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  #1  
Alt 11.06.2018, 14:45
Beccamaus Beccamaus ist offline
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Seit über 15 Monaten bin ich treuer Leser in diesem tollen Forum.

Mein Vater, 70 Jahre alt, kämpft seit 15 Monaten gegen Lungenkrebs. Leider wird er in den nächsten Tagen seinen Kampf verlieren und ich bin am Ende meiner Kräfte. Ich bin selber Krankenschwester, habe in all den Monaten an Wunder geglaubt und muss ernüchternd feststellen, dass es dieses Wunder bei meinem Daddy nicht gab. Ich bin 35 Jahre und habe 2 kleine Kinder, es ist mir aus diesem Grund kaum möglich am PC zu sitzen. Da ich aber merke das mir der Kontakt mit Menschen, die ähnliches durchmachen, gut tut, wollte ich auf diesem Weg fragen ob es bereits eine solche Gruppe gibt? Leider gibt es den Krebs-Kompass nicht als App....das würde einiges erleichtern. Oder wie macht ihr das?

LG Rebecca
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  #2  
Alt 11.06.2018, 15:58
Gerbera Gerbera ist offline
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Hoi Rebecca

Das mit deinem Dad tut mir sehr leid. Ich bin auch 35 und habe 2 Kinder. Mein Vater starb vor 7 Monaten.
Klappt es nicht mit dem Handy ins Internet? Ich schau oft so hier im Forum vorbei.

Gruss! Gerbera
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  #3  
Alt 11.06.2018, 16:07
Clea Clea ist offline
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Hallo Rebecca,

diese Forensoftware ist leider total veraltet und für die Nutzung mit dem Smartphone ungeeignet, noch dazu teuer für den Betreiber.
Ich bin noch in einem Aquarianerforum, da haben wir umgestellt auf etwas günstigeres, das viel besser mit dem Smartphone zu bedienen ist, das war ein vollerErfolg, aber davon will hier keiner was wissen.
Ich wüsstenichts von einer Whattsappgruppe. Das Problem ist, denke ich, die Anonymität, die bei Herausgabe der Handynr ein Stück weit verlorengeht. Dazu kommt, dass man dann ja immer erreichbar ist und nicht nur dann, wenn man es selbst möchte. Das ist natürlich jedem selbst überlassen, ich für meinen Teil wäre damit...sagen wir, überfordert.
Für den Weg, den du nun gehen musst, wünsche ich dir viel Kraft. Kinder lenken ab, das ist gut.Ich hoffe, es gibt auch noch Leute, die dich stützen können, denn dasist auch wichtig.
__________________
Meine Ma
17.9.1957-19.2.2017, 59 Jahre, Lungenkrebs mit Hirnmetastasen

Geändert von Clea (11.06.2018 um 16:10 Uhr)
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  #4  
Alt 11.06.2018, 21:13
Beccamaus Beccamaus ist offline
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Ja, ich kann auch so ins Internet. Leider stellt das Forum nicht um und man muss immer ran und weg zoomen. Macht halt nicht so viel Spaß.
Vielen Dank für eure Worte. Mein Papa hat auch Lungenkrebs, leider sind alle Organe, auch Kopf und Knochen mittlerweile mit Metastasen besiedelt. Er hat so tapfer gekämpft, wir haben so harte Zeiten hinter uns. Aber jetzt kommt wohl das schlimmste. Ich habe 2 Schwestern und Teile mir mit denen die Tage rein wo wir Papa besuchen und Mama somit unterstützen. Ich habe einen tollen Freund und tolle Freunde. Es sind alle da für mich. Alle haben Verständnis. Aber ich schaffe es nicht meinen Kopf auszustellen , ich habe das Gefühl nur noch traurig und nachdenklich zu sein. Der Gedanke mein Papa nie wieder zu sehen bringt mich um.

@gerbera- wie geht es dir nach 7 Monaten?

LG
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  #5  
Alt 12.06.2018, 21:00
Gerbera Gerbera ist offline
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Hallo Rebecca

Ja das stimmt, mit dem Handy ist es schon ziemlich mühsam im Forum...

Wie geht es mir? Hmm, noch nie fand ich die Frage "wie geht es dir?" schwieriger als seit dem Tod meines Vaters...

Ich denke, es geht mir immer etwas besser. Es gibt Tage wo es mir sehr gut geht und Tage wo es schlechter geht. Ich lerne, oder muss lernen, damit zu leben, ich muss lernen zu akzeptieren, dass die wichtigste Person in meinem Leben nicht mehr da ist. Mir helfen Gespräche mit einer Psycho-onkologin. Mit ihr kann ich über alles reden, kann alles Erlebte verarbeiten. Ich habe gelernt, auf mich zu hören, was ich brauche und mir gut tut.
Mir hilft der Glaube, dass mein Vater immer bei mir ist. Er begegnet mir in meinen Träumen, obwohl das momentan nicht mehr so oft vorkommt. Beim letzten Mal hat er mir gesagt "du brauchst mich eigentlich doch gar nicht.".
ich habe auch gelernt, dass mein Vater in mir weiterleben kann.

Es hilft mir, dass ich ihm alles gesagt habe, dass es nichts zwischen uns gab. Als er im Spital lag haben wir uns oft einfach nur gehalten und geweint. und immer wieder gesagt wie lieb wir uns haben und er hat mir immer wieder gesagt wie glücklich er sei, so eine Tochter zu haben. Das hilft.

Gerade jetzt, wenn ich hier schreibe, kommt die Trauer und die Tränen hoch... es ist ein unglaublicher Verlust und ich vermisse ihn jeden Tag. Ich habe oft geweint und geschrien und ich habe noch nie eine so grosse Trauer erlebt, und gespürt, wie körperlich schmerzhaft eine Trauer sein kann. Jeden Tag wünsche ich mir dass ich ihn einfach noch einmal besuchen kann, noch ein mal umarmen.

Ich glaube, man lernt damit zu leben. Wie viele sagten, der Schmerz wird bleiben, aber man lernt damit umzugehen. Jeder auf seine Weise, irgendwie.

Ich wünsche dir alles alles Gute!!
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  #6  
Alt 12.06.2018, 21:05
Christin12 Christin12 ist offline
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Hallo Rebecca,

ich antworte dir hier.
Es tut mir sehr leid, dass du deinen Papa verlieren wirst.
Ich finde leider nicht mehr Worte, denn niemand kann einen auf so etwas vorbereiten.
Fühl dich umarmt.
Ch.
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  #7  
Alt 13.06.2018, 07:14
Beccamaus Beccamaus ist offline
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Hallo,

ja, ich weiß das es ein harter Weg wird. Noch nie musste ich einen lieben Menschen begleiten und nun ist es mein geliebter Papa. Wir haben das wohl schlimmste Jahr meines Lebens hinter uns gebracht, von Anfang der Diagnose bis jetzt. Wir haben viel geweint, gehofft und nun dennoch verloren. Gestern musste ich auch wieder den ganzen Tag weinen weil es mir das Herz zerreißt ihn dort so liegen zu sehen. Der Gedanke das er in den nächsten Tagen von uns geht, zerrißt mich förmlich. Auch ich habe so einen körperlichen Trauerschmerz noch nie erlebt. Trost spendet mir der Glaube das es ein Leben nach dem Tod gibt und das ich, sowie meine 2 kleinen Engel ein Stück von Papa in uns tragen. Ich habe Respekt vor der Zukunft, ich frage mich ob ich wohl jemals wieder so ein unbeschwertes Leben haben kann? Lachen und einfach nur glücklich sein rücken in weite Ferne....
Habt ihr gute Erfahrungen gemacht die Trauer durch eine psychologische Begleitung oder eine Trauergruppe besser verarbeiten zu können?

LG Rebecca
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  #8  
Alt 22.06.2018, 20:48
Gerbera Gerbera ist offline
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Hallo Rebecca

Wie geht es dir? und deinem Papa?

Also mir haben die Gespräche mit der Psychoonkologin sehr geholfen bzw helfen immer noch. Es tat gut, alles erzählen zu können, was passiert war. Und so das Ganze irgendwie verarbeiten zu können.
Alles Liebe
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  #9  
Alt 25.06.2018, 17:36
Beccamaus Beccamaus ist offline
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Mein Papa ist heute früh eingeschlafen. Zur Zeit läuft noch alles wie im Traum ab. Ich habe 2 Kinder, ich muss ja funktionieren. Auch wenn mein Mann toll ist muss ich ja trotzdem irgendwie mithelfen. Ich weiß nicht wie es verarbeiten werde.... nun planen wir erstmal alles und ich hoffe das dieser Tag schnell vorüber geht
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  #10  
Alt 25.06.2018, 18:42
Küstenkind Küstenkind ist offline
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Mein herzliches Beileid. Fühl dich unbekannterweise gedrückt. Ich schicke dir viel Kraft.

Meine Mama ist vor fast 7 Monaten eingeschlafen. Seitdem ist alles anders.

Ich bin fast in deinem Alter, habe ein kleines Mädchen. Wie ihr sagt, man muss trotz dieser furchtbaren Zeit irgendwie funktionieren. Das klappt mal gut, aber meistens bei mir nicht so gut.

Alles Gute für dich.
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  #11  
Alt 25.06.2018, 22:44
Clea Clea ist offline
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Liebe Beccamaus,
mein aufrichtiges Beileid zum Verlust deines Vaters.
Dass dein Mann dir eine große Stütze ist, ist nicht selbstverständlich. Selbstverständlich ist aber, dass du nun funktionieren musst. Für alle, nicht nur für die Kinder. Und es wird dir vorkommen, als würdest du alles nur durch einen Vorhang sehen. Die Welt dreht sich weiter. Und es ist so ungerecht, dass sie das tut. Ich wünsche dir viel Kraft.
__________________
Meine Ma
17.9.1957-19.2.2017, 59 Jahre, Lungenkrebs mit Hirnmetastasen
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  #12  
Alt 26.06.2018, 15:33
Beccamaus Beccamaus ist offline
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Heute haben wir die Trauerfeier organisiert . Das war schon hart. Meine Mama, meine Schwestern und ich mussten viel weinen. Aber das schlimmste war alles vom Hospiz abzuholen. Wir mussten alle so weinen. Nun sitze ich hier, die Sonne scheint und ich habe Papa seine geliebte Strickjacke vor der Nase. Es riecht so nach Papa. Es ist so unwahr das ich nun nicht mehr wie gewohnt zu ihn fahre .... und ständig diese dämlichen Aussagen. Er ist erlöst. Er hätte nicht gewollt das du traurig bist. Die Zeit heilt Wunden.... ich kann es jetzt schon nicht mehr hören
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  #13  
Alt 26.06.2018, 20:12
Christin12 Christin12 ist offline
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Liebe Beccamaus,

ich möchte dir mein herzliches Beileid zum Verlust
deines Papas übermitteln.

Es gibt kein Worte, die trösten können. Ich kann keinen
Trost empfinden. Und du hast recht, es gibt einige
Floskeln, die einfach nur überflüssig sind.
“Erlöst” – wer kann das wissen? Nur jemand, der
diesen Weg schon gehen musste und so jemanden kann
man nicht fragen.
Den Satz mit: “Er hätte nicht gewollt ...” habe ich nicht
hören müssen. Er ist in meinen Augen dahergesagt.
Meine Erfahrung ist, dass nur jemand, der bereits einen
Verlust erlitten hat, die richtigen Worte findet.
Ich wünsche dir Kraft und Menschen an deiner Seite,
die dir gut tun.
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  #14  
Alt 27.06.2018, 06:55
Beccamaus Beccamaus ist offline
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Hallo Christin.
Ja das stimmt wohl. Ich habe ein tolle Familie und tolle Freunde. Bei vielen fühle ich mich geborgen. Aber die Außenstehende versuchen immer mit zu trösten mit diesen Floskeln. Einfach sein lassen..... aber eigentlich meinen sie es ja auch nur gut. Wisst ihr... wenn ich mal eine Minute an was anderes denke oder gar mal ein Lächeln über meine Lippen huscht weil mein kleiner (2) wieder was lustiges erzählt hat, erwische ich mich dabei ein schlechtes Gewissen zu haben. Ich denke dann Papa ist böse oder traurig weil wir nicht traurig sind oder ihn vergessen haben. Kennt ihr das Gefühl?
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  #15  
Alt 27.06.2018, 11:35
Vronilein Vronilein ist offline
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Liebe Beccamaus

freue Dich über Deinen Kleinen und auch über andere Dinge.
Sei traurig lass es zu.
Als mein Mann starb war ich einfach nur fassungslos, verzweifelt.
Da kamen die selben Floskeln wie Du sie beschrieben hast. Nimm es hin
für viele ist es Hilflosigkeit. Diese Sachen haben sie schon gehört und gesehen das man sie sagt.
Erst habe ich nur funktioniert, habe leider nichts zugelassen, dachte auch -Du darfst dich nicht freuen usw. hatte Angst ihn zu vergessen- dann kam ein totaler Zusammenbruch und da habe ich gelernt mit meiner Trauer umzugehen.
Jetzt lasse ich auch Wut zu und Enttäuschung. Noch immer kommen Tage an denen ich das Unbegreifliche spüre und das Gefühl habe ich falle in ein ganz grosses Loch. Aber ich kann jetzt besser damit umgehen. Mein Mann ist nun seit 1 Jahr und 4 Monaten tot. Es braucht seine Zeit.
Also lasse Dir die Zeit. Schreie, weine, lache. Denk an deinen Papa.
Viel Glück und alles Gute
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