Krebs-Kompass Forum  


Zurück   Krebs-Kompass Forum > Spezielle Nutzergruppen > Forum für krebskranke Eltern

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
  #1  
Alt 05.11.2011, 13:08
Jill1207 Jill1207 ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 18.09.2011
Beiträge: 94
Standard Als Mutter krebskrank

Hallo zusammen,
Ich bin 32 und habe vor 5 Monaten die Diagnose Krebs bekommen (chondrosarkom in der schädelbasis). Das ganze ist in der 37. Schwangerschaftswoche durch plötzliche doppelbilder aufgefallen. Die Geburt meiner jüngeren Tochter wurde umgehend eingeleitet- sprich die Kleine ist jetzt gerade 5 Monate alt. Die Große ist gerade 2 geworden.
5 Tage nach Geburt wurde eine biospie gemacht, 4 Wochen später wurde ich operiert und weitere 6 Wochen später erfolgte die Bestrahlung.
Jetzt habe ich alles hinter mir und wir geniessen unser zusammenseinzu viert.
Ihr könnt euch aber sicher vorstellen dass es sehr harte 5 Monate waren, vor allem weil ich meinen paar Tage alten Säugling und ein Kleinkind alleine lassen musste. Sie waren zwar bei ihrem Papa und Oma, Opa etc sehr gut aufgehoben, aber einer noch nicht mal 2 jährigem kann man kaum erklären warum die Mama plötzlich weg ist.
Viellicht finden sich hier noch mehr Mamas oder Papas mit ähnlichen Erlebnissen?! Wie geht es euch damit?
Liebe Grüße
Bärbel
Mit Zitat antworten
  #2  
Alt 11.11.2011, 10:20
Chris.b Chris.b ist offline
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 09.11.2011
Ort: Bayern - Landsberg
Beiträge: 4
Standard AW: Als Mutter krebskrank

Hallo Bärbel,
eigendlich habe ich mich angemeldet um genau auf diese Themen Antworten zu finden... ich glaube es gibt keine Patentlösung.Seit Aug.11 habe ich Krebs (Lunge)und bin Mutter von 3 Kindern,13 J.,12 J.,17 Monate. Meine OP war auch im Aug.(2 Wochen), anschl. fuhr mein Mann mit den Kindern noch für eine Woche weg, damit ich mich ausruhen konnte.Luftnot, Schmerzen, totale Schwäche und Herzkasper - das versteht ein kleines Kind nicht, es will trotzdem auf den Arm, will gewiegt werden und versorgt sein.So war die räumliche Trennung unumgänglich.Mein Kleiner hat es "scheinbar" vertragen.Zumindest war er tagsüber friedlich, aber seitdem hat er extrem mit Trennungsängsten zu kämpfen, d.h. er kann jetzt auch nicht mehr alleine schlafen im Nachbarzimmer, was für uns sehr anstrengend ist, aber da es nachvollziehbar ist warum zahlen wir halt diesen Preis. Ich denke unsere Kleinen verstehen eine ganze Menge, d.h. aber nicht daß sie damit umgehen können.Ein Bsp. dazu - mein Kleiner sieht die lange Narbe und meine re Seite als Auslöser allen Übels, sie macht Aua und deswegen nimmt die Mama ihn nicht hoch oder macht nicht mehr alle Spiele mit, als sein Frust groß genug war, attakierte er meine Narbe und krallte und haute rein.Es war fürchterlich, zumal ich auch nicht damit rechnete.Seitdem versuche ich einfach die empfindlichen Stellen wegzudrehen,durch Haltung etc. zu schützen.Die Erklärung jedenfalls, daß die Narbe oder die Seite Aua macht würde ich nicht wieder geben.Mehr kann ich Dir auch nicht sagen, ich suche ja selber noch nach Tipps wie man den Krebs mit den Kindern händelt, aber vielleicht konnte ich Dir ja doch helfen (?) Liebe Grüße von Christina
-würde mich freuen wenn Du mich auf den Laufenden hälts mit Deinen Lösungen
Mit Zitat antworten
  #3  
Alt 13.11.2011, 09:56
ASA ASA ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 09.02.2010
Ort: 26603 Aurich/Ostfriesland
Beiträge: 64
Standard AW: Als Mutter krebskrank

Hallo Mama´s.

Meine Kinder waren bei Diagnosestellung 7,5 und 4 Jahre alt. Man hatte uns in der Klinik eine Broschüre mitgegeben, in der beschrieben steht, wie man Kindern die Krankheit der Eltern beibringen kann. Abgesehen vom Alter der Kinder. In unserem Fall haben wir mit den Kindern geredet und versucht zu erklären, was los ist und warum Mama die nächsten Wochen nicht zu Hause sein kann. Das war nicht einfach und auf die Frage der Jüngsten :" du stirbst doch aber nicht?" hatten wir nur die Möglichkeit zu sagen: die Ärzte tun alles, damit das nicht passiert.
Nun, es ist nicht passiert. Das Ganze ist jetzt fast 4 Jahre her. Die Kinder hatten einige Marotten entwickelt wie Nägelkauen. Das haben wir aber wieder im Griff.
Schade ist nur, daß ich seit der tumorbedingten Op. nicht mehr ( oder schlecht ) laufen kann und die meiste Zeit im Rollstuhl sitze, aber auch das haben die Kinder akzeptiert. Jetzt spiele ich mit meinen Jungs kein Fussball mehr im Garten, sondern an der PS3.

Ich wünsche Euch ganz viel Kraft die Krankheit zu besiegen.

liebe Grüße

ASA
Mit Zitat antworten
  #4  
Alt 22.02.2012, 19:13
theresa_n theresa_n ist offline
Gesperrt
 
Registriert seit: 28.11.2011
Ort: Oberösterreich
Beiträge: 220
Standard AW: Als Mutter krebskrank

Hallo Mamas,
meine Tochter war gerade mal ein Jahr alt, als bei mir im Oktober 2011 ein Cholangiozelluläres Karzinom diagnostiziert wurde. Seither habe ich alle zwei Wochen Chemo, und bleibe dafür drei bis vier Tage im 200km entfernten Krankenhaus. Damit mein Mann auch mal durchschnaufen kann, verbringt sie manchmal diese Tage bei einer meiner Schwestern mit ihren Cousinen, bei meiner Mama oder bei meiner Schwiegermama. Das ist dann immer mit einer halben Weltreise verbunden, weil wir leider weit verstreut wohnen.
Sie hält sich recht tapfer, glücklicherweise hat sie schon einen Platz in einer Krabbelgruppe (es war ja geplant, dass ich wieder voll arbeite), und das gefällt ihr doch sehr. Für mich ist das natürlich auch eine große Entlastung, ich weiß nicht, wie ich mich um sie kümmern sollte, wenn ich von der Chemo zurückkomme und am liebsten nur schlafen mag. Nach ein paar Tagen gehts mir dann schon besser, und ich kann sie ab und zu selbst von der Krabbelgruppe abholen. Leider muss ich dann ja schon wieder zur nächsten Chemo....
Na klar hat sie gemerkt, dass sich etwas verändert hat. Als ich mit der Thrombose im Krankenhaus lag und erst die ganzen Untersuchungen gemacht werden mussten, haben mein Mann und sie mich täglich besucht. Und jeden Tag hat sie mir ein "Geschenk" gemacht: kaum waren die beiden da, hat sie ein Ei gelegt
Als mir die Haare ausgefallen sind, war ihr das dafür ziemlich wurscht
Sie betatscht die Narbe über meinem port-a-cath auch gern, allerdings mittlerweile sehr vorsichtig (Danke, mein Kind!)
Ich denke für sie hängt viel davon ab, wie die Stimmung in unserer Familie ist. Wenn mein Mann und ich optimistisch und gut gelaunt sind, ist sie es auch. Glücklicherweise geht es mir auch vergleichsweise gut. Madame selbst kann sich ja noch nicht ausdrücken, mehr als "Mama", "Papa", "Auto-tüt-tüt" etc. ist derzeit nicht drin.
Derzeit kommen wir gut zurecht, *möge es so bleiben*.
Inwieweit meine Erkrankung ihre Persönlichkeitsentwicklung beeinflusst, kann ich noch nicht sagen. Viel hängt auch davon ab, ob ich den Statistiken ein Schnippchen schlagen kann oder nicht. Eine tolle Motivation ist sie auf jeden Fall....
Viele liebe Grüße und toi-toi-toi für uns alle,
theresa
Mit Zitat antworten
  #5  
Alt 11.06.2012, 12:57
megaforce megaforce ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 23.06.2011
Ort: bayern
Beiträge: 14
Standard AW: Als Mutter krebskrank

Hallo Mamas,

irgendwie suchen wir Mamas alle nach der selben Antwort und bekommen haben wir alle keine richtige. Es gibt kein Rezept dafür wie man es Kindern erklärt oder wie es in der Zeit weitergeht.
Wichtig ist nur das jeder weiß das man als Mutter seine Kinder braucht um wieder gesund zu werden.
Ich bin selbst betroffen gewesen und meine Kinder waren 11 Jahre und 6 Jahre, und ich war über ein dreiviertel Jahr in einer Klinik über 100km weg von den Kleinen. Ich konnte sie nicht oft sehen, aber wenn sie da waren haben sie mir unwahrscheinlich viel Kraft gegeben das alles zu überstehen.
Ich bin heute froh das sie an den harten Tagen nicht dabei waren und natürlich haben sie trotzdem alles mitbekommen das es sehr schlimm war und sehr knapp.
Umso glücklicher sind sie jetzt das ich wieder zu Hause bin und für sie gibt es keine Vergangenheit mehr. Manchmal wünschte ich wie ein Kind zu denken und so schnell vergessen zu können wie sie.
Sicher weiß keiner von uns wie es tief in unseren Kindern aussieht, aber ein was weiß ich man sollte mit den Kindern offen u ehrlich damit umgehen, sie anzulügen oder ihnen etwas vorzumachen hat keinen Sinn, da unsere Kleinen solch ein Empfinden haben das sie spüren wenn etwas mit Ihrer Mutter nicht stimmt.
Während meiner vielen Wochen hat mich immer wieder stark gemacht das ich wieder gesund werden muss um wieder für meine Zwei da zu sein und ich war froh das ich diejenige war die erkrankte und nicht eins meiner Kinder.

Ich wünsche allen Muttis viel Kraft die noch Kämpfen und glaubt mir der Kampf lohnt sich egal wie schwer es erscheint!!!
Mit Zitat antworten
  #6  
Alt 07.09.2012, 15:33
Juliana7 Juliana7 ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 15.05.2012
Ort: Niedersachsen
Beiträge: 56
Standard AW: Als Mutter krebskrank

Hallo Mamas,

unsere Kinder waren bei der Diagnosestellung (Pleuramesotheliom) 7 und 9 Jahre alt.

Beiden haben wir von Anfang an die Wahrheit gesagt und auch mit ihnen darüber gesprochen, dass ich daran sterben könnte.

Ich wüsste auch gar nicht, wie das anders hätte funktionieren sollen, da wir gerade in der Anfangszeit mit Verwandten und Freunden auch viel geweint haben. (Machen wir sonst üblicherweise nicht also wäre den Kiddies doch aufgefallen, dass irgendwas "anders" ist...)

Auch vor der OP (8-Stunden-Eingriff) haben wir mit ihnen gesprochen, dass die Risiken da schon recht groß sind.

Es war mir nämlich wichtig, dass sie erstens wissen, dass sie dann auch immer zu uns kommen können, wenn sie Redebedarf haben - und nicht das Gefühl zu haben, alles mit sich selbst abmachen zu müssen.

Und zweitens - im Fall der Fälle möchte ich nicht, dass mein Mann dann da steht mit zwei Kindern, die ihre Mutter verloren haben und zusätzlich noch damit klarkommen müssen, dass man sie "angelogen" hat so nach dem Motto, ach das wird schon wieder.

Und ich muss sagen, sie gehen prima damit um! Bin super stolz auf die beiden!

Auch wenn es natürlich schon hart ist, wenn sie fragen "bist du jetzt wieder geheilt?" und man wieder antworten muss, dass es bei dieser Krankheit nicht absehbar ist, wie es weitergeht...

LG Juli
__________________




Mein Tagebuch: http://www.krebs-kompass.org/showthr...29#post1170529

Geändert von Juliana7 (11.02.2013 um 09:45 Uhr) Grund: Signatur eingefügt
Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen


Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)
 
Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 09:27 Uhr.


Für die Inhalte der einzelnen Beiträge ist der jeweilige Autor verantwortlich. Mit allgemeinen Fragen, Ergänzungen oder Kommentaren wenden Sie sich bitte an Marcus Oehlrich, bei technischen Kommentaren an den Webmaster. Diese Informationen wurden sorgfältig ausgewählt und werden regelmäßig überarbeitet. Dennoch kann die Richtigkeit der Inhalte keine Gewähr übernommen werden. Insbesondere für Links (Verweise) auf andere Informationsangebote kann keine Haftung übernommen werden. Mit der Nutzung erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen an.
Powered by vBulletin® Version 3.8.7 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2019, vBulletin Solutions, Inc.
Gehostet bei der 1&1 Internet AG
Copyright © 1997-2014 Volker Karl Oehlrich-Gesellschaft e.V.
Impressum: Volker Karl Oehlrich-Gesellschaft e.V. · Eisenacher Str. 8 · 64560 Riedstadt / Postanschrift: Postfach 130435 · 64243 Darmstadt / Vertretungsberechtigter Vorstand: Marcus Oehlrich / Datenschutzerklärung
Spendenkonto: Volker Karl Oehlrich-Gesellschaft e.V. Spendenkonto Nr. 17252500 · Volksbank Darmstadt-Südhessen eG · BLZ 508 900 00 · IBAN DE23 5089 0000 0017 2525 00 · BIC: GENODEF1VBD