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03.08.2005 17:08

berg ab
 
Hallo,
ich weiß nich mehr weiter, bin mit meinen Kräften am ende und werde hier nun ma kurz meine "Geschichte" erzählen.
Vor 4 Jahren fing alles an, mein Vater hatte Lungenkrebs. Damals geben die Ärzte ihn schon auf, meinten er hätte nur noch Monate. Doch er hat gekämpft und es am Ende geschafft, ihm wurde die Linke Lungenhälfte rausgenommen und war deswegen auch schnell außer Atem aber sonst ging es ihm gut. 2 Jahre später der Schock, wieder Krebs, wieder in der Lunge, bestrahlung, Chemo.. er steckte es weg und hat es wieder geschafft, dies ma war er danach 100% Schwerbehindert. Aber es ging gut. ca 2 Jahre später fand er wieder arbeit, war frührenter hat sein leben wieder geordnet. Eine Nachuntersuchung, aber es ging ihm gut.. Dachten wir und er jedenfalls, aber so sollte es nich sein, Krebs! Dies ma in der Leber.
Diese erschreckende Nachricht bekamen wir vor ca 3Monaten.
In diesen Monaten gab es nicht einma n Lichtblick. Erste Chemo, Haare weg, er war zu dem Zeitpunkt schon sehr weit am ende, hat aber weiter gekämpft, eine neue Chemo, wieder ohne erfolg, die tumore (10, 7-8 aneinander und 2 einzelne) wachsen ohne ende.
Er nimmt an einer Studie der USA teil, Tarceva oder so ähnlich hießen die Tabletten, wieder kein erfolg, er hat nur schrecklich abgenommen sicher 15-20kg.
Aber er gibt noch immer nich auf, erneut eine Chemo, aber auch die sollte nicht helfen.
Jetzt ist er nur noch haut und knochen, isst sehr wenig und die tumore sind sehr stark gewachsen, das letzte ma als ein Ultraschal gemacht wurde (vor 2 Wochen) ist der größte Tumor, innerhalb einer Wochen um 3cm gewachsen.
Er hat nur noch schmerzen, schreit vor schmerz, er hat heute mit den Morphinpflastern angefangen. Die helfen auch gut, aber er kann einfach nich mehr, meinte selbst es is vorbei, er is am ende, er leidet nur noch.
Meine Brüder (20 und 16 ich selbst bin 18) kommen damit gar nicht klar, sie wollen nich wahr haben das mein Vater sterben wird.
Er ist bei uns zu hause und geht auch nicht mehr in ein Hospiz.
Es is so schrecklich jemanden so leiden zu sehen und nur daneben zu stehen, ncihts tun zu können. Ich hoffe nur es geht schnell vorbei und er muss nich mehr lange leiden.
Heute sollte er eigentlich nochma eine neue Chemo kriegen, aber er ist in der Praxis zusammen gebrochen und die Ärztin meinte dann es hätte keinen sinn mehr, er würde nur noch mehr leiden, er hat es danach nich ma mehr geschafft durch unsere Wohnung zu gehen und lag danach nur im bett und hat vor schmerz geschrien.
Diese Hilflosigkeit tut so weh.
Meine Mutter kommt auch immer mehr an die Grenzen ihrer Kräfte. Es gibt einfach ncihts aufbauendes mehr.. Gar nichts mehr.
Er wird von uns gehen und noch nich ma mehr seinen 50 Geburtstag erleben (27. September) er wird hoffentlich in den nächsten Tagen erlöst werden, an die Zeit danach will ich gar nich denken, aber es muss schnell gehen, so gemein es klingt, er kann einfach nich mehr. er soll nich mehr leiden.

03.08.2005 18:49

berg ab
 
Hallo Nordisch,

ich kann dir sehr gut nachfühlen wie es dir geht. Meine Mutter ist ziemlich genau vor einem Jahr an BSDK gestorben und auch wir haben uns am Schluß nur noch gewünscht, daß sie nicht mehr leiden muß.
Macht es euren Vater so schön und bequem wie möglich, versucht mit hilfe des Arztes die Schmerzen in den Griff zu bekommen. So schwer es jetzt für euch ist, aber versucht ihm zu helfen, ihn aber nicht zu halten. Macht ihm klar, daß er loslassen und gehen kann, wenn er möchte. Das erleichtert ihm das Sterben ungemein, glaub mir und auch euch wird es damit besser gehen. Wenn ihr könnt begleitet ihn dabei, aber nur wenn es emotinal geht. Ich habe aber schon von vielen anderen gehört, daß es für sie unheimlich tröstlich war den lieben Verwandten in seinen letzten Stunden zu begleiten.

Ich weiß, daß das eigentlich kein Trost ist, aber ich glaube für deinen Vater ist es jetzt sehr wichtig seine Lieben um sich zu haben und in Frieden gehen zu können.

Ich schicke dir ein großes Kraftpaket!!

Liebe Grüße,

Susanne

mario1 03.08.2005 19:49

berg ab
 
hallo nordisch!

es ist sehr hart zu lesen was du geschrieben hast! meine mutter ist am 26.07.2005 verstorben. es ist noch immer nicht leicht aber ich weis es geht ihr jetzt besser und sie hat keine schmerzen mehr. signalisiere deinem vater das er mit dir über den tod sprechen kann insofern ihr das noch nicht gemacht habt! und so wie susanne schon gesagt hat macht ihm klar das ihr loslassen könnt das erleichtert ihm das gehn! ich weis diese zeit is nicht sehr leicht und auch sehr schmerzhaft und man kann auch nicht die richtigen worte finden! was ich dennoch sagen möchte versucht die schmerzen von deinem vater in den griff zu bekommen seit an seiner seite und sagt ihm alles das was ihr ihm sagen wollt!

zu deinen brüdern!
mein bruder selber erst 20 könnte auch nicht umgehn mit mamas krankheit! er besuchte sie nie im krankenhaus und war auch am tag als sie verstorben ist auch nicht bei ihr! wir machen ihm jedoch keinen vorwurf das wäre nicht okay den jeder geht anders mit der situation um! versucht sie jedoch miteinzubinden! sie können doch praktische dinge für dich und deine mama tun damit sie euch so den rücken freihalten und sei es nur die wäsche waschen! stosst sie immer wieder an und vielleicht kommen sie dann von selbst!

ich selbst sag mir jetzt immer
mama hat zwar den kampf gegen die krankheit verloren aber sie hat vielmehr gewonnen nämlich schmerzfrei sein und ihren frieden!

du kannst jederzeit schreiben würde mich sogar freun!
ich wünsche dir sehr viel kraft
ganz liebe grüsse mario

ela68 03.08.2005 20:59

berg ab
 
Hallo liebe Nordisch,

beim lesen Deines Berichts kamen mir die Tränen,ich habe meinen Vater letztes Jahr im Mai verloren....

Uns ging es wie Dir,wir haben uns immer gefragt warum muß er so leiden??er hat niemanden was getan....und haben uns auch für ihn den Tag X gewünscht.....damit es ihm wieder besser geht.

Mein Vater wäre auch nie in ein Hospiz gegangen,obwohl es eine super Einrichtung ist,wir hatten das Glück das unser Hospiz auch ambulant pflegt..habt ihr vielleicht auch so was bei euch in der Nähe?

Ich bin der Meinung niemand muß Schmerzen erleiden,ein Hospizpfleger war auch dabei,als unser Papa starb und er ist nicht so gestorben wie man es uns im KH sagte,sondern in würde ohne schmerzen...

ich wünsche euch alles Gute und viel Kraft

Liebe Grüße
Daniela

03.08.2005 23:14

berg ab
 
Danke für eure ganzen lieben antworten, obwohl es eigentlich gemein is... es tut gut zu wissen das man nich alleine is, das es viele gibt die das schon durchgemacht haben.
Ihr habt es alle geschafft und das gibt einem irgendwie so viel Kraft.
Ich denk oft, es versteht keiner.. ich mein, aus meinem freundeskreis, hat noch nie jemand jemanden verloren und schon gar nich ein Elternteil und schon gar nich auf so einen langen leidensweg..
Heute war unsere ganze Familie da. Alle haben geweint, es war so schrecklich. Mein Papa würde so gerne weinen und kann es nich. aber er musste lachen als wir ihn mit dem Schreibtischstuhl durch die Wohnung geschoben haben, eine verrückte Idee von mir und meinem Bruder um ihn ma in ein anderes Zimmer zu bringen, das tat so gut, ihn ma wieder lachen zu sehen. und auch mein bruder hat sich noch so lange zu ihn gesetzt... nur mein kleiner bruder nich, ich weiß das man ihm deswegen keine vorwürfe machen kann..
Aber.. ach ich weiß auch nich..
Die Morphinpflaster helfen nicht ganz, er hat noch immer schmerzen und angst vorm schlafen, er hat angst nich mehr aufzuwachen. Wir geben ihm so gut es geht das Gefühl das er "gehen" kann..
Er meinte auch, er hätte nun alles geschafft, was er schaffen wollte. Das is gut und beruhigt einen..
Nur eins nich, er wollte nochma an die Nordsee.. Diese wünschen konnten wir ihm nich erfüllen, er is einfach zu schwach und es ging schlag auf schlag..
Es tut so weh, gestern als ich mich zu ihm gesetzt hab, hat er mich angeguckt und meinte: "die arme schweine, die nicht so eine Tochter haben"... Da fällt es einem so schwer nich los zu weinen.. aber ich will nich vor ihm weinen, das macht es ihm doch nur schwerer oder?
Eigentlich weiß ich nich was richtig is und was falsch is. Bzw gibt es ein richtig oder ein falsch?
Wir sind so gut es geht für ihn da und das is das wichtigste, glaub ich..
ich könnte noch so viel schreiben, aber das müsst ihr dann ja auch lesen :) also hör ich lieber auf..
Danke für eure antworten...

04.08.2005 03:20

berg ab
 
Hi Nordisch,

wie du schreibst, man könnte so viel schreiben! Weiß gar nicht wo ich anfangen soll..
Fuck, ich finde es so unglaublich fies und ungerecht, was dir und deinen Brüdern passiert. 5 Jahre! das tut mir so unendlich leid, diese Unsicherheit, dieses Warten, Hoffen, und nun die aussichtslose Situation, der Abschied! Ich könnte heulen, wenn ich mir deine Situation vorstelle. Auch wenn ich selbst in der gleichen Situation wie du bin, und bei mir selbst kaum eine Träne vergießen kann, weil ich wie betäubt bin. Meine Oma hatte DArmkrebs, jetzt Lebermetastasen, Gelbsucht, isst nicht mehr, bricht. Ich bin bei ihr aufgewachsen, sie ist meine Familie, hab sonst kaum jemand. Und es ist ganz schrecklich! Alles was du schreibst ist genau so wie ich es gerade erlebe! Auch wenn das eigentlich nicht hilft, so tut es mir doch irgendwie gut, auf dieser Seite zu sehen, dass man mit dem Schicksal nicht allein ist. Auch meine Freunde, die mich wirklich stützen und für mich da sind wo es nur geht, können das nie so verstehen wie jemand der es erlebt.
Hast du jemanden der dich aufbauen kann, der dir zuhört, dich in den Arm nimmt wenn du es brauchst, jemand der dir zuhört und dbei dem du dich fallen lassen kannst, in Sicherheit bist? Das ist ganz wichtig glaub ich, weil auch du nicht alles allein packen kannst!
Weiß dein Vater dass es bald so weit sein wird? Wie verabschiedest du dich? Ich versuche manchmal mit meiner Oma drüber zu reden, aber sie blockt es ab, tut so als ob sie übermorgen wieder gesund wäre. Und wenn ich sage, was ich denn ohne sie tun soll, dass ich doch dann niemanden mehr habe, dann sagt sie, dass ich schon irgendwann jemanden heiraten werde.. nicht wirklich hilfreich!

Hoffe du schläfst gerade tief und fest, wie auch dein Papa, und wünsche dirr ganz viel Kaft,

Nico

04.08.2005 11:50

berg ab
 
mmh geschlafen hab ich nich, hatte die ganze Zeit angst ich höre was nich, da meine eltern gleich im Zimmer nebenan sind...
Aber ich musste einma kurz grinsen, als ich deinen Beitrag gelesen hab.. Ich musste mir die ganze Zeit vorstellen wie mein papa mir sagt "irgendwann heiratest du schon jemanden.." tut mir leid.

Das du wie betäubt bist, kann ich gut vorstehen, is bei mir auch so. Andere können das glaub ich gar nich verstehen, aber es is so.. Teilweise glaube ich sogar es is bei mir noch nich richtig angekommen, das es bald entgültig vorbei ist. Ich hatte einfach gar keine Zeit darüber nachzudenken.. und auch ich kann nur sehr selten weinen...

Das was du mit den Freunden sagst, kann ich nur bestätigen, sie sind für einen da, so gut es geht.. Unterstützen einen.. aber sie können es nich nachvollziehen , ich glaub ich könnte es auch nich, es is so unvorstellbar, wie ein alptraum, der kein ende nimmt.

Ja mein Papa weiß das es bald soweit is und ich glaub er will es selber, weil er sich nich mehr quälen will..
Aber zuerst war es auch immer so wie bei deiner Oma, "das wird schon wieder, du musst nich daran denken das ich bald nich mehr da bin, ich werd doch wieder gesund, schmerzen.. ach ich hab mich verlegen.." Wie oft er das gesagt hat, er hätte zerrungen.. Er hat sich selbst ausreden gesucht, irgendwann bin ich geplatzt hab ihn angeschrien, es hat mir so leid getan aber ich konnte dies Schauspiel nich mehr ertragen, dann meinte er das er es für sich brauch. Aber nun guckt er der Wahrheit ins Auge, er probier es uns leicht zu machen mit scherzen, so wie gestern, der lag er im bett und ich saß neben ihm und auf einma meinte er dann "und was glaubst du wie is es am gemütlichsten, soll ich so in Sarg oder so oder doch lieber so" und das sagte er mit einem grinsen.. Ich kann da recht gut mit umgehen mit diesem galgenhumor, leider können das nich viele, was ja auch verständlich is, aber so war mein papa schon immer..

Das mit dem übergeben von deiner oma kenn ich nur auch zu geht... es is einfach nur schlimm.. es fehlen einem die worte...

Gerade is unsere Ärztin da und gibt meinem papa einen Tropf, heut gehts ihm eigentlich sogar "gut". Er hat sogar ein wenig gegessen und er kriegt jetzt bald n Rollstuhl damit er wenigstens noch raus kann, mit unserem hund gehen kann, was ihm sehr nah geht das er das nich mehr tun kann, er fühlt sich so nutzlos...

ach gott und schon wieder schreib ich halbe Romane...

Nico, ich wünsch dir auch ganz viel Kraft, es is sicher noch schlimmer, wenn man die Person verliert die einem die ganze Familie gibt, ich hab dann ja noch Mama..
Und vielleicht schaffst du es auch, irgendwann mit deiner Oma über den Tod zu reden, ich drück dir die Daumen...

05.08.2005 00:03

berg ab
 
Liebe Nordisch,
meine Mama ist auch kurz davor zu sterben, und sie hätte bestimmt auch unglaubliche Schmerzen. Wir haben das Glück, dass sie seit Freitag auf einer Palliativstation ist und dort bei jedem kleinsten Schmerz auf die sowieso laufenden Schmerzmittel - über eine Pumpe in die Vene - noch eins drauf gesetzt wird, kein Sterbender muss Schmerzen leiden, so ist dort die Devise. Wenn ihr noch die Möglichkeit und Zeit habt, Eurem Papa die Zeit zu erleichtern, dann sprecht mit den behandelnden Ärzten, sie sollen volle Pulle geben. Und wenn alles nichts hilft, würden die Leute auf der Station meiner Mama sie in eine Art Dämmerzustand versetzen, damit sie die nicht zu stillenden Schmerzen nicht mehr mitbekäme. Das finde ich sinnvoll, und wenn der eine Arzt solche Maßnahmen scheut, würde ich mir andere suchen. Hospizdienste wissen dazu bestimmt Rat, schaut einfach mal in Eurer Region ins Internet. Ansonsten wünsche ich uns allen viel Kraft, aber auch viel Zuversicht, denn der Schritt aus dem Leben ist nur ein Schritt ins Licht, keiner ist damit aus der Welt. Wir müssen nur unsere verkümmerten Antennen mehr ausfahren, damit wir die andere Welt auch wahrnehmen.
Alles Liebe, Dani

05.08.2005 11:57

berg ab
 
Hallo Nordisch,

meine Mutter starb vor drei Jahren bei uns zu Hause, sie hatte einen Tumor an der Gebärmutter.

Ich möchte euch auch zu einem Hospitzdienst raten. Das sind ehrenamtliche Helfer, die auch zu euch nach Hause kommen und euch bei allem mit Rat und Tat zur Seite stehen können. Es tut unheimlich gut jemandem Fragen stellen zu können, der Erfahrung mit der Sterbebegleitung hat und vor allem auch in Notfällen, egal welcher Art, zu erreichen ist.

Es gibt nur sehr wenige Hausärzte, die sich Nachts aus dem Bett klingeln lassen und tagsüber in der Praxis können sie auch nicht alles stehen und liegen lassen. Noch wichtiger ist aber, das sie mit Sterbebegleitung meist gar keine oder nur sehr wenig Erfahrung haben.

Du findest Hospitzdienste auch in den Gelben Seiten deiner Stadt. Omega e.V. zum Beispiel gibt es Deutschlandweit.

Ich wünsche dir viel Kraft!

Lieben Gruß

Tanja

05.08.2005 14:08

berg ab
 
AUch ich kann nur eine Palliativ-Station (gibt es auch ambulant) empfehlen, auch mein Vater wurde hier weitestgehend schmerzfrei "eingestellt" und sehr "liebevoll und würdevoll" behandelt...

05.08.2005 14:37

berg ab
 
Hallo Nordisch,
mein Mann starb vor 10 Monaten an BSDK. Er brauchte zu keiner Zeit starke Schmerzen zu erleiden. Nachdem sehr schnell festgestellt wurde, dass bei ihm ein Morphiumpflaster nicht hilft, wurde er auf einer Palliativstation schmerzfrei eingestellt. Erkundige Dich dringend, ob es bei euch in der Nähe eine solche Station gibt oder einen Schmerzmediziner. Meist ist das ein Anästhesist. Der normale Onkologe oder Hausarzt ist mit der Schmerzeinstellung einfach überfordert. Aber niemand soll auch noch Schmerzen leiden müssen. Alles andere ist schon schlimm genug.
Ich wünsche Deinem Vater alles Gute und Euch ganz viel Kraft, seinen Weg mit ihm zu Ende zu gehen.
Grüße
Beatrix

05.08.2005 17:09

berg ab
 
Hallo ihr lieben,
wir haben auch schon ma über so eine Station nachgedacht oder über einen Pfleger. Eine Station kommt für uns nich in Frage, weil mein Papa sowas nich mag, er würde sich da sehr unwohlfühlen, da er eher ein einzelgänger is und ihn diese ganze "fröhlichkeit" wahrscheinlich stören würde.. Da meinte er selbst er will hier bleiben..
Ein Pfleger, mmh was dagegen sprach weiß ich gar nich mehr, aber solange wir Ferien haben, geht es ja eigentlich.
Die Schmerzen, daran is er selbst "schuld" das klingt zwar gemein, aber eigentlich is es so.. Das sind die leichtesten Pflaster er will die Dosis nich erhöhen oder andere Schmerzmittel dazu nehmen, weil das ja so entgültig is.
Wir haben großes Glück mit unserer Ärztin, da wir sehr gut mit ihr befreundet sind.. (sie ging früher mit mama in eine klasse)
Die Tut wirklich alles was sie kann, jetzt kommt sie morgens um Papa wasser zu geben, sogar die Chemo will sie ihm hier geben, sie will nach der Arbeit kommen, wenn er den Weg nich schafft und sie die Chemo doch nochma probieren wollen.
Am Montag muss er nun nochma zum Arzt, ultraschal, blutabnahme...
Am Dienstag kriegt er dann Blut da er zu wenig hat und dann wird auch entschieden ob man die letzte Chemo doch nochma probieren sollte.
Es is eine Gemeinschaftspraxis und die andere Ärztin sagt, das unsere Ärztin das mit zu wenig abstand sieht und es keinen sinn mehr macht, nur die Gelbsucht ausbrechen würde...

Heute gehts ihm wieder schlecht.. Er is die ganze Zeit am husten und er is sauer, weil ich meinen urlaub abgesagt hab.

05.08.2005 18:32

berg ab
 
Liebe Nordisch´
was du schreibst geht mir sehr zu Herzen. Ich habe im Februar letzten Jeahres meine Mutter an Eierstockkrebs verloren und kann deshalb alles sehr nachfühlen. .
Dein vater ist echt niedlich weil er sich über deinen abgesagten Urlaub ärgert! Ich glaube du machst alles genau richtig. das wird dir später guttun, dass du weisst, dass du alles gemacht hast was du konntest! Und dein Vater wird es dir ewig danken. Meine Mutter ist auch auf einer Palliativstation gestorben. Ich glaube sie wollte eigentlich nachhauseund ich hatte ein so schlechtes Gewissen dass wir sie nicht geholt haben. Sie hat gesagt sie will nicht nachhause, aber wohl nur um uns nicht zu belasten. Im nachhinein bin ich total froh, dass sie dort sein konnte, sie hatte keine Schmerzen und war am letzten Tag in einem Dämmerzustand unter Morphium, sehr viel Morphium-die Ärzte haben immer noch eins obendrauf gegeben wenn sie wieder durch Schmerzen unruhig wurde. dafür bin ich unendlich dankbar. Die Schmerzen müssen so schlimm sein...
Ich wünsche dir ganz viel Kraft und deinem Vater ein friedliches Ende auf dieser Welt

Liebe Grüße Dörte

05.08.2005 22:39

berg ab
 
Liebe Nordisch,
vielleicht kannst Du Deinen Vater zu mehr Schmerzmitteln bewegen, indem Du ihm sagst, dass Dauerschmerzen den Körper äußerst zusetzen und ihn schwächen, zusätzlich zur Krankheit. Es gibt eine Broschüre der Krebshilfe, die handelt von "Krebsschmerzen wirksam bekämpfen", vielleicht bekommst Du die irgendwo. Auch die Ärztin der Station ist eine Verfechterin, insbesondere Morphium einzusetzen, das würde in Deutschland immer noch zu wenig eingesetzt, es gäbe keinen Grund damit zu sparen und mit Abhängigkeit muss man hier auch nicht rechnen. Also, wenn Dein Papa noch Lebenswillen hat, mach ihm klar, dass er seine Kräfte für etwas Anderes braucht als Schmerzen auszuhalten.
Fröhlich ist eine Palliativstation übrigens nicht. Sehr lindernd, schmerzstillend und ruhig halt. Dort wird nach meiner Erfahrung äußerst individuell auf den Einzelnen und seine Angehörigen eingegangen, die durch die Entlastung im Versorgen enorm viel Zeit für die Zuwendung an sich haben. Diese Menschen, die dort arbeiten, haben eine ganz große Fähigkeit entwickelt, sich in die PatientInnen hineinzufühlen und genau zu spüren, was diese wollen und was nicht. Lies Du für Dich schon mal ein paar Bücher über Sterbebegleitung. Das heißt nicht, dass Du Deinen Papa aufgibst, aber dort stehen so wichtige Gedanken über Leben und Sterben drin, die uns alle nur weiter bringen können.
Alles Liebe für Dich und Deinen Papa
Daniela

mario1 06.08.2005 19:43

berg ab
 
Hallo Nordisch!

Eigentlich brauch ich dem allen, nicht mehr viel beizugeben! Es wurde bereits alles gesagt was ich zu sagen hätte!
Naja, bis auf eines vielleicht! So wie Dani bereits gesagt hat, lese Bücher über das Sterben! Mir hat es eigentlich sehr geholfen zB: "Interviews mit Sterbenden" von Elisabeth Kübler Ross! Natürlich geht dann jeder ganz anders damit um und es ist trotzdem schmerzhaft einen geliebten Menschen gehen zu lassen! Meine Mama (so glaube ich) hätte lieber daheim sterben wollen! Leider konnten wir ihr das nicht ermöglichen, da sie vier Tage auf einer Intensivstation lag (hatte eine Lungenimbolie und lag im Tiefschlaf) sie hatte die Krankenhäuser satt! Leider war das nicht möglich und ich mach mir auch des öfteren Gedanken warum das nur so passieren musste!

Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft und Ausdauer! Dein Papa wird sehr stolz auf dich sein!
Liebste Grüsse Mario

mario1 16.08.2005 19:17

AW: berg ab
 
Hallo Nordisch!

Wollte nur mal fragen, ob bei dir alles in Ordnung ist!
Schreib wenn dir danach ist!

Liebe Grüsse Mario

nordisch 23.08.2005 13:27

AW: berg ab
 
So nun schreibe ich, eigentlich weiß ich nich was ich schreiben soll, ich dachte ich kann nun etwas, wenigstens ein klein wenig positives schreiben. Doch es is mir nich möglich..
Es ging jetzt hoch und runter, gab sogar einige Tage an denen er "viel" gegessen hat. Nun is er wieder an dem Punkt angekommen an dem es viel ist wenn er ein Glas Milch trinkt.
Die letzte Chemo wurde nun auch nochma probiert, 2mal morgen sollte er die 3. kriegen, doch es sieht eher so aus als ob er diese nicht nochmal bekommt. Er ist wieder total schlapp, nur noch ein kleines Häufchen, man sieht die Knochen, die Augen sind Gelb/Rot, es sieht schrecklich aus, außerdem hat er noch Wasser in den Füßen, da durch kann er nich ma mehr durch die Wohnung gehen.. Eigentlich schläft er nur noch - den ganzen Tag und in der Nacht hält er sich dann wach, weil er angst hat zu schlafen, komischerweise Tagsüber nich. Er wollte jetzt ins Krankenhaus, da unsere Ärztin gesagt hat das er die Chemo wohl nich mehr bekommt, er hat wieder 2 Liter Wasser bekommen und er hatte nich ma mehr Adern, bzw keine die man auf anhieb sehen konnte.. Unsere Ärztin meinte aber, dass er lieber hier bleiben soll, weil wir ihm mehr geben als irgendein Krankenhaus, außerdem könnten die nichts anders machen, Blut, Wasser und Schmerzmittel kann er von ihr zu Hause bekommen unn mehr würden die im Krankenhaus auch nich machen, nur das er dann nich mehr entscheiden darf... mmmh
Wir sind dann ab Donnerstag auch wieder in der Schule, da hab ich angst vor, ich hab angst das er dann endlich erlöst wird und wir nich da sind oder so... Außerdem hab ich angst das ich schlecht sein werde, ich kann nich wiederholen und dann... Meinem Papa war es immer wichtig das ich Abi mache, damit ich wirklich eine Chance habe.
Ach ja was ich auch noch sagen will/muss, weil ich es einfach nich glaub kann.. Meine Oma hat schon ein Grab gesucht.. ich kann es gar nich fassen, will sie ihn noch eher unter die Erde bringen als nötig? Abgesehen davon das sie NIE mit ihm darüber geredet hat, wie er denn beerdigt werden will und und und.. Sie hat einfach schon eins gesucht ohne mit einem von uns zu reden, aber sie will nun ma mit ihm in ein Grab... Ich weiß echt nich was man dazu sagen soll..
Nun will Papa auch keinen besuch mehr, er hat die Kraft nich mehr dazu und er hat sich aufgeregt das sich nun alle melden, wobei sie das all die Jahre davor auch nich getan haben, aber er will nich mehr das wir weggehen... Dann fühlt er sich nich wohl... Mama is nun auch Krankgeschrieben, damit sie jetzt zu Hause sein kann, außerdem kriegen wir heut ein Atemgerät.
Und eigentlich is alles einfach nur scheiße!
Er kann auch nich mehr reden oder doch er kann es, aber er hasst seine stimme und bei uns löst die immer angst aus, weil er im moment so klingt wie zu der Zeit als er so oft Schlaganfälle hatte, bzw er redet so als hätte er einen... Es is so schrecklich.
Ich kann nich verstehen warum man Menschen nich erlösen kann, bei unserem Hund der auch Krebs hatte ging das alle hilten es für richtig und bei einem Menschen der nur noch leidet darf man keine Spritze geben, welche eine dumme Regelung Lebewesen ist doch Lebewesen warum unterscheidet man da...
Ich kann ihm nur wünschen das es ganz schnell geht und vor der Zeit danach krieg ich im Moment auch immer mehr angst..
Jetzt hab ich doch so viel geschrieben und alle so durcheinander.. Ich könnte noch mehr schreiben, doch da es nichts positives gibt, lass ich das...
Oder doch gibt es: Wir haben jetzt einen Rollstuhl, damit is es uns möglich ab und an raus zu gehen und er kann so doch noch mit unserem Hund spazieren gehen und das war ihm ja sehr wichtig, das tut ihm gut, er tankt dabei neue Engergie wenn er dann von alleine 20meter geht.. Leider war das auch zum letzten mal am freitag, aber das tut gut ihn lächeln zu sehen, weil er alleine laufen konnte.

Ach ein Punkt is mir gerade noch eingefallen, der mir auch sehr zu schaffen macht, viele meiner Freunde können nich mehr mit mir umgehen, das tut so weh, ich will nich länger für alle die sein dessen Vater stirbt warum können die nich einfach so sein wie immer?

ela68 23.08.2005 14:32

AW: berg ab
 
Liebe Nordisch,

obwohl unsere Väter andere Krebsarten haben,ist der verlauf den du jetzt beschreibst fast identisch :-(

Mein Vater hatte auch wahnsinnnge Angst vor der Nacht,er hatte Angst das was passiert und seine Lebensgefährtin ihn dann nicht hört,weil sie tief und fest schläft,er rief oft meinen Bruder oder mich an...

Ich hab mir auch oft die Frage gestellt,warum er so leiden muß?Kein Tier muß so leiden,ich hätte ihm gerne was abgenommen.

Nur bei uns war es so,dass sie Freunde und Familienmitglieder zurück gezogen haben,mit der Begründung sie können ihn nicht leiden sehen,dabei hatte mein Papa gerne Leute um sich.

Er war insgesamt 8 wochen zu Hause,in der ersten zeit konnte ich auch noch mit ihm spazieren gehen im Rolli ,er hatte auch zugenommen ,wir hatten wieder Hoffnung..

Obwohl wir wußten das unser Papa sterben wird,wollten wir es nicht richtig wahr haben,er hatte soviel mitgemacht und jetzt sollte er sterben??

Ab dem 15.5 ging es stetig bergab und an dem 23.5 ging es wieder besser,er hatte sogar gegessen und war viel wach,was er in der Woche davor nicht war und als keiner damit rechnete,weil wir dachten es geht wieder besser,starb er..... :-(

Wie hier auch schon angesprochen,habe ich in der zeit auch viel von Elisabeth Kübler-Ross gelesen und habe oft gedacht,so schlecht geht es ihm dann drüben nicht,wir haben es ihm so gewünscht,damit er hier auf Erden nicht mehr so leiden muß....

Das wünsche ich deinem Papa auch

Was ich in der Zeit lernen mußte war,dass lieben auch loslassen heißt

Ich wünsche Dir alles Gute und viel Kraft das alles durchzustehen


Liebe Grüße
Ela

Kim 23.08.2005 18:02

AW: berg ab
 
Hallo Nordisch,

ich drück dich erstmal. Es ist eine schwere Zeit, die ihr im Moment durchmacht und ich wünsche euch, dass ihr alle sie gut "durchsteht" und deinem Vater, dass er ohne große Schmerzen gehen darf. Warum Menschen nicht einfach sterben dürfen? Ich weiss es nicht. Aber ich habe mich das auch schon oft gefragt - menschenwürdiger wäre es in manchen Fällen wohl.

Wie Lady Molly schon schrieb: zum Sterben ist es ganz wichtig, dass beide Seiten loslassen können. Das ist nicht einfach, aber es hilft. Sag deinem Vater, dass du ihn liebst, dass er aber auch gehen darf. Er kann dich gar nicht wirklich alleine lassen, weil er immer bei dir sein wird, ebenso wirst du immer bei ihm sein. Die Menschen, die man liebt, verliebt man nur auf einer "Ebene" - niemals jedoch ganz.

Mit deiner Oma und dem Grab: ich denke, sie hat einfach nur Angst davor, ihren Sohn zu verlieren und will ihn so "festhalten", indem sie plant, dass sie irgendwann zusammen dort liegen werden. Habt ihr denn mal mit deinem Vater gesprochen, was er gerne möchte? Versucht mit deiner Oma darüber zu sprechen und sagt ihr auch, dass es euch wehtut, das zu sehen, aber dass ihr genauso Angst davor habt, ihn zu verlieren.

Die Zeit danach - davor mach dir jetzt noch keine Sorgen. Sie kommt eh von ganz alleine und gehört dazu. Es wird schwer werden, aber es wird dir auch helfen, nach und nach, damit umzugehen. Noch ist dein Vater bei euch, sei auch bei ihm. Für die vielen Gedanken, was danach kommt, ist später mehr als genug Zeit. Und wenn du reden magst, dann schreib einfach und lass alles raus, was in dir ist. Du bist mit deinen Gedanken nicht aleine.

Die Menschen um dich herum reagieren anders auf dich, weil sie Angst haben. Und durch dich werden sie an ihre eigene Angst erinnert. Krankheit, Tod, die sind für die meisten Menschen ganz weit weg und sie wollen nicht daran denken. Aber du bist ihnen nahe und mit dir sind diese Themen auch auf einmal da und wenn sie dich sehen, dann müssen sie auch daran denken und auch, dass es sie auch treffen kann und irgendwann auch wird.

Geh auf sie zu und sage ihnen, dass dein Vater zwar krank ist, dass du aber dennoch auch noch ein "normales" Leben irgendwo hast und brauchst und dass sie dir helfen können, wenn sie dich normal behandeln. Es ist ganz wichtig, dass es irgendwo immer auch noch ein Stückchen Normalität gibt, auch wenn durch die Krankheit deines Vaters alles anders geworden ist. Aber an die Krankheit wirst du Tag für Tag von ganz alleine erinnert.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft und alles Liebe. Und wie gesagt: wenn du reden magst, dann schreib einfach - egal, wie "blöd" es klingt, oder wie unwichtig es dir erscheint, lass es einfach raus.

LG Kim

nordisch 24.08.2005 21:00

AW: berg ab
 
Danke für eure ganzen schnellen antwort... Das tut gut.. Hab leider gerade nur wenig Zeit, wollt nur kurz was schreiben..
Heute warn wir beim Arzt, Blut und Wasser "tanken" und der hat uns jetzt gesagt er hat viellleicht noch 2 Tage..
Er selbst weiß es nich, es is schrecklich ich weiß nich wie ich mich ihm gegenüber verhalten soll, klar so wie immer...Aber das is so schwer!

Kim 24.08.2005 21:14

AW: berg ab
 
Fühl dich einfach nur mal lieb gedrückt von mir! Ich wünsche euch viel Kraft.

LG Kim

Kim 25.08.2005 17:42

AW: berg ab
 
Hallo nordisch,

wie schaut es denn heute aus bei euch?

Ich wünsche euch alles Gute und wenn du reden magst: ich hab dir meine ICQ-Nr per PN geschickt.

LG Kim

nordisch 25.08.2005 18:16

AW: berg ab
 
mmh heute..
Papa weiß nun das es keine Chance mehr gibt, zwar nich das er nur noch diese paar tage hat aber... Er will deswegen nich schlafen, heut Mittag hat er geschlafen und danach hat er mit Mama geredet und seitdem will er nich mehr schlafen, als wüßte er das es sein letzter wär... Er hat nun ganz viel mophium intus...
Als ich nach hause kam war ich so sauer.. Ich hab ja neue lehrer bekommen wegen den Kursen und dann wurde mir iner letzten Stunde von einem neuen Lehrer gesagt "bist du immer so still, interessiert dich politik nich also dann kannst du es gleich vergessen.." er wußte ja nichts davon.. aber es hat mich so sauer gemacht.
Dann hab ich mich aufgeregt und Papa hat mich dann nur angeguckt "Schätzelchen, mach mich bitte nich an, ich will mich nich noch mit dir streiten ich hab doch nich mehr lang"... ich konnte seitdem nur noch heulen, was mach ich nur, warum hab ich keine rücksicht genommen..
ich bin so dumm...



Danke Kim, aber du bist bei mir nicht online.. mmh aber ich werd dich sicher noch anschreiben... danke

Kim 25.08.2005 18:35

AW: berg ab
 
Hallo nordisch,

nein - dumm bist du ganz sicher nicht. Aber es ist kein Wunder, wenn bei dir die Nerven blank liegen und dich so eine blöde Reaktion von deinem Lehrer dann aufregt. Wie wäre es, wenn du ein kurzes Schreiben an alle deine neuen Lehrer verteilst, die noch nichts von deinem Vater wissen - damit sie es besser einordnen können, dass du im Moment nicht so bei der Sache bist? Das wird dir sicher niemand übel nehmen.

Und dein Vater: nimm ihn einfach in den Arm - er wird dich verstehen. Genießt die Zeit, die ihr noch habt und wenn jemand einen dummen Spruch macht: ärger dich nicht zu sehr darüber, es gibt wichtigeres.

Mit ICQ hat ja nun geklappt, wir lesen uns dann später :-)

Alles Liebe,

Kim

nordisch 26.08.2005 19:23

AW: berg ab
 
Weiß gerad gar nich was ich sagen soll...
Papa is es nun klar und dann saß er eben im bett mama und ich neben ihm und auf einma "am besten wärs wenn ich selbstmord mach ich mach einfach selbstmord, mit einem messer"... was soll man da denn sagen... :cry:

Kim 26.08.2005 19:39

AW: berg ab
 
Ach nordisch,

ja, was soll man da sagen? Die richtigen Worte gibt's dann eh nicht. Nimm ihn einfach in den Arm und zeigt ihm, dass ihr für ihn da seid. Das sagt oft mehr aus als tausend Worte. Dass solche Aussagen für euch schwieirg sind, glaube ich gerne - man steht dann ja noch ohnmächtiger daneben. Und dein Vater weiss wahrscheinlich einach nicht mehr, was er tun soll - das "Warten auf's Ende" ist auch sehr schwer, weil er ja nichts machen kann :(

Ich wünsch euch alles Liebe,

Kim

nessie 27.08.2005 01:55

AW: berg ab
 
Hallo Nordisch,
ich habe mir nun alles durchgelesen und mir laufen die Tränen. Ich wünsche Euch, dass ihr diese schwere Zeit irgendwie meistert. Dein Vater ist ein toller Mensch, der den Kampf gegen diese sch.... Krankheit nun verloren hat. Aber ich glaube fest daran, dass es ihm da wo er hingeht viel viel besser geht. Er wird keine Schmerzen mehr haben und er wird immer bei dir sein. Er wird immer in deinem Herzen sein. Am Anfang und der Anfang ist sehr lange, wird es unendlich weh tun. Es kommt aber irgendwann der Zeitpunkt, an dem du mit Dankbarkeit an ihn denken kannst. Du hast alles getan, was du tun konntest. Kein Mensch kann dein persönliches Leid nachvollziehen, aber zuhören hilft auch. Wenn du also jemanden zum Zuhören brauchst, schreib einfach deine Gefühle auf.
Die Zeit, die du jetzt durchmachst, steht mir bevor und ich hab wahnsinnige Angst davor. Auch ich werde meinen Vater an diese sch.... Krankheit verlieren.

Wie du alles beschreibst. So weiß ich jetzt, was auf mich zukommen wird. Ich glaube jeder von uns, möchte es gerne verhindern, irgendwie.... aber wir können es nicht. Es geht einfach nicht!!!!
Du liebst deinen Vater, wie ich den meinen. Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als ihn zu behalten und doch wissen wir beide, wir werden sie verlieren. Aber wenn es denn schon sein muss, dann bitte bitte lieber Gott laß ihn nicht leiden. Er hat es nicht verdient. Er war immer unser Papa und er war immer für uns da und er hat uns geholfen, wo er nur konnte.
Ich wünsche dir alles alles Gute und viel viel Kraft !!!!
Nessie

Gaby44 27.08.2005 15:36

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Hallo Nordisch
Lass dich drücken. Ich wünsche dir von ganzem Herzen kraft.

Gruß Gaby44

nordisch 29.08.2005 22:09

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er hat es endlich geschafft....

mario1 29.08.2005 23:59

AW: berg ab
 
Hallo Nordisch!

Zuerst möchte ich dir mein herzlichstes Beileid aussprechen! Ich weis wie es dir jetzt geht! Meine Mama ist vor einem Monat gegangen! Die nächsten Tage werden jetzt sicher sehr hart für euch werden, dafür wünsche ich euch viel Kraft! Ich werde nun eine Kerze anzünden und neben die Kerze von Mama stellen, obwohl ich dich hier nicht so begleidet habe wie andere!

Ich schicke dir viel Kraft und eine umarmung!
Mario

nordisch 30.08.2005 23:56

AW: berg ab
 
Danke euch allen, danke das ihr immer für mich da wart, mir immer zu gehört hab, ich hier alles los geworden bin, das hat so verdammt gut getan... Ich bin euch wirklich so dankbar.
Ich weiß nich was ich sagen soll, aber ich bin gerade glücklich, ich weiß das sollte ich nich, aber ich könnte die Welt umarmen, mein Papa is gestorben und ich bin glücklich... Wir haben heute gelacht, sogar Mama das tat so gut, man dachte nich mehr, alle sind glücklich und papa leidet, stirbt...
Das tut so gut, zu wissen er ist endlich erlöst.. ich weiß das ich wirklich traurig bin, er war alles für mich, wir wollten uns später zusammen selbstständig machen, ihm wars verdammt wichtig an meinem Geburtstag noch zu leben und ich bin gerade so verdammt froh das er das nich mehr machen muss das er sich nich mehr diese 29Tage quälen muss um da zu leben. Das er keine Windeln mehr tragen musste, das ihm doch irgendwas noch was erspart geblieben is.
Ich hoffe ihm gehts gut, ich weiß das er noch bei uns ist und immer bei uns sein wird. Ich liebe ihn und ich bin so froh das es so sein Ende hatte, was anderes kann man keinem wünschen, es is so toll... Er konnte mit uns von uns gehen wir haben ihn gestreichelt... er hat es sich immer so gewünscht...
ich hör jetzt lieber auf... vllt is es falsch sich jetzt zu freuen..
Aber es war wirklich nur eine erlösung..

ela68 31.08.2005 09:28

AW: berg ab
 
Hallo Nordisch

ich möchte Dir mein Beileid aussprechen und wünsche dir für die kommende zeit viel Kraft.

ICh kann dich sehr gut verstehen,ich war auch die ersten 3 Tage froh,dass es mein Vater endlich geschafft hat,es kommen auch die Tage an denen die Trauer sehr wehtut

Er hatte auch so leiden müssen und von da an,brauchte er keine Angst mehr vor der Nacht zu haben,keine Atmenot,keine SChmerzen ihm ging es jetzt wieder gut,er ist auch friedlich eingeschlafen und so entspannt wie er dann da lag so habe ich ihn die ganze Zeit seiner Krankheit nicht gesehen.
Ich war einfach nur froh,dass ich nie wieder Angst um ihn haben muß,nicht ansehen müßen wie er leidet ohne helfen zu können,wenn ich andere Leute hörte die Angst um ihre Angehörigen haben,weil eine Op bevor stand oder dergleichen war ich nur froh,dass ich das Gefühl nie wieder bei ihm haben muß.
Es geht ihm gut,da ich glaube ,dass mit dem Tod nicht alles vorbei ist,bin ich davon überzeugt,dass wir uns irgendwann wiedersehen.

Mein Papa hatte ca. 10 Min bevor er ging in eine ganz andere Richtung geguckt und gelächelt,ich bin mir sicher,es hat ihn jemand abgeholt ich hoffe meine MA war es.

Wünsche Dir alles Gute

Liebe Grüße
Ela

nordisch 31.08.2005 10:49

AW: berg ab
 
Mein Papa wurde abgeholt... Bzw er meinte kurz bevor er einschlief, "Na dann gehen wir jetzt", also scheint er ja nich allein gewesen zu sein und das beruhigt einen auch.
Ich hab mich gestern Abend auch mit Mama darüber unterhalten das ich froh bin das er nich mehr leiden muss und mich das freut... Sie meinte dann das es bei mir genauso is, das sie traurig is, is gar keine frage aber..
Heute morgen kam sie dann zu mir und meinte als sie draußen war mit unserem Hund hat sie den schönsten Sonnenaufgang seit langem gesehen und sie hat sich drüber gefreut und Papa war bei ihr.
Außerdem meinte sie noch das es jetzt nich nur das Halbe Jahr war, es waren 5 Jahre in denen wir eigentlich keinen "Alltag" mehr hatten.. Wir fanden das Wetter schönen, windig, sonnig regen.... aber wir konnten es nich genießen, weil es Papa dann immer schlecht ging.
Man war gut gelaunt kam nach hause wollte es sagen, aber Papa hatte schmerzen... Das was eigentlich normal war vor den 5 Jahren war dann eine Ausnahme.. Papa liebte den Wind und den Regen, die Nordsee aber es war ihm nich mehr möglich dies zu genießen und ich bin mir sicher das er sich nun wieder freuen kann und will das wir das auch tun, 5 Jahre haben wir alles für ihn getan, zurückgesteckt, ihn leiden gesehen und nun is das vorbei, nun können wir auch auch wieder Sachen genießen ohne daran zu denken Papa gehts schlecht, oh es is windig, schön - aber Papa hat schmerzen.

Zu uns meinte auch alle, ihr werdet so tief fallen, wenn alles vorbei is... Aber das stimmt nich, wie sollen wir denn tiefer fallen? Am tiefsten Punkt waren wir, als es Papa schlecht ging, er nichts mehr konnte, er das 1. ma nach 5 Jahren sagte "ich kann nich mehr" ein Kämpfer hat aufgegeben, da ist man ganz unten, das tut so weh, aber jetzt...

Wir werden immer wieder an ihn erinnert und dann werden wir auch immer wieder weinen, aber wir wissen das es so besser war, so schwer das für alle aussenstehenden zu verstehen is, die das noch nich mit gemacht haben...

Und schließlich gibt es das schön Zitat: "Ein Mensch ist erst tod wenn keiner mehr an ihn denkt" und ich denke, dann ist uns allen klar, das keiner von den Menschen tod is die wir alle hier verloren haben, denn eins is jawohl klar, vergessen werden wir sie nie - keinen!

ela68 05.09.2005 19:01

AW: berg ab
 
Liebe Nordisch,


habe heute den ganzen Tag an Dich denken müßen,hoffe Du hast den heutigen Tag einigermaßen gut überstanden.

Liebe Grüße
Ela

nordisch 05.09.2005 20:30

AW: berg ab
 
Joa, ich fands noch nich ma so schlimm... Vielleicht weil ich Papa Montag ja noch den ganzen Tag gesehen hab, unsere "Geschichte" Geschichte des ganzen Bestattungsunternehmen wurde... Weil wir ihn selbst gewaschen und angezogen haben, ihn selbst in Sarg gelegt haben und so... und ich glaub das hat uns alle doch sehr geholfen, zu wissen bis zum Ende waren wir für Papa da...
Außerdem, war die ganze Zeit in der Kapelle eine kleine Biene vorn am herum schwirren, Papa war es so wichtig das wir die Bienen weiter pflegen.. Irgendwie hat mich das total aufgebau dies kleine Tierchen... Als ob Papa da seine Finger im Spiel gehabt hätte, nich zu letzt, weil das letzte Lied nich ging, als hätte er es nich gewollt, denn die CD läuft sonst ohne Probleme nur da nich, is doch irgendwie seltsam oder?


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