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  #1  
Alt 01.01.2018, 12:47
Maxim99 Maxim99 ist offline
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Standard Vater (60) Darmkrebs mit Lebermetastasen

Hallo Zusammen.

Bei meinem Vater wurde vor 3 Wochen völlig überraschend Darmkrebs mit Lebermetastasen mit je 5cm und 1 Metastase auf der Niere diagnostiziert.

Lt Arzt sind die Metastasen Inoperabel und ggü dem eigentlichen Herd das "größere" Problem. Es wird nun versucht diese per Chemo zu verkleinern um Sie operabel zu bekommen - wohl der gängige Weg in seinem Fall.

Es wurde jetzt direkt eine (wohl die stärkste übliche) Chemo begonnen (evtl mit Option auf Antikörper je nach Befund) wovon er die erste stationär (3 Tage im KH) bereits erhalten hat und zum Glück auch gut verträgt.

Mein Vater ist mental sehr stark (klar es war ein Riesenschock) aber er ist von sich überzeugt das zu schaffen und stellt sich mit allen Mitteln und mit allem was er tun kann und gibt sich der Sache hin. Er hat auch eine gewisse "Masse" die ihm möglicherweise (?) jetzt zugute kommt und zum Glück auch keine Schmerzen.

Kennt Ihr ähnliche fälle bei denen per (allgemeiner & starker) Chemo die Metastasen verkleinert wurden? Wie ist da generell die Chance mit / ohne Antikörper oder kann man das überhaupt gar nicht beurteilen? Mit chance meine ich eher minimale Chancen oder durchaus bestehende Chancen ? Der Arzt ist da eher reserviert und kühl und möchte keine Prognose geben. Er sagt es bestehen Chancen ohne eine konkrete Wahrscheinlichkeit zu nennen. (Jeder Fall ein Individuum, Spekulation wie wahrsch. die Chemo anschlägt etc..) .

Noch etwas - wie seht Ihr das Thema Ernährung während / zwischen der Chemo? Mein Vater hat sich nur bedingt gesund ernährt in der Vergangenheit - ich habe mit Ihm jetzt viel gesprochen auf Zucker strikt & auch zu viel Kohlenhydrate zu verzichten da ich davon überzeugt bin das es hier große Zusammenhänge gibt was Tumorwachstum und Zuckerkonsum.
Ich persönlich bin schockiert das im Krankenhaus während der Chemo Weißbrot, Kuchen etc standardmäßig serviert wird als Rahmenprogramm. Aber das ist jetzt eher ein anderes Thema.

Leider hat meine Mutter vor einigen Tagen ebenfalls einen auffälligen Befund erhalten in der Gebärmutter und wird jetzt weiter gecheckt. Ich hoffe schwer das hier nicht auch noch was ansteht und bin da zuversichtlich das alles gut geht. Dennoch aktuell eine sehr schwere und auch ungewohnte Zeit die alles durcheinander wirbelt.

VG
maxim
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  #2  
Alt 01.01.2018, 14:32
vintage vintage ist offline
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Standard AW: Vater (60) Darmkrebs mit Lebermetastasen

hallo maxim,

unter darmkrebs.de findest du viele infos.
auch über Metastasen.

die chemos werden unterschiedlich vertragen,
allerdings ist es oft auch so,
das die Nebenwirkungen erst zeitversetzt kommen und
mit der anzahl der chemo-gaben möglicherweise zunehmen.

wegen essen: natürlich ist gesund essen immer die bessere Wahl.
wenn das KH das nicht hinkriegt, bringt ihm was hin, was er mag.


ich drücke die daumen, auch für deine Mama.
__________________
lieben gruß, vintage



Mein geliebter Mann wurde nur 49 Jahre alt und
starb knapp fünf Monate nach der Diagnose.
* Juli 1965 - + Mai 2015

ED Weihnachten 2014 Darmkrebs mit zu vielen Lebermetastasen,
dann auch Lungenmetastasen...
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  #3  
Alt 01.01.2018, 17:05
Luisel Luisel ist offline
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Standard AW: Vater (60) Darmkrebs mit Lebermetastasen

Hallo maxim,
es tut mir Leid, dass dein Vater mit dieser Diagnose leben muss.
Bei mir (ebenfalls Darmkrebs mit Lebermetastasen und später auch im Bauchfell) hat die Folfox-Chemo die Lebermetastasen rasant verkleinert, was laut Aussage meines Onkologen wohl häufig so ist. Vielleicht besteht dann ja die Chance auf eine OP.

Mein Onkologe, der auch Ernährungsmediziner ist, hat mir ausdrücklich gesagt, dass es keine gesicherte Diät für Krebserkrankte gibt. Wenn kein Zucker bzw. Kohlenhydraten zugeführt werden, passen sich die Krebszellen an. Gerade während der Chemo, wo der Appetit eingeschränkt ist, sollte aus meiner Sicht die Ernährung zwar gesund sein, aber auch das gegessen werden dürfen, worauf man Appetit hat. Ich hätte mir während der Chemo eine Einmischung in meinen Essensplan verbeten. Wenn ich schon nicht weiß, wie lange Lebenszeit mir bleibt, dann esse ich genau das, was ich will und was mir schmeckt. Das war und ist für mich ganz wichtige Lebensqualität.

Ich wünsche euch eine erfolgreiche und nebenwirkungsarme Chemozeit.
Liebe Grüße
Luise
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  #4  
Alt 01.01.2018, 17:51
Maxim99 Maxim99 ist offline
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Standard AW: Vater (60) Darmkrebs mit Lebermetastasen

Hallo Luisel
danke Dir für die Antwort - auch bzgl Ernährung.
Darf ich fragen wie Deine Behandlung verlaufen ist und wie es Dir heute geht? Hast Du "Tipps" die Du zusammenfassend für Dich weitergeben würdest in der selben Situation oder - wenn du könntest - ab der Diagnose anders gemacht hättest?
Bei meinem Vater geht das "Programm" ja eben erst los und für uns ist das natürlich auch komplettes Neuland. Seine Lebermetastasen haben jeweils 5cm (2 Stück). Ziel ist es jetzt diese soweit verkleinert zu bekommen via Chemo um sie somit dann operabel zu bekommen. Sein Herd im Darm hat "nur" 4cm, liegt und verlief den Umständen entsprechend "günstig" und ist wohl vergleichsweise leicht operabel.
Ich danke Dir
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  #5  
Alt 01.01.2018, 18:35
Luisel Luisel ist offline
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Standard AW: Vater (60) Darmkrebs mit Lebermetastasen

Gern beantworte ich dir deine Fragen.
Meine Diagnose erhielt ich im März 2016, Metastasen wurden nicht gesehen. Darm-OP im April, und als im Mai die Chemo starten sollte, war der Tumormarker so hoch, dass der Onkologe ein Pet-CT veranlasste, das die 4 Lebermetastasen zeigte. Dann erstmal 4 Chemos und im Juli 16 die Leber-OP. Chemo bis Dezember 16, Reha im Februar und im Juni Anstieg der Tumormarker. Ein Pet-Ct zeigte eine Metastase am Eierstock, die im Juni operiert wurde. Seit September wieder Anstieg der Tumormarker, OP des 2. Eierstocks und einer Metastase am Bauchfell. Anfang Januar werden wieder die Tumomarker bestimmt, bei Anstieg wieder PET-CT und ggf. HIPEC.
Mein Onkologe empfahl mir die onkologische Trainingstherapie und ich habe die gesamte Zeit regelmäßig Sport betrieben, auch während der Chemo. Das hat mir geholfen, fit zu bleiben, bzw. zu werden, besonders in der Chemozeit.
Es geht mir jetzt 2 Monate nach der letzten OP sehr gut, etwas mulmig vor der nächsten Untersuchung.
Außerdem habe ich sehr gründlich recherchiert, was die Chirurgen betrifft. Meine Leber wollte nur einer der angefragten Chirurgen operieren, aber der konnte es.
Das ist auch mein Tip neben dem Sport: genau gucken, an wen man sich wendet. Sich selbst kümmern, damit nicht zuviel Zeit verstreicht und die Fäden in der Hand behalten. Zweitmeinung einholen.
Liebe Grüße
Luise, die übrigens genau so alt wie dein Papa ist.
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  #6  
Alt 01.01.2018, 19:00
Maxim99 Maxim99 ist offline
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Standard AW: Vater (60) Darmkrebs mit Lebermetastasen

Hallo Luise
Danke für die Antwort. Wünsche Dir vorab alles gute für die Zukunft bei bester Gesundheit.
Wie hast du die Chemotherapie generell vertragen? Waren die Nebenwirkungen etc den Umständen entsprechend "erträglich" ?
Vielen Dank
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  #7  
Alt 01.01.2018, 19:37
Benutzerbild von Tinele
Tinele Tinele ist offline
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Standard AW: Vater (60) Darmkrebs mit Lebermetastasen

Hallo Maxim ,

immer wieder liest man das es Angehörige gibt , die den Krebspatienten in ihre Ernährung "reinschwätzen" . Ich persöhnlich werde da richtig sauer . Jeder Arzt sagt einem Patienten unter der Chemo , daß er essen soll vorauf er Lust hat ! Denn die Chemo ist alleine schon dank dem metallenen Geschmack den sie mit sich bringen Appetit hemmend . Zudem unterstreiche ich Luisels Worte , Essen hält Leib UND Seele zusammen ! Also bitte geb dem Mann , der so einen schweren Weg vor sich hat das , worauf er Lust hat !

Mein Mann raucht ein paar Zigaretten , mampft tonnenweise Chips und sehr fetthaltige Dinge . Auch gerne immer wieder ne Tafel Schoki . Und das schon immer mit meinem Segen . Ich könnte nicht mehr in den Spiegel gucken , wenn ich ihm mit meinem Drängen das alles vermiesen würde .

Ansonsten wünsche ich viel Erfolg bei der Therapie .
__________________
Mein Mohle - Diagnose von SBK Krebs am 2.6.2014

Chemo , Bestrahlungen und große OP am 3.12.14

Seitdem is Ruhe !

Nächste Kontrolle

Du weißt erst wie stark du bist , bis stark sein die einzige Option ist , die dir noch bleibt !
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  #8  
Alt 01.01.2018, 21:11
p53 p53 ist offline
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Standard AW: Vater (60) Darmkrebs mit Lebermetastasen

Vielleicht gibt das KH während der Chemo ja auch Weißbrot & Kuchen, weil das leichtverdauliche kurzkettige Kohlenhydrate sind?

Ich würde aber, allerdings nicht als Tochter , schon auch immunsystemförderliche Dinge anbieten, wie leckeres Obst, Gemüse, das er gerne mag (auch mit Rahm, Sahne etc angemacht), bevorzugte Fischsorten etc.

Als Basisernährung, zusätzlich kann ja hier und da auch Schokolade oder sonstwas "ungesundes" gefuttert werden.

Letztlich muss das aber jeder selbst entscheiden, auch wenn er schlimmstenfalls unter der Chemo fröhlich pafft und sich komplett von junkfood ernährt. Sein Körper, seine Entscheidung, seine (möglichen) Konsequenzen.
Das Reinquarken bringt ja effektiv meist ohnehin nichts.... wenn die eigene Überzeung fehlt. Kann man sich als Angehöriger also auch sparen und sich lieber auf das konzentrieren, was dem Patienten gut tut und was der selbst möchte.

Wobei es ja auch die These gibt, dass man sein Lieblingsessen besser nicht (oft) wählen sollte, weil die Chemo mit ihren Nebenwirkungen einem das vermiesen könnte für die Zukunft.... das habe ich hier im Forum schon häufiger gelesen, bei meinen betroffenen Angehörigen ist das nicht so gewesen.
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  #9  
Alt 02.01.2018, 01:10
Luisel Luisel ist offline
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Standard AW: Vater (60) Darmkrebs mit Lebermetastasen

Die Chemo habe ich insgesamt recht gut vertragen, allerdings hat mein Onkologe mir bei den letzten 8 nicht die volle Dosis Oxaliplatin gegeben, da er vermeiden wollte, dass es womöglich ganz abgesetzt hätte werden müssen. Natürlich ab und zu Durchfall, Neuropathie in Händen und Füßen und im Mund bei Kälte. Außerdem einfach ein ekliges Gefühl, das ich nicht beschreiben kann. Geholfen hat wie gesagt der Sport.
Kälte wegen des Oxaliplatins unbedingt meiden, aber das merkt man recht schnell. Außerdem habe ich viel gestrickt, um der Neuropathie entgegenzuwirken.
Gegen Übelkeit bekam ich Emend, Aloxi und Cortison, deshalb habe ich in der Zeit 12 kg zugenommen, die ich bis heute mit mir rumschleppe. Nach den letzten 3 Chemos war mir trotzdem leicht übel; dagegen haben Seabands wunderbar geholfen.
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  #10  
Alt 02.01.2018, 13:05
kruelue kruelue ist offline
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Standard AW: Vater (60) Darmkrebs mit Lebermetastasen

Hallo Maxim!
Zunächst möchte ich hier allen ein - in jeder Hinsicht - erfolgreiches und glückliches Jahr 2018 wünschen.
Ich bin selbst betroffen und kann deine Frage bezüglich Lebenserwartung verstehen. Auf jeden Fall finde ich es ebenfalls richtig, dass euer Onkologe sich dazu nicht äußert bzw. äußern kann. Jeder Mensch ist einzigartig! Als ich meine Diagnose im April 2012 erhielt, errechnete ich mir (mit Hilfe der seriösen Informationen, die Google anbietet) eine 50%-ige Chance zu gesunden und die nächsten 5 Jahre zu überleben. Seitdem war mein Weg sehr steinig aber machbar und vor allem, ich lebe noch
Bezüglich Ernährung kann ich dir sagen, dass ich mich eigentlich fast immer gesund ernährt habe und trotzdem...Es gibt tatsächlich auch die sog. Kohlenhydrat freien Diät. Ich kenne bzw. kannte einige Krebspatienten, die sich streng danach richteten. Es gibt einige, die darauf schwören, da sie weiterhin leben und andere, die trotzdem gestorben sind. Wie gesagt: jeder Mensch ist einzigartig und nicht zu vergessen: Krebs ist nicht immer gleich Krebs und das gilt auch für den Darmkrebs!

Ich wünsche dir und vor allem deinem Vater viel Kraft, Zuversicht und ebenfalls viel Erfolg bei der Therapie!
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  #11  
Alt 02.01.2018, 18:22
Maxim99 Maxim99 ist offline
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Standard AW: Vater (60) Darmkrebs mit Lebermetastasen

Vielen Dank für die Antwort. Mit Betroffen meinst Du auch Darmkrebs mit Lebermetastasen?
Ich habe mir selbst auch die 50% für die nächsten 5 Jahre ergoogelt, dann liege ich ja nicht so falsch. Aber mir ist schon bewusst das natürlich jeder (Krebs) ein Individuum ist und es genauso entsprechend besser oder schlechter ablaufen kann als die Statistik im Einzelfall.
Ich hoffe sehr das die Chemo und möglicherweise zusätzlich die Antikörpertherapie anschlägt und mein Vater operabel wird. Das ist ja mal die erste große Etappe und alles andere irgendwo auch Zukunftsmusik. Ich denke man muss hier Step by Step (wenn nicht sogar von Tag zu Tag) an die Sache rangehen.
Wie es mir scheint sind Lebermetastasen begleitend zum Darmkrebs keine Seltenheit.
Ich wünsche Dir ebenfalls ein gesundes tolles Jahr 2018 und würde mich natürlich über ein paar Worte zu Deinem Verlauf freuen nachdem Du das ganze der Umständen entsprechend sehr gut meisterst wie es scheint.
Maxim
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  #12  
Alt 02.01.2018, 21:13
kruelue kruelue ist offline
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Standard AW: Vater (60) Darmkrebs mit Lebermetastasen

Hallo Maxim,

Mit „betroffen“ meine ich unter anderem auch Darmkrebs, später dann Lebermetastase. Leider ist es bei mir nicht dabei geblieben, denn ich erhielt 1 1/2 Jahre später weitere 3 Lungenmetastasen und seit Anfang Dezember 2017 eine neue an der Nebennierenrinde.
So wie ich es verstanden hatte, wandern die Darmkrebszellen über das Blut (in der Tumorklassifikation V1) zunächst in die Leber, dann - falls noch Krebszellen vorhanden sind- in die Lunge. Daher sind Lebermetastasen bei fortgeschrittenem Darmkrebs nicht selten.
Lass ihn erst die erste große Etappe erreichen. Es geht so wie du schreibst immer „Step by Step“. Du wirst dich wundern, aber ich habe mich daran gewöhnt damit zu leben.
Deine Unterstützung ist sehr wichtig! Vergesse aber dich selber auch nicht!
Ich habe selbst eine wundervolle Familie mit zwei Kindern (24 und 19 Jahre alt) und allein aus diesem Grund lohnt es sich für mich alles mitzumachen, das Ganze immer wieder positiv zu sehen,und -vor allem- „Normalität“ und das Lachen nicht zu vergessen.

Ich wünsche dir bzw. euch viel Kraft!
Du kannst mich jederzeit über alles fragen
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  #13  
Alt 02.01.2018, 22:48
Maxim99 Maxim99 ist offline
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Standard AW: Vater (60) Darmkrebs mit Lebermetastasen

Hallo Kruelue,

ich finde Deine Einstellung bemerkenswert und habe da sehr großen Respekt vor. Ich selbst (Mitte 30) fürchte hätte diese mentale Stärke nicht in der Situation und würfe vermutlich in tiefe Depression verfallen.

Auch mein Vater ist trotz Schockdiagnose den Umständen entsprechend "optimistisch" & "gelassen" (zumindest nach außen - wenn auch nervös) und das gibt mir natürlich auch Beruhigung und Hoffnung. Er ist ein Typ der gefühlt für sich selbst das beste aus seinem Leben gemacht hat bis dato und diese Einstellung legt er auch an den Tag. Er ist aber auch im Kampfmodus diese "sch...." wie er sagt mit allen Mitteln zu bekämpfen und wegzubekommen und tut 110% unmittelbar ohne Kompromisse und Zweifel was sein Arzt Ihm rät. (Der Onkologe ist mit Ihm privat befreundet).
Ich glaube mit Deiner "gelassenen" Einstellung tust Du auch Deinen Kindern einen großen Gefallen. (hoffe "gelassen" ist das richtige Wort wenn nicht bitte um Verzeihung).

Danke für das Angebot der Fragen... Die würde ich auch gerne direkt stellen:
Hattest Du bei Deinem ersten Befund bereits Metastasen oder haben die sich während / nach der Chemo (sofern du eine bekommen hattest) erst entwickelt?
Warst Du zwischenzeitlich zwischen Diagnose bis heute eine Weile (auf dem Papier) frei von Krebs?
Wie ist Dein Status aktuell, wirst Du weiter behandelt mit Ziel vollständiger Heilung und Genesung ?
Und auch die Frage an Dich - was würdest Du heute anders / "besser" machen wenn Du die Zeit noch mal zurück drehen könntest an den Tag Deines Befundes ?

Ich versuche natürlich meinen Vater bestmöglich zu unterstützen und die Erfahrungen anderer Betroffener die auch schon länger mit der Sache leben und geheilt / auf der Weg zur Heilung sind sind tolle Vorbilder zur Orientierung. Wie gesagt - für uns ist das Thema ja komplettes Neuland und kam (wie wahrscheinlich fast alle) von heute auf morgen aus dem Nichts. Es sind jetzt nicht mal 3 Wochen vergangen und auf einer gewissen art steht das Leben auf dem Kopf wobei man glaube ich eine Krebsdiagnose nicht als Todesurteil sehen darf und sollte - gerade heutzutage . Andersrum braucht man sich auch nichts vormachen das es eine schwer lebensgefährliche Lage ist und einer großen Belastung für Patient und Angehörige. Das alles muss auch ich als Sohn (Einzelkind) gerade (leider) lernen.

Ich sehe es als Kind schon auch als Aufgabe mich maximalst zu informieren und beizustehen deshalb finde ich die (positiven) Erfahrungen anderer sehr motivierend & wichtig. Vielleicht ist ja früher oder später ein viel Entscheidender Tipp dabei den ich weitergeben kann und Ihm hilft.

Vielen Dank
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  #14  
Alt 03.01.2018, 12:20
kruelue kruelue ist offline
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Standard AW: Vater (60) Darmkrebs mit Lebermetastasen

Guten Morgen Maxim!
Es gelingt mir nicht immer gelassen zu sein. Besonders wenn wieder eine „Kontroll-CT“ ansteht (alle 3 Monate). Dann werde ich doch sehr unruhig und versuche gegen meine Ängste anzukämpfen. Ist der Befund für mich positiv, dann bin ich dementsprechend euphorisch: ich mache „gewagte“ Pläne, bin unendlich glücklich und genieße jeden Atemzug! Ist der Befund für mich negativ, dann falle ich in einem tiefen Loch. Mein Psycho-Onkologe, Yoga und Meditation helfen mir wieder aus diesem Loch heraus, so dass ich mich immer wieder „berappeln“ kann. Besonders der Psycho-Onkologe hilft mir sehr in dieser Lebenssituation.

Zu deinen Fragen:
Bei meiner Erstdiagnose hatte ich keine Metastasen. Ich bin nach der OP nach den Leitlinien behandelt worden, also Chemotherapie und Bestrahlung.
Nach dieser Phase hatten die Ärzte eine sehr gute Prognose ausgesprochen. Sie sprachen sogar von Heilung. Das Gleiche sagte mir 2 1/2 Jahre später der „Leber-Chirurg“ nach Entfernung der Lebermetastase.
Seitdem 1 1/2 Jahre später die Lungenmetastasen erschienen, werde ich palliativ, d.h. lebenserhaltend therapiert. Hier wird das Wort „Heilung“ nicht mehr ausgesprochen.
Zu deiner letzten Frage: ja, es gibt etwas, das ich anders machen würde. Meine allererste Darmspiegelung wurde in einem „Provinz-KKH“ durchgeführt. Sie sind beim ersten Mal stutzig geworden, hatten diesen Verdacht und schickten mich zu einer weiteren Darmspielung, um noch mehr Proben zu entnehmen. Heute weiß ich, dass sie falsch agiert haben. Sie hätten schon beim ersten Verdacht die üblichen Untersuchungen durchführen und vor der OP den Tumor verkleinern sollen. Deshalb würde ich jetzt sofort nach dem ersten Verdacht in einer Großstadt ein erfahrenes und renommiertes KKH aufsuchen. Dein Vater hat diesbezüglich einen großen Vorteil: sein Onkologe ist sein bester Freund, der ihn sicher zu verschiedenen Dingen rät.

Im Oktober 2016 gab es beim NDR ein Video, das detailliert zeigte, wie mehrere Lebermetastasen entfernt werden können (leider finde ich dieses Video nicht mehr). Bei einem Bekannten, der mehrere größere Lebermetastasen hatte, sind die Ärzte genauso verfahren...und er hat seitdem keinen Rezidiv! Vielleicht gibt es heutzutage bessere Methoden. Aber du siehst: es ist machbar!

So wie ich dich bislang einschätzen konnte, bist du ein sehr einfühlsamer Mensch und ich denke, dass deine Eltern -allein aus diesem Grund- eine große Unterstützung von dir bekommen. Sie können stolz auf dich sein!

Was ist mit deiner Mutter?

Bis vielleicht bald wieder

Kruelue
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  #15  
Alt 03.01.2018, 19:03
Maxim99 Maxim99 ist offline
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Standard AW: Vater (60) Darmkrebs mit Lebermetastasen

Danke für die Antworten Kruelue.
Ich hoffe sehr dass sich das Wort Heilung bei Dir wieder sehr bald wieder im Wortschatz der Ärzte wiederfindet und Ich hoffe du bist eine der glücklichen wo sich alles zum guten wendet.
Bei meiner Mutter lässt sich noch nichts weiter sagen. Gewebe wird ihr erst am Freitag entnommen, dann folgt die Biopsie etc . Ich hoffe das beste.
Bei meinem Vater haben wir heute die Info bekommen das die Histologie "günstig" ist was heißt das ein "Antikörper" zusätzlich verwendet werden kann den er jetzt zusätzlich zur Chemo bekommt - was auch immer das genau heißen mag. Ich werte das mal als positives Signal und zusätzlichen Strohhalm. Vielleicht kann mich ja darüber jemand aufklären dazu.
Alles liebe
Maxim
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