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  #16  
Alt 27.05.2005, 21:53
Ladina Ladina ist offline
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Standard Buchtipps zum Thema Magenkrebs

Diagnose: MALT-Lymphom
(das Malt-Lymphom ist kein klassischer Magenkrebs, aber eine durch Bakterien verursachte bösartige Tumorerkrankung, die häufig im Magen lokalisiert ist)

ERFAHRUNGSBERICHT EINER NHL-BETROFFENEN
****************************************

Titel: Vom Krebs bedroht, aber nicht besiegt!
Untertitel: Ein Heilungswunder besonderer Art
Autorin: Emilie Barnes
Verlag: C.M. Fliss, Hamburg, März 2005
ISBN: 978-3-931188-84-9, Paperback, 203 Seiten
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3931188841

Preisinfo: 2,99 Eur[D] / 3,10 Eur[A] / 5,95 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.

Erhältlich via Buchhandel



Verlagstext:
KREBS - diese alles verändernde Diagnose traf Emilie Barnes, als sie mitten im Leben stand und im Reise- und Seminardienst tätig war. Ein Todesurteil, dem sie hilflos ausgeliefert war?

Zuerst schien es so, besonders dann, als sich die Schwierigkeiten häuften und viele Komplikationen eintraten.

Wo war Gott, als ihr Leben zerbrach - und dann alles noch viel schlimmer wurde?

Begleiten Sie Emilie Barnes auf ihrer langen und beschwerlichen Reise durch das "Krebsland" und lassen Sie sich von ihr erzählen, wo Gott in dieser Zeit war.

Dieses Buch will Ihnen Mut machen, Gott zu vertrauen. Wie stark die Erschütterungen Ihres Lebens auch sein mögen - Gottes Arme sind da, um Sie zu schützen und zu tragen.


Emilie Barnes ist mit Bob verheiratet. Sie haben zwei Kinder und leben in Kalifornien/USA. Bekannt ist sie insbesondere durch ihre Bücher, Seminare und Vorträge zum Thema Zeitmanagement.

Anmerkung von Ladina:
Wie im Verlagstext bereits ersichtlich , wurde dieses Buch von einer gläubigen Patientin geschrieben, die aber durchaus auch zweifelte und trauerte ob ihrer Krankheit. Aber ebenso wie ihr Glaube half ihr auch die Kunst der Ärzte, wieder gesund zu werden und das betont sie immer wieder dankbar. Emilie Barnes hatte typische Symptome des MALT-Lymphomes ( Verdauungsbeschwerden, Nasennebenhöhleninfekte, Juckreiz und Erschöpfung) , die aber lange nicht erkannt und anderem zugeschrieben wurden. Als die Erkrankung endlich entdeckt wurde, musste sie harte Chemotherapien und auch eine Knochenmarktransplantation erhalten um eine Chance zum Leben zu haben.
Ihr Erfahrungsbericht ist mit vielen, originellen und aussergewöhnlichen Titeln gespickt, die auch eigene Gedanken anregen.(z.B. Das Geschenk, das ich eigentlich gar nicht auspacken wollte,/ Der Vorratsschrank ist niemals leer, / Bewölkt mit sonnigen Abschnitten,.
Der Glaube ist ein Thema, wird aber nicht verherrlicht und steht immer im Bezug auf die Bewältigung der Krankheit, die Emilie Barnes bis heute gelungen ist.

Geändert von Ladina (28.01.2013 um 22:35 Uhr)
  #17  
Alt 13.08.2006, 22:54
Ladina Ladina ist offline
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Standard AW: Buchtipps zum Thema Magenkrebs

Diagnose: Magenkrebs

ERFAHRUNGSBERICHT EINES BETROFFENEN
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Titel: Und jetzt zurück ins Leben
Untertitel: Wie ich den Krebs bekämpfte
Autor: Holger Riebesell
Verlag : Books on Demand , Juli 2006
ISBN : 3-8334-4521-1 , Paperback, 156 Seiten

Preisinfo : 12,90 Eur[D] / 13,30 Eur[A] / SFr. 23.50

Vergriffen im Buchhandel, erhältlich bei amazon.de

Verlagstext:
Dieses Buch beschreibt den Lebensabschnitt des 55-jährigen Autors, der die Diagnose Magenkrebs erhielt. Bis dahin verlief sein Leben als Grafik-Designer und Familienvater normal und ohne Komplikationen.
Anhand seiner mitreissenden, authentischen Geschichte lässt er den Leser daran teilhaben, wie er seine Krankheit mit Hilfe vieler Beteiligter überwunden hat. Im chronologischen Ablauf schildert er seine Erlebnisse ohne Umschweife: Diagnose, Voruntersuchungen, Chemotherapie, Magenentfernung und was es heißt ohne Magen leben zu müssen.
Zugleich ehrlich, interessant und spannend geschrieben handelt es sich aber auch um eine Geschichte, die vielen Menschen helfen könnte, denen eine ähnliche Diagnose gestellt wurde.

Anmerkung von Ladina:
3 Jahre lebt der Autor heute schon ohne Magen und er ist zurück im Leben. Nicht genau in jenem Leben, das er vor dem Krebs hatte, nein, es gibt Veränderung und Einschränkungen. Aber im Grossen und Ganzen fühlt Holger Riebesell sich sehr gut, und er weiss dieses Glück zu schätzen. Viel mehr als vor dem Krebs.
Ich freue mich für alle von Magenkrebs betroffenen Menschen, dass Holger Riebesell seine Erfahrungen als Buch herausgegeben hat.
Es ist, wie es schon der Klappentext sagt, ehrlich und spannend geschrieben und es macht Mut.

__________________
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(Zitat aus eigenem Gedicht, Copyright by Ladina)

Geändert von Ladina (28.01.2013 um 22:41 Uhr)
  #18  
Alt 27.09.2006, 02:38
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Diagnose: Magenkrebs anno 1998

ERFAHRUNGEN EINES BETROFFENEN UND ZUGLEICH ANGEHÖRIGEN
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Titel: Das Leben mit dem Tod
Untertitel: Ansichten eines Überlebenskünstlers
Autor: Walter Sonnleitner
Verlag: Dr.Peter Müller, Wien , 2004
ISBN 978-3-900784-34-8, Gebunden, 182 Seiten

Preisinfo ca: 19,50 Eur[D] / 19,50 Eur[A] / 27,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.

Erhältlich im Buchhandel

Verlagstext:
Der Autor, Dkfm. Dr. Walter Sonnleitner, ORF-TV-Wirtschaftsredakteur, bisher bekannt als Autor von populär verfassten Sachbüchern über Steuer- und Erbrecht sowie Geldanlage. Mit dem eben erschienen Buch präsentiert er jedoch eine völlig neue, private Seite, die ihm ein großes Anliegen ist: Er schildert in beklemmender und ergreifender Offenheit seine Erfahrungen mit der Volkskrankheit KREBS – als Familienangehöriger oder Freund von Krebskranken, und auch als persönlich betroffener Krebspatient.

Das Buch „Das Leben mit dem Tod“ soll uns einen offenen Zugang zur Volkskrankheit Krebs vermitteln. Es gibt Anhaltspunkte zum „richtigen“ Umgang mit dem Patienten, den Angehörigen, dem Arzt, persönliche Erfahrungen werden weiter gegeben und konkrete Stellen genannt, an denen Betroffene Hilfe du Rat bekommen können. Weiters wurde unter www.lebenskuenstler.org eine Homepage als Treff- und Austauschpunkt für Betroffene eingerichtet.


Aus dem Inhalt:
Vorwort


I. MIT DER ANGST LEBEN
Wenn die Angst geht, kommt das Leben
Angst ist menschlich
Wovor haben wir wirklich Angst
Angst macht böse und stumm


II. TODESURTEIL ODER SIGNAL ZUR UMKEHR
Die Diagnose und der Patient
Die Diagnose und die Familie
Die Diagnose und die lieben Kollegen
Todesurteil oder Signal zur Umkehr


III. DAS LEBEN MIT DEM TOD LERNEN
Die Hoffnungen
Die Hoffnung und der Tod
Die Erfolge
Die Rückschläge


IV. DAS AUTOBAHN-BUNDESSTRASSEN-SYNDROM
Vertrauen in die Schulmedizin
Alternativ- oder Komplementärmethoden
Der gesunde Kompromiss
Palliativ-Medizin


V. WÜRDIG STERBEN
Sterben im Spital
Sterben zu Hause
Sterben im Hospiz


VI. DIE CHANCE LEBT
Schicksal und Stigma
Die letzten Dinge
Wenn der Weg zu Ende geht....


VII. WO WIR HILFE BEKOMMEN
Die Krebshilfe
Psychoonkologie
Das Hospiz und die Palliativ-Medizin
Internetseite zum Buch
Abschließend


Anmerkung von Ladina:
Ein gelungenes, sehr reiches, vielseitig interessantes Buch! Nicht abschrecken lassen vom etwas lieblos gestalteten Cover.
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Geändert von Ladina (28.01.2013 um 22:46 Uhr)
  #19  
Alt 20.01.2008, 00:04
Ladina Ladina ist offline
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ERFAHRUNGSBERICHT EINER MAGENKREBS-BETROFFENEN
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Titel: Ich lebe, weil...
Untertitel: Als der Krebs mich das Leben lehrte
Autorin: Marion Rinklake-Pohlmann
Verlag : Books on Demand , Juni 2007
ISBN : 978-3-8334-7963-2 , Paperback, 224 Seiten

Preisinfo : 14,80 Eur[D] / 15,30 Eur[A] /CHF 23.95
Alle Preisangaben in Schweizer Franken (CHF) sind unverbindliche Preisempfehlungen.

Erhältlich im Buchhandel

Zum Inhalt:Auf dem Buchcover erstrahlt das Gesicht einer jungen Frau, die vor Lebensfreude zu platzen scheint. Ein zierliches Gesicht, eine dicke dunkle Mähne und lachende Augen zeigen sich dem Betrachter. Niemand ahnt, dass diese Frau einst dem Tode geweiht war.
Marion Rinklake-Pohlmann hatte Krebs: Magenkrebs im fortgeschrittenen Stadium. Die Nachricht der Krankheit ereilt sie gerade in dem Moment, als sie ihr größtes Glück erfährt: Sie befindet sich mitten in den Hochzeitsvorbereitungen. Endlich hat sie ihre große Liebe gefunden.

In ihrem Buch beschreibt die Autorin den Weg aus der gefühlten Hilflosigkeit zu einem erfüllten, bewusst wahrgenommenen und gestalteten Leben. Sie beschreibt gleichzeitig das Wachsen einer jungen Liebe trotz oder gerade wegen der schweren Krankheit. Die 33-Jährige blickt wie ein externer Zuschauer auf entscheidende Wendepunkte in ihrem Leben zurück und reflektiert ihre Entscheidungen. Bei allen Fragen und Zweifeln findet sie eines: sich selbst und daraus die Kraft und den Willen zum Leben. Sie recherchiert nach den besten Kapazitäten in Deutschland, lässt sich auf eine schwere Operation ein und nimmt anschließend an einer kombinierten Chemo- und Strahlentherapie innerhalb einer Studie teil.

Heute führt Marion Rinklake-Pohlmann mit ihrem Mann ein erfülltes Leben im idyllischen Bad Iburg am Teutoburger Wald. Ihre während der Auseinandersetzung mit sich selbst gewonnenen Einsichten lassen sie heute das tun, was ihr gut tut, und so gibt sie Senioren Englisch-Kurse, macht aktiv Yoga und Qigong und setzt sich mit dem christlichen Glauben auseinander.
Quelle: http://www.presseanzeiger.de/meldung...zin/239892.php
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  #20  
Alt 02.10.2008, 21:30
santa-anna santa-anna ist offline
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Standard AW: Buchtipps zum Thema Magenkrebs

hallo!
habe druckfrisch ein spannendes buch zum magenkrebs gelesen,
helmut moldaschl, "diagnose magenkrebs".
sehr aufbauend, da der autor wieder gesund wird
also, kann ich nur empfehlen, gut geschrieben, genau beobachtet - hab mich direkt wiedergefunden im buch
gibts bei amazon etc.
http://www.amazon.de/Diagnose-Magenk...972153&sr=1-14
lg
santa-anna
  #21  
Alt 29.10.2008, 23:23
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ERFAHRUNGSBERICHT EINES BETROFFENEN
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Titel: Diagnose Magenkrebs... und zurück ins Leben
Autor: Helmut Moldaschl
Einleitung v.Hans J. Meyer,
Verlag : edition riedenburg, September 2008
ISBN : 978-3-902647-10-8, Paperback, 160 Seiten, 15 farbige Fotos, 15 Farbtafeln, mit medizinischem Glossar

Preisinfo : 19,90 Eur[D] / 20,50 Eur[A] / 35,50 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.

verwandte Themen : Krebs, Magenkarzinom, Heilung, Chemotherapie,
Autoreninfo:
http://www.bod.de/index.php?id=296&objk_id=170988

Erhältlich im Buchhandel

Klappentext:
"So stehen wir nun auf der Straße, und die Welt ist nicht mehr dieselbe. Sie hat sich dramatisch verändert. Wir steigen in unser Auto ein. Wir fahren nach Hause. Meine Frau hat so etwas wie einen Nervenzusammenbruch. Ich habe sie noch nie so erlebt. Sie braucht eigentlich nun meine Hilfe. Sie tut mir leid. Ich fühle mich nicht wohl. Wir haben die Hölle betreten." Es ist ein ganz normaler Tag, als der Autor nach immer heftiger werdenden Magenbeschwerden widerwillig seinen Hausarzt aufsucht, um sich eine vermutete Gastritis bescheinigen zu lassen. Doch was tatsächlich folgt, ist neben der 'Diagnose Magenkrebs' der monatelange Kampf ums Überleben. "Diagnose Magenkrebs ... und zurück ins Leben" ist eine außergewöhnliche Zeit-Reise mit einem außergewöhnlichen Menschen. Ein Buch, das Mut macht - auch und gerade in vermeintlich hoffnungslosen Fällen. Und so schreibt Helmut Moldaschl vier Jahre nach dem lebensrettenden Eingriff in sein Rad-Tagebuch: "Dritte große Reise nach der Operation: In die Bourgogne. Mein neuer Computer zeigt: 1060 km und insgesamt 6300 Höhenmeter. Nur aufwärts gemessen. In 16 Tagen." Die Deutsche Krebsgesellschaft urteilt: "Ein hervorragendes Buch zum Thema Krebs."


*********************
Der Verlag über das Buch //
Dieses Buch ist eine Rarität, und eigentlich dürfte es gar nicht existieren. Denn Helmut Moldaschl beschreibt seine Heilung vom Magenkrebs, an dem er um ein Haar gescheitert wäre. So aber finden wir in dieser vielschichtigen und hochspannenden Erzählung sämtliche Erlebnisschritte eines Patienten, den die Ärzte fast schon aufgegeben hatten. Was dieses Buch von anderen Krebsbüchern unterscheidet, ist sicherlich die Tatsache, dass es letztendlich schulmedizinische Maßnahmen sind, die den Autor "zurück ins Leben" holen: nämlich eine kurative Operation sowie eine anschließende Chemo-Therapie. Prof. Dr. H.-J. Meyer (Klinikum Solingen) meint in seinem Geleitwort: "Helmut Moldaschl beschreibt in außerordentlich eindrucksvoller Weise die persönlichen Empfindungen und das Wechselbad zwischen Ängsten und Hoffnungen bei Konfrontation mit der Diagnose Magenkarzinom. Imponierend ist dabei die Darstellung zur Aufnahme des Kampfes gegen den Krebs ('Sparringspartner'), gestärkt durch die Unterstützung der Familie und enger Freunde. Der Wille zur Bewältigung der Erkrankung und Wiedererlangung der Leistungsfähigkeit hat siegen können: Der beste Beweis sind die Fotografien der postoperativ durchgeführten Fahrradtouren. Nicht nur die in der Onkologie tätigen Ärzte, sondern auch andere Betroffene und deren Angehörige werden sich von den Aufzeichnungen im vorliegenden Buch angesprochen fühlen; besonders von der Tatsache, dass es sich zweifelsohne lohnt, den Willen aufzubringen, mit entschlossener Konsequenz gegen die Erkrankung Magenkrebs zu kämpfen, um dann auch eine entsprechende Lebensqualität, vor allem mit dem Grundbedürfnis einer oralen Nahrungsaufnahme, wiedererlangen zu können."
-------------------------------------------------------------
Der Autor über sein Buch //
Ich kann mir gut vorstellen, wie es Ihnen geht. Jetzt, wo Sie Ihre Diagnose haben. Nur jemand, der es selbst hat oder gehabt hat, kann das verstehen. Kein Arzt. Kein Psychiater. Kein Freund. Nicht der Partner. Niemand. Vielleicht die eigene Mutter. Aber auch da bin ich mir nicht mehr sicher. Darum will ich Ihnen nichts vorjammern, denn es gibt bereits genügend Jammerliteratur. Sie sollen sich auch nicht durch viele Seiten hindurchquälen müssen, um letztendlich das Ergebnis zu erfahren. Die Struktur dieses Buches wird also eine andere sein, als Sie es vielleicht gewöhnt sind. Da eine solche Krankheit die Bedeutung der Lebensereignisse und die Zeit, in der diese stattgefunden haben, in hohem Maße verwischt, werde ich den Verlauf der Krankheit nicht durchgehend chronologisch beschreiben. Die Hoffnungslosigkeit mancher Situationen wird damit am positiven Ergebnis der tatsächlichen Entwicklung gespiegelt. Hoffnung ist ein wichtiges Element in allen ernsten Krankheitszuständen, Sie sollen also schon vorher erfahren, dass es gut ausgegangen ist. Damit soll Ihre Hoffnung gestärkt werden, dass es auch bei Ihnen so sein kann. Zu Ihrer Orientierung: Am Beginn jedes Kapitels wird ein ungefährer Zeitpunkt des Ereignisses stehen. Manche Zeitangaben sind ziemlich genau, andere vage, denn ich habe niemals ein Tagebuch geführt, sondern mir nur gelegentlich kurze Notizen gemacht, vor allem um keine wichtigen Termine zu vergessen. Ich habe mit dem Buch unmittelbar nach meiner Entlassung aus dem Krankenhaus begonnen. Im Februar 2007 war ich damit schon fast fertig. Dann habe ich es genau ein Jahr liegen lassen. Warum? Ich weiß es nicht. Faktum: Krebs ist schrecklich. Man nimmt ihn als existentielle Gefährdung wahr. Als Todesurteil. Man spürt sofort, dass es jetzt ums Ganze gehen wird. Geist und Körper laufen Gefahr, völlig unterminiert zu werden. Und doch kann manches anders sein als gemeinhin dargestellt. Es wird über diese Krankheit so viel geredet und so wenig gesagt. Es gibt zahllose wissenschaftliche Abhandlungen, mit denen ein verschreckter, eingeschüchterter, demoralisierter Patient nur wenig anfangen kann. Es ist schwierig, kompetente Ansprechpartner zu finden, viele möchten nichts damit zu tun haben, denn sie wollen sich nicht anstecken. Krebs ist eine ansteckende Krankheit, denn Angst ist ansteckend. Für mich war es stets wichtig, über meine Befindlichkeiten frei erzählen zu können. Diese Haltung hat mir geholfen, über die vielen kritischen Phasen fast unbeschadet hinweg zu kommen. Obwohl Naturwissenschaftler, bin ich der Meinung, dass es viele Dinge gibt, die wir rational einfach nicht erklären können. Die Psyche muss in diesem Fall besonders gestützt werden. Ich werde also frank und frei erzählen. Dieses Buch enthält intime Details. Ohne solche Freiheiten wäre eine authentische Beschreibung der Ereignisse nicht möglich. Jeder Krebsfall ist anders, wurde mir von gescheiten Leuten gesagt. Deshalb und schon grundsätzlich kann meine Geschichte nur eine Singularität in der Dimension dieses zwar unerfreulichen, aber durchaus interessanten medizinischen Gebietes sein. Wahrscheinlich wird mein Fall mit Ihrem Anliegen oder Ihrem konkreten Fall nur in wenigen Details übereinstimmen. Ich bin aber davon überzeugt, dass es viele allgemeine Elemente gibt, deren Beschreibungen auf Sie zutreffen werden. Um die persönliche Sphäre von Dritten zu wahren, habe ich Beteiligte und Orte so weit wie möglich und nötig anonymisiert. Damit möchte ich verhindern, dass Erfolge oder Misserfolge, Vorteilhaftes oder weniger Vorteilhaftes aus dem Zusammenhang gerissen und falsch verstanden werden. Alle Beteiligten haben ihr Bestes getan. Davon bin ich zutiefst überzeugt. Doch sind überall Menschen mit ihren spezifischen Fähigkeiten, Möglichkeiten, Interessen, Prioritäten und Sorgen zugange. Bei keiner medizinischen Aktion kann eine hundertprozentige Erfolgsgarantie gegeben werden. Der Erfolg, den alle diese Menschen mit ihrer Arbeit, ihrem Wissen und ihrer Einsatzbereitschaft bisher bei mir erreicht haben, spricht uneingeschränkt für sie. Denn ihnen allen verdanke ich mein Leben. Während dieses Buch entstand, habe ich bereits intensiv Sport betrieben, Wanderungen und unter anderem mehrere lange Reisen mit dem Rad unternommen. All das war mir wieder möglich. Dabei ist der Gedanke gereift, dem Leser zu zeigen, was er neben den Schrecknissen einer solchen Krankheit an Positivem erwarten kann.
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Über den Autor:
Dr. Helmut Moldaschl, Jahrgang 1943, ist Physiker und Mathematiker. Er lebt in der Nähe von Erlangen und leitet die von ihm vor ca. 10 Jahren gegründete Firma IPM integratives prozessmanagement. In "Diagnose Magenkrebs ... und zurück ins Leben" lässt er den Leser hautnah miterleben, was es heißt, an Krebs zu erkranken und sich nach einem scheinbar bereits ausgesprochenen Todesurteil wieder zurück ins Leben zu kämpfen.
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Leseprobe // (95-97) ***
Vor dem Zweiten Akt /Mitte Oktober 2004 * Die Zeit nach der Entlassung aus der Chirurgie ist schrecklich und schier hoffnungslos. Trostlos. Ich kann nichts mehr essen und schon fast nichts mehr beschwerdefrei trinken, habe massive Schluckbeschwerden, schwitze in der Nacht. Ich erinnere mich an einen Handchirurgen in der Chirurgie, der mir, nachdem er sich den Fingerstumpf meines Zimmerkollegen angesehen hatte, mit Begeisterung erzählt hat, wie die Novelle 'Der Schimmelreiter' entstanden ist: "Storm litt an Magenkrebs in fortgeschrittenem Zustand. Etwa so wie Sie. Und er hatte in diesem Spätstadium seiner Krankheit, also unmittelbar vor seinem Tod, Wahnvorstellungen. Ein Ergebnis dieser Wahnvorstellungen ist diese herrliche Novelle."
Der belesene Arzt ist entzückt vom literarischen Ergebnis der Stormschen Krankheit. Ich kann es ihm nicht übel nehmen, denn die Novelle beschreibt in beklemmender Weise eine düster-geheimnisvolle Stimmung. Da nun Storm keine Ärzte hatte, die ihm helfen konnten, und er auch keine wirksamen Medikamente erhielt, starb er einfach an der Ärzte- und Medikamenten-Hilflosigkeit der damaligen, so genannten guten alten Zeit.
Wo aber ist die Lösung für mich? Wenn ich mit meinem Hund spazieren gehe, was ich weiterhin tue, habe ich manchmal einen schlagartig auftretenden, exzessiven Speichelfluss, verbunden mit einem überwältigenden Brechreiz, so dass ich mich nur äußerst schwer beherrschen kann, um mich nicht gleich an Ort und Stelle übergeben zu müssen. Mittlerweile habe ich schon Angst vor diesen Attacken und diesem Zustand. Der Gewichtsverlust wird immer deutlicher. Hinzu kommen unangenehme Gefühle aus dem Bauchraum, die nur verschwinden, wenn ich mich hinlege. Es sind zwar noch keine richtigen Schmerzen, dennoch ist absehbar, wann das alles zu Ende sein wird. Aus diesem Grund bin ich wirklich stark daran interessiert, dass mir so bald wie möglich das venöse Portsystem eingesetzt wird und die Chemotherapie beginnen kann. Gleichgültig mit welchem Ergebnis. Es muss nur endlich etwas geschehen. *** Das Einsetzen des venösen Portsystems / Mitte Oktober 2004 * Einige Tage nach der vorläufigen Entlassung aus der Chirurgie erhalte ich einen Termin, an dem mir das venöse Portsystem eingesetzt werden kann. Diese Aktion ist kein großes Thema, sagen die Onkologen. Sie würde ambulant gemacht werden, man könne also kurz danach wieder nach Hause gehen. Nach etwa einer Woche könnten die Fäden vom Hausarzt gezogen werden, und das Ding sei dann einsatzbereit.
So bin ich denn mit meiner Frau wieder an Ort und Stelle, in der Chirurgie. Ich melde mich bei der Assistenzärztin. Sie erklärt mir, was ich auszuziehen habe, und was ich in welcher Reihenfolge anzuziehen habe.
Ich werde aufgerufen, lege mich in bereits geübter Weise auf das zugewiesene OP-Brett und sehe mir die Anlage des Operationssaales aus der defensiven Perspektive an. Es gibt eine Reihe interessanter Einrichtungen. Der Chirurg ist noch irgendwo unterwegs, vielleicht steckt er im Stau. Der Operationssaal ist kalt. Man begründet die niedrige Temperatur damit, dass die Chirurgen bei höheren Temperaturen zu stark schwitzen würden. Das leuchtet mir ein und ich signalisiere mein Verständnis und meine Abscheu vor schwitzenden Chirurgen. Also versuche ich, unter dem dünnen OP-Laken nicht zu frieren.
Während der nächsten Stunde erinnere ich mich an einen meiner Lufthansa-Flüge von Hongkong nach Frankfurt und an die Temperatur in der Maschine, die mit knapp 20 Grad überraschend deutlich tiefer war als die Außentemperatur von 35 Grad, weshalb ich beim Betreten der Maschine förmlich zusammenzuckte und froh war, für den Zwölf-Stunden-Flug vorsorglich meinen Überlebens-Pullover im Handgepäck zu haben. Die Chef-Stewardess erkannte mein Frieren und erklärte mir, dass Stewardessen nur bei niedriger Temperatur arbeiten könnten, weil sie sonst zu sehr schwitzten. Was, wenn einer der Passagiere nun auf einer höheren Kabinentemperatur bestanden hätte und alle Stewardessen verschwitzt serviert hätten. Nicht auszudenken. Schwitzende Stewardessen wären mir ein Gräuel gewesen. Deshalb flog ich diese Route dann nur noch mit Cathay Pacific. Die Stewardessen dort schwitzten nicht so stark, weil sie das Klima am 'Duftenden Hafen' einerseits und im Flugzeug andererseits besser gewöhnt waren als die teutonischen Warmblütler.
Hier hingegen ist nichts mit Umbuchen.
Der Chirurg kommt nach einiger Zeit in großer Eile in den OP. Um die verlorene Zeit aufzuholen, legt er sofort los. Er zieht eine Injektion auf und fragt mich währenddessen, ob ich schon operiert und ob ich Mediziner sei. Ich beantworte beide Fragen wahrheitsgemäß mit einem Nein. Er ist zufrieden und betäubt den Operationsbereich mit einigen Stichen. Ich bin froh, kein Mediziner zu sein. Er erzählt mir, dass das Einsetzen von venösen Portsystemen derzeit ein gutes Geschäft in der Chirurgie ist. Vielleicht war es doch falsch, kein Mediziner sein zu wollen. Er sagt mir, dass ich ihm sofort sagen soll, wenn es wehtut. Er macht einen ersten Schnitt, es tut weh und ich sage es ihm sofort. Er meint, dass die Betäubung noch nicht richtig wirkt, und ich teile sicherheitshalber seine Meinung. Er wartet ein wenig und macht dann gleich weiter, denn es tut nicht mehr weh. Ich bin mit einem grünen Leintuch nahezu völlig zugedeckt und kann nicht sehen, was er macht. Auch habe ich eine Maske über dem Mund, die nach und nach verrutscht und mir immer mehr die Augen verdeckt. Ich kann sie nicht neu einrichten, weil meine Hände zugedeckt sind. Aber ich höre genau, was sie sprechen. Der Operateur gibt einige kurze Befehle, ich höre das Klappern verschiedener Werkzeuge. Es klingt interessant. Wie in der Celesta-Komposition von Bartok etwa. Dann reden sie wieder über Alltägliches. Was sollen sie schon sonst reden, wo sie doch den ganzen Tag beisammen sind? Was die Kinder so in der Schule zu lernen haben und dass die Bremse des neue Fahrrades neu justiert werden muss und der Sohn eine neue Freundin hat.
Im Radio läuft eine Schlagersendung.
Sie fragen mich, wo ich wohne, und ich sage es ihnen gleich. Dann frage ich sie, wo sie wohnen. Sie sagen es mir auch gleich, aber ich vergesse es. Das geht so eine Zeit lang dahin.
Es gibt noch eine kurze spannende Szene, als der Operateur den über 20 Zentimeter langen Schlauch in die Vene einführen und dann an das Portsystem anschließen muss. Die Leute sind einige Sekunden lang etwas gereizt, weil der Kunststoffschlauch nicht gleich in die Vene hineingleitet. Kurz darauf sagt der Operateur, dass er fertig ist. Sie entfernen die Abdeckung, und ich sehe auf das Pflaster unter meinem linken Schlüsselbein. Es ist erstaunlich klein für die viele Mühe, die sie sich gegeben haben. Da ist eine kleine Auswölbung, das ist also der berühmte Port.
Ich bin überrascht und beruhigt, erhalte noch einige Anweisungen bezüglich Hygiene und der Entfernung der kleinen Nähte, gehe in die Umkleidekabine, ziehe mich wieder an und laufe auf den Gang hinaus. Meine Frau empfängt mich mit großer Freude, denn ich bin fast zwei Stunden weg gewesen und sie war beunruhigt.
In einigen Tagen, nach der Entfernung der Nähte, kann die Chemotherapie beginnen.
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