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supernatural 05.03.2007 12:59

Hodenkrebs, geheilt, entlassen .........
 
Hallo Zusammen

Die meisten Beiträge in diesem Forum gehen genau bis zur Heilung des Hodenkrebs. Habt Ihr danach Euer leben in irgendeiner weise umgestellt oder hat Euch der Alltag wieder?

.......nach der Entlassung ging ich nach zwei Wochen wieder arbeiten. Die ersten paar Monate tappte ich noch stark durch den Nebenwirkungs- „Dunst“ erst etwa nach einem halben Jahr, konnte ich sagen, dass ich wieder voll vor der Sonne stehe und die Dunstschicht hinter mir gelassen habe. Aus diesem Grund, bin ich auch wahrscheinlich nicht mehr viel in diesem Forum. Es geht mir einfach gut. Seit der Krankheit bin ich bezüglich k- Wort hellhöriger geworden, egal ob in den Medien oder im privaten Bereich. Man hört und beachtet dieses Thema viel mehr.
Der Beruf hat mich wieder voll eingedeckt und meine Freizeit gestallte ich viel mehr nach meinen wünschen. Mit den wirklichen Freundeskreis unternehme ich viel mehr und die anderen laufe ich nicht mehr hinterher.
Meine Genesung ist nun schon bald 1 1/4 Jahre her und ich sehe die Zukunft mit Begeisterung.

Und was habt Ihr danach Erlebt?

Gruss

Roger

andy1983 05.03.2007 16:10

AW: Hodenkrebs, geheilt, entlassen .........
 
Nach der Chemo habe ich mich ziemlich schnell wieder erholt. Die ersten zwei Wochen waren zwar noch bißchen schlauchend aber dann gings.
Mein Alltag hat sich allerdings im Bezug auf die Arbeit stark geändert, weil ich ja mitten in der Krankheit arbeitslos geworden bin.
Ich sehe das Leben jetzt ein kleines bißchen anders und genieße es viel mehr. Mir wurde es ja sozusagen geschenkt, weil wenn die Medizin nicht so weit wäre, dann wäre alles nicht so gut ausgegangen. Deshalb genieße ich jetzt jeden Tag!
Im Bezug auf den Krebs bin ich jetzt auch etwas aufmerksamer geworden. Früher hat es mich nicht interessiert. Ist aber denke ich auch normal.

Dirk1973 06.03.2007 19:02

AW: Hodenkrebs, geheilt, entlassen .........
 
Ich bin zwar noch nicht ganz durch, aber verändert hat mich die Krankheit ganz sicher. Aber ich habe mir auch vorgenommen, weiter in diesem Forum aktiv zu bleiben. Nicht zuletzt, weil ich hier viel Unterstüzung erhalten habe. Diese möchte ich nun auch den "Neuen" zukommen lassen. So als kleines Dankeschön an das Leben.

Und von meinem Lieblingsspruch "Good Guys never die!" habe ich mich komplett verabschiedet.

Dirk

meikelcontrol 06.03.2007 22:54

AW: Hodenkrebs, geheilt, entlassen .........
 
Hallo mein werter Leidensgenosse,

auch ich habe irgendwie nach der Operation (Seminom PT 2 und Bestrahlungen) ein bischen was in meinem Leben geändert. Ich wurde im Januar 2005 operiert und bin auch nach 4 Wochen wieder arbeiten gewesen (Ein Wohl dem, der eine solche hat ;-)). Mittlerweile überlege ich, ob ich die viertelmonatlichen Intervalle der Krebsnachsorge mit all seinen Belastungen (nach überaus positiven Ergebnissen) überhaupt noch wahrnehmen soll !

Ans Forum : IST DAS EIN FEHLER ???

Thema Freunde !

Ich laufe seit Januar 2005 keinem Bekannten, oder auch Freund hinteher!
Ich lebe mein neues Leben und kann sehr gut auf Beziehungen verzichten, die "nur" auf Basis "Wenn ich Dich brauche, melde ich mich" aber ansonsten ziemlich sprachlos bleiben (ob es MAil, Telefon oder sonstiges ist ) !!

Mein Bewusstsein reduziert sich definitiv auf die Leute, die ich in meinem Umfeld sehe ! Und die mich verstehen !

Um mit den Worten "HANNIBAL LECTORS" zu sprechen:

"Begehren kann man nur das, was man dauernd sieht !!! "

Gruß
Michael

Dirk1973 06.03.2007 23:49

AW: Hodenkrebs, geheilt, entlassen .........
 
Hallo Michael,

Deine Einstellung zum Leben gefällt mir, deckt sie sich doch sehr mit den Meinungen, die man in diesem Forum und in den Erfahrungsberichten der Betroffenen doch immer wieder findet.


Was mir --- sorry --- nicht gefällt, ist Deine Idee, die Nachsorge schleifen zu lassen. Du hast es bis hierher geschafft, aber vergiß nicht, dass es halt einfach mal Krebs war. Unser Krebs mag ja heilbar sein, aber was nützt Dir die erstmalige Heilung, wenn dann doch ein Rezidiv zuschlägt und es nicht oder zu spät erkannt wird, weil Du nicht bei der Nachsorge warst? Keiner von uns weiß, ob da nicht später noch mal etwas kommt.

Ich bin überzeugt davon, dass mir die Nachsorgetermine auch jedes Mal an die Nieren gehen werden. Aber mal ehrlich: DAS ist es doch nicht wert.

Liebe Grüße
Dirk

supernatural 07.03.2007 09:34

AW: Hodenkrebs, geheilt, entlassen .........
 
Hallo Mich@el und @lle @ndere

Deine Gedanken zu den Nachkontrolle verstehe ich sehr gut. Man ist ja „geheilt“ und da sind einfach die Nachuntersuchung im Spital sehr befremdend. Und jedes Mal wenn man dort ist, weißt man: Nach der Untersuchung ist vor der Untersuchung. Man trägt wieder den neuen Termin in seine Agende ein und plant sämtliche andere Termine um diesen Tag herum.
Aber schlussendlich ist die Kontrollen nur von Vorteil. Man weiss dann, dass man gesund ist.

Seit meiner Erkrankung, suche ich mir einfach noch mehr die Lebensperlen aus und freue mich mehr über die kleinen schönen Erlebnisse.

Gruss

Roger

andy1983 07.03.2007 19:55

AW: Hodenkrebs, geheilt, entlassen .........
 
@ meikelcontrol

Ich würde an deiner TSelle die Nachuntersuchungen auf keinen Fall vernachlässigen!!! Wie schon gesagt es war mal ein Krebs und kein Schnupfen. Klar ist es ein sehr gut heilbarer Krebs und so schnell wie er kommt geht er meistens auch. Deshalb nehmen wir das vielleicht nicht so ernst auf wie die Leute, die einen Krebs haben der nicht so gut heilbar ist (ist bei mir so).
Ich finde die Nachuntersuchungen auch nicht angenehm und hinterher sage ich mir auch immer, naja ist ja alles gut gelaufen. Aber lieber dann wissen, dass alles ok ist, als nicht zum Doc zu gehen und sich manchmal die Frage stellen, mhh ist wirklich alles ok?? Weil dies würdest du bestimmt tun bei jedem kleinen Ziehen! ;)
Sei froh, dass alles gut gelaufen ist und mach die Untersuchungen weiter. Die bringen dich ja nicht um.

harald0041 08.03.2007 19:34

AW: Hodenkrebs, geheilt, entlassen .........
 
hallo supernatural,

meinen "kollegen" ist nichts mehr hinzuzufügen!!!!

also mach deine nachuntersuchungen :boese:


harry

andy1983 08.03.2007 21:25

AW: Hodenkrebs, geheilt, entlassen .........
 
@ harald0041

supernatural geht doch immer schon zu seinen Nachuntersuchungen. meikelcontrol war der jenige, der drüber nachgedacht hat es lockerer anzugehen.

Ach übrigens. Du schickst immer das :boese: Zeichen mit. Dir ist aber schon klar, dass es ein Mittelfinger darstellen soll und kein geschimpfe?!?! ;)

harald0041 08.03.2007 21:44

AW: Hodenkrebs, geheilt, entlassen .........
 
hallo andy,
also das mit dem Finger sehe ich nicht so wie du!!
was soll auch der mittelfinger auf unserer seite ?????

Harry

Dirk-Gütersloh 08.03.2007 22:25

AW: Hodenkrebs, geheilt, entlassen .........
 
Hallo Andy,

sehe das auch nicht als Stinkefinger, sondern als den ermahnenden Zeigefinger.

Gruß Dirk

andy1983 09.03.2007 14:01

AW: Hodenkrebs, geheilt, entlassen .........
 
Hups dann großes Sorry von meiner Siete aus!!!! :rolleyes:

meikelcontrol 09.03.2007 23:28

AW: Hodenkrebs, geheilt, entlassen .........
 
Hallo liebe Leute,

danke für Eure Antworten, aber zum Thema "Nachsorgeuntersuchungen"; ich weiß nicht, wie es Euch ergangen ist, aber mein Urologe, mit dem ich im Übrigen per "Du" bin, ziht sein Programm - Blut abnehmen - Röntgen oder aber auch CT - konsequent durch und sagt immer " Hey melde Dich mal nächste Woche wieder um die Ergebnisse agzufragen ! "
Tue ich natürlich NICHT, da ich der Meinung bin, wenn Auffälligkeiten zu vermerken wären, hat sich mein Doc bei mir zu melden !
Hat er natürlich NICHT gemacht!
Da wir ALLLE aber unheimlich sensibilitiert sind, was unser Hodenproblem angeht, wissen wir selber am GENAUSTEN, wenn Veränderungen eintreten !

Ich habe es einfach satt, 3 Liter Flüssigkeit zu trinken und dann sowohl CT als auch Röntgen machen zu lassen !

Einmal CT bis zur Lunge sollte auch reichen !!!!!
Aber da steht die Kostenerstattung der KV davor !!!

Wie sind denn Eure Erfahrungswerte ???

Ruft Ihr nach der Nachuntersuchung Euren UROlogen an - oder wartet Ihr bis er sich meldet ????

Würde mich interessieren !

Gruß

Michael

bkrull 09.03.2007 23:51

AW: Hodenkrebs, geheilt, entlassen .........
 
@Michael
da ich ziemlich dünne Nervern habe... ich lasse mir einfach den CT Befund per Fax vorab zusenden und nehme dann eine Kopie mit zum Urologen....

PantaRei 10.03.2007 11:15

AW: Hodenkrebs, geheilt, entlassen .........
 
Dear all,

ich bin mir bei meinem Urologen nicht sicher, dass er sich die Labrobefunde anschaut, wenn man nicht nachfragt. Außerdem ist die Praxis riesig groß und so rufe ich ohnehin immer bei dem Labor an und die faxen mir die Befunde.

Bei CT und Röntgen bin ich in einer Praxis, die die Befunde gleich mitteilt (man muss rd. 30 Minuten warten, aber dann hat immer ein Arzt die analysiert. Das finde ich ziemlich klasse, denn die Wartezeiten finde ich grausamst!!

Zum Thema Nachsorge finde ich folgendes sehr interessant (gilt aber nur bei Seminom, frühes Stadium):
http://docserv.uni-duesseldorf.de/se...ervlet?id=3569
Die sagt, dass Nachsorge vielleiht gar nicht nötig ist beim Seminom I ... naja.

Grundsätzlich freue ich mich darauf, wenn ich ab Sommer (nach 2 Jahren) nur noch alle 6 Monate zur Nachsorge muss / gehen werde. Vor dem Krebs war höchstens 1 Mal im Jahr beim Arzt (egal welchem). So finde ich es ziemlich ätzend, im Moment mindestens einmal im Quartal hin zu müssen.



Zu dem Punkt ob sich das Leben ändert / wie es sich ändert:

Bei mir hat sich nicht besonders viel getan. Das finde ich eigentlich bedauerlich - v.a. wenn ich resümieren muss, dass ich anscheinend wenig gelernt habe.

Ein paar kleine Veränderungen sehe ich:

- ich bin weniger stressresistent - kann aber auch besser mit Stress umgehen. D.h. ich lasse aber Dinge, die mich zu sehr unter Druck setzen dann einfach sein, zucke zur Not entschuldigend mit den Achseln und fühle mich gar nicht mal schlecht damit. Man nennts glaub ich aussitzen. Insgesamt teile ich mir wohl auch meine Kraft besser ein.

- ich achte in Sachen Essen und Sport mehr auf meine Gesundheit. Gerade Sport habe ich früher immer nur gemacht wenn Zeit blieb. Jetzt nehme ich sie mir.

Das Verhältnis zu andere - so wie Ihr es beschreibt - hat sich nicht verändert. Das finde ich schade. Da könnte ich sicherlich dazulernen.

Apropos dazulernen: Lese gerade das Buch von Hape Kerkeling und seiner Wanderung auf dem Jakobsweg. Ich finde es klasse, es gibt viele Denkanstöße und man kann Einiges dazulernen!! Kann ich nur empfehlen.

Auf der anderen Seite finde ich es aber auch irgendwie beruhigend und OK, dass sich durch so eine Scheisskrankheit nicht alles ändert oder man ein anderer Mensch wird. So viel "Macht" soll der Krebs ja nun auch nicht haben. Das Gefühl habe ich manchmal, wenn ich mich mal wieder über Kleinigkeiten aufrege - bspw. eine rote Ampel.

So spielt sich bei mir vieles ab zwischen dem Wunsch, dass wieder alles so ist wie vor dem Krebs und dem Wunsch, wegen dem Krebs und vor dem Hintegrund der Krebserfahrung was im Leben zu ändern. Das ist zwas das genaue Gegenteil - aber so isses halt.

Ein paar Gedanken zum Wochenende,

Confused, but on an higher level ...

Gruss

PantaRei

kook 10.03.2007 12:18

AW: Hodenkrebs, geheilt, entlassen .........
 
Zitat:

Zum Thema Nachsorge finde ich folgendes sehr interessant (gilt aber nur bei Seminom, frühes Stadium):
http://docserv.uni-duesseldorf.de/se...ervlet?id=3569
Die sagt, dass Nachsorge vielleiht gar nicht nötig ist beim Seminom I ... naja.
Die Rezidivquote liegt m.W. beim Seminom 1 bei 4%. Ich denke diese Zahl basiert auf einer Erfassung von sehr viel mehr Fällen. Wenn es bei den untersuchten 58 kein Rezidiv gab, liegt das wohl an Dr. Zufall. Von daher scheint mir die Mutmassung im Abstract dieser Diss etwas fragwürdig.

Ich habe ja mittlerweile etliche Sachen zur Nachsorge nachgelesen (siehe anderer Thread...) Die Fachwelt scheint sich (v.a. auch international gesehen) nicht wirklich einig zu sein. In einem alten Thread hier hat jemand darauf hingewiesen, dass man z.B. in USA bei Seminom I nach Bestrahlung das CT Abdomen ganz bleibenlässt, weil die Chance, dort was zu finden nach Bestrahlung zu gering sei.

In Deutschland gibt es aber recht klare Richtlinien, und an die sollten sich die Aerzte halten, und wenn nicht, sollten sie von sich aus erklären, warum sie es anders für sinnvoll halten. In der Schweiz ist es schon weniger klar, aber das ist ein anderes Kapitel. Die Beispiele, die du von deinem Urologen erzählst, sprechen ja Bände. Immerhin weiss ich jetzt langsam, dass es wohl überall etwa ähnlich läuft.

Zu den Nachsorgetermine gehe ich bis jetzt nicht ungern. Zugegeben, ich hatte erst zwei CT, aber ich glaube nicht, dass das an Unannehmlichkeit einen Zahnarzttermin toppen kann, und die sind bei mir auch halbjährlich. Röntgen ist sowieso easy. Aber das ist natürlich bei jedem anders. Das unangenehmste mit Abstand fand ich, den Brief zu lesen, wo das Resultat drin stand.

Grüsse,
Kook

PantaRei 10.03.2007 13:10

AW: Hodenkrebs, geheilt, entlassen .........
 
Hallo kook,
die Rezidivquote von 1 - 4 % kenne ich auch so fürs Seminom. Nur wird meines Wissens bei der Rezidivquote nicht danach unterschieden, in welchen Stadium der Mensch war. Das macht die Dame in Ihrer Dissertation - allerdings für eine recht kleine Stichprobe.
D.h. wenn Stadium I und andere Risikomindernde Faktoren (Tumor < 4 cm; keine Rete-testis-Infiltrierung) dann ist die Rezidivquote vielleicht noch viel kleiner als 1 % ??

Aber grundsätzlich hast Du recht und es ist auch witzig zu sehen, mit was man in der Medizin promivieren kann ... Und auch ansonsten ist manchmal witzig, wie wenig Ahnung die Ärzte zu haben scheinen. Bspw. sagte mir ein Arzt "Bei Ihnen ist ja ohnehin die Blutuntersuchung am wichtigsten". toll, weil ich hatte nie erhöhte Marker, warum sollte dann ein Marker anschlagen bei einem Rezidiv.

Im Übrigen sind die Richtlinien in Deutschland nicht wirklich klar, sondern jede Klinik empfiehlt was anderes und dann gibt es noch irgendwelche Urologenkonferenzen, die Empfehlungen erarbeiten und die Dt. Krebsgesellschaft und die Dt. Krebshilfe und dies und das ...

Naja, ein weites Feld,

Gruss in die Schweiz,

PantaRei

Dirk1973 10.03.2007 13:28

AW: Hodenkrebs, geheilt, entlassen .........
 
@ PantaRei

Hmmm, also was ich so über die Nachsorge gefunden habe, deckte sich schon im großen und ganzen. Es wird halt vom klinischen Stadium abhängig gemacht. Und wenn ich das richtig gelesen habe, sind sich zumindest bei der Nachsorge die deutschen Tumorzentren halbwegs einig.

Diese Sorte von Ärzten liebe ich auch. Hatte so einen im zweiten stationären Teil abends in der Teeküche gesprochen. Bis dahin fand ich ihn noch ganz nett und dachte, er wisse wovon er redet. Naja, weit gefehlt. Und dann auch noch von der Sorte, die Patienten nicht mögen, sobald sie angelesenes Fachwissen verschiedener HK-Spezielaisten für bahre Münze nehmen und ihn ganz klar darauf mit der Nase stupsen.

Zum Glück war er nie mein Behandelnder........! Das hätte gut gekracht, glaube ich.

Liebe Grüße
Dirk

PantaRei 10.03.2007 14:23

AW: Hodenkrebs, geheilt, entlassen .........
 
Zitat:

Zitat von Dirk1973 (Beitrag 389042)
@ PantaRei

Hmmm, also was ich so über die Nachsorge gefunden habe, deckte sich schon im großen und ganzen. Es wird halt vom klinischen Stadium abhängig gemacht. Und wenn ich das richtig gelesen habe, sind sich zumindest bei der Nachsorge die deutschen Tumorzentren halbwegs einig.

Grundsätzlich hast Du Recht. Alle drei Monate Urologe und Marker geben alle Leitlinien vor.

Ich hatte mir die Leitlinien mal genauer angeschaut wegen der Röntgen und CT (http://www.krebs-kompass.org/Forum/s...d.php?t=24109), weil das bei mir sehr selten gemacht wird (1 Mal im Jahr). Manche sehen alle 3 Monate CT vor, andere nur alle 6 Monate. Mich hatte die CT-Frequenz bei mir selbst verunsichert und deshalb habe ich gemerkt (und eben auch behauptet) dass die Leitlinien sich unterscheiden.

Auch unterscheiden sich die Leitlinien darin, was nach den ersten 2 Jahren passiert. Manche empfehlen weiterhin einmal im Quartal Nachsorge. Andere nur noch 2 Untersuchungen im Jahr oder alle 4 Monate.

Unterschiede habe ich auch festgestellt bei den Tumormarkern, die gemessen werden.

Vielleicht alles etwas spitzfindig. Aber als ich mich mal ein bisschen mit beschäftigt habe, da war ich verwirrt und wollte irgendwie schauen, was bei mir gemacht wird und ob ich das richtig finde und nachvollziehen kann. Konnte ich aber nicht wirklich.

So long,

PantaRei

der Lutz 12.03.2007 10:50

AW: Hodenkrebs, geheilt, entlassen .........
 
Moin Jungs,

zum Thema Nachsorge:
Bisher habe ich auch nicht bei meinem Doc angerufen, wenn nach ein,zwei Tagen die Laborwerte da waren. Denke aber, dass das eindeutig eine Holschuld ist!! Das halbjährliche Warten auf die Ergebnisse ist zwar nicht so angenehm und entspannend, aber damit müssen wir leben. Wir haben zwar die Schlacht vorerst gewonnen, ob der Krieg aber damit auch gewonnen ist zeigt sich erst nach einigen Jahren.
Bin jetzt Ende des Monats wieder mit dem Komplettprogramm dran (Blut, Ultraschall, CT) und werde mir die Ergebnisse selbständig abholen. Das bin ich mir schuldig.

Was hat sich in meinem Leben seit dem Krebs und der Chemo geändert?

Das Bewusstsein
Das Leben ist endlich. Es kann morgen vorbei sein, und ich kann es möglicherweise nicht verhindern oder beeinflussen. Also nutze ich die Zeit (z.B. mit meinen Kindern) intensiver.
Viele Sachen denen wir normalerweise eine recht hohe Bedeutung beimessen (Geld, Ansehen, Macht,...) können von einem Augenblick zum anderen nichts mehr wert sein. Es ist schön, wenn man darüber verfügt - es ist aber bei Weitem nicht Alles!!!!!

Körper
Ich treibe Sport, und es macht (erstaunlicherweise) auch eine Menge Spaß!!!!

Stress
Ich glaube ich gehe jetzt anders damit um und versuche bewusst, mir Freiräume zuschaffen und konsequent abzuschalten.
Ich werde den Stress nicht verhindern können, aber ich kann versuchen Ihn besser zu verarbeiten.

Ernährung
Bier schmeckt (wieder), Rauchen tue ich immer noch nicht, Vitamine esse ich genau so viel (oder wenig) wie vorher.


Noch eine Beobachtung, die ich während der Chemo genacht habe:
Viele Bekannte (Nachbarn, Arbeitskollegen, ...) haben sich während der Chemo eher distanziert und sind mir aus dem Weg gegangen. Ich unterstelle einfach mal keine böse Absicht sondern nur den Umstand, dass viele Menschen mit schweren Krankheiten (oder Tod) nicht umgehen können und nicht wissen, wie man sich gegenüber betroffenen verhalten soll. Getreu dem Motto "Bevor ich was falsch mache gehe ich lieber aus dem Weg".

Habt Ihr damit ähnliche Erfahrungen gemacht?

Es grüßt

der Lutz

kook 12.03.2007 23:39

AW: Hodenkrebs, geheilt, entlassen .........
 
Hallo Lutz,

Ich habe ein bisschen ähnliche Erfahrungen gemacht, siehe meinen Thread "darüber sprechen". Ich habe zwar nicht die Erfahrung, dass mir die Leute aus dem Weg gehen, aber dass dieses Thema eher abgeblockt wird und dass es niemand zu genau wissen will.

Den Einstieg in Sport habe ich nach einem halben Jahr noch nicht wieder gefunden, bin aber motiviert, jetzt wo der Frühling so richtig loslegt. Es ärgert mich etwas, denn gerade kurz vor der Diagnose habe ich so richtig angefangen mit Schwimmen und Laufen, und habe erfolgreiche einige Kilos von meinem Kugelbäuchlein wegschmelzen lassen. Als ich in den Spital kam, fragte man mich, ob ich Gewichtsverlust bemerkt habe. Ja, hahaha...

Rauchen und Bier ist beides wieder angesagt, naja :/

Stress/Arbeit und bewusster Leben ... Ich glaube nicht, dass ich das so gut hingekriegt habe wie du. Bei der Arbeit habe ich einiges an Selbstbewusstsein zugelegt, weil das ganze doch vorgezeigt hat, dass es nicht einfach so selbstverständlich ist, dass ich Tag für Tag da sitze und für alles mögliche zu haben bin. Trotzdem gebe ich zu viel Gas, denke ich.

Viele Grüsse,
Ko/Ok

schäferhund2006 20.03.2007 13:25

AW: Hodenkrebs, geheilt, entlassen .........
 
Hallo an ALLEE!!!:megaphon:

Bitte last es mit der Nachsorge nicht schleifen. Mein Mann hatte vor ca. 10 Jahren Hodentumor links. Letztes Jahr dann Hodentumor rechts. Er ging 9 Jahre lang alle 3 Monate zur Nachsorge. Allein aus diesem Grund wurde der Tumor schnell erkannt und konnte ohne weitere Nachbehandlung entfernt werden.
Viele Grüsse!

schäferhund2006:) :)

voltron 20.03.2007 13:55

AW: Hodenkrebs, geheilt, entlassen .........
 
Hi schäferhund :)

Nimmt doch Wunder, wurden deinem Mann die ganze Hode "entleert" oder da früh erkannt nur ein Teil herausgeschnitten und wie alt war er denn bei dieser zweiten Diagnosestellung?

Gruss yves

schäferhund2006 21.03.2007 15:04

AW: Hodenkrebs, geheilt, entlassen .........
 
Hallo yves!:winke:

Auch bei dem zweiten Tumor wurde der ganze Hoden entfernt. Zu dem zeitpunkt war er 46 Jahre alt. Jetzt bekommt er seine Hormonspritzen und das klappt sehr gut.
Viele Grüsse!

schäferhund2006

PaulChang 22.09.2007 18:28

AW: Hodenkrebs, geheilt, entlassen .........
 
....könnte es nicht

auch sein "Wie ich in den Wald reinschreie, so kommt es wieder zurück."?

Ich glaube, wir selber haben uns (gerade auch im Bezug zu unserem persönlichen Umfeld) verändert. Und das nicht immer zu unserem Vorteil. "Vorsichtiger"- um es vornehm auszudrücken- sind wir im Umgang mit Menschen wohl geworden.

Auch auf Grund unserer Erfahrung mit Berufsbehandlern.

Zur Vorsorge: Mein Terato- Ca wurde im ersten Jahr mit 3 monatigen Sonographien im Bereich Testis und Lymphknoten des Bauchraumes, danach jährlich gecheckt. Plus das ganze Spektrum an Blutuntersuchungen. Jedoch waren die Marker in keiner Krankheitsphase erhöht.

Als ich nach 10 Jahren zu "Standardcheck" wieder auftauchte, wurde der (ansonsten fachlich und menschlich versierte Arzt) doch etwas ungehalten:

Sie sind seit 5 Jahren geheilt, was glauben Sie wie hoch jetzt noch die Möglichkeit eines Rezidivs ist? Da können Sie besser Lotto spielen...

Damals war ich sauer.

Heute gebe ich ihm mehr als Recht. Ich hätte mir gewünscht es etwas freundlicher gesagt zu bekommen. : Wir können nicht jedes Restrisiko auschließen. Auch wenn wir die technischen Kapazitäten dazu haben, sollte man über eine gewisse Kosten- Nutzen Analyse im Gesundheitswesen nachdenken.

Wenn jemand meint er müßte, nachdem er sich beim Eislöffeln einen Erstickungsanfall geholt hat, mit dem Helikopter ins Notfallkrankenhaus gebracht werden, dann soll er bitte dafür eine geeignete Versicherung abschließen. Und nicht damit die Allgemeinheit belasten.

Es werden uns oft überflüssige "Nachsorgen" und "freundliche Überweisungen an weitere Fachkollegen" eingeredet. Sie sind manchmal in Relation zu ihrem Schaden/Nutzen Verhältnis und zu ihrer Erfolgsquote nicht gerechtfertig. Sie spekulieren mit unseren Ängsten und sind mit immer mehr Zuzahlungen verbunden.

Zu Recht. Denn- und das ist nun mal so auch wenn viele es nicht wahr haben wollen: Die allerallermeisten Behandlungmethoden, die die Kassen NICHT übernehmen sind nachgewiesenermaßen nur für einen von Nutzen: Für die Pharma- und Gesundheitsindustrie.



Ich habe mal vor langer Zeit gehört, es gäbe kein Medikament gegen Krebs.

Und ich warte auf den, der mir das Gegenteil beweist.

"Heilen" kann nur unser Körper. Wenn wir an ihn glauben und ihm die Chance geben. Und ihn nicht bombardieren und ihm das Leben schwer machen.

Davon ist fest überzeugt

P

_Alegna_ 24.09.2007 16:21

AW: Hodenkrebs, geheilt, entlassen .........
 
Mein Freund hat nun nach Hodenop, 4 Zyklen PEB, beidseitge RLA und noch zwei Zyklen PEI nun endlich alles hinter sich. Im Moment sind wir noch in der Erholungsphase, aber in spät. 2 Wochen möchte er unbedingt wieder arbeiten gehen. :D

Grundsätzlich haben wir während den Chemos schon bemerkt, dass man einfach bewusster lebt und sich über Kleinigkeiten, die früher selbstverständlich waren, viel mehr freuen kann. Auch Dinge, die früher ein echter Streßfaktor gewesen wären, sehe ich inzwischen lockerer und lass es langsamer angehen - und es geht auch!

Bei den Freunden haben wir ganz klar gemerkt, auf wen wir uns wirklich verlassen können - das war auch eine komische, aber wertvolle Erfahrung.

Die Angst vor einem Rezidiv bleibt natürlich - aber gerade deshalb bin ich mir sicher, dass wir die Kontrolltermine (vorerst alle 3 Monate) einhalten werden.

Viele Grüße und alles Gute!


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