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  #1  
Alt 26.01.2013, 13:30
aryha aryha ist offline
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Standard Meine Tochter leidet

Hallo liebe Forenmitglieder!

Ich bin 25, Mutter einer 7-jährigen Tochter und komme aus dem Gebärmutterkrebsforum. Ganz kurz zum momentanen Stand: Ich wurde letztes Jahr im September operiert (pT4 b, pN1 (2/55), L1, V0, M1), habe jetzt gerade meine Chemo mit 6 mal Carboplatin/Docetaxel hinter mir und beginne in einem Monat mit der Radiochemo. Dazu vielleicht noch, dass ich gerade einen Infekt habe und ich die letzten Tage immer mit einem Bein im KH stand.
Ich habe bisher mit meiner Tochter versucht, offen über die Erkrankung zu sprechen, soweit das möglich ist. Sie lässt über das Thema aber gar nicht mit sich reden und macht sofort zu. Es zeigte sich dann immer, dass sie in den Zeiten, in denen es mir nicht gut ging, auffälliger in ihrem Verhalten wurde. Sie hat dann zB. in der Schule nicht mehr mitgemacht, war wie aufgezogen und oft auch frech. Das habe ich bisher immernoch als halbwegs "normal" empfunden, weil sie ja auch viel zu verarbeiten hat damit, dass Mama plötzlich so krank ist.
Heute Vormittag aber war sie in ihrem Zimmer und sollte aufräumen. Als ich ins Zimmer kam um nachzusehen, wie weit sie ist, hatte sie mit den Fingern ihren Kot an die Wand geschmiert. Ich kenne mich selber ein wenig mit Psychologie aus (habe Jahrelang selber Therapien gemacht), aber eben doch wenig mit diesem Problem speziell. Ich weiß nur, dass es ein deutliches Alarmzeichen ist. Was mache ich jetzt? Kennt jemand das Problem auch oder kann mir was dazu raten? Ich bin seit Monaten mit einem Kinderpsychologen im Gespräch gewesen (natürlich ausgerechnet seit 3 Wochen nicht mehr). Er hat aber immer nur mit mir Gespräche geführt darüber, wie ich mein Kind unterstützen kann weil er meinte, das Kind käme dann genug zurecht. Nach heute Morgen bin ich aber der Meinung, ich sollte für die doch psychologische Hilfe in Anspruch nehmen, oder überdramatisiere ich das?. Kann man sich mit einem solchen Problem an die Psychoonkologen der zuständigen Kinik wenden um sich zu informieren? Meine Kleine hat Dank ihres Vaters und auch meine vorherigen psychischen Erkrankungen leider immer schon viel zu verarbeiten gehabt, ich hab einfach so eine Angst, dass sie die Angst um mich jetzt ganz kaputt macht... Ich wäre über Antworten von euch dankbar.

Liebe Grüße,
aryha
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  #2  
Alt 27.01.2013, 07:23
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Mirilena Mirilena ist offline
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Beiträge: 1.552
Standard AW: Meine Tochter leidet

Liebe Aryha,

ich denke auch, dass es notwendig ist, einen Kinderpsychologen einzuschalten. Niemand weiß ja, was in so einer kleinen Kinderseele vor sich geht und wie deine Tochter deine Krankheit verkraftet. Womöglich hat sie riesig große Angst davor, dass du vielleicht nicht wiederkommst, wenn ein Krankenhausaufenthalt ansteht. Ich weiß es nicht, doch das jetzige Verhalten finde ich auch alarmierend. Ich wünsche dir, dass ihr ganz schnell professionelle Hilfe erhaltet, damit deiner Tochter geholfen werden kann. Aber ich bin optimistisch, dass Kinder nicht ein Vierteljahr auch psychologische Hilfe warten müssen. Versuch es über den Psychoonkologen!

Und ich wünsche dir, dass deine Behandlung gut anschlägt und du wieder gesund wirst! Was muss es für eine Kraft kosten, wenn man als Mama nicht nur gegen den Krebs kämpft sondern auch in ständiger Sorge um sein Kind ist... Ich wünsche dir von Herzen, dass alles gut wird!!!!

Liebe Grüße
Miriam
__________________
Mein Papa erhielt am 18.04.11 die Diagnose Lungenkrebs mit Knochenmetastasen und ging am 21.02.12 ins Licht. Alles vergeht, aber die Liebe bleibt...

Hand in Hand - gemeinsam sind wir stark!
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  #3  
Alt 29.01.2013, 21:19
aryha aryha ist offline
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Beiträge: 15
Standard AW: Meine Tochter leidet

Hallo Miriam,

ich danke dir für deine Antwort. In der Schule gab es heute auch wieder Ärger, sie hat ein anderes Koind angegriffen (getreten, gekniffen) und beschimpft und jetzt darf sie nicht mehr an der AG teilnehmen... Ich werde mich auf jeden Fall jetzt um einen Platz bei einem Kinderpsychologen kümmern, die Vorfälle häufen sich immer mehr und ich hab mittlerweile so eine Angst davor, dass die Kleine echten Aschden nimmt.

LG aryha
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  #4  
Alt 04.02.2013, 01:36
Benutzerbild von HeikesFreundin
HeikesFreundin HeikesFreundin ist offline
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Beiträge: 928
Standard AW: Meine Tochter leidet

Bitte auf jeden Fall einen Fachmann kontaktieren!

Als ich das las, was Du schreibst, war mein erster Gedanke:
das Kind schmiert die große Schei*e, die euch da widerfährt
und die es fühlt, sprichwörtlich und SICHTBAR an die Wand!

Und ich erinnere mich, irgendwann in Psychologie/Psychiatrie gelernt zu haben,
dass "Kot schmieren" in diesem Alter Deines Kindes unter anderem
mit "Verlustängsten" in Verbindung gebracht wurde (ohne Gewähr)
aber ich bin fast überzeugt, dass es so war.
... und Verlustängste hat sie sicher derzeit große, die arme Maus.

Sie braucht, so denke ich, auf jeden Fall SCHNELL kompetente Hilfe,
in der sie lernt, ihre Gefühle anders loszuwerden, zu verarbeiten und auszudrücken -
nichts anderes tut sie auch im Angreifen der anderen.

Sie läßt ihre berechtigte verdammte Wut raus
und das muss sie auch dringend dürfen - nur eben an anderer Stelle!

... Wut auf die Krankheit, Wut auf die anderen, weil sie nicht die Angst
ausstehen müssen, die sie in sich trägt ... all das und wahrscheinlich noch viel mehr
trägt das kleine Menschlein jeden Tag aufs Neue.

Also bitte versuche auf jeden Fall Hilfe für sie zu holen!

Ich hoffe und wünsche Dir von ganzem Herzen, dass Du wieder gesund wirst
und Dein Kind Wege aufgezeigt bekommt, wie sie
mit all den Gefühlen umgehen lernt.

Alles Liebe für euch,

Angie
__________________
... meine Freundin Heike ist am 24. Mai 2010 mit 48 J ganz friedlich für immer eingeschlafen ...

... meine liebe Freundin Lilli44 - auch Du hast für immer Deinen Platz in meinem Herzen ...


... I`ll see you when the sun sets!!!

Geändert von HeikesFreundin (04.02.2013 um 01:40 Uhr)
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  #5  
Alt 04.02.2013, 18:05
Nalia Nalia ist offline
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Beiträge: 20
Standard AW: Meine Tochter leidet

Hallo Aryha,

ich bin auch der Meinung dass Deine Tochter dringend psychologische Hilfe bekommen muss nur ist es ja leider ein Problem dass die meisten Kinder- und Jugendpsychologen/-therapeuten lange Wartezeiten haben.

Es gibt aber noch die Erziehungsberatungsstellen (städtisch oder in kirchlicher Trägerschaft), dort arbeiten auch Psychologen und diese Stellen können meist relativ kurzfristig Termine anbieten. Sie sind auch keineswegs nur dafür da bei Erziehungsproblemen zu helfen sondern generell bei allen Krisensituationen die in Familien vorkommen können.

Das wäre vielleicht eine Option um die Zeit, bis sie bei einem niedergelassenen Therapeuten einen Platz bekommt, zu überbrücken.

Euch alles Gute,
Gruß,
Nalia
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  #6  
Alt 05.02.2013, 02:19
Sinneswandel Sinneswandel ist offline
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Registriert seit: 04.12.2012
Beiträge: 38
Standard AW: Meine Tochter leidet

Hallo,

meiner Meinung nach richtet sich Ihre Wut, auch wenn es schwer fällt, das zu sagen...gegen Dich und Deine Krankheit.
Und es sind keine Verlustängste sondern der Ausdruck, dass sie in gewisser Weise neidisch ist, weil sich alles um Dich dreht und früher um sie.
Ähnlich wie bei einem Kind, das plötzlich ein Geschwisterchen bekommt.
Meine Empfehlung wäre nicht ein Kinderpsychologe sondern ein Psychoonkologe mit Spezialisierung in der Trauerbewältigung bei Kindern und Jugendlichen. Heisst: Psychoonkologe für Kinder.
Ein "normaler" Kinderpsychologe hat nicht die spezifische Ausbildung für die beschriebene Situation die eben durch den Krebs verursacht wird. Das wird Euch nicht helfen.

Grüsse und alles Gute
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  #7  
Alt 18.05.2013, 18:58
lion lion ist offline
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Registriert seit: 18.05.2013
Ort: wiener neustadt
Beiträge: 71
Standard AW: Meine Tochter leidet

hallo

ich bin bettina und neu hier .
hab selber eine 3 jährige tochter und versteh dich vollkommen.
war ab dez 2011 im spital hatte 3 ops in 4 monaten und mein kind wurde immer abweisender zu mir am schluss hat sie mich nicht mehr angesehen .
musste mit harnkatheter nach hause und gleichzeitig chemo und physiotherapie machen konnte nichts mit meinen kind spielen unternehmen trotz all dem pickte sie auf mir gott sei dank bin jetzt mit brustkrebs mit knochenmetastasen wieder in der lage mein kind zu versorgen dank den lieben ärzten im akh wien österreich.
laut diagnose wäre ich nicht mehr am leben aber mein kind ist mein anker sowie mein vater und ehemann und meine grossmutter mit 89 die den laden geschmissen hat wie es mir schlecht ging ich glaub das mit den kot ist ein zeichen das sie angst hat um dich sie weiss was los ist hatte einen guten psychologen aber das wird wieder weg gehen
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