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  #1  
Alt 30.12.2005, 01:09
achimmaryweyhe achimmaryweyhe ist offline
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Standard ist Krebs ansteckend, oder warum.......

............sind einige FREUNDE, BEKANNTE, NACHBARN, KOLLEGEN so ?????????????????????????
seit anfang februar 2005 ist meine frau (49 jahre alt) an krebs erkrankt, t-zellen-lymphom non hodgkin hochmalignes nhl und ende november nach chemo, bestrahlung und teilnahme an einer studie erst wieder aus dem krankenhaus entlassen worden, nicht weiter therapierbar, die ärzte können nichts mehr machen.
dazu von haus aus 1,68 cm körpergröße, aber jetzt 40 kg gewicht und die haare sind auch weg.
das sind die grundvoraussetzungen.............................. .................
UND JETZT GEHT ES LOS.
IST DIESER KREBS WIRKLICH ANSTECKEND????????????????????????????????? oder warum
-- denken manche FREUNDE, BEKANNTE,NACHBARN, und KOLLEGEN, man muß nicht mehr anrufen, obwohl man vorher jahrelang fast täglich miteinander telefoniert hat ????? KREBS KANN NICHT DURCH DAS TELEFON ÜBERTRAGEN WERDEN, DAS IST DOCH WOHL BEKANNT!!!!!
-- wechseln NACHBARN und BEKANNTE die straßenseite, wenn ich als angehöriger nach draußen gehe????? KREBS IST AUCH NICHT DURCH ANGEHÖRIGE ÜBERTRAGBAR, DAS IST DOCH WOHL BEKANNT!!!!!
-- gehen NACHBARN ins eigene haus zurück, wenn ich mit meiner kleinen, die in ihrem rollstuhl sitzt, spazieren fahre????? KREBS KANN AUCH NICHT DURCH ANSPRECHEN DER BETROFFENEN ÜBERTRAGEN WERDEN, DAS IST DOCH WOHL BEKANNT!!!!!
-- erhalte ich als angehöriger und als meine kleine aus dem krankenhaus raus war, warum bekommen wir beide zusammen von einigen FREUNDEN, BEKANNTEN und NACHBARN keine einladungen mehr für treffen, feinern oder ähnliches, vor der krankheit hat man ja auch alles immer gemeinsam gemacht????? KREBS IST AUCH IN DIESEM FALLE NICHT ANSTECKEND, DAS IST DOCH WOHL BEKANNT!!!!!

das alles ist traurig aber wahr, ich glaube, viele von euch haben die gleichen erfahrungen gemacht.

es macht einen als betroffenen (ich spreche jetzt für meine kleine) und auch mich als angehörigen manchmal fuchsteufelswild, wenn man so etwas mitbekommt.

andersherum muß man wohl auch verständnis haben, weil nicht alle mit einem solchen schicksal in der bekanntschaft, nachbarschaft oder im verwandtenkreis umgehen können.

es hat eben alles seine zwei seiten.........



und jetzt noch etwas von mir als ehemann und angehörigem persönlich:
--- warum erkundigt sich der chef einer firma, er selber durch viele kontinente gereist, angeblich weltoffen, vielfacher millionär, wobei die firma nur drei angestellte hatte vom 10. februar 2005 bis heute nicht nach seiner einzigen buchhalterin, kein anruf oder auch nur eine kleine genesungskarte?????
AUCH ÜBER DAS FIRMENTELEFON IST KREBS NICHT ANSTECKEND!!!!!



das mußte sein, das staut sich alles auf, vielleicht wird es ja eines tages alles besser, aber erstmal tut es meiner kleinen und mir sehr, sehr weh.............


für euch alle

alles liebe und gute und immer beste genesungswünsche von

achim und marion


achimmaryweyhe
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  #2  
Alt 30.12.2005, 07:42
Benutzerbild von Jutta
Jutta Jutta ist offline
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Standard AW: ist Krebs ansteckend, oder warum.......

Lieber Achim,

Rational hast Du das Problem richtig erkannt, nur emotional es zu verarbeiten und damit klar zu kommen, daß man/frau wie die Pest gemieden wird, ist das viel größere Problem.

Es ist oft nicht die Gleichgültigkeit, es ist die Furcht vor "weh tun", "nachfragen" oder "auf den Keks gehen" wenn doch ein Kranker und die Angehörigen Ruhe (???) brauchen. Was sage ich, um nicht zu verletzen, wollen die Menschen darüber reden, was sagt man, usw usw. Es ist pure Furcht vor dem Wie mache ich es richtig. Und bei manchen Menschen einfach auch ein Unverständnis, denn wer nicht in der Situation ist, weiß nicht, wie wir uns fühlen, was wir brauchen.

Viele Menschen haben verlernt, bzw. sich nicht mehr damit auseinandergesetzt, wie geht man mit einem schwerkranken Menschen und den Angehörigen um. Das Sterben, und der ganze Prozeß davor, wurde durch das "hygienische Abschied nehmen" in Krankenhäusern immer mehr zu einem unausgesprochenen Thema und somit immer mehr in den Hintergrund gerückt-gedrückt. Dasein und Nähe geben, menschlichen Beistand leisten wurde immer mehr zu einer Sache von Pflegepersonal geschoben. Egal, wie viele Sendungen momentan über dieses Thema in den Medien laufen, wenn die Mitmenschen nicht bereit sind sich einzufühlen, können wir sie nicht ändern. Leider!!

Hast Du versucht mit den Leuten zu reden? Auf sie zuzugehen und direkt zu fragen, warum sie sich so verhalten? Es kostet eine ganze Menge Kraft und Mut, aber so manche Antwort wird Dich erstaunen. Ich stellte fest, daß so manche Bekannte oder Freunde sich total zurückzogen, besonders jene die vorher von meiner Stärke getankt haben (nenne sie heute die Egoisten des Lebens), und wiederum andere waren und sind heute viel enger in mein Umfeld getreten als ich es je vermutete. Auf deren Freundschaft lege ich viel größeren Wert, denn es ist durch ganz klares Aussprechen was wir brauchen ein Geben und Nehmen entstanden. Es war nicht leicht dieses Abschied nehmen von damals liebgewonnenen Menschen, aber heute geht es uns besser.

Ich wünsche Euch wenige, aber dafür gute Mitmenschen, die an Eurer Seite stehen. Auf die anderen könnt Ihr verzichten, denn es schmerzt immer wieder zu sehen, wie sie sich aus was immer für Gründe zurückziehen.
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Jutta
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  #3  
Alt 30.12.2005, 11:27
kimaugust kimaugust ist offline
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Standard AW: ist Krebs ansteckend, oder warum.......

hallo, Achim

sicher hast Du schon die Antwort von Jutta gelesen. Jawohl, die meisten,
die in Deckung gegangen sind, sind "die Egoisten des Lebens". Besser kann man es nicht auf den Punkt bringen. Eine wirklich "treffende" Aussage.

Ein Kollege von mir ringt seit 3 Monaten um sein Leben. Ich rufe ihn täglich an und besuche ihn oft. Ich erfahre dabei stetig immer neues:

Firma und Kollegen:
die Kollegen/Kolleginnen , mit denen er sich - und umgekehrt - sehr gut verstanden hat, erkunden sich fast täglich nach seinem Befinden. Aber "schlimme" Sachen wollen sie nicht hören, verziehen sofort das Gesicht und sagen überzeugt, morgen ist das schon wieder anders. Sie lassen Grüße bestellen und lassen wissen, einen Besuch würden Sie nicht überleben.
Die glauben daran. Die wenigen, die zunächst mit Elan und Zuversicht ihn besucht haben, klagten im nachhinein, es wurde ihnen schlecht, sie hatten massive Kreislaufprobleme, nein , nein, ein weiterer Besuch ist nicht mehr drin. (und alles hochgebildete Menschen).
Von Kollegen, von denen ich es nicht erwartet habe, waren und da - wie selbstverständlich. Aber, halt einmal und aus die Maus.
Von 100 Kollegen sind jetzt mit mir 4 übrig geblieben. Und das tut im gut. Unser Vorstand schickt regelmäßig Grüße und Geschenke. Ein persönlicher Besuch diente allerdings dazu, ihm mit zu teilen, daß halt sein Job neu ausgeschrieben werden mußte und er dies nicht aus der FAZ erfahren sollte, sonder persönlich . Na ja , kann man so oder so sehen.
Kollegen/innen die ich sehr gut kenne, versichern mir, sie können so ein Leiden nicht sehen und bedauern dies sehr.

Familie: ich kenne die Famlie, sie hat allergrößte Schwierigkeiten damit umzugehen. Insbesondere die Eltern und der Ehefrau geht eine Heilung
(eigentlich ausgeschlossen) viel zu langsam. Man will wenig von den Ärzten wissen und steckt den Kopf in den Sand.

engerFreundeskreis: Er bestand nach meinem Wissen aus 3 Ehepaaren
und einigen Golffreunden. Ich habe bis heute lediglich von 1 (einem)
Besuch in 3 Monaten gehört.

FAZIT: Traurig aber wahr, Ihr steht nicht alleine da,

alles alles gute jürgen

Geändert von kimaugust (30.12.2005 um 11:29 Uhr)
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  #4  
Alt 30.12.2005, 11:58
Thomas Thomas ist offline
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Hallo Achim,
ich denke es ist bei vielen Menschen die Angst sich mit dem Tod und dem Sterben auseinanderzusetzen. Wenn mich jemand fragt : "wie gehst Du damit um" antworte ich manchmal : "auch Du kommst nicht drum rum, Dich mit den letztendlichen Fragen zu beschäftigen, und ich finds nicht nur schlecht, dass ich mich halt schon jetzt damit beschäftigen muß..." Auch ich habe erlebt dass Kollegen Angst hatten mich anzusprechen, Männer eher, Frauen konnten damit besser umgehen...

Ich wünsch Euch viel Kraft und Mut
Thomas
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  #5  
Alt 30.12.2005, 15:23
chrischan chrischan ist offline
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Standard AW: ist Krebs ansteckend, oder warum.......

Hallo Achim,

ich stimme Jutta, Jürgen und Thomas zu: Es ist oft weniger Gleichgültigkeit als vielmehr Angst. Aber Angst nicht nur vom Tod oder dem Sterben, sondern auch (ich glaube vor allem) vor der Hilflosigkeit, der Abhängigkeit und der Schwäche der Kranken.
In unserer Gesellschaft regiert das Ideal des unabhängigen Einzelkämpfers, der jede Situation alleine meistern kann. Das Schlimmste, was man sich hier vorstellen kann, ist krank und schwach, auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein. Wenn ich nachdenke, wie eifrig und zustimmend das Thema Sterbehilfe diskutiert wird oder wie oft ich in den letzten Jahren von Leuten gehört habe, sie wollten lieber sterben als unheilbar krank, pflegebedürftig oder behindert zu sein, dann ist klar, der gesunde Teil der Bevölkerung fürchtet nichts so sehr, wie den eigenen Vorstellungen von einem lebenswerten Leben nicht mehr gerecht zu werden. Dass die Perspektive als Kranker vielleicht eine andere ist, liegt schon jenseits der Vorstellungskraft. Und so wissen sie dann mit einem Kranken im Freundes- oder Kollegenkreis tatsächlich nichts mehr anzufangen.

Ich muss sagen, wenn ich deine Geschichte lese oder die vieler anderer hier, habe ich ziemliches Glück gehabt. Ich habe eine Handvoll Freunde, die alles mitgemacht haben. Auch die hatten teilweise Angst, mich zu besuchen, aber sie haben sie überwunden und sind trotzdem gekommen und dann kann man auch als Kranker oder Angehöriger etwas tun, um die Unsicherheit zu nehmen.

Wie Jutta schreibt, fände ich es auch richtig, die (ehemaligen) Freunde darauf anzusprechen, natürlich nur, wenn die Kraft vorhanden ist. Ich finde es unfair, wenn man nicht nur mit der Sch***krankheit alleine dasitzt, sondern den Schmerz über den Verlust der Freunde auch noch tragen muss. Diesen Schmerz und die dazugehörige Wut sollten auch diejenigen zu fühlen bekommen, die ihn verursacht haben. Vielleicht ein Brief "an die ehemaligen Freunde"? Na ja, es braucht schon etwas Power, um so eine Konfrontation einzugehen und wahrscheinlich braucht ihr davon gerade alles für euch.

Ich wünschte, ich könnte dir und deiner Frau etwas von diesem zusätzlichen und so überflüssigen Schmerz nehmen.

Dir und deiner Frau schicke ich ganz liebe Grüße und wünsche euch frohes neues Jahr.
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  #6  
Alt 30.12.2005, 18:11
achimmaryweyhe achimmaryweyhe ist offline
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hallo jutta,
danke für deine worte.
es ist teilweise echt belustigend, wenn es nicht so traurig wäre, ich kann genau sagen, nachbar X ist jeden tag um 11.55 uhr draussen, um etwas in seine biotonne zu tun.
wenn ich mit marion um die ecke komme, dann läuft er mit seinem biomüll wieder in das haus zurück und geht erst wieder raus, wenn wir weit weg sind. man schafft es gar nicht ihn anzusprechen, aber vielleicht bringt ja die silversternacht etwas, wenn alle nachbarn draussen sind und sich unterhalten.......
ich wünsche dir und deinen freunden alles gute und dann einen guten start ins neue jahr.



von

marion und achim
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  #7  
Alt 30.12.2005, 18:23
achimmaryweyhe achimmaryweyhe ist offline
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hi jürgen,
es ist wirklich ein guter ausdruck von jutta und trifft den nagel auf den kopf, du hast recht.
ich finde es schön, das du dich so um deinen kollegen kümmerst.
und wenn es von 100 kollegen nur einer wäre, für den betroffenen kranken ist er dann aber ein richtger freund. da hat er dann mehr von, als von den restlichen 99, die nur ihr eigenes wohl sehen.
aber sollst mal sehen, auf betriebsfeiern haben genau diese leute dann eine große klappe, wie gut sie mit dem kranken klarkommen und die wollen auch komischerweise die krankengeschichte gaaaaaaaaaaaaanz genau kennen.
echt schlimm, aber wohl nicht zu ändern............
ok
auch dir einen guten start ins neue jahr und mach weiter so

von
marion und achim
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  #8  
Alt 30.12.2005, 18:28
achimmaryweyhe achimmaryweyhe ist offline
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hi thomas,
du hast recht, wenn ich so die bekannten, nachbarn und freunde nehme, dann sind es zu 75 % die frauen, die einen ansprechen, ich glaube männer sind da echt verkrampfter.
danke für die wünsche,

auch dir und einen guten start ins neue jahr wünschen

marion und achim
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  #9  
Alt 30.12.2005, 18:38
achimmaryweyhe achimmaryweyhe ist offline
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hi chrischan,
du hast recht, es ist hilflosigkeit, die die menschen befällt.
die wenigsten wissen, wie sich sich gegenüber den betroffenen und/oder angehörigen verhalten sollen.
du kannst echt froh sein, solche freunde um dich zu haben, das hilft eben auch bei der weiteren genesung/therapie.
das mit dem ansprechen der leute ist nicht eben einfach, jedenfalls für mich nicht.
damit würde ich mich zusätzlich unter druck setzen und ich brauche meine kraft hier bei meiner kleinen.
ich sage mir immer:
ICH BIN ZWAR NICHT NACHTRAGEND, ABER MERKEN TUE ICH MIR ALLES !!!
das hilft mir im moment und darauf kommt es an.
na dann.....
auch dir alles liebe und gute und einen guten start ins neue jahr
von

marion und achim
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  #10  
Alt 31.12.2005, 02:35
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ela68 ela68 ist offline
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Hallo Achim,

Jutta und die anderen Schreiber haben schon alles auf den Punkt gebracht,aber ich wollte dir nur sagen,dass wir die gleiche Erfahrung machen mußten.

Arbeitskollegen,Nachbarn,Freunde,Verwandschaft alle haben meinem Vater versprochen ihn besuchen zu kommen....und wer kam??? Keiner ,nur wir Kinder waren jeden Tag bei ihm,mein Papa hätte sich bestimmt über Besuch gefreut und es tat ihm auch weh,dass sich keiner mehr erkundigt hat.

Wir bekamen nur zuhören,dass sie es nicht sehen könnten wie sehr Papa leidet oder wie schlimm er doch aussah....

Als er dann starb,wollten wir keinen bei der Beerdigung dabei haben,ich weiß nicht ob es im Sinne meines Vaters war,aber meine Geschwister und ich waren einfach nur sauer,er war 2 Jahre und 4 Monate krank und keiner von Ihnen erkundigte sich einmal nach ihm,wir sagten uns zur Trauerfeier kann jeder kommen,aber am Grab wollten wir keine Heuchler....

Aber zur Beerdigung wollten sie alle und waren sauer auf uns,mein Bruder nahm meine Tante mit zur Trauerfeier,ich sagte ihm ,er sollte ihr bitte ausrichten,dass dieser Gang viel schwerer ist als ihn noch einmal lebend gesehen zuhaben,aber dann hieß es wieder,sie konnte ihn nicht leiden sehen...

Ich bin der Meinung,der Mensch ist der selbe geblieben auch wenn sich der Körper sehr verändert hat....es tut heute noch sehr weh.....und mein Papa war immer für alle da,als er noch gesund war....


Wünsche Euch alles Gute
Ela
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  #11  
Alt 01.01.2006, 21:32
Bernd1 Bernd1 ist offline
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Hallo Achim,

deine Wut über das Verhalten Anderer hat mich sehr betroffen gemacht. Sie ist so deutlich nachzuvollziehen.
Ich bin jetzt, nach meiner Krebsgeschichte mit Freunden zusammen, die vor meiner Krankheit sehr unauffällig mir gegenüber waren, umgekehrt genauso.

Zu viele hatten einfach Angst mich anzusprechen. Nicht Angst vor Ansteckung. Aber vor was dann? Die Antwort finde ich in mir selbst, wenn ich mir vorstelle wie es war, wenn ich vor meiner Krankheit an Krebs erkrankte Bekannte ansprechen wollte. Einfach war dies nicht. Was sich durch die eigene Betroffenheit geändert hat.

Was auffällig bis heute ist, ist mein Erlebnis, dass nicht ich als Kranker getröstet wurde, sondern meistens ich trösten und beruhigen musste. Nach dem Motto: "Nun macht Euch man keine Sorgen, ich schaffe es schon" Die Tränen meiner Angehörigen habe ich getrocknet.

Weil man mir die Krankheit nicht ansehen konnte, meinten meine Kollegen: "Na siehst Du, Du hattest wohl gar keinen Krebs" und schon konnten sie sich wieder mit mir unterhalten. Meinen Krebs zu benennen? Nein, da traute ich mich nicht, also liess ich sie in Ihrem Glauben.

Du siehst, lieber Achim, jeder Krebskranke hat seine Geschichte mit den Kontakten der Mitmenschen. Ich wünsche Euch, dass Ihr noch liebe Begleiter entdecken könnt.

Gruss von Bernd
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  #12  
Alt 03.01.2006, 17:58
Gerlinde31 Gerlinde31 ist offline
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Hallo Achim!

Ich kann mich den anderen nur anschließen. Man erlebt als Krebskranker bzw. als Angehöhriger die merkwürdigsten Dinge.

Ich bin jetzt im Dezember wegen Brustkrebs zweimal operiert worden und nächsten Montag fängt die Chemo an (mit allem Drumherum wie Glatze, etc.). Ich selbst versuche so tapfer wie möglich zu sein und mich aufrecht zu halten. Das ist vielleicht ein Fehler, denn alle glauben bzw. tun so, als hätte ich ja nichts und ginge es mir ja eh gut. Sätze wie: Das wird schon nicht schlimm sein so eine Chemo. Du schaust eh gut aus. Wenn Du den ganzen Tag zu hause bist, kannst Du "Glückliche" viel faul sein, etc. etc.

Ich bin immer wieder erstaunt über solche Aussagen, habe mir aber jetzt fix vorgenommen meine Meinung zu sagen und zwar: Wenn ihr glaubt, dass ist alles so leicht, tauscht dann bitte wer mit mir???

Ich bin psychisch eigentlich ein sehr starker Mensch, aber die ganze Situation hat mich jetzt natürlich wie jeden anderen ganz schön aus der Bahn geworfen.

Ich glaube auch, dass die Leute einerseits es wirklich nicht nachvollziehen können, wie es einem körperlich oder seelisch geht (genau die Sorte Mensch, die bei einem Schnupfen glaubt zu sterben). Außerdem glaube ich wirklich auch, dass es sie selbst überfordert. Sie wollen gar nicht hören, wie es einem geht. Da bekommen sie Angst und können nicht damit umgehen. Aber ich denke mir dann immer: Hoppla, ihr könnt mich nicht mal fragen, wie es mir geht, solche Probleme macht Euch das. Aber ich habe diese Krankheit und ich muss damit umgehen, dass ich bald keine Haare mehr habe und die Glatze ist da noch mein geringstes Problem!!!

Es ist sehr enttäuschend wie sich Menschen distanzieren. Ich bin dann auch oft enttäuscht, aber wir alle dürfen nie vergessen: Solche Menschen sind keine Freunde!!!

Deshalb finde ich dieses Forum so toll, ich kann hier sagen, was ich wirklich fühle.

Ich wünsche Euch alles Liebe!

Gerlinde
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  #13  
Alt 03.01.2006, 18:35
andrea41 andrea41 ist offline
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Hallo! Habe mir jetzt alle Berichte durchgelesen und wollte noch Folgendes anmerken: sicher ist man als Betroffener traurig, wenn keine Reaktion oder die vermeintlich "falschen" Reaktionen von Freunden und Mitmenschen kommen. Ich glaube , dass sie einfach deren Hilflosigkeit wiederspiegeln. Was sollen sie sagen? "Chemo ist sicher nicht so schlimm" oder "Chemo ist ganz schrecklich, ich habe da grausige Dinge gehört..". Sollen sie was Belangloses reden oder den Betreffenden auf die Krankheit ansprechen- die Außenstehenden wissen einfach nicht, was "ankommt". Ich als Angehöriger (meine Mama ist schwerkrank) habe gemerkt, dass ich am besten selbst anfange, wenn mir gerade danach ist. Und meine Freunde /Kollegen kommen damit auch klar und fragen dann auch weiter. Wenn`s mir zuviel wird, kann ich das Thema ja auch wieder beenden. Ich würde auf die Freunde, die mir bisher wichtig waren, zugehen und sagen, was ich von ihnen erwarte. Die wirklichen Freunde sind sicher dankbar für diese Hilfe, auf die anderen kann man eh verzichten. Man sollte sich erinnern, dass wir selbst , als wir noch nicht betroffen waren, sei es jetzt als Kranker oder Angehöriger, wohl auch nicht so intensiv täglich mit dem Thema Krebs/Krank/Tod/Sterben auseinandergesetzt haben.

Liebe Grüße an alle
Andrea
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  #14  
Alt 03.01.2006, 21:45
sanne2 sanne2 ist offline
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Standard AW: ist Krebs ansteckend, oder warum.......

Hallo Achim,
ich hoffe, Du und Deine Frau könnt noch eine lange, schöne Zeit miteinander verbringen!
Ganz so schlimm wie Ihr wurden mein Mann und ich nicht behandelt. Einige Freunde hatten sich aus Unwissenheit zurückgezogen als mein Mann an einem Weichteilsarkom erkrankte. Angeblich wollten sie meinen Mann während seiner Chemo schonen. Ich bin da etwas empfindlicher als mein Mann. So ziemlich zur gleichen Zeit erkrankte meine Mutter auch an Krebs(Bronchial-Ca).
Für uns brach natürlich eine Welt zusammen, wem erzähle ich das!
Zu genau dieser Zeit fiel einer Freundin von mir ein, sie würde ihren Mann nicht mehr lieben und schüttete mir ständig ihr Herz mit ihren Eheproblemen aus. Zu dem Zeitpunkt wußte ich, dass meine Mutter nicht mehr lange leben würde und keiner konnte mir sagen ob und wie lange mein Mann überleben würde. Aber besagte Freundin musste mir nun ihr Herz ausschütten!
Nachdem meine Mutter gestorben war und mein Mann mitten in der Chemotherapie steckte bekamen wir eine Einladung zur Petersilienhochzeit von eben dieser besagten Freundin. Den Kontakt zu ihr habe ich ganz und gar abgebrochen.
Einige Menschen haben wirklich kein Taktgefühl!!
Ich wünsche Euch viel Kraft für die Zukunft!
Liebe Grüße!
Sanne
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  #15  
Alt 13.01.2006, 10:19
Bianca76 Bianca76 ist offline
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Beiträge: 17
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Hallo Ihr Lieben,

wir haben seit 23.12.2005 die Diagnose, daß meine Mama Cercix-Ca hat. Ich muss sagen, unser Freundeskreis hält voll zu uns und die Freundinnen von meiner Mama rufen ihr jeden Tag an. Ich muss aber auch dazu sagen, daß dies Freundschaften sind, die schon über 30 Jahre und mehr bestehen.

Auch Ihre Kolleginnen erweisen sich in der letzten Zeit als richtige Freunde, obwohl die Beziehungen bis jetzt nicht so intensiv waren. Ich kann nur hoffen, daß es auch in Zukunft so bleibt.

Bei meinen Freunden muss ich sagen, daß ich alle Unterstützung genauso bekomme. Da mein Papa vor 1,5 Jahren an einem Glioblastom starb, haben sich die Freundschaften sowohl von Mama als auch von mir schon bewährt.

Ich stelle auch fest, daß ich "Probleme" in meiner Umgebung als "lachhaft" finde, weil es ja nix "schlimmes" in dem Sinne ist. Diese Woche habe ich dann einen der blauen Ratgeber in die Hand genommen und da stand dann drin, daß man auch die "kleinen Probleme" der Umgebung nicht einfach abtun soll, sondern auch da mal zuhört. Macht man das nicht, rutscht man sonst vielleicht in die Isolation ab. Habe das selber bei der Krankheit meines Vaters mit einer Freundin erlebt. Die hatte damals auch Männerprobleme und mich hats nur genervt. Fast wäre dabei eine Freundschaft kaputtgegangen, die auch schon über 20 Jahre dauert. Und ich denke, genau die Menschen brauchen wir als Kranke und als Angehörige eigentlich schon.

Und ehrlich gesagt, man will einfach auch mal was anderes hören als immer nur Krebs, Krebs, Krebs........ Manchmal tut es einfach gut, wenn man über Banalitäten lacht. Auch Lachen gehört zum Leben. Und wir zu Hause und unsere Freunde haben uns vorgenommen, trotz allem immer zu lachen! Wir wollen positiv denken! Hört sich vielleicht naiv an, aber wir haben schon soviele Krankheiten und Tiefpunkte miteinander durchgestanden, da muss man sich das Positive am Leben bewahren, sonst flippt man aus.

Klar, es gibt Tage an denen wir Down sind und heulen und ständig nahe am Wasser gebaut sind, Aber man muss ein Lachen zulassen und auch zulassen, daß andere nun mal nicht krank sind und keine so großen Probleme haben.

So, genug der langen Worte. Ich wünsche Euch allen, daß Ihr Familie und Freunde habt, die Euch zur Seite stehen.

Gruß
Bianca
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