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  #46  
Alt 16.02.2012, 11:53
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Lisa-Gabi Lisa-Gabi ist offline
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Standard AW: Myxoides Liposarkom - Rezidive

Hallo liebe Sylvia, hallo Du Kämpferin

was für eine Freude, daß Du alles relativ gut überstanden hast und Dir ein solch tolles Ärzte-Team zur Seite stand - Respekt Vielleicht haben ja auch die vielen positiven Energien, die Engel und die Gebete, die wir Dir geschickt haben, ein ganz klein wenig dazu beigetragen

Was Deine Schmerzen betrifft, kann ich absolut nachvollziehen... auch heute, fast ein Jahr nach der Extremitäten-Perfusion und 10 Monate nach der grossen OP sind meine Nerven im Bein immer noch TOTAL beleidigt die Schmerzen lindere ich ebenfalls wie Schmatte und Susanne mit Lyrica, die Schmerzmittel kann ich mittlerweile fast "vergessen"....

Aber ich denke, damit können wir doch gut umgehen, immerhin haben wir noch BEIDE Beine und sind glücklich - oder?? Ich denke wir dürfen schon einmal ein kleines Gläschen nehmen und ganz vorsichtig mit Dir anstoßen - ok?

In diesem Sinn
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  #47  
Alt 16.02.2012, 18:29
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sywal sywal ist offline
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Standard AW: Myxoides Liposarkom - Rezidive

Hallo ihr Lieben!
Wie es halt im liegenden Leben so ist, sehe ich kaum die Tasten des Notebooks. Darum
DANKE FÜR ALLE ANTWORTEN!
sobald ich wieder sitzen kann, antworte ich wieder einzeln.

Zur Zeit bekomme ich wg den Nerven ein Vitaminpräparat, werde mich aber über Lyrica schlau machen.

Wegen der einzunehmenden Blutverdünnung sollte ich, unbeweglich wie ich jetz bin, zur Endoskopie, Irigoskopie, Gyn und Mammografie. Da kommt so ein netter Mann und schiebt dich mit dem Bett im KH herum - und ich kann nicht mal davon laufen
Jetzt habe ich mal ein generelles Nein ausgesprochen.
1. Schmerzbewältigung,
2. Mobilität und erst dann......

In meinem KH gibts nur Klimaanlage - ich bin schon durstig auf 1/8 Frischluft. Mein verehrter plast. Chirurg hat das mit rauchen mißverstanden und mir ganz leise gehörig den Kopf gewaschen. Wir bemühen uns alle und sie......
Habe mit ihm einen Bund geschlossen - ohne dass er es weiss. Werde so lange keine Zig anrühren, so lange ich das Blutverdünnungsmittel nehmen muss. Ist diese Phase vorbei, entscheide ich mich gegen oder für die Genusszig.

Morgen wird über die Art der Schiene entschieden, und ich werde wieder berichten.

Viele liebe Grüße
Sywal
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  #48  
Alt 03.03.2012, 13:34
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Standard AW: Myxoides Liposarkom - Rezidive

Hallo!
Liege noch immer im KH. Auf die Antidekubitusmatratze habe ich vorgestern verzichtet, bzw. habe mich überreden lassen. Die Schmerzen ware ja nicht ohne.
Nun hat sich ein etwa 5-7cm großes Loch, in unmittelbarer Nähe der Harnröhre, gebildet, aus welchem noch immer Sekret heraus kommt. Ein Abstrich hat ergeben, dass es sich um eine Keimbelastung handelt. U.a. um E. coli, was ja nicht wundert. Mußte ca. 3 Wochen ins Bett machen. Als ein Schwester nicht bereit war die Handlungen der anderen Schwestern nachzumachen, lag ich mal ganz schön lange in der Sch. Bei den anderen wurde ich mit einem kräftigen Ruck nach links gedreht, die Entleerung und Reinigung war dann viel leichter, das "Loch" kam mit dem Stuhl nicht in Berührung.
Jetzt bekomme ich zielgerichtete Antibiotika, helfe zusätzlich mit Sch.-Salzen nach. Trotzdem kann die Abheilung bis 1/2 Jahr dauern.
Sehr mühsam habe ich nun sitzen gelernt, wird ja durch das "Plastik"mieder stark erschwert.
Mühsam ist das gehen lernen. Den Fuß bringe ich noch immer nicht ohne Hilfe aus dem Bett oder ins Bett. Winzige Strecken kann ich mit Hilfe der Therapeutin bereits gehen. Sie kommt Mo-Fr.

Schönes Wochenende
Sywal
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  #49  
Alt 03.03.2012, 14:13
Schmatte Schmatte ist offline
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Standard AW: Myxoides Liposarkom - Rezidive

Liebe Sywal,
ich mag es mir nicht so richtig vorstellen, wie es Dir da geht - es erinnert mich doch sehr an den einen oder anderen KH-Aufenthalt. Die Abhängigkeit in solch hilflosen Situationen fand ich wirklich schlimm, zumal es einem ja gerade noch gut ging und man alles selbst machen konnte und dann kann man ja nicht mal mehr aufs Klo und muß sich den Schieber bringen lassen und auch wieder abholen und was Du dazu noch so veranstaltest! Ja da ist es kein Wunder, dass da irgendwie ein Keim dazu kommt.
Ich wünsch Dir von Herzen, dass die Antibiotika ganz schnell wirken und Dein Heilungsprozeß ohne zusätzliche Probleme voranschreitet. Dazu noch eine Portion Kraft und Optimismus, nur noch hilfsbereite und liebe Schwestern und dann wird hoffentlich bald bergauf gehen.

Sende Dir eine herzliche Umarmung
Schmatte
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  #50  
Alt 18.03.2012, 07:59
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sywal sywal ist offline
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Standard AW: Myxoides Liposarkom - Rezidive

Hallo Schmatte!
Bin seit Dienstag wieder zu Hause. Die erste Aufgabe hier war die Akzeptanz nun ein fast hilfloser Krüppel zu sein. Die zweite Aufgabe ist das KH-Trauma zu verarbeiten.
Da sich eine der vielen Nähte nicht schloss, trage ich ein Vakuumgerät mit mir. Noch im KH wurde das Gerät angehängt, es klappte 4 Tage und Nächte nicht, gab immer wieder den Geist auf und fing laut zu pfeifen ein.
Am Tag der Entlassung sagte ich, dass ich dieses kaputte Gerät sicher nicht nach Hause nehme. Plötzlich wurde der Servicedienst (24 Stunden zur Verfügung) angerufen, der Techniker kam und stellte fest, dass das Gerät immer falsch angeschlossen wurde. 3 Ärzte, 2 Schwester waren damit beschäftigt, aber auch z.B. die Nachtschwestern waren damit konfontriert, sie mussten ja immer wieder versuchen das Gerät in Schuss zu halten. Wenn man nun glaubt, dass das Funktionieren des Gerätes jemanden interessierte - sah nicht so aus.

Zu Hause angekommen beschäftigte ich mich mit der Markumargabe. Vom KH verordnet bekam ich Voltaren und eine Salbe mit D beginnend mit nach Hause. Die Apothekerin verwies darauf, dass sich Markumar und Voltaren nicht gut vertragen, im Internet steht, dass diese Salbe bei Markumar nicht angewendet werden darf.

Und jetzt liege ich mit Schmerzen da herum, kann kaum schlafen. In der Reha werde ich auch erst aufgenommen, wenn sich das Loch geschlossen hat. Habe mir das alles nicht so schwer vorgestellt.
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  #51  
Alt 18.03.2012, 11:36
Schmatte Schmatte ist offline
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Standard AW: Myxoides Liposarkom - Rezidive

Mann, mann liebe Sywal,

was machen sie mit Dir!????? Hast Du nicht schon genug gelitten!!! Soll das alles eine Prüfung sein!???- was ein Mensch so alles aushalten kann oder was soll das!?

Wenn ich mich recht erinnere, hatte ich auch solch eine Pumpe an meinem Knie für eine Woche und da gabs es auch immer mal Aussetzer und das ist natürlich vorallem nicht gesund, wenn das Teil nicht richtig funktioniert. Aber diese Geschichte ist ja unglaublich!!! Ich hoffe, Du hast wenigstens bei der Reparatur des Gerätes ordentlich aufgepasst, dann bist Du das nächste mal selbst die Frau!!!

Ich hatte auch über Jahre Blutverdünner genommen seit ich nach einer OP eine Thrombose im operierten Bein bekam und da muß man tatsächlich auf die Beipackzettel schauen, ob diese nicht noch zusätzlich blutverdünnend wirken - wir als Fastärzte wissen von Vorfall zu Vorfall besser Bescheid und man fragt sich, warum kommen die Ärzte nicht drauf, daran zu denken!

Ich drücke Dir die Daumen, schicke Dir viel Kraft und Optimismus, dass alles wieder gut wird, heilt und nicht mehr so lange dauert. Und bitte keine Komplikationen mehr!!!

Ein lieber Frühlingsgruß aus Dresden in meine Lieblingsstadt für Dich
Schmatte
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  #52  
Alt 25.03.2012, 12:02
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sywal sywal ist offline
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Standard AW: Myxoides Liposarkom - Rezidive

Liebe Schmatte!

Habe zur Zeit ein festes Krankenhaus- und Gesundheitssystemtrauma zu verarbeiten. Irgendwie weiss man ja was los ist, irgendwie hofft man doch dass alles halbwegs funktioniert wenn man es braucht und irgendwie wird man an der langen Leine gehalten und zwar so, dass man das höchstmögliche abkassieren kann und der "Kunde" am verrecken vorbeischrammt. Zur Zeit wache ich in der Früh auf und weine, habe Angst was so alles am Tag passieren wird. Am Abend weine ich weil der Popsch und die Fersen schmerzen, ich mich kaum im Bett bewegen kann und letztendlich weil ich noch immer lebe und alles aushalten muss/soll.
Aber....trotz allem Stress rauche ich noch immer nicht (nach 45 Jahren Rauchgenuss) und habe in meiner Wohnung Rauchverbot erteilt. Damit macht man sich zwar keine Freunde, aber ich würde "umfallen". Jetzt habe ich mir so Elektrozig. bestellt, als letzten Rettungsanker gegen Nikotinsucht.

Um die mobile Schwester habe ich für 1 mal diesen Samstag gebeten. Samstag geht nicht - Freitag kam sie, versorgte die offene Wunde (das Vac-Gerät hängt zur Zeit wg. Hautirritationen nicht an), bandagierte die stark verschwollenen Beine, füllte sehr zeitaufwändig Zettel und einen Verordnungsschein aus. Auf diesem Schein steht, dass ich sie 3x/Woche brauche, auf 28 Tage (zahlt die Kasse) und nach diesen 28 Tagen muss ich die Schwester selbst zahlen.
Bitte wieso 3 mal /Woche, mit wem ist das ausgemacht? Am Montag habe ich einen Termin im KH, da wird die Wunde per Vac oder Verband versorgt. Das Vac Gerät lasse ich mir sicher von der Schwester nicht versorgen. Wenn das Häusl wieder zum pipen anfängt ist niemand zuständig - dann kann ja irgendwann der Servicedienst (auf meine Kosten kommen wenns falsch angeschlossen ist) kommen.
So werde ich wohl wegen 1x Wundversorgung 28 Tage Anspruch auf mobile Schwester verwirkt haben. Das lasse ich mir aber so einfach nicht gefallen.

Dann habe ich um eine Heimhilfe gebeten, das 1. Mal habe ich Freitag hinter mich gebracht, von den zu zahlenden 2 Stunden gingen gleich mal 1/4 Stunde Wegzeit und 1/2 Stunde Zettel ausfüllen, also insgesamt 3/4 Stunde ab. Die Organisatorin hat 2 mal 2 Stunden bewilligt. Dienstag und Freitag kommt nun irgendeine Frau im laufe des Tages. Vereinbart war Die und Fr Körperpflege, diese wurde von der Heimhilfe nur Freitags als notwendig empfunden, Dienstag ist nun der Waschtag gestrichen. Jetzt frage ich mich, wozu ich am Die eine Heimhilfe brauche? Einkaufen, Wäsche waschen u bügeln, Arztwege werden von den Nachbarn erledigt. Z.B. für einen Arztweg oder Einkaufen ist die Heimhilfe ganz einfach zu teuer, die Nachbarin billiger. Tja und staubsaugen? Die Heimhilfe saugt so schnell, dass sie nicht mal die Dinge sind, die mir runter gefallen sind. Um z.B. eine Mineralwasserflasche aufzuheben muss ich mich schon selber bücken (aber vielleicht ist das Absicht und nennt sich Mobilitätstraining?). Nächste Woche lasse ich mir so eine Greifzange zum aufheben der Dinge bringen.

Was meine Beine betrifft, das rechte Bein wird immer dicker, irgendwann wird's wohl platzen. Bisher hat sich die plastische Chirurgie als nicht zuständig erklärt, ich werde am Montag versuchen das zu klären.
Am Mittwoch hoffe ich, dass ich den Gefässchirurgen in seiner Ambulanz erreiche - um welche Uhrzeit dies sein wird steht noch in den Sternen da er ja operiert und nur zwischen den OP´s Zeit hat.

Der Krankentransport funktioniert nun beim von mir gewählten Verein bisher ganz gut, auf jeden Fall musste ich nicht mehr 4 Stunden auf einer steinharten Liege warten und enorme Schmerzen auf den Fersen und Popsch in Kauf nehmen. Als ich mich noch als stationäre Patientin weigerte nochmals mit diesem Verein zu fahren wurde dies ärztlicher Seits als "psychisches Problem" dargestellt und nicht als Schmerz- oder organisatorisches Problem. Na ja, war wohl Hellsichtigkeit jetzt habe ich mein psychisches Problem. Und das Recht auf Schmerzfreiheit steht ohnehin im Gesetzbuch - was will Patient noch mehr?

LG Sywal
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  #53  
Alt 25.03.2012, 12:43
Schmatte Schmatte ist offline
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Standard AW: Myxoides Liposarkom - Rezidive

Liebe Sywal,

das hört sich ja unglaublich traurig traurig an und ich weiß nicht, wie ich Dich trösten oder Dir helfen könnte, aus der Ferne noch dazu.

Nur kurz ganz schnell: kennst du Prof B. im AKH Wien- er war gestern auch zur Sarkomkonferenz in Berlin??? Vielleicht kann er irgendwie helfen????

Hast Du Skype (kostenloses telefonieren über Internet!) -dass wir vielleicht mal telefonieren könnten und einen Plan machen!????

Umarme Dich und von Herzen wünsche ich Dir, dass ein Wunder passeirt oder Du von irgendwoher Hilfe bekommst. Für Deine Sorgen ist mein Beitrag viel zu kurz, mit reden wäre vieles einfacher!
Schmatte
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  #54  
Alt 01.04.2012, 16:00
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sywal sywal ist offline
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Standard AW: Myxoides Liposarkom - Rezidive

Liebe Schmatte!

Zur Zeit falle ich von einem Unheil ins andere.
Die Heimhilfe kann man sich nicht aussuchen, jene welche mir zugeteilt wurde (2x Woche Körperpflege und etwas Haushalt, 2 Stunden zu bezahlen ¼ Stunde wird abgezogen für Wegzeit) hat gleich mal festgestellt, dass 1 mal/Woche Körperpflege reicht. Beim 1. Mal hat sie mir die Haare und den Rücken gewaschen, dann hat sie ½ Stunde Bögen ausgefüllt, hat den Hausmüll runter gebracht und ist gegangen.
Beim 2. Mal hat sie den Boden aufgewischt und ist nach 1 Stunde gegangen, es waren aber 2 Stunden vereinbart. Meine Unterschrift wollte sie, ohne die Anwesenheitszeit eingetragen zu haben. Staub wischen, Müll runtertragen war zu viel verlangt. Ich sagte darauf hin, dass sie nicht mehr kommen braucht. Dann gab's natürlich Diskussionen mit den Gruppenleitern. So Leute, welche 1 Stunde arbeiten und eine Blankounterschrift verlangen brauche ich nicht, ja mir ekelt vor Menschen welche Notsituationen ausnützen wollen.

Wegen dem offenen Loch und dem Lymphödem kommt auch eine mobile Schwester. Seit 14 Tagen ist es nicht gelungen ordnungsgemäßes Verbandmaterial zu bekommen, welches die Schwester bestellen muß. Am Freitag machte mich die Schwester (es kommt jedes Mal eine andere, irgendwann, im Laufe des Tages) darauf aufmerksam, dass sich beim Loch ein Keim gebildet hat. Jetzt kontaktierte ich die plast. Chirurgie und vereinbarte für Samstag einen Termin. Am Samstag mußte ich mal streiten um zum KH gebracht zu werden.
Aber der Arzt war sehr nett, er war mein Lieblingsarzt als ich stationär war. Er machte einen Abstrich, zeigt mir wie man mit dem Wundmaterial umzugehen hat (Silvercel muß z.B. angefeuchtet werden) und auf der Verpackung steht, dass das Material steril zu halten ist, angebrochene Verpackung nicht mehr verwendet werden darf. Der Arzt verwendete 5x5cm steriles Material, die mobile Schwester stopfte ca. 2x2cm unsteriles Material in die Wunde. Wen wundert der Keim? Mich nicht. Wo das 1 Silvercell welches seit 14 Tagen stückerlweise verwendet wird her ist entzieht sich meiner Kenntnis. Habe vom KH 1 Silbercel mitbekommen, bis Mittwoch muss ich mir halt irgendwie welches besorgen.

Zur Reha werde ich nicht fahren können. Mit offener Wunde nehmen sie mich nicht. Lt. meinem Chirurgen bleibt die Wunde so lange offen, so lange der Fuß sein chronisches Lymphödem hat, also tschüß Reha.

Entsetzt bin ich, dass ich offensichtlich kein Einzelfall bin sondern die Behandlung bzw. Umgangsweise mit Patienten Standard zu sein scheint.

Werde mich um Skype kümmern, habe es – aber nicht installiert.

Danke für Dein Ohr, liebe Grüße
Sywal
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  #55  
Alt 15.04.2012, 11:48
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sywal sywal ist offline
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Standard AW: Myxoides Liposarkom - Rezidive

So, da bin ich wieder und werde versuchen die Erlebnisse als Patientin einigermaßen objektiv darzustellen.

Wie schon berichtet, lebe ich zur Zeit nicht alleine, mein Untermieter nennt sich antibiotikaresistenter "Krankenhaus"keim. MRSA. Krankenhauskeim ist insoferne irreführend, da dieses Luder überall ist/sein kann und offenbar nur bei geschwächten Menschen Schaden, auch tödlichen, anrichten kann. Die mobile Hauskrankenschwester wußte aber gleich, dass ich mir den Keim ausschließlich im KH geholt haben kann. Die Hausbetreuung hat angeblich viele Patienten mit so einem Keim, ich habe aber nicht beobachtet, dass sich diese Frau zu Beginn oder nach Ende der Wundversorgung die Hände wusch oder z.B. mit einem Spray desinfizierte.
Diese praktizierte Haushygiene ist ganz anders als im KH oder wie auf den Verpackungen gefordert.
Sterile Schere - brauchen wir nicht, wir nehmen die kurz vorher verwendete Blumenschere zum schneiden eines Steriltupfers, der in die Wunde gesteckt werden soll. Auf der Verpackung steht, wenn diese mal aufgerissen ist, dass der Tupfer nicht weiter gelagert werden darf. Im KH wird der 5x5cm grosse Tupfer nicht geschnitten, mit einer Sterilpinzette gefaltet und in die Wunde gegeben.
Verwendet man diese Art von Tupfer, dann muss vorher die Haut mit "Lolly" vorbehandelt werden, so die Urlaubsvertretung. Selbstverständlich wird das gleich bestellt und ich zahle. Das KH weiss von dieser "Verordnung" nichts und die nun betreuende Schwester verwendet den Lolly auch nicht .
Unter den Bandagen wird ab und zu ein weisser Schlauch gegeben. Ab und zu, weil beide Schläuche von den Schwestern zu klein bestellt wurden. Einschmieren der sehr ausgetrockneten Haut gibts nicht. Nach ca. 2 Stunden habe ich die Bandagen unter den Knien. Jetzt glaube ich zu wissen warum.
War am Mittwoch beim Gefäßchirurgen (die Befunde sind alle OK ), und wurde dort frisch bandagiert. Heute ist Sonntag und die Bandage ist noch immer dort wo sie sein soll. Wie es das gibt? Nun möglicherweise liegt das an diesem weißen Schlauch. Die mobile Schwester hat für das alte Quartal 6cm breit/20m lang und nun für das neue Quartal 8cm/15m bestellt, beides passt natürlich für den stark geschwollenen Oberschenkel nicht. Die Rezeptgebühr musste ich natürlich bezahlen und wenn ich einen passenden Schlauch will, muss ich ihn halt privat kaufen und den von der Kasse finanzierten samt sonstigem unnötigen Material der Schwester schenken? In den Müll werfen? Nein!!! Sobald ich die Wundversorgung abgeschlossen habe, bekommt diese Unmenge an Material unser Obdachlosenhaus. Die können das sicher brauchen.

Diese Probleme könnte ich leicht lösen, könnte ich mich bücken. Da sich aber in der Leiste ein männerfaustgrosser Dippel befindet, habe ich auch beim sitzen Probleme. Der Dippel drückt beim Wasser lassen so auf die Harnröhre und Blase, dass ich Probleme habe das Ziel zu treffen, irgendwie gelingt es sogar dass der Urin rauf statt runter läuft.

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  #56  
Alt 24.04.2012, 23:10
Birgit_M Birgit_M ist offline
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Standard AW: Myxoides Liposarkom - Rezidive

Habe deinen Weg gelesen. Ertschreckend. Ich bin da noch am Anfang. Ich wünsche mir eigentlich,dass der Weg nicht so lang wird.
Ich kann Ärzten nicht so vertrauen aber die richtigen zu finden ist schwer.
Birgit
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  #57  
Alt 28.04.2012, 13:48
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sywal sywal ist offline
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Liebe Birgit!
Auch ich habe mir so einen langen Weg nicht gewünscht, andererseits habe ich in den 20 Jahren auch schöne Momente erlebt. Darüber nachdenken ob sich der Kampf gelohnt hat lohnt nicht, das Ergebnis hängt wohl von der Tagesverfassung ab.
Ich habe früher Ärzten vertraut, heute kann ich das nicht mehr. Denke, dass dies wohl auch am Gesundheitssystem begründet ist. Ich hatte und habe in der Klinik bei jeder (wg. dem Keim wöchentlichen) Kontrolle mit einem anderen Arzt zu tun. Die vorvorletzte Ärztin meinte, dass ich nach erlangen der Keimfreiheit zur Ergotherapie überwiesen werde. Die Professorin, bei der vorletzten Kontrolle sagte, dass dies nicht in Frage kommt, beim letzten Besuch sagte die Ambulanzschwester ich soll die Wunde täglich spülen, damit meine Besuche an der Klinik ein Ende haben. Bitte, den Keim habe ich durch eine medizinische Dienstleistung bekommen, war die ersten 3 Wochen absolut ohne Behandlung gegen den Keim und vorige Woche gabs da plötzlich so einen Kanister, dessen Inhalt vielleicht sogar zu einem medizinischen Versuch gehört. Ich frage nicht mehr.........
Die Reha habe ich auch abgesagt, da ich mir weder alleine Strümpfe anziehen kann noch kann ich mir die Beine bandagieren. Und warum kann ich das nicht? Weil an der Leiste eine männerfaustgroße chir. Plastik befestigt ist, ich darum nicht bücken und auch nur sehr unbequem sitzen kann. Und zur Reha muß man selbständig sein!?

Also, ich bemühe mich so zu leben, dass ich mir vertrauen kann............

Alles Gute, den richtigen Griff bei Deiner Arztwahl und eine große Protion Glück
Sywal

Geändert von Anhe (29.04.2012 um 19:17 Uhr) Grund: Zwei Beiträge zusammengeführt
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  #58  
Alt 17.05.2012, 09:50
Schmatte Schmatte ist offline
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Liebe Sywal,

nicht dass Du denkst, ich hab Dich vergessen - in Gedanken war ich bei Dir und hab gewünscht, dass es an der Zeit, dass es endlich bergauf geht!
Für Deine ganze Geschichte fehlen mir die Worte und es ist kaum vorstellbar, dass Du kaum Hilfe erfährst. Aber aus der Ferne kann man eben auch nicht helfen.
Ich hatte gerade einen Nerv im Rücken eingeklemmt und konnte mich nicht von einer Seite zur Anderen drehen - also eigentlich garnicht bewegen, nicht mal aufstehen war möglich - mußte letztlich den Notarzt rufen! Hilflos zu sein, ist wahrscheinlich das Schlimmste!

Ich hoffe, dass in der Zwischenzeit ein Wunder passiert ist und es Dir wieder besser geht!?

Ich sende ganz viel Kraft und Optimismus nach Wien
und
und liebe grüße
Schmatte
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  #59  
Alt 27.05.2012, 07:52
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sywal sywal ist offline
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Liebe Schmatte!
Ja, da muß man schon die Nerven im Hirn behalten, wenn ein Nerv im Rücken verrückt spielt. Habe lange ein Handy abgelehnt, nun gelernt, dass ein Telefon in der Nähe lebensnotwendig sein kann. Ich hoffe bzw. wünsche Dir, dass der Nerv wieder dort ist wo er hingehört und sich von seinem Ausflug wieder erholt hat.

Unlängst, kurz nach dem sich meine Tochter samt Enkerl verabschiedet haben, bin ich über ein "Überbleibsel" gefallen und am Boden gelegen. Konnte das Handy erreichen, bevor meine Kinder in's Öffi eingestiegen waren.

Seit 14 Tagen muss ich nicht mehr ins KH. Die Wunde ist geschlossen. Die letzte MRSA-Kontrolle an der Hautoberfläche der ehemaligen offenen Wunde ergab eine 10(5) Keimbelastung. Die hat angeblich jeder auf der Haut.

Versuche ich mehr als eine 1/4 Stunde zu gehen, wird das Bein immer schwerer, der vom plastischen Chirurgen produzierte Dippel in der Leiste fühlt sich an als wäre ich im 9. Monat schwanger und drückt gegen den Bauch. Letztendlich kann ich das Bein nicht mehr heben. Habe nun einen elektrischen, faltbaren (weil handlicher) Rollstuhl eingereicht, um irgendwie wieder den Anschluß an das Leben zu erhalten.
Mit einem richtigen Rollstuhl komme ich nicht ins Gebäude, mit einem Seniorenscooter darf ich nicht in die U-Bahn oder Bundesbahn. Jetzt habe ich einen Dreiradscooter ausprobiert- der fährt viel zu schnell, es ist schwierig ihn bei geringer Geschwindigkeit zu halten. Mit einem manuellen Rollstuhl fahre ich immer Richtung Fahrbahn, weil die Gehsteige so schief sind, ich in den Händen nicht die Kraft habe den Rollstuhl am Gehsteig zu halten. Na ja, wir werden sehen was die Kasse meint.

Dem RÖ-Institut, von welchem ich den "kein Rezidiv-Befund" habe habe ich geschrieben, dass es eine Haftpflichtmeldung machen soll. Da dem Patienten jede Kleinigkeit, jeder Augenblick verrechnet wird sehe ich nicht ein, dass ich die Vorgehensweise dieses Arztes entschuligen (bis heute hat sich der Arzt nicht entschuldigt - nur sein Chef) soll. Der Arzt dürfte tatsächlich entlassen worden sein, der Institutsleiter hat zurückgeschrieben, dass er die Unterlagen an den schlampigen Arzt geschickt hat. In ca. Woche werde ich den Schlampigen persönlich anschreiben und, sollte keine freiwillige Rückmeldung kommen, den Patientenanwalt kontaktieren.

Sonst kann ich nur sagen, dass die netten, freundlichen und hilfsbereiten Hände überwiegen. Dabei lenrt man aber auch das Schicksal fremder Menschen kurz kennen und ich merke, dass ich wirklich kein Einzelfall bin und doch viel Glück hatte.

Danke für Deine lieben Worte!
Wünsche Dir schöne, liebevolle und schmerzfreie Tage und

Sywal
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