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  #16  
Alt 12.08.2006, 00:23
Bellinda
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Standard AW: streicheleinheiten und sex...

Zitat:
Zitat von Bellinda
Liebe Cassey,

da hatte ich gut eine Stunde nochmal an einer Extra-Antwort für dich geschrieben, und gerade als ich sie einstellen wollte, hat mich mein DSL rausgeschmissen.... Nun will ich es nochmal versuchen.

Was du schreibst, kenne ich aus eigener leidvoller Erfahrung. Du findest in meiner anderen Antwort an alle im Thread auch einen Link zu einer kurzen Beschreibung meiner Geschichte.
Doch ich möchte dir Mut machen. Meinem Gefühl nach habt ihr wesentlich bessere Voraussetzungen, als wir sie hatten. Eine 20jährige Ehe und den Entschluss nicht fremdzugehen. Das ist schon ein starkes Fundament. (- Wir hingegen waren erst zwei Jahre zusammen - eines davon lebten wir auch gemeinsam.)

Ich nehme bei dir unterschiedliche Punkte war:

Etwas in dir hat Schwierigkeiten, deinen Körper nach der OP so anzunehmen wie er ist. Dieses Etwas sagt dir, dass du minderwertig bist, bezeichnet dich als geschlechtsloses Wesen.
Kann es sein, dass du dir von außen - sprich von deinem Mann - diese Annahme und Bestätigung wünschst, die du dir selbst (noch) nicht geben kannst?

Du wünschst dir körperliche Nähe - Streicheleinheiten. Du schreibst, es findet nur noch wenig Zärtlichkeit statt - keiner kann über seinen Schatten springen ...."
Verstehe ich dich richtig, dass du dich trotz deines Wunsches nach Nähe aus Minderwertigkeitsgefühl zurückziehst - statt einfach anzufangen, die Zärtlichkeit zu geben, die du dir selber wünschst?
(MANN versteht keine doppeldeutigen Botschaften, nach dem Motto "das muss er doch merken - er braucht eindeutige klare Messages).

(Fortsetzung folgt - ich stell die Antwort schon mal ein, bevor das DSL mich wieder rauswirft)
Nun - weiter im Text:
  • Ich habe den Eindruck, es fällt dir schwer zu akzeptieren, dass dein Mann eine andere Verarbeitungsstrategie hat, als diejenige, die dir richtig und wünschenswert erscheint. - Eine schwierige, aber immer wieder grundlegende Übung im menschlichen Miteinander: ERWARTUNGEN LOSLASSEN. DEN ANDEREN ANNEHMEN WIE ER IST. Auch den Mann, der nicht über Gefühle sprechen kann und mag, der in den Rückzug geht, der meint Gesicht zu verlieren, glaubt stark sein zu müssen (Sorry, aber es muss doch mal gesagt werden, verd....t - wer hat denn all die kleinen Buben, die in den Arm genommen werden wollten, dazu erzogen, nicht zu weinen, zu kämpfen, hart zu sein etc etc. ..... Doch ganz sicher nicht nur die Väter, die sich den ganzen Tag im Kampf am Arbeitsplatz schlagen mussten und müssen - ob wir Frauen an ihrem SO-SEIN nicht vielleicht auch einen klitzekleinen Anteil haben....?)
  • Du hast einen wertvollen Schritt getan. Dir professionelle Hilfe geholt, um dein Bedürfnis nach Gesprächs-Verarbeitung zu erfüllen. Ganz nebenbei wird es dir auch Hilfe im Umgang mit der Beziehungs-Situation sein.
  • Deine Bedürfnisse und Wünsche, deine Schwierigkeiten und Ängste - all das kannst du offen deinem Mann kommunizieren. Aber in ICH-BOTSCHAFTEN "Ich fühle ... ich mache mir Sorgen ... ich habe angst ..., ich wünsche mir ...." Aber NIEMALS VORWÜRFE nach dem Motto "Du sitzt immer nur am PC , du machst nie das und jenes, du redest nicht mit mir ..." Es ist sicher einen Versuch wert.

Es ist unsere Verantwortung als Patienten, unseren Angehörigen, Partner, Freunden genau mitzuteilen, wie sie uns helfen können, was wir von ihnen brauchen. Wo Rückzug ist, ist fast immer Hilflosigkeit.
Und wenn dein Mann den professionellen Therapeuten ablehnt, vielleicht tut's ihm stattdessen gut, einfach einmal mit einem guten Freund einen Wein trinken zu gehen. Oder du buchst ihm einfach mal eine wohltuende Massage oder oder - was auch immer ihm Freude macht. Du darfst ihn fragen, was er braucht.

Ich glaube nicht an Mauern - Vorschlaghämmer - Gewalteinwirkungen .... es sei denn als sicheren Weg einen TIEFEN GRABEN AUFZUREISSEN.

ALLES, WAS NICHT LIEBE IST, IST EIN SCHREI NACH LIEBE (Chuck Spezzano)

Alles Liebe, viel Mut und Kraft für dich,
und für heute eine gute Nacht
Bellinda - Jutta

Geändert von Bellinda (12.08.2006 um 00:29 Uhr)
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  #17  
Alt 12.08.2006, 19:47
achimmaryweyhe achimmaryweyhe ist offline
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Standard AW: streicheleinheiten und sex...

hallo shalom,
was du schreibst, betrifft dich und auch deine gefühlswelt, vieles davon trifft aber auch auf mich zu, ohne das ich jetzt auf viele einzelheiten eingehen möchte.
was jedoch stimmt ist dein satz:

Ich als Gesunder hatte in dieser Zeit ein komplett verändertes Gefühls- und Hormonleben. So, als wenn alle Kräfte für die Zuwendung zu ihr aufgebraucht würden. Von daher entstanden keine "Nöte" für mich.

da muss ich dir zustimmen, es geht ihr aber schon viel besser, sie kann sich meist alleine versorgen und ich bemerke, ich habe -ich will nicht sagen nöte-, aber die hormone melden sich doch schon mal zu wort.
wir werden schon einen weg finden und es wird sicherlich auch noch alles seine zeit brauchen.

liebe grüsse

achim
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  #18  
Alt 12.08.2006, 19:57
achimmaryweyhe achimmaryweyhe ist offline
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Standard AW: streicheleinheiten und sex...

hallo petra,
in dem du zu diesem thread schreibst, gehst du dieses thema für dich an und beschäftigst dich damit, das ist gut so.
ich wollte mit diesem thema nur mal denkanstösse geben und die möglichkeit für betroffene, angehörige und hinterbliebene sich hier auszutauschen.
für mich selber gilt, was ich in der eröffnung geschrieben habe:


"soll ich mir als partner gänzlich einen anderen partner suchen, etwas für den „übergang“, soll ich meinen kranken partner ganz verlassen oder nur mal eine „auszeit“ nehmen?????????
dieses ganze möchte ich mal angesprochen wissen………………………………………
nebenbei……………………………………..
ich selber bleibe bei meiner frau, egal wie lange diese krankheitsbedingte „ungewollte“ auszeit dauert……………………."


und dazu stehe ich.

liebe grüsse

achim
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  #19  
Alt 12.08.2006, 20:05
achimmaryweyhe achimmaryweyhe ist offline
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Standard AW: streicheleinheiten und sex...

hallo renate,
ich denke mal, das hat nichts mit dem alter zu tun, und es ist schade, das es bei euch in der gruppe nicht angesprochen wird. es gehört doch eigentlich irgendwie dazu und ist für manche sehr, sehr wichtig, obwohl sie es nicht zugeben wollen.
das du so einen verständnisvollen mann hast, finde ich klasse, es ist nicht selbstverständlich, es gibt viele andere.....

liebe grüsse

achim
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  #20  
Alt 12.08.2006, 20:29
achimmaryweyhe achimmaryweyhe ist offline
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Standard AW: streicheleinheiten und sex...

hallo rita,
ich finde es gut, das du hier so offen schreibst.
es ist übrigens oft so, das sich schleimhäute während der chemo anfangen aufzulösen oder anderweitig in mitleidenschaft gezogen werden.
bei meiner frau waren das nicht nur die der sexualorgane, sondern auch die im mund, der speiseröhre, im magen und der schleimhäute im darm.
zeig doch mal deinem mann alle diese beiträge, vielleicht denkt er um und sieht, es tut dir nicht weh, dich in den arm zu nehmen und zusammen mit dir zu kuscheln.
übrigens konnte ich seit februar 2005 nicht mehr richtig mit meiner frau kuscheln...
ich habe mich auch des öfteren an meinen pc im keller zurückgezogen, weil ich die kleine nicht stören wollte, weil ich auch mal ruhe wollte und hier im KK sein wollte, aber seit ein paar tagen hat sie ein note book, sie wird hier bald selber antworten können........
kannst du die beratende hilfe aus dem krankenhaus in anspruch nehmen? dort wird nicht nur betroffenen sondern auch angehörigen geholfen, mir hat es tüchtig etwas gebracht.

liebe grüsse

achim
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  #21  
Alt 12.08.2006, 21:23
achimmaryweyhe achimmaryweyhe ist offline
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Standard AW: streicheleinheiten und sex...

liebe bellinda,
das thema, auf das du dich beziehst, ist auch von mir, wie du unschwer erkennen kannst...
http://www.krebs-kompass.org/Forum/s...6&postcount=22
erstmal danke für deine zustimmung, dann auch speziellen dank an shalom, der sehr einfühlsam und sachlich das thema auch auf den weiterführenden punkt bringt.
allen anderen sei natürlich auch danke gesagt, nur durch eure beiträge geht das thema weiter..............................
kann ich gut gebrauchen, tut nicht nur meiner seele gut...
bellinda, über das thema der wechseljahre ( ich meine jetzt die der frau, nicht die des mannes ) bist nicht nur du froh, der wegfall der manchmal ganzen orgie an nebenwirkungen dieser unsäglichen erscheinungen, die eine frau an ihr älterwerden erinnert, bist nicht nur du dankbar, auch die jeweiligen partner wissen es zu würdigen............
auch du wirst für dich noch einen partner finden, der alle deine "macken" (es ist lieb gemeint und du weist auch wie) mitträgt und mit dir altwird, wenn du es zulässt.

dir gaaaaaaaaanz besonders alles liebe

achim
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  #22  
Alt 12.08.2006, 21:25
Bellinda
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Standard AW: streicheleinheiten und sex...

Hallo Shalom, hallo Achim,

wenn ihr schreibt, ihr als Gesunde hattet während der Zeit ein völlig verändertes Gefühlleben, so als ob die ganze Kraft für die Zuwendung aufgebraucht würde ....

... so habe ich es umgekehrt als Kranke auch erlebt - und tue es letztendlich immer noch. Von kaputten Schleimhäuten, fehlenden Hormonen, Schmerzen, Wunden etc einmal abgesehen ..... - hatte ich einfach das Gefühl, dass alle Kraft und Energie körperlich-seelisch-geistig für die Heilung gebraucht wurde - alles konzentrierte sich auf dieses eine Überlebensthema. Während der Krankheit war ich letztendlich voll und ganz vereinnahmt von dem, was da in mir passierte und konzentrierte meine ganze innere Energie darauf, meinen Körper zu unterstützen.
Letztendlich bin ich heute mit dem Thema Heilung immer noch beschäftigt. Dass ich mich jetzt, zwei Jahre nach der körperlichen Remission, hier ins Forum begebe, ist ein Schritt der Verarbeitung und Bewältigung, sprich immer noch Heilungsarbeit. Und slowly slowly gibts immer wieder mal ein kleines Stückchen mehr freien Platz für die "ganz normalen Dinge des Lebens". Vor einem halben Jahr noch hätte ich vermutlich diesen Thread nicht einmal gelesen...
Lg und einen schönen Sonntag euch allen
Bellinda
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  #23  
Alt 12.08.2006, 21:38
Bellinda
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Standard AW: streicheleinheiten und sex...

Daaaanke Achim für die besonders lieben Grüße ....

Für mich sind deine Beiträge besonders wertvoll, da bei mir ja viel seelische Verletzung durch ein männliches Wesen geschehen ist, das über seine Gefühle überhaupt nicht sprechen konnte und wollte. Verletzung, die in einer Form geschah, die vollkommen überhaupt nicht zu dem Höchstmaß an Korrektheit und Integrität in einem Menschen passte, als den ich ihn zu kennen glaubte . Alles, was ich bisher für dieses Handeln an Erklärungen finden konnte, fischte ich aus den Tiefen meiner Einfühl-Versuche - und landete letztendlich immer wieder bei einer leisen Ahnung von tiefer männlicher Hilflosigkeit und Verzweiflung.
Vielen Dank für deinen Mut und deine Offenheit, die mir nach dem Verzeihen auch endlich helfen, noch besser zu verstehen.
Auch aaaaalles Liebe
Bellinda
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  #24  
Alt 12.08.2006, 22:28
achimmaryweyhe achimmaryweyhe ist offline
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Standard AW: streicheleinheiten und sex...

hallo bellinda, das tat eben gut, danke.......
also....
es ist doch eigentlich klar und selbstverständlich, das man als angehöriger auf die bedürfnisse des/der betroffenen eingeht, oder?????
ich denke, die verarbeitung/bewältigung hört nie auf, es ist immer ein rest skepsis dabei, oder??????????????
und das du so sehr enttäuscht wurdest, wird auf anderer seite mal mit ungeahnter freude für dich wieder gutmacht werden.......du wirst sehen.........

knuddel und drück

achim
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  #25  
Alt 13.08.2006, 15:57
asteri71 asteri71 ist offline
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Standard AW: streicheleinheiten und sex...

Hallo Achim,
ich lese hier deinen Thread,seitdem du ihn vor ein paar Tagen eröffnet hast.
Hier herrscht ja wirklich reger Verkehr,was wohl nicht zuletzt daran liegt,dass du jedem einzelnen,der hier schreibt,antwortest.
Eigentlich betrifft mich dieses Thema gar nicht,da ich als Tochter-Angehörige keinen sexuellen Kontakt zu einem Betroffenen habe.
Da ich aber als verheiratete Frau generell sehr wohl sexuellen Kontakt mit meinem Mann habe,möchte ich ein paar allgemeine Dinge sagen.
Im Leben eines jeden von uns gibt es sicher immer mal wieder Momente,Tage oder Phasen, in denen Sex oder vielmehr die Lust dazu,eine untergeordnete Rolle einnehmt.
Das kann 1000 verschiedene Gründe haben.
Aber auch jede Beziehung ist anders.Oft verlegen sich die Schwerpunkte im Laufe der Jahre.
Für mich spielt zum Beispiel Sex eine sehr große Rolle im Leben,in meinem Alltag.Bewusst oder unbewusst habe ich mir einen Partner gesucht,für den das Gleiche gilt.
Dann gibt es Paare,die vielleicht zweimal im Monat Sex haben und für die das vollkommen okay ist.
So lange das Paar miteinander im Einklang ist,ist alles in Ordnung.Schwierig wird es nur,wenn sich das ändert.
Meinem Mann war Sex in der Schwangerschaft unangenehm,so dass letztendlich einige Monate gar nichts mehr lief.Das war für mich schrecklich!
Mein Allgemeinbefinden als Frau hat sehr darunter gelitten.
Ich habe es schließlich akzeptiert,was blieb mir anderes übrig,aber schön war das nicht.Ich war froh,als die Zeit vorbei war!
So,jetzt habe ich hier genug geredet,denn eigentlich bin ich ganz schön vom Thema abgewichen.
Aber weil es hier so viele Mutige gibt,die hier schon geschrieben haben,wollte ich meinen Senf auch mal wieder dazu geben
Viele Grüße von asteri
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  #26  
Alt 13.08.2006, 19:38
Gloria-Beetle Gloria-Beetle ist offline
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Rotes Gesicht AW: streicheleinheiten und sex...

hallo bellinda,

habe gerade deinen beitrag gelesen.

mit ging es nach 10 jahren großer liebe ähnlich.

auch ich habe lange verdständnisvoll versucht für sein unmögliches handeln erklärungen zu finden. in der zwischenzeit weiß ich: meistens sind sie einfach zu feige. entweder etwas zu gestehen odfer mit schwierigen situationen zu leben.

irgendwann werde ich darüber hinwegkommen.

ich umarme dich und wünsch dir auch viel stärke

gloria
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  #27  
Alt 14.08.2006, 19:08
achimmaryweyhe achimmaryweyhe ist offline
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Standard AW: streicheleinheiten und sex...

hallo asteri,
zumindest versuche ich zu antworten, manchmal klappt es aber eben nicht.
wie du schon schreibst, es kann 1000 verschiedene gründe haben, warum es in diesem fall mit den streicheleinheiten und dem sex nicht klappt...........
es kommt, so glaube ich, gar nicht darauf an, wie oft du mit wem kuschelst, streichelst, schmust, schläfst oder so, es kommt auf das wie an.
und da können sehr viele nicht so, wie sie gerne wollen.
sei es, wie bei dir in der schwangerschaft, oder wegen einer krankheit, es gibt immer wieder gründe und ausreden, warum einer der partner (oder manchmal auch beide) etwas nicht will (wollen), was der andere in diesem moment gerne hätte.
auf jeden fall sollte dann rücksicht auf denjenigen genommen werden, der in der "schwächeren" position ist.

dir und deinem mann wünsche ich auf jeden fall ein weiterhin sehr erfülltes sexualleben, aber wehe wenn das kleine "dabei" schreit ---dann sind wir wieder beim anfang, etwas stört die harmonie, es muss nicht immer eine krankheit sein und dann geht es eben nicht mehr--- es geht nicht weiter..............und das problem fängt an...............
alles liebe

achim
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  #28  
Alt 14.08.2006, 20:16
achimmaryweyhe achimmaryweyhe ist offline
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Standard AW: streicheleinheiten und sex...

hallo gloria,
du schreibst:

meistens sind sie einfach zu feige. entweder etwas zu gestehen odfer mit schwierigen situationen zu leben.

solltest du die männer meinen, und ich gehe mal davon aus, so wirst du den meisten unrecht tun.
die männer wissen sehr wohl, was sie an ihren partnerinnen haben, auch wenn diese krank sind, sie selber aber manchmal auch, und sich jeweils beide momentan "nicht auf der höhe" fühlen.
die "feigheit etwas zu gestehen" bezieht sich dann wahrscheinlich auf etwas, was sie in den augen der betroffenen partnerinnen besser nicht getan hätten.

dein leben wird sich sicherlich auch wieder in geregelte bahnen begeben, das hoffe ich.

alles liebe und gute für dich

achim
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  #29  
Alt 14.08.2006, 21:08
Bellinda
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Zitat:
Zitat von achimmaryweyhe
hallo bellinda, das tat eben gut, danke.......
also....
es ist doch eigentlich klar und selbstverständlich, das man als angehöriger auf die bedürfnisse des/der betroffenen eingeht, oder?????
Lieber Achim,

das sehe ich prinzipiell auch so - für mich ist eine Beziehung etwas Verbindliches, mit oder ohne Trauschein, eben nicht nur in guten Zeiten, sondern auch in schlechten zueinander stehen, füreinander da sein - nicht gleich die Flucht ergreifen, wenn's mal schwierig wird.

Aber dieses Verständnis birgt für mein Empfinden auch eine große Falle. Wenn das Für-den-Kranken-Da-Sein zur Aufopferung und Selbstaufgabe wird. Wenn es dem Angehörigen nicht gelingt, auch in solchen schweren Zeiten Dinge einzubauen, die ihn nähren, ihm gut tun, sich Freiraum zu nehmen, um seine eigenen "Akkus" aufzutanken ..... Doch nur aus einem vollen Brunnen kann man schöpfen ....- Oft ist da ein schlechtes Gewissen im Weg, der Irrlaube "ich darf doch nicht ...xy .... während es meinem Partner so schlecht geht ... Wer hat denn schon gelernt, das Selbstfürsorge eine Pflicht, und nicht Egoismus ist ... - Manchmal werden auch die Schwerkranken zu Tyrannen - und die Angehörigen wissen sich nicht dagegen durchzusetzen - emotionale Erpressung ist ja ein soooo effektives Mittel.
(Bei mir war einmal eine Frau zur Massage, deren Mann seit Jahren ein Pflegefall ist. Völlig abgehärmt, abgemagert, ausgelaugt. 3 Stunden "frei" hat sie in der Woche. Zum Einkaufen, für Arzt- und Apothekenbesuche..... Der Termin bei mir kam nur zustande, weil die Tochter das alles arrangierte, sie quasi dazu gezwungen hat. Ich werde nie vergessen, wie gut es dieser Frau tat, sich einmal auszusprechen, bei jemandem, der nicht in das Drama involviert ist, der einfach nur zuhört, für sie DA IST, ohne zu urteilen ohne zu werten - und dann noch achtsame, respektvolle liebevolle Berührung zu empfangen)

Man hat mir "zum Trost" so manche Trennungsgeschichte von schwerkranken Patienten erzählt. Mir scheint, dass sie alle in irgendeiner Form diesen Mechanismus der Selbstaufgabe bis zum ICH-Kann-NIcht-mehr, Wo-bleiben-meine-Bedürfnisse gemeinsam hatten, bis es dann zum verzweifelten Rundumschlag kam, den keiner verstehen konnte.
___________________

Ungeahnte Freude: Seit der Krankheit haben einige neue Menschen meinen Weg gekreuzt, manche nur kurz, manche begleiten mich inzwischen schon etwas länger, und sie bescheren mir immer wieder kleine Momente großer Freude - und auch des Angenommen-Seins-So-wie-ich bin. Das tut gut. Und der Austausch hier gehört dazu. Lauter Engel auf meinem Weg! Danke!

___________________
Lieber Achim, ich wünsche dir und deiner Kleinen von ganzem Herzen, dass ihr euch bald wieder ganz doll knuddeln könnt
Alles Liebe von Bellinda
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  #30  
Alt 14.08.2006, 21:31
Bellinda
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Zitat:
Zitat von Gloria-Beetle
.... in der zwischenzeit weiß ich: meistens sind sie einfach zu feige. entweder etwas zu gestehen odfer mit schwierigen situationen zu leben.
:
Hallo Gloria,

danke für deinen Zuspruch.

Aus deinen Zeilen klingt für mein Gefühl noch sehr viel Verletztheit und Groll. Nicht nur auf den einen, sondern auf die ganze Spezies.

Hier im Forum findest du bestimmt einige, die dich vom Gegenteil überzeugen

Auch ich bin durch eine Phase gegangen, in der meine Liebe fast in Hass umgeschlagen ist.
Für mich war es ganz wichtig zu erkennen und zu unterscheiden, dass eine einzelne feige, unfaire, inkorrekte, hinterhältige oder wie-auch-immer Handlung nicht gleich den ganzen Menschen zum feigen Schw... gemacht hat. Nein, er ist noch immer derselbe Mensch, mit den vielen guten und liebenswerten Eigenschaften, in den ich mich verliebt hatte. Ein guter Mensch, auch wenn er einmal an mir schlecht gehandelt hat. Ich habe mich entschieden, mich an diesen guten liebenswerten Menschen zu erinnern. Die schönen gemeinsamen Momente, alles, was er für mich getan hat - all das ist noch immer da. Und es liegt in meiner Hand, zu entscheiden, ob ich dies in mir dankend bewahre oder meinen Groll nähre und auf ihn und die ganze Männerwelt schimpfe. Das ist mein Weg des Verzeihens. ("Reiner Egoismus" übrigens, erstens macht Grollen keinen Spaß und kostet Lebensenergie und außerdem habe ich keine Lust, dass sich langjährig wohlgenährter Groll irgendwann in neuen Krebszellen manifestiert).

Alles Liebe und Kraft für deinen weiteren Weg
Jutta
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