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andrea-m 26.03.2007 16:13

Hodentumor bei meinem Sohn
 
Hallo, ich bin betroffene Mutter und hoffe hier einige Tips und viel Informationen zu bekommen. Ich war heute mit meinem 17jährigen Sohn bei einer Urologin nachdem mir mein Sohn letzte Woche gesagt hat dass er schon über einen Monat einen riesigen linken Hoden hätte. Es tut ihm nichts weh oder so aber er sagte dass man natürlich merkt das das so nicht normal ist. Er hat mir das dann auch vorgestern gezeigt und ich bin fast umgefallen. Der linke Hoden war fast Kinderfaust groß. Die Urologin hat das ja nun heute bestätigt. Übermorgen CT, Thorax und Abdomen röntgen. Donnerstag wieder Urologin. Sie sagte auch schon sofort das der Hoden entfernt werden müsste. Nun meine Frage bzw. die grösste Sorge von meinem Sohn ist was ist dann mit dem Hodensack?? Gibt es ein Implantat oder hängt das einfach nur schlaff runter??? Klar verstehe ich ihn, er wird im Juli 18 und ist natürlich voll in der Phase mit Freundinnen und so. Kann mir jemand dazu etwas sagen?

PantaRei 26.03.2007 16:44

AW: Hodentumor bei meinem Sohn
 
Hallo,

grundsätzlich gibt es die Möglichkeit eines Implantats/Hodenprothese. Ohne eine solche hängt es etwas ungleich in der Hose rum. Hier haben Einige eine Prothese und sagen, die Damen merken kaum einen Unterschied.

Aber was anderes: Ich hoffe, Ihr seid in guten Händen?? Kinderfaustgroß ist ordentlich. Und warum erst Donnerstag wieder einen Termin beim Urologen? Bei mir hatten es die Ärzte recht eilig ("vielleicht noch heute, ansonsten morgen, spätestens aber übermorgen Operation"), dabei bin ich doppelt so alt gewesen wie Dein Sohn (und dann wachsen Tumoren langsamer).

Aus meiner Sicht sollte man nicht eine Woche ins Land gehen lassen.

Gruss

PantaRei

Dirk-Gütersloh 26.03.2007 17:17

AW: Hodentumor bei meinem Sohn
 
Hallo,

schliesse mich an. Ich will Euch nicht in Panik versetzen, aber ich würde die Urologin nochmals anrufen und die Krankenhausaufnahme ansprechen.

Zum Thema Implantat sind die Meinungen arg verschieden. Gibt einige die damit zufrieden sind, andere ganz und gar nicht. Viele - auch ich - haben auf das Implantat verzichtet. Der verbleibende Hoden hat sich bei mir in die Mitte gezogen und die Haut hat sich gestrafft, daher fällt es kaum auf. Die Narbe auf der Leiste wird da eher bemerkt.

Um Euch vielleicht noch ein wenig Sicherheit zu vermitteln, bei mir ist die OP jetzt über 5 Jahre her und es geht mir gut! Sowohl meine Sexualität wie auch mein Hormonhaushalt haben sich wieder eingepegelt.

Drücke Euch die Daumen!

Gruß Dirk

andrea-m 26.03.2007 20:41

AW: Hodentumor bei meinem Sohn
 
Hallo,
danke Euch erst mal für die Antworten. Im Moment strömt so vieles auf einen ein. Ich wollte auch nur generell wissen ob es solche Implantate gibt. Aus Sicht von meinem Sohn vestehe ich natürlich dass es ihm peinlich beim anfassen durch ein Mädel wäre. Wie gesagt Mittwoch kommen die Bilder von Thorax und Abdomen und CT. Donnerstag 8 Uhr Termin bei der Urologin.
Danke erstmal und alles Gute für alle

andy1983 26.03.2007 21:43

AW: Hodentumor bei meinem Sohn
 
Es tutu mir leis, dass es deinen Sohn erwischt hat. In so einem Alter ist es schwer mit jemanden darüber zu reden und das es ihm unangenehm gegenüber Mädchen ist kann ich mir vorstellen.
Mich hat es vor 1 1/2 Jahren getroffen ( war 22 Jahre alt). Hatte auch von heute auf morgen einen doppelt so großen Hoden und es tat weh. Mein Urologe hat mich sofort ins Krankenhaus geschickt worauf ich nächsten tag gleich morgens unters Messer kam.
Eine Hodenprothese habe ich nicht. Ich wurde damals nicht gefragt, weil alles sehr schnell ging, aber ich würde heute auch drauf verzichten. Warum weiß ich nicht.
Die ersten Tage wird es schon komisch für deinen Sohn sein, wenn ein Hoden fehlt und er eine Narbe hat, aber man gewöhnt sich da sehr schnell dran.

Mit der Sexualität habe ich keine Probleme. Es ist alles so wie früher, denn man kann sehr gut nur mit einem Hoden leben. Meine Freundin hat sich nie drüber beschwert. Warum denn auch. Ich denke Frauen ist es eigentlich ziemlich egal, ob da jetzt ein Hoden oder zwei hänger ( Aussage von meiner Freundin).
Auffallen tut es eigentlich auch nicht, weil ja niemand voll drauf start oder den Penis hochhebt und mal drunter guckt und anfängt zu zählen.

Ich finde übrigens auch, dass die OP zu lange dauert. Bei mir hatten die Doc`s es auch sehr eilig. Ich würde da ein bißchen Druck machen.

Ich wünsche euch viel Glück und drück euch die Daumen. Es wird alles wieder gut!!!!!!!!! :knuddel:

bkrull 26.03.2007 23:32

AW: Hodentumor bei meinem Sohn
 
...bei aller Eile und kosmetischen Problemen. Vergiss bitte nicht das Thema Spermakonservierung vor!!! der OP anzusprechen und auch durchzuziehen, da ja mit 17 Jahren definitiv die Familienplanung nicht abgeschlossen ist.
Im Regelfall ist eine Spermakonservierung vor allen weiteren Maßnahmen (Röntgen/CT/OP/Radatio/Chemo......) vorzuziehen, da es u.U. später sehr schwer oder selten auch unmöglich wird.

Viel Glück

andy1983 27.03.2007 00:06

AW: Hodentumor bei meinem Sohn
 
Die Spermakonservierung wird doch nicht vor einer Hodenentfernung durchgeführt. Oder hat das jemand gemacht. Würde auch viel zu lange dauern, da man ja mehrmals dort hin muss und einige Tage dazwischen liegen müssen/sollen.
Dies macht man doch erst vor einer Chemo oder Lymphknotenentfernung. Der andere Hoden ist ja voll funktionsfähig.

Dirk1973 27.03.2007 00:59

AW: Hodentumor bei meinem Sohn
 
Also ich habe vor der OP eingefroren. Waren auch nur deswegen zwei Termine, weil die erste Portion etwas "petit" war. Am nächsten Tag dann noch einmal Porno gucken und gut war das.

Auf alle Fälle drücke ich mal ganz fest die Daumen. Mit 17 stellt man sich sein Leben und seine Zukunft etwas anders vor.

Liebe Grüße
Dirk

PantaRei 27.03.2007 13:31

AW: Hodentumor bei meinem Sohn
 
nö, bei mir auch vorher, am Tag nach der Diagnose

bkrull 27.03.2007 16:45

AW: Hodentumor bei meinem Sohn
 
....es wird einfach d.h. vorher gemacht, da man zum einen nicht genau weiss, ob der verbliebene Hoden genug funktionsfähige Spermien produziert und zum anderen jegliche Therapie, also auch eine OP mit vielen Medikamenten, Stress etc. nicht unbedingt förderlich für die Spermiogenese ist.

MfG ...und dabei in der stillen Hoffnung das es sich um nichts bösartiges handelt.

andrea-m 30.03.2007 01:14

AW: Hodentumor bei meinem Sohn
 
Hallo alles zusammen und danke erst mal für die Antworten. Mein Sohn ist jetzt in der Klinik und wird morgen operiert. Befund wird dann am Montag erwartet. Die Ärzte meinten es sei ein Semiom. Keine Metas in Leber, Lunge oder sonstwo. Kein LK Befall. Ich bin so nervös. Mein Sohn meinte heute noch besonders cool sein zu müssen aber gegen Abend habe ich doch gemerkt dass es ihm nicht besonders gut ging. Er hat auch schon Beruhigungsmittel bekommen. Werde dann berichten wie es weitergeht.
Andrea

supernatural 30.03.2007 09:02

AW: Hodentumor bei meinem Sohn
 
Hallo Andrea

Wünsche Deinem Sohn alles gute für die anstehende OP.

Tönt ja schon mal "sehr gut", sofern man diese Wörter gebrauchen darf, bezüglich Diagnose.

Deshalb den Kopf nicht verlieren. Ihr müsst einfach diese scheiss Zeit vorüberstehen und danach kommt wieder eine bessere Lebensphase.

Bezüglich Implantat gibt's diverese Meinungen. Wie dies schon meine Vorreder berichtet haben. Bestimmt gibt es im Forum ein spez. Thrend dazu.
Was meint eigentlich die Ärzte das Spital, wie sehen sie es?

Wünsche Euch viel Kraft für die kommenden Zeit und hier findest Du bestimmt immer jemanden, der gerne Auskunft/ Hilfe usw. gibt

Gruss

supernatural

andrea-m 30.03.2007 12:20

AW: Hodentumor bei meinem Sohn
 
Hallo, die Ärzte hatten das kurz mit angesprochen wegen Implantat, aber das steht jetzt erst mal nicht an, das kann er hinterher nach der Narbenverheilung nochmal ansprechen. Kann es sein dass er weder chemo noch bestrahlung bekommt nach der OP??

muethomas 30.03.2007 12:37

AW: Hodentumor bei meinem Sohn
 
Hallo Andrea,

das kann sehr wohl sein, wenn sich das Stadium I bei Deinem Sohn herausstellt und keine weiteren Risikofaktoren (Gefäßinvasion, Metastasen) festgestellt werden.

Viel Glück,

Thomas

PantaRei 30.03.2007 13:00

AW: Hodentumor bei meinem Sohn
 
Hallo Andrea,

es gibt die Möglichkeit, keine weiter Behandlung nach der OP zu machen.
D.h. auf Strahlentherapie und Chemo zu verzichten. Dann kommt eine sehr enge Kontrolle mit häufigen CT-Untersuchungen. Das "Fachwort" ist Surveillance (»Wait and see«).

Falls Du Dich ein wenig mit den Therapieoptionen beschäftigen willst ist
http://hodenkrebs.tzb.de/graphische_...dentumoren.pdf
ziemlich übersichtlich.

Ein Risikofaktor ist auch die Tumorgröße - Du schriebst von Kinderfaustgroß.

Bei der Wahl der Therapie (Strahlentherapie/Chemo/Surveillance) spielt - so glaube ich - auch die Psyche eine große Rolle. Für mich hätte ich mir Surveillance ziemlich belastend vorgestellt. Aber das muss jeder individuell entscheiden.

Ich wünsche Euch alles Gute, Kopf hoch und nicht vergessen: Man kann nach der Heilung ein vollkommen normales Leben führen!

PantaRei

Julian 30.03.2007 22:30

AW: Hodentumor bei meinem Sohn
 
sicherlich kann man die prothese auch nachträglich einsetzen, aber wenn der sack doch grade eh schon offen ist.. warum dann warten?!

andrea-m 15.04.2007 17:47

AW: Hodentumor bei meinem Sohn
 
Hallo, ich hab nochmal ne Frage bezüglich der Nebenwirkungen bei Chemo. Dass es bei dem ein oder anderen ein "kann" sei mit Brechen, Übelkeit usw. Aber ist es denn auch sicher dass die Haare ausfallen oder ist das auch nur eine "kann" Nebenwirkung? Schöne Grüsse Andrea

Florian82 15.04.2007 18:34

AW: Hodentumor bei meinem Sohn
 
Hallo,

also die Ärzte haben zu mir gesagt das die Gefahr besteht das die Haare ausfallen. Ich denke aber das es immer mit hoher wahrscheinlichkeit so sein wird.

Bei mir sind die Haare kurz vor Beginn des 2 Zyklus ausgefallen.
Hab erst gedacht na, die Haare scheinen ja durchzuhalten, aber zu früh gefreut. Eines morgens konnt ich sie mir so rausziehen :'( Und am Tag darauf fehlten schon an kleinen Stellen die Haare komplett. Hab sie mir dann einfach abrasiert. Hatte keine Lust morgens in nem Vogelnest aufzuwachen ;-)
Fand das aber ehrlich gesagt nich so schlimm das die Haare weg waren. Hat auch alles etwas gutes. Man braucht keinen Friseur und man muss sich die Haare weder Stylen noch waschen. Einmal kurz mitn Waschlappen rüber und jute is *gg*
Meine Freundin fand das auch naja "süss" so ohne Haare *tzz* :lach2:

Entzwischen sind die Haare aber wieder da... :)
Genauso dicht wie vorher auch *freu*
Bei mir sind die ca. 3-4 Wochen nach der Chemo wieder gewachsen :)

Liebe Grüsse

Florian

Julian 15.04.2007 18:43

AW: Hodentumor bei meinem Sohn
 
mit sehr hoher wahrscheinlichkeit gehen die haare flöten. bei mir hats länger gedauert bis sie wieder vernünftig waren. denke so ca. 2,5 monate

andrea-m 15.04.2007 21:08

AW: Hodentumor bei meinem Sohn
 
Hallo
Naja ich denke auch das es das geringere Übel mit den Haaren ist. Ich als Mutter und Frau denke auch ganz anders darüber, aber das meinem fast 18jährigen Sohn beizubringen ist ganz schön schwierig. Er muss morgen rein zur Chemo, und bis jetzt hat er alles locker genommen, die OP ansich, den Port einsetzen aber jetzt fängt er an sich zu weigern morgen früh die Chemo anzutreten. Aber ich werde ihn jagen.
Gruss Andrea

bkrull 15.04.2007 21:43

AW: Hodentumor bei meinem Sohn
 
@andrea-m
handelte es sich bei deinem Sohn nicht um ein Seminom im Stadium I ?? Dachte, daß da lediglich, wenn überhaupt 1-2 Zyklen des Medikaments Carboplatin gegeben werden. Dabei fallen keine Haare aus. Alles andere trift eigentlich nicht mehr das Stadium I...

Viele Grüße und gute Besserung an deinen Sohn, auch dir wünsche wünsche ich alles gute!

andrea-m 16.04.2007 00:29

AW: Hodentumor bei meinem Sohn
 
Hallo bkrull,
es wurde eine seminom vermutet, hat sich aber als Nichtseminom entpuppt, maligner Mischtumor, Teratom. Er soll 2 Zyklen bekommen. Ich weiss aber nicht was er bekommt, werden wir dann morgen sehen, der Arzt meinte bei der Aufklärung über die Nebenwirkungen unter anderem Haarausfall, Brechreiz usw. Deshalb war meine Frage ob es immer so ist dass die Haare ausfallen oder das eine "kann" Nebenwirkung ist.
Gruss Andrea

Dirk1973 16.04.2007 08:09

AW: Hodentumor bei meinem Sohn
 
Hallo Andrea,

klingt nach zwei Zyklen PEB-Chemo. Steht für Platin, Etoposidphosphat und Bleomycin. Das sind die drei Medikamente der Chemotherapie.

Zur PEB-CTX habe ich ein Tagebuch meiner drei Zyklen geschrieben. Den Link findest Du in meiner Signatur. Schau es Dir in Ruhe an und überlege, ob Du es Deinem Sohn zum Lesen geben möchtest.

Kurz im Überblick:

Folgende Nebenwirkungen können, müssen aber nicht auftreten:

Haarausfall
Übelkeit und Erbrechen (dagegen hilft sehr gut Zofran)
Kurzatmigkeit
Sodbrennen, häufige Aufstoßen
Durchfall bzw. Verstopfung
Sensibilitätsstörungen in den Fingern / Händen
Trockene Haut (gibt´s u.a. vom Cortison)
Blutbildveränderungen, dadurch
erhöhte Infektanfälligkeit.

Das waren so die wichtigsten und üblichen Geschichten.

Aber wie schon geschrieben:

Nichts muss, vieles kann und manches wird kommen.

Im Großen und Ganzen ist die PEB-CTX recht gut zu vertragen.

Kopf hoch und liebe Grüße
Dirk

andrea-m 29.04.2007 00:12

AW: Hodentumor bei meinem Sohn
 
Hallöchen Ihr alle.
Hab mal wieder eine Frage. Wie sieht es eigentlich aus mit Sonnenbestrahlung während der Chemo? Darf man in die Sonne?
Gruss Andrea

hans_maler 29.04.2007 01:38

AW: Hodentumor bei meinem Sohn
 
Hi,

ich hatte auch 2 Zyklen und bekam PEB. Habe die Haare nach ca. 3 Wochen verloren. Bei 5% fallen die nicht aus, also ists wahrscheinlich, dass sie ausfallen. Halb so schlimm, wachsen ja wieder nach ^^.

Dirk1973 29.04.2007 07:33

AW: Hodentumor bei meinem Sohn
 
Hallo Andrea,
an den Tagen, an denen es Bleo gibt soll Sonne vermieden werden. Aber durch Kortisongabe soll dies angeblich umgehbar sein. Einfach mal die Docs darauf ansprechen, denn Sonne ist gut für´s Gemüt....

Liebe Grüße
Dirk

MartinH 30.04.2007 01:02

AW: Hodentumor bei meinem Sohn
 
hallo andrea,
mein doc meinte, vor allem während der chemo aber auch noch miindestens während des kommenden sommers vorsichtig mit sonne zu sein (käme durch das bleo wie schon von dirk gesagt). Es könnte sonst zu pigmentstörungen kommen
(braune flecken auf der haut), die evt. nicht mehr weggehen.
meine chemo war an weihnachten zu ende (3x PEB), ich verhalte mich ganz normal und habe keine probleme, leg mich aber auch nicht in die sonne.

liebe grüße und kopf hoch

Martin

andrea-m 30.04.2007 10:34

AW: Hodentumor bei meinem Sohn
 
Hallo, danke für eure Antworten, morgen ist wieder Bleo dran, dann frag ich noch mal denArzt. Bis jetzt sind noch alle Haare da. Vielleicht bleiben die ja auch.
Gruss und geniesst die schönen Tage Andrea

hans_maler 30.04.2007 13:14

AW: Hodentumor bei meinem Sohn
 
Dachte ich auch. Bei ca. der 3. Woche sind sie dann ausgefallen. Also nach dem 1. Zyklus.

Wäre natürlich toll, würden die Haare bleiben, ist aber eher unwahrscheinlich.

_Alegna_ 16.05.2007 22:10

AW: Hodentumor bei meinem Sohn
 
Hallo zusammen,

mein Freund muss insgesamt 4 Zyklen PEB machen, er ist gerade mittem im 2.

Wir haben die Haare nach dem 1. stationären Aufenthalt ganz kurz geschnitten, und nun werden sie immer lichter. Aber ich finde, man gewöhnt sich dann einfach daran. Ich finde andere Nebenwirkungen teilweise schlimmer!

Gibts hier im Forum jemanden, der ebenfalls 4 Zyklen machen musste? Was habt ihr für Erfahrungen mit Kortison gemacht? :confused:

Freu mich schon auf eure Antworten, und allen Betroffenen weiterhin viel Durchhaltevermögen!;)

Viele Grüße

andrea-m 08.06.2007 18:05

AW: Rückschlag
 
Hallo an alle, und nochmals vielen Dank für die lieben Grüsse. Heute hatten wir das "Abschlussgespräch". Dann der Schock. Der Bauch muss aufgeschnitten werden weil Lymphknoten entnommen werden müssen. Scheisssssseeee. Definitv kann natürlich erst der Patologe genau sagen ob noch Krebs drin ist oder nicht. Wir sind total am Boden.
Gruss Andrea

Dirk1973 08.06.2007 18:22

AW: Hodentumor bei meinem Sohn
 
Och Mönsch........! Ich hatte ja lange nichts mehr von Euch gelesen und dachte mir, dass was lange währt ja gut werden muss. Aber sieh es doch mal so: vielleicht könnt Ihr danach sicher sein, dass alles weg ist.
Lasst Euch nicht unterkriegen.....

Liebe Grüße
Dirk

PantaRei 08.06.2007 18:35

AW: Hodentumor bei meinem Sohn
 
Hallo,
das tut mir leid für Deinen Sohn und Dich.
Hoffentlich seid Ihr in einer guten Klinik? Möglicherweise ist das ja eine größere OP und die sollten nur Ärzte mit Erfahrung machen.
Ich drücke Euch die Daumen,
PantaRei

andrea-m 08.06.2007 22:37

AW: Hodentumor bei meinem Sohn
 
Hallo, ja mit der Klinik sind wir eigentlich mehr als zufrieden. Die Ärzte nehmen sich auch noch nach Feierabend endlos Zeit um zu reden und wirklich jede klitzekleine Frage zu beantworten. Mein Sohn möchte am Dienstag mit dem Prof. sprechen. Er will es einfach nicht machen lassen. Er ist 17 und sieht sich dann als völlig entstellt mit der grossen Bauchnarbe, vor allen dingen wenn es dann "nichts" war. Ich habe ihm auch schon gesagt lieber eine Narbe mehr und Gewißheit, aber ich stosse im Moment auf taube Ohren. Aber er hat bis jetzt immer gesagt er macht dies nicht und das nicht, grad als es um die Chemo ging. Trotzdem hat er alles gut hinter sich gebracht. Die Chemo mit Null Nebenwirkungen bis auf die Haare natürlich. Ich hoff jetzt erst mal auf Dienstag.
Bis dann und schöne Grüsse an alle
Andrea

andrea-m 10.06.2007 23:36

AW: Hodentumor bei meinem Sohn
 
Hallo, hab noch mal ne Frage. Hat hier jemand RLA gehabt und wie sah da der Schnitt aus?? Der Arzt meinte vom Brust bis Schambein wäre der Schnitt. Jetzt frage ich mich warum so gross? Ich habe grad auch was von Knopflochchirurgie gelesen die angewendet wird bei Lymphknotenentfernung. Nach den CTs wäre ein Knoten auffällig, der sei zwar kleiner geworden aber man müsse halt nachsen ob da noch was drin ist oder Narbengewebe. So ganz verstehe ich den Riesenschritt nicht.

Andi Frenzel 11.06.2007 01:21

AW: Hodentumor bei meinem Sohn
 
Hallo andrea,

Ich denke, der Schnitt ist so groß, weil die Lymphknoten im hinteren Bauchraum relativ tief liegen. Während der OP muss beispielsweise der Darm ausgelagert werden, damit man die Lymphknoten erreicht. Die OP ist relativ martialisch, aber es ist eine Standard-OP, die seit Jahrzehnten angewendet wird.

Wenn es bei deinem Sohn lediglich um einen Knoten geht, der zu diagnostischen Zwecken entnommen werden muss, wäre die laparoskopische RLA sicherlich eine Alternative. Allerdings wird diese Methode nur an wenigen Uni-Kliniken angewendet, u.a. an der Charité in Berlin, in Halle u.a.
Die laparoskopische RLA ist wesentlich verträglicher was den Wundheilungsprozess und mögliche OP-Folgekomplikationen angeht, da nur vier relativ kleine Schnitte gemacht werden müssen. Daher ist das kosmetische Ergebnis auch wesentlich erfreulicher, das Risiko des Ejakulationsverlustes wesentlich geringer. Hinsichtlich der therapeutischen Effektivität ist nach meinem Kenntnisstand die laparoskopische der offenen Methode ebenbürtig.

Es gibt aber ein problematisches Szenario: Die Lymphknoten liegen nahe an den Hauptarterien im Bauchraum. Sollten diese bei der OP verletzt werden, muss sehr schnell gehandelt werden. Es ist eine anspruchsvolle OP, die wohl aus diesem Grund nur an wenigen Zentren mit genügend Erfahrung praktiziert wird.

Die OP macht man zur Sicherheit, es ist nochmal ein großer Schritt, aber es ist zugleich sehr unwahrscheinlich, dass die OP noch aktives Tumorgewebe zu Tage fördert. Wie du sicherlich weißt, wird dein Sohn mit sehr, sehr hoher Wahrscheinlichkeit wieder ganz gesund.

Weitere Informationen - auch kontrovers zur lap. RLA- findest du in diesem thread:
http://www.krebs-kompass.org/Forum/s...ad.html?t=9678

Grüße von Andi

Josi46 11.06.2007 12:11

AW: Hodentumor bei meinem Sohn
 
Hallo andrea-m,

bei meinem Sohn (jetzt 20) wurde letztes Jahr auch ein Hodentumor festgestellt. Er hatte umfassende Metastasen im Bauchraum und kleinere an der Lunge. Nach 4 Zyklen Chemo wurde ein etwa erbensgroßer Rest festgestellt. Es wurde dringend zur Operation geraten, um sicher sein zu können, dass es kein aktives Gewebe ist. Er wurde laproskopisch (nur drei kleine Schnitte) operiert ( 5 Tage Krankenhausaufenthalt) Der Befund ergab, dass es kein Tumorgewebe war. Sechs Wochen nach der Operation und sechs Monate nach dem Erstbefund ging er wieder zum Arbeiten. Die vierteljährlichen Nachsorgeuntersuchungen verliefen bisher erfreulich. Körperlich geht es ihm gut, obwohl er immer wieder klagt, nicht mehr so viel Kraft wie früher zu haben.
Ein Mitpatient mit ähnlichem Befund verweigerte die Operation, erlitt bereits nach 4 Monaten einen Rückfall, wieder Chemo (diesmal Hochdosis), anschließend Bauchoperation und Reha.
In welcher Klinik ist dein Sohn?

Viele Grüße
Josi46

andrea-m 13.06.2007 00:00

AW: Hodentumor bei meinem Sohn
 
Hallo, danke erst mal für eure Antworten. Heute hatten wir das Gespräch wegen der RLA beim Professor, weil mein Sohn diese grosse Narbe verweigert. Jetzt hat uns der Prof. vorgeschlagen dass im September ein Chefarzt an unsere Klinik kommt der ein As ist mit der Knopflochchirurgie und der dann meinen Sohn im Sept. operieren würde. Ich war zwar geschockt wegen dem langen Zeitraum, sind ja immerhin noch 3 Monate aber der Prof. meinte er könne das sehr gut verantworten. Da waren wir erst froh dass es eine Alternative zum grossen Schritt gibt und auch wieder nicht wegen dem langen warten. Er hat auch irgenwas gesagt dass er nicht glaubt das es noch aktives Gewebe ist ,aber sicher ist es ja erst nach der OP.Also warten, warten warten.
Gruss an alle, Andrea

reni06 13.06.2007 10:07

AW: Hodentumor bei meinem Sohn
 
Hallo Andrea,
ich komme eigentlich aus dem Lymphdrüsenkrebs-Forum,deshalb kann ich hier nicht mit "Fachwissen"glänzen.Wie ich es verstanden habe,geht es bei deinem Sohn darum,herauszufinden ob noch aktives tumorgewebe vorhanden ist,oder?als die Ärzte dieses bei mir überprüfen wollten,haben sie vor der OP eine PET-untersuchung gemacht(ist eigentlich wie CT,dauert bißl länger).Wenn die LK bei mir noch aktiv gewesen wären,hätten sie geleuchtet.Somit konnte mir eine OP erspart bleiben und ich hatte schnellere Gewissheit.Ist soetwas bei euch nicht möglich?Ich wünsche euch alles Gute und drücke ganz fest die Daumen,das alles OK ist
Liebe Grüße reni

Andi Frenzel 13.06.2007 12:53

AW: Hodentumor bei meinem Sohn
 
Hallo reni06,

die Zuverlässigkeit des PET beim metastasierten Hodentumor ist m.W. noch umstritten, so dass man um die Materialentnahme in manchen Fällen leider nicht herum kommt.

Gruß, Andi


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