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AW: Das Leben danach
Evi, der Papierkrieg kann wirklich nerven, da kann ich dir voll beipflichten, bei den Gesetzlichen ist es ja vorher voll nervend, bei uns privaten im allgemeinen hinterher wenn die Rechnungen kommen und man den ganzen Kram einreichen muß.
Ich befürchte auch, dass das mit dem verbeamten lassen nicht so ganz leicht wird, als ich aufgenommen wurde, hatte ich "nur" eine relativ harmlose Nervenerholungskur hinter mir und selbst da war die Amtsärztin schon skeptisch. Jetzt als ehemaliger Monsterkämpfer würde ich wohl nicht so ohne weiteres da rein kommen fürchte ich. Inzwischen ist zwar auch bei den privaten Kassen irgendwie Kulanz bei bisher unversicherten Beamten, aber wie gesagt, ich befürchte, gerade in der heutigen Zeit, wo "kleine Arbeiter" gern gegen die "ach so faulen Beamte" aufgehetzt werden...:sad: Aber laß dich vom Papierkrieg nicht entmutigen, du hast die Kur bewilligt bekommen und das ist erst mal das wichtigste, woran du dich festhalten kannst und dich trösten kannst. Und dass es irgendwann mit dem Job wieder aufwärts geht, ob nun als Beamter oder als "normaler" Arbeitnehmer. Ich drück dir auf jeden Fall weiter die Daumen!:knuddel: |
AW: Das Leben danach
Naja der Papierkrieg is leider ned nur für die Reha.... muss mal wieder an mehreren Fronten gleichzeitig kämpfen und des gefällt mir gar ned :(
Aaaaaaah die Verbeamtung war bisher meine letzte Hoffnung :eek: meine einzige Chance auf einen Platz im Arbeitsleben die in meinem Kopf noch bestand hat :weinen: Die Hoffnung das ich in der Arbeitswelt jemals wieder einen Platz bekomme geht bei mir inzwischen gegen Null :( Da hilft irgendwie alles Kämpfen nichts, als ehemalige "Monsterkämpferin" wie du so schön sagst stellt mich keiner ein :weinen: Wenn ich mir dessen wieder bewusst werde und bedenke dass das wohl mein Leben lang so weiter gehen wird.... das ich weiterhin mit 450 € im Monat mein komplettes Leben bestreiten muss..... mir nicht mal eine eigene Wohnung leisten kann.... immer auf die Gutmütigkeit anderer angewiesen sein werde.... Dann hab ich jetzt schon keine Lust mehr auf mein Leben :weinen: Nachdem ich das Monster besiegt habe mag das jetzt mal wieder wahnsinnig undankbar klingen.... Aber ich kann einfach nicht mehr :weinen::weinen: |
AW: Das Leben danach
hallo..
ich hab mich heute hier angemeldet weils mich doch interessiert wie andere Menschen, vielleicht auch in meinem Alter (16), damit leben Morbus Hodgkin gehabt zu haben.. ich hatte im Februar diesen Jahres meine letzte Chemo..insgesamt waren es auch ''nur'' 2 Blöcke.. aber mir hats definitiv gereicht! Als ich diesen Abschnitt hier gelesen hab: ''Ich hatte so viel Lebensfreude und war so optimistisch während der Therapie und auch noch kurz danach, viele Bezeichneten mich als Quell der Energie. Ich weiß nicht warum diese Lebensfreude weg ist, ich komme mir so undankbar vor, andere kämpfen um´s Überleben und ich frage mich ständig wozu ich eigendlich überlebt habe.....'' hab ich mich sofort wieder erkannt. Ich war vorher ein nicht so optimistischer Mensch,war eher schnell traurig wegen Dingen, die einem im nachhinein lächerlich vorkommen und hab versucht nach der Diagnose Krebs ( Winter 09 ) ebenfalls mit so viel Optimismus wie möglich an die Sache zu gehen .. wollte das Beste draus machen (schaden kanns ja nicht ;) ) naja..aber seitdem ich wieder zur Schule gehe und verusche ein normales Leben zu führen wie früher, hindert mich hauptsächlich der Haarverlust daran und es fällt mir echt schwer weiterhin optimistisch zu bleiben! ich hab zwar eine Perücke aber die kommt nur seeehr selten bis gar nicht zum Einsatz und auch nur dort wo ich keinen kenne.. andernfalls würd es mir so vorkommen, dass ich mir und den anderen nur etwas vormache und es sind halt nicht die eigenen haare und es sieht einfach komisch aus! ich trage ein Tuch mit einem Knoten zusammengebunden hinten und große Ohrringe was auch nicht schlecht aussieht =) aber bins eben leid und wenn Freunde und besonders andere Mädchen/Frauen mit ihren haaren durche Gegend laufen :cry:.. naja ihr wisst bestimmt selber wie das ist.. Als ich im Krankenhaus war habe ich mich versucht damit zu trösten, dass ich noch eine sehr ''harmlose'' Form vom Krebs abbekommen hab.. es gibt schließlich viel schlimmeres deswegen komm ich mir auch dadurch so undankbar vor :embarasse andererseits ist das auch völlig berechtigt..ich meine es gibt ja auch Menschen die niemals sowas durchmachen müssen -.- ! sooo jetzt hab ich ganz schön viel geschrieben aber ich hoffe man kann sich hier gut austauschen :rotier: |
AW: Das Leben danach
Liebe Moumou,
erstmal herzliches Beileid dafür das es dich auch in so jungen Jahren erwischt hat :pftroest: Ich hatte mit dem "normalen Leben" direkt nach der Chemo noch gar keine Probleme, bin immer offen mit meiner Erkrankung umgegangen, auch während der Chemo.... Somit hatte sich nicht soooo viel geändert, bis auf die Tatsache das ich nicht mehr ständig im Krankenhaus war, wieder Alkohol trinken konnte etc. Die Probleme hatte (und habe leider immer noch) ich damit mich weiter zu entwickeln (mir werden ständig Steine in den Weg geschmissen von Arbeitgebern, Ämtern etc.).. Ok, zu meinem Vorteil war ich damals schon ziemlich weit für mein Alter.... jedoch fehlen mir mittlerweile einfach die Dinge die fast alle in meinem Freundeskreis als Selbstverständlich ansehen.... eine eigene Wohnung.... ein geregeltes Einkommen.... gut, wir leben in einem Sozialstaat.... allerdings musste ich mir das wenige was ich bekomme sehr hart erkämpfen :mad: Hattest du während der Chemo psychologische Betreuung? Hatte ich leider nicht und werde jetzt, 6 Jahre nach der letzten Chemo auf Anraten von vielen Forenmitgliedern hier einen Psychoonkologen zu Rate ziehen ;) Ich verstehe dieses Gefühl so gut :knuddel: auf der einen Seite denke ich mir "Ich bin so undankbar und sollte froh sein das ich überhaupt noch lebe" vermischt mit dem Gedanken "Das ist so ungerecht! Ich habe niemandem etwas getan! Warum ausgerechnet ich? Ich war immer gut zu meinen Mitmenschen!" kann ich jetzt mit noch mehr Sicherheit sagen als sonst, mein letzter "Zusammenbruch" mit und wegen eben diesen Gedanken ist gerade mal 2 Stunden her :sad: Dann obliegt mir wohl die Ehre dich hier herzlich Willkommen zu heißen :) Bin zwar selbst noch nicht soooo lange dabei aber kann es jedem der so etwas durchgemacht hat nur wärmstens empfehlen :) Ich selbst bin hier in knapp 3 Wochen auf mehr Verständniss gestoßen als in den letzten 6 Jahren :) An die langen Texte musste ich mich auch erst gewöhnen, mittlerweile sind sie aber für mich normal, ich glaube weil es um ein Thema (Problem) geht das man einfach nicht mit wenigen Worten beschreiben kann. Liebe Grüße, Evi |
AW: Das Leben danach
Willkommen hier, Moumou, ich habe während der Chemo auch nur in der Anfangszeit die Perücke getragen, irgendwann stieg ich dann auch auf Kopftuch um weil es einfach bequemer war.
Evi, ich kenne mich im offenen Arbeitsmarkt nicht aus, ich weiß also leider nicht, ob es da nicht doch noch Schlupflöcher für Monsterkämpfer gibt. Vielleicht kann dein Behindiausweis auch wieder höher gestuft werden, wenn du so viele Probleme hast. Laß dich bitte nicht entmutigen, soviel ich weiß, neigen Sozialhilfeempfänger gelegentlich zu falschem Stolz a la "ich will keine Almosen" wenn es darum geht, sich zu holen was einem zusteht. Sie lassen sich verunsichern wegen weniger schwarzer Schafe, die sich mehr holen als ihnen zusteht. Vielleicht gibt es ja sogar Beratungsstellen, die einem die Tricks verraten, wie man als Hartz 4er sich durchsetzt. Solche Berater wie bei der Anschlußheilbehandlung müßte es doch auch ambulant geben...:confused: Bitte gib nicht auf!! Es findet sich bestimmt eine Möglichkeit, wie du wieder ins halbwegs normale Leben hineinfindest!:pftroest: |
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Hallo Lilaloona !
Jammern hilft wenn, die Sele hilfe braucht. Du scheinst mir sehr Deppriemiert zu sein,mache dir nicht zuviele gedanken, tritt dir selber in den Hintern und raff dich auf.Ich hatte St.IIIB habe 6 BEACCOP eskaliert hinter mir.Seit März2010 in Remision.Mache bald eine Reha (Schönhagen )auch ich habe sehr oft Deppriesive Momente ich versuche mich abzulenken,versuche neue Wege zugehen so das ich viele Sachen aus meinem Alten Leben zurück Lasse. Alles erdenklich gute wünscht dir Sembo!:winke::winke: |
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Hallo moumou!
Das mit den Haaren ist garnicht so Schlimm, ist nur Äusserlich! Sag dir Schöne Gesichter brauchen nun mal Platz!:rotier2::rotier2::lach::lach: |
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Ich hab hier was gefunden für alle deprimierten (Ex-) Monsterkämpfer, besonders für dich Evi, eines meiner Lieblingslieder, was irgendwie total passt:
http://www.myvideo.de/watch/5415330/...riel_Kate_Bush :pftroest: |
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@ Blauflausch: Dankeschööön das Lied ist echt passend und schön zugleich :)
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AW: Das Leben danach
Evi, und rede dir bitte bitte nicht ein, daß du den Rest deines hoffentlich noch langen Lebens auf Hartz 4 hängst, du bist immerhin erst 24 und wenn du dreist noch 5 Jahre brauchst um wieder richtig auf die Beine zu kommen, dann bist du immer noch jung. Wenn ich im offenen Arbeitsmarkt wäre, dann hätte ich ein Problem, denn mit Anfang 40 ist man nicht mehr so beliebt.
Du bist doch nicht dumm, du hast den Wunsch fleißig zu sein und ich bin mir sicher, für dich findet sich bestimmt etwas. Versuche erst mal die Kumpenen vom Monster abzuschütteln, LASS DIR NICHT VOM SEELENKREBS EINREDEN DAS LEBEN WÄRE NICHT MEHR LEBENSWERT!!! Höre den Titel von Peter Gabriel und Kate Bush auf Dauerrotation, du schaffst es, laß dich nicht entmutigen. Wenn es dir wieder besser geht, versuch doch mal ein Praktikum in einer Behörde. Zumindest bei uns kam es schon dazu, dass Praktikanten später Kollegen wurden...http://rush.kostenloses-forum.be/ima...streichel2.gif |
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dankeschön, darf ich mal fragen wie alt du warst als du's bekommen hast, seit wann du wieder gesund bist und wie alt du jetzt bist evi?
ich verstehe nicht so ganz wieso du deswegen probleme hast eine wohnung zu finden oder einen job etc. ..bist du denn in irgendeiner Weise eingeschränkt im Alltag? ich meine außer, dass du jetzt im nachhinein mit der psyche zu kämpfen hast.. ich kann mir gut vorstellen, dass das was bringt. Ich hatte wärend der chemo keine psychologische betreuung..im (kinder)krankenhaus kamen am anfang so alte frauen die wirklich stark verwirrt waren meiner Meinung nach! ich wurde einfach als kind angesehen zb. wenn eine frau meinte sie will mit mir spielen oder sowas ich wollte einfach alles hinter mich bringen und schon gar nicht mit leuten reden, die mir absolut unsympatisch waren! eine psychotante von dem kh zb. saß einfach an meinem bett starrte auf den boden und hat ganz leise gesprochen und das einzige was sie sagte war sowas wie : das ist ja alles ganz schön schrecklich =(!!! wirklich schrecklich! JA toll! weiß ich selber ^^ aber bei der hatte ich das gefühl DIE bräuchte ma ne ordentliche psychologische betreuung!! :D!! ich hab jetzt 3 monate, die ich wieder normal lebe gar keine depressionen o.ä. halt außer wenns um die haare geht aber ansonsten rede ich mir ständig ein, dass ich genauso wie alle die das durchgemacht haben, verdammt stolz auf sich sein können und den anderen mit ihren winzigen probblemchen weit vorraus sind. wir können sagen, dass wir was vom leben gelernt haben und es zu schätzen wissen :) ! Noch leichter fällt einem alles positiv zu sehen, wenn man natürlich gute freunde hat, die einen ganz normal behandeln und unterstützen. Ich gehe wieder feiern und habe einfach spaß.. Meine eltern haben einfach mal bei so einem psychotherapeut angerufen und einen termin gemacht irgendwann jetzt im juni. Ich kann ja wenn ich dort war mal berichten obs mir was gebracht hat..ist ja aber auch bei jedem menschen anders. Ich hab mir am anfang auch die frage gestellt: warum ich - habs dann aber schnell weider gelassen weil es eifnach keine antwort darauf gibt. es ist einfach so und man muss eben das beste daraus machen vorallem jetzt wo man wieder gesund ist heeeey wir habens doch geschafft =) manchmal muss man halt trauirg sein und ne runde heuln, sich dabei mal truaige muisk anhören. aber das sollte wirklich nich alle paar tage oder stunden sein :-O !!! jedesmal wenn du spürst , jetzt könnte ich wieder heuln, musst du versuchen dich nicht davon unterkriegen zu lassen. genau dann solltest du dir alles so positiv wie möglich reden denn wenn man immer nur traurig ist, kommt man irgednwann gar nicht mehr dagegen an und ist wirklich stark depressiv. Liebe grüße an alle ''schöne gesichter brauchen nun mal platz '' :D okay werd ich mir merken :P |
AW: Das Leben danach
Eine richtige Depression kann man leider nicht durch positives Denken verhindern. Ich hatte während der gesamten Zeit psychologische Unterstützung. Trotzdem bin ich 6 Monate (!) nach Ende der Therapie in ein Loch geraten und ich glaube, haarscharf an einer Depression langgeschrammt.
Natürlich können wir alle stolz auf uns sein!!! Aber manchmal holt einen dieser Alptraum eben doch ein... |
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An alle: Ich find es wirklich total schön das man hier auch mal über Ängste und Depressionen sprechen kann ;) ist in der "normalen Welt" leider eher selten.....
@ Blauflausch: Danke danke danke das mal einer sagt dass ich um meine "verpasste Entwicklung" nachzuholen noch sehr viel Zeit habe... Tut echt gut zu hören :) Diese Ansicht vertritt leider niemand.... Einzig die Lehrer auf meiner letzten Schule meinten ich solle mir eine Auszeit nehmen, meine körperlichen und psychischen Leiden lindern bzw. bekämpfen und dann ab September das Schuljahr noch einmal neu starten ;) Im November 09 stellte mein Psychologe die Diagnose "Angst und depressive Störung gemischt" und momentan dreht sich in dieser Hinsicht alles darum die vielen starken Ängste die mich quälten Stück für Stück leichter zu machen ( trotz schlimmer Nachtangst hab ich es neulich mit einer Freundin und meinem Freund sogar geschafft in der Nacht in einem Friedhof rum zu gehen *stolzbin* ) nur gegen die depressive Störung habe ich leider noch nichts gefunden :( aber vielleicht weiß ja da der Psychoonkologe Rat :) Hatte neulich ein sehr langes tiefgründiges Gespräch mit meinem Freund und einer sehr guten Freundin in dem es darum gang ob ich die Schule nochmal versuchen sollte, was ich mir vom Berufsleben erwarte und und und.... zu meiner Verwunderung waren sich die beiden einig das ich mir kleine Ziele setzen soll ( erst Reha und Psyche, dann weiter überlegen wegen Schule).. Aber das mit dem Praktikum war ein sehr guter Vorschlag, mit dem werde ich mich dann nach der Reha näher befassen ;) Das Lied ist echt wahnsinnig schön, man könnte echt sagen es spricht mir aus der Seele *träum* Dankeschön für so viel Rückhalt :) :) @ Moumou: Die ersten Symptome hatte ich mit 17 1/2 , Diagnose war dann mit 18 1/2 ... mittlerweile bin ich 24 ;) Um dir die geschilderten Probleme zu erklären muss ich dir ein bisschen was von meiner Geschichte erzählen, versuche aber mich kurz zu halten, versprochen :p Ich habe im August 2003 die letzte Chemo bekommen ( 8 Zyklen beacop, bis zur 6ten dosiseskaliert ). War dann 3 Wochen bei der Anschlussheilbehandlung, die Ärzte meinten dann das ich noch nicht Arbeitsfähig wäre... Also bin ich wieder nach Hause, wo von meinen Eltern ständig mit Fragen bombadiert wurde... "Wie lange stellst du dir des jetzt vor das du daheim rum sitzen kannst?!"... "Du bist doch wieder gesund also mach gefälligst weiter!"..... das waren jetzt nur 2 von vielen.... Habe es zu Hause so nicht mehr ausgehalten und mir eine Lehrstelle gesucht.... ein Jahr ging alles gut, dann hat irgendwie mein Immunsystem angefangen zu rebellieren ( Die Ärzte erklärten mir nach der Chemo sei das Immunsystem wie ein Computer von dem alle Daten gelöscht wurden ) sie meinten mein Immunsystem muss die ganzen Viren Bakterien usw. usw. erst wieder "kennenlernen" um Abwehrstoffe dagegen produzieren zu können.... Praktisch das Immunsystem eines Säuglings in der Welt einer 19 Jährigen.... Ich hatte im zweiten Lehrjahre sehr viele Infekte und war ständig wegen etwas anderem krank.... Habe das zweite Lehrjahr dann freiwillig Wiederholt weil ich auch in der Schule viel zu viel versäumt hatte... Das Wiederholen des 2ten Lehrjahres klappte, also ging es ab ins 3te... Am Anfang des 3ten Lehrjahres ging es dann plötzlich los mit Depressionen und Antriebslosigkeit.... es folgte ein 3-monatiger Aufenthalt in der Psychiatrie um mich auf Psychopharmaka einzustellen.... Hatte zwar wieder sehr viel in der Schule versäumt, schaffte aber durch viel selbstständiges Nachlernen die IHK Abschlussprüfung zur Bürokauffrau ;) Mittlerweile war ich 22..... Abschluss geschafft, los ging es mit der Arbeitsplatzsuche. 50 Bewerbungen verschickt ( allerdings immer ohne Berufsschulzeugnisse denn mit den Fehlzeiten die durch ständige Krankheiten darin standen hätte ich nie im Leben ein Vorstellungsgespräch bekommen ).... Hatte dann Vorstellungsgespräche bei zwei Firmen, beide Male sehr gut verlaufen und jeweils einen Tag Probearbeiten absolviert nach denen ich immer sehr gelobt wurde und mir eine Arbeitsstelle in Aussicht gestellt wurde... Beide Firmen forderten kurz vor der Einstellung meine Berufsschulzeugnisse.... Bei der einen Firma war ich sehr offen und redete über den Krebs und die dadurch entstandenen Fehlzeiten in der Schule..... daraufhin hieß es nur noch "Es tut uns leid, wir können sie nicht einstellen.. sie könnten einen Rückfall erleiden und uns damit als Arbeitskraft ausfallen.. das können wir uns nicht leisten" Ich dachte mir "ok, daraus lerne ich! Nie wieder offen darüber reden!" Bei der zweiten Firma sprach ich also nur von einer langwierigen Erkrankung die länst vorüber sei.... Leider arbeitete in der Firma eine ehemalige Klassenkammeradin aus der Berufsschule... keine Ahnung was da war... es hieß nur noch "Sie waren nicht ehrlich zu uns, das ist keine Basis für eine Zusammenarbeit" *grrrrrrrrrrrrrr* So, zum Thema eigene Wohnung: (Ich bin im Alltag aber kaum eingeschränkt) Ich also Arbeitslos zu hause und meine Eltern machen wieder Terror.... bin dann total verzweifelt zum Arbeitsamt.... wollte nur noch weg von Zuhause... dort verwieß man mich dann an die Arge.... Ich also zur Arge und wieder mein "Familienleben" geschildert... Dann hieß es "Es tut uns leid, bis sie 25 sind sind ihre Eltern für ihren Lebensunterhalt zuständig"........... Das Jugendamt wäre angeblich bis 21 zuständig, ich also demnach eine "Versorgungslücke im ach so sozialen Netzwerk Deutschlands" *grrrrrrrrrrrrrrrr* Zum Thema Depressionen: Erstens möchte ich dir mein Beileid ausdrücken das auch du in dieser Zeit keine fachgerechte psychologische Betreuung hattest :pftroest: Ich habe auch erst hier im Forum erfahren das die Betreuung eher durch einen Psychoonkologen erfolgen sollte als durch einen Psychologen ;) Die Euphorie die du oft spürst kenne ich nur zu gut, wie vor ein Paar Seiten bereits beschrieben war auch ich damals ein Quell der Energie.... Die Depressionen gingen ja bei mir auch erst ca. 3 Jahre nach der Chemo los (aber denk jetzt bitte nicht dass das bei dir auch so kommen muss, das ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich ;) ) . Damals wurde es in der Psychiatrie behandelt und war dann auch wieder weg ( musste keine Tabletten mehr nehmen ).. Da ich nach meiner Ausbildung keinen Arbeitsplatz bekam bin ich wieder auf die Schule gegangen (wie gesagt, meine Eltern machten Terror wenn ich zu Hause war..... ständige Vorwürfe und böse seelische Verletzungen waren an der Tagesordnung)...... Die BOS ( Berufsoberschule zum Erlangen des Fachabiturs im Bereich Wirtschaft in einem Jahr ) die ich besuchte ist für ihre Härte und psychischen Druck bekannt... Ich wollte es dennoch versuchen.... Im November letzten Jahres bekam ich dann die Quittung dafür das ich mir zu viel "Lernstress" angetan hatte..... Die Depressionen kamen wieder und entwickelten sich unter anderem wegen des Prüfungsdrucks in der Schule zu einer "Anst und depressiven Störung gemischt"... Wie oben beschrieben bin ich gerade dabei mich wieder zu regenerieren ( 5 Jahre nach der Chemo habe ich endlich ein Paar Monate Zeit um mich auszuruhen, da ich sozusagen bei meinem Freund wohne habe ich Gott sei Dank auch nirgends mehr psychischen Druck :) Das mit den Haaren kenn ich, aber hey, die wachsen jetz viiiiel schneller als normal, glaub mir ;) Das schlimmste an den Depressionen ist das sie ohne Vorwarnung und ohne erkennbaren Auslöser auf einmal da sind (bei mir sind es mehr depressive Zusammenbrüche von 1 - 3 Stunden länge in denen ich dann nur noch japse und beginne nach Luft zu schnappen weil der "innere Schmerz" mir die Kehle abdrückt ) und durch die Angststörungen schaffe ich nachts nicht mal den Weg vom Auto zur Haustür ( ca. 10 m ) alleine ohne mich ständig umzudrehen das ja keiner hinter mir ist und dann mit schweißnassen Händen und Herzrasen an der Haustür anzukommen.... manchmal lähmt mich die Angst so sehr das ich mich keinen Zentimeter mehr bewegen kann.... Aber das sind jetzt wirklich nur meine Symptome in denen sich die psychische Störung zeigt ( Kann auch davon kommen das ich das ganze immer noch nicht richtig verarbeitet habe ) Ich bin mir fast sicher das sowas bei dir nie der Fall sein wird wenn du dich in psychologische Behandlung begibst um das erfahrene zu verarbeiten :) :) Als ich deinen Beitrag gelesen habe ist ein kleiner Funken Euphorie zu mir übergesprungen :) Vielen vielen Dank dafür ;) @ Eponina Ich weiß nicht ob der Alptraum wirklich jeden einholt... wo ich dir aber ganz sicher zustimmen möchte ist die Tatsache das er sich durch frühzeitige proffessionelle Hilfe verhindern lässt ;) Lg, Evi |
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Hallo liebe Mitstreiter/innen:lach2:
Ich hab mich gerade neu hier eingelesen und finde es super, dass ich nicht ganz alleine auf der großen weiten Welt bin, mit diesen Gedanken und Problemen.... Nach der Krankheit geht es mir seelisch sehr schlecht... hätte nie gedacht, dass MIR das mal so gehen würde :( Meine Reha-anläufe haben nicht geklappt, deswegen muss ich mir jetzt irgendwie ambulant helfen lassen, sofern das bei mir noch möglich ist...:( Ich bin für alle Tipps dankbar, die mir vielleicht helfen könnten, mein Leben wieder wertschätzen zu können... Liebe Grüße Kanka:winke: |
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Hey Kanka ;)
Genau dasselbe dachte ich mir auch als ich das erste mal auf diese Seite gestoßen bin ;) Und mir hat das Verständnis und die tröstenden Worte hier sehr viel geholfen :) Was die Reha angeht hab ich dir in meiner Nachricht noch ein Paar Tipps geschrieben ;) Liebe Grüße, Evi |
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Vorgestern war ich wieder beim Prof. Blutwerte unbedenklich wenn auch die T-Helferzellen, Leukos und Immunglobuline etwas schwächlich sind. Nächsten Mittwoch bekomme ich Aredia gegen Osteoporose. Ansonsten scheint alles im grünen Bereich zu sein.
War gestern beim Literaturzirkel und habe dort beschrieben, wie ich mir Depressionen vorstelle und da meinten die Leute dort, ich solle es unbedingt auf poetische Art zu Papier bringen...will es versuchen und es euch dann auch vorstellen...Nur soviel vorweg...es ist inspiriert von einem Spruch, der sinngemäß so geht, dass bevor man durch die letzte Tür (Tod) geht schauen sollte, ob es nicht noch Türen davor gibt durch die man gehen kann... In diesem Sinne...weiterkämpfen und den Krebsmonster-Kumpanen Depri und Kraftlosigkeit keine Chance geben :) |
AW: Das Leben danach
Juchuu, mein Port funzt noch...sogar mit Blutabnehmen...:D
Ansonsten genieße ich gerade auf dem Balkon mein Leben... LASST EUCH NICHT KLEIN KRIEGEN!!:winke: |
AW: Das Leben danach
Hihi des mit dem Port kenn ich ;)
Bei mir isser aber Gott sei Dank mittlerweile draußen :) Jaaa ich genieße auch jeden Tag die Sonne wenn ich von der Reha heim komme :) |
AW: Das Leben danach
Am Montag war ich zum CT und man hat immerhin eine blaue Braunüle eingefädelt bekommen, die dann von den CT-Leuten auch akzeptiert wurde (die wollen immer lieber einen Nummer größer)
Nächsten Dienstag erfahre ich dann, ob ich weiterhin sauber bin. Ansonsten liegt mir der Winter mächtig in den Knochen, weil ich mal wieder von einem Infekt in den nächsten gerutscht bin und meine Serotonin-Dosis mußte erhöht werden, weil ich so antriebslos war. Und jetzt, wo der Winter endlich vorbei ist kommt die Frühjahrsmüdigkeit mit der blöden Sommerzeitumstellung zusammen und ich muß schon wieder Hobbys abblasen, weil ich so erschöpft bin:eek::cry: Vielleicht sind ja die Immunglobuline wieder schlapp, die Leukos waren ja beim letzten Bluttest sogar vollzählig! :) Drückt mir die Daumen, dass es mir bald besser geht und ich endlich wieder zu Kräften komme. |
AW: Das Leben danach
Laut CT alles sauber
Leukos sind wieder etwas schwächer als im Februar und die G und A-Immunglobuline auch. Bin auch schon wieder erkältet :( Aber mein Doc meint, dass viele auch gesunde Leute diesen Winter Dauerrotz hatten und dass ich mir keine Sorgen machen soll.:undecided Ist halt bloß lästig, wenn ich dauernd auf Arbeit fehle und Freizeittermine in Gefahr geraten, weil ich ständig flach liege...hoffentlich wird es jetzt bald Frühling, damit ich endlich wieder Wärme tanken kann... Naja, aber das Wichtigste wie gesagt: kein Monster in Sicht :prost: |
AW: Das Leben danach
Ich habe mir mit Interesse durchgelesen welche psychischen Probleme nach so einer Behandlung auf einen zukommen können. Meine Frau hat eine SZT hinter sich gebracht (im März) und relativ bald nachher mit einer depressiven Verstimmung zu kämpfen. Bin gespannt wie es ihr die nächsten Jahre gehen wird. Aber ich werde schon dafür sorgen, dass sie psychisch gut betreut wird.
Deine Eltern kann ich nicht verstehen. Ich finde es immer wieder erschreckend wie wenig einfühlsam die Menschen sein können. Ich habe diese Erfahrungen auch gemacht, allerdings war nicht ich selber das Opfer, sondern ich habs nur mitbekommen. (Wenns nach mir geht, dann braucht meine Frau die nächsten 10 Jahre nicht mehr arbeiten...) Gerade mit Depressionen ist nicht zu spaßen. Psychologische Betreuung ist unbedingt notwendig, Medikamente alleine bewirken meist nichts. Ich denke Du solltest Dich im Alltag nicht unter Druck setzen und Dir nur kleine Ziele stecken. Such Dir Sachen, die Dir Freude machen. Ignoriere es, wenn Dir jemand Druck machen will wie Deine Eltern. Sag ihnen dass Du ihre Unterstützung brauchst, nicht ihren Druck. Wenn Du Sport machst, dann übertreib es nicht, fang ganz langsam an. Sonst bist Du sehr schnell total kaputt und dadurch unmotiviert und gibts es wieder auf. Gerade bei Depressionen ist Laufen ein toller Sport. So jetzt hab ich das was mir zu dem Thema auf dem Herzen lag etwas unstruktutiert hingeschrieben, aber vielleicht nutzen Dir die Ratschläge was. |
AW: Das Leben danach
Hallo Mitch, alles gute für dein Frau, schön daß du sie so unterstützt, ich drück euch die Daumen, dass alles wieder gut wird.
Bei mir geht es allmählich aufwärts, jetzt sind auch meine T-Helferlein wieder vollzählig, am Mittwoch war ich endlich wieder im Fitnesscenter und konnte bei fast allen Geräten da weiter machen wo ich letzten November(!!) aufgehört habe. Nur bei der Beinpresse sah es übel aus, da mußte ich von den ohnehin schon kläglichen 11 Kilo auf 8 Kilo runtergehen :eek: Wohl der Grund, warum ich seit einiger Zeit nicht länger als 15 Minuten stehen kann. Aber ich kann neuerdings sogar auf kurzen Strecken JOGGEN, hätte ich nie gedacht, aber Mittwoch habe ich statt abwechselnd langsam und schnell auf dem Laufband zu GEHEN gewechselt zwischen schnellem Gehen und langsamen Laufen. Hab etwa 1 Minute durchgehalten, immer wenn der Puls über 140 ging habe ich runtergeschaltet und wenn er unter 110 sank hab ich wieder schneller gestellt. Das will ich jetzt weiter ausbauen. Lilaloona? Bist du noch da? Wie geht es dir inzwischen? Wie verlief die Kur? |
AW: Das Leben danach
Hallo Leute,
Ich halte mich mit schnellem Gehen sehr gut fit. Das bringt mir am meisten. Du kannst die Geschwindigkeit beliebig regulieren und bist ohne Bergstrecken nahezu nie aus der Puste. Nimm Dir zunächst eine beliebige Strecke vor. Vielleicht so ca. 1000 bis 2000 Meter. Die gehst Du einfach mal beliebig schnell ab und stoppst die Zeit. Das nächste Mal versuchst Du die Zeit zu unterbieten. Es macht nichts, wenn Du auch nur 5 Sekunden schneller bist. Wichtig ist, dass du die Geschwindigkeit etwas gesteigert hast. Wenn Du das regelmässig machst wirst Du irgendwann an deine natürlichen Grenzen stoßen. Ziel sollte es aber sein das erste Ergebnis deutlich zu unterbieten.(ca 1-2 Min) Für 1000 Meter ist der Wert normalerweise bei ca.10 Minuten. Beim ersten Training musst du diesen Wert nicht unbedingt erreichen. Versucht es mal, es tut gut macht Spaß und wirkt. Ich habe damit morgens auf dem Weg zur Haltestelle angefangen das sind etwa 10 Minuten. Ciao 7 |
AW: Das Leben danach
Ich bin inzwischen vom Fitness-Center auf die Gymnastikgruppe eines netten Sportverein umgewechselt, weil mir die kalte Atmosphäre in Muckibuden einfach nicht zusagt und bei den Gymnastikkursen auch meist eher Hektik ist. Ich bin in der Gruppe zwar das Küken, aber das stört mich überhaupt nicht, weil ich dann endlich bei den Übungen hinterher komme. Obendrein läuft dabei Musik, die mir besser gefällt als die übliche Aerobe Dampfhammermugge, nämlich Rockmusik, gestern z.B. zum Aufwärmlaufen das ziemlich temperamentvolle "Walking on Sunshine" von Katrina and the Waves und wenn ich an Dick Dales "Misirlou" denke, da kann man auch ganz schön aus der Puste kommen, wenn man versucht im Takt zu laufen :lach2:
Das Knixen bei längerem Stillstehen hat sich bislang leider nicht gegeben :sad: und ersatzweise in Warteschlangen von einem Bein aufs andere zu wiegen macht den Hintermann nervös wie neulich auf der Post eine Omma, die dann räsonierend sich schräg vor mir hinstellte um nicht seekrank zu werden von meinem Geschaukel...:eek: Worauf ich mich frustriert auf meinem Stockschirm abstützen mußte um nicht wie ein überdrehter Steinkauz zu knixen...:embarasse Ich war ja vor ein paar Monaten zu einer Ärztin, die auf Muskelerkrankungen spezialisiert ist, aber die konnte nichts krankhaftes entdecken; alle Sehnen, Muskeln und Nerven sind intakt. :confused: Naja. Vielleicht wird es ja doch noch besser, wenn ich erst lange genug bei meinen netten Sportsenioren dabei war... |
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