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  #1  
Alt 29.06.2016, 16:25
Lanila Lanila ist offline
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Hallo alle zusammen !!!
Ich lese in diesem Forum schon länger und nun will ich mich mal selbst zu Wort melden. Schon eine ganze Zeit wollte ich mich anmelden, aber ich wusste nie was ich eigentlich schreiben sollte. Jetzt habe ich einen Startpunkt gefunden, weil es bei mir nach Diagnose - Whipple - Chemo jetzt weiter geht. Womit weiß ich noch nicht, ich bin mitten in der neuen Diagnosestellung. Bisher sind nur die Tumormarker erhöht und die Sonographie ergab gestern erstmal nichts, soweit man bei Leuten wie mir was sehen kann, ist ja alles umgebaut und voll Luft und Verwachsungen etc. Nächsten Mittwoch dann CT und ich denke dann mal auf ein Neues. So sieht die Lage bei mir aus und da ich hier gelesen habe, dass Heike ebenfalls gestern so eine tolle Nachricht hatte - alle guten Wünsche an dich Heike - dachte ich mir, jetzt setzt du mal an und schreibst auch was.

Meine Story bis jetzt:
Ich bin mit gerade 50 im März 2015 durch eine Gelbsucht zu meiner Diagnose Pankreaskopfkarzinom gekommen.
Mein Nachteil war, dass ich schon seit Ende des letzten Jahrtausends
mit Magen- und Darmproblemen zu tun hatte. Schon 2004 war meine Gallenblase rausgekommen und so recht kam mein Körper nie mit der Umstellung klar. Mein Vater starb 1999 an Speiseröhrenkrebs und war auch ewig ein Magenkranker. Ich weiß, dass also wir hier, meinem Sohn geht es mit 25 schon ähnlich wie mir damals, als Familienkranke angesehen werden und gerade ich hatte schon meinen Stempel als Hypochonder. Nur sechs Wochen vor meiner Krebsdiagnose sagte mir der Arzt der sicherheitshalber jedes Jahr eine Magenspiegelung bei mir macht, dass ich nicht jedes Jahr kommen bräuchte, das ist eh immer das gleiche bei mir.
Im Herbst 2014 bekam ich ganz gruselige Magenschleimhautentzündungen, sowas hatte ich noch nie, als würde in meinem Magen tatsächlich Säure wüten oder Feuer brennen. Nur mit Unmengen Kamillentee, den ich teilweise erbrechen musste und starken Schmerzmitteln konnte ich mir helfen. Leider ging es nach zwei-drei Wochen wieder besser und ich konnte sogar wieder Kaffee trinken. Also tippte mein Hausarzt, was ihm später sehr leid tat, auf ein neues Magenproblem von mir. Übrigens ging ich auch anfangs davon aus. Man hält sich ja schon selbst für einen Überdrehten. Die Blutwerte waren vollkommen OK.
Zu dieser Zeit hatte ich auch Probleme mit Panikattacken und Angstzuständen, die ja auch auf den Magen und Darm schlagen, so dass alles in allem ein heilloses Durcheinander in meinem Körper herrschte. Bis heute weiß ich nicht woher diese Probleme kamen, sie sind seit meiner Diagnose weg, als hätte meine Seele nun anderes zu tun als sich aufzuregen, vielleicht wollte sie mir auch nur was zeigen Anfang 2015 kam ich in eine Therapie, die zwar nett war, aber nicht viel half, ich nahm Psychopharmaka, was tatsächlich vor den akuten Angstattacken, bei denen ich nicht mal das Haus verlassen konnte, half. Im Februar wurde ich irgendwie schwächer, was aber auf eine schwere Grippe von Anfang des Jahres geschoben wurde. Im März dann ging es wieder mit dem Magen los und am Freitag den 13. März wurde ich gelb. Von da an ging es mir grauenvoll elend und es kamen tausend Untersuchungen und ich kam in KH und ja...........man nahm den Hypochonder nun echt ernst.

Am 1. April lag ich Aprilscherz dann auf dem OP Tisch und wurde gewhippelt. Es war ein T3 mit drei regional befallenen Lymphknoten, weitere 14 Knoten waren frei. Es gab keine Fernmetastasen, aber der Pathologe befand, dass eine Stelle nicht sauber sei. Mehr schneiden ging aber nicht und da der Tumor sehr hart war, war man froh ihn überhaupt entfernt zu haben, sah wohl anfangs schlecht aus. Auch war der Tumor mit der Leberarterie verwachsen und diese ist zwei mal gerissen beim Entfernen und ich brauchte Transfusionen.

Ich kürze jetzt mal ab, denn ich könnte natürlich noch sehr viel schreiben über die Zeit danach, die Magenentleerungsstörungen, die Schmerzen, die Gedanken, die Ängste, all die Aussagen der Ärzte etc. aber das sprengt den Rahmen.
Genau vier Wochen nach der OP begann ich die Chemo. 12 mal alle 2 Wochen. Oxa - Folfirinox - Irinotecan - Pumpe für 48 Std. mit 5FU
War eine harte Nummer, es ging mir oft einfach nur elend, man ist ja von der OP noch am Ende. Aber ich schaffte es, erholte mich, ich bin fast so dick wie vorher (schlank war ich nie) und die Haare wuchsen wieder wie Unkraut. Viele kleine Einschränkungen sind geblieben, aber damit hätte ich leben können. Ich war noch mitten in der Bastelphase, was ich abkann, was geht etc.
Ganz sicher fühlte ich mich aber nie, nun habe ich also recht gehabt. Ich weiß im Moment gar nicht wohin ich denken soll. Bin ich nun also doch dran oder ist es nur eine Weiterführung der ganzen Behandlung???

Ich hoffe auf hilfreichen Austausch mit Euch
Lanila
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  #2  
Alt 29.06.2016, 19:11
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KesGa KesGa ist offline
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Standard AW: Neue Alte Erkrankte

hallo Lanila,
gut,dass du dich überwunden und deine Geschichte geschrieben hast.Es ist doch unglaublich,dass man sich sozusagen wieder "regeniert",wieder Kaffee trinken kann,wieder zu einigen Kräften kommen kann und dass alles überlebt.Nur wird man leider immer wieder damit konfrontiert,WIE LANG man damit überlebt.Und das ist die Sch...,denn normalerweise schliesst man den Tod aus dem Leben aus,wer will schon an Tod denken,wenn es ohne auch geht?

Ich habe mich auch nie ganz in die Hoffnung fallen lassen,eine lange Überlebende zu werden,bin selbst überrascht,dass ich schon 3 Jahre nach d.Diagnose,Op,Chemo...lebe und weiss auch nicht,ob es i.d.nächsten Monaten anders wird,härter,Endspurt oder so etwas.Wegen des einen vergrösserten Lymphknotens an der Bauchschlagader,von dem d.Ärzte noch nicht wissen,ob es ein Tumor wird.
Daher kann ich nachvollziehen,dass du grad nicht weisst,was du denken sollst.

Ich vertrau auf meinen Körper,solange Geist und Körper fähig sind zu kämpfen und nicht zu schwach sind,dass man einfach nicht mehr will,wird gekämpft!
Ich denke,dass wir irgendwann merken,wenn es nicht mehr geht,das braucht uns kein Arzt sagen,es ist unsere Entscheidung.

Zusätzlich habe ich noch chron.Pankreatitis u.d.Rest der Drüse(bei mir wurde der Kopf entfernt)hat noch mächtig Probleme,ich ess die Enzyme wie andere ihre Gummibärchen.
Wenn du nicht weisst,was du in deiner Situation denken sollst/kannst,was würdest du denn am liebsten denken,was am liebsten tun?Dass wir nicht mehr gesund,im Sinne von geheilt sind,ist klar.
Ich gehe z.B.davon aus,dass die nächste Chemo die Palliativchemo ist,aber auch die kann noch lange gehen,ich kenne jemanden,der hat diese Chemo seit 2 Jahren.So gesehen ist es eine Weiterführung der Behandlung und meine Freunde wünschen mir zwar sehr,dass ich überlebe,aber ich selbst lebe eigentlich völlig in der Gegenwart,ich könnte Meditationskurse anbieten....
__________________


ED :9/2013 Pankreaskopfkarzinom
Whipple OP:April 2014
Chemo:Juni2014
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  #3  
Alt 29.06.2016, 23:09
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heikea heikea ist offline
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Standard AW: Neue Alte Erkrankte

Ich möchte mich auch ganz herzlich für deinen Beitrag bedanken. Es ist so wichtig, dass sich die wenigen, die diesen aggressiven Krebs versuchen zu überleben austauschen. Vieles, was ich von anderen lese tröstet mich, weil ich weiß, dass es Menschen gibt, die dasselbe durchgemacht haben oder gerade durchmachen.
Da du nicht genau weißt, was festgestellt wurde, besteht ja noch Hoffnung...
Auch ich hoffe auf ein Wunder, dass diese riesigen Lymphknoten wieder verschwinden und ich wieder optimistisch in die Zukunft sehen kann.
Mir geht es so ähnlich wie Kesga. Ich lebe und genieße den Augenblick. Planungen in die Zukunft gibt es fast nicht mehr. Ich freue mich daran, dass es mir aktuell noch ganz gut geht - abgesehen von meinem dicken Bauch, der mich an meine Schwangerschaften erinnert.
Am Freitag erst erfahre ich, wie es weitergeht.
Habe mir alle meine Fragen aufgeschrieben, die ich in der Aufregung der letzten Tage vergessen habe zu fragen. Mir wurde vom Arzt gesagt, na Frau ... sie wissen sicher schon Bescheid? Ich habe doch nur geahnt, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist. Aber was weiß ich schon darüber, was vergrößerte Lymphknoten bei BSDK anrichten können.
Also, herzlich willkommen und ich freue mich, wieder von dir zu hören.
Alles Liebe
__________________
_ Liebe Grüße von der Ostseeküste
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Whipple
OP 06.15
Metastasen 06.16

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  #4  
Alt 01.07.2016, 10:00
Lanila Lanila ist offline
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Standard AW: Neue Alte Erkrankte

Vielen Dank für eure Antworten

Ich hatte ein sehr gutes Gespräch mit meinem Hausarzt. Er meint gegenüber dem letzten Jahr ist dies hier ein Klacks. Ich hätte so sagenhaft viel Glück gehabt, dass ich einfach weitermachen muss und dass er mich zur Not selbst hinschleift.
Der Onkologe meinte, es würde alles getan werden für mich, schon aufgrund meines "jungen Alters". Eventuell würden sie sogar noch mal dabeigehen und operieren. Und wie froh ich sein könnte, dass ich so fit bin, gutes Gewicht habe und den Port noch drin.
Meine Tochter (selbst Ärztin) sagt ich solle es einfach so sehen, dass die Chemo letztes Jahr nicht gereicht hätte und nun wird eben nach geschossen.

Naja, bin ich dann mal froh...aber das positive Denken schwindet langsam muss ich zugeben.
Im Moment habe ich auch wieder so Probleme mit der Frage warum ich und warum andere so rein gar nichts???
Ich weiß natürlich, dass es dämlich ist und dass das Leben nicht gerecht ist, aber als angeschlagener Mensch kann ich nicht umhin, dass diese Gedanken kommen. Die Whipple war meine 11. OP, ich hatte schon so einiges und nun geht es weiter - das muss ich erstmal wieder verdauen.

Geändert von gitti2002 (02.07.2016 um 15:56 Uhr)
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  #5  
Alt 02.07.2016, 08:21
Anchilla Anchilla ist offline
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Standard AW: Neue Alte Erkrankte

Liebe Lanila,

Krebs ist nicht gerecht. Es ist schlimm, wie viele an Krebs sterben. Aber es gibt auch viele die es schaffen. Und dazu werden wir gehören *daran glaub*

Es ist bei mir sehr ähnlich wie bei Dir. Auch bei mir hat die erste Chemo offensichtlich nicht alles vernichtet und jetzt wird scharf geschossen. Und längst nicht alle Patienten haben mit dieser Chemo dann viele Probleme.

Ein früheres CT hilt manchmal auch nicht weiter. Mein letztes CT war kurz vor der Narbenbruch-OP. Es war vollkommen ok, keine Auffälligkeiten und die Tumormarker sehr niedrig. Im absoluten Normalbereich. 3 Wochen danach die OP in der dann festgestellt wurde, dass Metastasen da sind.

Das alles ist großer Mist, aber auch da gehe ich noch durch und ich werde es schaffen.....schon für meine Enkelkinder !
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  #6  
Alt 08.07.2016, 11:00
Lanila Lanila ist offline
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Standard AW: Neue Alte Erkrankte

CT ist geschafft, aber Gespräch ist erst am Dienstag. Ich habe mir auch meine neuen Tumormarkerwerte nicht sagen lassen, habe einfach nicht nachgefragt, ich mach mich ja nur weiter verrückt. Ich erfahre also alles am Dienstag, das kann dann auch alles mögliche sein, vielleicht ja sogar mein Todesurteil.

Gut nur, dass meine Tochter heute kommt und einige Wochen bleibt, die ist dann immer dabei. Mein Mann scheint mir langsam überfordert zu sein, was er natürlich nie zugeben würde, aber ich merke das schon.
Wir sind Montag 30 Jahre verheiratet...Perlenhochzeit...da kennt man den anderen in- und auswendig.

Gestern ist mir eine Krone rausgefallen und der Zahn darunter ist abgebrochen. Der ZA sagte mir eben, dass er an der ganzen Seite (rechts oben) nichts mehr retten kann. Ich hatte damals am 4.3.15 den ersten Termin für eine Sanierung dieser Seite, den sagte ich aber ab, weil es mir schon so schlecht ging. Am 19.3.15 kam dann die Diagnose und seither habe ich den ZA so ein paar Mal basteln lassen, sonst nichts, jetzt geht es aber nicht mehr Also muss ich da nun auch bei, ich hoffe die können überhaupt ziehen, wenn ich wieder Chemo bekomme. Im Stillen denke ich, das lohnt sich doch gar nicht mehr, was das wieder kostet und für wie lange dann...

Ich schreib dann mal nach dem Onkologengespräch wieder.

Ich wünsche ein schönes WE allen.
Lanila
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Whipple OP: 1.4.15

Chemo: Mai - Oktober 15

Juli 16: Rezidiv

Chemo: Juli 16 - Jan 17

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  #7  
Alt 08.07.2016, 15:14
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heikea heikea ist offline
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Standard AW: Neue Alte Erkrankte

Wünsche dir ein gutes Gespräch und dass sich
die Zahnkronen doch noch lohnen.
Ich warte auch schon seit 2 Wochen auf ein genaues
Ergebnis meiner Untersuchungen und wurde heute
auf nächsten Freitag vertröstet, da noch nicht alle
Ergebnisse vorliegen.
Alles Gute und viel Kraft
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_ Liebe Grüße von der Ostseeküste
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Whipple
OP 06.15
Metastasen 06.16

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  #8  
Alt 13.07.2016, 10:18
Lanila Lanila ist offline
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Danke Heike für deine Worte.

Gestern war Gespräch und ja...mein persönlicher Supergau...ich habe ein Rezidiv. Im CT war das zu sehen (ich frage mich warum man Sonographie überhaupt noch macht, da sah man rein gar nichts). Metastasen wohl nicht, obwohl auf der Lunge kleine Punkte sind, die wären aber so klein, dass man sie nicht mal punktieren kann und die kümmern mich jetzt erstmal auch nicht. Operieren kann man das Rezidiv nicht, weil es mit Gefäßen zusammenhängt.

Nun bin ich also von einem "Geheilten" flutsch zu einem "Todgeweihten" gerutscht. Ich selbst war übrigens am wenigsten geschockt.
Ich habe mich auch im Gespräch mehr nach Schmerzmitteln und Hospitz erkundigt als nach einer Therapie...naja das ist dann wohl psychisch.
Meine Tochter hat mit dem Onkologen debattiert, davon habe ich kaum was verstanden. Alle kamen überein, einschließlich Hausarzt, dass ich unbedingt noch weitermachen soll und dass noch Hoffnung besteht auf einige Jahre Leben. Statistisch habe ich nun noch 11 Monate, aber ja ist nur eine Statistik.

Ich bekomme ab Montag nun (jeden Montag) eine Chemo wieder, aber eine andere. Gemcitabine und Neb irgendwas.
Diese Chemo soll genauso gut sein wie die starke die ich hatte, nur wesentlich besser verträglich und man hofft, dass sie besser anschlägt als die alte, zumal ich da höchstens 75% vertrug. Mir war nur wichtig, dass ich nicht wieder 7 Stunden da hocken muss, es sind nun nur 2 und dass ich keine Pumpe mitbekomme. Ich gebe hier mal zu, dass mein Kampfgeist noch schläft.
Wenn man es schafft, dass Rezidiv zu zerschlagen, dann kann man wohl bestrahlen, angeblich ist das neu und eventuell noch operieren. Alles in allem machte man mir klar, dass ich eventuell noch von neuen Dingen profitieren kann, wenn ich es lange genug schaffe, es wird wohl viel versucht. Ich bin auch anscheinend ein gutes Versuchskaninchen mit meinem Alter und meinem Allgemeinbefinden. Der Onkologe hatte auch schon einen Therapieplan für mich erarbeitet als ich kam. Ich habe es dann so akzeptiert, allerdings mehr oder weniger, weil ich nicht wusste was ich sonst tun sollte.

Erstmal habe ich eben meiner 84 jährigen Mutter bescheid gegeben und die hat bis jetzt sehr gut verdrängt wie krank ich bin, jetzt ist sie erstmal fertig. Desweiteren will ich mir die Tage eine Perücke holen. Ich hatte letztes Jahr keine, trug nur Tücher. Nun will ich aber nicht, dass jeder sieht, dass ich es nicht geschafft habe. Da ich die Haare kurz und graumeliert nun trage, ist das mit einer Perücke sicher gut zu kaschieren. Außerdem weiß ich ja gar nicht wie lange ich nun Chemo habe, es geht ja nun darum dass ich überlebe und nicht mehr um Heilung.
Auch möchte ich einige Wünsche bezüglich meiner Beerdigung, meiner Hunde und noch so einiges aufschreiben, die nach meinem Tod eingehalten werden sollen. Das ist mir irgendwie sehr wichtig.

Der Onkologe sagte mir, dass man mir meine Krankheit nicht ansieht, das ist natürlich schön, aber jetzt denke ich, vielleicht wäre es leichter wenn es mir schlechter gehen würde, leichter zu akzeptieren. Am Sonntag war ich mit meinem Motorrad unterwegs, es ging mir blendend, ich bin bis zur Nordsee hochgefahren, war einfach herrlich...und ich habe also nur noch wenige Monate zu leben???

Im Moment denke ich nur: Es war alles umsonst die ganze Quälerei, die OP und Chemo... du hast wieder einen Tumor, alles auf Anfang, nur diesmal keine OP.

Die Tage mal mehr. Sicher habt ihr bei meinem Posting bemerkt, dass ich noch durch den Wind bin.
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Whipple OP: 1.4.15

Chemo: Mai - Oktober 15

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  #9  
Alt 13.07.2016, 13:28
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KesGa KesGa ist offline
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Standard AW: Neue Alte Erkrankte

du hattest es ja schon befürchtet....es ist so ungerecht,das ist immer das Erste,was ich denke.Unbegreiflich,wenn man,so wie du,noch voll Lebenslust ist und Spass hat(Motorradfahrt)und gezwungenermassen sich mit dem Tod befassen muss.
Ich kann mich ziemlich gut reinversetzen,mein Ende schwebt mal näher mal weiter weg vor meiner Nase,aber den Gedanken,dass ich nun jahrelang überleben werde,den habe ich auch nicht.
Ich weiss nicht,was ich tun würde,aber ob Kampfgeist oder nicht,ich würde auf jeden Fall die Chemo machen,immer hoffend,sie gibt mir noch etwas mehr Zeit.Zeit wegen meiner Tiere!
Wenn du die Chemo verträgst,das wirst du ja bald merken,dann ziehe sie auch durch.
Das Problem ist,was ist,wenn du sie nicht verträgst,wenn man dann keine Lust mehr hat...ich denke,dass man dann viel einfacher zu einer Entscheidung und Akzeptanz kommt,die man jetzt noch nicht hat.Jetzt hat man noch die Kraft zu kämpfen,du schreibst ja ,dass man es dir körperlich nicht ansieht.
Das ist bei mir auch so.
Jeder Mensch,der mich sieht,denkt,ich bin das blühende Leben,voll gesund.
Das macht es insofern schwierig,dass andere manchmal nicht verstehen,dass ich trotz des Aussehens schwach bin und mich kraftlos fühle.
Die schlechte Nachricht ist ein Schock,den muss man erstmal verkraften.
Viel Auswahlmöglichkeiten hat man ja nun auch nicht:Entweder Chemo,ja oder nein.
Da evtl.die Option einer OP bei dir besteht,mache die Chemo!!!Und ich hoffe und wünsche dir,dass du sie verträgst.
Vielleicht reihe ich mich bald hier mit ein,denn am 4.8.muss ich zum nächsten CT-Termin,da wird geschaut,ob sich der Lymphknoten a.d.vena mesenterica vergrössert hat.
Sollte das der Fall sein,handelt es sich um einen erneuten Tumor.Dann auf ein neues,ich hab noch Kraft für einige Zeit längeres Leben....
__________________


ED :9/2013 Pankreaskopfkarzinom
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  #10  
Alt 13.07.2016, 20:25
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heikea heikea ist offline
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Es ist nicht zu glauben solange es einem noch gut geht.
Habe heute grade gedacht, es ist doch fast wie immer. Der Tod ist doch bei jedem Menschen in Zukunft zu erwarten...
Habe mich beim Palliativdienst angemeldet -dort wurde ich nicht mal abgelehnt.
Mein Bauch voller Metastasen, die Eierstöcke ebenfalls - und ich kann nicht glauben, dass es bald zu Ende ist. Und doch kann ich es glauben. Ich bin nicht mehr geschockt, wenn der Arzt sagt, dieser Krebs ist nicht heilbar. Das einzige was mir so leid tut ist meine Tochter. Sie ist der Grund weiterzumachen. Aber ich kann nicht mehr.
Ich wünsche dir, das die Chemo etwas bringt und du noch goldene Hochzeit feierst. Alles Gute für dich.
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_ Liebe Grüße von der Ostseeküste
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Whipple
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  #11  
Alt 15.07.2016, 16:21
Anchilla Anchilla ist offline
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Standard AW: Neue Alte Erkrankte

Darf ich mal meckern?

Mir gehts ja nicht anders als Euch. Der Krebs ist zurück und es wird jetzt die harte Chemo gefahren.

Aber hier klingt immer wieder durch, dass es einfacher wäre wenn es einem reichtig schlecht geht, weil man dann den Tod besser akzeptieren könnte.

Das ist falsch. Wir wissen und es ist uns bewußt, dass der Tod irgendwo in unserer Nähe schwebt. Aber wir wissen nicht wann wir dran sind. Und wenn es uns jetzt "ganz" gut geht, dann sollten wir das genießen (trotz chemo) und leben, leben, leben.

Ich wünsche Euch, dass Ihr gute Gedanken habt, Euch nicht entmutigen lasst. Hoffnung ist auch soooooo wichtig.

Wir schaffen das....zumindest noch eine ganze Weile.
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  #12  
Alt 20.07.2016, 22:26
djkprinz djkprinz ist offline
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Liebe Anchilla....

Seit Monaten bin ich stille Leserinin hier im BSDK-Forum. Ich selbst bin/war "nur" Angehörige. Ich glaube einfach, dass das Kämpfen und die Hoffnung nicht für jeden machbar ist. Manchmal ist die Kraft dafür schon nicht vorhanden.
Mein Mann hat weder gekämpft noch gehofft. Er hat diese Krankheit mit einer Nüchtern ertragen, die manchmal für mich nur schwer auszuhalten war. Ich hätte mir es so gewünscht, aber ich glaube er konnte nicht anders. Jeder ist anders und das ist auch gut so.

Liebe Grüße Heike
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  #13  
Alt 22.07.2016, 17:17
Lanila Lanila ist offline
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Standard AW: Neue Alte Erkrankte

Die Chemo war am Montag, soweit war es OK, der Kram läuft nur knapp zwei Stunden durch und das ist schon etwas anderes als die Folfirinox Sache. Ich bekomme eine Stunde Nab-Paclitaxel und eine halbe Stunde Gemcitabine. Was das nun bringen soll ist mir mittlerweile egal, angeblich hatte ich ja vorher die beste und härteste Chemo und habe trotzdem mein Lehrbuch-Rezidiv bekommen. Es ging mir danach auch nicht so schlecht wie sonst, ich musste nicht nach Hause kommen wie ein Zombie mit Schüttelfrost, sondern habe sogar was gegessen. Am nächsten Tag war mir ein bisschen schlecht, dagegen half aber Granisetron. Leider hatte ich dann an Tag drei und vier Fieber, nicht allzu hoch aber ich lag nur platt rum. Ich will mich aber nicht beschweren, immerhin hatte ich keine Schmerzen. Leider war genau da der 60. Geburtstag meines Mannes, ich war heilfroh, dass nur die Kinder da waren, er hatte alles andere abgesagt, er hatte eh keine Lust dazu. Heute geht es mir wieder gut, ich habe mir heute meine Perücke abgeholt, bin ganz zufrieden.

Anchilla, ich bewundere deinen Mut und Kampfgeist, ich bin aber einfach nur am heulen, weil ich kein Licht mehr am Ende des Tunnels sehe. Ich hoffe es ändert sich noch wieder, aber hoffe ich da nicht auf eine Wunderheilung???

Dazu kommt, dass ich schrecklich enttäuscht über die Reaktion meiner alten Mutter bin, die nun gerafft hat wie krank ich bin und nichts besseres zu tun hat als sich Gedanken zu machen was nach meinem Tod aus ihr wird. Ich habe mich seit dem Tod meines Vaters um sie gekümmert, um wirklich alles und nun reagiert sie so. Sie hat sogar schon die Verwandschaft abtelefoniert um die "Neuigkeit" kund zu tun und SICH bedauern zu lassen. Aber wahrscheinlich sollte ich das nicht schreiben, weil sowas will wohl keiner lesen. Mütter sollten anders sein.

Ich komme mir vor, als liefe ich mit einem riesengroßen ÄTSCH vorm Kopp rum.
__________________
Whipple OP: 1.4.15

Chemo: Mai - Oktober 15

Juli 16: Rezidiv

Chemo: Juli 16 - Jan 17

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  #14  
Alt 23.07.2016, 18:16
coralle coralle ist offline
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Standard AW: Neue Alte Erkrankte

liebe lanila,

ich weiß nur zu gut was du meinst wenn du von deiner mutter sprichst.............meine hat auch einen egoismus, der an nartissmus grenzt.....und es tut so weh, weil es so zweischneidig ist, aber eine bekannte und gute therapeutin hat mir geraten, nur soviel Kontakt usw. zu haben, (wenn du eine skala von 1, kein Kontakt bis 10, sehr guter Kontakt, hernimmst), wie es für dich am leichtesten auszuhalten ist, dann leg dir gedanklich eine zahl fest, mit der du am ehestn zurechtkommst. Bei mir ist es ca. die 2 also ganz wenig Kontakt usw. weil sie mir mit ihrem grenzenlosen Egoismus meist nur weh tut und nur wenn es für sie von vorteil ist, "auf mutter macht"...............

ganz liebe mitfühlende Grüße und lass dich umärmeln

coralle
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  #15  
Alt 24.07.2016, 04:38
Anchilla Anchilla ist offline
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Liebe Heike,

du hast vollkommen recht. Jeder ist anders, reagiert anders. Menschen sind verschieden. Aber auch wenndas so ist halte ich es nicht für falsch, immer wieder zu versuchen, Hoffnung geben zu können.

Meine Worte sind NIE böse gemeint.

Lanila und coralle,
mit meiner Mutter ist es ähnlich. Sie war schon immer gerne "krank", ist aber laut Arzt gesund, bis auf ein paar kleine Zipperlein, die man mit 80 Jahren schon mal hat.
Auch sie informiert immer andere über mich usw. Ich hege die Vermutung, dass es für eine Mutter total schwer ist, mit solch einer Krankheit bei der Tochter umzugehen. Ich wohne mit ihr in einem Haus, wir kommen auch gut miteinander aus. Aber wenn es mir mal zuviel wird, sage ich auch schon mal deutlich, dass ICH es bin die wirklich krank ist. Sie hat deswegen auch schon mal einen Rüffel meiner Schwester einstecken müssen. Dann geht es wieder eine ganze Weile.

Der Umgang mit der Krankheit ist für alle ein Problem....seufz

LG
Anchilla
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