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Krummkralle 18.08.2006 13:03

Vorstellung/Befund
 
Hallo,

da bei meinem Vater, 69 Jahre alt, bei einer Röntgenuntersuchung als auch CT unklare Veränderungen der Lunge erkannt worden sind, habe ich mich voller Panik ins Internet begeben. Sofort schießt einem der Begriff Lungenkrebs durch den Kopf. Dabei bin ich auch auf dieses Forum gestoßen, das mir auf Anhieb durch die seriösen und fachlich fundierten Beiträge aufgefallen ist.

So, jetzt zu meinem Vater. Also Röntgenuntersuchung und CT hat er hinter sich. Ich habe den Befund kopiert und es stellen sich mehrere Fragen:

Auszüge aus dem Befund: Rechts im 6er Segment findet sich eine 2,5 cm große Raumforderung mit Kontakt zur Pleura mediastinalis. Eine weitere 2 cm große Raumford. im apikalen Oberlappensegment rechts...sowie zwei weitere unregelmäßig begrenzte auch bis 2 cm große Herde in den Oberlappen mit streifigen Ausläufern...ferner im 6. Segment links pleuranah ein 7 mm großer unregelmäßiger Rundherd sowie ein 5mm großes Knötchen im Mittellappen ...prätracheal ein11 mm großer Lymphknoten mit zentraler Verfettung,... keine vergrößerten Lymphknoten.

Am Dienstag ist eine Bronchoskopie geplant.

Wer kann mir (auf Deutsch) näheres zu dem o.g. Befund geben. Bin schon ganz nervös und unruhig.

Thorax 18.08.2006 13:13

AW: Vorstellung/Befund
 
Hallo Krumkralle,

ich bin kein Arzt sondern Betroffener und hier werden auch keine Gutachten erstellt, aber ich befürchte Du bist im richtigen Forum gelandet.


Bitte wartet jetzt erst die weiteren Ergebnisse ab damit eine genaue Diagnose möglich ist

Warum habt ihr die Ärzte nicht direkt gefragt?


Gruß

Jürgen

Krummkralle 18.08.2006 13:19

AW: Vorstellung/Befund
 
Danke für die schnelle Rückmeldung. Der Röntgen, hier CT, Arzt, hat gesagt, dass alles weitere abgeklärt werden muss. Der Hausarzt hat meinen Vater nun zur Bronchoskopie ins KH eingewiesen.

Michael_D 18.08.2006 13:24

AW: Vorstellung/Befund
 
Die Bronchoskopie dürfte Klarheit bringen. Eure Sorge kann ich gut nachvollziehen. Nach allem, was mir bekannt ist, muß ich mich leider Jürgen anschließen. Aber das ist noch alles Kaffeesatzleserei. Erst, wenn alle Befunde vorliegen, kann man sehen, wie es weitergeht (und es geht weiter!).

Und: unbedingt die Ärzte löchern! Was ist es für eine Erkrankung? Wie lautet der exakte Typ? Wie fortgeschritten ist die Krankheit (wenn es das ist, was zu befürchten ist)? Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Was sind die Vor- und Nachteile der Behandlung (uvm.)?

Es ist sinnvoll, zu zweit zu solchen Gesprächen zu gehen; vier Ohren hören einfach mehr. Meiner Erfahrung nach ist ein Pneumologe (der macht auch die Bronchoskopie) eine ganz gute Adresse, um diese grundlegenden Fragen zu stellen. Ein Hausarzt müßte in dieser Materie schon ziemlich bewandert sein, was nicht immer der Fall ist (ebenfalls meiner Erfahrung nach).

Ich drücke Euch die Daumen, daß es vielleicht doch kein Lungenkrebs ist.

Michael

Krummkralle 18.08.2006 14:13

AW: Vorstellung/Befund
 
Habe noch ein Problem/Frage:

Angenommen unsere Befürchtungen bewahrheiten sich und es ist Krebs. Dann wird das Krankenhaus versuchen, ihn dort evtl. mit Chemo oder anderen Therapien zu behandeln. Da es sich aber um ein "normales" Krankenhaus handelt befürchte ich, dass die Erfahrung nicht vorliegt oder der Wissenstand nicht der neueste ist. Macht es Sinn, meinen Vater nach den Untersuchungen in eine Spezialklinik zu verlegen?? Darüber dürfte das aktuelle Krankenhaus aber nicht erfreut sein. Ich weiß nicht, wie wir uns dann verhalten sollen.

Habe an Hemer bzw. Essen gedacht. Wir wohnen in Dortmund.

Thorax 18.08.2006 14:25

AW: Vorstellung/Befund
 
Als ich kenne mich in Eurer Gegend nicht aus, aber eine Lungenklinik oder eine Klinik die sich auf Lungenkrebs, sofern es einer ist, soezialisiert hat ist immer von Vorteil.


Gruß

Jürgenm

Michael_D 18.08.2006 16:01

AW: Vorstellung/Befund
 
UNBEDINGT nach Hemer oder Essen (beides exzellente Fachkliniken)!!

Ebba 18.08.2006 16:24

AW: Vorstellung/Befund
 
Wenn es ein vernümftiges normales Krankenhaus ist, wird es von sich auch eine Einweisung in ein onkologisch spezialisiertes Krankenhaus veranlassen.
Das war jedenfalls bei uns so. Sobald der Tumor (falsch, denn es war kein Lymphom, sondern ein BC) diagnostiziert wurde, habe sie ihn sofort weitergeschickt.. Das war ein Tag später.

milki1 19.08.2006 09:21

AW: Vorstellung/Befund
 
Solltet ihr nicht vom Krankenhaus selbst weitergeschickt werden, kann ich nur raten ein Arztgespräch zu suchen. Wir haben dies auch einmal gemusst, als wir merkten das im Städtischen Krankenhaus nur noch rumgedoktert wurde und Zeit ins Land lief. Unsere Bekannte (Ärztin) riet uns damals um ein Arztgespräch und unseren Verlegungswunsch. Der behandelnde Arzt schien damals fast erleichtert und es wurde sofort alles in die Wege geleitet. So kam mein Vater dann in die Ruhrlandklinik in Essen und war dort super aufgehoben!

Ich drücke Euch die Daumen, dass die Diagnose nicht BC ist! Viel Glück, milki

kathie 19.08.2006 17:46

AW: Vorstellung/Befund
 
Hallo Krummkralle,

das Warten zerrt an den Nerven. Ich habe das noch in guter Erinnerung. Ich drücke ganz fest die Daumen!

Liebe Grüsse Kathie

Krummkralle 21.08.2006 09:58

AW: Vorstellung/Befund
 
Vielen Dank für die Hinweise. Nochmals zum Thema Spezialklinik: Wie lautet der Name der Esener Klinik???? Hoffe, dass die Ärzte sich dem Verlegungswunsch nicht widersetzen Motto: (Das können wir hier auch). Frage eines Neulings: Was heißt BC??

Michael_D 21.08.2006 10:02

AW: Vorstellung/Befund
 
Versuch mal diesen Link:

http://www.uni-essen.de/tumorforschung/mitarb.html

Der "wichtige Arzt" ist Dr. Eberhardt.

BC steht für Bronchialkarzinom.

Krummkralle 21.08.2006 10:37

An Michael D.
 
Hast Du schon Erfahrungen mit dieser Klinik, bzw. Dr. E., gemacht?

Michael_D 21.08.2006 12:43

AW: Vorstellung/Befund
 
Hallo,

Dr. Eberhardt ist mir telefonisch und per E-Mail bekannt; meines Wissens handelt es sich um einen von Deutschlands führenden Experten für Lungenkrebs; zum anderen um einen äußerst freundlichen und hilfsbereiten Arzt, der auf meine E-Mail prompt reagierte und eine knappe Viertelstunde den Fall meiner Mutter am Telefon erörterte.

Michael

Krummkralle 22.08.2006 09:42

AW: Vorstellung/Befund
 
Danke für die Kontaktdaten.

Wir werden erst einmal die objektiven Untersuchungsergebnisse abwarten und dann Schritt für Schritt weiter vorgehen. Diese Woche sind Bronchoskopie, Magenspiegelung und Darmspiegelung angedacht.

tröpfchen 22.08.2006 22:13

AW: Vorstellung/Befund
 
Hallo,bei mir hörts sich das auch so an,durch zufall vor 4 wochen geröngt,dann ct,unklarer rundherd rechte lunge,bronchoskopie gemacht,befund weiter unklar,dann pet ct,befund:7mm rundherd,unklarer herkunft und art,jetzt wollen die mich aufschneiden,feinnadelbiobsie,hab total angst davor,bin 39,ni geraucht,und fühl mich total gesund,hab depries seit 4 wochen,

Thorax 23.08.2006 08:13

AW: Vorstellung/Befund
 
Hallo Tröpfchen,

ich verstehe Deine Angst nur zu gut, da ich das selbst alles durchgemacht habe.

Auch bei mir war es so ähnlich, allerdings war der Rundherd schon deutlich größer.

Ich bin damals operiert worden und lebe seit 4,5 Jahre ohne große Beeinträchtigungen
Egal was es auch immer ist, sei froh dass es früh entdeckt worden ist.

Verzweifele nicht, sondern erkenne das Glück im Unglück was Dir widerfahren ist.Bei sehr vielen wird es eben nicht zufällig entdeckt und wenn die Beschwerden auftreten wird eine Heilung schwierig.
So und nun erst mal das Ergebnis abwarten und die verständliche Panik bewältigen.


Viele Grüße


und Toi toi toi

Jürgen

Krummkralle 23.08.2006 09:31

AW: Vorstellung/Befund
 
Heute soll die Bronch. durchgeführt werden. Gestern war der Arzt bei meinem Vater und hat die weiteren Schritte vorgegeben. Ehrlich gesagt, ich weiß nicht, ob ich mich über die Art und Weise aufregen soll oder nicht.

Der Arzt hat meinem Vater gesagt, dass es evtl. Krebs sein könnte (war uns auch schon klar) aber nicht muss. Es kann auch etwas anderes sein, deshalb die Bronchoskopie. Auf die Bemerkung, dass mein Vater Rückenschmerzen habe (5. Bandscheibenvorfall z.Z) meinte der Arzt, dass evtl. Metastasen die Bandscheibe angegriffen haben könnten. Wie kann man so eine Behauptung ohne Untersuchung von sich geben!!! Mein Vater war wegen der Bandscheibenvorfälle sogar noch vor 2 Wochen im CT. Dort hätte man etwas sehen müssen. Desweiteren meinte der Arzt, auch Leukämie kann nicht ausgeschlossen werden. Deshalb wird das Rückenmark nächste Woche untersucht. Ebenfalls wäre ein Hirntumor denkbar.

Super, jemanden, der mit einem unklaren Befund ins KH kommt, am ersten Tag so "aufzumuntern". Es ist uns bewusst, dass es Krebs sein kann und dass im schlimmsten Fall die anderen Organe angegriffen sein könnten. Daher werden die Untersuchungen durchgeführt und nicht um zu spekulieren.

Krummkralle 24.08.2006 13:31

AW: Vorstellung/Befund
 
Puh, Bronchoskopie wurde durchgeführt. Es wurde nichts gefunden!!!!!! Ein Stein ist geplumst. Jetzt geht es weiter mit Schichtaufnahmen des Bauchraumes und des Kopfes.
Frage: Kann es denn noch trotzdem Krebs sein obwohl die Bronchosk. ohne Befund war? Irgendwelche Punkte sind auf der Lunge zu erkenne. Mein Vater sagt, er hat des öfteren Lungenentzündungen gehabt.

Thorax 24.08.2006 13:41

AW: Vorstellung/Befund
 
Ich will Dich nicht erschrecken, aber nbei mir wurden drei Bronchoskopien vor dem OP durchgeführt alles ok.


Gruß

Jürgen

Michael_D 24.08.2006 14:26

AW: Vorstellung/Befund
 
Nun, eine Bronchoskopie ohne eindeutigen Befund ist sicher besser als eine mit Nachweis von Lungenkrebs . . .

doch leider war's bei meiner Mutter ebenso wie bei Jürgen: laut Bronchoskopie "alles in Butter". Erst die Feinnadelbiopsie brachte Gewißheit.

Ich wünsche Euch Glück, daß die Veränderungen in der Lungen "benign" sind, also gutartig. Da könnte ein Zusammenhang mit den Lungenentzündungen bestehen.

Aber wie gesagt: die "positive" Bronchoskopie ist noch keine wirkliche Entwarnung . . .

Michael

Angi 24.08.2006 17:24

AW: Vorstellung/Befund
 
Auch ich möchte eigentlich nicht aufkeimende Hoffnung zerstören, aber auch bei die Bronchoskopie meiner Mutter war ergebnislos (kleinz. Bronchialkarzinom im Frühstadium).

Gewissheit brachte zum einen die nachfolgende PET , die dann erfolgte OP (Entfernung des Lungenlappens) und die Untersuchung des entfernten Gewebes , erst ganz am Schluss hat sich der (durch im Fall meiner Mutter heftige Persönlichkeitsveränderungen, Tumormarker , unklare Raumveränderungen in der Lunge , festgestellt mittels CT - vage- und PET - schon etwas genauer begründetete ) Verdacht bestätigt. Aber richtig ist auch, dass die Vernarbungen durch Lungenentzündungen zunächst mal Anlass zu einem unklaren Befund sein könnten. Ich wünsche es Euch von Herzen,

mit liebem Gruß

Angi

Krummkralle 25.08.2006 09:18

AW: @Angi
 
In Deinem Beitrag bin ich über den Begriff "Persönlichkeitsveränderung" gestolpert. Wie hat sich das in Deinem Fall gezeigt?
Hintergrund: Ich finde, dass mein Vater in letzter Zeit "anders" geworden ist. Ich habe mir immer eingeredet, dass ich momentan zu sensibel auf jede Veränderung reagiere und dass er zu sehr mit seiner Krankheit beschäftigt ist.

rezzan 25.08.2006 11:16

AW: Vorstellung/Befund
 
Hallo Krummkralle,
ähnliches hatte ich in letzter Zeit auch bei meinem Vater festgestellt (er ist 65 und hat ein kleinz. BC). Am Anfang dachte ich auch, dass es wahrscheinlich der ganze Stress ist und die Situation insgesamt. Jetzt haben die Ärzte bei ihm aber ein SIADH-Syndrom festgestellt, das für eine Persönlichkeitsveränderung verantwortlich ist. D. h. der Körper verliert zu viel Natrium (Salz), das durch Infusionen wieder zugeführt werden muss. Soll allerdings ein sehr seltenes Syndrom sein, das aber im Zusammenhang mit Lungenkrebs und vor allem bei Nebennieren-Metastasen (die mein Dad leider hat) vorkommen kann.

Falls du aber das Gefühl hast, dass die Veränderungen bei deinem Vater doch sehr deutlich sind, solltet ihr das mit den Ärzten besprechen. Denn leider kann eine Wesensveränderung sehr viele möglichen Ursachen haben und kann schlimmstenfalls auch ein Hinweis für Hirnmetastasen sein, die dann mit Bestrahlung behandelt werden. Es ist aber mindestens genauso wahrscheinlich, wenn nicht sogar wahrscheinlicher, dass es eine psychosomatische Störung aufgrund der Stresssituation ist. Also bitte nicht erschrecken, aber unbedingt mal mit den Ärzten reden.

Ich wünsche euch alles Gute & liebe Grüße, Rezzan

Krummkralle 25.08.2006 14:41

AW: Vorstellung/Befund
 
Mit den Ärzten reden.....ist ein Thema für sich.

Die Ärzte sind nie greifbar und haben keine Zeit. Ich habe es in den letzten 3 Tagen nicht geschafft. Bitte nicht als Angriff auf die Ärzte verstehen. Die einzige Möglichkeit besteht im Rahmen der Visite, das müsste dann allerdings mein Vater machen. Wenn man Pech hat kommt ein AIP oder die Visite fällt ganz aus (wie heute). Da mache ich mir doch schon Gedanken über eine private Versicherung.

Krummkralle 04.09.2006 17:07

AW: Vorstellung/Befund
 
Nun sind - nach 14 Tagen - alle Untersuchungen abgeschlossen:
- Bronchoskopie (Gewebeprobe negativ)
- CT Bauchraum negativ
- CT Kopf negativ
- Skelettuntersuchung negativ
- Magenspiegelung negativ
- Darmspiegelung negativ
- Tumormarke erhöht (der Marker, der für Darm und Magen zuständig sein soll)

Die Persönlichkeitsänderungen haben wahrscheinkich eine andere Ursache: Mein Vater hatte vor 2 Wochen Schmerzen in der Schulter. Daraufhin hatten die Ärzte ihm ein Pflaster verabreicht mit dem Hinweis, dass die Schmerzen dadurch gelindert werden. Stimmt auch, allerdings handelte es sich hierbei um Durogesic SMAT, ein Morphinpflaster. Nur durch Zufall haben wir das erfahren. Mein Vater wurde weder über die Inhaltsstoffe noch über die Nebenwirkungen aufgeklärt. Zwischenzeitlich wurde die Dosis sogar erhöht. Mein Vater stand total neben sich. Auch wenn die Ärzte unter Zeitdruck stehen, für so eine Fahrlässigkeit habe ich kein Verständnis!

Mit anderen Worten: Mein Vater wird diese Woch das KH verlassen, in der Hoffnung, dass es falscher Alarm war.

Ich muss gestehen, dass ich ein schlechtes Gewissen habe, Euch dieses Ergebnis zu schreiben, da fast alle Teilnehmer hier im Forum in irgendeiner Art und Weise mit dem Tod oder dem voraussichtlichen Tod eines Verwandten betroffen sind. Allerdings denke ich auch, dass mein Fall auch Hoffnung geben kann für denjenigen, der mit dem Verdacht auf Krebs konfrontiert ist.

rezzan 04.09.2006 18:23

AW: Vorstellung/Befund
 
Hallo Krummkralle,
dafür musst du dich sicher nicht entschuldigen - im Gegenteil! Es freut mich sehr, dass das ganze quälende Warten eine so positive Wendung für euch genommen hat. Es ist auch schön an der Freude von anderen teilnehmen zu dürfen.

Liebe Grüße und alles gute für euch,
Rezzan

Krummkralle 07.09.2006 12:57

Biopsie
 
Da bei meinem Vater - s. Beitrag Vorstellung/Befund - nichts gefunden wurde, soll eine Biopsie der Lunge vorgenommen werden. Die Frage, die mein Vater stellt lautet: Soll er das machen lassen oder nicht? Oder sollte man dafür in eine Spezialklinik gehen. 2 Wochen haben sich die Untersuchungen hingeschleppt. Nun setzt man ihn unter Druck.

Ich habe Angst davor, dass Krebszellen verschleppt werden könnten. Nach Aussage der KH-Ärzte wird das immer überwertet. Alternative wäre, alles so lassen wie es ist. Mein Vater meint, lieber ohne Behandlung 5 Jahre vernünftig leben als 6 Jahre mit chemo und den ganzen Nebenwirkungen.

Ich habe gerade mit dem Hausarzt gesprochen: Auf jeden Fall eine Gewebeuntersuchung durchführen lassen, um dann gezielt zu behandeln.

Welche Erfahrung habt Ihr denn mit einer Biopsie gemacht?

Krummkralle 11.09.2006 13:08

AW: Vorstellung/Befund
 
Die aufkeimend Freude war nur von kurzer Dauer. Habe am Freitag mit dem Arzt gesprochen. Er hatte mir mitgeteilt, dass mein Vater schwerkrank wäre. Die Fakten:
- Erhöhter Tumormarker, Wert 14 für den Gastro-Bereich
- Nun wurde doch etwas im Kopf gefunden. Ein 5 cm große Raumforderung
- Der ursprünliche Anlass für den Krankenhausaufenthalt: CT mit Punkten.

Die Ärzte sind der Meinung, dass es sich bei Lunge und Kopf um Metastasen handeln würde. Sie wissen aber nicht, wo der Primärtumor seinen Sitz hat. Die Ärzte sind daher sehr unzufrieden. Mein Vater ebenfalls. Es wurden sämtliche Untersuchungen durchgeführt.

Das Ergebnis der Lungen-Biopsie steht noch aus. Der Arzt meinte, dass es Glückssache wäre, wenn man bei der Biopsie genau die Mitte des Tumors treffen würde. D.h., auch wenn das Ergebnis negativ ist, kann es sein, dass der Tumor positiv ist. Dann hat man nicht den "Kern" des Tumors getroffen. Zitat " Knapp daneben ist auch vorbei".

Solange keine eindeutige Gewbeprobe vorliegt, kann auch keine Therapie geschehen. Es ist sehr unbefriedigend. Keiner weiß, wie es weitergehen soll. Morgen sind es schon 3 Wochen, ohne Ergebnis.

AndreaU 11.09.2006 20:53

AW: Vorstellung/Befund
 
Hallo Krummkralle,
ich habe Deine Berichte verfolgt und mich sehr über das angebliche gute Ergebnis gefreut.
Das ist ja ein wahnsinns Schock, den Du jetzt bekommen hast.
Ich fühle mit Dir und schick Dir und Deiner Familie ein großes Kraftpaket.
Andrea

Krummkralle 13.09.2006 16:19

AW: Vorstellung/Befund/Eilt
 
Die schlimmste Vermutung hat sich bewahrheitet. Das Biopsie-Ergebnis ist positiv.

Am Montag soll die Chemo in unserem Krankenhaus beginnen. Ich bin aber unsicher, ob mein Vater die beste Behandlung erhält. Was soll ich bloß machen? Soll ich noch eine Zweitmeinung einholen? Wenn ja, wo? Ich dachte schon an Essen.

Die Kontaktdaten hatte mir schon Michael D. zukommen lassen. Welche Unterlagen benötige ich hierfür?. Mein Vater möchte allerdings keine Verlegung in ein anderes KH. Er sagt, die haben dort die gleichen Mittel und hier kann meine Mutter ihn immer besuchen (ist für die Psyche viel wert). Deshalb möchte ich eine abgestimmte Behandlung für ihn erzielen,

Es ist zum Heulen. Ich glaube, bis Montag kann ich nichts mehr in die Wege leiten und dann beginnt die Behandlung schon hier.

Jennie 13.09.2006 17:51

AW: Vorstellung/Befund
 
Hallo Krummkralle,

es tut mir so leid für Euch. :cry: Ich weiß, was Du jetzt durchmachst. Ich habe es auch so erlebt. Damals bei meinem Vater habe ich mir gesagt: Der Besuch von Mutter ist für meinen Vater wichtig, also im Krankenhaus in der Nähe bleiben. Die Medikamente schienen sich in den Krankenhäusern nicht so großartig zu unterscheiden - also im Krankenhaus in der Nähe bleiben. Wenns denn mein Vater noch erlebt hätte, hätte ich die Zweitmeinung in der Pause zwischen erster und zweiter Chemo eingeholt. Dafür hatte ich bereits die Befundberichte angefordert.

Außerdem denke ich, dass es in letzter Konsequenz der Betroffene selbst für sich entscheiden muß, nicht "die Kinder". Ich habe mich daher auf Beratung und Information gegenüber meinem Vater beschränkt.

Tja, ich weiß nicht, ob das für Euch auch der Weg ist. Vielleicht, vielleicht auch nicht ... Ich weiß nur, dass mein Vater sich mit soviel Aufwand wie Überleitung in ein anderes Krankenhaus, meine Mutter nicht sehen usw. auch nicht wohl gefühlt hätte.

Leider hat mein Vater es nicht geschafft. Ich hoffe sehr, dass das bei deinem Vater anders ist und Hoffnung gibt es bei Euch ja noch.

Weißt Du denn schon was über Größe, Lage und Stadium der Erkrankung bzw. Art des Tumors?

Liebe Grüße
Jennie

Krummkralle 14.09.2006 09:23

AW: Vorstellung/Befund
 
Hallo Jennie,

vielen Dank für deine Worte. Ich hoffe, dass ich heute die Details erfahre. Es sollen erst drei Tage Chemo durchgeführt werden, ob zu sehen, welche Art am ehesten helfen kann. Mehr weiß ich leider nicht.

Liebe Grüße

Krummkralle 15.09.2006 09:36

Problem Zweitmeinung
 
Habe z.Z. ein Problem, das mein strapaziertes Nervenkostüm angreift.
Zur Vorgeschichte s. Beitrag Vorstellung/Befund.

Um eine optimale Behandlung für meinen Vater zu erreichen, möchte ich noch eine Zweitmeinung einholen. Damit möchte ich keinem der behandelnden Ärzten auf die "Füße" treten!! Es soll mir nur mehr Sicherheit geben.

Leider ist es nicht möglich an die dafür notwendigen Unterlagen zu kommen. Die Ärzte "rücken" sie nicht heraus, sondern schicken den Befund/Bericht erst nach der ersten Chemo-Behandlung an den Hausarzt. Ich möchte diese Unterlagen jetzt - vor der Behandlung - haben, um damit weitere Ärzte hinzuziehen zu können. Ich habe Angst, dass mir die Zeit davon läuft.

Desweiteren ist nicht 100%ig geklärt, ob es sich bei der Raumforderung im Kopf um einen Tumor oder um die Folgen eines Schlaganfalls handelt. Es soll aber nach der ersten Chemo-Behandlung mit der Kopfbestrahlung begonnen werden.

Habt Ihr ähnliche Erfahrungen in Bezug auf eine Zweite Meinung gemacht?

Gruß

Gaby 15.09.2006 13:58

AW: Problem Zweitmeinung
 
Es ist im Patientenrecht geregelt, dass ihr Anspruch auf Patientenunterlagen habt. Es muss ein Arztbericht erstellt werden, auch und besonders vor Behandlungsbeginn, denn ihr wollt durch die Zweitmeinung ja sicher auch wissen, ob die geplante Behandlung überhaupt die richtige oder beste ist.
Röntgenbilder und CT / MRT muss ebenfalls ausgehändigt werden, um zusätzliche Kosten für Zweituntersuchugen zu vermeiden. Die Klinik kann euch allerdings Kosten für die Anfertigung von Kopien in Rechnung stellen. Du kannst dich auch bei der Krankenkasse erkundigen. Die Kosten für eine Zweitmeinung werden übernommen.
Hoffe, dass hilft erstmal weiter. Lasst euch von den Ärzten nicht hinhalten, die Zeit läuft.

Hier gibts auch Infos zum Patientenrecht : http://www.die-gesundheitsreform.de/...ientenrecht%22

Krummkralle 18.09.2006 09:28

AW: Problem Zweitmeinung
 
Es ist kaum zu glauben. Am Wochenende war natürlich kein Arzt greifbar. Und heute beginnt schon die Chemo. 3 Wochen ging es nicht richtig voran und jetzt auf einmal wird Zeitdruck ausgeübt.

Gruß

Krummkralle 18.10.2006 17:22

AW: Vorstellung/Befund
 
Nachdem ich nun fast einen Monat "Sendepause" hatte, möchte ich Euch einen kurzen Sachstandsbericht geben.

Zwischenzeitlich hat mein Vater Chemo bekommen sowie eine Bestrahlung am Hinterkopf. Desweiteren muss er Cortisontabletten einnehmen.
Fazit: Es geht ihm super. Sehr viel besser als vor der Behandlung. Er imponiert mir durch seine psychische Stärke; anfangs dachte ich mir, dass es nur Trost für die Angehörigen sein sollte. Jetzt bin ich aufgrund bestimmter Äußerungen sicher, dass er es auch so meint. Seine Krankheit ist ihm psychisch nicht anzumerken. Es hat sich aber vieles geändert. Angefangen vom Haarausfall, den er gelassen hinnimmt bis hin zu seinen extremen (Fr- Essattacken.

Hierzu meine Frage: Ist es denn normal, dass man solchen Hunger verspürt? Wir können es nur mit der Chemo oder mit dem Cortison erklären. Kuchen, Süssigkeiten alles rein damit. Es sind Sachen, die er nie im Leben angefasst hatte. Er isst aber auch sehr viel Obst und trinkt viel Mineralwasser.

Eine weitere Frage: Seit 3 Tagen hat Vater Probleme mit den Knien. Sie schmerzen, besonders, wenn er die Treppen geht. Angeblich haben die anderen Chemo-Patienten die gleichen Probleme. Ist das denn in Ordnung???

Ich hoffe, ich kann durch diese positiven Aspekte (bis auf die Hungerattacken) anderen Betroffenen Hoffnung machen.

Gruß

AndreaU 18.10.2006 19:14

AW: Vorstellung/Befund
 
Hallo Krummkralle,
es freut mich für Euch alle, daß es deinem Vater so gut geht.
Zu den Knien kann ich nichts sagen, aber die Freßattacken sind bei meiner Mutter ähnlich. Sie, die früher relativ wenig gegessen hat kann jetzt zwei Portionen in sich reinschaufeln. Das kommt vom Cortison. Am Anfang, als sie hohe Dosen bekommen hat war es noch schlimmer, jetzt bekommt sie relativ niedrige Dosen und isst entsprechend weniger - aber immer noch doppelt so viel wie vorher - man sieht es auch, sie hat seit Juni/Juli ca. 15 kg zugenommen.

Sie versucht jetzt zwar wieder abzunehmen, aber was soll's. Warum sich - bei einer begrenzten Lebenserwartung, die sie mit Metastasen im Kopf eben hat, sich noch mit Abnehmen und Kalorienzählen quälen?

Liebe Grüße
Andrea

Krummkralle 15.11.2006 10:21

Frage zu Schmerzen
 
Aufgrund des Todes meines Vaters als auch diverser anderer Berichte in diesem Forum taucht bei mir immer wieder eine Frage auf: Wieso haben die Betroffenen Schmerzen in den Beinen?? Bei meinem Vater war dies 2 Tage vor seinem Tod ganz extrem. Er konnte die Beine vor Schmerzen weder bewegen noch durfte man sie berühren.
Kann es sein, dass sich Metastasen im Rückenbereich ansiedeln??? Bei meinem Vater war bis auf Lunge und Kopf alles ohne Befund.

christa48 15.11.2006 11:45

AW: Frage zu Schmerzen
 
Hallo Krummkralle
Mein Mann Lungenkrebs mit metastasen in der wirbelsäule und den Nieren ,wie schon geschrieben.Bei meinem Mann fing es mit den Füssen an jetzt bis zu den Knien Taubheits gefühl und dadurch schmerzen,laut der aussagen der Onkologin ist es durch die Chemo ,sie zerstörrt die nerven stränge was sich in einiegen jahren wieder legen Könnte meinst du denn dein Vater hatte das nicht schon länger ? Denn bei meinem Mann fing es ganz langsam nach der Chemo an.
Wünsche dir mein Herzlichstes Beileid .
Es ist Traurig das wieder ein Mensch diesen Kampf verloren hat .
Viel kraft
Liebe Grüsse Christa


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