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  #31  
Alt 15.09.2013, 16:50
Thusnelda Thusnelda ist offline
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Standard AW: Wie macht ihr das mit dem Arbeiten gehen...?

Hallo Con,
mir ging es ähnlich - nach den Behandlungen musste ich mich erst wieder in die Arbeit stürzen. Jetzt nach zwei befundfreien Jahren denke ich erst ernsthaft darüber nach, wie. lange ich mich noch für andere aufreiben will und gehe zunehmend in Abstand zu meiner Arbeit, arbeite aber immer noch gern. Wahrscheinlich brauchte ich erst die Freiheit, selbst eine Haltung dazu zu entwickeln und nicht durch die Krankheit gezwungen zu werden. Allerdings bin ich auch schon 54. Da sind die Jahre bis zum Ruhestand auch schon überschaubarer. Also, bis 66 mache ich definitiv nicht. Ob es auch weiterhin keine neuen Befunde gibt, weiß schließlich niemand! Carpe Diem!
Alles Gute für euch. Thusnelda
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  #32  
Alt 16.09.2013, 22:26
Norma Norma ist offline
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Standard AW: Wie macht ihr das mit dem Arbeiten gehen...?

Antwort auf die obige Frage:

Gar nicht!

Als die Diagnose feststand, war ich 47 Jahre alt; hatte 33 Jahre gearbeitet; drei Kinder bekommen und großgezogen und noch eine pflegebedürftige Mutter.

Mein Alltag bestand Jahrzehnte aus einem ausgeklügelten Minuten-Fahrplan. Jeder Tätigkeit, ob zu Hause oder in der Arbeit, wurde ein genaues "Zeitmaß" zugeordnet.

Beispiele gefällig?

Zu Hause:
Spülmaschine ausräumen: 3 Minuten
Spülmaschine einräumen: 4 Minuten
Wäschetrockner leeren und Wäsche zusammenfalten: 8 Minuten
Essen kochen und selbst essen: 30 Minuten
Körperpflege: morgens 15 Minuten, abends 10 Minuten

und so weiter und so fort...

Auf der Arbeit:
Kundengespräche pro Gespräch: 3 Minuten minimum, 10 Minuten maximum
1 volle Seite Din-A4 (keine pro-Forma-Briefe), selbst erarbeitet und geschrieben: 10, höchstens 15 Minuten
Telefongespräche: pro Gespräch höchstens 5 Minuten
Ablage, wenn sie voll war: 5 Minuten

Überstunden? Habe sie nicht mehr gezählt

Pause? So gut wie NIE!
Urlaub? Ja, dann wurde die Arbeit mit nach Hause genommen.

Kollegen-Gespräche: ausgeschlossen, da in weiter Ferne


Nur mit diesem peniblen Zeitplan war es möglich, den Überblick zu behalten und sogar 6 Stunden Schlaf zu bekommen.

Etwa ein Jahr vor der Diagnose meldete sich mein Körper massivst. Es war klar: Irgendetwas stimmt nicht. Da ich 47 Jahre alt geworden war, beruhigte ich mich selbst: Wechseljahre. Passte ja auch alles: Schweißausbrüche, vor allem nachts
Überschnelle Erschöpfung bis zum Denken: "Ich kann einfach nicht mehr"
Ausbleiben der Periode
Magen- und Darmprobleme
Kopfschmerzen, erhöhte Temperatur
trockene Haut etc. ...


Dann ertastete ich den Knoten in der Brust; wartete aber noch Monate, weil Fibroadenome in der Familie schon zum automatischen "Brust-Mitbringsel" gehörten.

Im Moment der endgültigen Diagnose habe ich innerlich einen rigorosen Schnitt vollzogen. SO wie bisher wollte und konnte ich nicht mehr weiter machen. Ich sah mich plötzlich nur noch wie ein gut funktionierender Roboter, der nun kaputt gegangen war.

Kopfkino?

Ja sicher! Und wie!

Was dann folgte, waren neoadjuvante Chemo, die Op (Mamma-Ablatio) und noch einmal Chemo. 30 Bestrahlungen, 10 Jahre Anti-Hormon-Therapie.

Ich erinnere mich an Arztgespräche ("Frau, warum bloß sind Sie nicht früher gekommen?") und an viele mitleidvolle Krankenschwester-Blicke.
Ich erinnere mich an alle Nebenwirkungen der Therapien.
Ich erinnere mich an meinen früheren Zeitplan und manchmal schaue ich immer noch wie selbstverständlich auf die Uhr, ob das Einräumen der Spülmaschine auch nicht länger als 4 Minuten gedauert hat.
Und im nächsten Moment fällt mir ein, dass das unwichtig geworden ist.

Nun ja, nach der 1. Reha habe ich sofort den Rentenantrag gestellt und wenn ich damals gewusst hätte, dass daraus ein 7jähriger "Rentenkampf" entstehen würde... mein Kopfkino hätte wohl völlig verrückt gespielt.

Richtig "befreit" fühlte ich mich erst, als die Dauerrente bewilligt wurde.

Ich bin kein funktionierender Roboter mehr; ich LEBE!
Trotz aller körperlichen Einschränkungen, die sich im Laufe der Zeit eingestellt haben: Die Erkrankung hat mir die Augen geöffnet und auch dafür bin ich dankbar.


Liebe Grüße an Alle
Norma
Diagnose Brustkrebs Nov. 2001
Diagnose Darmkrebs Juni 2007 bei meinem Mann
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  #33  
Alt 18.07.2016, 21:17
Flauschekoepfchen Flauschekoepfchen ist offline
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Standard AW: Wie macht ihr das mit dem Arbeiten gehen...?

Gerne möchte ich diesen Thread wieder zum Leben erwecken...

Im Mai 2016 kam ich nach der Chemotherapie und Bestrahlung frisch gestärkt aus der Reha zurück. Ich fühlte mich gut und wollte unbedingt wieder arbeiten gehen. Auf die langsame Wiedereingliederung nach dem Hamburger Modell hatte ich eigentlich keine Lust, da ich direkt wieder zu 100% dabei sein wollte.

Wie ich allerdings schnell gemerkt habe, ist das Leben mit Krebs wohl doch ein anderes als zuvor. 5 Tage die Woche, jeweils 8-10 Stunden täglich im Büro sitzen und Leistung bringen das geht im Moment nicht. Nach der 4-wöchigen Wiedereingliederung habe ich 3 Wochen lang wieder Vollzeit gearbeitet. Ich habe allerdings gemerkt, wie ich von Tag zu Tag gestresster war. Ich war regelrecht fertig mit der Welt, wenn ich am späten Nachmittag nach Hause kam.

Da es so nicht weiter gehen konnte, habe ich das Gespräch mit meinem Chef gesucht und wir haben vereinbart, dass ich zunächst jeweils einen Tag pro Woche (Rest-)Urlaub nehme und zusätzlich einen Tag pro Woche von zu Hause arbeiten. So bin ich wöchentlich nur drei Tage im Büro und es bleibt zudem viel Zeit zum Erholen, Zeit für mich. Ich bin sehr glücklich, dass mein Chef an dieser Stelle so verständnisvoll und entgegenkommend ist.

Durch den vielen Resturlaub, der krankheitsbedingt die letzten zwei Jahre angefallen ist, kann ich das locker bis Ende des Jahres so weiter machen und ich habe mir auch eingestanden, dass ich diese Zeit brauche. Ich hoffe sehr, dass mir die Zeit gut tun wird. Es ist wichtig, dass ich mir diese Zeit nehme, das merke ich jeden Tag aufs Neue.

Ich würde mich freuen, wenn ihr auch von euren Erfahrungen bzgl. des Arbeitens nach der Therapie berichtet...
__________________
Diagnose im August 2015: Primär mediastinales diffus großzelliges B-Zell-Lymphom, Stadium IIA, ca. 12x7cm
Therapie: 6x R-CHOEP-14 und 20 Bestrahlungen á 2 Gray

Hier erfahrt ihr mehr über mich und mein Leben mit NHL.
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  #34  
Alt 07.12.2016, 12:25
Benutzerbild von Frank Emm aus Weh
Frank Emm aus Weh Frank Emm aus Weh ist offline
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Standard AW: Wie macht ihr das mit dem Arbeiten gehen...?

na dann flöße ich diesem Thread auch noch ein bisschen neues Leben ein

ich habe eine dreimonatige Wiedereingliederung hinter mir, begonnen mit 4 Stunden täglich, und gleichmäßig bis auf 7 Stunden gesteigert.
Schon die ersten 2 Wochen waren viel anstrengender als ich erwartet hatte, und ich bin nach dem "Halbtagsjob" jeden Tag vollkommen erledigt auf's Sofa gesunken und sofort eingeschlafen. Je länger die tägliche Arbeitszeit wurde, desto weniger war ich in der Lage, abends noch irgendwelche produktiven Dinge zu tun, die ich sonst immer sehr gerne mache, wie z.B. etwas kochen, Musik machen oder an dem Soundmix meiner Musikaufnahmen rumzuschrauben.
Mit zunehmender Arbeitszeit nahm auch die Arbeitsintensität zu, und dabei machten sich immer mehr meine Defizite in puncto Konzentrations- und Merkfähigkeit bemerkbar, die sich seit den Chemos leider kaum gebessert haben. Das macht die Sache noch anstrengender.
Zudem ging von Montag bis Freitag meine Erschöpfungskurve immer steil aufwärts, sodass ich das Wochenende immer komplett zur Erholung brauchte. Bestenfalls ein längerer Spaziergang oder eine kleine Fahrradtour war mal drin.
Ich war schon so weit, ernsthaft über eine Halbtagstätigkeit nachzudenken, weil ich ein Leben, welches zukünftig nur aus Arbeit und schlafen besteht, nicht besonders attraktiv finde.
Dann kam noch dazu, dass ich kurz nach Erreichen der vollen Arbeitszeit ganz langsam und vorsichtig wieder mein früheres Training im Sportstudio aufgenommen habe, zunächst zweimal pro Woche. Damit war ich dann vollkommen am Anschlag, und es ging mir nur noch darum, mal auszuprobieren, wie lange ich das so durchhalte.
Aber dann folgte eine Überraschung: ich merkte, dass die notwendigen Erholungszeiten (z.B. auf dem Sofa liegend oder schlafend) zunächst immer kürzer wurden, und manchmal fiel es mir sogar leicht, ganz darauf zu verzichten. Das liegt nun ein paar Wochen zurück, und inzwischen kehrt so etwas wie ein bisschen Lebensqualität auch nach Feierabend wieder zurück.

Mir ist aber klar, dass ich das nicht für ewig so weitermachen kann. Mir hilft die Aussicht, dass ich wegen der Schwerbehinderung in vier Jahren sowieso in Rente gehen kann, und dass ich diese Zeit je nach Fitnesszustand und Arbeitssituation ggf. auch noch etwas verkürzen kann. Eine Reduzierung der tägl. Arbeitszeit wäre ggf. ja ebenfalls noch möglich. Das versuche ich aber zu vermeiden, weil es das Verhältnis Aufwand/Nutzen wegen weiter Anfahrt, nötiger Zweitwagen u.s.w. doch sehr verschlechtert.
Das interessante ist, dass sich die Kosten-Nutzen-Rechnung, die im Moment noch ganz klar für's arbeiten spricht, alle paar Wochen ein winziges Stückchen in Richtung zu Hause bleiben verschiebt.
Falls ich das unfassbare Glück haben sollte, weiterhin gesund zu bleiben, wird irgendwann in diesem Leben mal ein Tag kommen, von dem an es finanziell nicht mehr ganz so wichtig ist, ob ich arbeite oder nicht, und an dem der Freizeitwert überwiegt. Und an dem Tag bleibe ich einfach im Bett und denke darüber nach, was ich an allen folgenden Tagen mit meiner vielen Freizeit anstellen werde
__________________________________
Diagnose Kardia-Karzinom Juli 2015 T3 N1 M0
Neoadjuvant Bestrahlung/Chemo Sept - Nov 2015
OP Magenhochzug Dez 2015
Reha Jan 2016
seitdem geht's ....

Geändert von Frank Emm aus Weh (08.12.2016 um 14:51 Uhr)
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  #35  
Alt 28.12.2016, 08:40
mate mate ist offline
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Standard AW: Wie macht ihr das mit dem Arbeiten gehen...?

Hallo,

ich bin 58 Jahre alt und bei mir ist im Frühjahr 2014 ein mittelaggressiver Prostatakrebs gefunden worden und im Sommer wurde die Prostata mit einer DaVinci OP heraus operiert. Nach der OP machte ich eine Reha und arbeitete nach insgesamt 6 Wochen wieder 100% als Gruppenleiter in einer Behindertenwerkstatt. Nach Monaten stieg mein auf 0 reduzierter PSA Wert wieder langsam an und Herbst 2015 ließ ich die Prostata bestrahlen mit anschließender 2. Reha. Bei den Bestrahlungen legte ich diese in meine Mittagspause und arbeitete anschließen wieder weiter.

Die Bestrahlung half nur kurzfristig und dieses Jahr stiegen die PSA Werte wieder langsam an, die letzten 3 Monate verdreifachten sie sich dann und meine PSA Werte sind nun wieder bei 2,1.
Nun bekomme ich weibliche Hormone, 3 Monatsspritze une mit einer genauen PET/CT Untersuchung wurden 3 auffällige Punkte um fehlende Prostata gefunden, ein Punkt im Bauchbereich.

Zudem ein 2x2,2 cm großer Kopftumor, der sich als gutartig herausgestellt hat, erst einmal 6 Monate beobachtet wird.

Und nun zum obrigen Tema. 2.5 Jahre war mir bei meiner Erkrankung wichtig gewesen, möglichst schnell wieder in die Arbeit voll integriert zu werden, ich wurde auch am Arbeitsplatz gelobt dafür, wie fleißig ich dort auf einmal wurde.

Dieses Jahr im Sommerurlaub, nach Wieder Anstieg der PSA Werte, nach neuen Mehrbelastungen am Arbeitsplatz, nach Erschöpfungszuständen Nachmittags dort überlegte ich mir, die Arbeitsbelastungen tun meiner Erkrankung nicht mehr gut, beschleunigen vielleicht sogar diese.

Am Tag meiner Kopftumor Diagnose entschied ich mich wie im Affekt, mich jetzt länger krank schreiben zu lassen und mich nun wirklich meiner wieder Erkrankung ganz zu stellen. Mittlerweile nach 6 Wochen krank denke ich, ich möchte gar nicht mehr weiter arbeiten. Ich mache Gymnastik, gehe jeden Tag in die Natur, pflege nun mehr soziale private Beziehungen und Freundschaften, aktiviere alte Freundschaften wieder und interessiere mich auch neben der traditionellen Medizin für alternative Behandlungsmethoden.
Dafür hatte ich beim Arbeiten gehen nie richtig Zeit gehabt.

Seit über einem Jahr habe ich mir auch psychologische Hilfe von einem Psychologen geholt und verlängere diese Hilfe zum Ende dieses Jahres.

Interessanter Weise muss ich privat mit meiner Frau kämpfen, das sie akzeptiert, das ich fortgeschritten an Krebs erkrankt bin. Anfangs in der Familie auch. Auch die behinderten Menschen, meine Kollegen am Arbeitsplatz, wollen, das ich schnell wieder arbeite.

Es haben, hatten eben viele Menschen einen Vorteil davon, wenn ich gearbeitet habe. Finanziell und auch einfach, weil ich einen helfenden Beruf gehabt habe. Das hat es mir auch so schwer gemacht, in einem sozialen Beruf anzufangen, an mich selber zu denken, weil das zuerst einmal auch bedeutet, das andere Menschen dadurch auch Nachteile haben.

Gut, das ist meine Geschichte und mir geht es trotz verschiedener medizinischer Baustellen recht gut körperlich und ich arbeite daran, auch meine Kopf zunehmend zur Ruhe zu bringen jeden Tag mit positiven Wort-Gedanken Denkübungen, Meditationen und auch mit einer täglichen Dankbarkeit, was ich täglich trotz Erkrankung positiv machen und auch erleben darf.

Freundliche Grüße an alle Leser,

MT.:-)
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  #36  
Alt 30.01.2017, 20:55
Flauschekoepfchen Flauschekoepfchen ist offline
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Standard AW: Wie macht ihr das mit dem Arbeiten gehen...?

Einen schönen guten Abend. Ich hoffe, ihr genießt alle euren Feierabend.

@Frank: Wie war denn dein Feierabend die letzten Wochen so? Konntest du weiterhin Fortschritte erkennen oder hast du noch immer viele Tage, an denen du nach der Arbeit einfach nur platt bist? Ich wünsche dir sehr, dass du wieder mehr Energie gewonnen hast und du den Tag und auch den Abend genießen kannst. Du wirst die für dich richtige Entscheidung treffen und vielleicht kannst du wirklich schon bald deutlich kürzer treten bei der Arbeit und deine Lebensqualität steigern.

@mate: Puh... das klingt verdammt heftig, was du die letzten Jahre geleistet hast. Wahnsinn! Ich kann sehr gut verstehen, dass du schnell wieder arbeiten und in deinen Alltag wolltest. Auch ich wollte das. Ich habe auch erst ganz naiv gedacht, dass ich zwischen den Chemo-Zyklen und nach der Bestrahlung arbeiten kann... aber ich wurde schnell eines besseren gelehrt. Und dafür bin ich dankbar. Die Krebstherapie ist unbeschreiblich anstrengend für den Körper... aber wem sage ich das... da muss man sich wohl einfach die Zeit und Ruhe gönnen, die der Körper braucht. Er braucht viel Kraft und ich finde es erstaunlich, dass du das alles geschafft hast. Aber jetzt ist es vielleicht wirklich an der Zeit, dass du etwas kürzer trittst und dir Zeit für Dinge nimmst, die dir gut tun. Dass deine Familie und deine Freunde Schwierigkeiten haben das zu akzeptieren, das sollte dich aber nicht daran hindern. Höre auf dein Bauchgefühl, du wirst das Richtige tun.
__________________
Diagnose im August 2015: Primär mediastinales diffus großzelliges B-Zell-Lymphom, Stadium IIA, ca. 12x7cm
Therapie: 6x R-CHOEP-14 und 20 Bestrahlungen á 2 Gray

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  #37  
Alt 31.01.2017, 11:41
Benutzerbild von Frank Emm aus Weh
Frank Emm aus Weh Frank Emm aus Weh ist offline
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Standard AW: Wie macht ihr das mit dem Arbeiten gehen...?

@ Flauscheköpfchen
das Arbeiten ist nicht wirklich leichter geworden, aber man lernt, mit den Kräften immer besser hauszuhalten. Der Sport nach der Arbeit macht tatsächlich wieder richtig Spaß, und ich freu mich schon wie Bolle, im Frühjahr wieder mit dem Mountainbike durch den Wald zu semmeln.
Insgesamt fühlt sich Arbeiten und Freizeit für mich derzeit noch einigermaßen gut an, aber ich habe mich inzwischen dazu entschieden, den frühesten Ausstieg zu nehmen, der mir allzu große finanzielle Verluste gerade noch erspart. Das wäre schon in etwas mehr als einem Jahr. Yeey!
Dafür gibt es für mich mehrere Gründe:
1. während des zurückliegenden Jahres, welches ich ja größtenteils noch krankgeschrieben war, habe ich ein paar wirklich tolle Hobbys (wieder-)entdeckt, und erst jetzt , wo ich keine Zeit mehr dafür habe, merke ich, wie sehr ich sie vermisse und mich darauf freue, diesen für mich sehr wichtigen Dingen mehr Zeit widmen zu können.
2. Ich beginne gerade damit, meine "Krankheitskarriere" dazu zu nutzen, anderen Betroffenen in Ihrer Situation zu helfen. Nicht nur im Internet, sondern vor allem auch durch persönliche Gespräche im Krankenhaus kann ich als selbst Betroffener anderen Patienten und Angehörigen glaubhaft Mut machen, den bevorstehenden ärztlichen Maßnahmen zu vertrauen und den Kampf gegen die Krankheit optimistisch aufzunehmen. Gespräche mit den betr. Kliniken führe ich gerade.
Das wird wahrscheinlich zunehmend zeitintensiv, und ich kann das erst dann voll umsetzen, wenn ich auch die erforderliche Zeit dafür habe.

@mate
ich finde es wirklich bewundernswert, dass du trotz deiner sehr schweren Zeit und widrigster Umstände immer im Blick hattest, was deine nächsten Mitmenschen von dir erwarten, dass sie dich brauchen, und dass sie ebenfalls davon profitieren, wenn du arbeitest. Und ganz bestimmt ist es auch - in einem gewissen Maß - für dich selbst wichtig und ein gutes Gefühl, dadurch helfen zu können, gebraucht zu werden u.s.w..
Ich kann dir aus meiner etwas ähnlichen Situation heraus nur sagen, dass es gut ist, dabei immer mal wieder in sich selbst hineinzuhorchen, um herauszufinden, ob sich das ganze für dich selbst wirklich noch gut anfühlt. Es ist sicher nicht falsch, dabei eine gesunde und angemessene Portion "Egoismus" zu entwickeln. In unserer Situation sollte es nicht immer nur darum gehen, was andere (und sei es der eigene Partner) von uns erwarten, was sie brauchen oder was ihne gut tut. Bei der weiteren Lebensplanung dürfen wir uns ruhig etwas mehr selbst in den Mittelpunkt stellen und z.B. unsere zukünftige Lebenszeit mehr den Dingen widmen, die uns wirklich wichtig sind. Wenn das die Arbeit (z.B. in einem Sozialberuf) ist, dann ist das eben der richtige Weg. Wenn man aber meint, seine Zeit anders sinnvoller einsetzen zu können, dann sollte man vielleicht tatsächlich daran denken, seinen eigenen Vorstellungen zu folgen.

Hört sich einfach an, ist nur manchmal gar nicht so leicht, überhaupt klar zu erkennen, was uns wirklich wichtig wäre. Und wenn man es erstmal erkannt hat, dann auch den Mut und die Entschlossenheit zu finden, es konsequent umzusetzen.
Wie Flauscheköpfchen schon sagt: mehr auf den Bauch hören

Alles Gute weiterhin euch beiden !
LG,
Frank
__________________
Diagnose Kardia-Karzinom T3 N1 M0 - Juli 2015
Neoadjuvant Bestrahlung/Chemo - Sept bis Nov 2015
OP Magenhochzug - Dez 2015
1. Reha in Bad Neuenahr - Jan 2016
2. Reha in Bad Neuenahr - Feb 2017
seitdem geht's ....

meine eigenen Erfahrungen mit der Magenhochzug-OP,
dem Leben und Überleben des Kardia-Karzinoms und
Nützliches zum Umgang mit Magen- und Speiseröhrenkrebs findet ihr hier

Geändert von Frank Emm aus Weh (31.01.2017 um 11:43 Uhr)
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