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junge Frauen und der Tod der Mutter
nochmal an sandrah
entschuldige die vielen fehler, aber ich konnte sie rein technisch nicht korrigieren... |
junge Frauen und der Tod der Mutter
hallo damaris,
nur eine frage, was ist das für ein gott an den du glaubst, der meine und auch deine mutter sterben liess? es gibt keinen grund einen so wunderbaren menschen gehen zu lassen wie es meine mutter ist. was soll das für ein gott sein? welcher gott lässt so etas zu? alessa |
junge Frauen und der Tod der Mutter
Liebe Alessa,
der Gott an den ich glaube, hat mir ewiges Leben ohne Leid versprochen. Ich weiss, meine Mutter ist jetzt dort. Ich kann Dein Zweifeln verstehen, ich habe mich dass vor einigen Jahren auch gefragt, habe viel an Gott gezweifelt und mir überlegt, ob ich das richtige glaube. Erst als meine Mutter krank wurde, hab ich mich ihm wieder zugewandt. Warum lässt er die Menschen so leiden, warum lässt er die Kinder dieser Welt verhungern? Warum tut er nichts dagegen, dass unsere Kinder missbraucht werden? Ich habe darauf sicherlich nicht die Patent-Antwort. Ich bin christlich erzogen, mein Leben lang war ich überzeugt, dass es ihn gibt. Und warum all diese schrecklichen Dinge passieren, kann ich nur der Bibel entnehmen - Er hat uns ganz oft versucht, uns Menschen zur Umkehr zu bewegen, er wollte nicht, dass wir in unser Verderben rennen. er hatte doch alles so gut geplant.....ein Paradies, in dem wir alle immer leben. Durch unsrer Schuld ( unserer Vorfahren, usw.) haben wir das vermasselt. Immerwieder hat er gesagt: Seit gut zu einander, liebt Euch. Die Menschen aber wollten nicht an ihn glaube, wollten sich nichts vorschreiben lassen und sündig leben. Deshalb hat Gott damals alles ausgelöscht, ausser Noah und seine Familie. Und er hat geschworen, dass er das nicht noch einmal tun würde. Die Menschen aber wollten es nicht besser machen. Und Gott wollte sich nicht mehr so einmischen, und hat uns uns selbst überlassen. Glaube mir, er ist ein guter Gott, und es tut ihm weh, zu sehen, was die Menschen aus seiner Erde machen und wie sie sich gegenseitig verachten und ermorden. Denen, die hier auf der Erde dieses Leid ertragen müssen und trotzdem an ihn glauben, denen ist der Weg zur Ewigkeit offen. Und ich freu mich wahnsinnig darauf, auf eine nicht endende Zeit mit meiner Mama und vielen anderen wundervollen Menschen. Vielleicht verstehst Du jetzt ein wenig, wieso ich trotz allem Leid an ihn glaube. Und das Schöne hier auf der Erde ist: ich habe immer einen Freund, bin ich auch noch so allein; er fängt mich auf, wenn falle, auf ihn darf ich all meine Sorgen abladen und er hält mich wie ein Vater sein Kind in seinen starken Armen. Und egal, was ich für´n Mist baue, er hält immer zu mir, liebt mich mit all den Macken,so wie ich bin. Ohne, dass er was von mir verlangt. Er liebt mich und verlässt mich nie. Damaris |
junge Frauen und der Tod der Mutter
hallo damaris,
eigentlich möchte ichdas thema gott hier nicht vertiefen. ich akzeptiere und respektiere auch deine einstellung bezüglich deines glaubens. ich persönlich kann damit nichts anfangen. nehm es nicht persönlich, ich rede jetzt von mir, aber wenn ich dein statement lese, kommt in mir nur ein sehr theoretischer gedanke. auf mich wirkt es, als wäre es die einführung der neusten ausgabe der zeugen jehowas. glaube kommt von innen, stützt sich nicht auf überlieferte sagen (wie z.B. die arche). es ist dein glaube, dass dein gott uns beschützt. wenn dir das kraft gibt, dann ist das gut für dich. ich persönlich kann mit gott nur noch sehr wenig anfangen. auf bibelzitate gab ich noch nie etwas. sie sind nicht projezierbar - und wenn, dann nur sehr individuell, so wie es der leser gerne hätte. wörtlich übertragen gibt es sie fast nur bei den zeugen jehowas. wie gesagt, es ist MEINE einstellung. so wie ich deine nicht verurteile, hoffe ich auch, dass du mich verstehst. zudem glaube ich auch, dass der glaube des einzelnen auch sein eigener bleiben sollte. ich würde mich hüten, andere menschen überzeugen zu wollen. soviel von mir zum thema. zum schluss nochmals, ich greife dich persönlich nicht an. ich hoffe du verstehst das auch so. schöne grüsse alessa |
junge Frauen und der Tod der Mutter
hallo alessa,
habe ich Dir versucht, meinen Glauben aufzudrücken? Ich glaube nicht. Ich habe erzählt woran ich glaube an Gott - und man kann mich und meine Statements nicht mit den Zeugen Jehovas in Verbindung bringen nur weil ich etwas aus der Bibel erzählt habe. Mein Glaube kommt von innen, ich stütze mich nicht nur auf die Bibel. Stell Dir vor, ich kann ihn spüren, mit ihm reden und er redet auch mit mir. Das es den Bestseller Bibel gibt, darüber bin ich nur dankbar, denn sie überliefert wirklich viele Dinge, die einem helfen, zu glauben. Ich auf jeden Fall wüsste nicht, wie ich damit leben sollte: Der Tod ist das Ende und danach ist nichts mehr. Ich finde, es ist schwieriger dann, einen Tod zu verkraften, wenn man dann weiss, man sieht den Menschen nicht wieder. Es tut gut, zu wissen, dass ich meine Lieben wiedersehen werde. Und es tut gut, den Tod anders sehen zu können, als wie Menschen, die nicht glauben. Denn ich glaube, der Tod ist der Durchgang zum ewigen Leben. Für mich ist das Ende der Anfang. Der Anfang zu meinem Leben ohne Schmerzen und ohne Leid. Damit, finde ich, lässt es sich leichter leben als ohne Glaube. Mit diesem Wissen ist Sterben für mich nicht mehr ganz so schmerzlich. Wenn Du von der Bibel erzählst, merkt man, dass Du Dich dafür nicht interessierst. Denn das was Du sagst, stimmt nicht so ganz. Man kann sie perfekt projezieren und viele Gleichnisse aus der Bibel zeigen mir Wege, Lösungen und man kann sie auf viele heutige Situationen genauso beziehen wie damals. Das Schöne daran finde ich z.B., dass es immer um Liebe und den Umgang mit seinen Mitmenschen geht. Die 10 Gebote finge ich, sind doch nur die erste Ausgabe eines Gesetzbuches, nur, dass in unseren Gesetzbüchern steht, wieviel Jahre man für die Vergehen kriegt. Gott sagt, Du sollst nicht töten. Aber er bestraft nicht. Sorry, ich will hier keinen meinen Glauben aufzwängen, habe auch vorher nicht viel darüber geschrieben, denke ich. Liebe Alessa, Ich lasse jeden so leben, wie er leben möchte ohne ihn deswegen angreifen zu müssen oder ihm reinzureden. Das Recht habe ich nicht. Predigen aber tun wir Christen wirklich gerne, wir wünschen uns natürlich, dass nicht so viele Menschen in ihr Verderben rennen,würden gerne überzeugen, dass es noch mehr gibt, als das Leben hier und möglichst vielen den Weg zum Paradies weisen. Aber wie gesagt, ich hatte es hier nicht vor, fühl Dich also bitte nicht so angegriffen. Irgendwie schien es mir, das Du Wut im Bauch hast und ich kam mir vor, wie mit giftigen Pfeilen beschossen. Sorry, das war lediglich ne freie Meinungsäusserung meinerseits,Du weisst ja, Du musst ja nichts annehmen. Aber erzählen darf man doch, oder? Hatte echt nicht vor, Dich auf 180 zu bringen, sorry. Damaris |
junge Frauen und der Tod der Mutter
hallo damaris,
du hast mich nicht auf 180 gebracht noch angegriffen. auch habe ich nicht behauptet, du wolltest jemandem deinen glauben aufdrücken. schade finde ich trotzdem, dass du, obwohl ich darauf hingewiesen hatte, mein statemant doch als "angriff" gesehen hast. ansonsten hättest du wohl nicht so ausführlich und persönlich reagiert. ich habe mehrmals daraufhingewiesen, dass ich deine meinung respektiere, deswegen muss ich nicht konform gehen. falsch ist, dass ich mich nicht für die bibel interessiere, das habe ich ausführlich getan. ich habe meine meinung dazu, du deine - völlig legitim. dass ich wut im bauch habe ist durchaus richtig erkannt, und ich denke, dass ich hier im forum nicht die einzige bin. aber ich möchte mich ehrlich gesagt auch nicht weiter über religion bzw. glauben unterhalten es ist der glaube, der glaube des einzelnen - und ein thema das wahrlich bodenlos ist. eben glaube, nicht wissen! diesen muss jeder für sich finden, wo immer er auch endet. daher: es ist schön, dass dich dein glaube tröstet, dir halt gibt. herr je, ich will keine grundsatzdisskusion auslösen. ich wünsche dir / euch eine gute nacht alessa |
junge Frauen und der Tod der Mutter
hallo sandrah,
wie ist der tag verlaufen? ich denke ich habe bald wieder alles im griff mit aol. dann starten wir ein neues, ja? bis dahin melde dich doch hier. grüsse und eine gute nacht alessa |
junge Frauen und der Tod der Mutter
hallo alessa,
ich will hier auch keine Glaubensdiskussionen auslösen, wie Du sagst: Jeder glaube dass, was er für richtig hält oder womit er sich wohlfühlt. Ein zweites Mal ausgeholt zu dem Thema habe ich, weil es mich schon etwas verletzt hat, dass Du mich mit den Zeugen Jehowas vergleichst, für mich ist das eine Sekte. Und ich wusste nicht so ganz, wie ich den Satz verstehen soll, dass Du Dich hüten würdest, andere überzeugen zu wollen. Angegriffen hab ich mich nicht gefühlt, es ist ja Deine Meinung. Und dass es etwas länger wurde liegt lediglich daran, dass ich gerne viel erzähle und viel Schreibe und ich es noch nicht gelernt habe (trotz aller Bemühungen), mich kürzer zu fassen, nicht, weil ich mich angegriffen fühlte. So, das sollen auch wirklich meine letzten Zeilen darüber sein, habe keine Lust, hier aus dem Forum jemanden zu vergraulen oder schlechte Stimmung zu produzieren. liebe Grüsse aus Marburg, auch an alle anderen, Damaris |
junge Frauen und der Tod der Mutter
Hallo Ihr Lieben,
wie geht es Euch denn ? Der 1. Todestag meiner Mami ist nun gewesen. Und Alessa, ja, es war ein Tag wie jeder andere. Der Tag davor und die 2 Tage danach waren eigentlich eher „besonders“. Der Tag davor war vor einem Jahr der Tag, an dem ich meine Mami das letzte Mal gesehen hab und als ich vom Büro nach Hause fuhr, es genauso heiß wie letztes Jahr war, da war der Schmerz doch wieder stärker wie ich, weil ich an meine Heimfahrt damals dachte und das Gefühl, noch sooo gerne bei ihr bleiben zu wollen. Am Todestag selbst...........hmm, bis auf den Zeitpunkt am Nachmittag, als ich auf die Uhr schaute und daran dachte, daß sie JETZT eingeschlafen sei, war es ein Tag wie immer. Komisch....... Da ich ja erst in 2 Wochen nach Hause fahr, konnte ich ja auch nicht auf den Friedhof gehen, ihr Blumen bringen ......... so verging dieser Tag, wie so viele andere in den letzten Monaten. Ich war traurig, aber gefaßt. Das Wochenende nun aber war wieder mal ein Wochenende der Gefühlsschwankungen. Dieser Sehnsucht nach ihr ist halt doch noch groß und manchmal, so auch diesmal hab ich dann plötzlich zu NIX Lust, trotz des schönen Wetters, trotz meines Willens, immer daran zu denken, wie kurz doch das Leben ist und „jede Minute deines Lebens, die du in Traurigkeit verbringst, verschenkst du 60 Sekunden deines Lebens“ So oder ähnlich war der Spruch. Aber die Tränen zu stoppen, tief Luft zu holen, das klappt nicht immer. Manchmal denke ich, ob wir uns es hier nicht schwerer machen, wie es so schon ist, durch unsere traurigen Gedanken, durch unsere vielen Fragen. Aber dann wieder, lese ich die Briefe, die wir hier geschrieben haben und denke, daß viele stillen Mitleser oder all die jungen Frauen, die in den nächsten Wochen, Monaten hier lesen, bestimmt so manch hilfreichen Satz lesen werden. Zu Alessa’s und Damaris Zeilen wollte ich nun auch noch kurz was schreiben. Ich selbst glaube an ......... Zeichen......... SIGNS. Mehr nicht. Ich bin nicht kirchlich erzogen worden, ich habe also nie beten gelernt oder bin nie mit meiner Familie in die Kirche gegangen. Oft habe ich trotzdem zu Gott gebetet, wenn ich allein war, wenn ich in einer Situation war, die mir soviel abverlangt hat, daß ich glaubte, es nicht allein zu schaffen. Wenn es mir gut ging nicht, toll, oder ? So bin/ war ich halt. In der bis jetzt schwersten Zeit meines Lebens, meine Mutti auf ihrem Leidensweg zu begleiten, da hab auch ich an nichts mehr glauben können. Vielleicht kommt die Zeit, ich erlebe etwas oder es passiert einfach und mein Glaube an ihn da oben ist da. Aber im Moment bin ich zu enttäuscht, zu verletzt, zu traurig, als an irgend jemanden/ etwas zu glauben. Ich versuche zu verstehen was passiert ist, damit zu leben. Mit dem Schicksal. Das allein ist schwer genug. Als ich oben ZEICHEN geschrieben hab........ da meinte ich z. B. am Todestag hab ich ganz liebe Post bekommen, jemand schickte mir ein kleines Buch und eine Karte, auf der ein Regenbogen war, Ich hab dieser Person nie erzählt, daß ich damals, diesen Regenbogen am Tag nachdem meine Mutti gestorben ist, morgens am Fenster gesehen hab. Solche „Zufälle“ kann man natürlich als Zeichen deuten oder nicht, ich deute sie, wie es mir grad in den Kram paßt :-) ich weiß, aber es macht mich glücklich und das ist doch schön, oder ? Ich hoffe, Ihr seid noch nicht alle im Urlaub, hm? Und wenn doch, dann halt ich hier die Stellung, ich hab ja erst im September paar Tage frei. Liebe Katrin, wann hast Du denn eigentlich genau Geburtstag ? Liebe Alessa, die Geschichte aus dem kleinen Prinzen, die „Lachenden Sterne“ ? Finde ich diese Geschichte auch hier im Internet ? Ich kenne sie (noch) nicht. So, für heute sag ich CIAO CIAO und winkewinke Sandra PS: Liebe Damaris, ich hoffe, das waren wirklich nur Deine letzten Zeilen zum Thema Glauben und nicht überhaupt, hm? Bis bald ! ! hoffe ich und auch Kiki und Mia ! ! und die, die hier schon mal reingeschaut haben ! :-) |
junge Frauen und der Tod der Mutter
Liebe Sandra,
schön, dass sich mal wieder jemand meldet. Ich glaube, die Hitze hat irgendwie alle etwas lahm gelegt, auch in vielen anderen Foren ist es ziemlich ruhig gewesen in den letzten Tagen. Ich versuche mir vorzustellen, wie es mir wohl gehen wird, wenn Mamas erster Todestag ansteht. Es sind heute erst fünf Wochen, seit sie gestorben ist, deswegen fällt mir das natürlich schwer. Aber ich schätze, ein Gedanke, der an einem solchen Tag (bei mir und sicherlich bei vielen anderen ) auftauchen könnte ist der, dass man kaum glauben kann, dass man den geliebten Menschen nun schon ein ganzes Jahr nicht mehr bei sich hat. Ich finde es überhaupt nicht schlimm, wenn du Phasen hast, in denen du einfach bloß traurig und lustlos bist. Es ist keine verschenkt Zeit; man kann nicht immer nur alles auskosten, das Leben genießen und keine Sekunde unglücklich sein, um keine wertvolle Zeit zu verschwenden. Die Trauer darf das Leben nur nicht bestimmen, das ist wichtig! Oder was meinst du? Wie gesagt, heute vor genau 5 Wochen ist Mama gestorben. (Das zu schreiben oder zu sagen finde ich immer noch merkwürdig – Begriffe wie gestorben, tot, Friedhof, Sarg und so was scheinen immer noch absurd im Zusammenhang mit meiner Mutter, als würde es einfach nicht passen. Gestern zum Beispiel habe ich mich mit meiner Tante unterhalten – Mamas Schwester – sie erzählte irgendwas und sagte „seit deine Mutter tot ist“. Da machte mein Herz richtig einen Hüpfer, begleitet von dem Gefühl sagen zu wollen „sag das nicht“. Aber warum soll man es nicht sagen; ich spreche ziemlich viel über das alles, vor allem mit meiner Schwester und meiner Tante, aber bestimmte Formulierungen sind doch recht eigenartig für mich. Dabei bin ich sicher niemand, der die Dinge nicht beim Namen nennen oder nicht akzeptieren kann. Seltsam) Ich war heute auf dem Friedhof, Blumen gießen. An der Stelle, wo die Urne begraben wurde ist jetzt nur ein Fleck ohne Gras, deswegen hat mein Vater eine Schale mit Blumen draufgestellt, bis der Stein kommt. Da habe ich darüber nachgedacht, dass 5 Wochen eigentlich furchtbar kurz sind. Mir kommt es aber die meiste Zeit so vor, als sei das alles schon ewig her: die Trauerfeier, das organisieren, selbst die Nacht, als der Anruf kam. Und es kommt mir vor, als sei es ewig her, dass ich Mamas Stimme zuletzt gehört habe, seit ich sie berührt und in den Arm genommen habe. Die Zeit, als sie zu Hause im Bett lag und wir sie pflegten scheint noch weiter weg, fast, als würde ich mir das nur einbilden. Und dann habe ich gestern ein Video gesehen, auf dem Mama zu sehen ist, kurz bevor sie krank wurde. Wie soll ich das beschreiben… ich habe gesehen, wie sie da jemanden anlächelte, auf eine bestimmte Weise. Und es war ein Stich ins Herz, dass ich nie wieder sehen werde, wie sie mich so anlächelt. Dieser Film sie mir wieder so präsent gemacht. Meine Mama. Kein abstrakter Mensch. Sondern meine Mama, die mir an so vielen Stellen fehlen wird. Ich kann es schwer beschreiben. Ich möchte ganz kurz auch was zum Thema Zeichen sagen. Ich warte nicht auf Zeichen. Ich habe auch noch nichts erlebt, was sich als solches deuten ließe. Ich glaube auch irgendwie nicht so recht, dass Mama mir je eins schicken wird. (keine Ahnung, wieso) Aber das mindert nicht im geringsten meine wachsende Überzeugung, dass es ein „Leben“ nach dem Tod gibt. Wenn ich keine Zeichen bekomme, wird es einen guten Grund dafür geben. Ich vertraue da völlig auf meine Mutter, dass sie weiß, was gut und richtig für mich ist. Und falls es ihr einfach nicht MÖGLICH ist, wird auch das einen Grund haben. Liebe Sandra, du hast völlig recht: wenn du etwas als Zeichen deutest, und es macht dich glücklich… was will man mehr? Das ist nichts, was man jemandem erklären oder beweisen muss, wichtig ist allein, was du darüber denkst. Ich glaube auch nicht recht, dass man sich Zeichen meist nur einbildet. Ich glaube, ich habe es schon mal geschrieben: wenn man es für sich fühlt, dann ist es auch so. Das merkt dann sicher jeder für sich. Ach ja, Geburtstag habe ich am 4. September. Es ist schon alles klar, meine Tante hat von sich aus, bevor ich überhaupt das Thema anschneiden konnte gesagt, dass sie dann einen Kuchen backt. Meine Schwester mit Sohn hat auch schon gesagt, dass sie kommt. Ich habe noch nie solange im Voraus an meinen Geburtstag gedacht. Aber dieses Mal ist es mir eben furchtbar wichtig, dass die Familie da ist. Wenn Mama schon nicht da sein kann, will ich wenigstens die Menschen um mich haben, die nun meine Familie sind – eben wir „Übriggebliebenen“, die versuchen, eine verdammt große Lücke zu überbrücken. Wenn ich jetzt so schreibe merke ich, dass Mama mir im Moment wieder total fern ist. Das geht mir komischerweise immer so: je mehr und je länger ich von ihr spreche und von der Zeit, als sie so krank war, desto abstrakter wird das ganze für mich, und desto weiter rückt sie von mir weg. Dabei müsste es doch eigentlich genau umgekehrt sein, oder? Uff, es ist zwar schon nach Mitternacht, aber wenn ich jetzt nicht noch kurz dusche, schmelze ich gleich vor dem Computer. Liebe Sandra, du musst die Stellung keinesfalls alleine halten, ich bin auch erst im September ein Woche weg. Jetzt wünsch ich dir aber erstmal ein gute Nacht und frohes Schwitzen! ;-) Dicke Umärmelung, Katrin |
junge Frauen und der Tod der Mutter
hallo sandrah,
die geschichte vom kleinen prinzen und dem blick zu den sternen ist nur ein zitat aus dem buch, trotzdem steht es für sich. ic finde es sehr schön, auch wenn ich nicht weiss, ob mama dort oben wirklich lacht, oder vielleicht doch weint. wir haben diesen spruch in einem buch von ihr gefunden und ihn auch in die trauerkarte gedruckt. auch deshalb, weil ihn mama schon einmal für eine trauerkarte benutzt hat. daher gaube ich, dass sie ihn auch gewählt hätte. denn sie will uns sicher trösten und nicht traurig sehen. bei der beerdigung habe ich vom arzt her beruhigungsmittel nehmen müssen - das war gut so. es war eher wie ein film. und daher habe ich es geschafft. diese zeilen auch am grab zu lesen. ich habe vorher sogar die tonationen notiert. schon komisch, was man dann so macht, wo es doch so unwesentlich ist... aber ich wollte, dass es gut wird. noch einen tag vorher hätte ich nicht geglaubt, das zu schaffen. aber es ging. "... und wenn du bei nacht den himmel anschaust, wird es dir sein, als lachten alle sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache. du allein wirst sterne haben, die lachen können. und er lachte wieder. und wenn du dich getröstet hast, wirst du froh sein, mich gekannt zu haben. du wirst immer mein freund sein. du wirst lust haben, mit mir zu lachen. und du wirst manchmal dein fenster öffnen gerade so, zum vergnügen. und deine freunde werden sehr erstaunt sein, wenn sie sehen, dass du den himmel anblickst und lachst. dann wirst du ihnen sagen: ja, die sterne, die bringen mich zum lachen. antoine de saint excupery leider kann ich im moment nicht mehr schreiben, mir gehts schlecht. grüsse alessa |
junge Frauen und der Tod der Mutter
hallo Sandra
und hallo an alle anderen. Hab echt ganz viel gedacht an Dich am 31. Dass mit Deinem Zeichen find ich echt total schön, echt verrückt, genau an dem Tag einen Karte mit einem Regenbogen drauf zu kriegen. Und dass am nächsten morgen einer zu sehen war - das hätte mir die Sprache verschlagen. Was für ein tolles Zeichen! Ich denke, solche Zeichen gibt es, habe selber auch schon so was erlebt - so, wie den Regen - sechs Stunden am Stück an Ihrem Todestag, aber auch das zur Beerdigung der Himmel so lachte - es war strahlender Sonnenschein. Das sind für mich Zeichen, für andere bedeuten sie vielleicht nichts. Karin, Deine Gedanken darüber finde ich gut - hauptsache ist, es macht einen glücklich. Wenn Du sagst, Du hast noch keine Zeichen von Deiner Mama bekommen - ich hab mich auch nie gefühlt, als seien sie von meiner Mama geschickt worden. Sie waren einfach da. Was ich manchmal spüre ist, dass meine Mutter in der Nähe ist. Deine Zeilen vorher haben mich direkt getroffen - Ich hab das sogar jetzt noch, dass ich denke, Todestag und solche Wörter kann ich auch immer noch nicht im Zusammenhang mit meiner Mutter sehen. In Gedanken sag ich mir: Sie ist nicht mehr da. Doch zu sagen: Meine Mutter ist gestorben, das ist für mich auch so fern - ich sag dann Gedanklich immer "Quatsch, dass kann nicht sein" und im selben Moment muss ich mir eingestehen, dass es wohl länger dauert, bis das Herz kapiert. Ich will immer noch nicht glauben. Und dass es Dir nach fünf Wochen noch so irreal ist, dass kann ich gut verstehen. Icxh boin damals wie im Schockzustand rumgerannt, stand neben mir und mein Kopf und mein Herz wollten das einfach nicht wahrhaben. Hat Deine Mama lange mit ihrer Krankheit zu kämpfen gehabt, Katrin? Ich hoffe nicht. Dass, was Du als "Fern" geschreibst - das hatte ich auch so, oder ähnlich - immer, wenn ich erzählt habe, kam so´n unbeschreibliches Gefühl, aber kein Schönes. Du kannst es auch kaum beschreiben, was? Ich fand das auch unnormal, aber ich glaube, umso mehr wir drüber reden, umso mehr verstehen wir wirklich, was passiert ist. Und dieses Gefühl stellt sich bei mir ein, wenn ich beim reden merke, das es wahr ist. Dann fühle ich ich eine unsagbare Traurigkeit, eine Todtraurigkeit, und mein Herz fühlt sich an, als sei es nicht mehr da - ganz weit weg halt. Ich schiebe die Wahrheit weg von mir. Mein Herz will nicht verstehen, aber wenn ich in mein Herz höre, fühle ich, es hat vielleicht verstanden, aber ich kann diese Todtraurigkeit nicht ausleben, es ist zu schmerzlich und wie verkapselt. Das haben ja schon viele von Euch so oder so ähnlich geschrieben. Ich denke halt, weil ich es nicht wahrhaben will, fühlt sich das manchmal so fern an. Ich denke ganz feste an Euch, Sandra, hab jetzt meine E-Mail-Adresse. Heute abend such ich Deine mal raus und schreib Dir mal. Irgendwie haben Kinder nur Flausen im Kopf wenn die Mama abgelenkt ist. Schreiben geht fast gar nicht. Alessa, ich denk an Dich, schreib Dich doch vielleicht mal richtig aus, all seine Trauer und Wut rauslassen, dass tut verdammt gut (ups, geflucht...)Ich hätte gern geschrieben: erzähl mal, ich hör Dir gern zu. (hab ich damit auch) Ich hab nur Angst, Dir beim Versuch Dich zu Trösten wieder nur ärgerlich zu machen. Denn meine Einstellung blitzt natürlich immer wieder durch. Ihr Lieben ich denk an Euch, Damaris |
junge Frauen und der Tod der Mutter
Hallo ihr Mäuse,
es ist wie immer schön und traurig zugleich, wenn ich sehe, dass andere Menschen dieselben Gefühle beschäftigen wie mich. Damaris, meine Mutter bekam ihre Erstdiagnose im Dezember 2002 (Lungenkrebs), wurde operiert, bekam Chemo, wurde als geheilt entlassen. Dann ging es ihr gut. Im März 2003 dann der Rückfall und die Mitteilung, man könne nichts mehr tun. Ich denke, bis etwa Ende Mai ging es ihr dann aber noch gut. Doch dann produzierte der Tumor wieder diese Unmengen an Schleim, so dass sie nachts keine Ruhe mehr fand und alle 10 Minuten ausspucken musste. Am schlimmsten waren dann die letzten zwei Monate. Wie sehr, dass wird mir manchmal erst jetzt klar. In der Situation selbst hat es mich manchmal zwar auch fast zerrissen, aber ich war so im Stress, so damit beschäftigt, für Mama da zu sein, dass … ja, wie beschreib ich´s… Das Leid für mich nicht mehr so offensichtlich war. In den letzten Tagen merkte ich ab und an, dass tief in mir eine Erleichterung steckt, die ich nie für möglich gehalten habe. Direkt nach ihrem Tod war davon nichts zu spüren. Doch nun, einige Wochen später, wenn ich an bestimmte Situationen denke oder von anderen Menschen lese, deren Angehörige krank sind und die gerade die Zeit des Bangens und Hoffens durchmachen, ertappe ich mich bei dem Gedanken „Gott sei Dank ist das vorbei“. Und dann merke ich erst, wie entsetzlich schlimm die letzten Monate tatsächlich waren, wie sehr Mama sich gequält hat. Das war wirklich eine furchtbare Zeit. Pfff, ich würde ja noch mehr schreiben, aber in meinem Zimmer ist es so unerträglich warm, ich muss mich jetzt erstmal irgendwie abkühlen. Liebe Grüße, natürlich auch an Kiki und Mia und alle anderen Leser und Schreiber! Katrin |
junge Frauen und der Tod der Mutter
Hallo Du Maus (Katrin) :-)
hallo liebe Damaris ! uuuuuuund HALLO an die anderen ! Ich würde auch schon wieder suupergerne mehr schreiben, meinen Senf dazugeben, aber es ist sooooooo heiß und auch ich muß mich jetzt, wie Du Katrin, erstmal abkühlen, Eis, Wasser oder was auch immer, ich kooooommeeeeee. Ich schau bald wieder vorbei ! Bis dahin, Sandra |
junge Frauen und der Tod der Mutter
Liebe Alessa,
gestern Abend dachte ich noch, ob ich Dich lieber nicht nach den "lachenden Sternen frage". Dann hab ich's doch. Hmmmm, es geht mir nicht gut, wenn ich lese, es geht Dir schlecht. Die Erinnerungen, die wir hier immer wieder wecken werden immer wieder schmerzlich sein, weil sie mit dem Leidensweg unserer Muttis eng in Verbindung stehen, mit unserem Erlebten. Ich hoffe im Moment nur, daß wir uns trotzdem etwas helfen können, füreinander da sind. Du und die anderen, bei euch hab ich einfach das Gefühl, ihr wißt wenigstens wovon ich rede, bis jetzt hab ich hier noch kein falsches Mitleid erfahren müssen, hab zumindest das Gefühl. n Gedanken drück ich Dich ganz lieb ! Ich hoffe wir bleiben noch lange in Kontakt ! Liebe Grüße von mir, zu DIR ! Sandra |
junge Frauen und der Tod der Mutter
hallo sandrah,
nein, du und deine frage waren nicht der auslöser dafür, dass es mir so schlecht geht. es ist insagesamt... ich bin derzeit in einer nahzu auswegslosen situation - psychisch als auch psychisch. es ist einfach alles zusammen. meine schwester, mein freund, mein vater, mein job, meine heimat... es ist zuviel - ich kann nicht soviele entscheidende, ich meine endgültige entscheidungen treffen. mama hat mich immer irgendwie geleitet, jetzt muss ich es selber und das ist um so schwerer. kopf, herz,... eben alles trotzdem, es war kein besonderertag bei dir? ich finde, das ist ok. mehr kann ich icht sagen, ich kann nur aus meinen eigenen erfahrungen sprechen. ich habe nicht mehr gelitten als an einen anderen tag. aus welchem bundesland kommst du sandrah? ich schwitze derzeit unendelich, daher mache ich es heute nur kurz... ich denke an dich und wünsche dir eine gute nacht! alessa hallo damaris, mich zu verletzen ist sehr schwer, ich bin vielleicht agressiver geworden, aber um so weniger verletzlich, es ist eben alles reativ. aber trotzdem schön, dich fluchen zu sehen.... :) schöen grüsse alessa |
junge Frauen und der Tod der Mutter
Hallo Ihr,
ich habe mich gerade ins Internet begeben, da meine Mutter im April diesen jahres nach 5! Jahren schwerer Krankheit (erst Brustkrebs mit Hochdosis-Chemo - dann ist der ganze Dreck in die Lunge gewandert - am Schluß war es im Gehirn und sie war noch halbseitig gelähmt und leider etwas verwirrt - wodurch ein Teil von ihr schon früher für mich weg war...) gestorben. Mir ging es am Anfang, wie schon bei anderen von Euch beschrieben, erschreckend gut - es war einfach die Erleichterung das sie keine Schmerzen mehr hat, nicht mehr leiden muss - aber jetzt so nach 4 Monaten halte ich es kaum noch aus ohne sie - um mich rum denken viele es geht mir wieder gut.......aber ich vermisse sie soooo sehr. Ich bin 29 mein kleiner Bruder erst 25 und meine Ma war erst gerade 54 geworden - mein Dad ist 53 und hat mir diese Woche eröffnet, das er allen Ernstes nach 30! Jahren glücklicher Ehe eine Frau kennengelernt hat, redet von wir usw. - ich bin so wütend auf ihn, ich empfinde es als totalen Betrug an ihr. Ich weiß natürlich das ich mich freuen sollte, das er nicht mehr alleine ist (mein Bruder und ich haben ja auch tolle Partner...) aber es geht einfach nicht...... Es hilft mir sehr von Euch allen zu lesen - gerade das Gefühl wieder gut drauf sein zu müssen, weil mein Leben ja weiter gehen muss fällt mir so schwer (ich müsste eigentlich mein Diplom machen, kreativ sein - aber am leichtesten fällt mir stupide Alltagsarbeit) ich habe das Gefühl, viele um mich herum erwarten einfach das ich wieder funktioniere. Das geht aber nur beschränkt und wenn überhaupt mit viel zu vielen Zigaretten und dem Vino am Abend gut... Ich grüße Euch alle sehr! Claudia |
junge Frauen und der Tod der Mutter
Ich nochmal.......
habe mich gerade bis Seite 6 der Beiträge durchgeheult.....und kann mich in so vielen von Euch wiederfinden - ich bin noch nicht einmal soweit Ihr Parfüm zu riechen, auch ihre Kleidung kann ich noch nicht mit meinem Vater durchgehen, da alles nach ihr riecht ich warte auf den Tag, an dem mir ihr Duft guttut - die Erinnerung an sie mir ein Lächeln ins Gesicht zaubert - im Moment geht es leider noch nicht - so gar gar nicht. Sie und ich waren so wahnsinnig auf Düfte fixiert - hatten teilweise das gleiche Parfüm - alles verschenkt... es geht einfach nicht. Tut mir leid, dass ich heute nicht auf einzelne Beiträge antworten kann, dieses Forum überwältigt mich heute total - ich habe lange gebraucht, wieder herzukommen - das letzte Mal ging es um Hospize... bin aber sehr froh Euch gefunden zu haben... Bald mehr und nicht so planloses von mir! Claudia |
junge Frauen und der Tod der Mutter
Liebe claudia,
es tut mir leid, dass es dir so schlecht geht. und ehrlich ich kann verstehen, dass du sauer bist, dass dein vater 4 monate nach dem tot deiner mutter eine neue freundin hat. bei mir ist es auch so, mein vater ist heute genau 8 monate tot und am anfang war ich auch irgendwie erleichert, aber jetzt. man merkt doch erst jetzt was einem genommen wurde, in so vielen kleinigkeiten. ich wüßte gar nicht wie ich reagieren würde, wenn mein vater mit einer neuen angekommen wäre. das macht es doch noch härter. aber vielleicht ist er so geschockt, dass er gar nicht merkt was er tut und versucht nur seinen eigen schmerz zu überdecken. ach, ich weiß auch nicht. das mit der trauer geht vielen hier so. am anfang denkt man, man habe ich ihn nicht genug geliebt, dass ich schon wieder lache. und jetzt denkt man ,dass ist doch nicht normal das es immer schlimmer wird. aber es ist normal. der menschliche geist schützt sich vor dieser schrecklichen wahrheit und läßt sie nur stück für stück an dich heran. ich wünsche dir trotz allem eine gute nacht, fühl dich gedrückt. ich fühle mit dir. liebe grüße anja.w |
junge Frauen und der Tod der Mutter
Liebe Claudia,
ich kann verstehen wie du dich fühlst, meine Mutter ist letztes Jahr im März nach einem Jahr Krebskampf gestorben. Keine fünf Monate später hatte mein Vater eine neue Frau über eine Anzeige kennengelernt. Es war nicht mal Zufall, er ist bewust aktiv geworden. Meine Eltern waren 39 Jahre zusammen, 31 Jahre verheiratet und er kann nicht mal ein halbes Jahr trauern. Wenn man sich etwas umhört ist das aber geradezu typisch, "Männer machen das so". Leider. Meine Eltern hatte keine sehr harmonische Ehe. Um so schwerer fällt es mir mit ansehen zu müssen, wie der Mann, der meiner Mutter Jahrelang das Leben zur Hölle gemacht hat, sie noch angeschrien hat, als sie schon im Sterben lag auf einmal verliebt, aufmerksam und liebevoll zu einer fremden Frau ist. Einerseits ist es natürlich gut, das er "versorgt" ist, andererseits verdient er das einfach nicht. Wie kann er weiter machen, als wäre nichts passiert? Er versteht nicht, das meine Schwester und ich uns erstmal an einen leeren Platz gewöhnen müssen, bevor er wieder jemanden draufsetzen kann. Weihnachten und Geburtstage, gerade im ersten Jahr, sind natürlich sehr kritsche Tage, auch ohne das er uns sein persönliches Glück noch so vor Augen führen muß. Mag sein, das er seine Partnerin so einfach ersetzen kann, aber ich habe meine Mutter verloren und die läst sich niemals ersetzen. Das hat zu vielen Diskusionen geführt und ich habe das Gefühl um meine eigene Trauerzeit gebracht worden zu sein. Denn als ich mich mit mir und meiner Trauer hätte beschäftigen sollen, drehte sich plötzlich alles um meinen Vater. Wir sollten Rücksicht auf seine Freundin nehmen, indem wir sie von Familienfeiern nicht aussperren, aber auf unsere Gefühle hat dabei niemand Rücksicht genommen. Jetzt ist mehr als ein Jahr rum und alle erwarten, das ich wieder voll funktioniere, für mich war das aber "kein ganzes Jahr", ich konnte es nicht für mich nutzen. Ich hoffe, das es bei dir und deinem Vater besser laufen wird. Liebe Grüße. Tanja |
junge Frauen und der Tod der Mutter
Hallo Ihr Lieben,
ich wollte schon am Donnerstagabend wieder reinschauen und schreiben. Auch jetzt würde ich gerne etwas zu Euren Briefen, liebe Claudia, Anja und Tanja schreiben. Ich hole das heute Abend oder morgen nach. Am Donnerstag rief mich nämlich mein Paps an und hatte die nächste Hiobsbotschaft für mich. Bei einer meiner Katzen wurde ein Geschwür festgestellt, Krebs :-( Es ist "nur" eine Katze, aber nach 9 Jahren hänge ich natürlich sehr an ihr ! Ich werde jetzt am Vormittag einen anderen Tierarzt anrufen, im Internet recherchieren, ob es doch nicht so schlecht aussieht, aber die Hoffnung ist schon jetzt in mir sehr klein. Wir werden Sie nicht operieren lassen, auch wenn der Tierarzt meinte, sie hat vielleicht so nur noch ein halbes jahr zu leben. Krebs-Operationen bei Tieren ? Heißt das nicht auch zwangsweise eine Art Chemo danach ? Nee, ich weiß nicht, ob man das einem Tier, das im Moment noch "mopsfidel" ist, zumuten sollte. So versuchen wir unserem geliebten Tierchen noch einen schönen Lebensabend zu ermöglichen. Die Ängte vor Krebs werden so nicht weniger, es fällt mir sooo schwer meine Lebensfreude wiederzugewinnen. Meine Mami ist erst 1 Jahr tot und nun, auch wenn es nur eine Katze ist, nicht zu wissen, was auf einen zukommt, wieder diese Themen "zu wissen Abschied nehmen zu müssen" , "Krebs", "Angst", "Ratlosigkeit"...... alles "Mist" :-( Hmmm, ich wünsch Euch allen erstmal mit kühlem Kopf den heißen Samstag zu überstehen bzw. natürlich zu genießen ! ...ein kurzer Satz zum Thema "die Neue an Vaters Seite" muß ich nun doch loswerden. Auf der einen Seite könnte ich es jetzt nach einem Jahr kaum aushalten, wenn da schon eine neue Frau an Papa's Seite wäre. Was die Zukunft bringt, weiß ich ja nicht, mein Paps hat mich schon oft überrascht, positiv aber auch negativ. Der Punkt, ihn dann vielleicht wieder einmal glücklich zu sehen, wird der einzige sein, zu akzeptieren, daß es eine neue Frau gäbe. Für mich wird sie NIE eine Mutter sein können. Behaupte ich jetzt und glaube es auch, weil ich mich kenne! Bis bald, Sandra Liebe Alessa, wie oben schon geschrieben, ich schau heute Abend oder morgen nochmal rein. Dann meld ich mich bei Dir, ja ? Liebe Grüße Sandra |
junge Frauen und der Tod der Mutter
... ich bins nochmal kurz, hab was vergessen.
Liebe Tanja, ich kann von meiner persönlichen Erfahrung nur hinzufügen, als Töchter waren meine Schwester und ich nur zweitrangig. Oft hieß es, daß muß ja schwer für euren Vater sein oder ein Nachbar ! schrieb auf seiner Trauerkarte z. B. nur "Lieber ....., herzliches Beileid zum Ableben Deiner Frau" Und wir ? nur weil dieser keine Kinder hat (die Frau ist leider auch voriges Jahr verstorben) sind wir außen vor. Ich kann wirklich behaupten, daß das Verhältnis zu meiner Mutter liebevoller war, als das meines Vaters zu ihr, es war leider so. Ich hab meinen Paps oft dazu angehalten, dies oder das vielleicht zu machen (doch bitte mit in die Klinik fahren, wenn ich nicht da sein konnte o. ä.) Ich habe ihn oft entschuldigt mit den Worten "Männer sind halt so" und ich hab ihn trotz allem ja lieb, aber ....... Dies alles auch nie mal ausgesprochen zu haben, ist ein Grund warum ich immer noch dem Krebskompass treu bin, in der Hoffnung, mir hier meine Gedanken von der Seele schreiben zu können und irgendwann zur Ruhe zu kommen. Ich hoffe das sehr, obwohl ich (leider) noch lange die Anrufe einer Bekannten unserer Eltern mitkriegen muß, die nach jedem Friedhofbesuch zusammen mit ihrem Mann bei meinem Vater anruft und sagt "wir haben wieder gegossen, war alles so trocken" Heeeeeeeeeeeeeeeee? Mein Vater war vormittag am Grab und sie Nachmittag. Sie hat anscheinend soooo wenig Hirn (entschuldigt vielmals) das bei dieser Hitze das wohl normal ist, oder ? Mein Vater muß so also immer wieder erklären, wann er am Grab war und und und Ich hab schon mal den Hörer in der Hand gehabt, um ihr ganz normal zu erklären, daß es unsere Sache sei, wann wir gießen, wie wir das Grab gestalten usw. Aber ich habe keine Kraft :-( Seit einem Jahr sind wir bemüht Mutti's Grab immer blühend aussehen zu lassen (außer im Winter natürlich) und haben es auch geschafft. Aber das ist und soll nicht wegen der Leute sein, mein herz trauert unendlich, aber das sehen die nicht. :-( :-( :-( Sorry, das ich vom Thema abgekommen bin. Bis denne, Sandra |
junge Frauen und der Tod der Mutter
Hallo Sandra,
etwas kann ich zu dem kleinen Themenschlenker auch sagen. Meine Schwester und ich kämpfen auch gegen die Trockenheit auf dem Friedhof. ;-) Mein Vater hält sich bei der Grabbepflanzung ganz raus. Er wohnt inzwischen bei seiner Freundin, 2 Autostunden von uns und dem Grab entfernt. Er geht nur noch sehr selten hin. Am Anfang wollte er nicht akzeptieren, das seine Kinder beim Grabstein und der Bepflanzung auch gern ein Wörtchen mitreden wollen. Mit Kompromissen hat er so seine Schwierigkeiten, meine Mutter hat immer klein bei gegeben, damit sie ihre Ruhe hat. So leicht machen wir es ihm natürlich nicht. Meine Schwester und ich möchten es so schön wie möglich machen und eben auch mal von der üblichen "das macht man so"-Bepflanzung abweichen. Was die Freunde und Bekannten von meinem Vater dazu sagen, will ich lieber gar nicht wissen. Am Anfang fragte eine Freundin meiner Mutter, ob wir denn das Datum auf dem Stein nicht lieber weglassen wollen. Dann könnten die Leute auf dem Friedhof nicht sehen, wenn man zum Geburtstag oder Sterbetag mal keine Blumen hingestelt hat. Wieeeee? Als wenn ich das je versäumen würde und wenn dann denke ich doch wohl trotzdem an meine Mutter und was irgendwelche Leute auf dem Friedhof dazu sagen könnten ist mir doch völlig egal?! Mir ist das Grab auch sehr wichtig, meine Mutter soll es schön haben. Vielleicht denkt unsere Generation da einfach anders. Zu den Trauerkarten kann ich nur sagen, ich selbst habe keine einzige bekommen, nicht mal von den Eltern meiner Freunde. Das fand ich schon schade. Meine Schwester hat ein paar bekommen. Aber der Rest ging an meinen Vater, das stimmt schon. :-( Eine ganz liebe war dabei, von den Eltern eines Grundschulfreundes von mir. Sie wohnen in der Nachbarschaft, das fand ich sehr nett., die war auch an uns alle gerichtet. Lieben Gruß. Tanja |
junge Frauen und der Tod der Mutter
Liebe Katrin,
ich habe schon wieder vergessen, daß Deine Mutti erst vor 5 Wochen eingeschlafen ist. Das ist alles noch so frisch und trotzdem spendest Du sogar mir/ uns Trost. Du kannst stolz auf Dich sein ! Vergiß bitte nie, daß ich hier immer für Dich da bin, wenn Du es willst. Verstehen würde ich aber auch, wenn Du von all dem hier, dem Schreiben, Lesen mal ne Auszeit brauchst. Ich hab sie jedenfalls damals gebraucht. Aber jeder trauert anders, das liest man ja immer wieder. Du fragst mich, ob es schlimm sei, wenn die Trauer das Leben bestimmt. Ja, natürlich, im Moment hab ich zwar bei mir etwas das Gefühl, aber es ist ja auch „erst“ ein Jahr her und wenn ich vielleicht nach 5 Jahren noch jedes Wochenende 2 Tage im Bett verbringen würde, da die Lustlosigkeit wieder mal gesiegt hat, dann würde ich laut um Hilfe rufen. Aber so.... ich merke einfach, noch etwas Zeit zu brauchen. Immer wieder rüttelt mich der Gedanke, auch mein Leben ist zu kurz, um mich jeden Feierabend, jedes Wochenende abzukapseln und meine Ruhe haben zu wollen nicht richtig ist. Manchmal kann ich gegen diesen Wunsch nichts tun, aber ich merke langsam, ganz langsam werden diese schlechten Tage seltener, ganz langsam. Du hast am 4. September Geburtstag ? Ooooch, da bin ich wech, im Urlaub ! Hmmm, naja, aber in meinem kleinen ;-) Gehirn ist er schon mal vorgemerkt. Als ich das mit dem Video las ........... weißt Du, vor ca. 5 Wochen, habe ich mit meinem Papa auch ein Video angeschaut und als ich meine Mutti gesehen habe, da habe ich echt mit den Tränen gekämpft, weil ich daran denken mußte „wenn man damals schon gewußt hätte“. Es war so eigenartig, ich bin froh, daß es diese Aufnahmen gibt, weil ich trotz der Tränen, die kullerten, es genoß meine liebe Muttili anzuschauen, sie lächeln zu sehen, weil sie gerade so eine Art Kanufahrt in einem Vergnügungspark machten. Und jetzt muß ich noch was loswerden: Meine Mutti rief mich, oft im Büro auf meinem Handy an, wie es ihr geht. Manchmal verpaßte ich den Anruf und sie sprach auf den AB. Einen Anruf speicherte ich in meinem Sprachspeicher des Handys ab. Dieser Anruf ist noch immer dort. Ihre Stimme „ Hallo Sandra ................. Tschüß, bis später“ Manchmal tipse ich auf den Knopf und höre ihre Stimme, sie gibt mir Kraft. Manchmal tipse ich auf den Knopf, sie spricht und es tut unendlich weh, weil sie mein ! „Tschüß bis später“ nicht mehr hören kann. Liebe Katrin, Tschüss, bis bald ! Herzliche Grüße Sandra |
junge Frauen und der Tod der Mutter
hallo sandra,
darum beneide ich dich wirklich. du kannst noch ihre stimme hören. ich ärgere mich so, dass ich keine nachricht auf dem ab gespeichert habe. mein papa hat immer angerufen und gesagt, "na mein schatz wie geht es dir, wollte nur mal hören, ob du noch lebst"! wir haben mind. 3-4 mal die woche gesprochen, aber da war auch noch alles gut. und wenn er auf der arbeit angerufen hat und wir zu ende gesprochen hatte, sagte er immer " so jetzt tu noch mal was für meine rente" es waren immer die gleichen worte. wie gerne würde ich weiter für seine rente arbeiten. aber jetzt. bewahre diese nachricht gut auf und du hast noch ein video, siehst wie sie läuft, lacht. ich habe leider nur fotos. aber in meinem kopf, werde ich seine stimme immer hören. viele grüße anja.w |
junge Frauen und der Tod der Mutter
Liebe Claudia,
daß Du Dich hier gut aufgehoben fühlst, "uns" gefunden hast ist schön. Es gibt hier bestimmt die ein oder andere Antwort auf Deine Fragen. Zum Thema "neue Frau an Papas Seite" kann ich noch nichts zu schreiben. Aber wieder mal ist alles schwierig. Ich für meinen Teil nämlich wünschte mir manchmal es gäbe eine neue Frau, kann mir aber auf der anderen Seite nicht vorstellen, eine NEUE zu akzeptieren. Dann wieder wäre aber ein Problem für mich weniger, da ich noch immer nicht weiß, was ich sagen soll, wenn mein Papa sagt,er sei einsam. Soll ich denn zurückziehen, meine Partnerschaft hier aufgeben, wenn mein Freund nicht in eine Kleinstadt ziehen will oder aus welchen Gründen auch immer ? Mein Vater fragt sowieso nicht am Telefon, was wir so erleben, tun. Vielleicht weil er es auch nicht hören will. Ich für meinen Teil erzähle ihm nichts, weil ich denke, ihn trauriger zu machen, wenn ich erzähle " WIR haben heute ......" Ich denke leider immer wieder zuletzt an mich, zuerst an die anderen , an ihn. Jetzt sagt ihr bestimmt, erzähl doch einfach von euren Unternehmungen, aber er hört grade mal so zu und dann sagt er, wenn überhaupt nur "hm" und geht zum nächsten Thema über. Manchmal schiebe ich das alles weit weg, manchmal klappts aber nicht. Wie ich gelesen habe geht es Anja ähnlich wie Dir, Du wirst immer wieder sehen, Du bist nicht allein mit Deinen problemen ! Herzliche Grüße Sandra |
junge Frauen und der Tod der Mutter
oooh, ich hab gerade was durcheinander gebracht im Brief an Claudia.
Tanja geht es ähnlich wie Dir, auch ihr Papa hat eine Freundin. Liebe Anja, habe gerade gesehen, daß Du kurz hier warst :-) ich würde mir für Dich natürlich wünschen Du hättest auch die Stimme Deines Papas irgendwo aufgenommen ! ! Schreib bitte nicht "nur ! Fotos". Seine Stimme hast Du trotzdem noch im Gehör, hm, die Erinnerungen im Herzen ? Sei ganz lieb gegrüßt, Sandra |
junge Frauen und der Tod der Mutter
Liebe Alessa,
bei Dir im Süden, wenn ich das mal richtig gelesen habe ? ist es bestimmt genauso heiß oder noch heißer ! ? Hier im Norden, ich wohne in Hannover, waren heute auf meinem Balkon in der Sonne knapp 50 Grad. Schnell habe ich wieder die Tür zugemacht und erstmal ein Eis geschleckert. Ansonsten ist die Hitze das kleinste Problem, was mich im Moment beschäftigt. Gestern Abend versuchte ich mir die Angst zu nehmen, was die Erkrankung meiner Katze betrifft und ich habe es etwas geschaftt, Ich weiß nicht, inwiefern ich das Recht habe, irgendwann zu sagen, wir lassen sie besser einschläfern. Aber dieser Gedanke, sie müsse nicht leiden, hilft mir nicht schon wieder fast zu zerbrechen. Der Tod meiner Mutti, ich fragte mich, was denn das schmerzlichste war ! ? es war ihr Leiden, wenn sie erbrechen mußte und es kam und kam nichts, weil sie ja nichts gegessen hatte, ihren Blick in den Spiegel, wo ich immer und immer wieder eine Träne dachte zu erkennen, weil sie ihre abgemagertes Gesicht sehen mußte. Ihr Leiden und ihr nicht helfen zu können war für mich das Schlimmste. Sterbehilfe hast Du Dir mal über Sterbehilfe Gedanken gemacht ? Wenn ich meiner Katze in vielleicht einem Monat Leiden ersparen will, dann ist das doch auch eine Art Sterbehilfe, sie einschläfern zu lassen, oder ? Zu Deinem Satz „meine schwester, mein freund, mein vater, mein job, meine heimat“ könnte ich in allen Punkten was sagen, auf meine Person bezogen. Meine Schwester, ist 4 Jahre älter wie ich, leider noch nicht verheiratet, leider noch keine Kinder, so daß ich schon mal Baby“schaukeln“ üben könnte und unser Verhältnis hat sich seit dem Tod etwas verbessert. Wir brauchen uns mehr, da unsere Mutti, der Mittelpunkt nicht mehr da ist. Mein Freund, hat mich in der Zeit des Abschieds begleitet. Aber, es kriselte davor und jetzt immer noch. Einen Neuanfang mit ihm oder einem anderen Mann ? Keine Ahnung, kein Plan, ich weiß nicht ob ich ohne ihn kann oder ob er der Mann ist, den ich mal heiraten werde. Klar zu denken, nachzudenken wäre wichtig, aber kann ich noch immer nicht. Mein Vater, lebt jetzt allein, ich denke oft an ihn, mache alles für ihn, wir telefonieren täglich, aber Thema ist ER. Keine Frage, wie es mir geht, was der Job macht, was wir so machen. Meine (alte) Heimat, ist Sachsen (wohne seit 4 Jahren in Niedersachsen) Ich habe Heimweh, habe noch meine alte Wohnung, könnte also jederzeit zurück, aber nicht jobmäßig Mein Job, macht mir wirklich Spaß, aber der Streß, ein Termin jagt den anderen und das die letzten 2 Jahre strengt an und vieles leidet darunter, vor allem die Zukunftsplanung und das Privatleben. Aussteigen ? keine Ahnung. Freie Arbeitsstellen in Sachsen z. B. laut www.arbeitsamt.de in den letzten 3 Wochen 1 ! ! ! So kreisen bei mir lauter Fragezeichen über dem Kopf ! ? ? ? Ich schätze Deine Probleme sind ähnlich ? ? ? ? Ganz, ganz liebe Grüße aus dem kalten ;-) Norden in den heißen Süden, zu Dir ! Sandra |
junge Frauen und der Tod der Mutter
Hallo Sandra,
sag mal, wenn du in Hannover wohnst, kennst du dann vielleicht sogar Bückeburg? Da steht nämlich das Haus meiner Eltern, in dem ich gerade vor dem Computer sitze und tippe! :-) Du musst mich falsch verstanden haben (oder ich hab mich blöd ausgedrückt, kann auch sein); ich wollte nicht wissen, ob es schlimm ist, wenn die Trauer den Alltag bestimmt. Sondern ich meinte, dass man auch nach einem Jahr manchmal lustlos und furchtbar traurig sein darf, aber diese Trauer eben nicht das Leben bestimmen darf. Aber ich glaube, du hast das für dich selber auch schon ganz gut ausgemacht. Gestern war ich bei meinem Freund, mit dem ich zusammen auch Abitur gemacht habe. Wir sprachen von unserem Abi – Ball, auf den meine Eltern natürlich auch gekommen sind. Hmm, wie soll ich es beschreiben... ich erinnerte mich an die Selbstverständlichkeit, dass Mama und Papa da waren. Plötzlich wurde mir wieder bewußt, dass es Mama UND Papa nicht mehr gibt. Weißt du, eine meiner besten Freundinnen hat ihre Mutter mit 9 Jahren an Krebs verloren. Und der Vater meines Freundes starb, als dieser 3 war. Und der Vater meiner Mitbewohnerin ist für sie praktisch nicht existent, es sei den, es geht um den Unterhaltsstreit. Und dazwischen saß ich, und mir wurde langsam bewußt, was für ein Privileg es ist, beide Elternteile zu haben UND auch noch intakte Familienbeziehungen. Und manchmal kann ich einfach nicht begreifen, dass es jetzt eben nicht mehr so sein soll. Ansonsten muss ich sagen, habe ich immer noch ein ziemlich großes Knäuel im Kopf. Die Frage, wie es mir geht, oder wie ich mit allem umgehe kann ich irgendwie selber nicht beantworten, denn das wüßte ich selber gerne. Ich weiß nur eines: Meine Schwester sagte vor einer Weile, Mamas Krankheit sei die schlimmste Zeit in ihrem Leben gewesen, schlimmer als schließlich die Nachricht von ihrem Tod. Und langsam merke ich, dass sie damit nicht unrecht hat. Meine Mutter hat so sehr gelitten, und wir alle mit ihr. Und so schlimm der Verlust auch ist, und so wütend, traurig oder was auch immer ich bin... schlimmer als diese Zeit des Leidens KANN einfach nichts sein. Ich glaube, das kannst du ganz gut nachvollziehen – wahrscheinlich einige hier. Liebe Sandra, ich wünsche dir ein möglichst erholsame Nacht, was ja nicht ganz leicht ist. Allen anderen Lesern und Schreibern natürlich auch weiterhin frohes Schwitzen ( Wassereis kann ich als einzig wirksame Medizin gegen unfreiwillige Hitzewallungen empfehlen! :-)) Alles Liebe, Katrin |
junge Frauen und der Tod der Mutter
Guten Morgen liebe Katrin :-)
ich war nur kurz zum Lesen hier, aber ein Satz von Dir, Deiner Schwester "Mamas Krankheit sei die schlimmste Zeit in ihrem Leben gewesen, schlimmer als schließlich die Nachricht von ihrem Tod." Dem kann ich nur eins hinzufügen, JA ! ! Wie ich schon in meinen Briefen geschrieben habe, die Zeit jetzt ist sooo schwer, aber ich bin tapfer und lerne mein Leben wieder zu leben aber diese Monate der Angst, der Hilflosigkeit ..... diese lange Zeit des Leidens meiner lieben Mutti hat soooo weh getan. Es war als ob jemand in mein Herz sticht, immer wieder, als ob jemand mir die Kehle zuschnürt. Ich habe noch nie solchen (psychischen) Schmerz erlebt.....und war doch selbst nur der Angehörige ? ! Unsere Mutti's waren so stark ! Ich wünsche Dir einen kühlen Kopf für den heutigen heißen Sonntag ! Liebe Grüße nach Bückeburg ! Sandra *winkt* |
junge Frauen und der Tod der Mutter
hallo sandrah.
deinen worten kann ich nur zustimmen. mir gings genauso. auf den tot ist man ja irgenwie ab einem bestimmten zeitpunkt vorbereitet ( soweit man diese sein kann), man was, auch wenn man weiter hofft, das er schon ganz nah ist. Und ehrlich gesagt, habe ich auch an seinem bett gesessen und gebetet, gott lass ein wunder geschehen oder lass es vorbei sein, er soll nicht mehr leiden. aber die diagnose. das war verdammt hart. vor allen die worte er hat noch 2 wochen. ich meine, dass kann doch keiner aushalten. als die 2 wochen vorbei waren, dachte ich der arzt hat sich geirrt er schafft es. im grunde wußte ich aber dass es nicht so sein wort. er hat insgesamt noch 3 wochen durchgehalten. der moment war furchtbar, aber nicht so wie ich es mir vorgestellt habe. war wie in trance. und das veravbeiten, er ist tot, das kommt erst jetzt, 8 monate später. und dabei helft ihr mir, vielen dank dafür. gestern hat mich mein freund gefragt, warum ich in letzter zeit so oft im krebs chat bin. meine antwort war. die helfen mir, sie wissen wovon ich schreibe. und da bekomme ich nicht die antwort, das leben muß weiter weitergehen, man muß nach vorne blicken. das tue ich, aber trotzdem gehts mir mal schlecht und mal gut. mein freund ist wirklich sehr lieb, aber er lässt mich nie einfach nur heulen. immer kommt der spruch es muß weitergehen. er hat noch nie einen nahestehenden menschen verloren. dies ist ja auch schön. aber richtig verstehen, kann er mich nicht. habe eine freundin, mit der kann ich gut reden. ihr vater hat sich vor 16 jahren umgebracht, da war sie 11 jahre alt. sie hat eine wut in sich. wir fragen uns warum, bewundern unsere lieben, wie tapfer sie waren. aber sie, sie ist wütend auf ihren vater, das er sein leben weg geworfen hat. und das schlimme für sie ist. sie weiß nicht warum. seit ganz lieb gegrüßt und habt einen schönen sonntag, heut e habe ich einen guten tag. anja.w liebe grüße anja.w |
junge Frauen und der Tod der Mutter
Hallo Ihr Lieben,
ich habe schon lange nicht mehr hier rein geschaut, weil ich einfach die Kraft nicht hatte. Die Beerdigung meiner Tante hat in mir alles wieder aufgewühlt. Ich brauchte jetzt erst mal wieder Abstand, um all das zu überdenken. Im Moment beschäftigen mich sehr viele Dinge, es würde den Rahmen hier sprengen, wenn ich all das aufschreiben würde. Habe gerade auch nicht viel Zeit, ich wollte Euch nur wissen lassen, dass es mir soweit gut geht - wir fahren auch erst die letzte Augustwoche in Urlaub, sodass ich die nächste Zeit öfters noch mal reinschauen werde. Zu Euren Beiträgen werde ich dann noch mal gesondert was schreiben, vor allem zu Deinem, liebe Claudia. Ich mache im Moment ähnliches durch. Vielleicht finde ich heute abend die Zeit dafür. Ich umarme Euch alle Eure Kiki |
junge Frauen und der Tod der Mutter
hallo sandrah,
ja es ist fürchterlich warm hier, vor allem so drückend. das geht definitiv auf den körper. zu deiner frage wegen deiner katze. ja, ich würde sie einschläfern lassen. auch wenn sie dir sehr wichtg ist. tiere können ihr leid bzw. ihre gefühle nicht so zeigen wie menschen. natürlich freuen sie sich, oder sind einmal eingeschnappt, aber es sind tiere, keine menschen. und ich denke, dass sie nicht leiden sollt. aber ist ja nur meine meinung... vielleicht überegtst du ja auch so lange, weil die katze eben noch so ein bindungsglied darstellt. eine verbindung zu deinem "früherem" leben. wenn sie nicht mehr da ist, fehlt von diesem gewesenem leben ein teil. aber frage doch den tierarzt nochmal... lass sie nicht leiden ich scheibe später nochmal, es läuft schon wieder an mir herunter ( pc im dachgeschoss....!) liebe grüsse alessa |
junge Frauen und der Tod der Mutter
hallo sandrah,
da bin ich wieder, die luft ist nicht kühler, dafür habe ich mich entkleidet... und ein radler augemacht! zu sterbehilfe - ich denke, dass ich es bei meiner mama getan hätte, hätte sie mich darum gebeten. aber es kam ja alles so unverhofft und sie wollte ja nicht gehen. ich behaupte jetzt einmal von mir, dass ich es gut fände, wenn meine schwester mich von schmerzen befreien würde, die ich nicht mehr ertragen wollte. ich versuche jetzt einfach mal von mir als "opfer" auszugehen. ich wäre meiner schwester dabkbar. aber das ist eben ein einzelfall - grundsätzlich, hm, ich weiss nicht. aber sterbehilfe bei deiner katze ist ein ganz anderes kaliber. es ist ein tier, ich betone tier, dass auf dich in einer weise angewisen ist. so wie du sie fütterst, ihr clo säuberst... auch wenn sie gesund ist. ich möchte mir mit meiner nach aussen hin sehr kühl wirkenden art, nicht schon wieder feinde machen, wenn ich tiere als untergordnete gruppe bezeichne. aber eine katze, bzw. eine hauskatze ist nun mal abhängig. ich glaube eher, dass deine gedanken nicht hauptsächlich um die katze kreisen. es ist wohl eher der verlust der harmonie... wie schon beschrieben. ja sandrah, meine famileinproblem sind sehr ähnlich, nur, dass ich vier jahre älter bin als meine schwester, also die grosse! aber zu deiner beruhigung, ich habe auch keine kinder! bin nicht verheiratet und habe eine schwere zeit mit meinem freund mit dem ich schon zig jahre zusammen bin. mein vater redet auch nicht. erst heute habe ich gedacht: du a....., ich mache und tu, koche tec. und das einzige was ich erwarten würde, wäre, dass er nur einmal fragt, wie es mir geht, was ich weiter vorhabe... nichts. auch im alter kann man lernen gefühle zu zeigen! verdammt, er ist mein vater und ich bin diejenige die alles versucht ... aber von ihm kommt nichts. trotzdem kann ich nicht konsequent sein, so wie es andere fordern. er ist nunmal mein vater, schluss aus. heute geht es mir sehr schlecht, ich bin kraftlos. habe meinem vater nur eine pizza reingeschoben, horchhorch. ich wohne derzeit viel im haus meiner eltern. die spuren meiner mutter eben.. anonsten habe ich eine wohnung 130 km entfernt, wo ich auch arbeite. aber momentan bin ich sehr oft hier.... (nein nicht arbeitsls, freiberuflich - und es fehlt immer noch eine gewisse kraft) also, sandrah, melde ich wieder würde mich freuen alessa |
junge Frauen und der Tod der Mutter
Hallo Ihr Lieben!
Habt vielen Dank für Eure zahlreichen netten Antworten - habe bereits gestern Abend ausführlich geantwortet - dann aber nicht auf senden gedrückt..........*blöd* Das folgt aber alles morgen - ich wollte mich nur schnell gemeldet haben. Erstmal einen schönen Wochenstart! Claudia |
junge Frauen und der Tod der Mutter
Liebe Leute,
mir ist grad irgendwie ein bißchen merkwürdig zumute. Mein Vater war vorhin auf dem Friedhof um die Blumenschale zu gießen, die in den letzten Tagen auf Mamas Urnengrab stand. Nun ist er gerade wiedergekommen und meine, die Platte ist schon da. Ich wollte ja gerne, dass die Platte möglichst bald kommt, weil sie Mamas Grab als Treffpunkt für uns beide sozusagen vervollständigt (ich hatte das ja schon mal erklärt, was die Grabstelle für mich bedeutet). Aber so schnell hatte ich dann wirklich nicht damit gerechnet. Nach dem, was der Steinmetz gesagt hatte, sollte es vier oder fünf Wochen dauern, also hatte ich gehofft, zu meinem Geburtstag wäre alles fertig. Mir ist einfach mulmig, weil es bestimmt seltsam sein wird, Mamas Namen endgültig auf diesem Grabstein zu sehen. Es kann genauso gut sein, dass es überhaupt nicht schlimm ist und ich nur dramatisierte. Aber das werde ich morgen sehen, denn ich will es unbedingt sehen und auch eine Blume mitbringen. Aber ich wüßte schon gerne, wie es für euch gewesen ist, als ihr den Namen schließlich auf dem Grabstein sehen konntet. War es seltsam? Oder denke ich darüber viel zu viel nach? Und wisst ihr, was ich heute nacht geträumt habe? Das ich auf den Friedhof gehe, und Mama hat ein Urnengrab, das man bepflanzen kann, eben nicht nur diese Platte im Rasen. Ich habe das ganz erstaunt angeguckt und bin wieder weggefahren. Einige Stunden später bin ich dann wieder hingefahren, und da war dann schon der Grabstein mit ihrem Namen da. Das find ich nun wirklich putzig. Euch allen eine dicke Umarmung! Katrin |
junge Frauen und der Tod der Mutter
Hallo katrin,
der grabstein steht mir auch noch bevor. aber erst im frühjahr, weil man sagt, das grab gibt noch etwas nach. aber du hast recht. es ist merkwürdig, alles auf dem stein zu sehen. bisher steht bei meinem vater ein holzkreuz und das ist schon wirklich schlimm. aber wenn dann alle daten da stehen. will noch gar nicht drüber nachdenken. hoffe für dich, das es dich morgen nicht zu sehr aus der bahn wirft. deine mutter freut sich bestimmt auch über eine einzelne blume. die sagt doch manchmal mehr, als ein riesenstrauß. lieben gruß anja.w |
junge Frauen und der Tod der Mutter
Liebe Katrin, liebe Anja,
oft schau ich nur zum Lesen vorbei, aber auch diesmal muß ich wieder kurz was schreiben. Ich kann leider noch nichts zum Thema Grabstein schreiben, obwohl schon der 1. Todestag meiner Mutti war. Mein Vater hat mir erklärt, so wie Du Anja es auch schreibst, daß sich das Grab noch setzen wird und man ein Jahr wartet. Ich hab ihm das zwar geglaubt, aber das mit der Zeitangabe ? ? ?Nun hatte ich gehofft, daß am Todestag spätestens der Grabstein liegt (wir wollen keinen stehenden). Leider ist mein Vater auch bei diesem Thema sehr bestimmend. Erst kürzlich hab ich darauf angesprochen, ob es nicht jetzt, es ist noch nicht mal Mitte August, also noch kein Herbst, keine kalte Jahreszeit, wo sich der frische Stein durch den Frost hebt oder senkt, was auch immer, der richtige Zeitpunkt wäre, den Grabstein auszusuchen. Aber irgendwie hab ich das Gefühl, er hat Angst oder um es mit Deinen Worten, Katrin zu beschreiben "ist ihm mulmig" bei dem Gedanken, wenn dann der Name unserer Mutti auf dem Grabstein steht. Das ist ja dann wirklich erstmal endgültig. Bei vielen Dingen, die mit dem Tod meiner Mutti im Zusammenhang standen und stehen kann ich nie ruhig mit meinem vater reden. Er ist schnell aufbrausend bzw. hört sich meine WÜnsche nicht mal in Ruhe an. Oft höre ich "Du bist ja so selten da" Das tut weh, weil das in meinen Augen nur eine Ausrede ist. Ich habe schon so oft gesagt, daß ich jederzeit Urlaub mache, um auch in der Woche mal nach Hause kommen zu können, um mit ihm was zu erledigen. Liebe Katrin, ich stelle mir vor, wie es sein wird, wenn der Name meiner Mutti auf dem Grabstein stehen wird, es wird wieder so ein Moment sein, wo ich denke "das muß ein Traum" :-( Gute Nacht ihr beiden ! Eure Sandra |
junge Frauen und der Tod der Mutter
Liebe Claudia,
mir ist es oft passiert, daß ich hier ins Fenster geschrieben habe und durch einen falschen Tastendruck oder durch sonstiges all das Geschriebene weg war. So schreib ich jetzt oft in WORD offline und kopier dann den Text hier ins Fenster rein, so hab ich ruckizucki den Text abgeschickt und nix is weg. Vielleicht kamst Du noch nicht auf diese Idee ? ? ? Hmm, naja, ich hoffe jedenfalls, daß wir bald wieder von Dir hören ! Liebe Grüße Sandra |
junge Frauen und der Tod der Mutter
hallo sandrah,
noch da? |
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