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  #16  
Alt 23.06.2018, 16:41
lotol lotol ist offline
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Standard AW: Kind hat Angst vor seinem krebskranken Vater

Hallo,
Zitat:
Zitat von Elisabethh.1900 Beitrag anzeigen
Die, von Dir genannten Personen haben von ihrem beruflichen Auftrag die Pflicht, das Kind vor Gewalt zu schützen, egal woher sie kommt.
Liebe Elisabethh.1900,

mir ist schon klar, daß diese Verpflichtung existiert.
Nun ist es aber so, daß man dabei einerseits schon danach differenzieren sollte, inwieweit die Gefahr als solche permanent oder nur potentiell gegeben ist, sowie andererseits, welche Unterstützung bei der Gefahren-Abwehr geleistet werden kann.

Damit meine ich, daß selbst in dieser extremen Situation die Verhältnisse insgesamt noch relativ normal sind und eine Familie besser damit beraten sein könnte, wenn man ihr aus der unbenommen reichhaltigen Erfahrung des beruflichen Alltags heraus, Tips geben kann, wie diese Normalität weiterhin aufrecht erhalten werden kann.
Denke, so lange noch solche Möglichkeiten wahrgenommen werden können, sind diese allemal "familienfreundlicher" als die Familie derzeit aufzutrennen.

Das kann man ja erforderlichenfalls immer noch tun, wenn alles andere nichts mehr nützt.

Flankierend zu anderen Maßnahmen evtl. Medikamente umzustellen bzw. einzusetzen ist auch eine weitere praktikable Möglichkeit.
Allerdings kann man dadurch die potentielle Gefahr auch nicht zu 100% beseitigen.
Es sei denn, jemand wird per Medikamenten komplett "ruhig gestellt".

Ob das aber derzeit gewollt, verträglich und/oder angemessen ist, können wir kaum einordnen.

Wenn wir uns in Situationen hineinversetzen wollen, können wir das wohl immer nur unter dem Aspekt tun, wie wir selbst handeln würden bzw. was wir zu tun bereit wären, um selbst für Sicherheit sorgen zu können.
Insgesamt ist das ein kaum nachvollziehbares Dilemma.

Das dann auch die Frage beinhalten kann, welche Nähe zum Vater noch für zulässig gehalten wird.
Furchtbar, wenn man sich vorstellt, daß man dabei auch an einen "Sicherheits-Abstand" zu ihm denken müßte, um rechtzeitig schnell genug reagieren zu können.

@ spice:

Du hast ja leider bereits mehrmals das Abgleiten in's Ausrasten Deines Mannes miterlebt.
Kündigt sich das irgendwie zuverlässig an oder geht das mehr oder weniger schlagartig?

Liebe Grüße
lotol
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Krieger haben Narben.

Geändert von gitti2002 (23.06.2018 um 23:54 Uhr) Grund: Zitatcode
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  #17  
Alt 23.06.2018, 17:36
Gabna Gabna ist offline
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Standard AW: Kind hat Angst vor seinem krebskranken Vater

Habe mir jetzt eben alles über die schwierige Situation von spice durchgelesen.
Mir ist allerdings unverständlich wie man den Rat geben kann, dass sich ein 9jähriges Kind gegen seinen schwerkranken Vater mit Pfefferspray und Elektroschocker wehren soll. Was macht das mit dem Sohn und was macht das mit dem Vater?

Ich habe leider auch keine Lösung parat, ich weiss auch nicht, ob es möglich ist, den Vater medikamentös so einzustellen, dass er für seine Familie keine “Gefahr“ mehr darstellt.
Die Kinder brauchen ein sicheres Zuhause und dafür sind die Erwachsenen zuständig und nicht das Kind selbst muss dafür sorgen.

Ich finde, dass alles muss man mit den entsprechenden “Spezialisten“ besprechen (Psychologen, Ärzten, Sozialdiensten und was weiss ich was).
Aus der Situation sollen alle ja unbeschadet herauskommen, gesund werden können, aber auch gesund bleiben.

Gabna
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  #18  
Alt 23.06.2018, 19:25
p53 p53 ist offline
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Standard AW: Kind hat Angst vor seinem krebskranken Vater

Erstmal @ spice,
meine Hochachtung für deine reflektierte und dir & eurer Situation gegenüber schonungslos offene/ehrliche Sichtweise. Das ist eine gute Voraussetzung für eine bestmögliche Lösung, wenn einer auf der Sachebene bleibt und vermittelnd versucht, einen Weg zu finden.

@ Gabna

du sprichst mir aus der Seele, all diese Gedanken hatte ich ebenfalls beim Lesen, und ich frage mich auch, ob es eigentlich noch destruktiver, kontraproduktiver und absurder geht als einem Kind zu empfehlen, sich gegen einen erwachsenen Mann mit situativer Unzurechnungsfähigkeit/Komplettkontrollverlust aufzurüsten oder im eigenen Rückzugs- und Schutzbereich (Haus) einen Panikraum einzurichten.

Weiterhin finde ich es daneben, die scheinbar hervorragend funktionierenden Selbstschutzmechanismen dieses bemerkenswerten Jungen in Frage zu stellen und manipulativ aufweichen bzw für nichtig erklären zu wollen.
So wird dem Kind doch vermittelt, seiner eigenen gesunden Wahrnehmung nicht mehr zu vertrauen, seinen feinen Antennen für Gefahrensituationen, und sich stattdessen des lieben Familienfriedens willen zu verbiegen und anzupassen.

Eine Mutter, Elternteil und Erziehungsberechtigte ist ja mal in erster Linie für Kindeswohl und -schutz zuständig, nicht für das Wohlbefinden eines wenn auch schwer krebskranken Erwachsenen, der bis auf bestimmte kurze Phasen noch im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte sich befindet.

Bitte nicht die Verantwortlichkeiten verschieben und dem eh schon durch die schwere Krankheit des Vaters belasteten Kind Verantwortung aufbürden, der es weder gewachsen ist noch die der Junge auch nur ansatzweise überblicken kann.

Die Sorge- und Fürsorgepflicht haben vollumfänglich die Eltern und bei spice höre ich auch heraus, dass sie sich dessen bewusst ist und genau deshalb hier um Hilfe bat.

Ich finde es auch unmöglich (nicht an spice gerichtet!), dass hier sich wiederholende und auch zukünftig wahrscheinliche Gefahrensituationen ein klein wenig (zu sehr) heruntergespielt, verharmlost und bagatellisiert werden.
Was das letztlich jetzt schon für Folgen für die Kinder hat, kann man als Laie und dazu auch noch mittendrin und involviert, gar nicht abschätzen und bewerten.

Es gibt ausreichend Studienmaterial dazu, auch wenn dies wohl eher weniger ausrastende, zu Aggression und Gewaltbereitschaft neigende Tumorpatienten infolge hirnorganischer Wesensveränderungen sein dürften... sondern eher Alkoholiker, Choleriker and you name it.

Macht aber für ein Kind, was die Traumatisierung angeht, keinen wirklichen Unterschied... zumal es sich ja bei Alkoholismus exakt genauso um eine anerkannte Krankheit nach ICD-10 handelt.
Kein Mensch käme bei solchen ausrastenden Menschen (egal ob cholerisch von Haus aus oder unter Substanzen etc) auf die Idee, an die Kinder Empfehlungen zur Gegenwehr und "Bewaffung" auszugeben und sie ansonsten ganz selbstverständlich in der Situation drin zu lassen nach dem Motto: Das musst du aushalten, es ist nun mal wie es ist.

Warum Krebspatienten da einen Sonderstatus erhalten sollen, wo alles sonst Gültige an Schutz für das Kindeswohl außer Kraft tritt (aus Mitleid? Ist hier fehl am Platz!) verstehe ich nicht.
Das gab es ja auch schon öfter hier als Thema, Aggressionen (verbaler Natur) und wie man damit umgeht. Da betraf es aber keine Kinder, sondern erwachsene Angehörige. Das ist nochmal eine andere Nummer, finde ich.

Auch ein krebskranker Vater trägt noch Verantwortung für seine Kinder und das Herausstehlen ("er soll sich mal nicht so anstellen.." etc) ist nicht gerade eine vertrauensbildende Maßnahme.... auch wenns menschlich verständlich ist, dass auch der Krebskranke sich irgendwie selbst schützen möchte.

Neben Psychoonkologen, die würde ich evtl mit ins Boot zu holen überlegen, gehört das mM nach in psychiatrische Behandlung.
Bitte einen Neurologen oder Psychiater mal sorgfältig die derzeitige Medikation durchsehen lassen nach möglichen psychischen Nebenwirkungen.
Ist da nichts dabei, was dieses Nebenwirkungsprofil haben könnte, sollte vermutlich wirklich eine psychiatrische Medikation für Entlastung auf beiden Seiten sorgen.

Denn irgendwo ist die Grenze überschritten, wo es nur um Ertragen geht, hin zu körperlichen und seelischen schweren Schäden für deine und die Gesundheit der Kinder.
Ich hatte das zuvor geschrieben, wieder gelöscht, aber dann doch geschrieben. Wegen des einen Satzes, dass du in deiner ganzen berufl. Laufbahn noch nie in einer solch bedrohlichen Situation warst und ich weiß ungefähr, wie die Arbeit mit psychisch kranken Straftätern ausschaut (mache ich nicht selbst aber eine nahestendende Person hat einen ähnlichen Job).

Geändert von p53 (23.06.2018 um 19:31 Uhr)
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  #19  
Alt 23.06.2018, 23:58
lotol lotol ist offline
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Standard AW: Kind hat Angst vor seinem krebskranken Vater

Hallo,

Zitat:
Zitat von Gabna
Mir ist allerdings unverständlich wie man den Rat geben kann, dass sich ein 9jähriges Kind gegen seinen schwerkranken Vater mit Pfefferspray und Elektroschocker wehren soll. Was macht das mit dem Sohn und was macht das mit dem Vater?

Ich habe leider auch keine Lösung parat, ich weiss auch nicht, ob es möglich ist, den Vater medikamentös so einzustellen, dass er für seine Familie keine “Gefahr“ mehr darstellt.
Die Kinder brauchen ein sicheres Zuhause und dafür sind die Erwachsenen zuständig und nicht das Kind selbst muss dafür sorgen.
Was ist Dir unverständlich daran, ein 9-jähriges Kind mit Mitteln auszustatten, mit denen es sich (nur notfalls) gegen den eigenen Vater effizient wehren könnte?
Der Sohn hat ein klares Wahrnehmungsvermögen für die Realität der Verhältnisse und fühlt sich dadurch diffus bedroht (=>Angst), weil er im Ausrastfall seines Vaters dem nichts entgegenzusetzen hat, falls seine Mutter ihn nicht vor seinem Vater schützen kann.

Könnte er sich aber effizient selbst (notfalls) seines Vaters erwehren:
Meinst Du nicht, daß dies dazu geeignet ist, sein "Sicherheits-Empfinden" erhöhen zu können?
Auch ein 9-jähriges Kind kann Pfefferspray und/oder einen Elektroschocker bedienen, um sich wehren zu können, falls das notwendig sein sollte.

Und ja, Kinder brauchen ein sicheres Zuhause, wofür ihre Eltern sorgen müssen.
Was ja normalerweise auch gar kein Problem ist, und auch in diesem Fall hier wollen die Eltern ja beide dafür sorgen.
Können das aber nicht hinreichend genug tun, weil:

1) unbekannt ist, wann und mit welcher Intensität der Mann/Vater ausrastet, sowie

2) ob es die Frau/Mutter dabei schaffen kann, ihren Mann "außer Gefecht setzen" zu können, um dadurch die Kinder zu schützen.

Sich selbst oder andere Familienmitglieder "wehrhaft" zu machen, ist eine reine Vorsichts-Maßnahme.
Hier:
Falls der "Mutterschutz" nicht funktionieren sollte, können "nachgelagerte" Mittel immer noch greifen.
Sofern solche vorhanden sind, weshalb sie auch bereitzustellen sind.

Liebe Grüße
lotol
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  #20  
Alt 24.06.2018, 00:37
spice spice ist offline
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Standard AW: Kind hat Angst vor seinem krebskranken Vater

Hallo,
vielen Dank für die Antworten! Die Diskussionen hier spiegeln so ziemlich die verschiedenen Aspekte wieder, die mir auch immer wieder durch den Kopf gehen.
Zum einen da natürlich das berechtigte Sicherheitsbedürfnis meines Sohnes, die Seite, die Lehrerin und Sozialarbeiterin vertreten. Ich finde es auch eigentlich gut, dass mein Sohn genug Vertrauen zu diesen Personen hat, um dort zu erzählen, was ihn belastet. Dennoch Zusatzdruck durch das Jugendamt, das durchaus auf die Idee kommen könnte, das Kind aus der Familie herausholen zu wollen.
Auf der anderen Seite mein Mann, der sich gerade im Krankenhaus von lebensbedrohlichen Nebenwirkungen der Immuntherapie erholt, verzweifelt ist und sich nach seiner Familie sehnt und dem ich mitteilen musste, dass er nicht wieder nach Hause kommen soll. Dann die Frage der Alternative.
Das Gefühl, vielleicht wertvolle Zeit zu vergeuden, in der er noch 99% der Zeit er selbst ist (was, wenn die Immuntherapie nicht anschlagen sollte, evtl. nicht mehr lange so sein wird).
Was wir (sowohl mein Mann als auch ich) halt versucht haben, die reale Gefahr soweit wie möglich zu minimieren. Er war ja eine Woche in stationär in einem Epilepsiezentrum, um auf andere Medikamente eingestellt zu werden, da ja das Antiepileptikum, das er bisher bekam, durchaus dafür bekannt ist, Aggressivität/Erregungszustände als Nebenwirkung zu haben. Das ist nun ganz raus. Nur ob das die gewünschte Wirkung zeigt, kann halt keiner garantieren. Wir hoffen es aber, da der er bei dem einen Anfall, den er seither hatte, nicht aggressiv war. Aber ob das bei den folgenden auch so bleibt, können wir unserem Sohn halt nicht garantieren. Wir haben ein Notfallmedikament, das wie gewünscht wirkt (haben wir bei diesem einen Anfall "ausprobiert"), d. h. mein Mann schläft innerhalb kürzester Zeit ein. Wenn mein Mann eine Aura spürt, kann er das auch selbst noch nehmen. Das einzige reale Risiko wäre daher, wenn mein Mann tatsächlich einen unbemerkten Anfall hätte, den er nicht vorhergesehen hätte und dann tatsächlich doch wieder aggressiv wäre. Das sind aber sehr viele Wenns, weshalb ich denke, das Risiko ist vertretbar (zumindest, solange nicht weitere Faktoren wie Persönlichkeitsveränderungen durch den Tumor an sich o.ä. dazu kommen, dann müsste man wieder neu abwägen).
Nur, das Risiko ist doch so groß, dass ich meinem Sohn nicht garantieren kann, dass es nicht wieder passiert. Und diese Garantie hätte er gerne. Er ist halt noch zu klein um zu begreifen, dass man derartige Garantien für menschliches Verhalten eh nicht geben kann und er ist eben traumatisiert, was nicht verwunderlich ist.
Auch was zumutbar ist, was nicht: Weder die Krankheit noch den Vater kann man wegzaubern, davor kann ich ihn nicht beschützen. Ob man der Meinung ist, dass ein Kind in diesem Alter so etwas erleben sollte oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Auf der anderen Seite fühle ich mich schon in der Verantwortung, ihn so wenig wir möglich zu belasten. Aber ob es wirklich langfristig besser ist, den Vater dafür aus der Familie auszuschließen? Ob er sich nicht später deswegen Vorwürfe macht? Ich weiß es nicht. Außerdem, wie soll er wieder zu seinem Vater Vertrauen aufbauen (mal angenommen, die Medikamentenumstellung wirkt dauerhaft wie gewünscht), wenn er keinen Kontakt zulässt? Vermeidungsverhalten verstärkt Angst ja eher. Wenn er aber die Konfrontation verweigert...

Sicherheit im eigenen Haus: Also Pfefferspray etc. halte ich für schwierig, das wendet sich ja oft gegen einen selber, wenn man nicht aufpasst und wie das auf einen Menschen wirkt, der wirklich nicht bei sich ist? Keine Ahnung. Ich denke, dadurch hat ein 25 kg Kind immer noch keine Chance gegen einen 80 kg Mann. Mal abgesehen davon,
Unser Haus ist wirklich nur sehr begrenzt tauglich für einen "Panikraum" oder um jemanden sicher einzuschließen. Wir wohnen in einem kleinen Häuschen auf 60 qm /3,5 Zimmer mit ganz normalen Holztüren mit Holzzargen, die könnte man auftreten (wobei ich eigentlich bezweifle, dass mein Mann das machen würde, er war dann eher wie ein angeschossener Grizzly, langsam, taumelte hin und her, würde wahrscheinlich nicht lange genug auf einem Bein stehen können um zu treten. Wie auch immer, ich setze eher auf die Medikamente und bisher scheint das ja auch wunschgemäß zu funktionieren. Nur nimmt das meinem Sohn nicht die Angst...
Ach Mann, irgendwie dreht sich das alles im Kreis
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  #21  
Alt 24.06.2018, 05:37
lotol lotol ist offline
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Standard AW: Kind hat Angst vor seinem krebskranken Vater

Liebe spice,

Zitat:
Ach Mann, irgendwie dreht sich das alles im Kreis
Das trifft wohl am ehesten den Nagel auf den Kopf.

Ein Wirrwar ohnegleichen, in dem man eigentlich nur ad hoc-Entscheidungen treffen kann, die morgen oder übermorgen evtl. revidiert werden müssen.

Gedanklich gehe ich von der Basis-Situation aus, daß Ihr Euch alle liebt.
Bei Dir - nehme ich an - vermag die Krankheit Deines Mannes daran sowieso nichts zu verändern. Egal, wohin sich das alles entwickelt.

Eure Tochter rafft das alles ohnehin nicht, und Euer Sohn ist dermaßen verunsichert, daß er am liebsten mit alledem nur noch aus Distanz etwas zu tun haben will.

Bei allem Verständnis für die Wahrung des "Kindeswohles" frage ich mich allerdings, wie es eigentlich mit der Wahrung des "Mann-/Vaterwohles" ausschaut.
Es kann doch nicht sein, daß dessen Interessen durch seine Krankheit auf einmal irrelevant werden!

Zitat:
Zitat von p53
Eine Mutter, Elternteil und Erziehungsberechtigte ist ja mal in erster Linie für Kindeswohl und -schutz zuständig, nicht für das Wohlbefinden eines wenn auch schwer krebskranken Erwachsenen, der bis auf bestimmte kurze Phasen noch im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte sich befindet.
Denke, darin könntest Du Dich etwas irren.
Zwar scheint mir hier die Frau/Mutter das "Bollwerk" zu sein, an dem alles "hängenbleibt", was angemessen zu organisieren/managen ist.
Aber wie kommst Du darauf, daß eine Frau nicht (auch) für das Wohlbefinden ihres Mannes zuständig sei?

Ich nehme an, daß spice ihren Mann liebt.
Glaubst Du im Ernst, daß jemals eine Krankheit ihres Mannes diese Liebe irgendwie tangieren oder womöglich "beenden" könnte?
So, daß sie jemals bereit dazu wäre, seine Interessen "einfach so" zu vernachlässigen??

Ich denke, ganz im Gegenteil sind immer noch beide Eltern dazu in der Lage, gemeinsam und einvernehmlich "Weichenstellungen" vorzunehmen, wie das am besten weiterlaufen kann.

Wie Du hier argumentierst, ist m.E. in sich widersprüchlich:
Denn immerhin befindet sich der Mann/Vater überwiegend noch im "Normal-Zustand".
Was natürlich auch Chancen eröffnet, um zu einem "Interessens-Ausgleich" kommen zu können.
Dominant ist dabei aber zweifellos die Position der Eltern!

Zitat:
Dennoch Zusatzdruck durch das Jugendamt, das durchaus auf die Idee kommen könnte, das Kind aus der Familie herausholen zu wollen.
Auf der anderen Seite mein Mann, der sich gerade im Krankenhaus von lebensbedrohlichen Nebenwirkungen der Immuntherapie erholt, verzweifelt ist und sich nach seiner Familie sehnt und dem ich mitteilen musste, dass er nicht wieder nach Hause kommen soll. Dann die Frage der Alternative.
Das Gefühl, vielleicht wertvolle Zeit zu vergeuden, in der er noch 99% der Zeit er selbst ist (was, wenn die Immuntherapie nicht anschlagen sollte, evtl. nicht mehr lange so sein wird).
Was wir (sowohl mein Mann als auch ich) halt versucht haben, die reale Gefahr soweit wie möglich zu minimieren. Er war ja eine Woche in stationär in einem Epilepsiezentrum, um auf andere Medikamente eingestellt zu werden, da ja das Antiepileptikum, das er bisher bekam, durchaus dafür bekannt ist, Aggressivität/Erregungszustände als Nebenwirkung zu haben. Das ist nun ganz raus. Nur ob das die gewünschte Wirkung zeigt, kann halt keiner garantieren. Wir hoffen es aber, da der er bei dem einen Anfall, den er seither hatte, nicht aggressiv war. Aber ob das bei den folgenden auch so bleibt, können wir unserem Sohn halt nicht garantieren. Wir haben ein Notfallmedikament, das wie gewünscht wirkt (haben wir bei diesem einen Anfall "ausprobiert"), d. h. mein Mann schläft innerhalb kürzester Zeit ein. Wenn mein Mann eine Aura spürt, kann er das auch selbst noch nehmen. Das einzige reale Risiko wäre daher, wenn mein Mann tatsächlich einen unbemerkten Anfall hätte, den er nicht vorhergesehen hätte und dann tatsächlich doch wieder aggressiv wäre. Das sind aber sehr viele Wenns, weshalb ich denke, das Risiko ist vertretbar (zumindest, solange nicht weitere Faktoren wie Persönlichkeitsveränderungen durch den Tumor an sich o.ä. dazu kommen, dann müsste man wieder neu abwägen).
Nur, das Risiko ist doch so groß, dass ich meinem Sohn nicht garantieren kann, dass es nicht wieder passiert. Und diese Garantie hätte er gerne. Er ist halt noch zu klein um zu begreifen, dass man derartige Garantien für menschliches Verhalten eh nicht geben kann und er ist eben traumatisiert, was nicht verwunderlich ist.
Auch was zumutbar ist, was nicht: Weder die Krankheit noch den Vater kann man wegzaubern, davor kann ich ihn nicht beschützen. Ob man der Meinung ist, dass ein Kind in diesem Alter so etwas erleben sollte oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Auf der anderen Seite fühle ich mich schon in der Verantwortung, ihn so wenig wir möglich zu belasten. Aber ob es wirklich langfristig besser ist, den Vater dafür aus der Familie auszuschließen? Ob er sich nicht später deswegen Vorwürfe macht? Ich weiß es nicht. Außerdem, wie soll er wieder zu seinem Vater Vertrauen aufbauen (mal angenommen, die Medikamentenumstellung wirkt dauerhaft wie gewünscht), wenn er keinen Kontakt zulässt? Vermeidungsverhalten verstärkt Angst ja eher. Wenn er aber die Konfrontation verweigert...
Denke, es ist prinzipiell der richtige Weg, potentiell mögliche Gefahren minimieren zu wollen.
Weitestgehend ist das m.E. eher ein rein technisches Problem, das sich ohne weiteres lösen läßt.
So lange das im Einverständnis aller Beteiligten erfolgen kann, ist dagegen auch kaum etwas einzuwenden.

Aus meiner bisherigen Einschätzung des Ganzen:
Der Mann/Vater scheint mir dabei etwas "zu kurz" zu kommen.
Stell Dir doch bitte mal vor, man würde Dich (als Mutter) einfach so von Deinen Kindern trennen wollen.
Noch dazu, wenn Dir möglicherweise wenig Zeit verbleibt, um die Beglückung durch Deine Kinder weiterhin erleben zu können.
Würdest Du es wollen, daß man Dich dann extegriert?
Nur weil Du krebskrank wurdest?

Liebe Grüße
lotol
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  #22  
Alt 24.06.2018, 09:24
Heidrun1961 Heidrun1961 ist offline
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Standard AW: Kind hat Angst vor seinem krebskranken Vater

Hallo spice,

Eine schreckliche Situation

Meiner Meinung nach gibt es nichts zu überlegen. Kindeswohl geht vor!!!!

Ich selbst hatte eine schwer depressive Mutter mit Wutanfällen. Mich hat keiner geschützt. Das nimmt man dem Vater übel. Später habe ich das schon verstanden, aber das Trauma wird man nicht mehr los

Gib die Kinder in Obhut von vertrauten Personen oder deinen Mann in Pflege. Klingt sehr hart, ich Weiss. Eine Weichspüllösung gibt es nicht!!!!!!

Rede mit deinem Jungen und frage, was er will. Lässt du das so, dann geht er kaputt.

Wenn dein Mann die Kinder liebt, versteht er das.

Alles Liebe Heidrun
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  #23  
Alt 24.06.2018, 09:28
Gabna Gabna ist offline
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Hallo, ein Elektroschocker ist eine potenziell tödliche Waffe, vielleicht ist sich lotol dessen nicht bewusst - hoffe ich zumindest!

Gruss Gabna

Geändert von gitti2002 (24.06.2018 um 22:25 Uhr)
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  #24  
Alt 24.06.2018, 14:22
Jedimeisterin Jedimeisterin ist offline
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Standard AW: Kind hat Angst vor seinem krebskranken Vater

Zitat:
Zitat von spice Beitrag anzeigen
DAuch Polizei und Jugendamt wissen schon von der Problematik, weil bei den Krampfanfällen, wo mein Mann aggressiv war, ein Polizeieinsatz nötig war. Das sitzt natürlich auch irgendwie im Nacken. Würde man meinen Sohn fragen, würde er wohl sagen, dass er wo anders wohnen will, solange der Papa im Haus ist.
Was würdet ihr in so einer Situation raten?
Meine Befürchtungen wären, beim nächsten ähnlichen Vorfall, dass Jugendamt nimmt einen die Kinder weg. Und ich denke das muss wirklich nicht sein. Vielleicht könnte dein Mann vorübergehend in eine Wohngruppe ziehen für Epilespsieerkrankte, ohne aber den die Krebserkrankung außer acht lassen.Und vielleicht mal eine Diagnose erstellen, was für eine Form von Epilepsie er hat, wenn es noch nicht gemacht wurde. Und dann wieder in die häusliche Umgebung zurückkehrt, wenn er anfallsfrei und ohne Aggressionen ist. Google mal bitte unter den "Bethel regional" (vielleicht kommt ihr ja aus der Gegend).

Ich denke, es nicht nur für die Kinder gefährlich, sondern auch für dich.
Auch wenn es schwerfällt, für deinen Mann wäre es besser, zumindestens
vorübergehend woanders zu wohnen. Bis er wirklich gut eingestellt ist.

LG Jedimeisterin
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  #25  
Alt 24.06.2018, 16:07
p53 p53 ist offline
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Zitat:
Zitat von Jedimeisterin Beitrag anzeigen
Ich denke, es nicht nur für die Kinder gefährlich, sondern auch für dich.
Auch wenn es schwerfällt, für deinen Mann wäre es besser, zumindestens
vorübergehend woanders zu wohnen. Bis er wirklich gut eingestellt ist.
Das Problem wird nur sein, dass eine Epilepsie als Folge von Hirnmetastasen/Hirntumor vollkommen anders zu bewerten ist als eine genetisch bedingte oder durch einen Unfall, Schlaganfall usw ausgelöste Epilepsien. Auch und besonders in prognostischer Hinsicht.

Eine Krebserkrankung im fortgeschrittenen Stadium, palliativ also wie im vorliegenden Fall, ist per se progredient und damit weder wirklich kontrollier- noch beherrsch- noch berechenbar.

Bei günstigem Verlauf vielleicht mal ein Weilchen halbwegs beherrschbar, solange die Tumortherapie wirkt... aber wie sich das innerhalt kürzester Zeit ändern kann, bis hin zu explosionsartigen Progressen, das dürfte hier im Forum jeder wissen.

Was heute gilt, kann morgen schon komplett anders sein. Besser oder schlechter.... wenn man realistisch ist, wahrscheinlich eher schlechter in der Verlaufsrichtung. Gute Phasen sind dabei mit eingeschlossen.

Und selbst wenn es einen guten oder sogar sehr guten Verlauf gibt, was durchaus ja immer wieder vorkommt, bleibt dieses enorme Risiko bestehen und das bedeutet dann eben auch, dass mit längerer und womöglich jahrelanger Überlebenszeit auch die Belastung für die Familie und besonders die Kinder erhalten bleibt. Risiko und Angst open end sozusagen.

Es sei denn, es geschieht ein Wunder, und die Hirnmetastasen verschwinden komplett, allerdings ist selbst dann nicht sicher, inwieweit andere Hirnstrukturen bereits irreversibel geschädigt wurden, durch Nekrosen, Medikamente oder einfach durch einen veränderten Hirnstoffwechsel.
Bei jedem erneuten Krampfanfall werden ja wieder Hirnfasern geschädigt, Narbengewebe entsteht, was wiederum das Risiko für erneute Krampfanfälle erhöht.
Und damit bleibt auch weiterhin das Risiko, dass diese geschädigten, vernarbten Hirnareale diese Anfälle im Gehirn auslösen könnten.
Scheinbar sind hier gerade jenen Regionen im Gehirn betroffen, die als Steuerzentralen für die Impulskontrolle u.ä. zuständig sind.

Mal eben richtig einstellen und dann ist und bleibt alles gut -- ich befürchte, das ist Wunschdenken bis Illusion.

Vielleicht bin ich ja zu pessimistisch... aber ich als Mama hätte einfach Angst, dass irgendwann mal wirklich was passiert, weil es eben nicht unter Kontrolle ist (weil einfach insgesamt viel zu unvorhersehbar/unberechenbar) und dann tatsächlich etwas passiert.
Ich würde mich daher auch fragen: Womit könnte ich besser leben, im Falle des Falles....

ja, das ist leider eine Wahl zwischen Pest und Cholera und vielleicht noch Lungenentzündung.... einen Königsweg gibts nicht und wahrscheinlich nicht mal eine bestmögliche Lösung.
Nur eine Lösung mit den mildesten Folgen.... sorry.... tut mir wirklich sehr leid, auch besonders für den Krebserkrankten, der damit noch mehr verliert und an einer Zusatzfront kämpfen muss.

Geändert von p53 (24.06.2018 um 16:26 Uhr)
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  #26  
Alt 24.06.2018, 18:49
sanne2 sanne2 ist offline
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Standard AW: Kind hat Angst vor seinem krebskranken Vater

Hallo liebe Spice.

Eine Entscheidung treffen zu MÜSSEN ist in deiner derzeitigen Situation einfach unmenschlich, meiner Meinung nach!

Du hst eine schwerkranken Mann, den du sicherlich liebst, dessen Lebenszeit eventuell begrenzt ist und mit dem du bestimmt möglichst viel Zeit verbringen möchtest. Da spreche ich leider aus Erfahrung.

Auf der anderen Seite hast du minderjährige Kinder, von dem euer Sohn Angst vor seinem Vater hat , was vollkommen verständlich in diesem Alter ist und für den DU in dieser Situation verantwortlich bist, weil dein Mann derzeit nicht so kann.

Wäre ich an deiner Stelle, und das habe ich für mich lange überlegt, da auch mein Mann lange sehr krank war, nur das unsere Kinder erwachsen und außer Haus waren, so würde ich für MICH die Entscheidung treffen, dass Jugenamt einzuweihen.
Es gibt doch dort so etwas wie Familienhilfen, oder so etwas in der Art.

Vielleicht informierst du dich mal genauer?
Etwas anderes bleibt wohl kaum noch, wenn die Familie auch in einer solchen Extremsituation zusammenbleiben möchte?

Könntest du dich nicht auch für einen gewissen Zeitraum krankschreiben lassen?
Jeder Arzt hätte für eure Situation Verständnis, hoffe ich.

Und psychologische Hilfe wäre für beide Kinder ganz bestimmt sehr wichtig!

Ganz liebe Grüße,
Sanne

Und bitte niemals aufgeben

Noch eine kleine Anmerkung meinerseits.

Da dein Mann sich derzeit leider im Krankenhaus befindet, liebe Spice, gibt es dort wahrscheinlich eine psychologische Beratungsstelle oder einen Seelsoreger. Vielleicht solltest du dir dort mal einen Termin holen und dich beraten lassen.

Sicherlich können sie dir dort helfen.

Viel Erfolg,

liebe Grüße Sanne

Geändert von gitti2002 (24.06.2018 um 22:26 Uhr) Grund: zusammengeführt
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  #27  
Alt 24.06.2018, 19:07
hierfalsch hierfalsch ist offline
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Tja...

Also die Sichtweise "Das Wohl der Kinder geht vor" ist natürlich sehr plausibel, aber WAS ist denn das Wohl der Kinder?

Also, klar. Wir sind uns alle einig. Es braucht eine Situation, in der man (nach menschlichem Ermessen) von "Sicherheit" sprechen kann. Körperliche Angriffe sind nicht hinnehmbar, so weit so klar.

Aber so schlagkräftig ich das Argument "Der Vater ist eine Gefahr für die Kinder, also muss er weg" auch finde ... So frage ich mich doch, was für eine Form der Sicherheit das sein soll? In der wir den Kindern beibringen, dass wir geliebte Menschen in Heime abschieben, wenn sie krank werden, um uns mit den Folgen der Krankheit nicht abgeben zu müssen? *Hmmm* und ob man als Kind daran "schuld" sein möchte?

Die ganze Situation ist irgendwie totaler Mist und egal was man tut, es ist hinterher falsch. Darf ich fragen, was Dein Mann für eine Prognose hat? Denn so fies es ist - ich finde, es macht einen Unterschied, ob diese Situation jetzt zum Dauerzustand wird - oder ob man realistischerweise sagen muss, dass es nur eine kurze Übergangszeit ist?

Ich mochte den Hinweis auf den Film "Halt auf freier Strecke" und ich mag in diesem Film die Bemerkung der Palliativmedizinerin: Dass man den Kindern auch keinen Gefallen tut, wenn man den Vater im falschen Moment wegbringt. Weil sie dann lernen, dass DAS Krankheit und Tod bedeutet. Dass man weggebracht wird, weggesperrt und dann ist man tot.

Ich habe keinen Vorschlag und keine Lösung. Dachte lediglich, das Argument fehle in dieser Diskussion hier noch...

Geändert von hierfalsch (24.06.2018 um 19:17 Uhr)
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  #28  
Alt 25.06.2018, 13:22
spice spice ist offline
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Standard AW: Kind hat Angst vor seinem krebskranken Vater

Hallo,
zur Prognose: das hängt jetzt sehr stark davon ab, ob die Immuntherapie jetzt anschlägt. Mein Mann hatte bis Mai ein halbes Jahr Ruhe durch BRAF-Hemmer und dann zeigte sich leider im letzten MRT eine leichte Progression. Nun hat er eine Dosis Ipilimumab und Nivolumab erhalten, worauf er aber mit starkem Fieber reagiert hat, weswegen er jetzt seit gut zwei Wochen in der Klinik ist. Die Ärzte sehen das als gutes Zeichen, dass die Therapie diesmal anschlagen könnte (letztes Jahr hatte er diese Wirkstoffe schon einmal erhalten, da hatte er aber weder Nebenwirkungen noch eine Wirkung auf den damals schon wieder recht großen Tumor, weshalb eine zweite OP notwendig wurde). Wenn die Therapie anschlägt, kann er schon ein paar Jahre leben (was aber nicht heißt, dass dann auch keine Anfälle mehr kommen). Schlägt sie nicht an, würde es realistischerweise nicht mehr allzu lange gehen.

Genau die Unvorhersehbarkeit ist aber meiner Meinung nach das Problem: selbst wenn er jetzt durch die neue Medikation lange keine Anfälle mehr haben sollte, kann doch keiner garantieren (und zwar niemals), dass keine mehr kommen. Und auch, wenn er bei weiteren Anfällen nicht mehr aggressiv werden sollte, weiß man doch erst, dass die Aggressivität zurück ist, wenn es denn soweit ist und wenn das erst in Jahren sein sollte. Darum lassen sich auch Vorkehrungen zur Garantie der Sicherheit nicht 100%ig treffen.
Auf der anderen Seite, wann im Leben gibt es schon 100%ige Sicherheit und rechtfertigt das eine externe Unterbringung? Zumal ihr Recht habt, ich liebe meinen Mann und will ihn gerade in dieser schweren Zeit nicht im Stich lassen. Auf der anderen Seite weiß ich auch, dass ich für die Sicherheit meiner Kinder verantwortlich bin. Aber ab welchem Punkt sollte man sagen, es liegt keine ausreichende Sicherheit mehr vor? Wie lange müsste er anfallsfrei sein, damit man sagt, er kann wieder nach Hause? Oder wirklich "auf Verdacht" sagen: nie mehr?
Familienhilfe: Hm, was sollte die tun? Wenn es sich nicht gerade um einen kräftigen Mann handelt (und bei dem ersten Einsatz hingen 4 Sanitäter auf meinem Mann, bis die Mittel, die sie ihm spritzten endlich wirkten...), kann diese auch nicht für mehr Sicherheit sorgen als ich...
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  #29  
Alt 25.06.2018, 13:23
spice spice ist offline
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Standard AW: Kind hat Angst vor seinem krebskranken Vater

Nochmal zu dem Film: ich habe mir die Inhaltsangabe angeschaut, das ist schon ziemlich hart, v.a. weil es unsere Situation wirklich ziemlich genau trifft. Meint ihr, es ist tatsächlich schon etwas für meinen 9-jährigen Sohn?
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  #30  
Alt 25.06.2018, 14:09
vintage vintage ist offline
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Standard AW: Kind hat Angst vor seinem krebskranken Vater

Zitat:
Zitat von spice Beitrag anzeigen
Nochmal zu dem Film:
ich habe mir die Inhaltsangabe angeschaut, das ist schon ziemlich hart,
v.a. weil es unsere Situation wirklich ziemlich genau trifft.
Meint ihr, es ist tatsächlich schon etwas für meinen 9-jährigen Sohn?
das weiss ich nicht, obwohl ich ihn ja empfohlen habe.
aber ich kenne dein kind nicht.

du kannst ihn ja vorab alleine (oder mit freundin) ansehen.
der film ist traurig; zeigt die familiendynamiken.
er hat aber auch humorvolle situationen/ szenen/ dialoge,
wie das leben ebend auch sein kann, selbst in der endphase von krebs.
und wie kinder denken/fühlen zeigt der film auch.
__________________
lieben gruß, vintage



Mein geliebter Mann wurde nur 49 Jahre alt und
starb knapp fünf Monate nach der Diagnose.
* Juli 1965 - + Mai 2015

ED Weihnachten 2014 Darmkrebs mit zu vielen Lebermetastasen,
dann auch Lungenmetastasen...
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