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-   -   ich fasse jetzt Mut ... (https://www.krebs-kompass.de/showthread.php?t=22546)

Birgit4 31.01.2007 15:09

AW: ich fasse jetzt Mut ...
 
Hallo liebe Eva,
ich vermisse dich ,wo bist du ?:pftroest:
Ich hoffe bei euch ist alles OK.!
Machst du gerade mal eine Forum-Pause ;-)Kann ich gut verstehen.
Ich schicke euch einen kleinen :engel:
Alles alles Liebe...:1luvu:
von Birgit

sunnypunkie 04.02.2007 15:20

AW: ich fasse jetzt Mut ...
 
Hallo Ihr Lieben,

mir gehts nicht gut. Habe eine schlimme Grippe erwischt, jetzt auch noch Lungenentzündung bekommen. Ich war 3 Tage zur Beobachtung im KH, jetzt zu Hause mit jeder Menge Antibiotika intus.

Ich melde mich bei Euch wieder, sobald es etwas besser geht.

Bis dann
:knuddel:
liebe Grüsse
Eva

Birgit4 04.02.2007 19:07

AW: ich fasse jetzt Mut ...
 
Liebe Eva,:pftroest:
ich wünsche dir von ganzem Herzen ....
GUTE BESSERUNG !
Erhole dich bitte gut....dein Körper zeigt dir gerade,dass deine Kraftreserven alle sind.
Du und dein Mann haben so viel Leid zu tragen...
Ich umarme dich ganz doll...:pftroest:
und schicke dir ein paar Blümchen...
http://www.gifart.de/gif234/blumen/00002197.gif

deine Birgit

bobbylee 04.02.2007 20:21

AW: ich fasse jetzt Mut ...
 
Liebe Eva:1luvu: ,

http://www.bilder-hochladen.net/files/1153-2w.gif
auch ich wünsche dir gute Besserung. Und ich schließe mich Birgit an. Das sind Signale deines Körpers, dass er überlastet ist, also schone dich und verausgabe deine Kraft nicht. Ich hoffe, dass du bald wieder auf den Beinen bist.
Ganz viele liebe Grüße
B:) bby Lee

hoppit 04.02.2007 21:16

AW: ich fasse jetzt Mut ...
 
Liebe Eva,
habe mir schon Sorgen gemacht, was los ist. Bei uns liegt der Kleine mit 40°C im Bett. Total verschnottert und verhustet ist die kleine Maus. Wünsche dir ganz viel Kraft und die Zeit die du jetzt brauchst.

Alles Liebe von
hoppit(Andrea):remybussi :pftroest:

sunnypunkie 07.02.2007 13:13

AW: ich fasse jetzt Mut ...
 
Liebe Birgit, liebe Bobbylee, liebe Andrea

Vielen herzlichen Dank für Eure lieben Worte, welche einfach nur gut tun!

Körper, Geist und Seele waren einfach ausgepumpt. Die ganzen Belastungen haben wohl mein Immunsystem geschwächt und so anfällig für diese Grippe gemacht.

Heute geht es mir etwas besser. Bin einfach noch müde und erschöpft. Die kleinste Anstrengung - und der Schweiss läuft in Strömen. Zudem bin ich auf Entzug! Habe seit gut 2 Wochen keine Zigarette mehr angerührt und möchte das auf jeden Fall beibehalten :rolleyes: , meine Lungen sind jetzt sehr anfällig, sagt der Arzt. Ich muss auch ehrlich sagen, dass ich mich in den letzten Monaten zur Kettenraucherin entwickelt habe, pfui!:aerger:

Meinem Freund geht es leider immer schlechter. Jetzt ist ein Infekt dazugekommen, so konnten sie heute die Chemo nicht durchführen.

Aber davon später.

Sende Euch tausend :knuddel: und danke, dass es Euch gibt!

Bis bald

Herzliche Grüsse
Eva

Birgit4 07.02.2007 13:18

AW: ich fasse jetzt Mut ...
 
Liebe Eva,
ich schicke dir und deinem Freund....
http://www.gifart.de/gif234/voegel/00009750.gif
ganz viel Kraft und Frieden in eure Herzen.
Ich umarme dich ....und bin in Gedanken bei euch !
Deine Birgit

Jelly 07.02.2007 17:43

AW: ich fasse jetzt Mut ...
 
Liebe Eva,

ich schicke Dir einpaar bunte Fische, damit der Tag einwenig Farbe bekommt. Ruh Dich aus und werde wieder gesund, mit einer Lungenentzündung ist nicht zu spassen, kann das aus eigener Erfahrung sagen. Also, pass schön auf Dich auf.

Liebe Grüße und einen dicken Knuddler !
Jelly

sunnypunkie 07.02.2007 18:48

AW: ich fasse jetzt Mut ...
 
Liebe Jelly,

vielen Dank für Deine aufmunternden Worte, die mir sehr gut tun! Es geht mir immer ein wenig besser, eigentlich spüre ich meine Genesung von Minute zu Minute und komme so langsam wieder in die Socken :smiley1:

Danke für die Fische, ich liebe Fische über alles und überhaupt das Wasser! Früher habe ich öfters Tauchgänge im Urlaub gemacht und ich kann mich erinnern, dass ich in Sharm-el-Sheik die einmalige Gelegenheit hatte, "tanzende" Rochen zu beobachten. Ich werde dieses Erlebnis nie vergessen.

Viele liebe Grüsse
Eva

sunnypunkie 07.02.2007 19:03

AW: ich fasse jetzt Mut ...
 
Hallo Ihr Lieben,

wollte Euch noch kurz schreiben, wie es mit meinem Freund weitergegangen ist.

Vor zwei Wochen hatte er den ersten Zyklus Chemotherapie (5-FU, Campto), mit Avastin war noch nichts, die Kostengutsprache der KK fehlte noch. Die Nebenwirkungen waren auch so heftig!!! Das Blutbild ist sehr sehr schlecht und die Aerzte vermuten einen Infekt irgendwo im Körper, ev. im Port. Jedenfalls konnte heute die Chemo nicht durchgeführt werden. Dazu kommen heftige Rückenschmerzen und Fieber.

Die Metastasen im Bauchraum sind sehr zahlreich, alle zwischen 4.3 und 5.0 mm gross. Sie drücken zum Teil gegen die Darmwand und verursachen üble Verstopfung und höllische Schmerzen. Diese werden nun mit grösserer Dosis Oxycontin und Oxynorm Tropfen behandelt. Das Ergebnis ist gut, die Schmerzen sind nun im Griff. Die Kehrseite der Medaille ist, dass er sehr viel schläft und erschöpft ist. Man diskutiert gegenwärtig darüber, ob wiederum ein Stoma gelegt werden soll um die Gefahr eines Darmverschlusses zu umgehen.

Ich weiss, dass seine Lebenszeit langsam zu Ende geht und ich weiss im Moment gar nicht so richtig wie ich mich fühle dabei. Bin irgendwie leer, was sicher auch mit meiner überstandenen Grippe zu tun hat. Ich wünsche mir einfach jetzt grade, dass er nicht mehr allzu lange leiden muss :sad:. Versteht ihr, mir tut es einfach so weh, ihn so leiden zu sehen.


Herzliche Grüsse
Eva

hoppit 09.02.2007 12:40

AW: ich fasse jetzt Mut ...
 
Liebe Eva,
freue mich das es dir langsam besser geht. Aber die Erfahrung "AKKU leer" machen wir alle immer wieder. Meistens geht es lange, aber wenns kommt dann heftig.
Wegen deinem Freund kann ich nur sagen, es tut mir so leid, dass es nicht rosig aussieht. Aber eines wünsche ich mir auch immer, falls mein Mann gehen muss, dann bitte ohne langes Leiden und Schmerzen. Wenn ich manchmal meine " Gespräche" mit Gott führe, bitte ich immer darum. Auch das ich die Kraft finde, ihn dann gehen zulassen.

Wünsche euch beiden ganz viel Kraft für die nächste Zeit.:pftroest: :pftroest:
Alles Liebe
Andrea ( hoppit)

sunnypunkie 11.02.2007 17:00

AW: ich fasse jetzt Mut ...
 
Liebe Andrea,

dann haben wir ja dieselben Gedanken. Mein Freund hat im Moment grade keine Schmerzen, da lebt er richtig auf und möchte noch so vieles anpacken, viel unternehmen, ich ermutige ihn dazu und versuche, ihm Kraft zu geben. Er ist ein begnadeter Maler und hat in der Vergangenheit viele schöne Bilder gemalt. Gestern, als sein Sohn mit seinen zwei Kindern zu Besuch war und wir so alle am Esstisch sassen, musste ich das Malzeug holen und wir alle haben gemalt. Richtige Malstunde war das :smiley1: mit den Kindern.

Plötzlich hat mein Freund auch Papier und Farbstifte genommen und angefangen zu zeichnen. Daraus entstand ein wunderschönes Bild mit einer Kirche drauf, blauer Himmel, Sonne, Wiese mit Blumen. Auch den Friedhof hat er gezeichnet, mit einem deutlich zu erkennenden Grabstein, ein Sonnenstrahl fiel direkt auf den Grabstein. Sein Sohn und ich mussten weinen und wir haben meinen Schatz ganz fest gedrückt. Werde das Bild einrahmen, es wird mir immer in einer besonderen Erinnerung bleiben.

Liebe Grüsse :knuddel: :knuddel: :knuddel:
Eva

Birgit4 12.02.2007 09:17

AW: ich fasse jetzt Mut ...
 
Liebe Eva,:pftroest:
deine Worte haben mich sehr berürt...
Dein Freund ist schon eine Ebene weiter....ich kann es so sehr fühlen was er durchmacht.
Ich habe vor einer Woche eine Christliche Patientenvollmacht erstellt,habe eine Akte mit allem, bei meinem Mann in Schrank gelegt.Habe auch alles mit meinem Mann abgesprochen.
Es tut richtig weh,uns liefen auch die Tränen...aber es muß sein.
Geburt,Leben und Sterben gehören zusammen.
Auf den Krebs hätte ich aber gerne verzichtet.....so wie wir alle hier.
In der Krebszeit Tausend Tode zu Sterben...ist schon übel.
Genießt eure schönen Momente....es gibt sehr viele noch für euch.
Ich schicke euch sehr viel Kraft,Hoffnung und Liebe.
Lieben Gruß
deine Birgit:pftroest:

sunnypunkie 12.02.2007 10:56

AW: ich fasse jetzt Mut ...
 
Liebe Birgit,

ich fühle, Du weisst wovon Du sprichst. Es berührt mich sehr, auch Dein Schicksal.

Es ist gut, tut aber auch weh, Angelegenheiten zu regeln, es hat etwas so endgültiges. Mein Freund hat mir eine Generalvollmacht geschrieben, die trage ich immer bei mir. Testament, Verfügungen usw. ist alles hinterlegt. Allerdings steht eben noch das Scheidungsurteil aus, was ihn über alle Massen belastet und zermürbt. Sein Arzt hat sich bereit erklärt, dem Gerichtspräsidenten hier einen Brief zu schreiben, mit der Bitte, die Sache nicht weiter zu verzögern, da sein Patient sehr krank sei und es ihm sehr daran gelegen ist, diese Scheidung noch zu erleben. Anschliessend möchten wir gerne heiraten, ich hoffe so sehr, dass dies noch möglich sein wird.

Ich liebe ihn sehr und kann mir nichts schöneres vorstellen, als auch offiziell mit ihm verbunden zu sein. Es ist sein Wunsch, dass ich einmal in diesem Haus bleiben darf und sein "Erbe", sein Haus, das ihm so viel bedeutet behalten kann. Er hat viel selber daran gewerkelt, gebaut und mit viel Liebe eingerichtet. Ich hoffe sehr, ich kann ihm diesen Herzenswunsch erfüllen.

Am Mittwoch soll er wieder Chemo, das erste mal Avastin, bekommen. Letzte Woche waren die Blutwerte sehr schlecht und es gab Anzeichen für eine Infektion im Körper. Schon seit gestern wehrt sich sein Körper mit Schüttelfrost, Fieber und Schmerzen. Er sagt, dass sich sein ganzer Organismus gegen diese Chemo wehrt und wenn er nur daran denkt, wird ihm ganz übel.

Liebe Birgit, ich wünsche Dir von Herzen einen schönen, möglichst schmerzfreien Tag mit schönen Erlebnissen und viele Sonnenstrahlen trotz Wolken und Regen!

Herzliche Grüsse :remybussi
Eva

hope38 12.02.2007 11:20

AW: ich fasse jetzt Mut ...
 
Liebe Birgit!
Oh, bei Deinen Zeilen spüre ich eine Gänsehaut und Tränen brennen in den Augen! Und doch spüre ich diese große Kraft in Dir!
Meine Liebe, ich wüßte, was ich mir wünschen würde, käme ein gute Fee... aber leider leider gibt es sie nicht:-((((!

Liebe Eva!
Deine Zeilen berühren mich soo sehr! Ich wünsche Euch von Herzen, daß die Scheidung schnell über die Bühne geht und Ihr heiraten könnt. Ich drücke dafür ganz doll meine Daumen!
Daß Dein Freund so eine Abneigung gegen die Chemo hat, kann ich sehr gut verstehen:( . Ich wünsche Euch ganz viel Kraft!

Liebe Grüße an Euch,

hope

sunnypunkie 12.02.2007 12:34

AW: ich fasse jetzt Mut ...
 
Hallo Ihr Lieben,

für einmal eine "gute" Nachricht:

Der Hausarzt meines Freundes hat dem zuständigen Gerichtspräsidenten einen Brief betr. des ernsten gesundheitlichen Zustandes meines Freundes geschrieben. Heute haben wir eine Kopie erhalten.

Wir mussten beide weinen, ich sitze hier ganz blind vor Tränen am PC. Er schreibt, dass es ein Akt der Menschlichkeit wäre, das Verfahren zu beschleunigen, denn die Lebenszeit seines Patienten sei auf wenige Monate beschränkt. Diese Zeit würde für ihn zu einer seelischen, geistigen und körperlichen Höchstbelastung werden.

Diese Zeilen klingen ernüchternd und tun ganz schön weh. Auf der anderen Seite ist es aber auch nicht selbstverständlich, dass sich ein Arzt solchermassen für einen Patienten einsetzt. Das ist gelebte Nächstenliebe finde ich.

Nun hoffe ich, dass die Beamten ein Einsehen haben.

Herzliche Grüsse an Euch alle, ich bin so froh, dass es Euch gibt.

Eva

sunnypunkie 12.02.2007 12:40

AW: ich fasse jetzt Mut ...
 
Liebe Hope,

danke für Deine Zeilen. Ich fühle, dass wohl diese Chemo nicht mehr vollständig durchgeführt wird. Er macht diese nur, damit er diese Scheidung noch erlebt. Wenn aber nun das Verfahren vorwärts geht und endlich ein Ende abzusehen ist, denke ich, wird er diese Chemo abbrechen. Ich glaube ganz fest daran, dass wir dann noch ein paar schöne Monate voller Liebe zusammen haben werden und in aller Ruhe voneinander Abschied nehmen können, ohne diese Belastungen, die unser Zusammensein oft einfach vergiften.

Ich bin durcheinander mit meinen Gefühlen. Ruhe, Traurigkeit, Zuversicht, Hoffnung, Aufgeben - alle diese Empfindungen spielen ihr Spiel in meinem Innern und ich bin sehr müde.

Liebe Grüsse :remybussi
Eva

hope38 12.02.2007 13:36

AW: ich fasse jetzt Mut ...
 
Liebe Eva!
Ich weine... es ist sooo unglaublich, was wir Menschen aushalten müssen...diese Krankheit, die ein riesiges Loch in den so sicheren Lebensboden reißt, einfach ohne Vorwarnung...und dann stehen wir da und wissen nicht, wohin? Wir geben die Verantwortung für unser Leben auf einmal ab, andere entscheiden, was gut ist für uns, und letztenendes entscheidet der Krebs, was passiert. Das Spiel mit dem Unbekannten. Ein Wahnsinn!!! Ich habe Gänsehaut und Tränen. Tränen für Deinen Freund, sein Leiden, seine Schmerzen, seine Verzweiflung. Tränen für Dich, die Du so tapfer an seiner Seite bist und die Du doch weißt, daß Eure Zeit nicht mehr für lange sein wird. Was für ein Schmerz!!!
Und Tränen für uns alle, die wir an eben diesem Rand stehen, die wir uns manchmal nicht trauen, zu hoffen, aufzustehen, einen Tag beginnen- und es doch immer und immer wieder tun. Es treibt uns etwas an, was in unserem Inneren ist. Für die einen ist es Gott, für die anderen Liebe. Unermüdlich bis zum letzten Atemzug...

Liebe Eva, ich nehme ich Dich in den Arm!!! Mehr kann ich nicht tun....:weinen: (und nicht mal das richtig...)
Liebe Grüße,
hope

Lieber Peter!
Endlich bist Du wieder da! Ich freue mich!!!
So nachdenklich. Du sprichst so lieb, so aus Deinem Herzen. Es tut gut, Deine Worte zu lesen, auch wenn sie traurig sind... Peter, ich nehme Deine Hand!!!

Eine liebe Umarmung,
hope

Birgit4 12.02.2007 15:44

AW: ich fasse jetzt Mut ...
 
Meine liebe Eva,liebe kleine Hope und lieber Peter,:knuddel:
mir laufen die Tränen...so viele Worte aus dem tiefsten inneren vieler Seelen...
So viel Vertrautheit.
In meinem ganzen Leben,waren mir Menschen so nah wie hier.....
Muß man erst so krank werden, oder Angehörige sein...um zu verstehen...um sich so nah zu sein wie hier??
Ihr seit alle in meinem Herzen.

Liebe Hope ,:knuddel:
hätte ich drei Wünsche frei.....
dann würden wir hier alle Gesund im Biergarten sitzen...unsere Kinder würden um uns herum toben....und es würde kein Schmerz ,keine Krankeit ,und keine Tränen mehr auf dieser Erde geweint werden.

das was ich mir wünsche ,kann man nicht mit Geld kaufen.(,FRIEDEN,LIEBE,GESUNDHEIT)

Liebe Eva,:pftroest:
ich wünsche dir und deinem lieben Schatz,dass eure "Wünsche" in Erfüllung gehen.Ich werde jeden Abend dafür beten.

Lieber Peter,:knuddel:
Hope und ich hatten uns schon wieder Sorgen gemacht....
Wo ist den der Peter ?
Du kommst immer im rechten Moment ,um alle zu trösten.

Ich umarme euch :knuddel: mit jeder faser meines Herzens,ich schicke euch "Licht" und "Liebe"den das ist "Gott"

Das Leben - ein Meer von Gefühlen


Das Leben ist ein Meer von Gefühlen,
und wir tauchen mutig darin herum.
Lassen uns von den Wellen heben,
um zu fallen auf den tiefsten Grund.

Mal ist das Wellenspiel ganz ruhig
damit die Sonne sich spiegeln kann.
Dann wühlt ein Sturm in unserem Meere,
bewirft uns mit des Lebens Schlamm.

Doch immer umspült uns die Liebe,
sie ist das Salz in diesem Meer.
Sie trägt uns durch unser Leben,
und macht das Untergehen sehr schwer.

Eure Birgit:1luvu:

sunnypunkie 12.02.2007 18:58

AW: ich fasse jetzt Mut ...
 
Meine Lieben, Peter, Hope und Birgit,

ich weiss nicht was ich schreiben soll, bin total aufgelöst und die Tränen laufen und laufen.

So viel Mitgefühl, soviel Verständnis soviel Liebe und Zuneigung, das habe ich vorher noch nie erlebt und obwohl wir uns persönlich überhaupt nicht kennen, fühle ich mich Euch sehr verbunden und Ihr seid jetzt grade sehr nah.

Hope, Du hast in einem früheren Beitrag gesagt, dass Du nicht unbedingt an einen Gott glaubst, aber an das Göttliche in uns Menschen. Wenn diese Gefühle nicht göttlich sind, die wir miteinander teilen! Ich spühre das ganz stark. Das Göttliche ist mitten unter uns.

Ich glaube ganz fest daran. Ich danke Dir, Peter, dass Du uns in Deine Gebete einschliesst obwohl Du genug an Deinem Schicksal zu tun hast und trotzdem immer auch an uns denkst!! Vielen Dank!!!

Meine Kerze hier auf dem Schreibtisch brennt wieder für Euch, für Euch allein, ich lege all meine Zuneigung und meine Solidarität mit Euch in diese warme, schöne Flamme, möge sie Euch Zuversicht, Mut und Hoffnung schenken.

http://www.juanna.ch/gifsammlung/gifs/kerze_68.gif

Gott, gib mir die Gelassenheit,
Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.


Alles Liebe für Euch
Eva

hope38 12.02.2007 20:45

AW: ich fasse jetzt Mut ...
 
Liebe Eva und Birgit!
Auch ich spüre unsere tiefe Verbundenheit. Und ja, Eva, vielleicht ist dies das Göttliche. Ja, ich denke, Du hast Recht. Ich erlebe es und ich bin dankbar dafür!

Wir alle sind sehr sensibel, habe Emotionen offen gelegt, unsere Herzen, unseren Schmerz und wir teilen Leid und Angst. Niemand kann uns etwas abnehmen, die Schritte sind oft so schwer, als würde Blei an den Füßen hängen. Diese Angst, die lähmt von den Zehen bis zum Kopf,die die Tränen laufen läßt, nur empfinde ich diese Tränen nicht als Erleichterung, sondern als tiefen Schmerz und als dunkelste Verzweiflung. Mich überfällt dieses Gefühl meistens täglich, auf einmal, ohne Vorwarnung. Heute zB habe ich meine kleine Tochter, dieses elfengleiche Wesen, so fest in meine Arme genommen und ich mußte so weinen, so heftig schluchzen, wie schon lange nicht mehr. Sie ist erst 2 und ich habe so Angst, daß ich sie nicht lange genug begleiten kann, bis sie ein großes Mädchen ist. Ich würde so gern sehen, wie sie aussieht als Frau, vielleicht als Mama. Sie hat mich angesehen und mich gestreichelt, ist dann zum Tisch geflitzt und hat ein Küchentuch geholt, um meine Tränen abzuwischen...Da mußte ich noch mehr weinen:weinen:

Ihr Lieben, ich wünsche Euch alles, was Ihr Euch wünscht! Und ja Birgit, auch meine Fee würde genau dieselben Wünsche erfüllen...

Liebe Eva, Dir wünsche ich gerade in dieser so schweren Zeit ganz viel Kraft. Dein Herz ist so voller Liebe, das wird Deinem Freund das Dunkel erhellen!!! Und ich möchte Dir mitteilen, daß ich Leena heiße, nur, damit ich nicht so anonym erscheine.

Traurig-berührte Grüße,
Leena-hope

Birgit4 13.02.2007 10:34

AW: ich fasse jetzt Mut ...
 
http://www.gifart.de/gif234/liebe/00004754.gif
meine Engel,
ja,dass Göttliche ist unter uns...."Liebe"und "Licht" füreinande in unsere Herzen.

Meine liebe Leena,
auch wenn dieses Verständnis für uns so wunderbar ist ,und wir uns hier gegenseitig auffangen.....bleibt die Trauer ,die Angt loszulassen.
Aber "Lieben" heißt auch loslassen.
Unsere Kinder werden uns ein Leben lang brauchen,und wenn sie so klein sind ganz besonders.
Ich weiß wie weh es deinem Herzen tut....habe bitte keine Angst,dass du deine Mäuse nicht mehr lange begleiten kannst.
Kein Mensch weiß was "Morgen" ist....wir haben uns vor unserer Krebskrankheit auch keine Sorgen gemacht.....und wie schnell kann das Leben vorbei sein.
Wir haben nie darüber nachgedacht" Sterblich "zu sein.
jetzt ist die Krankheit da....und jetzt sollten wir uns besonders über jeden Tag freuen...als wenn es unser letzter Tag ist.Bewußt Leben ...voller Liebe,jeden Kuß ,jede menschliche Begegnung...jeden Atemzug in sich einsaugen,die Sonnenstrahlen die ein aufwärmen...alles was sooooooooooo selbverständlich ist.
Alles das wir einen erst klar....wenn man diese Krankheit in sich hat...aber wir können es nicht ändern.
Also müssen wir sie annehmen....und aufpassen das unsere Seele nicht kaputt geht.
Meine Diagnose ist jetzt 3 Jahre und 5 Monate her.Hatte schon etwas mehr Zeit mich damit auseinanderzusetzen.
Meinen Krebs habe ich mir nicht zum Feind gemacht.....den wenn ich etwas in meinem Leben bekämpfe,wird es erst zum Feind.
Der Krebs in mir, ist durch mich entstanden....habe sehr viel Schicksalsschläge eingesteckt...habe nie auf meinen Körper gehört,habe viel in mich reingefressen.Ich sage immer zu meinem Krebs, wenn ich sterben muß...nehme ich dich mit,also bleib friedlich.Ich habe keine Angst vor meinem Krebs.
Das ist mein Weg ,mit meinem Schicksal fertig zu werden.
Jeder wird seinen Weg finden....wichtig ist den inneren Frieden zu finden.
Ich hoffe das du meine Worte verstehst,meine kleine Leena.

Ich umarme dich liebe Eva,Leena,und dich lieber Peter!
Ihr seit mehr wert, als alles Gold der Erde....wir schauen alle nach vorne und freuen uns auf die schönen Momente...und den kommenden Frühling.

Schönen Tag ...
eure Birgit

sunnypunkie 13.02.2007 11:17

AW: ich fasse jetzt Mut ...
 
Meine Lieben alle zusammen,

ja, wir halten zusammen. Kann jetzt gar nicht mehr schreiben, fühle mich Euch einfach so nah und verbunden in tiefster Seele.

Mir laufen wieder die Tränen, dabei muss ich doch Mittagessen kochen und nachmittags arbeiten.

Werde Euch später noch ausführlicher schreiben.

Fühlt Euch alle umarmt. Ich fühle mich Euch so sehr verbunden.

Eure
Eva

Birgit4 13.02.2007 11:45

AW: ich fasse jetzt Mut ...
 
Liebe Eva,
ich wische deine Tränen :cry: ab,und gebe dir ein Küsschen auf deine Wange :remybussi
Wir sind bei dir...laß die Sonne wieder in dein Herz.
Eva es ist alles so traurig...aber wir müssen auch lernen,dass Licht wieder in unser Herz zu lassen.
Ich schicke dir ein Feld voller Sonnenblumen...im hellen Sonnenschein.
Schließe die Augen...und lasse es zu...siehst du dieses schöne Feld.???
Ich umarme dich meine liebe Eva...:knuddel:
deine Birgit

sunnypunkie 13.02.2007 13:14

AW: ich fasse jetzt Mut ...
 
Ach meine Lieben,

es ist so schwer. Mein Schatz hat das Mittagessen um sich geschmissen, er ist so verzweifelt, hoffnungslos und wütend. Er hat solche Schmerzen, habe ihm grade die dritte Dosis Oxynorm gegeben. Muss nun arbeiten gehen bis 6 Uhr, aber da der Arbeitsplatz bei der alten Dame nur 3 Gehminuten von hier ist, werde ich zwischendurch schnell nach Hause gehen und schauen wie es ihm geht.

Ich muss mich so zusammenreissen, dass ich nicht verzweifle und Ruhe bewahren kann. Lieber Gott gib mir Kraft!

Er sagte zu mir, dass es viele Leute gäbe, die ihn schon aufgegeben haben, dass es nur nur ein dahinvegetieren sei bis zum sterben. Habe ich ihn auch aufgegeben? Diese Frage quält mich, ich versuche loszulassen, ja, ich versuche, ihn nicht zu quälen mit Alltagsdingen, ja, aber ihn aufgeben? Bin sehr ratlos. Mein Herz ist voller Schmerz.

Grüsse Euch alle ganz herzlich aus dem verregneten Schweizer Jura.

Eva

hope38 13.02.2007 13:52

AW: ich fasse jetzt Mut ...
 
Ihr Lieben!
Danke Dir, Birgit, für Deine lieben Worte. Ich verstehe so gut, was Du sagen willst und Deine Worte berühren mein Herz.
Wir sind einer schweren Lebenskatstrophe gegenübergestellt worden und ich kann nur für mich sagen, daß ich mich dem rebellisch gegenüber stellen werde, bis zum Letzten. Ich werde den Krebs nicht akzeptieren. Er ist vielleicht wirklich mein Feind. Wenn es denn so sein soll, dann ist es wohl so. Diese Haltung der Ablehnung setzt in mir Kräfte frei. Und wenn ich so verzweifelt bin, daß mich die Angst so sehr packt, daß ich sie nicht runterdrücken kann, dann muß ich das Ventil der Tränen öffnen. Sie fließen und mit ihnen geht die Angst ein Stück weg. Ich sehe wieder klarer und kann mich neu sortieren.
Ja, ich weiß, niemand weiß, was morgen ist. Früher habe ich auch oft gesagt, um Entscheidungen zu rechtfertigen "Wer weiß, vielleicht werde ich morgen vom Bus überfahren?" Aber geglaubt habe ich es nicht wirklich. Es ist eine eher abstrakte Angst, die diese Sätze zum Ausdruck bringen. Anders als die Angst, die wir leben, die wahre Todesangst angesichts einer schrecklich unberechenbaren Krankheit. Sie ist real. Das ist der Unterschied, den ich empfinde. Ich weiß, daß wir nicht unsterblich sind und doch ist diese Idee in unseren Köpfen verankert, wenn wir heranwachsen. Auf einmal ist alles anders. Das ist gewaltig. So viel verändert sich, wird einem genommen, daß man manchmal schutzlos sich fühlt. Allein und unendlich traurig. Die Neugier auf die Zukunft fällt nicht leicht. Keinen Mut oftmals. Ich weiß, Du verstehst genau,wie ich es meine. Ich kann das nicht so ausdrücken.
Doch auch in mir ruht Kraft und Hoffnung und Mut und auch Liebe. Nur oftmals komme ich an manche Gefühle nicht heran, sie scheinen so weit oben zu hängen, daß ich sie nicht erreichen kann. Ich werde wachsen in dieser Situation und dann reiche ich auch nach gaaanz oben, nicht wahr?
Sei herzlichst umarmt, Deine kleine Leena

Liebe Eva,
über Deinen Worte der "Aufgabe" blieb ich sitzen. Habe überlegt, daß es ein schmaler Grat ist zwischen "jemanden loslassen" und "jemanden aufgeben". Verdammt schmal. Aber da kann ich nur sagen "Wenn das Herz voller Liebe ist, dann ist es Loslassen. Wenn man nur Angst spürt vor dem, was eventuell kommt, dann ist es vielleicht Aufgabe"
Und Dein Herz, meine liebe Eva, ist voller Liebe für diesen Mann, der nun so unendlich leidet und der so verzweifelt ist, daß es mir beim Lesen schon weh tut!

Liebe tapfere Eva, teile Deine Sorgen mit uns, vielleicht hilft es Dir, zu schreiben, was Dich umtreibt.

Ich drücke Dich,
Leena

Birgit4 13.02.2007 15:40

AW: ich fasse jetzt Mut ...
 
Liebe Eva,
habe deine Worte gelesen....
Ich kann seine Wut sehr gut verstehen....
Ich war auch mal so wütend...ich wollte "Leben" und habe mich 6 Monate von meinem Mann getrennt...,ich habe ihn von mir gestossen (innerlich) ich wollte das er mich vergisst;Und weiß du warum!
Ich wollte das er mich nicht mehr liebt....damit es ihm nicht so weh tut wenn ich sterbe.Ich habe mich auch von den Kindern versucht abzunabeln;ich will nicht das sie meinetwegen weinen.Ich will nicht das sie sehen, wie ich irgenwann sterbe...ich möchte nicht in ihre weinenden Augen schauen,voller Verzfeiflung.
Und ich kann nicht bleiben....um ihre Tränen zu trocknen.
Mir laufen die Tränen wärend ich dieses hier schreibe......

Dein Schatz will "Leben"mit dir....und er darf nicht.
Er sieht wie du leidest....und er will nicht das du leidest.
Nehme ihn in den Arm,ganz fest lasse ihn nicht los...und sage ihm wie du denkst....damit er versteht.
Ich bin jetzt richtig kaputt....weil das sind Gefühle einer Betroffenen.
Deine Birgit

Birgit4 13.02.2007 15:52

AW: ich fasse jetzt Mut ...
 
Ja liebe Leena,
du wirst wachsen,auch deine Familie wird wachsen und verstehen.
Mal ganz erlich wenn wir keine Kinder oder Familie hätten.
Würden wir denn auch so denken wie jetzt ?Oder wäre es dann viel leichter zu akzeptieren.
Entschuldige die blöde Frage.....
Aber ich habe mir gerade ganz ernshaft Gedanken darüber gemacht.
Wäre es dann nicht viel einfacher? "Loszulassen"
Wie siehst du das...
fetten Knuddler an dich :knuddel:........
Deine Birgit

hoppit 13.02.2007 16:59

AW: ich fasse jetzt Mut ...
 
Liebe Eva und an alle anderen Lieben die hier sind;

ich kann mich nur den anderen anschließen. Genau diese Reaktionen oder Überreaktionen sind sicher nur aus Verzweiflung. Unsere Partner wollten doch ein ganz anderes Leben mit uns. Mein Mann sagt immer: Ich kann doch nicht den Kleinen alleine lassen. Erst wünsche ich mir ein Kind und dann muss es solche Dinge miterleben.
Am meistens ärgert ihn, wenn Dinge nicht so gehen wie er es sich wünscht. Unser Sohn will toben und herumbalken. Jedoch kann er oft nicht der Vater sein, der er gerne wäre. Diese Krankheit diktiert ihn oft einen ganz anderen Weg.
Auch ich schicke euch allen viel Kraft und Mut.
Alles Liebe
hoppit (Andrea)

hope38 13.02.2007 17:55

AW: ich fasse jetzt Mut ...
 
Liebe Birgit!
Wenn wir allein wären, ja, ich denke, dann wäre es einfacher. Denn bei mir ist es so, daß ich, wenn ich ans Sterben denke, nicht an mich denke, sondern an die Menschen, die ich zurücklassen würde:weinen: . Mein Mann sagte neulich, daß es für Angehörige sooo schwer ist, weil die Angst vor dem Verlust so groß ist. Ich denke, deswegen wäre es vielleicht "leichter", wenn man allein wäre. Aber hmm, genau weiß ich das nicht. Wenn man allein ist, dann hat man vielleicht andere Sorgen. Bestimmt sogar.
Für mich sind meine Kinder und mein Mann der Motor,der mich antreibt. Daß wird für Dich sicher auch so sein, denke ich. Ich umarme Dich, Du starke Frau!

LG, Leena

Liebe Andrea,
ich kenne diese Gefühle, die Dein Mann wohl erlebt, wenn er an die Grenze dessen kommt, was er als Vater machen möchte:(. Durch das Stoma darf ich meine Kinder ja nicht mehr heben. Und Du kannst mir glauben, ich bin manchmal ganz neidisch, wenn mein Mann die Kleine hochhebt und trägt... So banale Dinge tun einem dann weh und zeigen die Grenze ganz deutlich. Ich habe sogar im Auto einen Hocker, damit die Kleine in den Autositz klettern kann. Das ist jedes Mal die Begegnung mit der Krankheit:cry: . Mein Vater sagte neulich deswegen zu mir, es sei ja nicht so schlimm, wenn man die Kinder nicht heben könne, das sei ja nur ein "kleiner Stein". Ich habe entgegnet, daß aber aus vielen kleinen Steinen ein riesiger Felsen wird...

Liebe Grüße,
Leena

Birgit4 13.02.2007 20:04

AW: ich fasse jetzt Mut ...
 
Liebe Andrea,
ich möchte dich auch mal ganz doll in meine Arme :knuddel: nehmen.
Es ist so schwer,meine Tochter weiß heute noch ,dass ich sie nicht tragen dürfte.Sie streichelt oft meinen Bauch,und sieht sich die Narben an.Ich habe ihr erzählt,dass mein Darm und meine Leber krank waren.Und wenn sie heute ihre Arme um meinen Bauch legt,und mir zeigen will wie stark sie ist...und mich ganz doll drücken will,muß ich auch immer zu ihr sagen;Leonie stop,das reicht .Toben ist auch nicht mehr.Aber wir machen andere schöne Sachen.Sie ist ein sehr verständnisvoller kleiner Mensch.Meine Kinder und ich haben ein sehr enges freundschaftliches Verhältniss.
Ich denke durch meine Krankheit haben meine 3 Töchter viel gelernt.Meine 2 Söhne 29,und 27 waren schon ausgezogen.Sie haben nie mit mir über meinen Krebs geredet,die beiden haben immer gesagt du schaffst das schon.
Ja so sind die lieben Kinder....
Liebe grüße an dich....
deine Birgit

Tanja3101 14.02.2007 09:10

AW: ich fasse jetzt Mut ...
 
Zitat:

Zitat von sunnypunkie (Beitrag 362391)
... mich an Euch zu wenden mit meiner/unserer Geschichte.

Hallo zusammen!

Im Mai 2005 erhielt mein Freund die niederschmetternde Diagnose "Anal Carzinom".

Es folgte eine kombinierte Radiochemotherapie, welche insgesamt 5 Wochen dauerte. Im August 2005 wurde er operiert und erhielt ein Stoma.

Die endgültige Diagnose war erschütternd und schockierend. Der Tumor hatte teilweise die Darmwand durchbrochen und benachbartes Gewebe befallen (T3-4). Zudem waren viele Lymphknoten infiziert, welche nicht alle operativ entfernt werden konnten. Ein Abszess an der Operationsstelle bildete sich, welcher im Krankenhaus nicht erkannt wurde (Blutbild nicht regelmässig kontrolliert !!!). Er wurde aus dem KH entlassen mit grausamen Schmerzen, ich wusste mir nicht anders zu helfen als den Notarzt kommen zu lassen, welcher ihn sofort wieder mit Verdacht auf Blutvergiftung ins KH einwies - gerade noch rechtzeitig.

Nun, er erholte sich langsam und im Oktober 2005 konnte die neoadjuvante Chemotherapie (FOLFOX-Schema) beginnen. Die 12 Zyklen mit Port hat er relativ gut überstanden, wenn auch mit heftigen Nebenwirkungen. Dreimal konnten sie die Therapie nicht durchführen, weil die Blutwerte einfach zu schlecht waren. Zudem litt er sehr unter dem "Kribbel-Syndrom" in Händen und Füssen. Im April dieses Jahres hatte er das Ende der Chemo erreicht und eine anschliessende Darmspiegelung und CT ergaben keine auffälligen Resultate, also alles im grünen Bereich. Welch eine Erleichterung!

Im Juni 1006 wurde das Stoma rückverlegt - OP ohne Komplikationen. Ein Besuch bei einem Neurologen ergab, dass verschiedene Nervenstränge in Händen und Füssen geschädigt oder sogar schon abgestorben sind. Heute noch plagen ihn oft wahnsinnige Schmerzen. Medikamente wollte er aber keine nehmen!

Die nächste Nachsorgeuntersuchung in November ergab, dass Lymphknoten "auf Höhe der Niere" mit Tumorzellen befallen sind. Das einzig Positive ist, dass bisher kein Rezidiv gewachsen ist. Mein Freund ist sehr enttäuscht und rechnet fest damit, dass der Krebs nun fortschreitet. Die Aerzte reden auch nicht mehr von einer Heilung sondern "Lebensverlängerung". Am letzten Freitag wurde eine PET-Untersuchung durchgeführt, die Ergebniss haben wir natürlich noch nicht. Er wird wieder Chemo und zusätzlich Antikörper bekommen, das haben uns die Aerzte schon vorweg gesagt.

Leider hat er sich seit Beginn der Erkrankung sehr verändert, psychisch. Ist agressiv geworden, wird oft sehr böse und ich kann ihm fast nichts mehr recht machen. So ist unser Zusammenleben sehr schwierig und für mich sehr schmerzhaft geworden. Er rechnet mit dem schlimmsten, ich musste ihm z.B. eine Adressliste für Todesanzeigen zusammenstellen! Hab es natürlich gemacht, aber mit dem Hinweis, wir könnten diese Liste auch für Weihnachtskarten benutzen.:rolleyes: Natürlich verstehe ich ihn, möchte ihm helfen, möchte ihn lieben, aber es fällt mir manchmal so schwer, er sieht alles nur noch negativ.

Ach, es gäbe noch so viel zu schreiben. Kann ich ja später noch. Bin erst mal froh, den Mut gefunden zu haben, hier zu schreiben ;)

Wünsche Euch allen noch schöne Feiertage und denen viel Kraft, die es brauchen können. Danke, dass Ihr mir zugehört habt!

Herzliche Grüsse
sunnypunkie-Eva


Hallo Eva,

ich bin heute das erste Mal hier im Forum, lese aber schon länger.
Kurz zu meiner Geschichte: Im Oktober 2006 wurde bei meinem Mann ein Nierenkarzinom festgestellt, komplett entfernt und z.zt. geht es ihm gut. seit letzter woche weiss ich dass meine Mutter ein Rektum karzinom hat, sie wird morgen operiert und es sieht so aus, als ob schon Metastasen in der LEber sind. Da ich mich seit Monaten mit diesem Thema beschäftige mit der Hilfe meiner Homöopathin möchte ich euch einen Rat geben, den auch meine Mutter nach der OP befolgen wird:

Wenn die Schulmedizin Deinen Freund aufgegeben hat, versucht es mit der biologischen Therapie. Schau die die Internet Seite der PRO LEBEN Klinik in Gera an und www.biokrebs.de. Hier gibt es noch Hoffnung auf Heilung da der gesamte Organismus behandelt wird und auch die Psyche. Dein Freund soll die Visualisierungsmethode nach Simonton erlernen, durch diese Methode sind die meisten Spontanheilungen eingetreten.Es gibt sehr viele Menschen, die selbst mit der aussichtslosesten Diagnose der Schulmedizin wieder gesund geworden sind. Meine Mutter wird sich gegen eine Chemo entscheiden und die biologische Therapie machen, denn der Körper soll nicht geschwächt sondern gestärkt werden, wie soll er sich sonst gegen den Krebs wehren?

Dein letzter Eintrag war im Dezember, ich weiss natürlich nicht, was inzwischen passiert ist und würde mich freuen, wenn Du mir zurückschreibst.

Liebe Grüsse und viel Kraft
Tanja

sunnypunkie 14.02.2007 11:00

AW: ich fasse jetzt Mut ...
 
Liebe Tanja,

Mein Lebenspartner hat sich für eine Behandlung der Schulmedizin entschieden. Alle anderen Alternativen lehnt er für sich ab. Ich akzeptiere diese, seine Entscheidung und trage sie so gut es geht mit.

Ich möchte Dir und Deinen Angehörigen alles Liebe und Gute wünschen. Besonders auch Deiner Mutter, ich wünsche ihr sehr, dass der von ihr gewählte Weg ihr helfen wird.

Herzliche Grüsse
Eva

sunnypunkie 14.02.2007 11:18

AW: ich fasse jetzt Mut ...
 
Hallo Ihr Lieben alle,

Ja, mit der Frage des Unterschiedes zwischen "Aufgeben" und "Loslassen" beschäftige ich mich zur Zeit sehr.

Ich bin jetzt zur Ueberzeugung gelangt, dass es eigentlich kein grosser Unterschied gibt. Auf-geben, ich gebe ihn mit seiner Krankheit, seinem Leiden hinauf zu meinem Schöpfer, ich kann das nicht allein tragen und brauche Unterstützung. Loslassen könnte für mich bedeuten, auch mein Leben so gut es geht zu leben und nicht mein ganzes Dasein auf meinen kranken Partner abzuschieben.

Wir sind alle von dieser Krankheit Krebs betroffen. Sie beeinflusst unser tägliches Leben, es geht nicht mehr alles so einfach wie früher. Dass da Wut und Verzweiflung, vor allem beim kranken Angehörigen ausbricht, ist verständlich und nachvollziebar. Trotzdem verletzen mich die Ausbrüche meines Freundes oftmals sehr. Besonders jetzt grade, da ich noch nicht 100-prozentig wieder fit bin. Ich war ja 3 Tage im KH zur Beobachtung wegen meiner Lunge und er hat mich nicht ein einziges Mal angerufen. Er sagte, er könne sich nicht auch noch um mich kümmern. Ich war sehr traurig und bestürzt, Selbstmitleid kam in mir hoch.

Ja, ich klopfe an die Tür - bei Gott. Und es wird mir aufgemacht, ich kann meine Sorgen und Aengste mitteilen. Oft bin ich ungeduldig und denke, er muss doch jetzt ein Wunder passieren lassen und mir jetzt sofort helfen, damit ich diesen inneren Druck, diesen Schmerz loswerde. Doch dann beruhige ich mich wieder und spühre Kraft, Kraft diese Zeit auch als weiteres Mosaiksteinchen meines Lebens zu betrachten und mein bestes zu geben.

Eure Worte berühren mich sehr, aber noch mehr als das, weiss ich, dass ich nicht allein bin, dass Menschen hier sind, die verstehen. Und das sehe ich auch als ein Geschenk Gottes an. Er wollte es so, sonst hätte ich ja dieses Forum und somit Euch alle, gefunden. DANKE, DANKE, DANKE.

Heute früh musste mein Schatz ins KH wegen der Chemo. Er wollte partout selber fahren, wollte seine Medis nicht nehmen, auch keine Schmerzmittel. Gestern nacht hörte ich ihn stöhnen und fluchen, er hatte grosse Schmerzen, wollte aber nichts nehmen. Ich konnte das nicht mehr mitanhören und habe die Türe geschlossen und gehofft, endlich schlafen zu können. Es ist bei weitem nicht sicher, ob sie die Chemo machen können heute, bin auch, ehrlich gesagt, einfach skeptisch, ob diese Chemo ihn nicht noch weiter hinunterzieht. Aber es ist seine Entscheidung.

Bitte entschuldigt, dass ich ein bisschen wirr geschrieben habe, ich wollte einfach, habe einfach meine Gefühle laufen lassen und diese so niedergeschrieben.

Wünsche Euch einen schönen, beschwerdefreien Nachmittag.

Ich denke an Euch :remybussi :remybussi

Liebe Grüsse
Eva

hope38 14.02.2007 16:00

AW: ich fasse jetzt Mut ...
 
Liebe Eva!
Deinen Schmerz kann ich soo sehr spüren. Es ist traurig, daß Dein Freund nicht die Kraft hatte, sich um Dich zu kümmern. Er scheint mir in einer Art von Kokon zu leben und es kostet seine ganze Kraft, jeden Tag irgendwie zu überstehen. Es ist natürlich sehr schmerzvoll, daß er seine Wut und Machtlosigkeit an Dir ausläßt... Kannst Du ihm nicht mal einen Brief schreiben über Deine Gefühle? Würde das etwas helfen? Einen Moment nur? Ich wünschte es Dir!

Zum "Aufgeben" und "Loslassen" würde mir spontan einfallen, daß ich mit dem Aufgeben etwas Negatives verbinde, wie weglaufen oder wegschauen etwa. Absolute Mutlosigkeit.
Loslassen dagegen hat für mich mit Liebe pur zu tun. Loslassen müssen wir Menschen ja so oft im Leben, selten so dramatisch wie in schweren Krankheitssituationen. Loslassen muß ich zB meine Kinder, sie in die Welt hinausgehen lassen, stehenbleiben, weil ich nicht mitgehen kann, ihnen die Verantwortung übergeben, aber doch immer eine Hand bereithaltend, um sie zu stützen,wenn sie schwanken, um sie zu heben, wenn sie fallen. So sehe ich mein Leben in der Familie (mag zB das Wort "ErziehunG" gar nicht; für mich ist es ein Begleiten).
Vielleicht ist das Loslassen eines geliebten Menschen die größte Herausforderung für uns? Das Loslassen ist Liebe, da bin ich mir sicher.

Ich wünsche Dir einen friedlichen Tag!

Herzliche Umarmung,
Leena

hope38 14.02.2007 16:03

AW: ich fasse jetzt Mut ...
 
Mein lieber Peter, Du gute Seele!

Mensch, was Du da erlebt hast, ist wunderschön! Ich freue mich für Dich!!! Hast Du viele Worte aufsaugen können von dem, was der Missionar Dir gesagt hat?
Kennst Du eigentlich das Buch "Frederik, die Maus"? Wenn nicht, erzähle ich Dir gern die Geschichte. Sie ist ein schönes Sinnbild für viele wertvole Dinge in unserem Leben!

Auch ich schätze mich glücklich, Euch begegnet zu sein. Auch wenn es oft Schmerz und Traurigkeit bedeutet, wenn ich lese, wie schlecht es manchem geht...doch es bringt mich ganz tief an mein inneres Ich und ich kann viele Gefühle neu sortieren!

Danke Euch allen!

Liebe Grüße an Dich, Peter,

Leena (Du darfst mich auch weiterhin "hope" nennen;))

sunnypunkie 14.02.2007 20:22

AW: ich fasse jetzt Mut ...
 
Liebe Leena,

Deine Worte zum Thema "Loslassen" haben mich sehr berührt, muss noch darüber nachdenken, was loslassen wirklich für eine Bedeutung für mich hat.

Ich musste meine Tochter zum Beispiel loslassen. Sie ist heute 24 und lebt ihr eigenes Leben, es war sehr schwer für mich am anfang. Wir waren jahrelang ein eingeschworenes Team und irgendwann sagte sie, sie wolle nun auf eigenen Füssen stehen. Es fiel mir unheimlich schwer, sie gehen zu lassen, mit der Zeit aber fasste ich Vertrauen, Vertrauen in sie, meine Tochter, dass sie fähig ist, ihr eigenes Leben zu leben. Und sie schafft das ganz gut, auch ohne mich ;) . Die Vertrautheit, die Liebe bleibt aber unverändert zwischen uns, auch wenn wir uns nicht mehr oft sehen und unser Kontakt grösstenteils aus e-mail und Telefonaten besteht (sie wohnt weit weg).

"stehenbleiben, weil ich nicht mitgehen kann", ja das muss ich wohl bei meinem Freund, in Liebe stehen bleiben und ihn in Liebe gehen lassen. Ist das ein Loslassen? Ich glaube schon.

Danke, liebe Leena, für die Anstösse zum Nachdenken.

Herzliche Grüsse
Eva

sunnypunkie 14.02.2007 20:59

AW: ich fasse jetzt Mut ...
 
Lieber Peter,

das ist ja eine wunderbare Geschichte. Siehst Du, Gott lenkt unsere Wege, wir müssen es nur zulassen und daran glauben.

Ich brachte es nicht übers Herz mit meinem Freund zu schimpfen, obwohl mich die Sache schon verletzt hat, wie gesagt. Es ist so, wie Leena sagt, er befindet sich in einem Kokon aus Leid, Hoffnungslosigkeit und Schmerz. Ich weiss aber, dass er mich auf seine Art liebt, sicherlich manchmal eine verquere Art, die ich oft nicht ganz verstehe.

Er sagte mir heute abend, dass Gott ihn büssen lässt, für all die Fehler, die er in seinem Leben begangen hat. Er sagt, Gott sei grausam und lässt ihn leiden. Erst wusste ich gar nicht was sagen und dachte "lieber Gott, gib mir nun die richtigen Worte!". Ich erzählte ihm von Jesus, der für uns ans Kreuz ging, für unsere Sünden und er für uns einsteht bei Gott, wenn wir ihn darum bitten. Jesus, der ebenso verzweifelt war, damals im Garten Getsemane, als er voller Angst war. Er hat dasselbe erlebt, aber den Willen Gottes akzeptiert. Zum Schluss habe ich das Vater unser mit ihm gebetet. Er wurde ganz ruhig, seine Gesichtszüge glätteten sich, Tränen leuchteten in seinen Augen.

Ich kann all jene Menschen gut verstehen, die sagen, Gott sei grausam (habe ich auch schon gedacht). Dass er Menschen so leiden lässt und soviel Leid und Grausamkeit in der Welt zulässt. Ich denke aber auch, jeder Mensch hat die Wahl für den Weg, den er gehen will.

Ach Peter. Was mir heute in den Sinn kam: mir scheint, Du bist ein Hobbykoch gell? Wie wärs, wenn Du ein Thema eröffnen würdest etwas mit dem Titel "Peters gesammelte Rezepte"? Wir könnten uns dort Anregungen dort holen, wenn wir mal wieder ratlos vor den Kochtöpfen stehen ;)

http://www.gifart.de/gif234/essen/00003073.gif

Lieber Peter, ich wünsche Dir einen wunderschönen Abend mit Deinen Kindern!

Herzliche Grüsse
Eva

hope38 14.02.2007 21:15

AW: ich fasse jetzt Mut ...
 
Liebe Eva!
Ich nochmal und nur ganz kurz:

Neulich schrieb ich schon mal, daß es ja auch sein könnte, daß Gott den Menschen hilft, Leiden zu durchstehen, sie aber keinesfalls verursacht. Vielleicht ist Gott nicht derjenige, der die Menschen straft oder sie büßen läßt, sondern daß das Dinge des Schicksals sind? Vielleicht ist Gott dann einfach da, um den Menschen an die Hand zu nehmen, um ihn zu halten, um ihn zu fangen? Könnte das für Deinen Freund eine Versöhnung sein?

Ich hoffe, ich trete niemandem zu nahe. Ist nur meine Überlegung dazu.

Liebe Grüße,
Leena

sunnypunkie 14.02.2007 21:22

AW: ich fasse jetzt Mut ...
 
Liebe Leena,

ich bin ganz Deiner Meinung. Das Schicksal hat "zugeschlagen", keinesfalls ist das Gottes Werk! Wir haben aber die Gelegenheit, seine ausgestreckte Hand zu ergreifen und uns führen zu lassen.

Was meinen Freund plagt, sind seine vielen "Fehler", die er in seinem Leben begangen hat. Er hat Angst, dass diese ihm nicht verziehen werden und er dann mal "Kohle schaufeln" muss (seine Worte). Mit andern Worten, er hat Angst, in die Hölle zu kommen. Ich versuchte ihn wie oben beschrieben zu beruhigen. Das hätte ich wohl klarer ausdrücken sollen.

Herzliche Grüsse :knuddel:
Eva


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