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  #1  
Alt 24.08.2005, 14:44
Erzengel Erzengel ist offline
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Standard Annhemen, glauben, Kämpfen! Mein Weg...

Hallo,

bin neu hier. Ich habe über meine Mutter von diesem Forum erfahren und dachte, das ich dem ein oder anderen ein wenig Hoffnung, Mut und Kraft geben kann.
Hier meine Geschichte (in Kurzform) :


Der Anfang:

Ich war 15 Jahre alt, als ich auf einem Geburtstag einer guten Bekannten war. Ein Freund von mir hatte an diesem Abend Bauchschmerzen und eine Freundin komischer weise auch. Als ich dann auch welche bekam, dachte ich erst an nichts schlimmes. Ich fuhr also los und die Schmerzen wurden immer schlimmer. So schlimm, das ich gekrümmt auf meinem Fahrrad "hing" und mich mit starkem Willen nach haus buchsierte. Dort angekommen erzählte ich meiner Mutter von den schmerzen und Sie gab mir Magentees und Wickel. Am nächsten Morgen (Sonntags) war es aber kein Stück besser, im Gegenteil...ich hatte das Gefühl als hätte ich Mühlsteine im Bauch, die meine Därme zerreiben würden. Wir riefen unseren Hausarzt an und er diagnostizierte erst mal groben Verdacht auf Magen oder Darm Entzün-dung. Jedenfalls Akute Gefahr und deshalb musste ich sofort ins Krankenhaus.

Mein Vater lies mich an der Krankenhaustür raus, damit ich nicht so weit laufen muss-te...anstatt auf ihn zu warten bin ich gekrümmt wie ein Flitzebogen vorgelaufen und hab schon mal angefangen mich "Einzuchecken".

Die Untersuchungen (Ultraschall, Röntgen und CT) dauerten bis in die Nacht und dort wurde dann auch eine Not OP beschlossen. Ich saß zu diesem Zeitpunkt derart unter Metastasen, das die Ärzte auf den gemachten Bildern nichts außer dem Tumor sehen konnten!
So wurde dann 6h an mir rumgedoktert und befallene Teile von Magen, Endarm, Darm usw. entfernt. Noch während die Ärzte mich zunähten, soll ich laut Ärzten versucht haben aufzu-stehen und wieder nach hause zu gehen. Ich soll so was wie "OK, ich in dann ja fertig..." aufstehen wollen. Das hat sich wohl auch in der Zeit auf der Intensiv Station, an die ich mich nur sehr wage erinnern kann, wiederholt haben. Dort wurde ich dann als Bett gefesselt, nachdem ich mir wohl die Schläuche entfernt(!) hatte und auf den Weg nach haus machen wollte. Ich kann mich nur daran erinnern kurz bei Bewusstsein gewesen zu sein als ich gefesselt war.

Mir wurde in der späteren Zeit auch nicht gesagt, welche Krankheit ich hatte. Ich wunderte mich nur sehr stark über die Reaktionen meiner Freunde und Bekannten mir gegenüber. Eine Freundin rief mich an und bat unter Tränen um Verzeihung, da sie "Langweil dich nicht zu Tode" gesagt hatte. Meine Eltern, mein Bruder und meine Oma hielt ich mit lustigen Scherzen bei der Stange. An einem Tag z.B. habe ich mein Zimmer und Bett so hergerichtet, als wäre ich nicht da...als ich dann hinter dem Vorhang hervor kam, wunderte ich mich über die überschwängliche Freude und tränen. Ich wusste immer noch nicht was los war und dachte an eine Magen Entzündung. Zu dieser Zeit hatten die Ärzte meinen Eltern bereits mitgeteilt, das ich nur noch 2 Wochen zu leben haben sollte. Diese Diagnose wurde aufgrund dessen gestellt, das ich kurz nach der OP wieder voller Metastasen saß.

Laut den Ärzten sollte, aufgrund der OP an Magen und Darm, meine letzten Tage liegend und das "große Geschäft" unter schmerzen statt finden. Hey, da wusste ich nichts von...ich sollte mich abermals wundern:

Meine Eltern waren schon eine Zeit zu besuch, als ich einen starken Drang verspürte, das WC zu besuchen. Ich stand also auf und ging zur Toilette, um meinen Darm zu leeren . Gesagt getan. Keine schmerzen, alles im grünen Bereich. Als ich wieder reinkam, saß meine Familie in tränen aufgelöst vor mir und ich verstand nicht warum...

Während die meisten Ärzte mich schon aufgegeben hatten, kämpfte einer weiter und fand die Onkologie in Berlin und in Oldenburg als passend für mein Problem. Da die in Oldenburg näher an meinem Heimatort und auf bestimmte Krebsarten spezialisiert war, entschied man sich dafür.

Ich wurde informiert das ich nach Oldenburg müsse, um eine kurze Untersuchung vorneh-men zu lassen. Das passte mir überhaupt nicht, ich wollte viel lieber nach hause, da ich mich eigentlich wieder gesund fühlte.

· Ich erinnere mich wie grausam ich es fand, nach so langem Krankenhaus Aufenthalt mein zuhause nur vom Parkplatz aus zu sehen...meine Eltern packten meine Koffer während ich im Auto wartete und mir ging es, gelinde gesagt zum Kotzen. Das war das erste mal wo ich kurz das Gefühl hatte, in ein tiefes Loch zu fallen. Ich fühlte mich schwach und fürchterlich einsam. Alle sind gegen dich, keiner sagt dir was los ist...ich will nach hause...alle Sh1c3 und alles Sh1c3“ lief es durch meinen Kopf. Sehnsüchtig schaute ich durch das Fenster unseres bronzefarbenen VW Golf CL Diesel Richtung Haustür...

Die Ankunft

In Oldenburg angekommen gingen wir in die Klinik. Alles war irgendwie komisch und ich war total verdreht. Es war wie in einem Alptraum gefangen zu sein, den man bewusst miterlebt, ihn aber nicht steuern und daraus aufwachen kann.

Über den kalten Parkplatz ging es zum Krankenhaus. Als wir durch die Drehtür gingen, schlug mir warme nach Rauch und Krankheit (dieser Typische Krankenhaus mief) entgegen. Alles war neu, fremd und beängstigend. Es brodelte ihn mir. Ich wollte nur noch nach hause und hatte die Schnauze gestrichen voll. "Scheiß doch auf die verf***ten Krankenhäuser" rauschte es in meinen Gedanken. "Was soll der Schrott, mir geht’s doch gut verdammt!"

Wir irrten umher, wurden nach oben in die Onkologie geschickt und von dort aus in die ambulante Aufnahme.

· Auf dem Weg dorthin schlug mir das erste mal ein komischer Geruch aus Desinfekti-on, Putzmittel und Krebsgeruch in die Nase. Das machte meine Knie etwas weich und meine Gedanken waberten in einer irrsinnigen Geschwindigkeit in meinem Gehirn umher. Als mir dann auch noch Menschen mit Schläuchen in Hals, Brust und Bauch begegneten, verzerrte sich meine Wahrnehmung immer mehr. „Was soll ich hier, die sind doch alle Sterbens krank...mir geht’s doch gut verdammt...ich will nach hause...“

Die Fahrstuhlfahrt in die Onkologie kam mir vor wie eine Ewigkeit. Immer wenn er anhielt erstreckte sich ein anders aber trist gefärbter Flur vor mir. „Ein Alptraum...nur ein Alptraum...mir geht’s doch gut verdammt...“ Ich meine das auch irgendwelche Menschen mit operierter Nase im Fahrstuhl waren...
Da wir nicht genau wussten wohin, fragten meine Eltern bei einer Stationsschwester. Das Szenario war wiederum befremdend und beängstigend. Auf dem Flur standen kleine Roll-schränke mit irgendwelchen Medizinischen Gerätschaften, Rollstühle, „Galgenbäume“, ein Putzwagen usw. hinten war das Schwester Zimmer. Das einzig helle hier bisher, das Leben ausstrahlt. Freundlich wurden wir in Richtung Ambulanz verwiesen und ich grinste.

Meine Eltern waren die ganze Zeit über sehr damit beschäftig, gefasst zu bleiben und sich nichts anmerken zu lassen. Ich spürte diese unterschwellige Angst allerdings mehr als deutlich...Sie drohte mich zu erdrücken...jede Geste, jedes Wort einfach alles. "Zu gefasst, niemand ist ehrlich zu dir...ich will nach haus...mir geht’s doch gut verdammt...Lügen...alles Lü-gen...“

Das Wartezimmer auf dem Flur...

Wir kommen in die kleine Ambulanz Aufnahme der Onkologie. Dort sitzen viele Menschen, nervös, ängstlich wartend und es liegend diverse Zeitschriften umher: Alternative Heilungs-verfahren, erfolge mit Alternativ Therapien bei Tumoren... . „Hmm, was es nicht alles gibt...“

Ängstliche mit mitleid gefüllte Augen schauen mich verunsichert an....

· “Überall Trauermienen...ihr seid alle so schwach...ich weiß es...ich fühle es...was soll ich den hier? Ich bin stark...mir geht’s doch gut...ich will nach haus verdammt...Es nervt doch nur, worauf warten wir...das dauert ja ewig...so ein Müll verdammt...“

*Ich reagiere seid ich ein kleines Kind bin auf Angst mit aggressivem Vorpreschen. Angst heißt Kämpfen, Kämpfen heißt sich der Angst stellen. Angst besiegen heißt Leben!

Jetzt kommt eine (durchaus gut aussehende) Krankenschwester, lächelt mich an und fragt meinen Eltern zugewandt „Sind sie Familie XXXX“ , „Ja“, antwortet meine Mutter. „Es tut uns leid, wir haben derzeit noch kein Zimmer frei, Sie müssen wohl noch etwas Warten...“

· „Moment mal...KEIN ZIMMER...wieso zu Hölle ZIMMER? Ich soll nur kurz untersucht werden, wurde mir gesagt. Für KURZ braucht ich kein verf***tes Zimmer. Wenn ihr nicht wisst was ich habe, dann lasst mich in Ruhe mit eurer Sh1c3! Ich hab kein Bock auf so ne Sh1c3...bin ich den der einzige den das stört? Sagt doch jemand mal was zu mir, sonst tick ich aus...“

In diesem Moment machte es klick in meinem Kopf und all die aufgestaute Wut und Angst verschafften sich Platz. „VERDAMMTE SH1C3, WIESO ZIMMER? IHR KÖNNT MICH MAL AM 4RSCH L3CKEN, ICH WILL NACH HAUSE! EURE TIERVERSUCHE LASS ICH NICHT MIT MIR MACHEN IHR SPACKEN!MIR GEHT ES GUT, ICH WILL HIER WEG AUS EURER VERSUCHSANSTALLT VERDAMMTNOCHMAL.“ Die Schwester war sehr bemüht mich zu beruhigen, doch schaffte Sie es nicht. Ich schaute meine Eltern an...diese hatten scheinbar nicht mal mehr die Kraft sich meiner Schimpfattacke entgegen zu stellen. Im Gegenteil, Sie sahen aus, als müssten Sie sich stark zusammen reißen um nicht...

· „Was schaut ihr nur so...es geht mir gut...die haben hier keine Ahnung...da stimmt doch was nicht...bin ich hier das Versuch Kaninchen oder wie...nach hause...wie lange soll ich hier bleiben 1 Tag oder 2???... Sh1c3..ich will .nach hause...“

...to be continued

Sorry, habe im Moment keine Zeit mehr, werde es bei Gelegenheit fertig schreiben (Morgen)

Soviel soll verraten sein : Damals war ich 15 und die 2 Wochen, die ich noch zu leben haben sollte, sind seit 16 Jahren Vorbei und ich bin Kern gesund
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Niemals aufgeben, kämpfen bis zum Schluß
Positiv durchs Leben, Glauben gibt dir Kraft!
Und welcher Ort euch nicht aufnehmen und wo man euch nicht anhören wird, von dort geht hinaus und schüttelt den Staub ab, der unter euren Füßen ist, ihnen zum Zeugnis.
(Markus 6, 7-13)

Geändert von Erzengel (24.08.2005 um 15:20 Uhr)
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  #2  
Alt 24.08.2005, 15:12
Kim Kim ist offline
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Standard AW: Annhemen, glauben, Kämpfen! Mein Weg...

Danke, dass du deine Geschichte mit uns teilst :-)

LG Kim
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  #3  
Alt 25.08.2005, 23:36
Erzengel Erzengel ist offline
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Standard AW: Annhemen, glauben, Kämpfen! Mein Weg...

Es wird wohl etwas länger dauern. Habe mich lang nicht mehr so im Detail mit meiner Krebs Vergangenheit auseinander gesetzt! Es kommt so vieles wieder, wenn auch nicht in chronologischer Reihenfolge
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  #4  
Alt 14.10.2005, 19:17
AnRo AnRo ist offline
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Standard AW: Annhemen, glauben, Kämpfen! Mein Weg...

Hey Erzengel,
wenn du es schaffst, deine Geschichte fertig zu schreiben, dann verspreche ich, die von mir begonnene Geschichte über meinen Mann (Lungenkrebs - Kleinzeller) und mich ebenfalls fertigzuschreiben und dir zu schicken!
Hasst du toll gemacht, du Kämpfer!!
Alles Liebe, Annette
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  #5  
Alt 19.10.2005, 00:02
Kinderschockelade Kinderschockelade ist offline
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Standard AW: Annhemen, glauben, Kämpfen! Mein Weg...

hallo Erzengel,

ich finde es bewundernswert, dass du zumindest schon mal einen teil deiner geschichte hier rein gestellt hast.
ich selbst habe kein krebs, aber ich bin angehörige, erst 20 und es fällt mir verdammt schwer damit umzugehen.
vor drei wochen war ich regelmäßig im krankenhaus und habe meinen Onkel besucht, er ist immer wie ein vater für mich gewesen. und jetzt fühl ich mich so schlecht, weil ich nicht damit umgehen kann. wie soll ich mich verhalten? es ist so schwer, immer diese funken von hoffnung am einen tag und dann einen tag später liegt er plötzlich im koma, weil eine unerwartete OP nicht so verlaufen ist wie sie verlaufen sollte. dann geht es ihm wieder etwas besser und plötzlich ist er halb links gelähmt. dieses hin und her ist so schwer für mich. ich mag ih so gern, aber ich trau mich im moment nicht ins krankenhaus...ich weiß er würde sich sehr freuen und ich will ihn ja auch wieder sehen, aber ich habe so ein großes problem mit dem Tod umzugehen und wenn ich ihn sehe weiß ich, dass ich grad mit dem Tod direkt konfrontiert bin. Es geht ihm sehr schlecht. ich bin hin und her gerissen...aber was bringt es ihm, wenn ich ihn besuche und sofort in tränen ausbreche? die letzten male viel es mir schon schwer und jetzt wo er auf der intensivstation liegt weiß ich, dass ich meine tränen nicht mehr zurückhalten werden kann. wie fühlt man sich als krebspatient bei so was? ist es dann besser,solche Menschen besuchen ienen nicht? ich kann mich da so schwer hineinversetzen. deswegen versuche ich hier hilfe zu finden. was ist denn für krebspatienten am besten, was besuch angeht? er soll sich auch nicht überanstrengen. aber ich will nicht schon wieder den gleichen fehler machen wie bei meinem Opa, den ich nur zweimal besucht habe und der dann gestorben ist. ich bereue es immer noch, fünf jahre später...es ist schrecklich. kannst du mir helfen?

ach, und ich würde es schön finden, wenn du die Zeit und Kraft finden würdest deine Geschichte weiter zu schreiben, sie ist mir sehr nahe gegangen und hat mir bisher gleichzeitig gezeigt wie es sein muss, v.a. als kind, wenn man von nichts bescheid weiß...ich bin sogar richtig wütend geworden, weil dir niemand was gesagt hat.

lieben gruß, und ich hoffe du kannst mir helfen, oder auch jeder andere hier im forum.
JOhanna
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  #6  
Alt 20.10.2005, 20:13
tine tine ist offline
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Daumen hoch AW: Annhemen, glauben, Kämpfen! Mein Weg...

Hallo Johanna,

Du fragst, was man tun kann oder was Krebspatienten erwarten.

Ich kann Dir nur sagen, was ich erwartet habe und hätte. Dass die Angehörigen und Freunde eben nicht wegbleiben. Ich hatte auch nicht erwartet, dass jemand kommt und fröhlich ist und die Krankheit ignoriert oder so tut als wär nix oder den Pausenclown macht oder sich irgendwie verstellt. Natürlich ist Trost von anderen sehr wichtig, aber ich hätte auch gern zusammen mit jemandem geweint, der mir nah ist. Und Dein Onkel kennt Dich wohl und weiß, wie sensibel Du bist. Tränen sind nicht schlimm, und wenn man zusammen weinen kann, hilft das auch.

Dass die Krankheit da ist, ist ja nicht zu übersehen und zu ignorieren. Mir hat es gutgetan, dass einige auch mit mir geweint haben, sie waren da und das brauchte ich. Sie haben mir gezeigt, es kümmert sie, dass ich krank bin. Von denen, die nicht da waren, dachte ich, es kümmert sie nicht, es ist ihnen egal. Wie sie sich verhalten hätten, ob fröhlich aufgesetzt, tröstend oder auch traurig, wäre völlig nebensächlich gewesen, Hauptsache da. Das tat mir weh, dass ich allein war.

Einfach da sein, dem Kranken zeigen, er ist nicht allein, man denkt an ihn, wie eben vorher auch, und kommt zu ihm hin, das denke ich ist wichtig. Es ist doch klar, dass man eine so lange Beziehung nicht einfach abbrechen kann und erst recht nicht, wenn es dem Freund so schlecht geht.

Und wenn du es nicht schaffst, dann schreib ihm doch wenigstens einen Brief und erkläre, warum es dir schwerfällt. Er wird es verstehen, wenn er eine Erklärung bekommt.

Natürlich ist es schwierig für Angehörige und Freunde, keine Frage. Aber der Kranke hat doch im Moment die existentiellen Probleme, nicht Du. Sicher bist Du traurig, aber der Tod gehört zum Leben. Er steht im Raum, und das belastet Deinen Onkel sicher noch mehr. Warum ist es nicht möglich, sich etwas zusammenzunehmen (sorry, ich weiss, ich krieg jetzt Schläge von den Angehörigen!) und es über sich zu bringen, um demjenigen in einer Situation zu helfen, in der er selbst hilf- und machtlos ist.

Hat man eine gesunde Beziehung, ist das Gleichgewicht ja auch da. Und genau jetzt ist diese Beziehung im Ungleichgewicht: Der eine braucht den anderen und der andere kommt nicht. So ist es doch. Egal, warum. Der, der da liegt, kann es doch gar nicht anders sehen als enttäuschend.

Am einfachsten wäre es doch, Du versuchst Dich einmal in die Lage Deines Onkels zu versetzen. Schließ die Augen und stell Dir einfach mal vor, Du lägest da, in seiner Situation. Was würdest Du Dir wünschen? Oder ruf ihn an und frag, ob er möchte, dass Du kommst, sag ihm doch schon am telefon, was Du befürchtest, sag ihm, dass es Dir schwerfällt. Alles wird er verstehen, glaube ich, wenn Du es ihm erklärst.

So habe ich das als Kranke erlebt und so würde ich Dir raten.

Aber ich kann eben nur von mir reden. Und ich wünsch Dir Stärke und Kraft, in jedem Fall!

LG Tine
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  #7  
Alt 23.10.2005, 01:58
AnRo AnRo ist offline
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Standard AW: Annhemen, glauben, Kämpfen! Mein Weg...

Liebe Tine,
ich bin Angehörige und schlage dich nicht...

Liebe Johanna,
mein Mann hatte Lungenkrebs und so wie ich das einschätze - und wir haben uns viel darüber unterhalten - ist es wirklich das Beste, wenn man so ist und so spricht, wie man sich selber auch fühlt. Das heißt nicht, dass du dein Befinden in den Vordergrund stellen sollst (das meint Tine, so schätze ich, mit "zusammenreissen"). Aber es ist gut, mit ihm darüber zu sprechen, ohne das ganze als Hauptthema auszubreiten. Freunde die offen ihre Ängste im Umgang mit uns benannt haben waren uns lieber als solche, die sich nicht mehr gemeldet haben - eine herbe Enttäuschung zum Teil.
Ich weiß wirklich, dass es sehr schwer ist, mit Krebskranken umzugehen, aber es wäre ein Verlust, wenn du es nicht tust.

Viel "Erfolg" (wie nennt man sowas?) und lass mal hören, wie's gelaufen ist! Schäme dich nicht deiner Tränen.

Alles Gute! Annette
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  #8  
Alt 30.05.2006, 14:32
Erzengel Erzengel ist offline
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Standard AW: Annhemen, glauben, Kämpfen! Mein Weg...

Danke schonmal fürs Feedback. Wie man sieht hatte ich sehr viel zu tun, Privat wie beruflich und deshalb kaum Zeit. Aber soll nicht heissen, das ich nicht mehr weiter machen würde. Hier also Teil 2 Meiner Geschichte und Teil 3 wird folgen!

Ultraschall und die Wahrheit kommt ans Licht...

Nach einigem hin und her in der Aufnahme, wurde ich nun zum Ultraschall „beordert“
Ich wurde durch die nach Medizin und Reinigungsmittel riechenden Hallen, in Pastellfar-ben gestrichen, zum Fahrstuhl ins EG befördert. Dort wartete der Chefarzt bereits auf mich. Nach kurzen Begrüßungsfloskeln lag ich also nun auf der „Schlachbank“ und wurde
Mit eklig kaltem Gel bestrichen.

Langsam fuhr er wieder und wieder über meinen Corpus und sagte dann irgendwann :
„So, diese `Mondlandschaft´ ist der Tumor...“

„Der Was? Der Tumor? Krebs? Ich? Ich hab wirklich Krebs? Ich dachte Wucherungen...
Wucherungen meinen Krebs?...“


Meinen fragenden Blick und meiner Fragen „Heisst das ich hab Krebs?“ schaute mich der
Prof erstaunt an und sagte „Oh, Sie wussten noch gar nicht was Sie haben? Sie haben einen Tumor der auf ihre Därme Aufsetzt...“

Komischer weise setzte diese Klarheit einen Prozess bei mir in Gang, der mich selbst ein
Bisschen überraschte. Ich war mir mehr als sicher, das ich wieder gesund werden würde.
Heute kann ich immer noch nicht erklären, warum das so war, ich weiss nur, das ich
Unglaublich viel Kraft in diesem Moment mobilisieren konnte.

Ich schaute in Richtung meine verzweifelten Eltern, die Rotäugig neben mir saßen und schaute ihnen tief in die Augen : „Keine Angst, ich werde diesen Alien in mir besiegen. Ich werde eher wieder aufrecht aus dem Krankenhaus gehen, als ihr meinen Namen sa-gen könnt...“

Was dann genau geschah entzieht sich meiner Erinnerung, ich weiss nur das im Aufnah-megespräch eine Höchstdosierte Chemo angeordnet und erklärt wurde. Mir wurden alle
Möglichen Schauergeschichten erzählt, doch keine davon tangierte mich auch nur im Ge-ringsten.

Das erste Zimmer

Im Laufe der Zeit hieß es dann „Ein Bett ist frei geworden, Sie werden vorerst auf Zim-mer XX liegen“. Gesagt wie getan, also auf in den Kampf. Das erste Zimmer sollte einen
Eindruck hinterlassen, einen schlechten. Da wird doch tatsächlich ein 15 Jähriger Furz,
auf das Zimmer eines Lungekrebs Patienten im Endstadium gelegt. Dieser hatte denn auch nichts besseres zu tun, als seine Lunge in Hustattacken auf dem Bett zu verteilen. Klingt hart, aber als Kind habe ich es so empfunden.

„Na toll. Soll ich jetzt etwa die ganze Zeit hier herumliegen und mir anschauen, wie ein
Mensch verendet?“


Nach einer unruhigen Nacht, mit ständigen Hustanfällen meines Zimmer Nachbarn,
durfte ich am nächsten Tag in ein neues Zimmer. *

*Ich kann leider nicht mehr chronologisch korrekt zuordnen und werde deshalb eine
etwas wirre Zusammenfassung der Therapie Zeit wieder geben.

Die Vorbereitung

Nach der Einweisung ging es die nächsten Tage ans Eingemachte. Ich wurde erst einmal
Einer Magenspiegelung unterzogen, mit positivem Ergebnis. Da ich zuvor in meiner Hei-mat diverser „Teile“ meines Körpers befreit wurde (Teile vom Darm, Magen etc. ), muss-ten meine Innereien überprüft werden.
Nach der ersten Untersuchung wurde mein Thorax geröncht, ebenfalls keine Probleme.
Dann kam die MRT Untersuchung, wo es auch kaum neues zu berichten gab.

Mit den Untersuchungen war ich dann für den Tag durch und ich hatte „Ruhe“ . Ich kam
Auf ein Zimmer mit einer lebenden Nervositäts Zuckung, sprich ein hibbel Patient.
Er war noch um einiges unruhiger als ich und nervte mich tierisch. Er sagte auch den ganzen Tag kaum mehr als „Warum ich...alles Vorbei...“ blablubb...

An dieser Stelle lernte ich Schwester Christine kennen, die sich in der ersten Zeit mit mir
Rumplagen musste. Sie hatte viel Geduld, die brauchte Sie auch

Nach einer weiteren bescheidenen Nacht musste ich den "Klistier Boogey" über mich erge-hen lassen, da eine Darmspiegelung, bevorstand. Danach bekam ich Literweise Vilsa Stil-le Quall...erm...Quelle kredenzt, die ich bis zum Erbrechen trinken „durfte“. Nach ca 3l war es auch soweit, weshalb eine Magensonde gelegt wurde. Diese war mit köstlich kal-tem Liquid gefüllt, das ich nach einer weiteren 30min zur Hälfte in den Äther spie.
Dann gings auf zur lustigen Reise in meinen Allerwertesten, sehr unangenehm und be-gleitet von dauerndem „Wir habens gleich geschafft“ brachte ich auch diesen „Scheiss“ hinter mich. Guter Befund, wie immer...
Nach einer kurzen Ruhepause war der Schlachtplan dann gelegt. Es wurde eine Höchst-dosis Chemopampe für mich festgelegt. Dazu musste dann erst mal mein Rückenmark punktiert werden. Mir wurde gesagt „Nicht aufstehen und laufen. Mindestens 24h lang auf dem Rücken liegen bleiben, sonst können Sie starke Kopfschmerzen un Übelkeit be-kommen.“

„Tjo, kein Problem, wenn ich nicht ich wäre jedenfalls...sicher, ich bleib jetzt 24h auf dem Rücken liegen...

Ich habe ca 3-4h ausgehalten, aber einfach keine Lust auf die Pipiflasche gehabt. Also aufstehen und ablassen, no Problemo.

Der Rest des Tages war eher langweilig und ich lernte noch meine andere Lieblings-schwester „Die Lila Kuh“ kennen. Die Abendschwester war ebenfalls sehr locker...

Nächster Tag, der Herz/Lungen Katheder mit lecker Chemo. Ein Arzt kam und setzte das Erste mal den Schlauch ein. Halb so wild, nur etwas kalt vielleicht. Und ich hielt den Kopf
Die erste Zeit immer schräg

Ich kann gar nichts genaues zu dieser ersten Runde sagen, da ich nur noch weiss, das die Schwestern von mir genervt waren und ich "den Laden" gut unterhielt. Zudem war ich der einzige, der ständig Essen (vornehmlich Pizza und Hähnchen ) orderte. Meine Eltern und Besucher sollten mir auch ständig ½ Hähnchen und Essen mitbringen...ich hatte halt Hunger

Die Zimmernachbarn

Da ich wie gesagt nicht zuordnen kann, wer wann und wie genau bei mir im Zimmer lag, hier ein kurzer Verriss meiner Zimmer Nachbarn.

Den Nervösen ehemaligen Manager hatten wir schon. R.I.P.
Den Briefmarkensammler : Er redete mich den ganzen Tag mit Briefmarken&co zu und
War auch ansonsten wenig inspirierend R.I.P.
Den Netten : Ein Mann, ein Wort, einfach ein klasse Typ der gelassen in die Welt und sein Ende schaute. R.I.P.
Prinz Valium : Den ganzen Tag mit Valium vollgepumpt. Hab ihn bei einer Nachuntersu-chung wiedergertroffen. Dort erzählte er mir, das er nach der Chemo zum Entzug muss-te.
Still alive and kickin

Home sweet Home

Das erste mal nach Hause…auf dem Weg ein mini freuden Kotzer auf der Autobahn.
Zuhause angekommen, TEE (ich bin Ostfriese ) JUHUU!
Ich wollte nur noch los, mich mit Freunden treffen, am besten in dünnen Shorts und T-Shirt los...nach langen Streit und einschreiten meines Onkels trug ich aber doch nen Schal&warmes Zeug. Leukos und Trombos sagten eigentlich „Stay at home“ aber das wäre nicht mein Stil
Ich bin los, führte endlich mal wieder einen normalen Tag und genoß es in vollen Zügen. Freunde wussten nicht so recht mit mir umzugehen, haben aber schnell gemerkt, dass ich wie immer gut gelaunt und laut durchs Leben fegte.
Abends war ich zwar geschafft aber gut gelaunt und so sollte dieser "Heimurlaub" auch bleiben.

Ende Teil 2
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(Markus 6, 7-13)

Geändert von Erzengel (30.05.2006 um 14:38 Uhr)
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  #9  
Alt 30.05.2006, 16:56
Benutzerbild von rezzan
rezzan rezzan ist offline
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Standard AW: Annhemen, glauben, Kämpfen! Mein Weg...

Hallo Erzengel,
kann den nächsten Teil deiner Geschichte kaum abwarten! Du scheinst eine ganz außergewöhnliche Person zu sein - und das auch schon in jungen Jahren. Meine Hochachtung für deine Stärke und deinen Mut und weiterhin alles Gute für dich (und auch für deine Eltern; die Hölle durch die sie gehen mussten ist wahrscheinlich ebenso unbeschreiblich).

Viele Grüße, Rezzan
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  #10  
Alt 02.06.2006, 23:36
dagmar dagmar ist offline
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Standard AW: Annhemen, glauben, Kämpfen! Mein Weg...

Zitat:
Zitat von rezzan
Hallo Erzengel,
kann den nächsten Teil deiner Geschichte kaum abwarten! Du scheinst eine ganz außergewöhnliche Person zu sein - und das auch schon in jungen Jahren. Meine Hochachtung für deine Stärke und deinen Mut und weiterhin alles Gute für dich (und auch für deine Eltern; die Hölle durch die sie gehen mussten ist wahrscheinlich ebenso unbeschreiblich).

Viele Grüße, Rezzan

Hi Rezzan,
ich bin die mamm, vom erzengel, ja es war die hölle für uns, mir haben menschen, bücher zb. umgang mit krebs, eltern betroffener kinder geholfen
und die bibel, denn auch dort findet man eltern die ihre kinder verloren haben.
Wir beteten wie noch nie, ich bat jeden und alle sich mir anzuschließen, somit entwickelte sich ein riesiger gebetskreis. Ich hatte angst meinen kleinen liebling hergeben zu müssen, doch ich wusste, ich musste die entscheidung über sein leben oder sterben gott überlassen, denn wußte ich was besser für ihn wäre?- sicher nicht! Nach drei harten tagen ließ ich mein kind los und überließ
es Gottes willen, wobei ich auch mit dem schlimmsten rechnete, wer gibt sein kind schon freiwillig her?-
Tief aus meinem herzen kam die entscheidung,mir war bewußt ich würde leiden
tieftraurig sein ohne meinen sonnenschein fortleben zu müssen, doch
ich war fest entschlossen diese schwere bürde auf mich zu nehmen, denn ichglaubte wir sehen uns wieder.
Ich habe diese erkenntnis bekommen, als ich aufgrund einer schweren bauchspeicheldrüsenentzündung kurze zeit ins komma fiel und auf der anderen seite aufwachte.
Hier befinden wir uns in der schule, wir müssen bestimmte dinge lehrnen
und den abschluss, wenn möglich bestehen, doch kann es auch sein,
dass wir hier sind um anderen auf ihrem weg zu dienen und helfen.
Nun trotz meiner eigenen erfahrungen sprang mich die angst denoch wie ein tier an. Mein Baby hatte dies fürchterliche krankheit in sich, ( man muss wissen ich lag viele jahre immer wieder für viele monate im krankenhaus und hatte viele leiden sehen unter der chemo).
ich konnte ihm nichts davon abnehmen musste hilflos daneben stehn,
reden------? nein, das half nichts, ich wusste man ist sowieso nicht aufnahmefähig für solche sprüche, doch etwas konnte ich geben,
meine nähe, meine grenzenlose liebe zu diesem kind.Wir verschwiegen nichts mehr, sprachen auch über sein evevtuelles ab-leben, doch was wir am meisten machten, war lachen, auch über meinen sohn, denn er machte seine spässchen, obwohl er an einigen tagen auch entsetzlich agressiv war, eine
reagtion auf die chemo, sagten uns die ärzte und wir sollten es nicht persöhnlich nehmen.
Überhaupt die ärzte und schwestern es waren ganz wundervolle mitfühlende
menschen die uns sehr halfen über die schwere zeit, ach ja zeit sie gaben uns viel von ihrer.
Kurz und gut seine heilung erfolgt rasend schnell und aussergewöhnlich.
Sie hält bis heute an, auch meine eigene nachdem ich gott darum gebeten hatte, gewiss ich habe auch mal meine beschwerden, doch ich habe gelernt damit umzugehen und achte auf die symtome oder signale meines körpers.
Ich bin Gott unendlich dankbar für alles was er bislang in meinem leben bewirkt hat und vieles von dem ist und war nicht immer leicht.
So das sollte mein kommentar zu dem sein, ich wünsche allen hier
Gotte segen, liebe und gesundheit sowie hoffnung, ich aber bete für euch.
Mit lieben grüßen
Dagmar
__________________
so wurde uns geholfen

Geändert von dagmar (02.06.2006 um 23:43 Uhr)
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  #11  
Alt 03.06.2006, 17:45
Benutzerbild von Birgit4
Birgit4 Birgit4 ist offline
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Registriert seit: 03.07.2005
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Standard AW: Annhemen, glauben, Kämpfen! Mein Weg...

Liebe Dagmar ,
ich habe eure Geschichte heute gelesen.
Ich wünsche euch auch von ganzem Herzen Gottes Segen.
Ich bin Betroffene 48,habe 5 Kinder 29,27,21,18 und die kleine ist 7 Jahre. Bin im Sep.2003 an Darmkrebs mit Lebermetastasen erkrankt.
Ich denke genau wie du, unser Leben liegt in Gottes Hände, es ist schön zu lesen, dass ich nicht allein mit meinem Glauben bin.Gott hat mich getragen. ( Spuren im Sand ) und ich vertraue unserem Schöpfer.
Die meisten Menschen verbittern sehr durch ihr Schicksal, und suchen immer einen Schuldigen für ihr Leid.
Wir alle müssen diesen letzten Weg gehen, es wird einem nur klar ,wenn man sehr krank ist.Aber der Tod ist nicht das Ende ,sondern der Anfang !
Ihr lieben alles alles Liebe
seit umarmt von
Birgit
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  #12  
Alt 04.06.2006, 01:30
Erzengel Erzengel ist offline
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Standard AW: Annhemen, glauben, Kämpfen! Mein Weg...

Ich möchte noch etwas "sagen" bevor ich meine Geschichte in der naheliegenden Zukunft beende. Ich glaube weder an die Kicrhe noch an die Bibel, in dem Sinne , wie Menschen Sie verunstalltet haben. Sie stellt lediglich einen Leitfaden dar, wie Menschen in friedlicher Koexistenz leben können.

Gott ist nicht der aus der Bibel, sondern Gott ist lediglich eine Bezeichnung für eine kosmische Energie, die Universal existent ist. Wissenschaftler haben diese Energie sogar faktisch nachgewiesen. Menschen denken lieber in Bildern, so nutzen viele die Bibel, den Koran oder anderes dafür. Lebt im glauben, woran auch immer, aber lernt, das Rituale nichts bringen, sondern lediglich echter Glaube helfen kann!
__________________
Niemals aufgeben, kämpfen bis zum Schluß
Positiv durchs Leben, Glauben gibt dir Kraft!
Und welcher Ort euch nicht aufnehmen und wo man euch nicht anhören wird, von dort geht hinaus und schüttelt den Staub ab, der unter euren Füßen ist, ihnen zum Zeugnis.
(Markus 6, 7-13)
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  #13  
Alt 04.06.2006, 14:36
dagmar dagmar ist offline
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Standard AW: Annhemen, glauben, Kämpfen! Mein Weg...

Hallo, alle miteinander,
ich schließe mich den worten meines sohnes an, ich denke es ist nicht wichtig wie Gott aussieht, (ich denke er zeigt sich nur so, damit er verständlich für alle ist, unser verstand arbeitet in Bildern ).
Somit denke auch ich, es ist nicht von bedeutung ob und welcher religion wir angehören, denn in allen zeigt sich gott nur von einem anderen aspekt aus genauso vielschichtig, unterschiedlich wie wir alle es sind.Ich denke wir alle sind Gottes ausdruck seines charakters mit all seinen faceten.
Wir müssen unsere erfahrungen mit ihm jeder auf seine persöhnliche art, ihm gemäß machen, darum liegt mir missionieren fern, jedoch erzähl ich gern von meinen mit ihm gemachten erfahrungen.
Nun ich habe kein Krebs doch wie gesagt, lag ich über jahre hinaus, immer
wieder mit meiner chronischen Bauchsp..... im KH, lag monatelang am tropf.
Meine jungen jahre etwa von 18-35 Jahre waren davon überschattet
und ich fühlte mich dadurch oft wertlos und sehr unglücklich, wie oft habe ich mir den tod herbei gewünscht,die schmerzen waren oft unerträglich und
oft wurde ich von ihnen durch eine ohnmacht erlöst ( daher weiß ich aber auch wir müssen schmerzen bis zu einer gewissen grenze aushalten).
Besonders schlimm empfand ich es, wenn andere Patienten das Kh nach kurzer zeit verließen und ich immer noch in ihm liegen musste. Doch ich lernte warum ich die krankheit hatte, ich begriff, dass viele sterbenskranke noch offene fragen über gott hatten und ich ihnen vielleicht ein wenig trost, stärke und hoffnung geben konnte. Ich konnte ihnen auch durch meine eigene schmerzerfahrung
mitteilen, dass man seine ängste lernen kann anzunehmen nicht zu kämpfen
sondern sie zuzulassen und sie als teil unserer selbst anzunehmen.
Den schmerz nicht zu bekämpfen, denn er zeigt uns an wir leben noch!!!
Ich bat sie tief durchzuatmen und mit jedem atemzug loszulassen und licht und liebe in dem geschundenen körperteil zu senden. Die angst die uns total gefangen nimmt wegzuatmen sich zu entkrampfen. Habe mitleid mit dir selber
weine ruhig, aber liebe deine körper in all seinen funktionen. Höre musik, singe selbst auch, wenn du meinst es nicht zu können, denn es macht dich frei hebt blockaden in deinem innerem auf. Tanze einfach nur so, habe keine angst dich lächerlich zu machen tu es für dich, egal was die anderen sagen, es ist dein leben und wer weiß denn schon wie lang es noch währt, von einem jedem von uns kann es doch in jedem momment vorbei sein.
Suche freude wo du sie finden kannst.
Jetzt hast du zeit, darüber nachzudenken hat der krebs etwas mit meinen innersten gedanken zu tun, etwas was mich quällt, plagt.
Habe ich meinen innersten den bedürfnissen nie raum gegeben, mich selbst maniepulieren lassen, d.h. nicht mein leben gelebt, sondern das der anderen?-
Natürlich muss dies nicht alles auf jeden so zutreffen, denn kinder haben diese erfahung ja so noch nicht gemacht. Manchmal geschieht es eben einfach , dessen ursache wir nicht wissen, vieleicht nicht mehr wissen?
Wichtig jedoch ist, das lernte ich auch aus eigener erfahrung, die mommente die ohne schmerzen sind zu geniessen und nicht mit arbeit, negativen gedanken zu vergeuden. Alles hat seine zeit, wichtig ist, lass freude in dein herz hinein, schau dich um, höre der natur zu, lebe so als sei jede sekunde die letzte, wobei es egal ist, ob du gesund oder krank bist.Lache such den spass die freude, lese lustige bücher, suche menschen auf mit oder über die du lachen kannst, nimm von dieser dosis soviel du kannst, denn dadurch schüttelt dein körper sogenannte glücksstoffe aus, die dem körper gut tun.
Lass los, befreie dich, wenn auch nur kurz von allem was dich belastet, schaue dorthin von wo wir gekommen sind und wohin wir zurück gehen.Hier
sind wir in einer schule wo wir zu lernen haben, uns gegenseitig zu lieben ehren und zu achten.
Egal ob arm, reich, gebildet, ,,ungebildet" ,schön, häßlich, jung, alt,
krank, gesund oder was wir glauben oder auch nicht. Keiner sollte höher von sich selbst denken als er ist und auch nicht niedriger.
All dies habe ich aber nur durch meine krankheit gelernt und erfahren,
ohne sie wäre ich wohl auf immer hier eine schläferin geblieben hätte mein leben nur einfach so gelebt.
Darum bin ich gott von herzen dankbar für meine krankheit und die daraus resultierenden erfahrungen, dich ich gemacht habe.
Sie war mein bester lehrmeister. Ich konnte vieles davon an andere weitergeben denen ich dadurch helfen konnte, wenigstens wurde es mir noch nach deren heimgehn von deren angehörigen mitgeteilt.
Das glück, das ich hatte zu erleben, waren und sind ja schon meine beiden söhne, denke ich an sie habe ich in meinen gedanken und in meinem herzen und in meiner seele, sowie in meinem geist ein tiefes glücksempfinden und eine liebe, die so gewaltig ist, das sie den ganzen erdball umarmt, durchdringt und alle menschen in und an dieser liebe teilhaben lässt.
Dafür hat es sich gelohnt zu leben, jede sekunde.
AUCH DU HAST KINDER FÜHLE DIESE LIEBE, LASS SIE IN DIR ANSCHWELLEN HOCHKOMMEN UND RAUSFLIESSEN FÜHLE WIE SIE JEDE ZELLE DEINES KÖRPERS DURCHDRINGT UND UMSPÜLT; WERDE SELBER ZUM FLUSS:
So das wars was meine eigenen erfahrungen angeht und habe ich durch sie nur einem menschen hoffnung, kraft und trost zukommen lassen ist mein
dasein hier schon gerechtfertigt und erfüllt.Ich bete für alle leidenden, ob am körper oder im geist, ich sende meine liebe und mein mitgefühl aus an alle die da sind und was da ist.
Ich bin übrigens keine kirchgängerin und nicht besonders lieb und nett,
sondern einfach nur ich und noch immer auf dem weg zu lernen und
offen für neue erfahrungen.
Gottes segen möge sich über euch alle hier ergiessen,
besonders über seine helfer hier, die viel kraft und liebe brauchen im umgang mit dem täglichem leid ihrer mitmenschen.
Mit Lieben Gruß
Dagmar
__________________
so wurde uns geholfen
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  #14  
Alt 05.06.2006, 11:32
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Birgit4 Birgit4 ist offline
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Standard AW: Annhemen, glauben, Kämpfen! Mein Weg...

Liebe Dagmar,
deine (eure ) Worte zu lesen ,hat sehr mein Herz berührt.
Es steckt so viel Warheit und Weisheit dahinter, ich empfinde genauso ,nur ich kann es nicht so gut in Worte fassen.
Ich bin auch kein Kirchengänger, ich weiß das es eine höhere Macht gibt.Durch meine Krankheit und viele Schicksalsschläge habe ich erfahren, dass wir nicht allein sind, wenn man sein Herz öffnet, und das Geschenk was Gott uns Menschen gegeben hat einsetzt ( Das innere Gefühl,der erste Gedanke bei Entscheidungen)die Liebe.
In meiner Not, habe ich immer den Beistand gespührt.Ich glaubte daran, das es Gott gibt, heute nach meiner schweren Krankheit weiß ich das es Gott gibt.
Mein Glaube und Wissen sind in meinem Herzen entstanden, und Gott ist für mich "Liebe ", wer in der liebe bleibt, und lebt , bleibt und lebt in Gott.
Danke für deinen Segen , denn wünsche ich euch auch ,und das von ganzem Herzen.
Ja, die Liebe zu unseren Kindern ist was ganz tiefes, ich empfinde wie du !!!!!
Ich liebe eigentlich jedes Kind,Kinder sind so reine Seelen.
Ich danke dir, du (Ihr ) habt mir viel durch eure Zeilen gegeben!
Alles Liebe
von Birgit




Darf ich fragen ,ob du auch in HH wohnst ???
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  #15  
Alt 06.06.2006, 11:53
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rezzan rezzan ist offline
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Standard AW: Annhemen, glauben, Kämpfen! Mein Weg...

Liebe Dagmar,

vieles von dem, was du geschrieben hast, berührt mich sehr. Vor allem ist es aber die unbändige Kraft und der Glaube, die aus deinen Worten sprechen. Und ja, selbstverständlich sind deine Worte Trost und auch Hilfe, auch wenn es für mich nicht ganz so leicht ist zu glauben.

Ich meine nicht den Glauben an Gott, daran glaube ich sehr wohl. Und auch dass es vollkommen unwichtig ist an welchen oder wie man ihn nennt. Nein viel schwieriger finde ich es daran zu glauben, dass man auch viel Glück und Freude angesichts von Krankheit und Leid leben kann. Und das ist das eigentlich bewegende an deiner/eurer Geschichte. Dafür beneide ich euch und wünsche euch weiterhin, dass ihr diese wundervolle Gabe behaltet.

Vielen Dank für deine Geschichte und dein "Erzengel" kann glücklich sein, eine solche Mutter zu haben,
Rezzan
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