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Tauchfloh 21.05.2008 22:42

AW: Welche Vorsorge?
 
Hi Dobby,

willkommen hier, auch wenn der Anlass weniger schön ist.

Das Tumorgewebe deiner Schwester kann an ein Humangenetisches Institut geschickt werden - das veranlasst das Krankenhaus. Die stellen dann fest, ob der Krebs genetisch bedingt ist.
Um festzustellen, ob bei Dir auch eine genetische Erkrankung eintreten kann, reicht es, wenn Dein Blut mit den Ergebnissen des Humangenet. Inst. verglichen wird.
So wurde es uns erklärt... mein Mann wurde im November mit 32 Jahren wg. DK operiert.

Unser Onkologe hat allerdings geraten, dass die Angehörigen sich so schnell wie möglich untersuchen lassen sollen (Darmspiegelung), auch wenn noch keine Ergebnisse vorliegen.

lg
Tauchfloh

Birgit S. 26.05.2008 23:05

AW: Vorsorge für Angehörige
 
Hallo Dobby,

mit 42 bin ich an Darmkrebs (neuroendokriner Tumor) erkrankt. Auch mir wurde von den Ärzten dringend dazu geraten, dass sich meine Schwester einer Darmspiegelung unterzieht.

Wie schon geschrieben ist der Hausarzt oder Internist i.d.R. der richtige Ansprechpartner. Sollte er dein Anliegen nicht "ernst" nehmen, suche ggf. einen weiteren Arzt auf und lass es - auch zur Schonung deiner Nerven - abklären.

LG
Birgit

Jutta 16.10.2008 19:31

Gastroenterologie: neue Techniken der Magen- und Darmspiegelung
 
16.10.2008

Gastroenterologie: neue Techniken der Magen- und Darmspiegelung/18. – 22.10.08 in Wien


Ganz neue Chancen für die Früherkennung bietet die Endo-Mikroskopie. „Dank dieser Technik können wir jetzt zum ersten Mal Tumorzellen sehen, ohne zu biopsieren“, so Prof. Markus F. Neurath vom Universitätsklinikum Mainz in Deutschland, wo diese Untersuchungsmethode erstmals eingesetzt wurde. Ein Mikroskop in der Spitze des Endoskops liefert tausendfach vergrößerte Bilder der Darmschleimhaut und ihrer Gefäße. Ein Laserstrahl tastet die Region ab und kann sogar unter die Schleimhautoberfläche dringen. Dadurch lässt sich beispielsweise erkennen, wie ein Tumor wächst oder wie tief er sitzt.

Die Endo-Mikroskopie wird in Zukunft viele Gewebeentnahmen unnötig machen. „Wir können künftig bedeutend gezielter biopsieren und uns auf die Fälle konzentrieren, in denen wir wichtige Detailinformationen zur zellulären Entwicklung benötigen, die die Mikro-Endoskopie uns nicht liefern kann“, so Prof. Neurath. Das bedeutet nicht nur eine Erleichterung für die Patienten, sondern auch eine beträchtliche Kostenersparnis.


Quelle: http://www.journalonko.de/newsview.php?id=2800

elli1962 30.10.2008 09:55

AW: Vorsorge für Angehörige
 
Hallo,

ich habe eine Frage,
ich habe meine erste Darmspiegelung vor mir, (Meine Mama ist im Juni an Darmkrebs verstorben) soweit bin ich dank diesem Forum sehr gut informiert.
Mein Gastro meinte, ich sollte die DS mit einem Kontrastmittel (Blue demin oder so) machen lassen. Dies ist aber keine Kassenleistung und würde an die 100 Euro kosten. Ist das notwendig ? da ich keine Beschwerden habe.


Danke und
LG Elli

Jutta 30.10.2008 13:23

AW: Vorsorge für Angehörige
 
Halla Elli,

ich kann es nicht so gut nachvollziehen, dass bei nicht vorliegen von Beschwerden zusätzliches Kontrastmittel eingesetzt werden sollte. Außer er denkt an die virtuelle Untersuchung, wobei keine Instrumente eingesetzt werden, und alles von außen beobachtet wird.

Bei beiden Verfahren mußt du vorher abführen, und das ist heute bei der Darmspiegelung für die meisten Menschen das Unangenehmste an der ganzen Sache. Wenn dich der Mumm verläßt, kannst du die DS mit einer leichten Spritze schlafend überstehen.

Ich persönlich sehe daher keinen Sinn eine Privatleistung zu wählen, bei welcher man im Ernstfall nicht reagieren kann. Die "normale" Darmspiegelung tut es.

elli1962 31.10.2008 09:03

AW: Vorsorge für Angehörige
 
Hallo Jutta,

erstmal danke für deine Antwort.
Es wird schon eine "richtige" DS,also nicht virtuell,gemacht, diese Technik mit blauem Färbemittel soll recht neu sein. Dabei kann man an der Darmwand uneben heiten sehen, er fragte mich nur, ob ich gegen -jeans,Blue demin allergisch bin. Andererseits, wenn man damit noch früher etwas erkennen kann???
Bin noch sehr unsicher, und wollte fragen, ob jemand schon diese Art der DS gemacht hat.

Liebe Grüße aus München
Elli

Jutta 12.11.2008 08:36

Bitte geht zur Vorsorge!!!
 
Hallo,

inzwischen steigen die Zahlen der jährlich an Darmkrebserkrankten drastisch an!!!

Deshalb: geht bitte zur Vorsorge.

Das leidliche Abführen wird immer mehr erleichtert.



Ärztezeitung: 12.1..2008

Darmreinigung mit hohem Patientenkomfort


Präparat mit Magnesiumcitrat hat keinen negativen Effekt auf die Nierenfunktion / Guter Geschmack

BERLIN (gvg). Ärzte, die Koloskopien machen, können jetzt auf ein neues Präparat zur Darmreinigung zurückgreifen. Es basiert auf Magnesiumcitrat und bietet einen hohen Patientenkomfort.
Magnesiumcitrat hemmt die Rückresorption von Wasser im Magen-Darm-Trakt. Außerdem enthält das Produkt noch das Laxans Natriumpicosulfat, das die Darmperistaltik anregt.

Entsprechend schneidet das Präparat in Patientenbefragungen gut ab. So verspüre ein Drittel der Patienten bei Einnahme von Magnesiumcitrat/Natriumpicosulfat keinerlei negative Symptome. Und neun von zehn Patienten sagen, dass sie diese Art der Darmreinigung wenn nötig auch noch einmal machen würden.

Quelle: http://www.aerztezeitung.de/medizin/...spx?sid=520308

Jutta 28.11.2008 05:40

Bonner Forscher suchen nach Darmkrebs-Genen
 
21.11.2008

Bonner Forscher suchen nach Darmkrebs-Genen


Dickdarmkrebs zählt mit 70.000 Neuerkrankungen pro Jahr zu den häufigsten Krebsleiden in Deutschland. Ein Teil der Betroffenen leidet an einer erblichen Form, die mit einem hohen Erkrankungrisiko bei verwandten Familienmitgliedern einhergeht. Nicht immer ist aber klar, welche Gene betroffen sind. Wissenschaftler der Universität Bonn fahnden nun systematisch nach veränderten Erbanlagen, die zu Darmkrebs führen können. Die Deutsche Krebshilfe fördert das dreijährige Projekt mit 590.000 Euro.

Die Forscher wollen rund 300 Patienten mit einer bestimmten Polypen-Erkrankung des Dickdarms auf genetische Auffälligkeiten durchmustern. Darmpolypen sind gutartige Wucherungen der Darmschleimhaut. Bei der "adenomatösen Polyposis" entstehen aus ihnen im Laufe der Zeit mit großer Wahrscheinlichkeit bösartige Tumoren. "Ursache sind häufig Veränderungen in den Erbanlagen", erklärt Oberarzt Dr. Stefan Aretz. "Mit den bisher eingesetzten Methoden ließen sich die betroffenen Gene in dieser Patientengruppe aber nicht identifizieren."

Quelle: http://www.journalonko.de/newsview.php?id=2917

Jutta 02.01.2009 16:15

Zwei neue Verfahren erhöhen die Genauigkeit der Vorsorge-Koloskopie
 
Ärzte Zeitung online, 02.01.2009

Zwei neue Verfahren erhöhen die Genauigkeit der Vorsorge-Koloskopie



MAINZ. Die Kombination zweier neuer Verfahren - Farbendoskopie plus Endomikroskopie - erhöht wesentlich die Zuverlässigkeit bei der Suche nach kolorektalen Tumoren. Besonders eignet sich dieses Vorgehen für die Überwachung von Risikopatienten.

Von Angela Speth
Bei Teilnehmern mit Colitis ulcerosa (CU) ließen sich damit in einer Studie fast fünfmal mehr Neoplasien entdecken als mit konventioneller Koloskopie. Beim Vergleich der endomikroskopischen mit histologischen Biopsie-Befunden ergab sich eine Sensitivität von 95 Prozent und eine Spezifität von 99 Prozent.

Als weiterer Vorteil erwies sich, dass nur halb so viele Biopsien erforderlich waren, berichtete Professor Ralf Kiesslich bei einem Symposium des Unternehmens Falk in Mainz. Würde man sich auf umschriebene Läsionen beschränken, könnte man die Gewebeproben sogar um 90 Prozent reduzieren.

Quelle: http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/krebs/kolorektales-karzinom/default.aspx?sid=525864

Jutta 20.01.2009 09:15

Verringerte Sterberate an Kolon-Ca nach Koloskopie
 
Ärzte Zeitung, 19.01.2009

Verringerte Sterberate an Kolon-Ca nach Koloskopie


Ein Effekt wurde nur für linksseitge kolorektale Tumoren gefunden


TORONTO (ars). Patienten zu einer Koloskopie zu motivieren lohnt sich. Denn wer eine komplette Untersuchung auf sich nimmt, dessen Risiko, an linksseitigen kolorektalen Tumoren zu sterben, ist auf ein Drittel vermindert.


Nur sieben Prozent der Patienten, die an einem kolorektalen Tumor gestorben waren, hatten eine Koloskopie machen lassen, in der Kontrollgruppe ohne Tumor dagegen waren es zehn Prozent. Damit hatten sich Patienten mit Kolonkarzinom zu 40 Prozent seltener einer kompletten Koloskopie unterzogen. Bei diesem Ergebnis machte es keinen Unterschied, ob die Untersuchung sechs bis 24 Monate vor der Diagnose oder noch länger davor stattgefunden hatte.


Quelle: http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/krebs/kolorektales-karzinom/default.aspx?sid=528969

Engel1 23.01.2009 19:37

AW: Vorsorge für Angehörige
 
Hallo,

mein Mann und ich waren beide an Darmkrebs erkrankt. Wir haben 2 Söhne die auf Anraten der Ärzte sich unbedingt untersuchen lassen sollten....sie tuns aber nicht :mad::cry:

Sie sind beide erwachsen, so dass wir sie nicht zwingen können...aber wie doof ist das denn, Eltern an Krebs erkrankt, Tanten und Onkel auch...Opa auch...und sie könnten was tun, aber machen es nicht.

:engel:

happysunflower21 24.01.2009 19:32

AW: Vorsorge für Angehörige
 
Hallo Engel,

schickt eure Jungs doch mal zur genetischen Beratung ( in Berlin ist in der Charite (?) ein Beratungs-Zentrum) wenn schon beide Eltern und andere Familienangehörige erkrankt sind, ist es naheliegend dass eure Söhne evtl. die Veranlagung geerbt haben.
1998 wurde mehr durch Zufall bei mir Darmkrebs festgestellt. Da mein Vater bereits 1970 an Darmkrebs verstorben war, wurde mir die genetische Beratung angeboten. Dabei stellte sich heraus dass ich ein defektes Reparaturgen geerbt habe. Mit meinen Kindern ( 13+15) war ich letztes Jahr bei meiner Genetikerin und sie hat ein ( altersgerechtes ) Gespräch mit meinen Kindern geführt, wenn sie alt genug sind können sie sich auch testen lassen und dann dementsprechend Vorsorgeuntersuchungen machen lassen.
Vielleicht ist die genetische Beratung eine Möglichkeit eure Söhne zu Überzeugen wie wichtig die Vorsorgeuntersuchungen sind.

Liebe Grüße
Rosemarie

chaosbarthi 25.01.2009 01:54

AW: Vorsorge für Angehörige
 
Hi Engel1,

selbstverständlich machst Du Dir Sorgen und doch kannst Du Deine Söhne nicht zwingen. Es ist verbrieftes Recht, dass man auch Nichtwissen darf. Hier geht es zur entsprechenden Bekanntmachung der Bundesärztekammer (PDF):

Richtlinien zur prädiktiven genetischen Diagnostik

Nichtsdestotrotz grüße die Beiden lieb von einer Frau, die an der erblichen Krebsvariante leidet.... grüße sie also von mir. Sage den Beiden (oder drucke es besser aus), dass ich mir in den Hintern beißen könnte, dass ich nicht eher zu den Vorsorgen gegangen bin. Darmkrebs macht lange Zeit keine Symptome. Deshalb konnte meiner riesig werden. Nun sitze ich da mit einem Seitenausgang und allen möglichen Problemen. Hätte man den Krebs eher gefunden, hätte man ihn wahrscheinlich im Stadium eines Polypen (Krebsvorstufe) restlos entfernen können, ohne mich zu operieren und es wäre gar nichts passiert.

Die engmaschigen Untersuchungen, die uns erblich Vorbelasteten zustehen, sind in Zeiten, in denen die Krankenkassen immer weniger bezahlen, ein wahres Geschenk. Und: Diese Untersuchungen sind unsere Lebensversicherung und die Grundlage für den Erhalt eines normalen Lebens voller Lebensqualität. Ich wünschte, ich könnte die Zeit zurück drehen und 3-4 Jahre vor meinem Riesentumor zur Untersuchung gehen. Dafür ist es jetzt leider zu spät.

Ich kann Deinen Söhnen die genetische Beratung und die Untersuchung nur ans Herz legen.

Liebe Grüße chaosbarthi

Engel1 25.01.2009 16:00

AW: Vorsorge für Angehörige
 
Vielen Dank für eure Antworten!

Mein jüngster hatte diese genetische Untersuchung schon mit dem Hausarzt abgesprochen..... seitdem passierte dann nix mehr, ich glaube auch, dass man Angst vor dem Ergebnis hat, dennoch.... früh genug erkannt und therapiert ist alles nicht sooooooooo schlimm.

Ich habe die Antwort tatsächlich - ohne Namen natürlich - an ihn u. seinen Bruder weitergegeben und bin gespannt wie die Reaktion ist. Danke für die Erlaubnis! Ich hoffe da tut sich was.

Übrigens habe ich auch ein Stoma und komme damit prima klar seit 10 Jahren, man kann ja allest tun wie vorher auch, ich war 44 als ich es bekam. Weißt Du Chaosbarthi, mach Dir bloss keine Vorwürfe, ich habe immer darauf geachtet und war rechtzeitig bei Ärzten...die haben es allerdings nicht erkannt .....dann war das Ca im Rektum 7 cm groß und in der Lunge vor kurzem 6,5 cm....vermutlich hat da auch so eine Art Schicksal die Hand im Spiel .

Liebe Grüße
Engel

Jutta 12.02.2009 16:08

AW: Vorsorge für Angehörige
 
06.02.2009

Darmspiegelung beste Waffe im Kampf gegen Darmkrebs

Die Darmspiegelung bleibt nach Einschätzung von Medizinern weiterhin die beste Waffe im Kampf gegen den Darmkrebs. Allerdings müsse der untersuchende Mediziner über eine gesetzlich genau festgelegte Qualifikation verfügen und sich für die Darmspiegelung (Koloskopie) auch genügend Zeit nehmen. Dies betonte der Chefarzt der Medizinischen Klinik am Evangelischen Krankenhaus Düsseldorf, Prof. Horst Neuhaus, am Donnerstag. Er leitet ein internationales Endoskopie-Symposion, zu dem von heute an etwa 1300 Fachmediziner nach Düsseldorf kommen.

Es gebe keine Zweifel, dass Polypen im rechtsseitigen Dickdarm häufiger übersehen würden als auf der linken Seite, sagte Neuhaus mit Blick auf eine Studie. Hier verblieben eher Stuhlreste, die die Sicht bei der Darmspiegelung erschwerten. Eine sorgfältige Vorbereitung der Patienten sei deswegen unerlässlich, betonte der Experte: «Der Darm muss blitzblank sein.» Die vollständige Entleerung sei auch bei allen anderen bildgebenden Methoden zur Darmkrebsvorsorge notwendig, sagte Neuhaus. Die herkömmliche Darmspiegelung, deren sachgemäße Anwendung das Krebsrisiko um bis zu 90 Prozent senke, habe im Vergleich zu neueren High-Tech-Methoden wie etwa der Computertomographie (CT) den Vorteil, dass verdächtige Polypen mit dem Endoskop gleich abgetragen werden könnten.

Nach Darstellung des Fachmediziners treten in Deutschland beim Dick- und Enddarmkrebs jährlich etwa 52 000 Neuerkrankungen auf; etwa jeder zweite Patient stirbt hieran vor allem als Folge später Diagnose. Weniger als jeder Fünfte der über 55-Jährigen, denen die Krankenkasse die Vorsorgeuntersuchung bezahlt, nehme dieses Recht in Anspruch.

Quelle: http://www.journalonko.de/newsview.php?id=3087


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