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#1
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Hallo Leute,
ich bin umgezogen: von "Kennt jemand eine gute Klinik in Bremen" hierher. Ich hoffe ihr findet mich und Wolfgang schimpft nicht mit mir ![]() Nachdem das Kinikum Mitte, in dem meine arme Mutter liegt, nun jeden Tag wegen der Hygienemängel auf der Frühchenstation durch die Medien geht, wollte ich dort wenigstens virtuell nicht mehr sein ![]() Gestern abend durfte ich meine Mutter doch noch sehen. Ich dachte ich wäre auf alles vorbereitet gewesen, aber ich war dann doch total geschockt! Das Tracheostoma und die ganzen Verbände waren doch ein schlimmerer Anblick für mich, als ich erwartet hätte. Noch dazu reagiert meine Mutter total panisch, wenn sie keine Luft bekommt - und das ist alle paar Minuten der Fall gewesen. Der behandelnde Arzt war auch nicht zu sprechen. Wir wissen also noch gar nicht, was nun letzendlich gemacht wurde. Ein Arzt auf der Intensivstation sagte aber, die OP wäre sehr, sehr gut verlaufen und es ginge ihr gut. Aha! Meine Mutter begreift irgendwie gar nicht was los ist. Sie glaubt, der ganze Kehlkopf ist weg und sie läßt sich nicht vom Gegenteil überzeugen. Sie versucht auch dauernd zu sprechen. das geht natürlich gar nicht und sie soll das auch nicht tun, sagen die Schwestern. Sie weint dauernd und dann kriegt sie wieder keine Luft. MIST! Ich überlege die ganze Zeit, womit ich ihr eine Freude machen kann. Was hat euch über die ersten blöden Tage nach der OP geholfen? Ich würde es ihr so gern etwas erträglicher machen - aber wie denn? Sicher hilft es ihr schon etwas, wenn ich einfach nur da bin. Nur mir reicht das irgendwie nicht. Ich denke immer, ich muß etwas TUN.. Vorlesen vielleicht? Ich bin grade total hilflos... |
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#2
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Hallo Tempete
es ist absolut kontraproduktiv wenn du dauernd neue Threads eröffnest obwohl es sich eigtl in jedem um dasselbe Thema handelt ... dadurch wirds für viele schwierig zuzuordnen in welchem Thread jetzt aktuell über deine Geschichte gesprochen wird .... das erzeugt nur Verwirrung und lässt dazu andere Threads die vlt nicht wichtiger sind als deiner aber evtl genauso wichtig ? dadurch schneller in der "Versenkung" verschwinden ... daher bitte ich dich entscheide dich doch für einen Thread und lass uns dort alle an deiner Geschichte teilhaben .... http://www.krebs-kompass.de/showthread.php?t=54483 hier bist mit der gleichen Geschichte noch in einem anderen Forum - das verwirrt extrem weil hier davon sprichst selber betroffen zu sein ... die Panik deiner Mutter kurz nach dem aufwachen ist völlig normal - das kennt jeder von uns der auch in den Genuss eines Tracheostomas kommen durfte - man versucht "reflexartig sich zu artikulieren und stellt fest dass es nicht mal ansatzweise gelingt - das erzeugt in jedem Anfangs einen Schock selbst wenn man noch so gut darauf vorbereitet ist - die Erstickungsnot ist auch übel daran kann ich mich auch noch gut erinnern - das geht die ersten paar Tage so bis man sich langsam an diesen Schleim und die Absaugprozedur "gewöhnt" hat ... in 3-4 Tagen wird das deutlich besser werden - da mussten wir alle mal durch ... mfg Davy |
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#3
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Hallo Davy,
die Botschaft ist angekommen! Ich hatte nicht bedacht, daß mein Umzug Verwirrung stiften und andere dadurch "benachteiligen" würde, weil sie weiter nach hinten rutschen. Das war ganz bestimmt nicht meine Absicht! Da habe ich wohl falsch gedacht. Ich dachte halt, der Titel des Threads paßt doch gar nicht mehr, denn eine Klinik haben wir ja nun gefunden und die OP ist gelaufen. Was soll ich jetzt machen? Ich würde wirklich lieber in diesem Thread bleiben. Das gibt mir auch das Gefühl, daß wir wieder einen Schritt weiter Richtung Heilungsprozeß unterwegs sind. Ich habe mir auch noch mal meinen Text angesehen, von dem du meinst, daß ich geschrieben hätte, ICH wäre betroffen und nicht meine Mutter. Klingt wirklich so! Da liegt sicher daran, daß meine Mutter und ich an dem Tag gemeinsam am Rechner saßen und sie mir den Text teilweise eingesagt hat. Da habe ich wohl einfach ungefiltert ihre Formulierungen übernommen.... Aber ich will ganz bestimmt nicht mit ihr tauschen! Davy, warst Du denn in den ersten 3-4 Tagen, als die Panik noch ganz groß war auf der Intensivstation? So wurde das bei meiner Mutter angekündigt. Aber gestern hieß es dann, sie würde wahrscheinlich schon heute zurück auf die normale Station gebracht werden. Ich finde das viel zu früh und habe Angst, daß dort die Überwachung nicht ausreichend ist. Wenn sie Panik bekommt, weil sie keine Luft kriegt, findet sie doch die Klingel gar nicht?! |
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#4
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Hallo Tempete
bei mir war das Ganze etwas anders wie bei deiner Mom - ich hatte keine Op - nur eine Bronchoskopie zwecks Diagnosestellung - dabei wurde mir gleich "vorsichtshalber" ein Tracheostoma verpasst obwohl ich vorher ausdrücklich darauf bestanden hatte dass dieses wirklich nur im Äussersten Falle gemacht werden dürfe ... daran nage ich heute noch etwas ... deswegen kann ich diesen Schock nach dem Aufwachen nur zu gut nachvollziehen - deine Mom wusste zumindest ja im Vorfeld schon dass es angelegt werden wird - ich bin bei der Narkose eingeschlafen im Glauben dass es nicht nötig sein wird bei einer "lächerlichen" Bronchoskopie ... ich war dann danach auch gleich auf Station ohne Intensivaufenthalt... wenn die Ärzte jetzt sagen dass deine Mom nun früher aus der Intensiv rauskann wie erwartet ist das eher erfreulich zu werten denn das legt den Schluss nahe dass der Heilungsverlauf bzw. die Op besser verlief als befürchtet ... bzgl. des Threads würd ich jetzt auch empfehlen einfach hier weiterzuschreiben und die andern dann einfach in der "Versenkung" verschwinden zu lassen - das wäre einfach übersichtlicher für alle ![]() ich drück deiner Mom alle Daumen dass es weiter so gut verläuft wie jetzt der Anfang gemacht wurde ... lg Davy |
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#5
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Hallo, liebe Tempete.
Ich habe meiner Mama, nachdem sie das Tracheostoma bekommen hatte, einen wunderschönen Kugelschreiber, und ein hübsches Notizbuch/block mitgebracht. Hört sich zwar nicht wie der Brüller an, aber sie hat sich total gefreut nicht mehr den alten Stationskulli von Ratiopharm und einen Werbungsblock benutzen zu müssen. Sie war richtig happy. Später dann haben wir (meine Schwester und ich) einen kleinen Laptop besorgt. Da meine Mama im Tippen sehr fit war, konnte sie dann auf leeren Word-Dokumenten wenn wir zu Besuch waren schnell schreiben. Das ging besser als immer per Hand, zumal bei meiner Mama oft die Nadeln von der linken zur rechten Hand gewechselt werde musste, und sie dadurch schlecht von Hand schreiben konnte. Der kleine Computer war für sie eine große Hilfe, wenn sie etwas längeres schreiben musste. Und für bevorstehende Arztgespräche hat sie ganze Romane mit Fragen etc. verfasst ![]() Die restlichen Symptome wie Erstickungsangst etc. kenne ich auch alle von ihr Aber sag Deiner Mutter bitte sie soll Geduld haben. Sie wird den Umgang damit erlernen, meine Mama hat es auch relativ schnell geschafft. Und JA - es reicht, wenn Du bei ihr bist! Es ist wahrscheinlich im Moment das Wichtigste für sie, zumindest hat mir das meine Mama damals immer wieder gesagt! Dasein, trösten auch ohne Worte, .... das macht viel aus. Ganz liebe Grüsse, auch unbekannterweise an Deine Mutter Steffi |
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#6
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Hallo ihr Lieben,
und auch hallo an Sarah123 aus der PN! Ich komme grade mal wieder aus der Klinik. Es ist schon verflixt mit dieser Klinik! Gestern wurde meine Mutter ja operiert. Da hatte ich schon gehofft, heute schon etwas näheres zu erfahren. Aber Pustekuchen! Zwar konnt mir eine Ärztin auf der Station sagen, das das ganze Stimmband entfernt wurde und nicht nur ein kleiner Teil vom Kehlkopf sondern der halbe Kehlkopf. Ich kann mir gar nicht vorstellen was das jetzt bedeutet. Die Ärztin konnte mir das leider auch nicht erklären, weil sie keine HNO-Ärztin ist. Der HNO-Arzt war aber nicht aufzutreiben. Jetzt gucke ich ziemlich dumm aus der Wäsche. Wird sie nun noch sprechen können oder nicht, bleibt das Tracheostoma für alle Zeiten? Die Fragen, die uns doch so sehr beschäftigen blieben offen. Daß noch nichts verbindliches über den Befund der OP bzw der Gewebeproben gesagt werden kann, war mir schon klar. Meine Mutter bleibt doch noch ein paar Tage auf der Überwachungsstation. Da hatte Sarah schon recht, was die Sauerstoffsättigung usw angeht. Das geht ja gar nicht anders und es beruhigt mich sehr das sie dort noch bleibt. Die Schwestern kümmern sich ganz lieb und sie strahlen eine Ruhe aus, die ich auch gern hätte. Aber wie mein Nickname schon sagt "Tempête" ich bin eben sehr stürmisch und bringe immer alles durcheinander (jetzt sehe ich grade wie Davy und Wolfgang nicken!) In Gegenwart meiner Mutter bin ich allerdings auch die Ruhe selbst. Das tut ihr gut. Aber sie weint trotzdem viel... Ich habe ihr ein Beruhigungsmittel geben lassen, danach hat sie dann schön geschlafen. Im Schlaf atmet sie übrigens ganz entspannt. Ist wohl doch eher die Psyche, die die Atemnot auslöst? Hat eigentlich jemand schon mal Erfahrungen mit einem Patientenbetreuer gemacht? Ich weiß gar nicht, was die konkret tun und ob er vielleicht eine Hilfe für uns sein könnte. Oder sind Patientenbetreuer nur für "alleinstehende" Patienten da? |
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#7
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Hallo,
also dass die Psyche die Atemnot macht, kann ich bestätigen. Es fühlt sich für die Patienten ja auch extrem ungewohnt an - man atmet das ganze Leben lang durch den Mund ein und aus (und natürlich die Nase), und nun soll man atmen können, ohne dass sich in diesen Bereichen "etwas tut". Da treten enorme Ängste auf. Das ist auch meistens das Problem bei der Entwöhnung von der Kanüle- wenn dann alles auf einmal wieder wie vorher gehen soll, es fühlt sich aber anders an etc. Sobald Du Neues weißt in Bezug auf KK-Entfernung (was genau entfernt wurde), kann ich Dir bestimmt auch mehr sagen. Alles Liebe, auch für Deine Mutter, Jessica
Geändert von Jessicatheresia (01.03.2012 um 19:27 Uhr) Grund: vertippt |
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#8
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Hallo Tempete,
ich beginne mit einem Zitat: "das Leben ist kein Waldspaziergang... Aber es ist sooooooooo schön... " Dieser Schlußsatz von Arielle 07 ist wirklich richtig und wichtig für uns alle. Er gilt nicht nur für diejenigen, die zur Zeit krank sind, sondern auch für alle anderen. (Dank an Arielle 07)! Wie Du siehst, schüttel ich heute einmal nicht den Kopf über Deine - nennen wir es einfach Ungeduld - sondern ich möchte Dir noch einen Rat geben: Du darfst bitte nicht erregt zu Deiner Mutter gehen. Aufregung kann sie zur Zeit nicht gebrauchen. Wichtig für Deine Mutter ist, das Du "nur" für sie da bist, dass Du so gut es geht Ihre Wünsche erfüllst (Hilfestellung bei Dingen die jetzt gemacht werden müssen wie Absaugen etc.) Hast Du inzwischen Kontakt zum Verband der Halsoperierten? Meine Kollegen können Deiner Mutter und Dir in vielen Dingen helfen. Das Krankenhaus möchte doch den Kollegen anrufen. Die Adressliste hab ich Dir ja gegeben. Denk auch an den Antrag für den "Behindertenausweis". Steuervergünstigungen gelten erst ab dem Tag der Antragsstellung. Hierbei hilft Dir die Sozialstation im Krankenhaus. Wie alt ist Deine Mutter? Welchen Beruf hat sie? Ist es interessant, über Rente nachzudenken? All diese Dinge kann man jetzt bedenken und auch Regeln. Auch hier hilft die Sozialstation des Krankenhauses oder die "Halsoperierten". Hat das Krankenhaus schon eine(n) Logopäden bestellt? Ist wichtig für das Schlucktraining und auch für das Sprechtraining. Diese Liste ist aber nicht vollständig und wird sicherlich durch die Betroffenen hier ergänzt. Wenn das Krankenhaus Dir nicht hilft, ruf bei der Krankenkasse an und lass die Sachbearbeiter der KK das Krankenhaus anrufen. So, jetzt noch ein Abschlußsatz: Sei stark, Du kannst das alles jetzt erledigen. Wenn Du Deine Aufregung einmal für drei Tage in den Keller steckst, dann hast Du alles ohne Streß erledigt. Meine Frau hat damals die Anträge für den Behindertenausweis und den Rentenantrag ausgefüllt, als ich auf dem OP Tisch lag. Als ich wach war hab ich unterschrieben und es war erledigt. Nun hab ich wieder viel zu viel geschrieben, aber es sind wichtige Punkte, wichtig für Deine Mutter. Alles Liebe für Deine Mutter und auch für Dich Das wünscht wolfgang PS. Ihr schafft das schon PPS. Wenn Ihr Probleme bekommt: hier gibt es DIE BESTE HILFE
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Die im Krebs-Kompass von mir verfassten Texte dürfen auf anderen Homepages und in anderen Foren ohne meine Zustimmung nicht verwendet oder veröffentlicht werden. Das gilt auch für Auszüge aus meinen Texten. Hilfe für Kehlkopfoperierte gibt es auch unter: Bundesverband der Kehlkopflosen und Kehlkopfoperierten e. V. www.kehlkopfoperiert-bv.de Ich bin dort Mitglied im "Netzwerk Teiloperierte". Geändert von wolfgang46 (01.03.2012 um 23:16 Uhr) Grund: Formatierung |
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#9
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Guten Morgen, liebe Tempete!
Nimm bitte ALLE Ratschläge von Wolfgang an, was jetzt die Organisation betrifft. Wenn Du Dich dabei alleine fühlst, Dir das zuviel vorkommt, dann bitte doch jemanden aus der Familie, oder eine gute Freundin, Dich zu begleiten bei den Ämtern etc.. Diese Unterstützung wird Dir gut tun. Alles was Wolfgang hier aufzählt, habe ich auch erst Stück für Stück über die Zeit hier im Forum erfahren. Von den Ärzten habe ich kaum Hilfestellung bekommen. Wichtig finde ich den Verband der Halsoperierten. Deine Mama kann so sehen, dass es auch "ohne" geht, das Leben ist nach wie vor absolut Lebenswert wenn man alle Tricks & Kniffe kennt. Und das Schlucktraining finde ich auch sehr wichtig. Hier im Forum können Dir einige Betroffene davon erzählen, wie es ihnen weitergeholfen hat. Liebes Fräulein Stürmisch , ich kann Dich nur allzugut verstehen! Du wirst vielleicht jetzt etwas mitmachen, was ich immer "Rollentausch" genannt habe. Die Rollen zwischen Dir und Deiner Mama werden sich verändern. Früher hast Du bei ihr geweint, nun tut sie es bei Dir. Wenn Du krank warst war sie für Dich da, hat an Deinem Bett gesessen und beruhigend mit Dir gesprochen und Dir gesagt, das alles wieder gut wird. Auch das ändert sich im Moment bei Euch. Mir ist es manchmal schwer gefallen so locker, gelassen und verständnisvoll das Krankenhauszimmer zu betreten. Die "Organisierte Tochter" zu sein die sich um alles kümmert und jetzt lernen muss, wie man absaugt! Manchmal wäre ich am Liebsten ins Zimmer gerannt und hätte mich zu meiner Mama auf´s Bett geschmissen und laut losgeheult! Das "Kind sein" hat mir oft gefehlt (mit 35!).....ich musste doch für sie stark sein ....Liebe Tempete, auch wenn ich fachlich nicht so die Erfahrene hier bin.....so kann ich Dir zumindest ein bißchen Trost spenden. Und ich hab ´ne tolle Schulter zum dran Anlehnen und Ausheulen! Ganz ganz liebe Grüsse, Steffi |
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#10
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Guten Morgen,
Ihr seid so lieb zu mir! Danke! Das hilft mir sehr weiter.Meine Freunde bemühen sich zwar auch, aber ihnen fehlt sozusagen die Innenansicht. Den Behindertenausweis werde ich heute sofort beantragen. Meine Mutter ist zwar seit kurzer Zeit Rentnerin, da hat das steuerlich vielleicht nicht so die Auswirkungen, aber ob es noch andere Auswirkungen hat, werde ich heute noch recherchieren. VOR der OP war kurz eine Logopädin bei meiner Mutter und hat mit ihr gesprochen, aber da sah die Welt noch anders aus. Zu dem Zeitpunkt sollte nur ein kleines Stück von der Stimmlippe entfernt werden. Meine Aufgaben heute: weiterhin versuchen, den Patientenbetreuer telefonisch zu erreichen, ein Besuch bei der Sozialstation und endlich einen Arzt auftreiben, der mir eine vernünftige Auskunft geben kann. Meine Aufregung wird auch schon weniger. Ich habe heute sogar mal fast die ganze Nacht durchgeschlafen. Herrlich! Wenn ich bei meiner Mutter bin, kann ich mich immer gut kontrollieren. Ich bin dann immer gaaaaanz entspannt im Hier und Jetzt und versuche mich entweder so gut es geht zu unterhalten oder ich erzähle ihr etwas von "draußen" oder sitze einfach nur neben ihr und halte ihre Hand. Beim Absaugen kann und will ich momentan nicht helfen. Ich kann noch nicht ertragen, wie das meine Mutter quält. Sie verkrampft, krallt sich an der Bettdecke fest, wird dunkelrot und die Augen quellen ihr fast aus dem Kopf. das ist einfach nur ganz, ganz schrecklich für mich. Wenn es so weit ist, würde ich am liebsten immer einfach weglaufen. Aber ich setze dann ein mildes Lächeln auf und versuche sie zu beruhigen. Ich hoffe, daß wird besser, wenn die Schwellungen am und im Hals weg sind. So, und jetzt greife ich zum Telefon um mit den Halsoperierten zu sprechen! |
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#11
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Der Wahnsinn in "unserer" Klinik nimmt kein Ende!
Nach der OP bekamen wir von einer Stationsärztin (??) die Info, daß der halbe Kehlkopf und das ganze Stimmband entfernt wurden. Befunde aus der Pathologie, ob der ganze Krebs entfernt werden konnte würden erst Mitte nächster Woche vorliegen. Die Operateurin war nicht aufzutreiben... Also Trauer, Panik, Angst - das volle Programm. Heute dann folgendes Szenario: Erneut nach der Ärztin gefragt. Sie war wieder nicht aufzutreiben. OK. Dann bitte eine Kopie, des OP-Berichtes, damit ich ihn mit dem HNO besprechen kann. Es wurde gesucht.... Kein OP-Bericht zu finden -. nicht als Papier und nicht im Computer. Ratlose Gesichter. Wieder telefoniert - und siehe da!- die Ärztin kam nach ein paar Minuten. Auf meine Frage, wie es denn nun so weitergeht, mit dem halben Kehlkopf ein grooooßes Fragezeichen über dem Kopf der Ärztin. "Halber Kehlkopf? Wer sagt das denn?" "Na, ihre Kollegin!" "????" Die Operateurin konnte dann endlich genau Auskunft geben. Es wurde die Stimmlippe entfernt - aber vom Kehlkopf wurde doch nur ein ganz kleines Stück an der Stelle vom Übergang der Stimmlippe entfernt. JUBEL! Bis Sonntag soll meine Mutter gelernt haben, ihr Stoma selbst abzusaugen. Dann kommt sie auf die normale Station. Und der Krebs? Das Gewebe wurde WÄHREND der OP untersucht. Es wurde dann nachoperiert, um wirklich alles befallene Gewebe zu entfernen. Meine Mutter ist und bleibt Krebspatientin aber momentan hat sie keinen Krebs in sich. Ich habe in den letzten Wochen viel in diesem Forum gelesen. Aber ein ähnliches Chaos im Laufe einer Diagnose und Behandlung habe ich kaum gefunden. Wir können uns jetzt hoffentlich endlich auf den Genesungsprozeß konzentrieren und ich werde euch nicht mehr stündlich mit neuen, sich widersprechenden Infos bombardieren! Der Herr vom Verband der Kehlkopfoperierten war übrigens eine echte Unterstützung! Jetzt brauche ich erstmal einen Melissentee!
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#12
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Hallo Tempete,
das was Du da jetzt als Info an uns weitergegeben hast, hört sich ganz genau so an wie es bei mir gemacht worden ist: Ein Stimmband weg und ein Loch im Kehlkopf - so ist es bei mir auch. Ich erinnere noch einmal daran, dass das Ganze bei mir seit 12 Jahren in Ordnung ist. Ich lebe ganz gut damit - besser geht nicht. Schönen Gruß an Deine Mutter. Es wird gut, davon bin ich fest überzeugt!!!!!!! Wolfgang
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Die im Krebs-Kompass von mir verfassten Texte dürfen auf anderen Homepages und in anderen Foren ohne meine Zustimmung nicht verwendet oder veröffentlicht werden. Das gilt auch für Auszüge aus meinen Texten. Hilfe für Kehlkopfoperierte gibt es auch unter: Bundesverband der Kehlkopflosen und Kehlkopfoperierten e. V. www.kehlkopfoperiert-bv.de Ich bin dort Mitglied im "Netzwerk Teiloperierte". |
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#13
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An alle, die mir über die vergangenen schweren Tage geholfen habe:
Heute konnte meine Mutter die Intensiv-Überwchung verlassen. Endlich! es war dort einfach nur scheußlich. Das total überlastete Pflegepersonal kann sicher nichts für die Situation dort - aber trotzdem sollten die Patienten dort nicht die Folgen der Gesundheitsreform ausbaden müssen. NIEMAND hat meiner Mutter vor dem ersten Versuch allein abzusaugen, gezeigt wie das geht! Sie hat es mutig versucht - und es endete im Chaos. Das Tracheostoma ist ihr herausgefallen (wußte gar nicht, daß das überhaupt geht!) dann hat sie sich noch einen Zugang ausgerissen. Es war wie im Schlachthaus. Aus reiner Selbsterhaltung hat sie dann beim nächsten Absaugen ganz genau hingesehen und dann noch auf die "nette" Schwester gewartet. Mit der hat sie es dann versucht und es ging dann relativ einfach. Warum nicht gleich so? Jetzt liegt sie mit einer Dame auf dem Zimmer, die eine ähnliche OP hatte, nur genau eine Woche früher. Ist ja phantastisch, was eine Woche ausmacht! Ihr geht es zwar auch noch nicht rosig, aber sie kann schon flüstern und rumlaufen und versorgt sich fast komplett allein. Toll! Nachdem ich beim Verband der Kehlkopfoperierten angerufen hatte, hat meine Mutter jetzt schon Post von ihrem Ansprechpartner bekommen und er erwartet unseren Anruf, daß er sie besuchen kann. Großartig! Die Zimmernachbarin war ganz verblüfft, was es so alles gibt... Danke, Wolfgang, daß du uns da auf die richtige Spur gesetzt hast. Wenn ich meine Texte aus den vergangenen Wochen ansehe, kann ich kaum glauben, wie schnell das alles ging! Dank der vielen positiven Bericht hier im Forum, bin ich voller Hoffnung, daß es bei uns auch gut ausgehen wird. Heute bin ich einfach nur froh... |
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#14
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Hallo,
Wie schön! Freut mich sehr für Euch! Liebe Grüße, Jessica
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#15
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Hallo Tempete,
ich freue mich, dass Ihr den Kontakt zu den "Kehlköpfe" gefunden habt. Ich glaube, dass mein Kollege oder ist es sogar eine Kollegin Deiner Mutter sehr gut helfen kann. Wie Du weißt, bin ich ja auch aktiv im "Netzwerk der Teiloperierten". (Das ist eine Gruppe, die sich besonders um die besonderen Probleme der "Teiloperierten" kümmert.) Sei doch bitte so nett und grüße den Kollegen von mir. Was ebenfalls wichtig für ihn ist, ist "Eure Geschichte" - wie es Euch mit dem Krankenhaus ergangen ist. So ist es in Hamburg zum Beispiel normal, dass das Krankenhaus den Berater anruft, damit der Patient das Procedere auch aus der Sicht eines Patienten kennen lernt und zwar vor der OP. Deine Mutter wäre sicherlich mit viel weniger Angst zur OP gegangen. Das Deiner Mutter keine Einweisung zum Absaugen gegeben wurde ist meiner Meinung ein "grob fahrlässiges Verhalten". Wenn der Operateur so mit seiner OP-Qualität angiebt, wie Du es beschrieben hast, dann darf das "Nachher" nicht so unprofessionell sein. Meine Frau hätte ihm ganz schön was erzählt.... So, da es jetzt wohl offensichtlich gut läuft, bleibt mir nur noch Deiner Mutter eine sehr gute Heilung zu wünschen und dass der Krebs beseitigt werden konnte. Wir sind hier auch weiterhin für Eure Fragen "ganz Ohr". Ich wünsche ihr aber noch ganz viel mehr Gutes - alles was geht. Alles Liebe Wolfgang PS. Gib der Bettnachbarin auch einmal den Tipp, hier im Krebs Kompass zu suchen und auch den Tipp sich bei den Kehlkopflosen zu melden. Ihr dürft dort auch Mitglied werden ![]()
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Die im Krebs-Kompass von mir verfassten Texte dürfen auf anderen Homepages und in anderen Foren ohne meine Zustimmung nicht verwendet oder veröffentlicht werden. Das gilt auch für Auszüge aus meinen Texten. Hilfe für Kehlkopfoperierte gibt es auch unter: Bundesverband der Kehlkopflosen und Kehlkopfoperierten e. V. www.kehlkopfoperiert-bv.de Ich bin dort Mitglied im "Netzwerk Teiloperierte". |
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