, wenn es überhaupt als Plan für den Patienten bezeichnen kann, vergessen. Ich freue mich sehr auf zu Hause, mich hat die AHB nichts gebracht, bin ausgelaugter als zuvor.
Es kommt wirklich immer darauf an wo man hinkommt und ich würde dir raten einfach mal hier im Forum unter Reha- Nachsorge etwas zu stöbern. Ob du dann in deine Wunschklinik kommst ist auch so eine Sache - mein Wunsch wurde nicht berücksichtigt!
Grüßle
Sabine
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  #10  
Alt 28.01.2012, 22:51
Benutzerbild von paula
paula paula ist offline
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Beiträge: 24
Standard Werden Krebspatienten ernst genommen?

Hallo Dirk,

ich finde das ganz große Klasse, WAS du geschrieben und WIE du es formuliert hast!

Hallo Sabine,

das klingt alles sehr nach wirtschaftlichen Zwängen, die leider auf Kosten der Patienten gehen.
Ich wurde bei meinen Reha-Aufenthalten beide Male in jeglicher Hinsicht hochgepäppelt und so soll und muss das ja auch sein.

Geändert von gitti2002 (29.01.2012 um 00:03 Uhr) Grund: Beiträge zusammengeführt
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  #11  
Alt 04.02.2012, 11:19
Wangi Wangi ist offline
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Beiträge: 1.314
Standard AW: Werden Krebspatienten ernst genommen?

Da muß ich doch jetzt meinen Senf auch dazu geben

Ich habe bis jetzt eine AHB nach hochgradiger Bestrahlung und Chemo und 5 wöchigem KH Aufenthalt gemacht. Freitag aus dem Kh, Montag zur AHB, es war KLASSE. Die haben mich da so wieder auf die Beine gestellt, körperlich wie seelisch.
Ein Jahr später und auch letztes Jahr war ich zur Reha und ich habe von jeder profitiert. Die Psychonkologische Betreuung war hervorragend, nicht so schulmeisterlich und gerade die Gespräche und Tips von anderen Patienten haben mich jedes mal sehr viel gebracht.
Ich werde auch versuchen in diesem Jahr wieder eine Reha zur bekommen, ich weiß, ist eher unwahrscheinlich, aber meine Nachwirkungen der Behandlung werden ja nie wieder ganz verschwinden und vielleicht hilft mein BhA von 100%.
Natürlich muss das mit der Reha jeder für sich entscheiden, aber wenn ein Patient schon danach fragt scheint sie doch auch da hin zu wollen.
Ich würde auch gegen den Rat des Arztes die Ahb/Reha beantragen. Wenn einem die Gespräche mit den anderen Patienten wirklich runter ziehen, dann bleibt man eben für sich und nutzt die Zeit mal ganz nur für sich verantwortlich zu sein, und die Therapien in der Reha zu genießen.

Gruß Wangi
__________________
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