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  #16  
Alt 17.07.2013, 00:01
Elisabethh.1900 Elisabethh.1900 ist offline
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Standard AW: Bauchspeicheldrüsenkrebs oder das Tagebuch des langsamen, aber sicheren Abschieds

Liebe (r) Aedan,
in der vergangenen Zeit habe ich Deine Beiträge still mitgelesen, ich möchte Dir und Deiner Mama ganz viel Kraft für die kommende Zeit wünschen.
Bitte denke auch an Dich, denn man kann nur für jemanden anderen dasein, wenn man sich selbst nicht vergißt. Es ist wichtig, die Akkus regelmäßig wieder aufzuladen, also auch mit essen und trinken.
Vertraue Dich ruhig einem Arzt an, wenn Du nachts nicht zur Ruhe kommst. Klar haben die meisten Medikamente Nebenwirkungen, ich denke gemeinsam findet Ihr etwas, dass für Dich geeignet ist.

Liebe Grüße an Dich,
Elisabethh.
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  #17  
Alt 18.07.2013, 16:07
Lumbre Lumbre ist offline
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Standard AW: Bauchspeicheldrüsenkrebs oder das Tagebuch des langsamen, aber sicheren Abschieds

Lieber Aedan,

ich lese auch hier mit und finde das Tagebuch eine wundervolle Idee, um die Erlebnisse festzuhalten und besser zu verarbeiten.

Ich bin zwar nicht BSDK-betroffen, habe aber eine sehr liebe Freundin bitter an den Lungenkrebs verloren und mein Papa hatte Blasenkrebs (bisher alles okay). Mein Opa ist unheilbar an Leberkrebs erkrankt, somit sind (auch) wir in einer Abschiedsphase derzeit.

Es ist aber tatsächlich, wie du schreibst. Man funktioniert, lebt wie in Trance und die Zeit rast an einem vorbei, ohne dass man sie festhalten kann. Umso wichtiger ist es, dass ihr schöne Momente generiert, an die sie und ihr euch später erinnern könnt. Nehmt ggf. etwas Musik mit ins Krankenhaus oder irgend etwas, was sie gerne mag, um ihr das Leben etwas bunter zu machen.
Steckt euch kleine Ziele, die ihr auch feiert, wenn sie erreicht sind.

Bezüglich deines Bruders können wir das Verhältnis nicht beurteilen und es steht uns auch nicht zu, das zu tun. Wenn beide sich versöhnen möchten, dann sollen sie es tun, du brauchst ja nicht dein Übriges dazutun oder dagegen arbeiten. Lass es einfach laufen, ihr habt momentan genug andere Dinge, die euch beschäftigen werden.

Ich hoffe, es geht eingiermaßen vorwärts bei euch, dass sie nicht so viel Schmerzen leiden muss und dass du nicht den Mut verlierst. Wichtig ist, wie die anderen sagen, dass du auch an dich denkst. Nur wenn du stark genug bist, kannst du die Liebe und Hilfe geben, die gebraucht wird.

Grüße,

Lumbre

Geändert von Lumbre (18.07.2013 um 16:08 Uhr) Grund: Tippfehler
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  #18  
Alt 18.07.2013, 23:44
Aedan Aedan ist offline
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Standard AW: Bauchspeicheldrüsenkrebs oder das Tagebuch des langsamen, aber sicheren Abschieds

Hallo zusammen,

aufgrund des Tages gestern hatte ich leider keine Zeit. Das hole ich aber heute nach.

@Elisabethh und Lumbre: Danke für eure Nachrichten! Ja, ihr habt beide gewissermassen recht, die Zeit rennt und wirklich Erholung ist nicht. Bis auf gestern. Aber mal schauen was das wird.

Tag 8:

Mittwoch war ein ansich guter Tag. Zwar weníg Schlaf, aber den Tag gut genutzt. Hausputz, Krankenhaus und was am besten war: Die Thrombose ist gut in Behandlung, die Probenentnahme steht für Donnerstag an. Ich habe den Rest des Tages gut genutzt und zwar für mich: Abgesehn von der Gewissheit, das Tanken kein Spaß ist und auf Dauer bei den KM irre teuer ist, hat der Tag mir ne menge Ablenkung gebracht. Bin zu nem Freund gefahren, der 30 KM entfernt wohnt. Da wir ja hier oben bombiges Wetter haben ( 26 Grad) sind wir an ne kleine Geheimstelle gefahren, an der ein Wanderweg direkt am Fluss ist. Zack, Hunde eingepackt und ab dafür. Sind 3 Stunden dort spazieren gegangen samt Hunden, die getobt haben wie sonstwas und immer wieder ins Wasser gesprungen sind. Nach 3 Stunden saßen wir dann noch ne Weile im Garten, bei Eis und Wasser und haben geredet. Der Tag war super und tat gut. Gute Ablenkung, Erholung und Spaß! Dann noch gute Nachrichten, sehr schön. Bitte mehr davon!

Tag 9:

Den heutigen Donnerstag habe ich dann anders verlebt. Einkaufen, Putzen, einiges regeln zwecks Job bzw Zukunft und Krankenhaus. Die proben wurden entnommen, sind nach Düsseldorf geschickt das dauert un ca. knapp ne Woche, solange muss sie noch liegen. Aber immerhin verlief die Magenspiegelung unproblematisch und alles war gut. Die Laune dementsprechend auch gut, die Sonne wieder kräftig am Scheinen. Momentan meint das Leben es gut mit uns, zumindestens in dieser Situation. Man freut sich nun schon über so kleine Sachen. Evtl kommen entfernte Verwandte am WE aus Schweden, mal sehen wie das alles passt. Ich werde den morgigen Tag am Strand verbringen und erstmal die Akkus wieder ein wenig aufladen, bevor der Kampf weitergeht.

Ich hoffe, ihr nutzt die Tage auch alle so gut ihr könnt, verbingt sie mit euren Liebsten!

Sonnige Grüße von Aedan
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  #19  
Alt 19.07.2013, 08:43
Benutzerbild von corina
corina corina ist offline
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Standard AW: Bauchspeicheldrüsenkrebs oder das Tagebuch des langsamen, aber sicheren Abschieds

Hallo Adean,

Du machst das ganz bewundernswert toll. Ab und zu Akkus aufladen und dann weiter kämpfen. Das ist genau das richtige Rezept. Auch wenn es schwer ist.
Ich drücke Euch für gute Ergebnisse der Biopsie ganz fest die Daumen.
Aber Du wirst die daran gewöhnen müssen, dass es immer ein Wechselspiel zwischen bergauf und bergab geben wird. Weißt Du woran ich gerade denke?
Ihr macht sicherlich viele Fotos, ist ja üblich in so einer unglaublich schwierigen Lebenssituation. Vergesst bitte nicht, dass Du mit Deinem Pappa gemeinsam auf den Fotos zusehen bist. Wir haben unglaublich viele Bilder gemacht. Mein Mann mit Geschwistern, Kindern Enkeln, Freunden nur wir beide, er und ich gemeinsam sind nur auf ganz wenigen Bildern festgehalten. Also mache nicht den selben Fehler wie wir.
Kämpft tapfer weiter und genießt die Euch verbleibende Zeit so gut wie es die Krankheit erlaubt. Jeder Verlauf ist anders und vielleicht gehört Ihr ja zu den Gglücklichen, die noch ein paar gemeinsame Jahre haben. Ich wünsche Euch alles Gute und wenn Du Fragen hast jederzeit. Sollte ich eine gute und hilfreiche Antwort haben, dann werde ich Dir schreiben.

Corina
__________________
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  #20  
Alt 19.07.2013, 23:30
Aedan Aedan ist offline
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Standard AW: Bauchspeicheldrüsenkrebs oder das Tagebuch des langsamen, aber sicheren Abschieds

Tag 10:

Zum heutigen Tag möchte ich mich nicht äußern und schreibe nichts dazu...

Grüße und hoffentlich euch bessere Tage,

Aedan
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  #21  
Alt 20.07.2013, 15:03
Lumbre Lumbre ist offline
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Standard AW: Bauchspeicheldrüsenkrebs oder das Tagebuch des langsamen, aber sicheren Abschieds

Hallo Aedan,

das klingt nicht gut. Wir hoffen alle, dass nichts Schlimmeres passiert ist und sind weiterhin bei dir/euch.

Wenn du nicht über alles schreiben magst, ist das vollkommen in Ordnung. Für manche Dinge gibt es auch manchmal einfach keine Worte.

Grüße,

Lumbre
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  #22  
Alt 20.07.2013, 23:39
Aedan Aedan ist offline
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Standard AW: Bauchspeicheldrüsenkrebs oder das Tagebuch des langsamen, aber sicheren Abschieds

Hallo Lumbre,

du hast recht, für manches gibt es keine Worte. Das passt zum gestrigen Tage. Aber Gott sei Dank nichts schlimmes mit meiner Mutter. Trotzdem ist der Tag nicht zum niederschreiben, dafür heute.

Tag 11:

Welch stressiger Tag. Erst arbeiten von 06-15 Uhr, dann ab zum Krankenhaus, dort bis 20 Uhr und ab nach Hause. Langer Tag. Die Proben sind natürlich noch nicht wieder da und solange lebt die Ungewissheit weiter. Ihr gehts abgesehn von Bauchschmerzen immer noch ganz gut, das Krankenhauspersonal ist immer noch nett. Mir grauts auch immer noch davor, mich dort länger aufzuhalten, aber was solls. Besuch hat sie immer reichlich und wir nutzen die uns rare Freizeit um da zu sein. Die Tage fliegen nur so dahin. Es ist so kein wirkliches Leben wenn man ehrlich sein soll, man dümpelt nur vor sich hin. Das ist auch kein Dauerzustand..

Schlaft alle gut,

Aedan
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  #23  
Alt 31.07.2013, 20:54
Aedan Aedan ist offline
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Standard AW: Bauchspeicheldrüsenkrebs oder das Tagebuch des langsamen, aber sicheren Abschieds

Tag 22:

In letzter Zeit hatte ich kaum Zeit, war auch nicht online. Wie stressig. Neue Arbeit angefangen, das raubt viel Zeit. Nun aber zu den wichtigen Dingen:

Hallo Theo, danke für deine Nachfrage. Folgendes kann ich berichten - meine Mutter ist vorübergehend seit dem 26 Juli aus dem Krankenhaus entlassen. Leider noch ohne weiter Diagnose, das dauert und dauert..
Bisher lebt sie nun wieder in der Familie zuhause, eine gewisse Umstellung. Da ich nun auch aufgrund einer neuen Vollzeitstelle bis zum Studium wenig Freizeit habe, noch weniger als eh schon zuvor, passt mir das jedoch ganz gut, dass sie wieder zuhause ist. So spare ich mir die tägliche Fahrerei, was sich nicht nur finanziell sondern auch zeitlich bemerkbar macht. Neues hat sich wie gesagt aber nicht ergeben, nächsten Dienstag steht ein neuer Termin inkl. Besprechung im Krankenhaus an, dort wird es ja hoffentlich endlich neue Nachrichten geben.

Eine weitere Neuigkeit, die evtl. auch gar nicht (zumindestens für die Eltern) so unerheblich ist:
Ich habe ja von dem äußerst "kühlen" Verhältnis mit meinem Bruder berichtet. Heute war der erste Schritt erklommen - er kam samt Frau, Kindern und Hund zu Besuch und wir haben, wenn auch zum größten Teil nur oberflächlich, geredet für 5 Stunden. Das tat meiner Mutter sichtlich gut, meine Schwester hat es ebenso getan wie ich. Dass ich nun sofort auf Friede, Freude, Eierkuchen mache, kann man nicht so schnell von mir erwarten, aber ich denke das war ein erster Schritt in die richtige Richtung. Was nun kommt, weiß nur die Zukunft.

Sonnige Grüße

Aedan
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  #24  
Alt 06.08.2013, 19:09
Aedan Aedan ist offline
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Tag 28:

Heute fand das Gespräch mit dem Krankenhaus statt, Proben waren endlich da. Der leitende Oberarzt hat uns klar gemacht, dass eine OP unter keinen Umständen in frage kommt und durchgeführt wird. Das "lohnt" sich nicht mehr... Gibt schönere Nachrichten.

Nächsten Dienstag fängt die Chemo an und damit wohl der letzte Part in dieser Horrorgeschichte. Wer weiß wann, wo und wie die ausgeht...

Ich hoffe irgendwann so gut es geht, aber das ist wohl wunschdenken.


Aedan
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  #25  
Alt 06.08.2013, 22:12
cicabohna cicabohna ist offline
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Lieber Aedan

Ja das ist wohl so. Keine schöne Nachricht. Ich wünsche euch dass sie die Chemo gut verträgt, dann kann sie bestimmt noch eine schöne Zeit haben. Ich wünsche es ihr sehr.
lg Cica
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  #26  
Alt 07.08.2013, 15:23
thomue thomue ist offline
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Zitat:
Zitat von Aedan Beitrag anzeigen
Heute fand das Gespräch mit dem Krankenhaus statt, Proben waren endlich da. Der leitende Oberarzt hat uns klar gemacht, dass eine OP unter keinen Umständen in frage kommt und durchgeführt wird. Das "lohnt" sich nicht mehr...
Ärzte die Ihren Patienten in der beschriebenen Form tragische Nachrichten überbringen haben in Krankenhäusern und Praxen nichts, aber auch rein gar nichts zu suchen.

"Das lohnt sich nicht mehr" ... wie kann man nur!?

Ich bin sprachlos und angewidert. Ich hätte den sauberen Herrn in Grund und Boden gestampft. Verbal, versteht sich.
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  #27  
Alt 07.08.2013, 20:38
Altmann Altmann ist offline
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Hallo Aedan,
hat er das wortwörtlich so gesagt mit dem "lohnen"?
Es ist so, lohnen würde es sich schon, aber die können nicht.
Die können nicht in lebenswichtige Organe schneiden und vor allem
nicht in die Hauptschlagader, sonst bleibst Du denen auf dem Tisch,
wie man so schön sagt.
Es ist ein schei. . . ., bei meinem Mann ist es genauso.
Ich kanns und wills auch nicht begreifen, aber man wird dann
wahrscheinlich vor vollendete Tatsachen gestellt.
Warum können die einem nicht helfen.
Ich denke fast, daß Beten am ehesten hilft.
Ich wünsche Dir alles Gute
viele Grüsse
Altmann
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  #28  
Alt 19.08.2013, 17:14
Aedan Aedan ist offline
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Tag 41:

Jetzt sind einige Tage vergangen, seitdem ich das letzte Mal hier geschrieben habe. Jetzt die neusten Nachrichten:

Letzten Dienstag (13. August) ging die Chemo los. Sie hat das ganze ganz gut überstanden und keinerlei Beschwerden.Es keimte doch ein wenig Hoffnung auf. Ich arbeite weiterhin ca. 42 Stunden Vollzeit die Woche und kümmere mich um das meiste nebenher, vom Einkauf, Haushalt, Wäsche etc. Das raubt schon Kraft. Und Zeit. Die meiste Zeit rennt der Tag nur vorbei, und um 20:00 Uhr falle ich müde ins Bett bis morgens um 05:00 Uhr bis das gleiche Spiel losgeht. Und dazu kommt noch, dass mir gestern Morgen ein Reh vor's Auto gerannt ist, schön im Regen in der Wallapampa 2 Stunden gewartet bis ein Abschlepper kam und den ganzen Tag Kopfweh. Der heutige Tage toppt dann im negativen Sinne wieder alles: Erst der Anruf aus der Werkstatt, dass der Wagen wirtschaftlich wohl n Totalschaden hat.Ergo steht mir auch kein kostenloser Leihwagen zur Verfügung, sondern müsste den bezahlen (soll am Donnerstag eigtl zum Einstellungstest für mein Duales Studium nach Hannover, was von mir aus ca. 350 KM sind je Tour. Mit Zug leider nicht zu bewerkstelligen aufgrund der Zeiten und ohne Auto nun auch nicht mehr, also muss ich da absagen, obwohl ich Wochen für diese Chance gekämpft habe... :s ) Und n neues Auto kann ich mir trotz Vollzeit nicht mal eben so kaufen.. Und als wenn das noch nicht reichen würde, rief heute die Vertretung unseres Hausarztes (hat Urlaub) an, da morgen ja der zweite Chemo Termin sein sollte. Dieser Termin wird wohl nicht stattfinden, die Leberwerte sind katastrophal... Ob es eigentlich irgendwann in diesem scheiss verfickten Leben irgendwo mal ne gute Nachricht und Gerechtigkeit gibt?! Ich glaube die Hoffnung ist genauso sinnlos, wie der Wunsch nach Gerechtigkeit.

Mit meinem Ex-Arbeitgeber streite ich mich seit Wochen um mein qualifiziertes Arbeitszeugnis. Angeblich soll das ja sofort gemacht worden sein, das war Ende Juni! Und bis heute ist nichts gekommen, ausser das man mir gedroht hat, dass ich den "Betriebsfrieden" stören würde... Das versteht man also darunter, wenn man auf seine Rechte pocht, interessant.

Hachja, das reicht erstmal für den Anfang. Meine Schnaps Flasche lächelt mich gerade sehr an und ich werde mir erstmal auf den ganzen Scheiss einen netten Schluck genehmigen. Jetzt versteh ich auch erst, warum manche Alkoholiker geworden sind, die vorher ein normales Leben geführt haben und durch persönliche Einschläge der Flaschen verfallen sind. Hatte ich dafür früher nie Verständnis, kann ich mittlerweile verstehen warum sie das taten und was für eine psychische Belastung diese Menschen aushalten mussten und kein anderes Ventil gefunden haben, als Alkohol.


Aedan
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  #29  
Alt 19.08.2013, 20:22
Kim28 Kim28 ist offline
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Hallo Aedan,

Jetzt bist du aber Mies drauf.
Hier mal ein paar Tipps:
1. Arbeitgeber noch einmal mit Fristsetzung auffordern das Zeugnis auszustellen. Gleich mal netterweise mit dem Arbeitsgericht drohen. Nicht mehr anrufen, regst dich eh nur auf.
2. Wenn das nicht fruchtet, gehst du zum Arbeitsgericht und reichst Klage ein. Kostet dich keinen Cent und klappt garantiert.
3. das Vorstellungsgespräch wirst du mal schön wahrnehmen, du nimmst dir einfach nur für diesen Tag den Leihwagen. So teuer sind die nicht mehr. Es geht hier auch ein Stück um deine Zukunft.
4. ja kipp dir einen hinter die Binde, wie man so schön sagt. Morgen brummt dir dann gewaltig der Schädel. Aber bitte jammere dann nicht

So nun mach was draus, ich wünsche dir auf jeden Fall viel Glück.

LG
Kim
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  #30  
Alt 21.08.2013, 20:33
Aedan Aedan ist offline
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Hallo Kim,

ersteres ist getan - per Einschreiben samt Rückschein, der heute auch wieder ankam. Frist ist gesetzt, ebenfalls der nette Hinweis, sollte bis zum genannten Datum nichts "fruchtbares passiert sein", sehe ich mich gezwungen, meinen berechtigten Anspruch gerichtlich durchzusetzen. Mal schauen, ob nun was passiert.

Zum zweiten Punkt bin ich mir nicht ganz sicher - kostenlos für mich ist das ganze doch sicher nicht? Ist es nicht so, dass beide Parteien, unabhängig vom Ausgang, die Kosten selbst tragen müssen? Ich mein mir kam da so etwas zu Ohren.. ?!

4. Gejammert wird nicht, aber auch nicht so einen hinter die BInde gekippt. Nur nen kleinen "Absacker". ;-)

Tag 43:

Die Chemo fand doch statt, trotz der Bedenken. Zu meinem Bedauern sieht man aber ab und an schon leicht gelblich. Meiner Meinung nach das erste Zeichen, dass die Leber nicht mehr so arbeitet wie sie sollte...

Aedan
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