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-   -   Metastasen=keine komplette Heilung möglich? (https://www.krebs-kompass.de/showthread.php?t=43254)

Natascha85 18.01.2010 12:21

AW: Metastasen=keine komplette Heilung möglich?
 
mir wurde fast jede Hoffnung genommen. Meine jetzige ist: sie soll nicht leiden, keine Schmerzen haben und mit Würde gehen dürfen!

paula2007 18.01.2010 12:22

AW: Metastasen=keine komplette Heilung möglich?
 
hallo natascha,

ich denke auch, dass deine mama schon weiss wie es um sie steht. mein papa hat auch nicht darüber gesprochen und doch gespürt, dass er bald gehen muss. er hat das mit sich selber ausgemacht und wir haben ihn gelassen. wir haben ihm immer gut zugeredet und ihn seinem kampf unterstützt. über den tod haben wir nie gesprochen. er erwähnte nur einmal, dass er auf jeden fall zu hause sterben möchte und in keiner anderen einrichtung, diesen wunsch haben wir ihm erfüllt-ohne worte!

sei einfach für deine mama da und habe ein offenes ohr wenn sie reden möchte. wenn nicht, dann versuch das zu aktzeptieren. ich wünsche euch weiterhin viel kraft und alles liebe!

glg, nicole

paula2007 18.01.2010 12:27

AW: Metastasen=keine komplette Heilung möglich?
 
hallo nochmal, da haben sich unsere einträge wohl überschnitten...

deine jetzige einstellung ist sicher die richtige! das wichtigste ist, dass deine mama keine schmerzen hat und wenn es soweit ist ganz friedlich einschlafen kann. in diesem stadium ist der tod sicherlich eine erlösung, auch wenn es für die angehörigen noch so schwer ist. für mich war es schlimm, als mein papa eingeschlafen ist, aber es war noch schlimmer ihn leiden zu sehen...

lg, nicole

Natascha85 18.01.2010 12:28

AW: Metastasen=keine komplette Heilung möglich?
 
genau da ist der Punkt. Ich denke auch, dass Mama evtl. Bescheid weiß. Ich kann sie gar nicht mehr abschätzen wie und was sie ungefähr denkt, so wie früher. Sie ist ganz anderes geworden. Klar, so eine beschi.... Krankheit verändert alles. Ich möcht sich einfach nicht allein mit ihren Gedanken lasse. Möcht sie unterstützen soweit wies geht. Aber wenn sie dicht macht, dann lass ich sie natürlich. Ich werde selbstverständlich immer für sie da sein, denn sie ist/war mein Leben lang für mich da. Jetzt, auch wenns nicht viel ist, möcht ihr davon was zurück geben.

Antiironie 18.01.2010 21:33

AW: Metastasen=keine komplette Heilung möglich?
 
Liebe Natasha,

du machst das schon ganz richtig. Du bist da und das ist wichtig. Wenn deine Mama will kann sie mit dir reden.
Du sagst du kannst sie momentan nicht einschätzen, fragt sie denn nach Details ihrer Krankheit? Den Arzt, Euch, informiert sie sich im Internet? Wenn nicht, denke ich das sie die Details auch gar nicht wissen will. Meine Mutter war auch so. Mein Vater hat alles nachgelesen als Mama krank war, als er selber krank wurde nicht mehr. Ich denke das ist ein natürlicher Schutz. Wenn man zuviel weiß fällt man vielleicht in ein Loch.
Ist nur so mein Gedanke dazu.

Alles Gute
lg Anja

Natascha85 18.01.2010 22:51

AW: Metastasen=keine komplette Heilung möglich?
 
nein, sie informiert sich so gut wie gar nicht. Sie fragte nur eins zwei Sachen den Arzt. Selbst das Staging hatte ich beim Doc nachgefragt. Die Heilungschancen interessierten sie, mehr nicht. Da hat der Doc nur soviel gesagt :"Heilbar ist es nicht, aber wir können den Krebs einschrumpfen/zum Stillstand bringen und manche leben sogar Jahre damit". Das hatte meiner Mama gelangt und sie geht nun davon aus, dass alles wieder gut wird, die Therapie anschlägt und sie mindestens noch 20 Jahre lebt.

paula2007 19.01.2010 13:45

AW: Metastasen=keine komplette Heilung möglich?
 
hallo natascha,

ich möchte dir nur einen lieben gruß dalassen.
ich wünsche euch weiterhin viel kraft für diesen schweren kampf...

lg, nicole

Simone79 21.01.2010 18:56

AW: Metastasen=keine komplette Heilung möglich?
 
Hallo Natascha,
ich weiß echt wie du dich fühlst!
Meine Mama ist jetzt seit einer Woche im KH. Es ist einfach nur schrecklich! Sie bekommt eine schlechte Nachricht nach der anderen. Als erstes stellten die Ärzte fest, dass meine Mama einen Herzinfarkt hatte und eine Herzklappe nicht mehr richtig schliesst. Dann hat sie jede Menge Magengeschwüre und Verschlingungen in Magen und Darm. Es wurde heute nochmal eine spezielle Darmuntersuchung gemacht. Es war wohl eine Röntgenuntersuchung. Das Ergebnis bekommt sie wohl noch heute Abend! Nach dieser Darmuntersuchung haben sie zu ihr gesagt, dass sie jetzt noch unbedingt zum Gyn. muß. Dann haben sie noch einen bösartigen Knoten in der Schilddrüse entdeckt. Außerdem hat sie noch ein Aneurisma an der Bauchaorta. Ich bin echt traurig. Wer weiß was noch alles gefunden wird? Heute hat meine Mama zu mir gesagt, dass sie gar nicht mehr weiß, ob sie überhaupt noch aus dem KH kommt?
LG Mone

Natascha85 25.01.2010 21:17

AW: Metastasen=keine komplette Heilung möglich?
 
Mama hat nun die Hälfte ihrer Bestrahlung hinter sich. Bis auf Kopfschmerzen geht es ihr soweit ganz gut. Das Cortison hilft gut. Sie gibt sich tapfer. Aber man merkt, dass sie nicht mehr die selbe ist und langsam an Kraft verliert.

Sie redete heut mit mir über den Tod und Sterben. Das sie manchmal nicht mehr kann und einfach alles hinschmeißen will. Sie wisse in welchem Stadium sie wäre und wie ernst alles ist. Sie wäre nicht blöd sagte sie, weil wir das denken würden. Dann sagte sie noch, dass sie es nicht zulassen will, dass wir an ihrem Grab stehen. Nicht dieses Jahr, erst in 10 20 Jahren. Sie meinte, dass sie manchmal Durchhänger hätte, vorallem in stillen Minuten z.B. auf der Toilette, dann müsse sie weinen. Danach fängt sie sich und sagt sich, dass sie das packen wird und kämpfen will.
Ich hab ihr gut zugeredet, dass wir alle da sind und ich sie lieb hab. Danach weinten wir. Es ist gut, wenn man mal zusammen weint, man kann nicht alles in sich hinein fressen sagte ich ihr noch.

Das macht mich so traurig. Aber ich bin mittlerweile soweit, dass ich meinen Egoismus zurück setzte und sie, egal wie sie sich entscheidet, voll und ganz unterstützen werde. Auch wenn es heißt, dass die Zeit noch weniger wäre......

icksy 26.01.2010 23:01

AW: Metastasen=keine komplette Heilung möglich?
 
Hallo Natascha,

eigentlich bin ich hier im falschen Forum, denn ich bin keine Angehörige, aber ich habe voller Anteilnahme die Geschichte deiner Mutter gelesen. Abhängig von vielen Faktoren gibt es auch bei metastasiertem (zumindest Brust-)Krebs Heilungschancen - man spricht von 1-2%. Das ist nicht viel, aber besser als Lotto und das spielen ja auch eine Menge Leute. Über Lungenkrebs weiß ich leider zu wenig.

Im Umgang mit deiner Mutter schlägst du dich sehr tapfer.
Ich gehe davon aus, dass deine Mutter mit dir (und deiner Schwester) nicht darüber redet, weil sie euch nicht belasten will. Ich jedenfalls wollte meine Familie immer vor der Wahrheit schützen. Dass sie sich jetzt öffnet -wie du in deinem letzten Posting geschrieben hast-, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Und ja, gemeinsames Weinen hilft.

Viel besser als Durchhalteparolen wie "Du musst kämpfen" und das besonders beliebte "Du musst positiv denken" fand ich übrigens, wenn Leute, die nicht wussten, was sie sagen sollen, einfach gesagt haben "ich weiß nicht, was ich sagen soll". Im Lauf der Erkrankung wird man sensibel und lernt Ehrlichkeit zu schätzen. Deswegen sollst du ihr die Wahrheit nicht "an den Kopf knallen", jedoch brauchst du sie auch nicht zu belügen. Aber das weißt du ja schon.

Ich wünsche dir und deiner Familie alles Gute und viel Kraft für die Zukunft.
icksy

Natascha85 27.01.2010 01:12

AW: Metastasen=keine komplette Heilung möglich?
 
Hallo Icksy,
du hast es auf den Punkt gebracht. Oft weiß ich einfach nicht was ich sagen soll. Wir wissen alle, dass es nicht heilbar ist, das es nur eine Frage der Zeit ist....und grad bei solchen Themen fehlen mir die Worte. Deshalb lass ich Mama, wenn sie sich manchmal öffnet, einfach reden. Ich denke auch, dass sie das auch braucht.
Es kostet mich unheimlich viel Kraft, dass ich nicht jedesmal anfange zu weinen, wenn ich sie so sehe, wie sie die einfache Dinge wie Kaffee macht. Dann gehen mir die Gedanken im Kopf herum, dass sie das alles irgendwann nicht mehr tun wird, weil sie zu schwach sein wird. Das passt irgendwie nicht zusammen. Mama ist wie ein Teddybär (135kg). Sie war immer so stark und sie so verletzlich zu sehen, tut einfach weh. Man will stark sein für sie, ist es aber nicht. Nach außen hin ja, aber im tiefsten Inneren bin ich gebrochen. Ich fange an zu zweifeln. Mir wurde in den letzen Jahren soviele Menschen genommen...nun auch Mama....die Ungerechtigkeit kotzt mich sowas von an. Klar, man ist froh, dass es einem selbst gut geht, dem Mann und dem eigenem Kind. Aber die eigene Mama ist und bleibt DIE MAMA! MEINE MAMA! Ich seh die Tastatur gar nicht mehr richtig vor lauter Tränen. Es tut so weh, nichts für sie tun zu können, außer da zu sein, meine Liebe ihr zu zeigen, kleine Wünsche zu erfüllen. Das wars. Die Hilflosigkeit erdrückt mich förmlich, als kriege ich keine Luft mehr.
Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als aufzuwachen und festzustellen, dass alles nur ein schlechter Traum war! Natürlich weiß ich das es nicht so sein wird. Leider.....

Natascha85 05.02.2010 00:07

AW: Metastasen=keine komplette Heilung möglich?
 
Hallo!
Die 30Gray hat sie nun hinter sich. Nun folgen (gestern, heut und morgen) 3 weitere Sitzungen. Jeweils 15min. Keine Ahnung wie hoch die Dosis. Es soll keine Ganzhirnbestrahlung sein, sondern direkt die zwei Stellen. Linac steht an der Tür Linearbeschleuniger? Wenn ja, wo ist da der Unterschied? So ähnlich wie Gamma-Knife? Warum jetzt doch nur die zwei Stellen? Warum vorher Ganzhirnbestrahlung? Befürchteten die Ärzte noch mehr und wollten auf Nummer sicher gehn?

Natascha85 06.02.2010 23:11

AW: Metastasen=keine komplette Heilung möglich?
 
Heute war ein beschissener Tag für mich! Als Angehöriger! Denn heute hab ich zusammen mit meiner Schwester Mama zum Frisör begleitet. Die Haare kamen ab. Die letzten paar Tage waren extrem. Bei jedem Kämmen oder Zurechtlegen hatte sie große Büschel in ihrer Hand. Sie hielt das nervlich nicht aus. Musste jedes Mal weinen. Nun nahm sie all ihren Mut zusammen und ging heute zum Frisör. Perücke hatte sie bereits zu Hause, die sie dann mitbrachte. Als die Frisörin anfing die Haare erst mit den Scheren zu stutzen und dann mit dem Rasierer.....ich wusste gar nicht wo ich hin schauen sollte. Hab Mama ein wenig beobachtet. Sie gab sich tapfer, vergoss keine Träne. Aber innerlich war ihr Herz am Bluten, das sah ich ganz genau. Allein das, tut verdammt weh. Als es vorbei war, betrachtete sie sich ein wenig. "Wenigstens hab ich nicht so einen Eierkopf" waren ihre Worte. Musste schmunzeln. Wenigstens hat sie noch ihren Humor noch. Aber jetzt sieht man, dass sie krank ist. Alt und krank. Das Cortison hat sie total aufgeschwemmt, sie zittert viel und ist nervös. Auch Tage vor dem Besuch, nach den jeweils 15min Bestrahlung fing das Zittern an. Wie so eine scheiss Krankheit einen Menschen verändern kann. Wahnsinn. Manchmal erkenne ich sie gar nicht wieder. Nicht nur vom Aussehen. Sie bekam dann die Perücke auf und wurde aufgeklärt wie sie diese zu pflegen habe. Ein paar Turbans hatte sie sich noch gekauft. In ihrer Lieblingsfarbe blau. Da strahlte sie für einen Augenblick, weil ihr Pulli den selben Ton hatte. Wir gingen noch zusammen einen Happen Essen, danach trennten sich unsere Wege. Jetzt sitze ich in einer ruhigen Minute da und lasse den Tag Revue passieren. Das Zahnrad in meinem Kopf fängt wieder an zu laufen: wird die Therapie anschlagen? Werden wir Weihnachten nochmal feiern können? All diese Fragen, die ich seit Beginn diesen Kampfes habe, kommen wieder hoch. Warum MEINE Mama? Hat sie nicht genug in ihrem Leben gelitten? Meine Tochter hat dann gar keine Oma mehr. Auch noch genau die selbe Art von Krebs. Schicksal? Wenn ja, dann meint das Schicksal in den letzen Jahren es nicht gut mit uns! Die Zweifel, die Angst, die Ungewissheit, die Wut und die Verzweiflung sind auf einmal wieder präsent. Viele denken bestimmt, dass es doch nur Haare sind, die wieder nachwachsen. Wie denkt ihr? Als Betroffene(r) oder Angehörige(r)?

Antiironie 07.02.2010 18:52

AW: Metastasen=keine komplette Heilung möglich?
 
Hallo Natascha,

jeder geht da anders mit um, bei uns war es so das ich meinen Eltern beiden die Haare abrasiert habe. Das kam nur daher weil wir für meinen Freund sowieso so eine Maschine haben(Er trägt 3mm) . Und da meine Eltern da beide nicht so sensibel waren durfte ich ran. Meine Mutter hat auch ihre Perücke ungern getragen (Schwitzen darunter) eher wenn sie rausging diese Tücher. Mein kleiner Neffe damals etwa 2 fand es toll das er nicht der einzige ohne Haare ist. Zuhause sind sie immer ohne gelaufen. Papa hatte auch keine Perücke, nur Käppi wenn er raus mußte. Und nach kurzer Zeit hat man sich so daran gewöhnt das es total normal für uns war. Mein Vater war manchmal so verrückt das er nach einigen Tagen immer meinte es müsse nachgeschnitten werden. Der hat mich oft irre gemacht, rief an kannst du nicht heute noch kommen muß doch morgen zur Chemo oder ähnliches. :)
Das sind jetzt aber auch die Dinge an die ich mich dann mit einem Lächeln zurück erinnere.

Ach Mensch, ich hoffe die Behandlung schlägt bei deiner Mutter auch so gut an wie bei meiner.
Alles Gute
Anja

Natascha85 13.02.2010 14:34

AW: Metastasen=keine komplette Heilung möglich?
 
Puuh, heut ist der Tag für mich gelaufen. Wie ihr bestimmt gelesen habt, sind zwei Lieben (Ninpa & Leo) von uns gegangen. Mich stimmt das alles so traurig. Die selbe Art von Krebs wie meine Mama. Jetzt kommen meine Gefühle wieder hoch und die Angst, dass ich hier in absehbarer Zukunft niederschreibe, dass Mama auch ein Engeln sein wird.....bei Leo konnte man sehen, dass es nur ein Jahr gedauert hat. Ein Jahr. Vergeht wie im Flug. Möchte die Zeit noch nutzen. Mama noch mal in die Arme nehmen, so oft wie es geht. Ihre Stimme hören. Ihren Atem und Liebe spüren. Ihr soviel sagen.....hab Angst. Angst vor dem Verlassenwerden. Angst ohne ihre Weisheit das Leben zu meistern. Angst es meiner Maus zu erklären. Angst die Trauer zu zulassen.

Ich frag mich immer wieder: ist das gerecht? Ein Jahr. Was soll das? Klar, viele sagen, gib die Hoffnung nicht auf, könnte auch länger sein. Kann diese Worte nicht mehr hören. Die meisten wissen gar nicht, wie es im Inneren aussieht. Fühl mich so hilflos. Könnt alles zusammen schlagen, Schreien....und doch MUSS ich mich zusammen reißen. Will ja vor Mama stark sein. Das kostet viel Kraft. Will ihr sooft es geht die Kleine zeigen. Erzähl ihr immer soviel, wie es z.B. im Kindergarten war. Jedes Mal, wenn sie sich daran erfreut, könnt ich zusammen brechen. Wie lange darf ich davon noch erzählen? Denkt sie in diesem Augenblick das selbe? Spürt oder ahnt sie schon was? Ich würd so gern aus diesem Alptraum aufwachen.....

paula2007 16.02.2010 12:32

AW: Metastasen=keine komplette Heilung möglich?
 
hallo natascha,

ich möchte dir mal wieder ein kraftpaket schicken, ich glaube du kannst es im moment gut gebrauchen. es tut mir leid, dass du im momentan wieder so schlecht drauf bist. wenn ich die beiträge der angehörigen hier so lese bin ich oftmals froh, dass mein papa es geschafft hat. zwar vermisse wir ihn verdammt doll (besonders meine jungs), aber da ist nicht mehr diese tägliche angst des ungewissen...wir besuchen ihn jetzt regelmäßig mit dem kids und stellen neue kerzen auf.
ich drücke dich ganz doll und wünsche dir weiterhin viel kraft- du schaffst das!
lg, nicole

Natascha85 19.02.2010 00:31

AW: Metastasen=keine komplette Heilung möglich?
 
Heut war Mama im Krankenhaus. CT wurde von Thorax, Oberbauch und Becken gemacht. Am Mittwoch (24.2.) bekommen wir die Ergebnisse. Mama sieht gar nicht gut aus. Das Cortison schwemmt sie immer mehr auf. Sie zitter stark und der Druck im Kopf ist sehr hoch. Sie darf die Dosis (Cortison) nicht erhöhen, weil ja das MRT für den Kopf in 5 Wochen ansteht. Sie nimmt alle 2 Tage 2mg. Das reicht ihr aber nicht. Der Schädel und das Gesicht sind feuerrot und glühen richtig, als hätte sie Fieber. So etwas hab ich noch nie gesehen. Manchmal wirkt sie auch ein wenig verwirrt und desorientiert. Die Launen lass ich erst gar nicht an mich ran kommen und überhöre es.

Jetzt ist Warten angesagt. Warten auf den Mittwoch. Fast eine Woche.Buh. Meine Gefühle fahren Achterbahn. Seit 3 Monaten ist der Primärtumor unbehandelt. Hat er in der Zwischenzeit gestreut und/oder ist er gewachsen? Wie oft streut denn so ein Adeno? Gibt es da ein Rhythmus? Könnt ihr mir da weiter helfen? Was sind eure Vermutungen?

Antiironie 19.02.2010 23:33

AW: Metastasen=keine komplette Heilung möglich?
 
Hallo,

zu deinen Fragen kann ich gar nichts sagen. Aber was mich wundert ist das deine Mutter nur alle 2 Tagen 2mg Cortison nehmen darf. Verstehe ich nicht. Sicher hat das einen Grund? Mein Vater hat wenn ich mich Recht erinnere 4mg am Tag genommen. Trotz MRT.
Außerdem finde ich den Zustand in dem deine Mutter ist besorgniseregend. Vielleicht solltet ihr nochmal mit einem Arzt sprechen.

Lebt deine Mutter allein?

Gute Ergebnisse für Euch.

lg Anja

Natascha85 20.02.2010 00:30

AW: Metastasen=keine komplette Heilung möglich?
 
Hi Anja,
danke für deine Antwort.
Ja, wegen dem Cortison weiß ich auch nicht warum, trotz dem Druck. Naja
Sie lebt zusammen mit ihrem Mann. Was mir Angst macht ist das Glühen am Kopf und Gesicht und das Zittern.....werde das auf jeden Fall am Mittwoch ansprechen. Hab eine riesen Angst, dass der Krebs wieder gestreut hat

rosa.sputnik 20.02.2010 06:15

AW: Metastasen=keine komplette Heilung möglich?
 
Liebe Natascha,

wenn ich Dich lese... habe ich meine Mom vor Augen. Sie hat auch dieses aufgeschwemmte, feuerrote Gesicht gehabt wenn sie Kortison nahm... ebenso ist das Kinn auch so angeschwollen... sie bekam dann kaum Luft weil das Kinn auf den Hals drückte.
Wir haben es dann ein wenig runterdosiert, aber das richtige Maß zu finden war schwer... soviel wie nötig, sowenig wie möglich... aber eigentlich sollte sie auch 4mg am Tag bekommen, das klappte aber nie...

Die Ärzte haben darauf leider, bei uns, auch nicht wirklich reagiert... in ihren Augen war es "das kleinere Übel"...

Ich hoffe dass die Ärzte da helfen können, aber... wie gesagt... das "glühen" kommt vom Kortison... da mach Dir keine Sorgen... das kommt nicht vom Tumor...

Alles Liebe
Jasmin

Natascha85 24.02.2010 22:57

AW: Metastasen=keine komplette Heilung möglich?
 
Also langsam krieg ich einen Hals gegen die Ärzte. Nicht nur, weil sie Mama anscheinend nicht mehr für voll nehmen, sondern weil ich mir langsam verarscht vorkomme.

So, nun mal der Reihe nach:
1. die behandelnde Ärztin spielt Mamas Leiden einfach runter, wenn sie das Cortison absetzt. Hirndruck, wie betrunken Gehen, gerötetes Gesicht und Hitzewallungen. Wir mussten uns regelrecht durchsetzen, dass Mama wenigstens 2mg pro Tag nehmen DARF
2. wussten alle, dass Mama schon immer schlechte Venen hat. Nun wollen wie ihr einen Port legen. Termin für ne VORBESPRECHUNG ist am Dienstag. Der Eingriff steht auch noch in den Stern. Ja, eigentlich soll nächste Woche die Chemo losgehn. Wieder schwindet die Zeit dahin. Das hätten die alles schon klären und alles miteinander verbinden können mit den Terminen
3. Mamas Akte ist seit 2 Wochen weg. Einfach weg. Auf die Frage heute, ob sie nun wieder aufgetaucht ist, kam dann nur " Nee, aber die Ersatz wird auch langsam voll und tut ihr Ding" HALLO?!
4. War das CT Ergebnis immernoch nicht da. Angeblich ist der Bericht noch nicht vom Oberarzt freigegeben. MEINE Theorie: erst einmal die Chemo unter Dach und Fach bringen, damit der Rubel der Klinik(GmbH) rollt und Mama keinen Rückzieher macht, falls die Ergebnisse niederschmetternd sind. Die Erfahrung hab ich u.a. bei Schwiegermama gemacht. Komischerweiße, als ich heute Nachmittag dort anrief, hieß es auf einmal "Die Frau Doktor hatte noch nicht die Zeit um drüber zuschauen. Bitte morgen nochmal anrufen"
Das sagt mir, der Bericht ist DA, nur hatte sie die Zeit einfach nicht um diesen anzuschaun. Wie seht ihr das ganze Durcheinander? Versteht ihr mich, dass ich mir veräppelt vorkomme?

Antiironie 24.02.2010 23:45

AW: Metastasen=keine komplette Heilung möglich?
 
Hallo,

ja, ich versteh dich, das ist alles sehr kurios. Solche Probleme hatten wir zum Glück nicht. Leider weiß ich aber auch keinen Rat und wünsche Euch nur das es voran geht.

lg Anja

Natascha85 25.02.2010 16:46

AW: Metastasen=keine komplette Heilung möglich?
 
Oh, Mann, entweder die Frau Doktor hat nen Schuss oder es ist ein klassisches Missverständnis! Sollte ja heut anrufen, aber die gute Frau ist gar nicht im Haus.....hab meine Nummer hinterlassen, in der Hoffnung, dass sie morgen ENDLICH zurück ruft

Natascha85 26.02.2010 20:50

AW: Metastasen=keine komplette Heilung möglich?
 
Eine Frechheit hoch Zehn! Mittwoch hieß es, Donnerstag anrufen, weil zu beschäftigt. Donnerstag war sie nicht da, sie rufe morgen an. Ja und heute ist sie auch wieder nicht da. Warum lässt sie sich verleugnen? Hat die Frau ein Rad ab! Bin auf 180!

Natascha85 03.03.2010 11:05

AW: Metastasen=keine komplette Heilung möglich?
 
Am Montag war die Ärztin angeblich auch nicht zu erreichen. Naja, gestern hatte Mama eh ein Termin bei ihr. Davor sollte sie zum Chirurgen um den Porteingriff zu besprechen. Sie musste ganze 4 Stunden auf ihn warten. Es war für sie die Hölle. Sie hatte Hunger, Kreislaufprobleme und Schmerzen. Naja, so weit so gut. Als der Herr Doktor ihr alles erklärte, wie so ein Eingriff abläufe, musste sie noch zur Anästesistin. Der Termin für den Eingriff ist am 15.3. Wieder um 2 Wochen die Chemo verzögert.
In der Zwischenzeit rief ich bei der behandelnde Ärztin an, um ihr zu sagen, dass es später wird, weil Mama solange warten musste. Wir wollten ja die CT Ergebnisse besprechen und den Chemoplan festlegen. Es wäre ihr zu spät und sie riefe morgen, also heute an, ließ sie von einem Pfleger ausrichten. Madame möchte ja pünktlich Feierabend machen.......Mama war enttäuscht. Wieder keine Ergebnisse. Sie wollte ihr ja auch sagen, dass sie immer weniger Luft bekommt und der Reizhusten immer schlimmer wird, trotz Medikamente.
Nun bin ich gespannt, ob die Ärztin sich heute meldet oder sie sich wie vergangene Woche leugnen lässt. Bin sowas von sauer. Den Ärzten ist der Patient echt scheiss egal. War bei meiner Schwiegermama und Tante genauso. Wenig wie nötig preisgeben, Hauptsache die Chemo und Co durchziehen, weils Kohle bringt. Tut mir Leid, aber diese Erfahrungen hab ich in diesem Krankenhaus gemacht.
Am liebsten würd ich Mama Rein Wein einschenken und ihr sagen, dass die Chemo ihr nix bringt, wie sie immer denkt, von wegen 20 30 Jahre damit leben, der Krebs verkapselt sich. So ist ihr Stand der Dinge.
Nicht allein die Tatsache, dass ich Mama bald verlieren werde. Das ist schon traurig genug. Was mich am meisten belastet ist, dass ich viel mehr weiß, als Mama. Das ist eine Doppelbelastung hoch 10! Immer dieses Ja und Amen sagen, dass sie Recht hat, die Chemo wirken wird, sie noch was vom Leben haben wird, die Maus aufwachsen sieht und und und. Könnt immer bei sowas laut losschreien und abhauen. Und dann kommt so ne Ärztin um die Ecke, die sich verleugnen lässt und Mamas "Problemchen" mit dem Hirndurck, Cortison usw. runterspielt. Das ist arm. Von wegen, die Lebensqualität erhalten. Davon merk ich nix.

blubberchen 03.03.2010 23:12

AW: Metastasen=keine komplette Heilung möglich?
 
oh Mann, wie gut kann ich das alles nachvollziehen. Ich hab es genauso bei meiner mama erlebt. Ich hab keine Ahnung was man da machen kann. Ich bin dem einen Arzt gegenüber soo ausgeflippt, hab ihm richtig am Kittel gepackt und ihn angeraunzt: sie sind doch ein mann und haben einen Arsch in der Hose oder wie!!. Soetwas ist eigendlich nicht meine Art. Aber ich hatte das Gefühl das sie ein bischen aufgewacht sind. Meine Mutter ist dann entlassen worden. Leider war alles zu spät. Sie ist dann auch gestorben. ich glaube sie haben es alles schon gewusst. Es ist schrecklich. diese Zeit war die allerschlimmste in meinem Leben. so machtlos, ..... :weinen:
Pack dir die Ärztin und rede klipp und klar , nehme kein Blatt vor den Mund. Wir Frauen kämpfen für unsere Kinder in der Schule, klar! Aber jetzt muss man auch mal für seine mama kämpfen. Du hast doch nix zu verlieren oder?
LG :weinen::weinen::weinen::knuddel:

Natascha85 04.03.2010 21:51

AW: Metastasen=keine komplette Heilung möglich?
 
Hallo ihr Lieben!
Endlich haben wir das CT Ergebnis von Thorax, Becken, Lunge und Oberbauch.
Der Primärtumor ist unverändert
eine weitere Meta auf der selben Seite des Tumors (linke Lunge)
evtl. eine auf der Niere, könnte aber auch ne Zyste sein
ansonsten wurde nichts gefunden
Meine Mama findet das Ergebnis supi, ich dagegen könnte kotzen. Wieder ne Meta mehr, bald ist die linke Seite zu. Naja.
Den Port bekommt Mama am 15.3. gesetzt und am 22.3. wollen die Ärzte eine Portdarstellung machen, um zusehen, ob alles korrekt ist. Und am 24.3. geht die Chemo los. Ich muss aber ehrlich sagen, dass ich mittlerweile gegen die Chemo bin. Hab mich im Internet eingelesen und mir die Nebenwirkungen betrachtet und was im schlimmsten Fall alles so passieren kann. Durch die Chemo hat Mama, wenn man das so betrachtet, nur ein paar Monate länger. Wenn sie anschlägt. So. Da frag ich mich: sind diese Monate es wert, sich so zu quälen und evtl. Risiken einzugehen und am Ende stirbt sie doch früher, weil sie nicht anschlägt? Das sind im Moment die Dinge, die mich beschäftigen. Warum der ganze Aufriss von den Ärzten? Klingt jetzt gefühlslos aber warum lassen sie Mama nicht in Ruhe ohne zusätzlichen Qualen sterben?
Genau da ist auch der Haken. Heute wiederholte Mama ihre Aussage: "Wenn ich wüsste, dass die Chemo nicht viel bringt, dann würd ich alles hinschmeißen und nix machen lassen!" Hm, dachte ich mir. Was sagste jetzt? Die Wahrheit? Mama, so wurde es ihr von den Ärzten vermittelt, weil sie sich nicht gescheit ausdrückten, denkt, dass sie durch die Chemo noch 20 30 Jahre hat, weil sich der Krebs verkapseln würde. Und ich sitzt da und weiß bei solchen Gesprächen nicht was ich sagen soll. Würd ihr am liebsten alles sagen, was ich so weiß und was mir die Ärztin gesagt hat. Aber dann gibt Mama gleich auf. Oder will mich nicht mehr sehn, weil sie denkt, dass ich lüge. Wie würdet ihr handeln? Würdet ihr die Wahrheit sagen?

paula2007 05.03.2010 13:39

AW: Metastasen=keine komplette Heilung möglich?
 
hallo natascha,

eure situation ist nicht einfach...aber ich denke, dass deine mama ganz bestimmt weiss, wie es um sie steht. vielleicht will sie dich einfach nur schützen. was die chemo angeht das würde ich ihr nicht reinreden. sie muss sich ganz alleine dafür oder dagegen entscheiden. wenn sie nicht wirkt ist es mist, aber was wenn sie doch wirkt? sicherlich gewinnt sie dadurch keine jahre mehr, aber sie gewinnt doch sicherlich auch noch ein wenig lebensqualität. und es lohnt sich schon, wenn sie dadurch weniger schmerzen hat! ich kann dir nur raten- sei für deine mama da, steh hinter ihr, egal wie sie sich entscheidet! das wichtigste ist, dass du immer für sie da bist!

ich wünsche euch alles gute und weiterhin viel kraft!

lg, nicole

Antiironie 05.03.2010 19:59

AW: Metastasen=keine komplette Heilung möglich?
 
Hallo,

ich kann mich Paula nur anschließen. Und außerdem, vielleicht verträgt sie die Chemo ja auch gut. Bei uns war es so das beide die gut vertragen haben ohne große Nebenwirkungen.

Alles Gute
Anja

Natascha85 15.03.2010 22:36

AW: Metastasen=keine komplette Heilung möglich?
 
Hallo zusammen!
Ja, was soll ich sagen? Es ist so gekommen, wie ich es mir gedacht habe. Sie haben die Port-OP abgebrochen......so kenne ich das bei Mama mit den Krankenhäuser. Sie hat IMMER Pech. Ob es eine harmlose Mandel-OP ist, die schief läuft oder Schilddrüsen-OP, die sich entzündet hatte und über Monate die Genesung dauerte...Naja, nun mal der Reihe nach:

Sie hätte ja heut den Port bekommen. Sie sollte eigentlich um 12Uhr dran kommen, nüchtern.Ja, ein Diabetiker soll bis 12Uhr nüchtern sein und nach der OP zwei Stunden auch nichts zu sich nehmen. Ein Glück konnten wir den Termin auf 8.45Uhr vorverlegen. Ihre Zuckerkrankheit stand zwar in der Akte, aber nun gut. Ist ja nochmal gut gegangen....dachten wir.
Da ich ne kleine Tochter hab, konnte ich leider nicht dabei sein heute Morgen. Dafür hat sich meine Tante dazu bereit erklärt Mama zu begleiten. Wie Ärzte nun so sind, haben die zwei noch ne Stunde warten müssen...kennen wir alles schon. So.
Nachdem das A-Team langsam in Schwung kam, ging es nun in den OP-Saal. Mama bekam die Kanüle an, hatte sich vorher entkleiden, eben halt all die Vorbereitungen. "Frau B., ihr Puls ist viel zu Hoch, was ist denn da los?" Naja, die Aufregung, dachte Mama. Sie warteten noch ne Weile, aber er ging einfach nicht runter, trotz Medis. Da Mama einen Reizhusten durch den scheiss Tumor mittlerweile hatte, war ihr größte Angst, dass sie während dem Eingriff anfangen müsse zu Husten. Bei diesen Vorgespräch hieß es noch "ja, sie bekommen noch was dagegen und bitte nehmen sie ne Stunde vorher ihre Medis. Wenn dies trotzdem nicht hilft, dann legen wir sie still" So war der Ton vom Narkosearzt.
So, nun lag Mama mit einem hohem Puls auf dem OP-Tisch, bis oben hin eingepinselt mit diesem Jodzeugs und aufeinmal fing der Husten an. Sie konnte ihn keine 3min unterdrücken. Was ist mit dem Mittel was sie Mama noch geben wollten? Es wär schon in den Venen.....und half nicht. Narkose? Nö, machen wir hier nicht in der KurzzeittherapieDingBums.
ABBRUCH!!!!!!!!
Neuer Termin ist nun Freitag, ein paar Stockwerke höher.

Ich bin mit den Nerven langsam am Ende. Es steht doch alles in den Akten: Diabetiker, Reizhusten und und und.
Lesen die Ärzte sich sowas nicht vorher durch?
Wie in der Kurpfalz sagen zu sowas: Saftladen! Anders kann ich die UNIKLINIK nicht beschreiben. Immer ist irgendwas. Entweder geht die Akte verloren oder sie wussten nicht, dass Mama schlechte Venen hat. Nicht nur mich, bestimmt auch Mama macht das langsam wahnsinnig.
Was die CT-Ergebnisse angeht, das macht mich auch immer mehr stutzig. Angeblich wär ja der Primärtumor nicht gewachsen und hätte NICHT in die Knochen(Wirbelsäule) gestreut. Hm, komisch aber, dass Mama immer weniger Luft bekommt, der Reizhusten immer schlimmer wird und sie im Rücken Schmerzen hat, kann kaum auf dem Rücken liegen oder sich an der Couch anlehnen. Was mich angeht, ich traue NIEMANDEN mehr aus dem Krankenhaus. Am Liebsten würde ich Mama davon abraten, da wieder rein zu gehen. Aber dann wären die Tage gezählt.....:weinen:

Leidensweg 15.03.2010 23:11

AW: Metastasen=keine komplette Heilung möglich?
 
Zitat:

Zitat von Natascha85 (Beitrag 872865)
Hallo zusammen!
Ja, was soll ich sagen? Es ist so gekommen, wie ich es mir gedacht habe. Sie haben die Port-OP abgebrochen......so kenne ich das bei Mama mit den Krankenhäuser. Sie hat IMMER Pech. Ob es eine harmlose Mandel-OP ist, die schief läuft oder Schilddrüsen-OP, die sich entzündet hatte und über Monate die Genesung dauerte...Naja, nun mal der Reihe nach:

Sie hätte ja heut den Port bekommen. Sie sollte eigentlich um 12Uhr dran kommen, nüchtern.Ja, ein Diabetiker soll bis 12Uhr nüchtern sein und nach der OP zwei Stunden auch nichts zu sich nehmen. Ein Glück konnten wir den Termin auf 8.45Uhr vorverlegen. Ihre Zuckerkrankheit stand zwar in der Akte, aber nun gut. Ist ja nochmal gut gegangen....dachten wir.
Da ich ne kleine Tochter hab, konnte ich leider nicht dabei sein heute Morgen. Dafür hat sich meine Tante dazu bereit erklärt Mama zu begleiten. Wie Ärzte nun so sind, haben die zwei noch ne Stunde warten müssen...kennen wir alles schon. So.
Nachdem das A-Team langsam in Schwung kam, ging es nun in den OP-Saal. Mama bekam die Kanüle an, hatte sich vorher entkleiden, eben halt all die Vorbereitungen. "Frau B., ihr Puls ist viel zu Hoch, was ist denn da los?" Naja, die Aufregung, dachte Mama. Sie warteten noch ne Weile, aber er ging einfach nicht runter, trotz Medis. Da Mama einen Reizhusten durch den scheiss Tumor mittlerweile hatte, war ihr größte Angst, dass sie während dem Eingriff anfangen müsse zu Husten. Bei diesen Vorgespräch hieß es noch "ja, sie bekommen noch was dagegen und bitte nehmen sie ne Stunde vorher ihre Medis. Wenn dies trotzdem nicht hilft, dann legen wir sie still" So war der Ton vom Narkosearzt.
So, nun lag Mama mit einem hohem Puls auf dem OP-Tisch, bis oben hin eingepinselt mit diesem Jodzeugs und aufeinmal fing der Husten an. Sie konnte ihn keine 3min unterdrücken. Was ist mit dem Mittel was sie Mama noch geben wollten? Es wär schon in den Venen.....und half nicht. Narkose? Nö, machen wir hier nicht in der KurzzeittherapieDingBums.
ABBRUCH!!!!!!!!
Neuer Termin ist nun Freitag, ein paar Stockwerke höher.

Ich bin mit den Nerven langsam am Ende. Es steht doch alles in den Akten: Diabetiker, Reizhusten und und und.
Lesen die Ärzte sich sowas nicht vorher durch?
Wie in der Kurpfalz sagen zu sowas: Saftladen! Anders kann ich die UNIKLINIK nicht beschreiben. Immer ist irgendwas. Entweder geht die Akte verloren oder sie wussten nicht, dass Mama schlechte Venen hat. Nicht nur mich, bestimmt auch Mama macht das langsam wahnsinnig.
Was die CT-Ergebnisse angeht, das macht mich auch immer mehr stutzig. Angeblich wär ja der Primärtumor nicht gewachsen und hätte NICHT in die Knochen(Wirbelsäule) gestreut. Hm, komisch aber, dass Mama immer weniger Luft bekommt, der Reizhusten immer schlimmer wird und sie im Rücken Schmerzen hat, kann kaum auf dem Rücken liegen oder sich an der Couch anlehnen. Was mich angeht, ich traue NIEMANDEN mehr aus dem Krankenhaus. Am Liebsten würde ich Mama davon abraten, da wieder rein zu gehen. Aber dann wären die Tage gezählt.....:weinen:

Hallo!
Wünsch Dir vorallem viel Kraft für die nächsten Wochen!!

paula2007 16.03.2010 12:25

AW: Metastasen=keine komplette Heilung möglich?
 
hallo natascha,

gibt es für euch keine möglichkeit das krankenhaus zu wechseln?
wenn ihr keinerlei vertrauen in diese ärzte habt ist das keine gute basis für eine erfolgreiche therapie...

lg und weiterhin viel kraft, nicole

Natascha85 08.04.2010 11:07

AW: Metastasen=keine komplette Heilung möglich?
 
Hab gedacht ich meld mich mal wieder.
Im Moment fahren meine Gefühle wieder Achterbahn. Denn Mamas Psyche geht immer mehr in den Keller. Sie zeigt meinem Stiefpapa oft den Stinkefinger und streckt ihm die Zunge raus, was sie früher nie gemacht hat, weil er immer der Dominate war. Dann ist sie von jetzt auf nachher zickig, kindisch, aggressiv und teilweise depressiv. Was mich am meisten beunruhigt ist, dass sie immer mehr verwirrter wird und vieles vergisst oder gar nicht mehr versteht. Ob es jetzt die Formulare für die Pflegestufe sind oder einfache Einkaufsnotizen. Sie sortiert und sortiert und bringt zum Schluss wieder alles durcheinander. Sie kann auch kaum noch lesen. Ob es normal ist in ihrem Alter (57), dass die Augen schlechter werden....hm so ruckartig....glaub ich eher nicht. Grauer Starr oder die Metas im Kopf drücken auf das Sehzentrum. Keine Ahnung. Was die Metas im Kopf angehen, da denken wir Kinder, dass die Bestrahlung entweder keinen oder nur einen geringen Erfolg hatte. Denn wieso hat Mama auf einmal diese ganzen Aussetzer? Wohl kaum Nebenwirkungen der Chemo oder Bestrahlung. Ein Kontroll-MRT soll erst nach der Hälfte der Chemo gemacht werden, obwohl die letzte Bestrahlung schon Anfang Feb war. Die Ärzte wissen ganz genau wie es um meine Mama steht. Sie sollen endlich aufhören uns Kinder anzulügen.:angry: Wir sehen doch TÄGLICH wie sich der Zustand verschlimmert. Mama isst so gut wie gar nix mehr, erklärt Steifpapa all die Dinge, die sie sonst immer gemacht hat (EC-Automat, Waschmaschine usw für Leben "Danach") und sie braucht nachts Hilfe, wenn sie auf Toilette muss, weil sie sonst ganz woanders hinläuft. Sie hat auch wieder abgenommen. Kein Wunder, sie isst wie ein Spatz. Ich schätze, wenn der Körper und ihr geistiger Zustand immer mehr abbaut, dann kann man an einer Hand abzählen, wie lange sie noch leben wird.:weinen: Wenn man von LEBEN noch sprechen kann. Innerhalb eines Monats hat sie so abgebaut....Wahnsinn wie schnell sowas gehen kann. Was ist dann erst, wenn die Chemo im Juli fertig ist? Was passiert danach? Wird danach noch irgendwelche Therapien gemacht oder wird sie das Therapieende überhaupt erleben, wenn es so weiter bergab geht? Je näher alles rückt, desto mehr Angst bekomme ich. Würde gerne mit Mama darüber sprechen, hab aber Angst. Was ist, wenn sie ehrlich noch denkt, dass alles mit Chemo wieder in Ordnung wird und sie noch 10 Jahre hat und dann komm ich und will über den Tod sprechen??? Möcht nicht mit der Tür ins Haus fallen. Denke aber, dass sie schon etwas erahnen kann.:weinen::weinen:

Ute08 08.04.2010 12:52

AW: Metastasen=keine komplette Heilung möglich?
 
Liebe Natascha,
ich möchte dich einfach mal nur ganz lieb:knuddel::knuddel::knuddel:
und sende dir liebe Grüße
die Ute

Natascha85 12.04.2010 12:39

AW: Metastasen=keine komplette Heilung möglich?
 
eine Frage beschäftigt mich zur Zeit:

Kann es zu Wesensveränderungen NACH der Kopfbestrahlung als Nebenwirkungen kommen oder sind es die Metastasen?

Mama hat nämlich immer mehr solche "Aussetzer". Ich befürchte, dass die Bestrahlung, wenn sie angeschlagen hat, nicht lange gehalten hat. Nur für eine kurze Zeit war Mama "normal" und nun geht es wieder los mit diesen "Aussetzer". Wer weiß, ob neue Metas hinzugekommen sind. CT soll Mitte/Ende Mai gemacht werden, was ich viel zu spät finde.
Hoffe, ihr könnt meine Frage vielleicht beantworten aus euren Erfahrungen

Liebe Grüße
Natascha

Antiironie 12.04.2010 19:35

AW: Metastasen=keine komplette Heilung möglich?
 
Hallo,

bei uns war es so das mein Vater im Okt. bestrahlt wurde, bis etwa Mai war alles soweit in Ordnung und dann kamen die Veränderungen. Es wurde nochmal bestrahlt aber das half nicht mehr.

Aber es muss ja nicht überall gleich sein.

lg Anja

Natascha85 24.04.2010 22:24

AW: Metastasen=keine komplette Heilung möglich?
 
Komisch komisch. Kaum ist DIE Ärztin krank und schon läuft der Laden:D

Endlich hat Mama andere Medikamente gegen ihr Erbrechen bekommen und siehe da, sie behält das Essen in sich UND sie isst wieder mehr, zwar nicht wie gewohnt, aber immerhin.
Ansonsten macht sie einen sehr müden Eindruck, obwohl sie schon fast einer Katze gleicht mit ihrem Schlaf!:lach2: nein im ernst, es geht ein wenig bergauf mit ihr. Die Wesensveränderungen sind zwar da, aber es hält sich in Grenzen. Nächste Woche fahren Mama und Siefpapa für ein paar Tage weg, auf den Camp. Das wird ihr mit Sicherheit gut tun, weil beide wie ausgewechselt sind, wenn sie dort sind. Sie kann dann Kraft tanken und kommt auch mal auf andere Gedanken. Doch, es wird ihr gut tun. Es ist zwar ein bisschen doof, weil genau in der Woche meine Maus ihren 3. feiert, aber mein Gott, den feiern wir halt nach. Das wird sie freuen, weil es dann zweimal Geschenke gibt.;)

Ein flaues Gefühl hab ich dennoch. Es könnte ja das letzte Mal sein, das Mama zum Camp fährt. Sie redet auch zweideutig "nochmal mein Häuschen sehen, das wäre schön". Mittlerweile bezeichnet sie sich selbst als todkrank. Ich meine, es stimmt zwar, logo, aber es aus ihren Mund zu hören?! Sie wird ganz bestimmt etwas ahnen und wenn sie sich irgendwann uns öffnen wird, dann sind wir da. Denn ich habe und ich werde es niemals vergessen, dass Mama die einzigste war, die IMMER für mich da war/ist. Wieso sollte ich ihr nicht ein kleiner Teil zurück geben, auch wenn mein Herz dabei blutet???? Ich liebe sie! Neben meiner Maus, ist sie die wichtigste Person auf dieser Welt! :weinen:

Na supi, jetzt sitzt ich hier und heule!

Natascha85 27.05.2010 10:48

AW: Metastasen=keine komplette Heilung möglich?
 
Ach Mann, seit gestern bin ich total durch den Wind. Es ist genau das eingetroffen was ich nie wollte, das es eintrifft. Aber erst einmal der Reihe nach.


Mama hat gestern das CT Ergebnis der Lunge bekommen(genauer Bericht steht im Lungenforum) und war total happy, als es hieß, der Primärtumor sei geschrumpft. Sie schwebt auf Wolke 7 und macht Zukunftspläne. Naja, ich würde mich gerne mitfreuen, wenn das schon alles gewesen wäre, aber die Ärzte haben noch 2 Knochenmetas und insgesamt 3 kleine Lungenmetas gefunden:eek: könnt kotzen, wenn ich das mal so sagen darf. Die ganze Zeit hab ich Mama die Daumen gedrückt und gebetet, dass sie nie Knochemmetas bekommt, weil ich hier soviel gelesen hab, wie schmerzhaft das ganze werden kann. Und jetzt hat sie doch welche. Aber das ist noch nicht alles. Die Ärzte haben Mama gesagt, dass es welche sein könnte, es aber nicht 100% feststeht. Erst als ich die Akte mir ansah und mir den Bericht heraus fotografierte, wurde mir klar, dass die Ärzte gelogen haben. Aber warum? Was bringt das? Ach, diese Lügerei und das Hintenherum nervt einfach nur noch. Ich denke, dass Mama nach der letzten Chemo bestrahlt wird und hoffentlich hat sie bis dort hin (Mitte Juli) keine Schmerzen. Sie bekommt alle vier Wochen knochenaufbauendes Mittel. Aber ihr hättet Mama mal sehn sollen wie happy sie ist und nach vorne blickt. Sie schmiedet große Pläne....aber wielange geht das gut, bevor sie in ein Loch fällt? Mach mir große Sorgen um sie. Sie hatte gestern auch viele Aussetzer, die gar nicht Mama ähneln. Als ich die Ärztin fragte wie es nun mit dem MRT für den Kopf aussieht, meinte sie nur nach der Chemo(Mitte/Ende Juli) würde das erst gemacht werden. HALLO???? Warum solange warten? Anfang Feb hatte Mama ihre letzte Bestrahlung und solange wirken die doch nicht nach. Die verkaufen einen für dumm. Ich denke, dass die Ärzte wissen oder sich zumindest denken können, dass die Metas im Kopf wieder aktiv sind, denn Mama hat immer mehr diese Aussetzer und Schwierigkeiten beim Lesen/Sehen. Da ist wieder etwas im Gange im Kopf.


Naja, ich wollt euch eigentlich auch nicht zuviel zutexten, hab es aber jetzt doch gemacht.Hm, aber es tat gut, alles mal vom Herzen zu schreiben. Ich halte euch auf dem laufenden was in der nächsten Zeit noch alles passiert. Drück euch alle ganz lieb und wünsche euch noch einen schönen Tag!

Natascha85 29.05.2010 15:16

AW: Metastasen=keine komplette Heilung möglich?
 
Was für ein Abend gestern.
Hab wie jeden Abend Mama angerufen, weil sie tagsüber schlafen will und gegen 18.00 wieder wach ist. Um diese Zeit ist dann immer unser Gespräch. So, kaum angerufen hab ich gleich nach ihren Gliederschmerzen gefragt, die sie seit der letzten Chemo hat(bekommt knochenaufbauendes Mittel deshalb die Gliederschmerzen). Es wäre noch genauso schlimm, als würde man Arme und Beine auseinander ziehen. Kaum hatte sie diesen Satz beendet, fragte sie mich gleich, ob ich ihren Bericht "übersetzt" habe und ich solle vorlesen. Damit hab ich nicht gerechnet. Bis zu der Zeile, dass der Tumor ein wenig geschrumpft ist, war alles ok. Aber dann: als ich vorlas, dass drei kleine Metas in der Lunge und 2 kleine in den Wirbel sind, fuhr sie aus der Haut. Das stimme nicht und mein Stiefpapa meckerte nur noch was von"das, was du da googelst stimmt eh nicht, darauf gebe ich nichts....." Selbst als ich sagte, dass neu auftretene Wirbelkörpermetastasen wortwörtlich in dem Bericht drin steht, ignorierten sie und als ich dann sagte, das die Ärztin Mama anlügt(weil sie sagten, es KÖNNTE sein), dann war es ganz aus. Ich würde spinnen und ich soll nicht so tun als würde Mama bald sterben. Mama legte dann nach diesen Sätzen auf. Hab natürlich gleich meine Schwester angerufen und ihr das geschildert. Sie war sprachlos. Nach 20min rief sie mich zurück, dass Mama bei ihr angerufen hätte. Mama will wissen in welchem Stadium sie sei und wollte von meiner Schwester wissen, ob das was ich gesagt habe stimmt. Meine Schwester sagte ihr, dass sie Mittel bis Endstadium wäre und alles was ich Mama sagte stimme. "Nein, nein, das mit den Knochen stimmt nicht, sonst hätte die Ärztin schon was gesagt und nehmt mir nicht die Hoffnung, ihr (Kinder) sollt mich aufbauen und nicht runter ziehen" So ähnlich waren ihre Worte. Meine Schwester hatte dann noch Stiefpapa am Telefon und sagte ihm, dass er sich mal Mama genauer anschaue und sich mal überlegen sollte wie Mama "aussieht", dass es für uns Kinder auch Kraft kostet Mama zu unterstützen und wir immer da sind und nichts dazu können, dass es so ist wie es ist, aber man sollte langsam die Augen aufmachen.....

Ich bin fix und fertig. Jetzt sind wir Kinder die Buhmänner. Stiefpapa und Mama wollen am Mittwoch selbst mit der Ärztin spreche, weil sie uns immer noch nicht trauen. Wir sollen ihr nicht die Hoffnung nehmen, aber wer hatte denn wen gefragt nach dem Bericht, nach dem Stadium????? SIE, SIE kam und fragte, nicht ich oder meine Schwester. Wir wissen es schon seit Beginn der Krankheit und beißen uns die ganze Zeit auf die Zunge, weil wir Mama nicht brechen wollen. Aber Mama wollte gestern alles wissen, aber warum dreht sie uns jetzt einen Strick daraus? Oh, Mann, alles scheisse im Moment. Fühl mich total beschissen, wie der letzte Depp.

Antiironie 30.05.2010 14:18

AW: Metastasen=keine komplette Heilung möglich?
 
Hallo,

ich kenne deine Mama nicht, aber an ihrer Reaktion kann man doch klar erkennen das sie die ganze Wahrheit nicht erträgt. Warum lasst ihr sie nicht in dem Glauben den sie hat? Warum denkst du das ihr ihr unbedingt sagen müßt was los ist? Anscheinend kommt sie damit nicht klar!

Fühl dich bitte nicht angegriffen, aber ich denke wenn sie genaueres Wissen will soll sie selber die Ärztin fragen.

lg Anja


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