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  #1  
Alt 20.11.2006, 23:29
Benutzerbild von Katrin A.
Katrin A. Katrin A. ist offline
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Standard Läßt die Angst mal nach??

Ein herzliches "Hallo" an alle.
Ich hab etwas gewartet,ob ích dieses Thema eröffne,aber ich kann es nicht mit "Nicht-betroffenen" weiter besprechen.
Ich bin seit 4 Monaten an Brustkrebs erkrankt,bin 29 Jahre und hab eine Scheißangst.
Angst nichtmehr wirklich lange zu leben,mit lange meine ich 30-50 Jahre.
Ich war vorher so ein fröhlicher,lebensfreudiger Mensch und das ist alles nicht mehr so möglich.Ich hab so oft richtig abgelacht,und nun bin ich froh,wenn ich überhaupt mal lache für kurze Zeit.
Ein ganz dunkles Gefühl ist irgendwie in mir.
Wenn jemand von der Zukunft,ganz unbefangen mit mir redet,denke ich bzw. fühle ich immer:"ob ich dann wohl noch bin".
Die damit verbundene Angst macht mich zutiefst traurig.
Ich traue mich kaum Pläne zu schmieden die weiter in der Zukunft liegen als 5 Jahre
Ich kann mir kaum vorstellen das ich mal sage:"ich hatte vor 20 Jahren Krebs".
Oh,man sorry das ich sowas negatives schreibe.

Ich möchte nur wissen,ob sich die Angst wohl mal legt?
Lernt man damit zu leben?
Kann sich die Einstellung zur Angst ändern?
Kann man wieder richtig glücklich und auch mal kurz unbeschwert sein?
Wie geht es euch?
Vielen Dank schonmal für eventuelle Antworten.
Werde bestimmt mal wieder positives von mir geben.
Bis bald und liebe liebe Grüße an alle,Katrin
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  #2  
Alt 21.11.2006, 00:06
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Blauerschmetterling Blauerschmetterling ist offline
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Standard AW: Läßt die Angst mal nach??

Hallo Katrin,
Du schreibst überhaupt nichts Negatives. Du schreibst lediglich, was wir alle empfinden: Angst. Jeder versucht die bestmögliche Art zu finden, damit umzugehen. Deine Erkrankung liegt noch nicht soweit zurück, somit ist Dein Gefühlsleben verständlich und Du wirst viel Geduld haben müssen. Ich scheine die Angst irgendwie verdrängt zu haben, doch litt ich lange Zeit unter großer Traurigkeit. Heute, nach zwei Jahren, habe ich keine Angst mehr erneut zu erkranken, obwohl mir auch manchmal der Gedanke kommt: ob ich das noch erlebe? Und was bringt mir die ewige Angst? Sie kostet meine Lebenszeit, indem ich Stunden und Tage zu nichts anderem mehr fähig bin, anstatt mich an kleinen Dingen zu erfreuen und die Zeit zu genießen, so wie es der gesundheitliche Zustand zulässt. Aber bis man so denken kann, ist es ein weiter Weg.

Ich wünsche Dir viel Kraft.
Liebe Grüße
Blauerschmetterling
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  #3  
Alt 21.11.2006, 04:08
GI-Blue GI-Blue ist offline
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Standard AW: Läßt die Angst mal nach??

Liebe Katrin,

ich kann Deine Gedanken gut nachvollziehen. Ich habe ebenfalls vor fast vier Monaten erfahren das ich Krebs habe. Mir wurden drei maligne Melanome am Rücken und der Wächterlymphknoten entfernt. Seitdem mache ich eine Hochdosis-Interferon Therapie. Nach der Diagnose ist für mich eine Welt zusammengebrochen. Beruflich wie auch Privat. Ich hatte Angst in die Zukunft zu schauen. Zumindest in eine weitere Zukunft.
Durch die Erkrankung habe ich aber soviel Beistand durch meine Familie, meine Freunde und Kollegen/Vorgesetzte erfahren, dass ich ganz gut abgefedert wurde.
Mittlerweile bin ich an einem Punkt angekommen, dass ich mein Leben nicht durch Zukunftsängste bestimmen lassen möchte. Ich sage bewußt Zukunftsangst und nicht Todesangst. Ich habe für mich entschieden, mein Leben nicht durch den Krebs bestimmen zu lassen, d.h. ich werde natürlich meinem Körper alle nötige Ruhe, Erholung und Therapie zukommen lassen. Auch betrachte ich meine Krankheit und den Heilungsprozess ganzheitlich, d.h. ich habe meine Ernährung umgestellt, unternehme Körperreisen und meditiere. (Über so etwas habe ich im übrigen vor einem halben Jahr geschmunzelt, heute tut es mir richtig gut.) Aber es bedeutet nicht, dass ich wie das Kaninchen vor der Schlange sitzen werde, von Untersuchung zu Untersuchung warte ob der Krebs wieder ausbricht. Ich versuche mein Leben intensiv zu erleben. In meinem Fall Reisen, Naturerlebnisse, Rock´n Roll, Sport, für Menschen da sein und auch weiter im Beruf voranzukommen. Selbst wenn ich nur 35 Jahre alt werden sollte, so will ich sagen: Ich habe gelebt. Angst vor dem Tod hatte und habe ich keine. Die Zukunftsängste hatten mich fast zerrissen, zur Verzweiflung gebracht und mir vor Wut die Tränen ins Gesicht getrieben. Aber ich sehe das so, dass ich mein Leben in meinen Händen behalten muss und es nicht dem Krebs überlassen wil.
Ich wünsche Dir, dass Du die Kraft findest gegen Deine Ängste anzugehen und sie zu überwinden oder aber lernst mit ihnen umzugehen. Lass Dir dabei ruhig helfen und probiere aus. Mir helfen die Körperreisen und die Meditation, natürlich mit Anleitung. (Bin ja kein alter Yogi-Meister )
Ich arbeite noch an meinen Ängsten aber es geht in großen Schritten voran.

Alles Liebe, Till

Geändert von GI-Blue (21.11.2006 um 04:15 Uhr)
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  #4  
Alt 21.11.2006, 10:58
Benutzerbild von Rosi22
Rosi22 Rosi22 ist offline
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Standard AW: Läßt die Angst mal nach??

Liebe Katrin,

warum sollen "Nicht-Betroffene" Deine Angst nicht verstehen, begreifen oder nachvollziehen können? Haben wir nicht alle bereits Angst an Krebs zu erkranken? Wer möchte behaupten das "Nicht-Betroffene" womöglich nur noch nicht wissen, dass sie selbst bereits erkrankt sind?

Ich für meinen Teil verstehe Deine Angst total, würde auch nicht anders reagieren, würde genau so denken und auch erstmal die aufkommende Panik durchleben. Der einzige Unterschied ist: Du steckst in dieser Situation, für mich ist sie eine denkbare Hypothese. Ich wünsche Dir ganz viel Kraft, Hoffnung und Glaube um die Krise zu bewältigen!!

Ich halte es aber für wichtig, die Angst zuzulassen, sich nur nicht darin zu verlieren. Angst bremst und lähmt, das raubt so viel Kraft.
Auch ich habe "Angst" und frage mich, ob ich morgen noch dieses und jenes erlebe. Wir leben und wir müssen eines Tages mal gehen. Das Leben ist nicht ohne Risiko, das betrifft jeden.

Darum immer mein Appell: vergesst vor lauter Angst und Sorge nicht das Leben zu leben, schaut nach wie es in Euch aussieht. Und schreit wenn Euch danach ist. Es gibt viele Menschen, die zuhören und verstehen können

Alles Gute für Dich und Deine Gesundheit
Liebe Grüße,
Rosi
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  #5  
Alt 21.11.2006, 11:37
Thomas Thomas ist offline
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Standard AW: Läßt die Angst mal nach??

Hallo Katrin,

ich kann nur berichten wie es mir mit dem Thema geht. Auch nach 10 Jahren einer als unheilbar geltenden Leukämie hat mich die Angst nicht verlassen, aber ich habe gelernt damit zu leben.
Mir hilft das Wort von Jesus : "In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden". Dahinter steht, dass auch der Glaube die Angst nicht wegnimmt, aber relativiert.

Die ersten Wochen und Monate waren schwer, oft mit (eher heimlichen) Tränen, das Gefühl meine, damals z.T. noch kleine, Kinder verlassen zu müssen. Aber die Zeit und der Glaube hat mir geholfen mit der Krankheit und der Angst zu leben.

Ich wünsch Dir viel Kraft und Mut
Thomas
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  #6  
Alt 21.11.2006, 12:51
bobbylee bobbylee ist offline
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Standard AW: Läßt die Angst mal nach??

Liebe Katrin,

die Angst wird immer Begleiter unseres Lebens sein, denke ich. Heute und auch schon in den letzten Tagen stehe ich ihr wieder gegenüber, weil morgen eine CT bei mir ansteht. Als ich gestern das Kontrastmittel abholte und durch die Gänge der Klinik lief, war alles wieder da, die Erinnerung an damals, an meine Gefühle, an meine Angst. Und dabei ist es schon bald fünf Jahre her, dass ich mit der Diagnose Darmkrebs konfrontiert wurde.
Aber das heißt nun nicht, dass die Angst immer da ist, dass sie mein Leben bestimmt. Auch ich habe einen neuen Weg eingeschlagen, einen ruhigeren,vielleicht auch nachdenklicheren, aber im positiven Sinn. Ich höre auf meine innere Stimme , nehme mir Zeit, in mich hinein zu lauschen, für mich da zu sein. Ich freue mich auch an den kleinen Dingen des Lebens , materielle Dinge bedeuten mir nicht mehr soviel. Nachdem meine Darmbeschwerden langsam besser werden und ich wieder mehr am Leben "draußen" teilnehmen kann, nutze ich das natürlich, wann immer es geht. Größere Reisen sind noch nicht drin, aber man kann ja trotzdem davon träumen und sich ersteinmal kleinere vornehmen. Auch kleine Schritte bringen einen vorwärts und machen Freude. Wichtig ist, sich wieder Ziele zu setzen, Dinge zu tun, die man schon immer tun wollte, das zu machen, was einem gut tut. Nicht die Jahre in unserem Leben zählen, sondern das Leben in unseren Jahren. So lautet eine asiatische Weisheit. Für mich ist sie zu einer Lebesmaxime geworden. Und ich werde auch weiterhin noch versuchen, meine Träume zu leben, solange es mir möglich ist. Und wenn die Angst einmal wieder aufflackert, ist es für mich auch wichtig, mit anderen darüber zu sprechen. Gute Freunde oder die Familie an der Seite helfen am schnellsten, das Gespenst wieder zu vertreiben. Auf jeden Fall fühlt man sich dann geborgen und nicht allein.

Liebe Katrin, ich wünsche dir viel Kraft auf deinem Weg. Und ich sage das nicht so dahin, wenn ich meine, dass wieder bessere hellere Zeiten kommen werden. Du wirst auch einen Weg finden, die Angst in Schranken zu halten und das Leben wieder neu genießen.

Alle guten Wünsche für dich

Bobby Lee
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  #7  
Alt 21.11.2006, 13:12
Benutzerbild von Birgit4
Birgit4 Birgit4 ist offline
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Standard AW: Läßt die Angst mal nach??

Liebe Katrin, und ihr lieben hier alle!
habe deine (eure) Zeilen gelesen,und es ist so wie ihr es schreibt.
Ich bin seit Sep.2003 betroffene 48(Darmkrebs pT4, mit 2 Lebermetastasen)
Die Angst ist ein ständiger Begleiter...

Aber ich lese oft diese Geschichte....und ich finde da steckt so viel Warheit drin.

Zwei sorgenfreie Tage

Es gibt in jeder Woche zwei Tage, über die wir uns keine Sorgen machen sollten. Zwei Tage, die wir frei halten sollten von Angst und Bedrückung. Einer dieser Tage ist Gestern mit all seinen Fehlern und Sorgen, geistlichen und körperlichen Schmerzen. Das Gestern ist nicht mehr unter unserer Kontrolle! Alles Geld der Welt kann das Gestern nicht zurückbringen; wir können keine einzige Tat, die wir gestern getan haben, ungeschehen machen. Das Gestern ist vorbei.

Der andere Tag, über den wir uns keine Sorgen machen sollten, ist das Morgen mit seinen möglichen Gefahren, Lasten, großen Versprechungen und weniger guten Leistungen. Auch das Morgen haben wir nicht unter unserer sofortigen Kontrolle. Morgen wird die Sonne aufgehen, entweder in ihrem vollen Glanz oder hinter einer Wolkenwand. Aber eins steht fest: sie wird aufgehen! Bis sie aufgeht, sollten wird uns nicht über Morgen Sorgen machen, weil Morgen noch nicht geboren ist.

Da bleibt nur ein Tag übrig: Heute!
Jeder Mensch kann täglich nur ein Tagwerk bewältigen. Dass wir zusammenbrechen geschieht nur, wenn Du und ich die Last dieser zwei fürchterlichen Ewigkeiten - Gestern und Morgen - zusammenfügen. Es sind nicht die Erfahrungen von Heute, die die Menschen verrückt machen; es ist die Reue und Verbitterung für etwas, was gestern geschehen ist, oder die Furcht vor dem, was das Morgen wieder bringen wird. Heute ist das Morgen, worüber wir uns gestern Sorgen gemacht haben.

Laßt uns heute "Leben"kein Mensch weiß was "Morgen" ist

In diesem Sinne .....wünsche ich euch schöne Momente.
Alles liebe eure
Birgit
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  #8  
Alt 21.11.2006, 13:23
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Katrin A. Katrin A. ist offline
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Standard AW: Läßt die Angst mal nach??

Hallo ihr Lieben.
Ich bedanke mich herzlich für eure Antworten,Gedanken und Erfahrungen,und muß sagen ihr habt ja recht.Ich denke ich werde eure Texte noch öfter lesen...
denn es stimmt darin ja alles.
Ich habe auch schon etwas geändert in meinem Leben.
Ich lerne autogenes Training,geh viel spazieren und merke das ich plötzlich viele Kleinigkeiten des Alltags mehr schätze bzw. geniesse,z.b. mit meinem Hund richtig spielen,einen Spaziergang usw.
Die asiatische Weisheit finde ich sehr zutreffend,aber ich muß es noch mehr umsetzten oder begreifen...?
Aber ihr macht mir Hoffnung,dass man damit leben kann.

Ich hoffe auch das die Traurigkeit und Angst mich zu sehr auffrißt...daran werde ich arbeiten.
Ich merke auch das ich früher vieles getan hab was ich nie richtig wollte,und beginne nun viel mehr in mich reinzuhören...das scheint wichtig zu sein.
Euer Zuspruch tut richtig gut
Es stimmt auch das jeder Mensch gewisse Ängste im Leben hat,aber soeine reale Angst kannte ich bislang nicht.
Auch mich unterstützen Freunde und Familie sehr,ich hab nur öfter die Befürchtung das ich sie zu sehr belaste wenn ich über meine Angst rede.
Nochmals danke an alle.
Liebe Grüße,Katrin.
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  #9  
Alt 21.11.2006, 13:25
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Katrin A. Katrin A. ist offline
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Standard AW: Läßt die Angst mal nach??

Liebe Birgit.
Danke für deine Zeilen...
Ich denke auch diese werde ich noch öfter lesen.....das ist alles so wahr.
Danke
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  #10  
Alt 21.11.2006, 15:46
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Rosi22 Rosi22 ist offline
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Standard AW: Läßt die Angst mal nach??

Zitat:
Auch mich unterstützen Freunde und Familie sehr,ich hab nur öfter die Befürchtung das ich sie zu sehr belaste wenn ich über meine Angst rede.
Hey es geht um Dich! Katrin, frage sie doch einfach und höre auf Deinen Bauch

die Entscheidung Deiner Freunde und Deiner Familie, brauchst Du ihnen wirklich nicht abnehmen, sie werden wissen was sie können oder nicht... ein Gesunder kann viel mehr wegstecken als ein Betroffener, nicht wahr?
Sich in einer belasteten Situaion mit Dingen zu belasten, die andere belasten könnten. Darf ich etwas schmunzeln?

LG Rosi
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  #11  
Alt 21.11.2006, 16:22
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Standard AW: Läßt die Angst mal nach??

Hallo,Rosi.
Klar darfst du schmunzeln.
Mir scheint das echt mein Hauptproblem zu sein,immer darüber nachzudenken,ob das alles für andere Okay ist.
Allmählich fällt es mir wie Schuppen von den Augen,denn den sATZ:Mach die um uns mal keine Sorgen,bzw. es geht um DICH,kenn ich schon sehr lange in meinem Leben
Man lernt ja nie aus,ich glaub daran darf ich dann nun mal arbeiten..
Vielen Dank nochmal für die Antwort
Liebe Grüße Katrin
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  #12  
Alt 21.11.2006, 16:30
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Rosi22 Rosi22 ist offline
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Standard AW: Läßt die Angst mal nach??

Katrin ist auf dem richtigen Weg tirallala

nur eins noch: jeder ist für sich selbst verantwortlich...

Viele liebe Grüße
Rosi
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  #13  
Alt 21.11.2006, 16:54
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Birgit4 Birgit4 ist offline
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Standard AW: Läßt die Angst mal nach??

Liebe Katrin,
ich habe hier noch eine schöne Geschichte....
Kopf hoch ,die "Zeit" heilt die Wunden.
Deine Birgit


Das Märchen von der traurigen Traurigkeit

Es war eine kleine Frau, die den staubigen Feldweg entlang kam. Sie war wohl schon recht alt, doch ihr Gang war leicht, und ihr Lächeln hatte den frischen Glanz eines unbekümmerten Mädchens. Bei der zusammengekauerten Gestalt blieb sie stehen und sah hinunter. Sie konnte nicht viel erkennen. Das Wesen, das da im Staub auf dem Wege saß, schien fast körperlos. Sie erinnerte an eine graue Flanelldecke mit menschlichen Konturen. Die kleine Frau bückte sich ein wenig und fragte: "Wer bist du?"

Zwei fast leblose Augen blickten müde auf. "Ich? Ich bin die Traurigkeit", flüsterte die Stimme stockend und leise, dass sie kaum zu hören war.

"Ach, die Traurigkeit!" rief die kleine Frau erfreut aus, als würde sie eine alte Bekannte grüßen.

"Du kennst mich?" fragte die Traurigkeit misstrauisch.

"Natürlich kenne ich dich! Immer wieder hast du mich ein Stück des Weges begleitet."

"Ja, aber...", argwöhnte die Traurigkeit, "warum flüchtest du dann nicht vor mir? Hast du denn keine Angst?"

"Warum sollte ich vor dir davonlaufen, meine Liebe? Du weißt doch selbst nur zu gut, dass du jeden Flüchtling einholst. Aber, was ich dich fragen will: Warum siehst du so mutlos aus?"

"Ich... bin traurig", antwortete die graue Gestalt mit brüchiger Stimme.

"Die kleine alte Frau setzte sich zu ihr. "Traurig bist du also", sagte sie und nickte verständnisvoll mit dem Kopf. "Erzähl mir doch, was dich so bedrückt."

Die Traurigkeit seufzte tief. Sollte ihr diesmal wirklich jemand zuhören wollen? Wie oft hatte sie sich das schon gewünscht. "Ach, weißt du", begann sie zögernd und äußerst verwundert, "es ist so, dass mich einfach niemand mag. Es ist nun mal meine Bestimmung, unter die Menschen zu gehen und für eine gewisse Zeit bei ihnen zu verweilen. Aber wenn ich zu ihnen komme, schrecken sie zurück. Sie fürchten sich vor mir und meiden mich wie die Pest." Die Traurigkeit schluckte schwer. "Sie haben Sätze erfunden, mit denen sie mich bannen wollen. Sie sagen: Papperlapapp, das Leben ist heiter. Und ihr falsches Lachen führt zu Magenkrämpfen und Atemnot. Sie sagen: Gelobt sei, was hart macht. Und dann bekommen sie Herzschmerzen. Sie sagen: Man muss sich nur zusammenreißen. Und spüren das Reißen in den Schultern und im Rücken. Sie sagen: Nur Schwächlinge weinen. Und die aufgestauten Tränen sprengen fast ihre Köpfe. Oder aber sie betäuben sich mit Alkohol und Drogen, damit sie mich nicht fühlen müssen."

"Oh ja", bestätigte die alte Frau, "solche Menschen sind mir schon oft begegnet."

Die Traurigkeit sank noch ein wenig mehr in sich zusammen. "Und dabei will ich den Menschen doch nur helfen. Wenn ich ganz nah bei ihnen bin, können sie sich selbst begegnen. Ich helfe ihnen, ein Nest zu bauen, um ihre Wunden zu pflegen. Wer traurig ist, hat eine besonders dünne Haut. Manches Leid bricht wieder auf, wie eine schlecht verheilte Wunde, und das tut sehr weh. Aber nur, wer die Trauer zulässt und all die ungeweinten Tränen weint, kann seine Wunden wirklich heilen. Doch die Menschen wollen gar nicht, dass ich ihnen dabei helfe. Statt dessen schminken sie sich ein grelles Lachen über ihre Narben. Oder sie legen sich einen dicken Panzer aus Bitterkeit zu."

Die Traurigkeit schwieg. Ihr Weinen war erst schwach, dann stärker und schließlich ganz verzweifelt. Die kleine, alte Frau nahm die zusammengesunkene Gestalt tröstend in ihre Arme. Wie weich und sanft sie sich anfühlte, dachte sie und streichelte zärtlich das zitternde Bündel. "Weine nur, Traurigkeit", flüsterte sie liebevoll, "ruh dich aus, damit du wieder Kraft sammeln kannst. Du sollst von nun an nicht mehr alleine wandern. Ich werde dich begleiten, damit die Mutlosigkeit nicht noch mehr an Macht gewinnt."

Die Traurigkeit hörte auf zu weinen. Sie richtete sich auf und betrachtete erstaunt ihre neue Gefährtin: "Aber ... aber - wer bist eigentlich du?"

"Ich?" sagte die kleine, alte Frau schmunzelnd, und dann lächelte sie wieder so unbekümmert wie ein kleines Mädchen. "Ich bin die Hoffnung."
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  #14  
Alt 21.11.2006, 17:17
GI-Blue GI-Blue ist offline
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Standard AW: Läßt die Angst mal nach??

Liebe Rosi,

zwei Deiner Aussagen kann ich so nicht unkommentiert für mich nicht stehen lassen.

Ich zitiere:
1. "warum sollen "Nicht-Betroffene" Deine Angst nicht verstehen, begreifen oder nachvollziehen können? Haben wir nicht alle bereits Angst an Krebs zu erkranken? Wer möchte behaupten das "Nicht-Betroffene" womöglich nur noch nicht wissen, dass sie selbst bereits erkrankt sind?"

Ich bin der festen Überzeugung das Nicht-Betroffene diese Ängste nicht vollständig verstehen und begreifen können. Sie können sie nachvollziehen. Lance Armstrong hat in seinem Buch "Tour des Lebens" treffend festgestellt, dass er seit seiner Erkrankung zu der Gemeinschaft der Krebskranen gehört und ihr Zeit seines Lebens angehören wird. Dabei handelt es sich ja nicht um eine organisierte Gemeinschaft, sondern vielmehr um ein Gefühl, dass zwei oder mehr Menschen spüren die persönlich betroffen und in direktem Kontakt miteinander stehen. Ich habe dieses Gefühl bisher immer gehabt, wenn ich mit anderen Erkranten persönlich gesprochen habe.
Ich kann Katrin so gut verstehen, wenn sie schreibt : "Ich hab etwas gewartet,ob ích dieses Thema eröffne,aber ich kann es nicht mit "Nicht-betroffenen" weiter besprechen.", denn an eine gewissen Punkt kommt der Nicht-Betroffene nicht mehr mit. Ich habe diese, leider auch sehr schmerzliche Erfahrung gemacht. Sogar meine Mutter (selber Therapeutin an einer psychosomatischen Klinik, betroffene Angehörige durch mich und auch, ähnlich wie Du, durch den Krebstod ihres Vaters, meines Großvaters), meine engste Vertraute und wichtigste Stütze, kann in gewissen Situationen nicht weiterhelfen. Eben weil hier das persönliche Erleben fehlt. Gespräche mit anderen, auch sehr schwer erkranten, Krebspatienten habe ich, als ebenfalls Betroffener, nie als depressiv empfunden. Sie waren zwar traurig, aber ich konnte immer eine Verbindung wahrnehmen, die das Gespräch unglaublich
leichter gemacht haben. Ich habe den Kontakt zu anderen "Krebslern" immer als eine tiefe Bereicherung empfunden, die mich nicht zuletzt auch motieviert, auch wenn ich ja freiwillig nie Teil dieser Gemeinschaft sein wollte.
Liebe Katrin, solltest Du diese erfahrung noch nicht gemacht haben, hoffe ich, dass Du ähnlich erlebst. Umso unkomplizierter geht es mit Betroffenen im gleichen Alter.


Liebe Rosi, zudemmöchte ich noch einen zweiten Satz kommentieren.

Ich zitiere: "...ein Gesunder kann viel mehr wegstecken als ein Betroffener, nicht wahr?"
Das ist nur sehr bedingt wahr, denn wie vielen Angehörigen, Freunden und Bekannten fällt es schwer mit der Diagnose Krebs umzugehen. Das führt soweit, dass sie aus Unsicherheit den Kontakt abbrechen. Letztlich steckt der Betroffene vielfach mehr weg als der Nicht-Betroffene. Und wie oft stützt der Betroffene seine Familie, Frau, Freundin, manchmal sogar noch am
Sterbebett. Hier gibt es ein tolles Buch eines holländischen Autors, der seine Erlebnisse mit seiner todkranken frau schildert. Leider habe ich den Titel vergessen, werde ihn aber nach reichen.
Auch die hier geschilderten Erfahrungen habe ich gemacht. Sie waren schmerzlich, aber haben mich zugleich gestärkt. Denn, nicht zuletzt der Krebskranke prägt sein Umfeld ob er in Mitleid, Ängsten und Zweifeln versinkt oder aber motiviert, sich motivieren lässt und aktiv gestaltet.
Wahr ist, und da sollte jeder Kranke dankbar sein, dass die nahe stehenden Nicht-Betroffenen, stützen, begleiten und motivieren und ohne sie eine Heilung kaum gelingen kann.

Liebe Grüße an Alle (Betroffene und nicht-Betroffene), Till
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  #15  
Alt 21.11.2006, 18:03
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Rosi22 Rosi22 ist offline
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Standard AW: Läßt die Angst mal nach??

Till ich will an dieser Stelle nicht streiten, denn meine Worte waren persönlich und an Katrin gewandt.
Wenn ich eins nicht mag, so sind das Wortklauberein in Beiträgen, die dann von X Leuten auseinandergenommen werden und ein Kommentar den nächsten mit Zitaten und weiteren Kommentaren belegt.

Diese Foren meide ich mittlerweile konsequent, weil es nicht in meinem Sinne ist Worte zu wählen und abzuwägen ob jemand sie auseinander diskutiert, etwas hineininterpretiert, oder etwas anderes dran zu "stinken" hat.

Zitat:
Ich bin der festen Überzeugung das Nicht-Betroffene diese Ängste nicht vollständig verstehen und begreifen können.
siehst Du, ich sehe das eben anders und spreche in meinen (v.a. persönlichen) Beiträgen von mir

Liebe Grüße
Rosi
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