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-   -   Tumor in der Bauchspeicheldrüse (https://www.krebs-kompass.de/showthread.php?t=24833)

keylargo 11.04.2007 14:35

Tumor in der Bauchspeicheldrüse
 
Hallo alle zusammen,

bei meinem Vater wurde vor ca. 4 Wochen ein Tumor in der Bauchspeicheldrüse entdeckt. Es wurden zwei Wochen lang Untersuchungen im Krankenhaus gemacht (Magenspiegelung, Darmspiegelung, Ultraschall usw.) und er wurde wegen der Entzündung der Bauchspeicheldrüse mit Antibiotika behandelt. Nachdem nun der Tumor gefunden wurde, haben ihm die Ärzte davon abgeraten, zu untersuchen, ob er gut- oder bösartig ist. Man könnte sowieso nichts operieren. Danach wurde er entlassen und soll wiederkommen, wenn er an Gewicht verliert.

Jetzt hat er seit zwei Tagen Gelbsucht (Augen und Gesicht). Ist das ein Anzeichen darauf, dass sich etwas verschlimmert hat?

Gabi

Kathrin23705 11.04.2007 14:51

AW: Tumor in der Bauchspeicheldrüse
 
Hallo Gabi,

ich will dir ja keine Angst machen. Aber ich bin der Meinung, dass eine Pankreatitis bestimmt keinen Tumor hätte. Und ob der gut- oder bösartig ist, muss doch kontrolliert werden! Bin über deine Aussage bzw. die der Ärzte schon schockiert.

Weiß ja jetzt nicht, wo du herkommst, würde dir aber empfehlen, eine spezialisierte Klinik aufzusuchen. Manchesmal wurde hier schon genauso geschrieben wie du jetzt und dann sind die Leute in eine Spezialklinik und es konnte dann doch operiert werden.

Allerdings will ich dir hier auch keine falschen Hoffnungen machen. Du hast dich hier ja sicherlich schon etwas durchgelesen. Die Chance auf eine komplette Heilung beträgt gleich 0. Aber es gibt eine geringe Chance. Hatten hier schon Leute, die mit dieser Erkrankung schon 8 Jahre leben, obwohl nach Diagnosestellung Pankreastumor eine Lebenserwartung von 3-6 Monaten gegeben wird. Kommt aber immer auf die Art an, also wo die Pankreas betroffen ist, ob sich schon Metastasen gebildet haben ect. Wir hatten halt Pech. Meine Zwillingsschwester hat es nicht geschafft und wird am Samstag beigesetzt.

LG Kathrin

keylargo 11.04.2007 15:40

AW: Tumor in der Bauchspeicheldrüse
 
Hallo Kathrin,

das tut mir sehr leid für Euch!

Ich komme aus dem Raum Siegen und habe schon gelesen, dass es in Heidelberg eine gute Spezialklinik gibt. Die Ärzte in dem Krankenhaus, wo mein Vater behandelt wurde, waren wirklich unmöglich. Dahin werden wir ihn auf keine Fall mehr schicken. Die Chancen bei der Krankheit sind eben leider wirklich nicht gut. Was uns zur Zeit Sorgen macht, ist die Gelbsucht. Gehört die zum Kranheitsbild?

Lg Gabi

Elfie 11.04.2007 16:13

AW: Tumor in der Bauchspeicheldrüse
 
Hallo Gabi,
die Gelbfärbung deutet darauf hin, dass der Gallenfluß behindert ist, das war bei meiner Mutter auch so. Sie hat darauf hin einen Stent (Röhrchen) bekommen, nach einigen Tagen war dann die Hautfärbung wieder normal.
Das hat haber nichts mit der Behandlung des Tumors zu tun.
Mit der Abklärung des Tumor ist das so eine Sache. Sicher möchte man eigentlich komplette Sicherheit haben und die gibt es nur durch die Entnahme von Gewebe und eine Chemo wird auch nur dann durchgeführt, wenn die Diagnose dadurch zweifelsfrei bestätigt wurde.
Auf der anderen Seite kann man den Tumor auch besonders "aktivieren" bei einer solchen Probeentnahme, das jedenfalls
erklärte mir der Onkologe im Fall meiner Tante. Sie war zum Zeitpunkt der
Diagnosestellung über die bildgebenden Verfahren schon 80 Jahre alt und wollte ohnehin keine Chemo mehr über sich ergehen lassen. Also wurde ihr kein Gewebe entnommen, der Tumor nur immer weiter beobachtet.
Heute nach 4 Jahren hat sich das Ding lt. Onkologe kaum verändert, sich wahrscheinlich verkapselt.
Wäre meine Tante jünger gewesen, hätte sie sicherlich den anderen Weg gewählt. So aber war es für sie die richtige Entscheidung.

Liebe Gabi Du hast sicher schon gelesen, dass z.B.in Heidelberg, aber auch Bochum und Hamburg die BSDK-Spezialisten zu finden sind. Ich würde mich
an eines dieser Zentren wenden, evtl. vorab die Unterlagen dorthin mailen.
Ich wünsche Euch ganz viel Kraft, LG Elfie

Conny44 11.04.2007 17:17

AW: Tumor in der Bauchspeicheldrüse
 
Zitat:

Zitat von keylargo (Beitrag 400292)
Danach wurde er entlassen und soll wiederkommen, wenn er an Gewicht verliert.

Hallo Gabi,

das ist so ziemlich das Letzte, was ich je gehört habe. Ich würde mich umgehend an Heidelberg, Prof. Dr. Büchler, wenden (oder HH).

http://www.krebs-kompass.org/Forum/s...ad.php?t=17188

Lasst euch die Untersuchungsergebnisse aushändigen, ihr habt ein Anrecht darauf. Haben die Ärzte auch gesagt, wieso dein Vater nicht operiert werden könne? Liegt es am Sitz des Tumors oder daran, dass er bereits gestreut hat oder an deren Unfähigkeit? Sorry, aber bei der zitierten Aussage kommt mir die Galle hoch.

Verliert bitte keine Zeit, auch die Gelbsucht kann leider ein ernstes Anzeichen dafür sein, dass der Tumor den Gallengang abdrückt - da sollte schnellstens Abhilfe geschaffen werden (Stent).

Alles Gute und viel Kraft!

petra48 11.04.2007 17:32

AW: Tumor in der Bauchspeicheldrüse
 
Hallo Gabi,

trauriges Willkommen.
mit der Gelbsucht gehört dein Vater sofort in ein Krankenhaus. Dies ist leider ein typisches Zeichen dafür, dass ein Tumor den Gallengang abklemmt. Je länger ihr wartet, je mehr wird die Leber gestaut. Wenn man einen Stent setzen lässt, wird der Gallenabfluss wieder gewährleistet. Die Leber wird wieder entlastet.
Das setzen des Stents tut nicht weh und ist auch kein operativer Eingriff. Wird während einer Untersuchung gemacht.
Ihr kommt aus Siegen. Kann nur aus sehr guter Erfahrung bei meinem Mann sagen, dass die Uni Köln hier auch hervorragend ist. Sowohl fachlich als auch menschlich. Fachlich wurde uns von den Radiologen nach der Op bestätigt. Hatten noch nie eine so saubere OP gesehen. Dort kann man noch operieren.
Dort wird niemals !!! ein Patient aufgegeben.
Mein Mann wurde im Juni 2006 dort operiert und es geht ihm heute sehr gut.
Der Anfang ist schwer. Aber glaube mir, es gibt immer einen guten Weg. Mit der Zeit lernt man damit umzugehen. Immer einen Schritt nach dem anderen machen.
Wenn der Hausarzt keine Einweisung ausstellen will, geht einfach abends als Notfall hin. Dann müssen die euch aufnehmen.

Wenn du noch Fragen hast, melde dich ruhig. Mir hat das Forum hier auch sehr geholfen.

Liebe Grüße
Petra

petra48 11.04.2007 17:39

AW: Tumor in der Bauchspeicheldrüse
 
Hallo Gabi,

irgendwo habe ich ein Stück vom Text verloren.
In einer Uniklinik werden verschiedene Untersuchungen gemacht, CT, Sono-endoskopie, evtl PET, um sicher zu gehen. Erst dann!!! kann man überhaupt sagen, ob man operieren kann oder nicht. Bei diesen Untersuchungen wird der Tumor nicht berührt. Es kann auch folglich nichts streuen.

Kann eure Ärzte nicht verstehen. Diese Aussagen sind doch unglaublich.
Hoffentlich habt ihr einen vernünftigen Hausarzt, sonst schnell wechseln.
Kein Arzt darf euch ablehnen. Man kann auch jederzeit im Quartal wechseln, muss nur nochmal die 10 Euro bezahlen. Wir haben immer noch Ärztefreiheit.

Viel Erfolg und schreib mal wie ihr euch entschieden habt.

Gruß
Petra

keylargo 11.04.2007 19:11

AW: Tumor in der Bauchspeicheldrüse
 
Vielen Dank für die vielen schnellen Antworten. Mit Euren Erfahrungen habt Ihr mir schon ein ganzes Stück weitergeholfen.

Ich habe zusammen mit meinem Bruder und meiner Mutter nochmal mit meinem Vater gesprochen. Daraufhin hat er uns den Bericht vom Krankenhaus gezeigt - wollte uns wohl nicht damit belasten. Wer weiß, was die Ärzte ihm noch alles erzählt haben :(

Er hat ein Pankreaskopfkarzinom. Wegen der Gelbsucht geht er morgen zum Arzt.

Ich werde mal berichten, was noch so passiert.

LG
Gabi

petra48 11.04.2007 20:01

AW: Tumor in der Bauchspeicheldrüse
 
Hallo Gabi,

versucht auf jeden Fall in eine Uniklinik zu gehen. Die kleinen wissen bei diesem Krebs nicht Bescheid. Mein Mann hatte auch ein Pankeraskopfkarzinom.
Das können nur !!! die großen Kliniken behandeln. Aus lauter Angst sagen sie oft, es geht nicht.
Lasst nicht zuviel Zeit vegehen.
Eine 2. Meinung ist auf jeden Fall wichtig, damit ihr nicht irgendwann zu dem Schluss kommt: hätten wir doch ..

Ich fahre morgen früh zu meinem Mann in die Kur.
Am Montag sehe ich mal nach, ob es bei euch was Neues gibt.

Viel Kraft und liebe Grüße

Petra

Heike+Stefan 12.04.2007 21:33

AW: Tumor in der Bauchspeicheldrüse
 
Hallo Gabi,
auch von mir ein trauriges Willkommen.
Bei meinem Schwiegervater war es so, dass das Pankreas CA erst durch eine Gelbsucht festgestellt wurde.
In unserem kleinem Kh. wurde versucht endoskopisch einen Stent zu setzen, was leider nicht sofort geklappt hat. Daraufhin wurde er in ein größeres Kh. verlegt, wo dann auch der Stent gesetzt wurde.
Daran kannst du erkennen, dass kleine Kh. einfach damit überfordert sind, bzw. auch nicht die richtigen Geräte haben.
Wichtig ist bei einer Gelbsucht ein bestimmter Wert, Bilirubin. Den solltet ihr im Auge behalten, falls die Gelbsucht nicht zurückgeht.
Ganz wichtig ist auf jeden Fall gute fachliche Betreuung. Ich kann nur allen zustimmen, die sagen geht zu einem Spezialisten.
Liebe Grüße
Heike

Ben916 13.04.2007 12:40

AW: Tumor in der Bauchspeicheldrüse
 
Hallo zusammen,

bei uns in der Familie ist mein Schwiegervater (50) an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt. Und ich habe einige Fragen, weil ich mir große Sorgen mache und mich mit diesem Thema bis jetzt noch nicht auseinander gesetzt habe.

Wir leben in der Kölnerbucht mein Schwiegervater soll von unserem Heimatort nach Köln Uniklinik verlegt werden für weitere Untersuchungen und OP jedoch lese ich hier viel über Heidelberg was sollen wir tun. Habe auch einen Beitrag über Köln gefunden der Positiv war.

Er hat dieses Pankeraskopfkarzinom und es geht Ihm sehr schlecht, er ist Mi. 04.07. das erst mal in KH gekommen und dort wurde es Do. festgestellt und Die wurden die Ergebnisse bestätigt. Er konnte Mi. bis Mo. 16.04. nach Hause und sollte dann nach Köln.
Jedoch wurde es diese Nacht so schlimm wieder mit den Bauchschmerzen und dem Brechen, dass er wieder im KH liegt.

Er bekommt dort Infussionen diese halfen diese Nacht wohl auch nicht mehr.

Bitte Antwortet alles was Ihr wisst, habe auch schon viele Beiträge gelesen.

lg Ben

PS.: Sorry das ich nicht auf die ursprüngliche Frage antworte wusste nicht wie ich sonst ins Forum komme.

Jeanie 13.04.2007 16:34

AW: Tumor in der Bauchspeicheldrüse
 
Hallo Ben,

wenn du auf die seite gehst, wo alle Threads sind, also wo alle ihr thema geschrieben haben, ist oben links ein button mit Neues Thema. Da du ja registriert bist kannst du so einen eigenen Thread eröffnen.

LG Janet

keylargo 13.04.2007 17:50

AW: Tumor in der Bauchspeicheldrüse
 
Hallo Heike,

mein Vater bekommt jetzt auch diesen Stent gesetzt.

Er ist 75 Jahre alt und ich glaube, dass er sich nicht operieren lassen möchte. Er hat Angst davor. Der Tumor hat schon eine Größe von 3,5 x 4,5 cm und wurde ja erst vor ca. 6 Wochen entdeckt. Ich weiß nicht, ob man das überhaupt noch operieren kann. Bis auf die Gelbsucht geht es ihm eigentlich recht gut. Er hat keine Schmerzen, ist aber oft müde und hat keinen Hunger.

Kann man die ganzen Unterlagen vom Krankenhaus auch vorab zu einer Spezialklinik schicken, damit die Ärzte dort evtl. sagen können, ob man überhaupt operieren kann oder welche andere Behandlung evtl. möglich wäre, oder muss man sofort dort einen Termin vereinbaren?

LG
Gabi

Heike+Stefan 13.04.2007 19:34

AW: Tumor in der Bauchspeicheldrüse
 
Hallo Gabi,
da wir aus Norddeutschland kommen, war mein Mann mit seinem Vater bei Prof. Klapdor in HH.
Ich habe hier aber schon öfter gelesen, dass du die Unterlagen auch einfach nach Heidelberg schicken kannst. Z. B. laßt euch die Untersuchungsergebnisse auf eine CD brennen. Die Kh. müssen die Berichte herausgeben.
Mein Mann hat per E-Mail Kontakt mit den großen Pankreas Zentren aufgenommen und sehr schnell eine Antwort bekommen.
Hier die Mail-Adresse von Dr. Singer aus Heidelberg.
reinhard.singer@med.uni-heidelberg.de

Auch bei meinem Schwiegervater ist es so, dass er sich nicht mehr operieren lassen will, eine Chemo will er nur noch palliativ in Anspruch nehmen. Ich finde, dass solche Wünsche auch berücksichtigt werden müssen.
Er ist jetzt im Hospiz untergebracht und fühlt sich dort auch sehr wohl.
Liebe Grüße Heike

keylargo 14.04.2007 18:37

AW: Tumor in der Bauchspeicheldrüse
 
Hallo Heike,

vielen Dank für Deine Hilfe und die Adresse. Ich werde mir nächste Woche die ganzen Unterlagen besorgen und dann mal mit den Ärzten in Heidelberg Kontakt aufnehmen. Wie schon gesagt, die OP wird mein Vater sicher nicht machen wollen, aber es gibt ja bestimmt auch noch andere Möglichkeiten, die die Krankheit halbwegs erträglich machen.

LG
Gabi

petra48 15.04.2007 17:29

AW: Tumor in der Bauchspeicheldrüse
 
Hallo Gabi, der Tumor meines Mannes war über 4cm groß und wurde in Köln erfolgreich operiert.
Gruß
Petra

keylargo 18.04.2007 08:43

AW: Tumor in der Bauchspeicheldrüse
 
Hallo,

mein Vater liegt seit Montag wieder im Krankenhaus. Gestern sollte der Stent gesetzt werden - hat leider nicht funktioniert, weil der Tumor in den letzten Wochen fast doppelt so groß geworden ist (ca. 6 cm). Er drückt jetzt schon auf den Darm. Die Ärztin hat uns darauf vorbereitet, dass er nur noch ein paar Wochen leben wird. Auf unsere Frage nach einer Chemo sagte sie, das es die Möglichkeit gibt, dass man es aber eigentlich bei meinem Vater nicht mehr machen würde. Der Tumor würde evtl. nicht weiter wachsen und er könnte mit viel Glück bis zu einem Jahr leben. Er möchte es auf jeden Fall mit der Chemo versuchen.

Heute wird ein neuer Versuch unternommen, um den Stent zu setzen, weil er ja immer noch die Gelbsucht hat. Wenn das wieder nicht klappt, werden sie ein Röhrchen nach außen legen.

Hat irgendjemand Erfahrung mit einem Tumor dieser Größe und kann mir weiterhelfen?

Vielen Dank!

LG
Gabi

törtchen 18.04.2007 09:50

AW: Tumor in der Bauchspeicheldrüse
 
Hallo Gabi,

der Tumor von meinem Vater ist auch 6 cm groß und beim zweiten Anlauf hat es auch mit dem Stent im Gallenblasengang geklappt. Der Tumor drückt(e) allerdings auf die Galle.

Warum Dein Vater keine Chemo machen soll, verstehe ich nicht - man kann es doch wenigstens versuchen. Gemzar hat bei meinem Vater angeschlagen, die Tumormarker sind von über 18.000 auf 5.700 gesunken. Man soll die Hoffnung doch nicht aufgeben, oder?

Gruß

Angelika

keylargo 18.04.2007 10:49

AW: Tumor in der Bauchspeicheldrüse
 
Hallo Angelika,

vielen Dank für Deine schnelle Antwort!

Ich habe schon viel hier im Forum von Gemzar gelesen und werde heute nachmittag mal mit der Ärtzin darüber sprechen. Ich hoffe, dass heute der zweite Anlauf mit dem Stent klappt. Hat Dein Vater die Behandlung gut vertragen? Wie oft ist die Behandlung?

LG
Gabi

keylargo 04.05.2007 21:02

AW: Tumor in der Bauchspeicheldrüse
 
Hallo,

habe mich lange nicht mehr gemeldet.

Die Gelbsucht bei meinem Vater wurde behandelt. Das mit dem Stent innen hat leider in zwei Versuchen nicht geklappt, jetzt hat man ein Röhrchen nach außen gelegt und die Flüssigkeit läuft in einen Beutel. Aber Hauptsache, sie läuft aus dem Körper.

Vor zwei Wochen hat man bei meinem Vater dann auch eine Gewebeprobe entnommen. Zum Glück kann ich nur sagen. Dabei wurde nämlich festgestellt, dass es kein Pankreaskopfkarzinom ist, sondern eine Metastase von einem anderen Krebs irgendwo im Körper. Leider konnten sie nicht feststellen, um welchen Krebs es sich handelt. Die Probe wurde vor einer Woche nach Kiel zu weiteren Untersuchungen geschickt. Aber das Ergebnis läßt auf sich warten. Mein Vater ist zu Hause, aber die psychische Belastung ist zur Zeit sehr hoch. Die Ungewißheit macht ihn fertig. Ich hoffe, dass das Ergebnis bald kommt und endlich mit einer Therapie begonnen werden kann.

Hat jemand von Euch ähnliche Erfahrungen gemacht?

LG
Gabi

mama82 19.05.2007 02:23

AW: Tumor in der Bauchspeicheldrüse
 
Zitat:

Zitat von keylargo (Beitrag 400292)
Hallo alle zusammen,

bei meinem Vater wurde vor ca. 4 Wochen ein Tumor in der Bauchspeicheldrüse entdeckt. Es wurden zwei Wochen lang Untersuchungen im Krankenhaus gemacht (Magenspiegelung, Darmspiegelung, Ultraschall usw.) und er wurde wegen der Entzündung der Bauchspeicheldrüse mit Antibiotika behandelt. Nachdem nun der Tumor gefunden wurde, haben ihm die Ärzte davon abgeraten, zu untersuchen, ob er gut- oder bösartig ist. Man könnte sowieso nichts operieren. Danach wurde er entlassen und soll wiederkommen, wenn er an Gewicht verliert.

Jetzt hat er seit zwei Tagen Gelbsucht (Augen und Gesicht). Ist das ein Anzeichen darauf, dass sich etwas verschlimmert hat?

Gabi

hallo gabi

wahrscheinlich weisst du inzwischen was genau mit deinem vater los ist!
bei meiner mutter war das ganze nicht anderst. sie ist wegen eine bsd entzündung behandelt worden. sie wurde irgendwann auch ganz gelb in den augen und am ganzen körper. im krankenhaus kam die diagnose, dass der abfluss der galle verengt ist. nachdem sie ein sent (röhrchen damit die gallenflüssigkeit wieder ablaufen kann) stellte man dann fest das die verengung durch metastasen( geschwulste tochtergeschwüre) kamen. heute wissen wir das sie bsd krebs hat und viele viele metastasin auf leber galle usw. sitzen.

gruss mama82

keylargo 19.05.2007 14:45

AW: Tumor in der Bauchspeicheldrüse
 
Hallo mama82,

ja, inzwischen wissen wir genau, was mit meinem Vater los ist. Die erste Auswertung der Gewebeprobe hat ja ergeben, dass es wohl doch kein Bauchspeicheldrüsenkrebs ist. Dann wurde sie zu weiteren Untersuchungen nach Kiel geschickt. Dort stellt man fest, dass es doch BSDK ist, jedoch einer, der nur bei 1 % aller Fälle auftritt. Zusammen mit Kiel und der Uni Freiburg hat dann die behandelnde Ärztin die Chemo festgelegt. Chemo hat er gestern zum zweiten Mal bekommen und eigentlich ganz gut vertragen. Also hoffen wir mal, dass das auch noch ein bißchen so bleibt und der Tumor hoffentlich nicht weiter wächst. Die Ärztin hat uns auch gesagt, dass der Tumor bisher noch nicht gestreut hat. Zum Glück!

LG
Gabi

keylargo 12.10.2007 11:53

AW: Tumor in der Bauchspeicheldrüse
 
Hallo,

nach langer Zeit möchte ich mich auch noch einmal melden.

Meinem Vater geht es zur Zeit sehr schlecht. Nach einer weiteren Gelbsucht vor einigen Wochen hat er einen Metallstent bekommen. Mittlerweile wiegt er nur noch 54 Kilo - hat einfach keinen Appetitt mehr :( Jetzt liegt er schon seit einer Woche wieder im Krankenhaus - hatte eine Thrombose und jetzt hat er auch noch eine Lungenentzündung dazu bekommen. Dadurch bekommt er erstmal keine Chemo. Gestern wurde bei einer Ultraschalluntersuchung festgestellt, dass der Tumor in die Leber gestreut hat. Alles in allem ist es ganz schön schlimm für uns alle. Sein psychischer Zustand ist auf dem Nullpunkt, weil jede Woche was anderes dazukommt.

Von den Ärzten fühlen wir uns mittlerweile auch ziemlich alleingelassen. Hab manchmal das Gefühl, als ob die gar nicht mitkriegen, wie schlecht es ihm geht. Die Chemo wird von einer Woche zur anderen verschoben - obwohl die doch so wichtig für ihn wäre. Ist es wirklich so, dass bei erhöhten Leukozythen die Chemo gefährlich ist?

LG
Gabi

Katharina 12.10.2007 12:53

AW: Tumor in der Bauchspeicheldrüse
 
Liebe Gabi,
sei mir nicht böse, aber wenn es Deinem Pa derzeit so schlecht geht, meinst Du es macht Sinn dann bei schlechten Leukos noch Chemo zugeben? Sollte jetzt nicht Lebensqualität for Lebensquantität gehen? Wenn er sich erstmal erholen könnte und das KKh verlassen kann, dann kommen bestimmt auch die Lebensgeister wieder und er kann sein Leben genießen. DAS wiederum kann dann auch bei guter Lebensqualität zur Lebensquantität führen.
Ich glaube nicht, dass ihr ihm etwas Gutes tut in dem Zustand auch noch Chemo zu geben. Das wird sein Körper ihm bestimmt quittieren.
Ich weiss wie schwer das als Tochter ist, wenn man doch seine Eltern nicht verlieren will. Auch ich habe versucht meine Ma zur Chemo zu überzeugen.
Letztendlich hat sie entschieden, dass sie das nicht will und sie hatte tolle 16 Monate. Egal wie ihr entscheidet...jeder hat ja seinen eigenen Weg
Ich drücke Euch die Daumen, dass es bald besser geht und ihr noch viel Freude gemeinsam habt.
Lass Dich drücken

keylargo 30.10.2007 12:33

AW: Tumor in der Bauchspeicheldrüse
 
Hallo,

seit Samstag geht es meinem Vater sehr schlecht. Am Freitagabend war er noch ganz normal (außer dass er, wie auch in den Tagen zuvor, wenig gegessen und getrunken hat) und am Samstagmorgen plötzlich konnte er nicht mehr richtig sprechen und lag einfach nur noch so da. Die Ärzte haben uns darauf vorbereitet, dass das jetzt das Ende ist. Er bekommt nur noch Flüssigkeit, aber er scheidet fast nichts mehr aus. Alles sammelt sich hauptsächlich im Bauch.
Es tut so unendlich weh, ihn so zu sehen und einfach nur hilflos daneben zu stehen. Wir wünschen ihm so sehr, dass er nicht mehr lange leiden muss.
Seit heute bekommt er durchgehend Morphium - bis gestern noch per Spritze, jetzt hängt er an einem Gerät. Aber so wissen wir wenigstens, dass er keine Schmerzen hat und er schläft auch die meiste Zeit. Wenn er wach ist und wir mit ihm sprechen, reagiert er auch darauf. Ich denke er merkt genau, dass einer von uns immer bei ihm ist. Und wir werden ihn auch nicht allein lassen.

LG
Gabi

Anke LE 30.10.2007 12:57

AW: Tumor in der Bauchspeicheldrüse
 
Liebe Gabi,

ich wünsche Euch sehr viel Kraft für die kommenden Stunden und Tage. Ich bin überzeugt, dass Dein Papa spürt, dass immer jemand bei ihm ist. Durch das Morphium werden ihm die Schmerzen und auch Ängste genommen. Leider gibt es nichts, was Euch beim Zuschauen hilft, den Schmerz bei Euch zu lindern. Aber vielleicht gibt Euch gerade der Blick auf Deinen friedlich liegenden Papa die Kraft, die Ihr braucht.
Meine Gedanken sind bei Euch.

Herzlichst aus Leipzig

Anke

hecuba 30.10.2007 13:24

Geschwindigkeit des Todes und Morphiumpflaster
 
Liebe Anke,

gerade lese ich Deinen Eintrag - und werde auch ganz traurig. Es tut mir leid, dass Dein Vater gestorben ist - und viel Zeit hattet Ihr nicht, er auch nicht, von der Diagnose bis zum Ende. Das ist sehr verwirrend, wie unterschiedlich diese Krankheitsverläufe sind.

Ich hoffe, es geht Dir und Deiner Familie und Deiner Mutter gut.

Du bist mir einen Schritt voraus ... in diesem traurigen "Wettrennen" gegen die Zeit: Bei meiner Mutter (Jahrgang 39) wurde Anfang November 2006 Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert. Es wurde aber noch erfolgreich operiert, der Tumor konnte entfernt werden und es hat dann bis Juli diesen Jahres gedauert, bis die ersten Metastasen in Leber und Bauchraum entdeckt wurden.

Nun bekommt sie den zweiten Durchgang Chemotherapie. Obwohl die erste gar nichts genützt hat nach Aussage der Ärzte. Sie ist gestern ins Krankenhaus gekommen, weil sie das Morphium-Pflaster nicht vertragen hat, dass sie am Samstag zum ersten mal benutzt hat.

Du hast erzählt, dass das Morphium Deinem Vater die Angst und die Schmerzen genommen habe. Das macht mir etwas Mut - denn ich habe Angst, dass die Schmerzen am Ende unerträglich werden. Würdest Du sagen, dass Dein Vater schmerzfrei war?Hatte er vielleicht auch am Anfang Schwierigkeiten, dass Morphium zu vertragen?

Ich finde es gerade schwierig einzuschätzen, wie es um meine Mutter wirklich steht. Ihr Onkologe mag sie nicht aufgeben, das ist natürlich toll. Aber sie verträgt die Chemo so schlecht und auch diese neue "Wunderpille", die er ihr verschrieben hat, ich habe leider den Namen vergessen, das ist ein neues Medikament, dass es seit Jahresbeginn gibt und das wohl die Metastasen verkleinern helfen könnte.

Wie wusstest Du, irgendwann, dass es nicht mehr lange dauern wird?

Ich grüße Dich recht herzlich. Es ist schön, dass Dein Vater friedlich einschlafen konnte. Alles alles Liebe.

Ute

keylargo 03.11.2007 21:52

AW: Tumor in der Bauchspeicheldrüse
 
Hallo,

meine lieber Papa hat es leider nicht geschafft. Er ist am Mittwoch ganz friedlich eingeschlafen. Meine Mutter und mein Bruder waren bei ihm. Ich kam eine Minute zu spät. Aber es sollte wohl so sein.:weinen:

Seit letzter Woche Samstag ging es ihm ganz schlecht. Er konnte fast nichts mehr mit uns reden. Das alles kam über Nacht. Freitagabend ging es ihm noch halbwegs gut - keine Anzeichen für das, was in den nächsten Tagen auf ihn und uns zukommen sollte. Ab Montag bekam er Morphiumspritzen und ab Dienstagmorgen war er an ein Gerät angeschlossen, durch das er dauernd Morphium bekam. Er war dann auch nicht mehr ansprechbar - hat immer geschlafen. Aber ich glaube und hoffe, dass er trotzdem gespürt hat, dass wir immer bei ihm waren. Die letzte Nacht bin ich mit meinem Bruder bei ihm geblieben. Er hatte zum Schluss noch Wasser in der Lunge. Ich hoffe einfach, dass er durch das Morphium nichts mehr davon gemerkt hat.

Jetzt ist alles so leer ohne ihn geworden. Es tut einfach furchtbar weh, dass er nicht mehr da ist. Am Donnerstag ist die Beisetzung. Das wird nochmal ein ganz schlimmer Tag für uns alle.

LG Gabi

schnuckelchen 03.11.2007 22:22

AW: Tumor in der Bauchspeicheldrüse
 
Liebe Gabi,

mein allerherzlichstes Beileid und Mitgefühl....

Er hat es geschafft!!!

Wünsche Dir und Deiner Familie ganz viel Kraft

LG Anja

BirgitF 04.11.2007 10:29

AW: Tumor in der Bauchspeicheldrüse
 
Liebe Gabi,

einen stillen Gruß...

und viel Kraft für die nächste Zeit. Besonders auch für Donnerstag...

liebe Grüße
Birgit

Katharina 04.11.2007 19:37

AW: Tumor in der Bauchspeicheldrüse
 
..stille Grüße aus Berlin...

petra48 04.11.2007 22:11

AW: Tumor in der Bauchspeicheldrüse
 
Liebe Gabi,

auch von mir ein stiller Gruß.

Liebe Grüße
Petra

grobie 05.11.2007 06:26

AW: Tumor in der Bauchspeicheldrüse
 
Liebe Gabi,

auch von mir ein stiller Gruß,und die besten Wünsche.Er hat jetzt keine Schmerzen mehr




Alles Gute,

Elke

Anke LE 05.11.2007 09:19

AW: Tumor in der Bauchspeicheldrüse
 
Liebe Gabi,

mein aufrichtiges Beileid zu Deinem/Euren Verlust. Es tut mir so leid.
Aber einen kleinen, winzigen Trost möcht ich Dir versuchen zu geben: Dein Papa hat die letzten Stunden, vielleicht sogar Tage durch die Medikamente keine Schmerzen mehr gespürt. Nur das Ihr da ward. Ich weiß es von meinem Papa! Dieses Wissen, dass er keine Schmerzen und Ängste hatte, gibt uns die Kraft, die Tage ohne ihn zu schaffen.
Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und viele Gespräche in Eurer Familie. Es hilft.

Stille Grüsse aus Leipzig

Anke

keylargo 05.11.2007 09:55

AW: Tumor in der Bauchspeicheldrüse
 
Hallo,

vielen Dank für Eure lieben Zeilen. Es hilft mir sehr. Ich glaube auch ganz fest daran, dass er keine Schmerzen mehr hatte und trotzdem gespürt hat, dass er nicht alleine ist.

LG
Gabi

Anita 49 22.10.2011 13:30

AW: Tumor in der Bauchspeicheldrüse
 
Zitat:

Zitat von petra48 (Beitrag 400363)
Hallo Gabi,

trauriges Willkommen.
mit der Gelbsucht gehört dein Vater sofort in ein Krankenhaus. Dies ist leider ein typisches Zeichen dafür, dass ein Tumor den Gallengang abklemmt. Je länger ihr wartet, je mehr wird die Leber gestaut. Wenn man einen Stent setzen lässt, wird der Gallenabfluss wieder gewährleistet. Die Leber wird wieder entlastet.
Das setzen des Stents tut nicht weh und ist auch kein operativer Eingriff. Wird während einer Untersuchung gemacht.
Ihr kommt aus Siegen. Kann nur aus sehr guter Erfahrung bei meinem Mann sagen, dass die Uni Köln hier auch hervorragend ist. Sowohl fachlich als auch menschlich. Fachlich wurde uns von den Radiologen nach der Op bestätigt. Hatten noch nie eine so saubere OP gesehen. Dort kann man noch operieren.
Dort wird niemals !!! ein Patient aufgegeben.
Mein Mann wurde im Juni 2006 dort operiert und es geht ihm heute sehr gut.
Der Anfang ist schwer. Aber glaube mir, es gibt immer einen guten Weg. Mit der Zeit lernt man damit umzugehen. Immer einen Schritt nach dem anderen machen.
Wenn der Hausarzt keine Einweisung ausstellen will, geht einfach abends als Notfall hin. Dann müssen die euch aufnehmen.

Wenn du noch Fragen hast, melde dich ruhig. Mir hat das Forum hier auch sehr geholfen.

Liebe Grüße
Petra


Hallo Petra,
ich habe dieses Forum zufällig gefunden. Mein Mann hat Bauchspeicheldrüsenkrebs und ist in Bergisch Gladbach untersucht worden.
Jetzt ist er für ca. 1 Woche zu Hause. Dann wird entschieden was genau gemacht werden soll. Mir wurde auch gesagt, daß vielleicht der Bauch aufgeschnitten und wieder zugenäht wird, ohne etwas zu machen.
Jetzt bin ich auf der Suche nach einer Klinik, wo man sich sicherer fühlt.
Du schriebst von der Uni Köln. Meinst Du vielleicht in Köln-Holweide?
Ist diese Klinik für solch eine schwierige OP zu empfehlen?

Liebe Grüße
Anita


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