Krebs-Kompass Forum  


Zurück   Krebs-Kompass Forum > Über den Krebs-Kompass & Vermischtes > Öffentliche Tagebücher

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
  #31  
Alt 13.10.2017, 20:20
Tris Tris ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 06.03.2017
Beiträge: 70
Standard AW: I can't go back, back to the way I was

Heute haben wir das Grab meiner Mutter bepflanzt. Es ist wirklich schön geworden. Den Grabstein suchen wir auch bald aus. Es sind Schritte die so abschließend wirken. Ich frage mich immer ob es so ist wie sie es gewollt hätte. Manchmal wünsche ich mir ich würde ihr ähnlicher sehen. Dann würde ich wann immer ich in den Spiegel schau an Sie erinnert werden. Sie als einen Teil von mir deutlich erkennen. Ich weiß sie wird im Geiste und in meinem Herzen immer bei mir sein, doch das ist nicht das selbe wie von ihr in den Arm genommen zu werden. Ich fühle bei jedem Atemzug den ich tue eine Lehre um mich und in mir die sie hinterlassen hat. Zum ersten Mal verstehe ich wirklich richtig, wenn jemand sagt das der Verstorbene ein Loch in seinem Herzen hinterlassen hat. Ich kann es fühlen nur allzu deutlich. In den ersten Tagen nach ihrem Tod waren immer Leute um mich herum und bei uns Zuhause. Doch jetzt ist es so leer, wie niemals zuvor.
Mit Zitat antworten
  #32  
Alt 19.11.2017, 14:59
Tris Tris ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 06.03.2017
Beiträge: 70
Standard AW: I can't go back, back to the way I was

Heute sind es zwei Monate seitdem meine Mutter Tod ist. Ich vermisse sie so sehr. Jetzt vor einem Jahr war sie in der Kur. Wir haben sie jeden Sonntag besucht und haben kleine Ausflüge gemacht, oder Doppelkopf gespielt. Ich vermisse sie einfach so sehr. Ich muss so oft an diese ganzen Momente zurück denken. Ich vermisse das alles. Es macht mich einfach so Traurig. Der Spruch zur Beerdigung meiner Mutter war:
Du hast jeden Raum mit Sonne geflutet
Jeden Verdruß ins Gegenteil verkehrt
Dein unbändiger Stolz
Das Leben ist nicht Fair.
(Der Weg, Herbert Grönemeyer)
Das beschreibt es so gut, wie sie war und was jetzt alles fehlt. Am 19.09.2016 hat sie ihren WhatsApp Status zu "das Leben ist schön" geändert. Am 19.09.2017 ist sie gestorben. Sie war damals auch schon krank aber sie hat die Freude am Leben nie verloren.
Mit Zitat antworten
  #33  
Alt 19.11.2017, 18:02
Safra Safra ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 21.12.2012
Ort: Sachsen-Anhalt
Beiträge: 545
Standard AW: I can't go back, back to the way I was

Liebe Tris,

auch wenn ich so etwas Schreckliches glücklicherweise noch nicht erleben musste, geht mir Dein Tagebucheintraq recht nahe. Wie kommst Du denn selber klar?Wie klappt es in der Schule? Wie stehen Deine Freunde und Verwandten Dir bei? Funktioniert der Alltag so einigermaßen? Die Wunde wird noch lange schmerzen, gerade wenn man so jung ist wie Du. ich wünsche Dir weiterhin viel Kraft!

Liebe Grüße! Safra
__________________
"Die Hoffnung ist der Regenbogen über den herabstürzenden Bach des Lebens."
Friedrich Wilhelm Nietzsche
Mit Zitat antworten
  #34  
Alt 19.11.2017, 21:15
Tris Tris ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 06.03.2017
Beiträge: 70
Standard AW: I can't go back, back to the way I was

Liebe Safra,
Ich komme denke ich ganz gut klar. Den einen Tag besser den anderen schlechter. Alles läuft so normal weiter, auch wenn es sich falsch anfühlt. Die Lehrer sind sehr verständnisvoll, aber am liebsten habe ich es, wenn mich die Lehrer nicht darauf ansprechen. Mit meinen Freundinnen rede ich auch nicht darüber, ich weiß einfach nicht wie und sie würden nicht wirklich verstehen wie ich mich fühle. Außerdem ist es einfacher es wie vorher weiter laufen zu lassen. Meine Verwandten sehe ich eigentlich regelmäßig. Meine Tante jede Woche. Darüber freue ich mich immer sehr. Ich bin das einzige Mädchen/ die einzige Frau zu Hause, dass ist nicht immer wirklich leicht, deshalb freue ich mich immer sehr wenn sie oft da ist.
Danke für deine lieben Worte
Mit Zitat antworten
  #35  
Alt 02.12.2017, 19:18
Tris Tris ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 06.03.2017
Beiträge: 70
Standard AW: I can't go back, back to the way I was

Mit Anbruch der Adventszeit kommen auch sehr viele Gefühle auf. Es fühlt sich so fremd an, nicht so wie früher. Mir ist so überhaupt nicht nach feiern zu Mute. Es macht mich einfach so traurig, dass sie jetzt nicht mehr bei uns sein kann. Es wird das erste Weihnachten ohne sie und mein Geburtstag ist dann auch nicht mehr weit. Die Tage wo man besonders glücklich sein sollte werden zu denen wo sie am meisten fehlt und der Schmerz am größten ist. Wie soll man feiern wenn man weiß das sie dass nie wieder mit uns erleben wird, nicht mehr sehen kann wie mein Bruder und ich erwachsen werden. Wir werden mit der Familie zusammen sein, aber von Weihnachtsstimmung ist nichts zu erkennen und wird es wohl auch dann nicht wirklich sein.
Ich habe mir eine Fingerprint Kette bestellt zur Erinnerung, etwas was immer präsent bei mir ist.
Dieses Gefühl des Geborgen Seins fehlt einfach, da ist nur Lehre und Kälte.
Mit Zitat antworten
  #36  
Alt 02.12.2017, 20:29
Safra Safra ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 21.12.2012
Ort: Sachsen-Anhalt
Beiträge: 545
Standard AW: I can't go back, back to the way I was

Liebe Tris,

ja, die Adventszeit weckt doch besondere Gefühle. Besonders, wenn die Familie gut funktioniert hat, und dann bricht plötzlich etwas Ungutes ein. Oder für einsame Menschen ist es auch schwer. Unsere Familie ist nicht kirchlich, nicht gläubig. Und trotzdem: Für unsere allein stehenden Familienmitglieder wäre es sehr hart, den Weihnachtsabend allein verbringen zu müssen. Ich merke schon, dass mir das Schmücken nicht ganz so viel Spaß macht wie früher, als die Kinder noch da waren.

Euer Schmerz ist noch sehr frisch, insofern ist es klar, dass Euch das alles gerade in dieser Zeit bewegt. Aber wenn Ihr in der Familie zusammen seid, dann wird das jeder verstehen, denn es geht ja allen so. Sicher ist auch diese ganze Hin-und Herschenkerei nicht im Vordergrund, sondern einfach das Zusammensein.

Ich wünsche Dir ein bisschen Erholung vom Alltag und ein paar besinnliche Stunden im Kreis der Familie.

Liebe Grüße! Safra
__________________
"Die Hoffnung ist der Regenbogen über den herabstürzenden Bach des Lebens."
Friedrich Wilhelm Nietzsche
Mit Zitat antworten
  #37  
Alt 20.12.2017, 07:31
Tris Tris ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 06.03.2017
Beiträge: 70
Standard AW: I can't go back, back to the way I was

Gestern waren es drei Monate. Ich werde wohl nie aufhören können die Tage, Wochen und Monate zu zählen. Ich habe jede Woche jeden Monat in meinem Timer eingetragen. Aber auch ohne das weiß ich das jeden Dienstag eine weitere Woche vergangen ist. Nichts fühlt sich gleich an. Es tut noch so weh und besonders an Tagen wie gestern ist es schwer nicht zusammen zu brechen. Der Schmerz ist noch immer so groß und ich weiß das wird er noch lange sein. Mir ist nicht wirklich nach Weihnachten zu Mute. Ich freue mich auf meine Familie aber meine Mutter wird fehlen. Ich habe Weihnachten immer geliebt und alles was dazu gehörte. Backen, Singen Tannenbaum schmücken. Jetzt fällt es mir schwer dies alles zu tun. Wenn wir in der Schule Lieder singen die sie besonders mochte oder die wir oft zusammen gesungen haben muss ich den Raum verlassen. Ich vermisse sie einfach sehr besonders jetzt.
Mit Zitat antworten
  #38  
Alt 25.12.2017, 21:31
Tris Tris ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 06.03.2017
Beiträge: 70
Standard AW: I can't go back, back to the way I was

Weihnachten die Zeit der Freude. Das ist sie dieses Jahr nicht wirklich, denn auch in dieser Zeit, besser gesagt gerade besonders dann ist der triste, graue Schleier der seid jenem Tag über meinem Leben liegt, deutlich zu spüren und wahr zu nehmen. Ich habe von meinem Onkel ein Buch bekommen, doch diesmal keines indem ich mich verstecken und aus der Trostlosigkeit fliehen kann. Es ist ein Buch welches mich genau an mein Leben und meine Gefühle erinnert. Der Trick mit dem ich überhaupt leben kann heißt verdrängen, doch das klappt nicht immer. Das Buch drückt einige meiner Gefühle so gut aus, oder zeigt mir wie ich sie ausdrücken kann. Das Buch heißt Eisvogel-sommer von Jan De Leeuw.
"Alles fühlt sich an als bedeutete es nichts. Wenn ich sie loslassen, dann.. Ich habe es versucht, aber es geht nicht. Dann Fälle ich in ein großes schwarzes Loch. Tausende Meter. Es nimmt mir die Luft, ich will atmen, aber ich kann es nicht. Ich ersticke. Ohne sie sterbe ich."
Ja das drückt die Gefühle schon ganz gut aus ganz in Worte lassen Sie sich nicht fassen und wer es nicht erlebt hat wird es nie verstehen können aber diese Worte kommen nah ran.
"Es ist ein grausamer Scherz Gottes, die schönsten Erinnerungen werden zu den schmerzhaftesten. Muss man sich all dem erledigen, was einen glücklich machte? Ich lebe in einem Schatten, ich warte, bis er über mich fällt."
Ja auch das drückt die Gefühle ich Ich empfinde sehr gut aus.
Der Schmerz ist so groß, manchmal einfach so übermächtig.
Mit Zitat antworten
  #39  
Alt 26.12.2017, 22:34
fluturi fluturi ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 24.01.2016
Ort: Hamburg
Beiträge: 300
Standard AW: I can't go back, back to the way I was

Liebe Tris, ich kann deine Gefühle nachvollziehen und denke an dich..
__________________
Die höchste Form der Hoffnung ist die überwundene Verzweiflung. - Albert Camus
Mit Zitat antworten
  #40  
Alt 15.01.2018, 07:29
Tris Tris ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 06.03.2017
Beiträge: 70
Unglücklich AW: I can't go back, back to the way I was

Heute ist es zwei Jahre her. Heute vor zwei Jahren habe ich erfahren das meine Mutter Krebs hat. Diesen Tag werde ich wohl nie vergessen. Er ist der Anfang vom Ende. Mit ihm hat alles begonnen. Wenn ich daran zurück denke welche Hoffnungen ich damals noch hatte. Ich frage mich wie ich nur so dumm sein konnte zu glauben es wird alles gut und es gibt ein Happy End. Wenn ich jetzt daran zurück denke fühle ich nur unbändige Trauer. Sie hat so gekämpft, alles getan um bei uns bleiben zu können. Sie hat so viel Schmerz auf sich genommen. Nachdem die erste Chemo und dann die Kur komplett durch waren, waren wir so glücklich. Bis zum 26.01.2017. Wir wussten nicht ob es wieder Krebs ist, aber letztendlich war es das. Dieser 15.01 2016 hat alles verändert. Ich sehe noch genau vor mir wie ich geweint habe, wie ich nicht schlafen konnte, wie im am nächsten Morgen so früh aufgestanden bin und Mama doch schon auf war. Sie hat mich in den Arm genommen und mir versprochen das sie uns und Papa nicht alleine lässt. Dafür hat sie so sehr gekämpft bis zum Schluss. Sie war so lange bei uns wie es ging. Dann seh ich letzten Tage und Wochen hier zu Hause. Wie nichts mehr ging, wie auch ich sie oft im Arm gehalten habe und versucht habe nicht zu weinen und sie zu trösten. Wie sie nachher nicht mehr richtig da war, nicht mehr richtig gesprochen hat, nichts mehr zu sich genommen hat. Mich nicht mehr erkannt hat. Wir haben uns um sie gekümmert, die letzte Woche war einfach nur schrecklich, ich kann immer noch nicht verstehen, wie es so schnell bergab gehen konnte. Immer war jemand zu Hause um aufzupassen und sich um sie zu kümmern. Am letzten Tag hat sie dann nur noch geschlafen, ich habe sie Abends nochmal umarmt und ihr ins Ohr geflüstert das es ok ist, das sie gehen kann. Ich konnte lange nicht einschlafen, ich habe geweint mich hin und her gedreht und bin schließlich gegen kurz vor Elf doch eingeschlafen. An dem Abend/ in der Nacht ist meine Mutter gestorben. Ich hätte mehr Zeit gebraucht, da ist noch so viel was ich noch mit ihr erleben wollte. In zehn Tagen werde ich 16 ohne meine Mutter. Das ist einfach nicht fair. Ich verstehe einfach nicht warum. Das hat sie nicht verdient. So vieles was fehlt, dieses riesige Loch ist immer da. Ein so großer Teil von fehlt. Ich will sie so sehr zurück. All die glücklichen Erinnerungen tun so weh. Ich weiß das sie nicht zurück kommen kann und doch wünsche ich es mir so sehr auch wenn es unmöglich ist. Dieser verfluchte Tag ruft so viele Erinnerungen wach.
Mit Zitat antworten
  #41  
Alt 25.01.2018, 22:14
Gerbera Gerbera ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 26.03.2017
Beiträge: 160
Standard AW: I can't go back, back to the way I was

Liebe Tris

Ich habe dein Tagebuch gelesen und mir laufen die Tränen... Es tut mir so leid für dich und ich kann deinen Trauer sehr gut verstehen. Sogar für mich ist es schlimm meinen Vater verloren zu haben, wie muss es wohl für dich sein!

Ich wünsche dir alles Gute!!
Mit Zitat antworten
  #42  
Alt 27.01.2018, 11:49
Safra Safra ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 21.12.2012
Ort: Sachsen-Anhalt
Beiträge: 545
Standard AW: I can't go back, back to the way I was

Liebe Tris,

auch ich verfolge Deine Einträge weiterhin und finde es gut, dass Du Dir hier Deinen Schmerz von der Seele schreibst. Im Unterschied zu vielen "Freunden", die oft keine sind, wenn man sie braucht (zumal in dem Alter, in dem Du bist, kaum einer über das Sterben nachdenken möchte), können Dich die Leute hier verstehen, weil sie selber in irgendeiner Form betroffen sind.

Zitat:
Der Trick mit dem ich überhaupt leben kann heißt verdrängen, doch das klappt nicht immer.
Verdrängen kann erst einmal ganz hilfreich sein, funktioniert aber, denke ich, nicht auf Dauer, denn in Dir drin lebt alles weiter. Also lasse den Schmerz zu. So ähnlich hatte man es mir auch bei meiner zweiten Reha beigebracht, als ich so viel Angst hatte vor einem Rezidiv und immer gleich heulte, wenn mich jemand nach der Krankheit fragte. Inzwischen ist es besser, und dieses Forum hilft mir auch, mich der Sache zu stellen und alles zu verarbeiten. Irgendwann wird es auch Dir wieder etwas besser gehen, aber die Wunden sind noch frisch. Du musst Dinge erleben, die andere in Deinem Alter nicht mal ahnen. Es wird Dich auch stärker machen (klingt vielleicht jetzt blöd, aber es zeigt sich immer wieder, dass es Hätschelkinder im Leben schwerer haben). Ich bin mir sicher, dass Du Deinen Weg gehen wirst, und Deine Mama schaut von oben zu und freut sich (ich bin nicht gläubig, als meine ich das mal im übertragenen Sinn. Jetzt kommen mir aber auch die Tränen...)

Liebe Grüße! Safra
__________________
"Die Hoffnung ist der Regenbogen über den herabstürzenden Bach des Lebens."
Friedrich Wilhelm Nietzsche
Mit Zitat antworten
  #43  
Alt 02.02.2018, 11:31
Tris Tris ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 06.03.2017
Beiträge: 70
Unglücklich AW: I can't go back, back to the way I was

Heute ist ihr Geburtstag, heute wäre sie 53 Jahre alt geworden. Manche Tage sind schlimmer als andere. Manchmal wache ich morgens auf und Tränen laufen mir über die Wangen, dieses Gefühl der unbändigen Trauer ist dann so erdrückend. Ich weiß dann, dass ich geträumt haben muss, aber erinnern kann ich mich nie daran. Nur diese unbändige Trauer ist da. Ich wünsche mir so sehr das ich sie zumindest in meinen Träumen sehen, sie umarmen kann. Mit ihr glücklich sein kann. Aber ich weiß nie genau was ich geträumt habe. Jedoch weiß ich es sind immer Albträume.

Ein Wort, ein Ton, ein Satz, ein Moment kann ausreichen und ich Falle in eine Erinnerung, ich sehe diese glücklichen Augenblicke und weiß es wird nie wieder so sein. Die Trauer überwältigt mich. Meist kann ich die Tränen nicht unterdrücken. Es sind immer Augenblicke die glücklich sein sollten, doch sind sie es nicht.

An ihren letzten Geburtstagen war sie immer zu Krank um was zu machen. Letztes Jahr haben wir darauf gewartet, was die Untersuchungen ergeben. Ob sie wieder Krebs hat. Ihr ging es schlecht, sie hätte sich nie wirklich davon erholt. Von dem Krebs, der Chemo... Das Jahr davor war sie im Krankenhaus. Es war der Tag vor der Operation in der alles entfernt wurde. An dem Tag als sie ins Krankenhaus ging sagte sie: "Heute fängt mein neues Leben an." Sie hat nichts negativ gesehen, sich nicht gehen lassen. Sie hat immer gekämpft. Eine Frau die überall respektiert wurde, die Freude am Leben hätte. Die trotz ihrer Situation immer noch hauptsächlich an die anderen dachte. Wie es ihnen damit geht. Gekämpft hat sie bis zum Schluss, aber wie soll man gewinnen, wenn der eigene Körper gegen einen ist. Sie war bis zum Schluss selbstlos, darum besorgt was aus uns werden würde. Als sie Krank wurde war das erste woran sie dachte wir, nicht an sich. Nein an alle andern. Ihre Jugendlichen die sie als Sozialabeiterin betreut hat. Sie wäre gern dabei geblieben um ihnen zu helfen. Der Job hat ihr Spaß gemacht und er passte so gut zu ihr.
Sie sagte zu Papa, dass sie immer Angst gehabt hätte das er mal Krebs bekommt, da seine Familie in dem Bereich so stark vorbelastet war. Doch das war ihre auch, doch sie hätte niemals daran gedacht, dass sie einmal Krebs bekommen könnte. Ich weiß wie gern sie gesehen hätte was aus Jakob und mir wird. Ich weiß wie sehr sie Papa geliebt hat, uns alle. Wie sehr sie bei uns bleiben wollte. Ich habe mir so oft gewünscht ich könnte an ihrer Stelle sein. Ich versteh nicht warum es ausgerechnet sie treffen musste. Ein normales Leben mit beiden Eltern sollte nicht zu viel verlangt sein. Und doch ist es so vielen nicht vergönnt.

Sie hat ihre Gefühle immer zurück gehalten um uns keine Angst zu machen. Sie war für mich immer das Beispiel für Selbstlosigkeit. Immer für andere da.
Ich vermisse sie heute so sehr.
Mit Zitat antworten
  #44  
Alt 02.02.2018, 16:02
Safra Safra ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 21.12.2012
Ort: Sachsen-Anhalt
Beiträge: 545
Standard AW: I can't go back, back to the way I was

Eine tolle Mama hattest Du, so wie Du es beschreibst. Ich denke, sie ist in der Erinnerung dann für viele Menschen auch ein Vorbild. Gerade wenn sie mit Jugendlichen gearbeitet hat, die Halt brauchten, hat sie dort bestimmt auch Spuren hinterlassen. Und das ist gut, und es schaffen nicht viele.

Liebe Grüße! Safra
__________________
"Die Hoffnung ist der Regenbogen über den herabstürzenden Bach des Lebens."
Friedrich Wilhelm Nietzsche
Mit Zitat antworten
  #45  
Alt 20.02.2018, 07:19
Tris Tris ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 06.03.2017
Beiträge: 70
Standard AW: I can't go back, back to the way I was

Gestern waren es 5 Monate. Ich vermisse sie immer noch so sehr wie auch schon am ersten Tag nach ihrem Tod. Der Schmerz ist so unendlich groß. Ich weine oft und viel. Sie fehlt überall. Alles ist so anders seitdem. Ich kann mit meinen Freundinnen nicht über meine Gefühle sprechen. In mir ist eine Blockade, es geht einfach nicht, nicht mit ihnen. Ich denke ich habe Angst vor dem Schmerz. Wenn ich es kann schieb ich es weg. Es tut so weh. Ich denke mein Körper ist dankbar für die Momente in denen der Schmerz nur betrübt da ist. Es werden automatisch Mauern errichtet. Selbstschutz. Ohne das ich etwas machen kann. Ich habe es versucht, aber ich kann mich nicht ausdrücken. Es geht einfach nicht. Einerseits würde ich es gern, aber das würde auch mein innerstes frei legen. Es macht mich verletzlicher als ich sowieso schon bin. Und doch würde ich so gerne mit ihnen sprechen. Ich weiß nicht wie. Ich habe das Gefühl mich von den anderen zu entfernen. Ich bin anders, habe mich verändert. Und halte doch an dem anderen ich fest.

Am Samstag hat mein Onkel geheiratet. Mama sollte die Trauzeugin sein. So war es mal geplant.
Mein Onkel hat ein Foto von Mama aufgestellt. Es gab keine anderen Trauzeugen. Ich fand es wunderschön und trozdem macht mich es so traurig. Wir haben den Brautstrauß bekommen und ihn auf ihr Grab gestellt.
Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen


Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)
 
Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 21:56 Uhr.


Für die Inhalte der einzelnen Beiträge ist der jeweilige Autor verantwortlich. Mit allgemeinen Fragen, Ergänzungen oder Kommentaren wenden Sie sich bitte an Marcus Oehlrich, bei technischen Kommentaren an den Webmaster. Diese Informationen wurden sorgfältig ausgewählt und werden regelmäßig überarbeitet. Dennoch kann die Richtigkeit der Inhalte keine Gewähr übernommen werden. Insbesondere für Links (Verweise) auf andere Informationsangebote kann keine Haftung übernommen werden. Mit der Nutzung erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen an.
Powered by vBulletin® Version 3.8.7 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2018, vBulletin Solutions, Inc.
Gehostet bei der 1&1 Internet AG
Copyright © 1997-2014 Volker Karl Oehlrich-Gesellschaft e.V.
Impressum: Volker Karl Oehlrich-Gesellschaft e.V. · Eisenacher Str. 8 · 64560 Riedstadt / Postanschrift: Postfach 130435 · 64243 Darmstadt / Vertretungsberechtigter Vorstand: Marcus Oehlrich / Datenschutzerklärung
Spendenkonto: Volker Karl Oehlrich-Gesellschaft e.V. Spendenkonto Nr. 17252500 · Volksbank Darmstadt-Südhessen eG · BLZ 508 900 00 · IBAN DE23 5089 0000 0017 2525 00 · BIC: GENODEF1VBD