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-   -   junge Frauen und der Tod der Mutter (https://www.krebs-kompass.de/showthread.php?t=3688)

molüfunidami 30.08.2012 21:48

AW: junge Frauen und der Tod der Mutter
 
liebe aqui!

es ist so schön, dass du es beim namen nennst!
mein mann ist selbständiger akustiker- und optikermeister, ich arbeite in der firma mit.
wir haben dementsprechend viel mit "älteren" menschen zu tun. und es gibt so manchen 90jährigen, der (die) über ihr gehör nörgeln, weil es ja trotz hörgerät nicht ein "neues" bzw. das alte ohr ist.
ich war manchmal sooo wütend auf diese menschen, habe gedacht, ihr mit 90 jahren meckert über euer hören, aber meine ma musste mit 63 sterben!!!

ja, manchmal hadern wir mit dem schicksal, können es nicht verstehen, weil es einfach viel zu weh tut.

aqui, danke für deine offenen worte, auch wenn ich jetzt über diesen punkt hinaus bin, lag er mir so manches mal quer, und jetzt habe ich ihn auch mal rausgelassen...

im übrigen mag ich total gerne diese alten menschen, meistens sind sie unglaublich liebenswert und haben solch eine lebensweisheit, der ich immer wieder gerne zuhöre und auch dazulerne.

liebe grüsse, dani

lunamoon79 09.09.2012 00:20

AW: junge Frauen und der Tod der Mutter
 
Hallo Estella81,
ich habe deinen Beitrag erst jetzt gelesen, wie geht es dir? Ich war bis jetzt stille Mitleserin dieses Forums.
Meine Mutter starb letztes Jahr an BSDK, ich war in der 37 Schwangerschaftswoche. Ich saß 8 Wochen am Sterbebett meiner Mutter, es war eine furchtbare Zeit. Die Menschen in meinem Umfeld, Ärzte, Hospizmitarbeiter ... sie waren alle überfordert mit unserer Situation. Aber ich war stark ... für mein Kind, für meine Mutter, sie hätte sich nie verziehn wenn ihrem Enkel etwas zugestoßen wäre. Sie sagte mal zu mir "was tuhe ich dir an" ddieser Satz verfolgt mich bis heute in meinen Träumen ... Melde dich mal.

Lunamoon79

QUOTE=Estella81;1130176]Hallo Zusammen,

ich möchte mich hier auch mal mit melden, wenngleich es mir so wahnsinnig schwer fällt ! Mir steht euer Schicksal noch bevor...meine Mama hat Krebs mit multiplen Metastasen in Leber, Bauch und Lunge. Sie bekommt extrem starke Schmerzmittel und isst fas nichts. Bekommt aber Infusionen. Keiner weiß, ob Sie noch mal eine Chemo verkraftet...
Aber fakt ist, meine Mama ist mein Leben, ich weiß nicht wie ich ohne Sie weitermachen soll. Zudem bin ich schwanger und kann mich gar nicht richtig auf das Baby freuen, denn ich wöllte so gern daß Sie auch noch was davon hat. Sie ist erst 55 und wie das bei einer richtigen Mama ist, ist und war Sie bisher immer die einzige Person die mich wirklich richtig verstanden hat !!!
Ich habe das Gefühl mein Leben geht zu Ende...obwohl ich ein neues in mir trage. Meine Mama ist meine beste Freundin und ich kann auch nicht mehr anders als weinen, weinen, weinen...manchmal habe ich das Gefühl ich bin in einer anderen Welt...ständig Angst, ich kann keine Nacht mehr wirklich schlafen, fantasiere und rufe nach meiner Mama...auch mein Freund kann mir nicht helfen...niemand...wenn ich nicht schwanger wäre, wüsste ich nicht ob ich weiter machen kann, aber so bin ich ja gezwungen...man ist so hilflos...und hat ständig das Gefühl zusammenzubrechen. Warum gibt es nichts, was einem hier helfen kann ?

LG an alle da draußen von Sabrina.[/QUOTE]

jushi 10.09.2012 18:41

all das, was mir so leid tut... kennt ihr das? wie geht ihr damit um?
 
bald jährt sich der todestag meiner mama. der verlust liegt schon länger zurück, begann vor 18 jahren und dann ging sie in kleinen schritten. meine trauer hat viele gesichter, sehr viele, und eines davon sind die vorwürfe, die ich mir mache.

wenn ich die uhr zurückdrehen könnte, würde ich viel mehr für sie tun. sie öfter anrufen, öfter besuchen, öfter schreiben. mit ihr spiele spielen, fotos gucken, lieder hören, ihr helfen das buch zu schreiben das sie immer schreiben wollte.

warum habe ich es nicht getan? das ist die frage, die schwer zu beantworten ist. und doch hoffe ich so sehr, mit der zeit eine antwort zu finden, die mich ruhiger werden lässt. die mich mehr und mehr annehmen lässt, dass es war wie es war.

ich hatte wenig kraft, ich war überfordert, schon mit meinem eigenen leben. ich habe lange gebraucht, um die krankheit meiner mutter zu akzeptieren. trotz aller guten vorsätze schwand meine energie in ihrer gegenwart. und auf manche ideen bin ich einfach nicht gekommen, keine ahnung warum! glaubte, ich müsste ihr helfen, ihr gedächtnis zu trainieren, anstatt ihre demenz zu akzeptieren und geeignete spiele zu finden und gemeinsam in erinnerungen zu schwelgen. viel szu pät kam ich drauf, nämlich ein paar wochen bevor sie ins koma fiel. viel zu spät kam meine einsicht und das tut mir so weh!

dass sie für immer weg ist, tut weh. aber auch, dass ich es nicht geschafft habe, die zeit die wir noch hatten (von der ich nicht ahnte, wie kurz sie sein wird), schöner zu gestalten. für sie und für mich. das tut so unendlich weh und ich weiß einfach nicht, wie ich damit umgehen soll.

kennt ihr das? wenn ja, wie geht ihr damit um?

Estella81 29.09.2012 21:37

AW: junge Frauen und der Tod der Mutter
 
@ lunamoon79

Hallo lunamoon, was Du geschrieben hast ist nahezu identisch mit meiner Situation. Meine Mama ist am 31.08. eingeschlafen. Eine halbe Stunde nachdem ich und Ihr Mann aus dem KH weg waren. Aber man hat es Ihr schon angesehen, es war furchtbar. Und auch ich hochschwanger saß wochenlang einfach an Ihrem Bett, habe mich über jeden noch gesprochenen Satz gefreut und war mir nie sicher, wie entgültig Sie selber Ihre Situation einschätzte...mir schien als schwankte Sie immer mal wieder zwischen Hoffnung und Aufgeben. Aber Sie hat so gekämpft, wollte unbedingt Ihr Enkelkind noch sehen, und jetzt da Sie das nicht geschafft hat bin ich so wütend, neben der Trauer. Es ist so unfassbar, das Schlimmste was ich in meinem Leben bisher erfahren musste. Ich habe meine beste Freundin, die einzige die mich immer so genommen hat wie ich bin und mich immer verstanden hat, verloren. Wir waren wie siamesische Zwillinge und wenn ich einem Außenstehenden beschreiben müsste wie ich mich jetzt fühle, dann kann ich nur sagen, es ist als ob ich von heute auf morgen querschnittsgelähmt bin. So schlimm das jetzt auch klingt, aber die Freude auf mein Baby ist momentan komplett dahin, ich habe eher Angst, es nicht zu schaffen wenn es da ist. Aber ich habe es Ihr versprochen und sage immer ich werde es versuchen, mehr kann ich nicht. Ob es mir gelingt, weiß ich nicht. Mein Leben ist von heute auf morgen nach 31 Jahren irgendwie dahin. Und ich habe die ganze Zeit das Gefühl gehabt, als würde ich mich auf meinen eigenen Tod vorbereiten. Das Allerschlimmste ist für mich auch, daß ich nicht weiß, wie Sie die letzten Minuten erlebt hat, wo Sie jetzt ist, was danach kommt usw. Ich mag auf jeden Fall nicht denken, daß gar Nichts kommt, denn dann könnte ich mir gleich ein Grab neben Ihr schaufeln...Derzeit funktioniere ich nur noch, gestern war die Urnenbeisetzung, weil Mama nie einen großen Sarg wollte. Ich wollte daß Alles in Ihrem Sinne verläuft, aber die Vorstellung daß der kleine Körper meiner Mama, den ich bis zum Schluß gestreichelt, dessen Hände ich gehalten und geküsst habe, auf einmal verbrannt da drin ist, die macht mich einfach nur "Alle" ! Viele sagen, das war doch nur noch die Hülle, die Seele hat den Körper verlassen. Aber fakt ist, dieser Hülle war ein Teil meiner geliebten Mama, den ich in und auswendig kannte, jeden Leberfleck, jedes Detail. Ach man, ich weiß einfach nicht weiter....manchmal denke ich: "Oh Du bist ja gerade mal abgelenkt, wie kann das sein "? Dann wieder schießen die Tränen nur so...bin auch in psychologischer Behandlung, aber um ehrlich zu sein. Eine große Hilfe is das nicht...
Und daß ich Ihr Ihr erstes leibliches Enkelkind nicht in die Arme legen kann, das reist mir den Boden unter den Füßen weg !
Entschuldige den langen Text, aber wie das so ist, wenn "man" einmal in Fahrt ist....

LG Sabrina.

HelmutL 30.09.2012 06:22

AW: junge Frauen und der Tod der Mutter
 
Hallo Sabrina,

so ganz jung bin ich nicht mehr. Demnächst werde ich zum dritten mal Opa. Auch wenn nur noch 3 Großeltern da sind für die Kleine, so freuen wir uns doch alle riesig auf die neue Erdenbürgerin. Meine Jüngste inbegriffen. Klar, wir haben darüber gesprochen. Sie ist schon traurig, dass ihre Mama nicht mehr da ist. Doch das ist nur ein Teil der Geschichte. Der andere, viel größere, ist die Freude auf das Kind. Heute habe ich die neuesten Utraschall-Bilder gesehen. Das Kind hat ein Gesicht so detailliert, dass man fast Ähnlichkeiten erkennen kann. Es ist verblüffend.

Wir leben nicht weiter für die Trauer. Wir trauern um unsere Verstorbenen, ja, doch für unsere Kinder, Enkel und alle, die noch um um uns sind: für die leben wir.

Freu dich auf und mit deinem ungeborenen Kind. Sprich mit ihm und sag ihm: "Hallo, du kleiner Wurm" und begrüße es liebevoll in seinem Leben. Nicht weil es dich braucht, sondern weil du es liebst. Mach die Augen zu und fühle dein Kind in deinem Körper. Was Morgen ist, ist jetzt nicht ganz sooo wichtig. Dein noch ungeborenes Kind gibt dir bestimmt irgendwann einmal die Chance, weiter zu leben. So wie deine Mutter in dir weiter lebt.


Alles Liebe,

Helmut

Estella81 30.09.2012 14:36

AW: junge Frauen und der Tod der Mutter
 
Hallo May und Helmut,

lieben Dank für Eure Antworten. Ja, ich weiß ich sollte mich mehr auf mein Baby freuen, tief in mir sitzt da sicher auch ein Hauch von Freude. Aber ich kann Sie nicht zulassen, vielleicht auch einfach noch nicht. Und wenn Du merkst der Alltag tritt langsam wieder ein, wirds besonders schlimm.
Überall Leute, die laut sind, lachen und über unwichtige Dinge sprechen. Und auch alte Menschen, auf die ich derzeit besonderen Groll hege ! Warum konnte meine Mama nicht so alt werden ? Oder wenigstens etwas älter...ich weiß, darauf gibt es keine Antwort. Aber es geht den ganzen Tag durch meinen Kopf: Das kann doch Alles nicht sein, Sie kann doch nicht weg sein für immer ! Das zermartert mir das Hirn...so ein Gefühl der Fassungslosigkeit und des Gelähmtseins hatte ich noch nie. Irgendwie ist ein Teil von mir mit gestorben. Ich liege nachts ständig wach und grübele und grübele...die Gedanken kommen einfach, ich kann Sie meist gar nicht kontrollieren...ich höre immer noch Ihre Stimme. Weiß in jeder Situation was Sie gerade sagen würde, nicht nur zu mir, auch zu allen Anderen. Ich weiß nicht ob das irgendwann besser wird, vorstellen kann ich mir das nicht. Bin so dermaßen wuterfüllt daß ich echt eigenartige Gedanken im Kopf habe. So wie z.B. wenn meine Mama das Baby nicht in den Arm nehmen kann, dann wirds auch kein anderer bekommen. Sicher kann ich das nicht so umsetzen, aber so siehts eben aus in meinem derzeit völlig zerrütteten Schädel....hmmm...

Aber ich werd mein Baby mit Zweitnamen nach meiner Mama benennen. Das ist mir ganz wichtig, es soll eine Ehrung für beide sein. Für meine Mama, weil Sie so toll war (bzw. ist - für mich wird Sie immer da sein) und für mein Kind, weil es verdient hat auch so toll zu werden.

Viele Grüße an alle Gleichgesinnten...

AliceV 28.03.2013 18:38

AW: junge Frauen und der Tod der Mutter
 
hallo zusammen...
ich habe mich heute angemeldet und bevor ich hier drauf los schreibe dachte ich frag ich erst einmal ob hier jemand aktiv ist da der letzte Beitrag schon etwas länger her ist...
LG Alice

Käferbohne 28.03.2013 18:56

AW: junge Frauen und der Tod der Mutter
 
Ich kann Estella81 so gut verstehen. Meine Mama ist gestorben als mein Baby 3 Monate alt war.

lg

rivellablue 28.06.2013 15:28

AW: junge Frauen und der Tod der Mutter
 
Hallo zusammen

ist hier noch jemand "aktiv"?

Ich befinde mich in derselben Situation wie ihr (fast) alle.
Die Ärzte geben meiner Mutter nur noch Wochen.
Der Tumor ist zu stark und zu aggressiv.
Es zerreisst mich schier, und mir ist den ganzen Tag total schlecht,
ich werde unzuverlässig und manchmal auch böse.

Ich bin zwar ein Mensch, der von Grund auf positiv eingestellt sein versucht, aber mit dieser Hiobs-Botschaft werde ich noch nicht ganz fertig.
Mir zerreisst es das Herz jetzt schon, weil ich meine Mama mit Medikamenten vollgepumpt sehen muss, aber alles was noch folgen wird wird hart.

Ich möchte mich nicht an eurem Leid vergreifen, oder euch zu nahe treten,
und ich weiss auch, dass jede Situation anders ist.
Jedoch gibt es vielleicht jemanden von euch, der mir ein paar Tipps auf den schweren Weg mitgeben möchte?

Mein Papa (54), mein Bruder (19), meine Schwester (23, Medizinstudentin) und ich, wir befinden uns alle in dieser Situation, wir geben uns auch wo immer möglich Halt und sprechen viel, aber wir müssen einsehen dass unsere geliebte Mama (bald 51) bald nicht mehr bei uns sein wird... :cry:

Die Ärzte sagen uns immer wieder, wir sollen unsere Mama auf den nahenden Tod ansprechen; aber sobald wir das zu tun versuchen schaltet sie um und spricht von etwas anderem (es ist auch für sie nicht einfach...)

Danke euch vielmals.
Ich bin um jeden noch so kleinen Tipp dankbar.

fraunachbarin 29.06.2013 09:26

AW: junge Frauen und der Tod der Mutter
 
hallo rivellablue...
es tut mir leid, daß du und deine familie so was schlimmes erleben müßt.
was kann ich euch raten?
verbringt und genießt die zeit, die deine mami noch hat, so gut wie ihr könnt.
es ist gut, wenn ihr euch untereinander stützt und viel miteinander redet. das haben menie geschwister und ich auch getan. wir sind in dieser zeit nochmal mehr zusammen gewachsen.
meine mami wollte auch nicht groß über ihre krankheit und den tod sprechen. das war schwer, aber wir mußten es akzeptieren. unsere lieben bestimmen ihre letzte zeit und nicht wir.
ich wünsche dir und deiner familie ganz viel kraft für diese schwere zeit.
vielleicht schaust du mal in dem krebsbereich nach, wo auch andere den gleichen krebs wie deine mami haben. da sind viele, die auch in dieser situation sind wie du.
liebe grüße von tine

rivellablue 02.07.2013 08:46

AW: junge Frauen und der Tod der Mutter
 
hallo fraunachbarin

danke für deine Tipps.
Natürlich versuchen wir, alles was noch bleibt zu geniessen,
und alles zu tun, was sie sich wünscht.

Die Ärzte versuchen auch die Medikamente so zu dosieren, dass
sie möglichst wenig Schmerzen hat, aber trotzdem nicht nur schläft.

We'll see what happens...

jasmina_32 11.08.2013 12:45

AW: junge Frauen und der Tod der Mutter
 
Hallo an alle!

Bin neu hier - also zufällig darauf gestoßen. Meine Mama ist gerade vor ein paar Wochen gestorben - genauer gesagt am 27.05.13. Ich bin gerade mal 32 also auch nicht viel älter und es fühlt sich genau so an als ob es jeden Tag geschieht. Kein Tag vergeht an dem man nicht weint. Ich habe einfach keine Kraft mehr. Ihre Sachen sind noch in der Wohnung und es gibt mir jedes mal aufs Neue einen Stich ins Herz. Mir bleibt die Luft zum Atmen weg. Meine Brust schnürt sich zu und ich habe das Gefühl ich müsst jeden Moment genau so sterben. Ich habe einen kleinen Sohn (8) und das Gefühl, dass ich mich gar nicht mehr so richtig um ihn kümmern kann. Man versucht stark zu sein für das eigene Kind, aber man schafft es einfach nicht. Noch dazu hat er meinen Zusammenbruch miterlebt als ich verständigt wurde. Ich habe meine Mama beerdigt und war dabei aber ich versteh es immer noch nicht. Es fühlt sich wie ein böser Traum an. Sie ist einen Tag vor meinen Geburtstag ins Spital gekommen und 10 Tage danach ist Sie gestorben. Man fragt sich ständig wieso? Wieso gerade wir/sie. Wieso nicht wer anderer. Aber dafür gibt es keine logische Erklärung. Sie hätte heute 11.08 ihren 60 Geburtstag gefeiert. Wieso durfte Sie das einfach nicht erleben. Wieso. Jeder sagt mir ich soll einfach weiter machen und normal weiter leben, aber nach so etwas gibt es kein normales Leben mehr. Es verändert sich einfach alles - und niemand versteht wies einem geht, wenn man so jung seine Mama verliert. Mein Verstand sagt mir sie muss jetzt nicht mehr leiden - es ist vorbei und sie hat nach so einer schweren Krankheit (Lungenkrebs) Ruhe verdient, sie hat so lange gekämpft und mir immer wieder versichert, dass es ihr gut geht und sie keine Schmerzen hat/hatte - aber mein Herz sagt mir was anderes. Mein Herz ist in 1000 Teile gebrochen und ich hätte Sie noch länger haben wollen. Wieso, wieso wieso. ?????
...und wie soll man das einem 8jährigen erklären, dass die Mama jeden Tag weint und die Omi jetzt im Himmel ist - an einem besseren Ort - wenn man es selbst nicht mal versteht. Ich habe das Gefühl ich versage total als Mama und er hätte eine bessere Mama verdient. Wenn nicht mal ich ihm das erklären kann, dann wer den sonst.
Ich habe auch einen ganz lieben Mann, einen wunderbaren und vor allem gescheiten Sohn, liebe Schwiegereltern.
Aber der Schmerz sitzt einfach zu tief um jemanden in seine Nähe lassen zu können.

Vielleicht hat da jemand schon mehr Erfahrung als ich und kann mir weiter helfen, wie man damit abschließen kann. Mir fällt im Moment einfach keine plausible Lösung ein.

LG jasmina

Mina2486 11.08.2013 12:54

AW: junge Frauen und der Tod der Mutter
 
Liebe Jasmina,

meine Mama ist auch an Lungenkrebs gestorben 8 Tage nach ihrem 58 Geburtstag am 23.3.13.
Ich selber bin 27 Jahre und meine Mama fehlt mir jeden Tag.
Der Schmerz wird nie weniger werden man lernt damit irgendwie zu leben und damit umzugehen.
Es vergeht kein Tag an dem ich nicht an meine Mama denke und in letzter Zeit weine ich fast täglich.
Sie war einfach alles für mich, sie war mein Leben. Das Leben was ich jetzt ohne sie leben muss.
Ganz viel Kraft für dich und deine Familie

Liebe Grüße
Mandy

HelmutL 12.08.2013 01:36

AW: junge Frauen und der Tod der Mutter
 
Zitat:

Zitat von jasmina_32 (Beitrag 1206283)
...Man fragt sich ständig wieso? Wieso gerade wir/sie. Wieso nicht wer anderer. Aber dafür gibt es keine logische Erklärung...

Hallo Jasmina,

eine ganz normale Frage und eine ganz normale Reaktion aus Trauer, Angst und Wut. Jeder stellt sich diese Frage. Allerdings schreibst du: 'Wieso nicht wer anderer.' Ich denke, das willst du nicht wirklich. Niemand will das wirklich. Es wäre die falsche Lösung. Es gibt Dinge im Leben, die bedürfen keiner logischen Lösung bzw. für uns Menschen gibt es keine logische Erklärung für das, was uns passiert. So weh das auch tut, verständlicherweise.

Was meinst du mit: ...damit abschließen...? Mit der Trauer um einen geliebten Menschen? Mit dem Verlust, den du selber erlitten hast? Wieder Nähe zulassen zu können? Deinem Sohn eine 'gute' Mutter sein zu können, die alles erklären kann?

Du steckst in der vielleicht tiefsten Krise deines Lebens. Um da wieder raus zu finden gibt es keine Patentlösung. Den Weg zu deiner Lösung musst du selber finden. Andere können dir dabei lediglich zur Seite stehen und du ihnen, doch gehen musst du ihn selber. Beispiele dazu kannst du hier viele finden.

Du bist vor Entsetzen gelähmt, der Tod deiner Mutter hat dich paralysiert. Ich verstehe das, ging mir auch so, als meine Frau starb. Schau dich in dir selber um, nur dort findest du deine Antworten und auch deine Möglichkeiten, aus diesem Loch wieder nach oben zu krabbeln. Dabei auch erkennen, welche Fragen lösbar sind und welche nicht. Die unlösbaren kannst du getrost zur Seite schieben. Deine Leiter nach oben können Freunde sein, sind dein Mann, dein Sohn. Nicht, weil sie dich 'brauchen', sondern weil du sie und sie dich lieben. Auch hier kannst du Hilfe finden.

Ich kann dir nur eins sagen: mit der Trauer abschließen, endgültig, das geht nicht. Soll es auch nicht. Denn sie wird sich verändern. Ganz langsam, Schritt für Schritt, bis sie irgendwann zu einem vertrauten Begleiter wird, der die Erinnerung wach hält. Manchmal schmerzlich, oft auch schön, doch immer liebevoll. Wann das ist, kannst nur du selber herausfinden.


Alles Liebe für dich und deine Familie,

Helmut

Sonnenblume 87 12.08.2013 16:14

AW: junge Frauen und der Tod der Mutter
 
Liebe Jasmina,

mein Beileid.

Auch ich habe meine Mama verloren. Sie hatte wie deine Mama Lungenkrebs. Ich verstehe deine Trauer meine Mama ist am 31 Mai im alter von nur 49 Jahren ganz plötzlich verstorben. Ihr ging es den Umständen entsprechend recht gut. Meine Schwester 19 und ich 26 sind beide so tief traurig. Wir dachten das es mit der Zeit besser wird aber derzeit haben wir genau das Umgekehrte Gefühl.
Wie Du sagtest die Mama fehlt überall. Wir vermissen sie so sehr.
Ich denke es wird noch lange dauern bis wir damit zu Leben lernen.

Ich wünsche Dir und deiner Familie für diese Zeit viel Kraft und Ausdauer.

Traurige Grüße
Sonnenblume

makoto 12.08.2013 20:05

AW: junge Frauen und der Tod der Mutter
 
Hallo Mädels


Habe mich soeben gerade wegen dieses threads angemeldet.

Mir geht es ähnlich wie euch.
Meine Mam ist vor über einem Jahr an Darmkrebs (mit Metastasen in Lunge & Leber) gestorben, mit nur 52.
Ich selbst bin vor kurzem 26 geworden.

Ich vermisse sie wahnsinnig. Sie war der Mittelpunkt unserer Familie, hat uns zusammengehalten und war unser Sonnenschein und Ratgeber.

Sie war uns sehr nahe und wir hatten eine wunderbare Zeit mit ihr.

Ich kann mir ein Leben ohne sie nicht vorstellen..

Es tut noch heute weh, sie fehlt mir sehr..

Lg makoto

Sindy001 13.08.2013 09:32

AW: junge Frauen und der Tod der Mutter
 
Hallo Lihr Lieben!

Auch ich habe meine Mama heuer am 21.02.2013 an Lungenkrebs verloren! Sie war erst 51 Jahre, mein Bruder 32 und ich 27. Es ist für mich noch immer unbegreiflich dass sie einfach nie mehr zurück kommen wird! :(

Wir haben über 1 Jahr gekämpft, alles gemacht was die Ärzte für richtig hielten, und am Ende verliert man dann doch den ungleichen Kampf gegen diese grausame Krankheit! Es ist einfach so schwer zu begreifen dass ein Mensch den man liebt, auf solche Art und Weise von uns gehen muss!

Bald ist sie ein halbes Jahr nicht mehr bei uns. Es hört sich so lang an, aber es kommt mir vor als hätte ich sie gestern das letzte mal am Telefon gehört......
Das Leben um einem herum geht einfach so weiter. So als wäre nichts passiert! Und selber will man einfach die Welt anhalten, eine Runde aussetzen im "Hamsterrad" des Lebens! Sich einfach hinsetzten und am liebsten sitzenbleiben! Doch das geht nicht!
Auf der anderen Seite ist es, denke ich auch gut, wenn man wieder seinen Alltag lebt! Wieder das gewohnte Leben aufnimmt! Aber es ist doch nicht mehr das selbe! Wird es auch nie mehr werden! Den eine ganz wichtige Person fehlt! Jeden Tag, jede Nacht, jede neue Erfahrung die man macht, einfach immer!

Die ersten Wochen und Monate habe ich ganz gut hinbekommen denke ich! Aber jetzt gerade wird es wieder schlimmer! Die Traurigkeit überfällt mich wieder öfters als sonst. Weiß auch nicht woran das liegt. Es stehen momentan keine "heißen Daten" wie Geburtstage, oder anderes an.

Man geht immer wieder die schlimmen Wochen durch. Man durchlebt immer und immer wieder das unendliche Leid das man ertragen, bzw. mitansehen musste. Und so richtig verstehen tut einen eigentlich niemand, außer Menschen die das selbe erlebt haben! Wie eben hier im Forum!

Klar, die Freunde und Verwandten verstehen das ganze natürlich schon! Aber für die meisten geht nach der Beerdigung das normale Leben weiter. Nur eben für einen selbst nicht. Die meisten reden dann auch ganz bewusst nicht mehr über die verstorbene Person. Vielleicht weil sie nicht wissen damit umzugehen, oder wollen keine Wunden aufreißen... keine Ahnung!
Aber ich für meinen Teil würde gerne über meine Mama reden. Nur ist das Thema Tod leider noch immer so ein Thema über dass die Menschen nicht gerne sprechen!

Wie geht es euch damit? Wollt ihr über eure Mütter reden?

Mit traurigen Grüßen,
Sindy!

Sonnenblume 87 13.08.2013 14:07

AW: junge Frauen und der Tod der Mutter
 
Hallo Sindy,

mit geht es wie Dir. Ich würde gerne öfters über meine Mama reden. Aber immer wenn ich das tue, bemerke ich wie es die anderen bedrückt. Die Stimmung verändert sich schlagartig und die Menschen werden traurig.

Mir treibt es natürlich auch Tränen in die Augen aber nur weil ich sie so schrecklich vermisse. Alles an Mama vermiss ich.
Meine Schwester geht ganz anders mit dem Schmerz um sie will ganz seltend über Mama sprechen, dabei denke ich ist sie die einzige die mich auch vollkommen versteht. Ich bin immer glücklich wenn wir uns über Mama mal unterhalten.

Ich finde es schön sich hier auszutauschen, das ist unglaublich erleichternd das man nicht allein mit diesem Schmerz und der Trauer ist. Wir alle haben einen geliebten Menschen verloren und leider geht das leben ohne diese Person weiter. Zu Beginn konnte ich das nicht begreifen.

Sense 14.08.2013 21:04

AW: junge Frauen und der Tod der Mutter
 
Hallo Sandra,

ich kann dich gut verstehen.Ich selber bin 20 Jahre alt und habe auch gerade meine Mutter verloren. Alles erscheint einem leer und totalsinnlos.Ich habe einen lieben stiefvater, und 3 kleine halbgeschwister. Ich weiss im Moment leider auch nicht was ich überhaupt tun soll. Ich muss zwar nicht jeden Tag weinen, aber ich fühle mich einsam.In dieser grossen Welt war meine Mama immer mein Zufluchtsort.Wenn, wie du schon gesagt hast, keiner mich verstanden hat,dann war sie da.Und wenn ich mich mal selbst nicht verstanden habe, dann war Mama auch da.Und ich vermisse sie so.Ich könnte sie gut gebrauchen um mich in den Arm zu nehmen und mir zu Helfen alles wieder auf die Reihe zu bekommen.

Helfen tut mir im Moment nur ablenkung.Ich mag nicht jeden Tag daran denken das Mama nicht mehr da ist. Ich schlafe schlecht und versuche deshalb mich viel zu bewegen. So das mein Körper am Ende des Tages so müde ist, das ich einfach schlafen muss und mein Kopf gar nicht anfangen kann zu denken...

Ich hoffe dir geht es ein wenig besser, es tut mir sehr Leid, das du deine Mutter verloren hast. Die kühlheit der Aerzte war für mich auch schockierend... ich mag mich daran gar nicht mehr erinnern.

Liebe Grüsse
mandy

makoto 18.08.2013 21:23

AW: junge Frauen und der Tod der Mutter
 
@Sense; Ich weiss genau was du meinst :pftroest: Mir geht es auch so, manchmal wünschte ich mir fast ich könnte mehr weinen, manchmal ist da nur diese leer, welche mich fast wahnsinnig macht... :mad:

@me; Ich kann mir nicht vorstellen wie die nächsten, 20, 30 oder mehr Jahre werden ohne meine Mam. Ohne meine Mam? Das geht doch nicht!! :confused: Für mich einfach unvorstellbar.....

Sense 27.08.2013 00:37

AW: junge Frauen und der Tod der Mutter
 
Ja die leere ist schlimm. Man weiß eigentlich gar nichts mit sich anzufangen und die Tage vergehen nur so...

ani.schmetterling 10.11.2013 21:49

AW: junge Frauen und der Tod der Mutter
 
Hallo alle zusammen...

Auch ich habe meine Ma vor knapp einem Jahr verloren. Drei Jahre hat sie gegen den Krebs angekämpft. Nach insgesamt zwei großen OPs und Chemos plus Bestrahlung gab es keine Heilungschancen mehr. Die Krankheit hat sich immer mehr im Körper ausgebreitet. Es war nur eine Frage der Zeit. Nach dieser Diagnose ging es nur noch Berg ab, wir hatten noch 3 gemeinsame Monate. Ich verbrachte soviel Zeit wie möglich bei ihr, mit ihr. Und doch war es zu kurz... Sie ist nur 53 Jahre alt geworden.
Ich bin so dankbar, dass wir uns "verabschieden" konnten und doch so wütend und unendlich traurig, dass diese Krankheit mir meinen liebsten Menschen genommen hat.
Selbst heute, nach fast einem Jahr, kann ich es in manchen Momenten immer noch nicht richtig fassen. Es wirft mich immer wieder ein Stück weit zurück. Ich vermisse sie jeden Tag. Wenn ich mir Fotos von ihr anschaue, denke ich immer wieder: diese junge hübsche Frau soll nicht mehr leben????
Sie war so warmherzig, so lieb und hat sooo gekämpft...
Ich bin so stolz auf sie.
Danke Mama, dass du meine Mama warst. (und auch immer sein wirst) :engel:

Es ist so schwer, stark zu bleiben. Das Leben weiter zu leben. Auch wenn ich gute, schöne Tage habe, so ist ein Teil meines Herzens immer traurig.
Ihr kennt sicher dieses Gefühl...?
Diesen Zustand, der mittlerweile zum Leben dazu gehört.
Habt ihr Leute mit denen ihr darüber reden könnt, mehr als einmal?
Ich erlebe immer wieder, dass viele das Thema umgehen. Es ist ja jetzt schon einen Weile her usw. ... Aber nein, dass Thema wird immer bleiben. Allein schon das Grab wäre ein Thema... Aber vielleicht liegt es auch daran, dass die meißten Leute sich nicht vorstellen können, dass man darüber reden mag.

Dieses Forum hat mir persönlich schon geholfen, auch wenn ich mich zum ersten Mal äußere, so habe ich schon vor längerer Zeit viel mitgelesen.
Manchmal musste ich abbrechen, ich war schockiert wie ähnlich es vielen Mädels da draußen geht. Ich bin nicht allein. Auch andere kämpfen und müssen weiter machen.

Ich wünsche euch allen da draußen alles Gute. :pftroest:
Auch wenn die Zeit nicht alle Wunden heilt. So versucht immer wieder aufzustehen, Mut zu fassen. Unsere Mütter hätten es sich gewünscht.

Ani

Bolliodin 13.02.2014 09:32

AW: junge Frauen und der Tod der Mutter
 
Hallo an alle,

Ich habe eure Beiträge gelesen und bin etwas erleichtert, dass nicht nur ich so denke und fühle. Meine Mama ist am 17.12.2013 mit nur 52 Jahren an einem Hirntumor (Glioblastom) gestorben. Die wenigen Monate von der Diagnose bis zum Tod waren die Hölle. Hilflos mit ansehen zu müssen wie sie sich verändert, Gedächtnis, Augenlicht, Sprache verliert, sich quält - ohne Hoffnung auf Besserung.
Ich bin jetzt 31, verheiratet, lebe seit 10 Jahren 400km entfernt ... und trotzdem zieht mir die Tatsache, dass meine Mama nicht mehr hier ist, jeden Tag wieder den Boden unter den Füßen weg. Natürlich ist man erwachsen und meistert sein Leben seit Jahren allein ... aber wenn die Mutter nicht mehr da ist, fühlt man sich als Tochter einfach nicht mehr vollständig. Ich vermisse sie so sehr, wir hatten ein sehr gutes Verhältnis, haben jeden Tag telefoniert und sie war nicht nur Mama sondern auch beste Freundin.
Nun ist sie schon fast zwei Monate nicht mehr bei uns und je mehr Zeit vergeht, desto trauriger werde ich. Die Bilder der letzten Monate schießen mir durch den Kopf und machen mich traurig und fassungslos. Auf der anderen Seite bin ich so stolz auf meine Mama und so glücklich und dankbar, dass sie meine Mama ist - das rührt mich auch immer wieder zu tränen.
Während meine Mama krank war haben immer viele Menschen aus meinem Umfeld gefragt wie es ihr geht und so ihre Anteilnahme gezeigt. Nach ihrem Tod traut sich fast keiner mehr zu fragen wie es MIR geht - die Tatsache wird von den meisten ignoriert und man wird gezwungen, einfach wieder zur "Tagesordnung" überzugehen - obwohl das nicht geht, weil mein Kopf voller Gefühle, Gedanken, Erinnerungen und Trauer ist. Ich glaube keiner kann nachvollziehen wie man sich fühlt, der es nicht selbst durchmachen musste. Die Menschen wissen gar nicht wie sie mit einem umgehen sollen und denken, man braucht nur Ablenkung oder sie tun aus Unsicherheit einfach so als wäre gar nichts passiert. Ich habe das Bedürfnis mit jemandem zu sprechen/schreiben, der nachfühlen kann, wie es ist. Würde mich über Rückmeldungen und Tipps freuen. Gibt es eventuell Selbsthilfegruppen o.Ä. die darauf spezialisiert sind? Wie habt ihr diese schwierige Lebensphase überwunden und wer/was hat euch dabei geholfen?

Traurige Grüße aus München, Bolli

hm maria 13.02.2014 12:57

AW: junge Frauen und der Tod der Mutter
 
liebe bolli !

habe hier gerade deinen beitrag gelesen, mein beileid, ich habe meinen papa mit 59 jahre verloren und bin selbst 34 also ich verstehe die gedanken auch so weit. es gibt selbsthilfegruppen, man darf auch auf die krebshilfe da gibt es kostenlose psychologen mit denen man alleine sprechen kann habe ich gemacht als mein vater noch lebte und ich fühlte mich danach viel leichter, weil man seine sorgen besprechen kann und die einem gute tipps geben können mit gewisse situationen umzugehen, ich selbst habe dazu nicht die möglichkeit, wegens arbeit, einfach mal googelen, ich denke man muss da schauen was bei einem passt dem einen tut eine gruppe gut dem anderen hier zu schreiben und andere das direkte gesprech mit einer psychologin, wünsche dir viel kraft fürs verarbeiten, und das du deinen weg findest der bei dir passt,
(ich selber wohne 1000km entfernt von meiner familie)
lg maria

Sindy001 14.02.2014 09:04

AW: junge Frauen und der Tod der Mutter
 
Hallo Bolli!

Dir geht es hier, wie so vielen von uns. Jedes Wort das du geschrieben hast könnte von mir sein! Ich denke auch dass diesen Schmerz nur Menschen verstehen können, die das selbe durchlebt haben! Das schlimme ist, die Menschen um einem herum wissen einfach nicht wie man nach dem Tod eines geliebten Menschen mit einem Trauernden umgehen soll! Das ist leider die Gesellschaft! Sie versuchen einfach so zu tun, als ob nichts wäre! Das ist leider der falsche Weg. Ich dachte mir oft, wieso will den keiner mit mir über Mama reden?! Ich würde gerne über sie reden! Aber die meisten wissen eben nicht damit umzugehen! Wobei ich froh bin, dass meine engsten Freunde doch immer wieder auf das Thema zu sprechen kommen! Aber das kann eben nur jemand der einem nahe steht!

Meine Mama wurde auch nur 52 Jahre alt. Sie starb nach einem Jahr Kampf an Lungenkrebs! Wir hatten soviel Hoffnung! Dieses Jahr war bestimmt das schwierigste, traurigste, nervenraubendste und schlimmste Jahr für mich! Aber zugleich auch das "schönste", intensivste, und eine wahnsinnig vertraute Zeit mit meiner Mama!
Nächste Woche auf den Tag genau ist der Tag an dem sie für immer ein Engel wurde! ein Jahr ist das nun schon her, und noch immer ist es für mich manchmal nicht Realität! Manchmal liege ich im Bett und denke mir, was, sie soll also nie wieder kommen?! Die Zeit läuft so schnell dahin! Alles um einem herum läuft weiter! Nur selber bleibt man irgendwie mit seiner Trauer immer etwas stehen!

Geholfen hat mir in der Zeit nach ihrem Tod Bücher über Trauerarbeit zu lesen, ich habe diese regelrecht verschlungen! Ich habe eine Art virtuelles Tagebuch geführt, wo ich ihr erzählt habe wie wir den Alltag so meistern und meine Gedanken einfach aufgeschrieben! Ich bin viel spazieren gegangen, und habe dabei intensiv an sie gedacht! Ich habe mich mit meinen besten Freunden getroffen, und habe mir einfach alles von der Seele geredet! Bin froh dass es solche Menschen in meinem Leben gibt! Und ich habe Bilder gesammelt! Eine riesen Box, wo ich einfach alles reingebe, was mich besonders mit ihr verbindet! Und immer wenn mir danach ist, schaue ich da rein und erinnere mich ganz intensiv an sie zurück!

Ich wünsche dir alles Gute für deine weitere Trauerzeit! Es gibt mal bessere, mal schlechtere Tage! Aber das ist total normal und gehört einfach dazu! Die Trauer ist individuell, und jeder durchlebt sie anders. Aber das ist vollkommen ok! Niemand kann uns vorschreiben wie, und wie lange wir zu trauern haben!
Vielleicht hilft es dir auch einfach hier ab und zu zu schreiben oder einfach zu lesen! Wir sitzen alle im selben Boot!

Liebe Grüße,
Sindy!

sophie1992 25.02.2014 19:01

AW: junge Frauen und der Tod der Mutter
 
hallo ihr lieben, euer schicksal tut mir sehr leid, und ich hoffe ich habt und werdet alle kraft finden, um das zu überstehen. meine mama ist zwar nicht verstorben, jedoch schwer krank, und ähnlich wie bei euch ist es sehr , sehr schwer .... und ich würde euch gerne fragen , was euch in der schweren zeit vor dem versterben geholfen hat ? und was euch jetzt hilft, denn ich bin ratlos, meine gedanke kreisen fast nur noch darum, obwohl ich das garnicht will, und ich denke ihr mich da besser verstehen da, wir ja auch irg wo das gleiche durchgemacht haben oder werden oder noch machen.. die menschen in meiner umgebung hören mir zwar zu , aber sie sind oft sprachlos.. versteht ihr was ich meine ?

lg sophie

hm maria 26.02.2014 00:06

AW: junge Frauen und der Tod der Mutter
 
liebe sophie!

ich verstehe was du meinst, menschen sind nur geschockt oder tun so, und wissen oft gar nicht was sie sagen oder machen sollen, selbst in der eigenen familie kann man das antreffen, ich dachte auch nur noch daran genau wie du machte ich mir die ganze zeit gedanken wie es sein würde und so weiter eigentlich ist es sicher nicht gut für unser gefühlschaos aber jeder geht anders um damit, ich probierte irgendwie noch schöne momente zu sammeln mit meinem papa auch war das schwer ich fand es nur schön das ich stundenlang neben ihm sitzen konnte auch hat er geschlafen aber ich war bei ihm, aber wie man damit umgehen soll ist schwer zu beantworten, ich war im gegebenen moment auch in so einer lage das ich gar nichts mehr wusste total am verzweifeln, und bin zur krebshilfe gegangen und hatte da eine sitzung mit einem psycholigin und dsa hat mir einfach gut getan, man versteht dann wieder irgendwie mehr, ich schicke dir hiermit viel kraft fuer die zeit die noch kommt und kommen wird, und hoffe mir das ihr noch viele schöne momente miteinander teilen dürft, lg maria

Caput 26.02.2014 21:46

AW: junge Frauen und der Tod der Mutter
 
Hallo,

auch ich habe meine geliebte Mama verloren. Meine Mutter starb im Juni 2012 im Alter von 61 Jahren an Eierstockkrebs, zu der Zeit stand ich kurz vor meinem 31. Geburtstag. Ich bin Einzelkind und so haben nur mein Vater und ich sie auf diesem letzten Weg begleitet. Meine Mutter lebte nach der Diagnose nur noch knapp 9 Wochen. Zeit um sich mit der Situation auseinanderzusetzen gab es da keine und so muss ich mir eingestehen, dass mich der Tod meiner Mutter auch heute noch sehr belastet.

Leider mochte meine Mutter nicht über ihre Krankheit oder den möglichen Tod sprechen. Ich hatte damals für diesen Sommer meine Hochzeit geplant und sie arbeitete nur daraufhin das noch mitzuerleben. Das durfte sie leider nicht mehr. Bei den letzten Besuchen lag es mir so oft auf den Lippen – ich hätte mich so gerne von ihr verabschiedet. Aber sie mochte sich nicht offen vor uns mit dem Tod auseinandersetzen, jedenfalls nicht zu Beginn ihrer Leidensgeschichte. Später gab es nicht wirklich mehr Gelegenheit dazu und ich glaube sie hat meinem Vater dieses Gespräch auch nicht zugetraut – er hatte mich auch gebeten, sie in seinem Beisein nicht darauf anzusprechen. Heute mache ich mir deswegen schwere Vorwürfe und nehme das Verhalten auch meinem Vater übel. Die erste Zeit nach dem Tod meiner Mutter verspürte ich so eine Art Erleichterung, ihr Leiden war vorbei und ich muss zugeben, dass mich die Zeit auch körperlich sehr mitgenommen hat und ich in der ersten Zeit nach dem Tod einfach wieder auftankte. Gefühlsmäßig fühlte ich mich völlig leer, so dass ich nach außen hin bestimmt wirkte, als ob ich das alles „gut wegstecke“. Nach 2-3 Monaten, als der Alltag wieder einkehrte, begann bei mir erst das richtige Trauern und Einsamfühlen, das war auch die Zeit in der die Selbstvorwürfe fast unerträglich stark wurden.

Ich habe dann zweimal von ihr geträumt. In meinem Traum hatte sie schon die Diagnose und stand kurz vor ihrer OP. Wir haben uns darüber unterhalten was alles passieren kann. Sie gab mir Instruktionen was in ihrem Sinne ist und wir haben uns verabschiedet. Als ich morgens aufwachte musste ich echt überlegen, ob das die Erinnerung an ein wirklich geführtes Gespräch war oder nur ein Traum – es wirkte so echt! Es war natürlich nur ein Traum, aber meine Selbstvorwürfe sind seitdem erträglicher.

Was mich noch interessieren würde, wie verhält sich bei euch der überlebende Partner, falls vorhanden? Wie ist euer Verhältnis zu diesem, bzw. was hat sich nach dem Tod in eurer Beziehung zu ihm verändert? Ich hing früher sehr stark an meinem Vater, was allerdings schon vor der Erkrankung meiner Mutter nachgelassen hatte. Seit dem Tod meiner Mutter ist mein Verhältnis zu ihm (und dem Rest der Familie) völlig zerrüttet, da ich ihm sein Verhalten während der Erkrankung meiner Mutter teilweise übel nehme und da er sich nach dem Tod meiner Mutter meines Erachtens sehr pietätlos verhalten hat. Eigentlich war ich immer stolz auf meine Familie und dachte, dass wir alle im Angesicht dieser Diagnose näher zusammenrücken würden – aber dem war nicht so. Wie ist das bei euch gelaufen?

Traurige aber dennoch liebe Grüße K.

Anitchen33 06.10.2014 14:33

AW: junge Frauen und der Tod der Mutter
 
Liebe K. (Caput),
liebe Leidensgenossinnen,

ich möchte Euch allen mein Beileid ausdrücken und bin froh zu lesen, dass ich nicht so ziemlich die Einzige mit diesen Sorgen bin.

Übermorgen ist meine Mama schon 1 Jahr nicht mehr bei uns. Sie starb letztes Jahr an Lungenkrebs einen Tag vor meinem 33. Geburtstag und musste sich nach Diagnosestellung 6 Monate lang quälen. Darüber gesprochen haben wir nie so richtig, aber ich war froh die wenige Zeit mit Ihr verbringen zu dürfen. Leider hat sie alle meine Ratschläge nicht angenommen, Ärzte habe ich nie sprechen können. Auch sie wollte sicherlich die verbleibende Zeit nicht mit diesen Gesprächen verbringen. :confused: Seit 14 Jahren wohne ich schon mehrere hundert Kilometer von meinem Elternhaus weg. Daher konnte ich nur alle 14 Tage am Wochenende zu ihr fahren und versuchen Sie und meinen Stiefvater zu unterstützen. Ich weiß, dass sie das sehr zu schätzen wusste. In den letzten 3 Tagen vor Ihre Tode konnte ich bei ihr sein und da sie nicht mehr sprechen konnte, haben wir uns viel über die Augen unterhalten. Das tröstet mich sehr, denn es war wie Telepathie.

Caput, so wie Du beschreibst hat sich auch mein Stiefvater unmöglich mir gegenüber verhalten. Er ist ein reiner Egoist und dachte auch in den 23 Jahren des Zusammenlebens mit meiner Mom immer nur an sich. Ich dachte, man könne sich im Laufe der Zeit ändern, denn er war immer wie ein Vater zu mir - aber weit gefehlt. Er hat in den ersten 4 Wochen nach dem Tod meiner Mama sein wahres Gesicht gezeigt, mich mit Beleidigungen und Lügen überhäuft. Eine neue Freundin hat er schon seit 6 Monaten wieder...und ist in eine neue Wohnung gezogen ...ohne auch mir auch im ganzen Dorf schlecht nachzureden, versteht sich. :megaphon:
Es scheint, er hat mit dem Tod meiner Mutter am Tag selbst den Lebensabschnitt völlig abgeschlossen und sich sein Leben von da an direkt neu eingerichtet. Ohne mich oder seine vier eigenen Töchter. Obwohl eine ist wieder direkt in seinem Leben. Aber wie der Vater so die Tochter. Die ist auch nur hinter seinem Geld her, denn davon hat er eine beachtliche Menge. Also, sehr ähnlich wie bei Dir auch: Die "Familie" ist nicht zusammen, sondern viel weiter auseinander gerückt.

Aber die Gefühlskälte direkt nach dem Todestag kenne ich gut. Im Verstand ist die Tatsache angekommen, aber es gibt ja soviel zu tun. Beerdigung organisieren, Haushalt aufräumen, Erbschaftsangelegenheiten regeln... Die Arbeit lenkt ab, und außerdem hatte ich einen Arbeitsdrang wie sonst nie.
... und im Gefühl ist es, als wäre sie nur im Urlaub und kommt eigentlich jede Minute wieder durch die Tür und erzählt, wie schön es war. Wie oft habe ich das geträumt...
Weit gefehlt. Nach 8 - 12 Wochen kam auch im Gefühl an, dass sie nicht wiederkommt und so saß ich jeden Tag allein und weinte wie selten in meinem Leben. So jetzt auch. Ich vermisse sie jeden Tag so sehr und wünschte, sie wäre hier. :weinen:

Dazu kommt, dass ich noch 4 Halbbrüder habe, die ebenfalls nur auf auf ihren Vorteil bedacht und lediglich daran interessiert sind, was und vor allem wieviel sie kriegen. Niemanden interessiert es, dass das eigentlich nur passiert, weil jemand gestorben ist. So intrigiert man viel hinter meinem Rücken, rückt mir von Anfang an ohne mich persönlich zu fragen mit Anwälten zu Leibe und setzt mich mit vielerlei Lügen und Spinnereien unter Druck. :mad:

Mein Elternhaus musste ich nun aufgrund der Pflichtteilsansprüche meiner Brüder verkaufen und bin dabei, die letzten Arbeiten des Ausräumens hinter mich zu bringen: Allein. - Sicher meine Brüder haben angeboten zu helfen, wollen aber nur herumspionieren, was es zu holen gäbe. ...und auf dieses geheuchel habe ich keine Lust. Noch weniger auf die Lügen, die sie über unsere Mutter erzählen. SIE kann sich ja nicht mehr wehren. Klar, das Leben mit Ihr in Kindertagen war nicht immer einfach (es hat ja einen Grund, warum ich auch soweit weg wohnte), aber NIEMAND hat es verdient, dass man nach seinem Tode schlecht über ihn redet und womöglich noch Märchen erzählt. So möchte ich mir das Bild von ihr bewahren, wie ich sie kannte. Das und die Zweifel über meine Unzulänglichkeiten in diesem Zusammenhang schmerzen schon genug. :cry:

Kennt nicht jemand eine Selbsthilfegruppe, an die ich mich wenden könnte? Eigentlich geht es mir nicht soo schlecht - ich funktioniere im Alltag, aber gerade das macht mir etwas Sorgen, denn ich neige mittlerweile etwas zu Suchtverhalten. Dazu muss ich sagen: Ich habe keine Partnerschaft im Hintergrund, erst recht keine Kinder und eigentlich keine wirklichen Freunde. Viele können mit meiner Problematik nichts anfangen, weil sie alle ihre Mütter noch haben. Die restliche Verwandschaft meiner Mom haben alle ihre eigene Familie und so bleibe ich auch da außen vor. Ich fühle mich soo allein.

Ich fühle mit Euch allen und wünsche Euch viel Kraft für Eure Zukunft. Jetzt, wo ich diese Zeilen schreiben konnte, geht es mir es mir ein klein wenig besser. Ich danke jedem für das Lesen und hoffe, es tröstet Euch ein wenig, geteiltes Leid hier fühlen zu können.

Um weiter vorne auch zu zitieren: Es wird wieder gut - aber anders. Das hoffe ich sehr für uns alle! :winke:

Anitchen33

mausi69 06.10.2014 16:29

AW: junge Frauen und der Tod der Mutter
 
Liebe anitchen!

Ich bin mit meinen 45 Jahren zwar keine junge aber auch noch keine alte Frau!
Ich habe am 22.6 diesen Jahres meine Mama durch BSDK verloren, sie war erst 64 Jahre jung. Von Diagnosestellung bis zu ihrem Tod vergingen leider nur 4,5 Monate!

Ich hatte allerdings das Glück das ich nicht weit entfernt wohne und so ständig bei der Mama war und die letzten Tage von früh bis spät, sie war nie allein!
Unsere Familie ist schon immer sehr sehr innig gewesen und wurde es durch die Erkrankung und den viel zu frühen Tod noch mehr.

Es tut mir sehr sehr leid für dich das du soviel negative Erfahrungen in deiner Familie sammeln musstest. Das dein Stiefvater nur sechs Monate nach dem Tod deiner Mama eine Neue Partnerin hat, was stört dich daran so sehr? Ja es ist sehr schnell nachdem Tod deiner Mutter, aber was wäre wenn er jetzt ein Jahr danach erst die Frau kennengelernt hätte? Ich glaube es wäre für dich genauso schlimm, weil es für dich immer so war das deine Mama die Frau an seiner Seite war!

Gut ich muss ehrlich sein ich wüsste nicht wie es mir dabei gehen würde!
Das verhalten deiner Geschwister ist nicht sehr schön, aber liegt es nur an ihnen? Ich will dir auf keinen Fall zu nahe treten, aber du schreibst das du mit keinem von den ganzen Geschwistern klar kommst!

Ich denke eine Selbsthilfegruppe wäre nicht das richtige für dich. Für mich hört es sich so an das in der Vergangenheit schon viel in argen gelegen hat und da müsstest du erst einmal anfangen aufzuarbeiten! Ich würde mir einen Psychologen suchen um über das erlebte zu sprechen, damit du für dich neu anfangen kannst!

Alles liebe zu dir!

Mausi


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