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-   -   es ist schwerer als ich dachte und ich weiss grad nicht weiter (https://www.krebs-kompass.de/showthread.php?t=26094)

manuela50 10.06.2007 09:25

es ist schwerer als ich dachte und ich weiss grad nicht weiter
 
Ich bin die Partnerin eines Mannes bei dem im vergangenen Oktober Hodenkrebs diagnostiziert wurde. Zu dem Zeitpunkt kannten wir uns 3 Monate. Da ich in Hamburg lebe und er in der Pfalz war und ist es zeitweise sehr schwer für uns mit der Situation klar zu kommen. Doch wir bekamen es immer hin das ich bei ihm war während der 3 Chemozyklen. Und auch so haben wir uns jeden Monat mindestens 2-3 Wochen gesehen.
Der 3. Zyklus wurde vor knapp 2 Wochen beendet und ich musste dann erstmal nach Haus. Leider sind die Reaktionen diesmal so extrem, sowohl körperlich als auch psychisch, das er in ein ziemlich tiefes Loch gefallen ist. Wir hatten vor nach der Kur, die jetzt ansteht, zusammen zu ziehen. Hatten schon nach Wohnungen in der Pfalz geguckt und plötzlich fühlt er sich von allen, auch mir bedroht.
Er lässt niemanden an sich ran, hat alle Telefone aus. Stellt alles in Frage.
Hat auch Angst vor der Kur.Jedesmal wenn wir nicht zusammen sein konnten und manchmal auch wenn wir zusammen waren hat er exessiv getrunken und stundenlang am PC gesessen und gespielt.
Das Bewusstsein das er während der Kur weder Alkohol noch den PC hat um nicht denken zu müssen macht ihm furchtbare Angst.
Ich weiss, all das hat mit der Chemo zu tun und ich dürfte nicht alles überbewerten was er grad sagt und tut, aber er schadet sich gerade extrem und will mich nicht sehen.
Ich weiss nicht was ich machen soll. Ich liebe ihn und es tut mir weh ihn so zu erleben und mich so hilflos zu fühlen.
Vielleicht gibt es jemanden hier der ähnliches erlebt hat und mir raten kann?:-)

GMS 10.06.2007 12:25

AW: es ist schwerer als ich dachte und ich weiss grad nicht weiter
 
Hallo! Wenn Du hier im Forum ein bischen weiter liest, wirst Du viele Threads finden, in denen Frauen berichten, dass es Ihnen so ähnlich geht, wie Du erzählst. Und natürlich Berichte von Männern, denen es auch ziemlich beschissen geht nach der Chemo. Wir Jungs neigen dazu, dicht zu machen, wenn es uns schlecht geht. Für die Partnerin ist das sicher auch eine Riesenbelastung. Versuche, wenn es irgend geht, ihn nicht zu bedrängen! Die Reha sollte er unbedingt machen. Mir (und den meisten) hat das unheimlich gut getan. Aber sei auch nicht enttäuscht, wenn danach noch nicht alles ist wie vorher. Es ist, hat mir eine Ärztin gesagt, als ob man einmal auf Null gesetzt wird, und dann wieder auf Touren zu kommen dauer eben. Übrigens ein paar Wochen ohne Alkohol (war bei mir bei der Reha auch so) nimmt der Körper ziemlich dankbar entgegen.

Viel Glück

GMS

GMS 10.06.2007 12:29

AW: es ist schwerer als ich dachte und ich weiss grad nicht weiter
 
Oh, hab gerade gesehen, dass Du der Kleinen schon dasselbe geraten hast, wie ich Dir...

Na ja macht ja nischt.

GMS

manuela50 10.06.2007 12:39

AW: es ist schwerer als ich dachte und ich weiss grad nicht weiter
 
Dank Dir:-)
Im Grunde weiss ich ja das er zur Zeit nicht anders kann, aber diese Hilflosigkeit ist momentan schwer zu ertragen.
Man will helfen und kann es nicht.
Was da grad in seinem Körper und seinem Kopf passiert kann sich ein anderer wohl auch noch nicht mal im Ansatz vorstellen, egal wie nah er ihm steht.
Seine Eltern und sein Freund sagen, egal was er grad sagt, er bräuchte mich jetzt und ich soll runterfahren.
Bisher sah ich das immer genauso, aber grad jetzt weiss ich nicht ob das wirklich gut wäre.
Ich werde abwarten ob von ihm was kommt und dann spontan endscheiden.
Dir alles Gute:-)
Manuela.

dpj 10.06.2007 23:30

AW: es ist schwerer als ich dachte und ich weiss grad nicht weiter
 
Hallo Manuela,
manchmal wissen wir eben selbst nicht wer wir sind - und Hodenkrebs geht (auch wenn wir es nicht oft zugeben wollen) uns auch ziemlich an die Männlichkeit im übertragenen Sinne. Plötzlich fühlt man sich nur nach als Teilmann, da etwas fehlt. Ich gehe nach der OP zB nicht mehr gerne ins Schwimmbad, weil es da Duschen gibt und ich dann das Gefühl habe, dass jeder auf meinen nur halbgefüllte Beutel schaut - das ist natürlich absoluter Blödsinn - aber es ist halt immer das Gefühl da. Für mich war es am Anfang schwer mit meiner Frau intim zusammen zu sein - nicht wegen ihr, sondern weil ich das Gefühl hatte, nur noch halb zu sein. - Es war wichtig für mich, das Gefühl zu erhalten, dass ich noch ein echter, ganzer Mann bin für sie - in allen Belangen. Es fiel mir aber schwer, mich auf ihre Hilfen einzulassen. - Es könnte sein, dass Dein Freund eben jetzt auch sehr unsicher ist, wie er selbst mit der Diagnose klarkommen kann - und er Angst hat vor Dir als Teilmann/Versager dazustehen - und deswegen blockt er. Du kannst ihm nur Deine Hilfe ehrlich anbieten - zugreifen muss er. - Ich wünsche Euch auf alle Fälle das Beste.
Viele Grüße
Dieter

matze01 11.06.2007 12:04

AW: es ist schwerer als ich dachte und ich weiss grad nicht weiter
 
Hallo Manuela,

ich habe auch Hodenkrebs und habe drei Zyklen Chemo. plus Strahlentherapie hinter mir. (siehe meine Seite: www.matze01.de) Ich muß schon sagen, es ist ziemlich schwer wieder in das "normale" Leben zurück zu finden. Ich habe seit dem 01.03 auch wieder angefangen zu arbeiten, aber irgendwie kommt man sich ein bißchen an die Seite gestellt vor, da man ja aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr so leistungsfähig ist wie vorher. Ich hatte und habe immernoch Phasen, wo ich auf alles und jeden eine Riesenwut habe. Da können natürlich die Anderen gar nichts für, aber so ist es eben...Ich fühle mich manchmal unendlich einsam mit meiner Krankheit...Zum Glück habe ich eine sehr verständnisvolle Frau, aber es ist auch ganz schön hart für sie. Dazu kommt natürlich auch die Angst, die ja immer im Hintergrund mitspielt.....
Also ich kann dir nur raten, ihm deine Hilfe und Liebe anzubieten
, aber, wie wurde es vorher formuliert, zugreifen muß er.

Gruß Matze

manuela50 11.06.2007 12:12

AW: es ist schwerer als ich dachte und ich weiss grad nicht weiter
 
Zitat:

Zitat von dpj (Beitrag 422029)
Hallo Manuela,
manchmal wissen wir eben selbst nicht wer wir sind - und Hodenkrebs geht (auch wenn wir es nicht oft zugeben wollen) uns auch ziemlich an die Männlichkeit im übertragenen Sinne. Plötzlich fühlt man sich nur nach als Teilmann, da etwas fehlt. Ich gehe nach der OP zB nicht mehr gerne ins Schwimmbad, weil es da Duschen gibt und ich dann das Gefühl habe, dass jeder auf meinen nur halbgefüllte Beutel schaut - das ist natürlich absoluter Blödsinn - aber es ist halt immer das Gefühl da. Für mich war es am Anfang schwer mit meiner Frau intim zusammen zu sein - nicht wegen ihr, sondern weil ich das Gefühl hatte, nur noch halb zu sein. - Es war wichtig für mich, das Gefühl zu erhalten, dass ich noch ein echter, ganzer Mann bin für sie - in allen Belangen. Es fiel mir aber schwer, mich auf ihre Hilfen einzulassen. - Es könnte sein, dass Dein Freund eben jetzt auch sehr unsicher ist, wie er selbst mit der Diagnose klarkommen kann - und er Angst hat vor Dir als Teilmann/Versager dazustehen - und deswegen blockt er. Du kannst ihm nur Deine Hilfe ehrlich anbieten - zugreifen muss er. - Ich wünsche Euch auf alle Fälle das Beste.
Viele Grüße
Dieter


Hallo Dieter:-),
vielen Dank für Deine Worte.
Du hasst sicher Recht damit.
Nur was seine Männlichkeit und Berührungsängste angeht hat er eigentlich von Anfang an kein Problem gehabt.
Soweit er sich durch die Chemo nicht grad schlecht fühlte, ist da alles okay.
Ich denke das grundsätzliche Probleme durch die Erkrankung jetzt noch verstärkt werden. Zumal er sich schwer tut selbstverantwortlich zu agieren.
Aber Du hast Recht, ich kann ihm meine Hilfe und Liebe nur anbieten und bisher nahm er sie ja auch während der gesammten Behandlung.
Wo ich halt Probleme habe, ist zu verstehen warum er mich jetzt, wo im Grunde hoffentlich das Schlimmste überstanden ist und er nach vorn gucken kann, ausgrenzt.
Ich weiss das klingt kindisch und egoistisch, aber ich kann halt den Eindruck nicht ganz verdrängen das er mich nur gebraucht hat solange die Behandlung ging und jetzt kann ich gehen:-).
Wie gesagt, sehr kindisch, aber ich bin auch nur ein Mensch und wenn auch er der Kranke ist, so habe auch ich Gefühle.
Dir alles Liebe und Gute.
Manuela.

manuela50 11.06.2007 12:25

AW: es ist schwerer als ich dachte und ich weiss grad nicht weiter
 
Zitat:

Zitat von matze01 (Beitrag 422136)
Hallo Manuela,

ich habe auch Hodenkrebs und habe drei Zyklen Chemo. plus Strahlentherapie hinter mir. (siehe meine Seite: www.matze01.de) Ich muß schon sagen, es ist ziemlich schwer wieder in das "normale" Leben zurück zu finden. Ich habe seit dem 01.03 auch wieder angefangen zu arbeiten, aber irgendwie kommt man sich ein bißchen an die Seite gestellt vor, da man ja aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr so leistungsfähig ist wie vorher. Ich hatte und habe immernoch Phasen, wo ich auf alles und jeden eine Riesenwut habe. Da können natürlich die Anderen gar nichts für, aber so ist es eben...Ich fühle mich manchmal unendlich einsam mit meiner Krankheit...Zum Glück habe ich eine sehr verständnisvolle Frau, aber es ist auch ganz schön hart für sie. Dazu kommt natürlich auch die Angst, die ja immer im Hintergrund mitspielt.....
Also ich kann dir nur raten, ihm deine Hilfe und Liebe anzubieten
, aber, wie wurde es vorher formuliert, zugreifen muß er.

Gruß Matze



Hallo Matze:-),
auch Dir Dank für Deine Worte.

Ich glaube ich war und bin sehr verständnisvoll.
Und das jetzt ist sicher nur ein kleiner "Schwächeanfall" meiner Seele:-).
Ich denke das nicht nur der Betroffene selbst, sondern auch die Angehörigen und Partner nach dem ersten Schock eine Weile brauchen um alles zu realisieren.
Vielleicht ist das bei mir grad der Fall.
Das ich jetzt erst begreife.
Vorher waren immer akute Probleme zu lösen und irgendwie keine Zeit um sich innerlich zu setzen und zu verarbeiten.
Zumal bei uns ja auch immer fast 600km überbrückt werden mussten um uns zu sehen.
Seit Oktober dreht sich mein Leben um ihn und die Krankheit und meins läuft so nebenher.
Und es war immer selbstverständlich für ihn das ich sofort losfuhr oder flog wenn er mich brauchte.
Und für mich war es selbstverstänlich das er mich brauchte:-).
Vielleicht ist das jetzt ein neues Kapitel und nach der ersten Zeit die irgendwie ein wenig irreal war, komme ich jetzt langsam auf den Boden .
Natürlich wird alles gut:-).
Er wird gesund und das ist wichtig.
Dir alles Liebe und Gute.
Manuela:-)

Anthony 11.06.2007 14:31

AW: es ist schwerer als ich dachte und ich weiss grad nicht weiter
 
Hallo Manuela, du scheinst eine tapfere und starke Frau zu sein. Durch die Krankheit brechen richtige Gefühlsstürme los in die alle hineingerissen werden.
Bei mir war das auch so. Die Medikamente und der Testosteronmangel bewirken grosse seelische Schwankungen. Auch ich war meiner Frau gegenüber manchmal sehr ungerecht, habe sie verletzt und bin dann manchmal wieder in eine Depression gefallen, dass ich nur noch heulen konnte. Aber mit der Zeit legt sich alles. Allerdings sollte sich dein Partner nicht im Alkohol verlieren, der verschlimmert nur noch alles. Rate ihm doch einmal hier hereinzuschauen und sich mit uns auszutauschen.
Vielleicht spürst du aber jetzt auch, dass du, die ihm während der Chemo Halt gegeben hast und stark warst, jetzt plötzlich auch an Grenzen kommst, dass auch du sehr viel Kraft gebraucht hast. Darum versuche auch du frische Kräfte zu tanken. Die drei Wochen, die ich zur Kur war, haben mir sehr gut getan und auch meiner Familie. Es hat gegenseitig geholfen wieder einen klaren Kopf zu bekommen und ins Leben zurückzufinden.
Wünsche euch beiden Kraft und Zuversicht. Anthony

Johanna1 11.06.2007 15:12

AW: es ist schwerer als ich dachte und ich weiss grad nicht weiter
 
Hallo Manuela.
Als ich deine Nachrichten vorhin gelesen habe, dachte ich, sie seien von mir. Ich erlebe zur Zeit ähnliches wie du. Auch mein Freund hat im Oktober die Diagnose Hodenkrebs bekommen, ist innerhalb von 3 Tagen operiert worden, im März haben sie ihm die Lymphknoten entfernt und vor 2 Wochen hat er seine dritte Chemo abgeschlossen. Nun ist er zu Hause und reagiert ähnlich wie deiner: Telefone aus, ich erreiche ihn nur mit ganz viel Glück, kenne seinen AB auswendig, er kommt nicht obwohl verabredet, zieht sich total zurück, will alleine sein und läßt keinen an sich heran. Seine Chemos hat er alleine durchgezogen und ich saß immer zu Hause und habe mir große Gedanken gemacht, und keine guten.
Das alles tut mir sehr weh und ich kann damit gar nicht umgehen. Obwohl es nach außen immer so scheint, denn alle denken, ich stecke das ohne Problem weg und halten mich für eine Starke. Das ist aber nicht immer so. Schwanke gerade zwischen Enttäuschung, Wut, Besorgnis und Verständnis. Enttäuscht bin ich mächtig, obgleich ich natürlich weiß, dass er eine ganze Menge mit sich zu tun hat, und ich habe keine Ahnung, wie ich in seiner Situation wäre. Wütend bin ich ordentlich, aber das legt sich, sobald er wieder bei mir ist. Besorgt bin ich seit Oktober immer. Und vom Verständnis habe ich eine ganze Ladung. Aber trotzdem denke ich auch, dass seine Krankheit nicht alles entschuldigt!
Raten kann ich dir leider nichts, bin selbst gerade ratlos und etwas überfordert mit der ganzen Situation. Wenn du ein Patentrezept gefunden hast, lass es mich doch bitte wissen...
Viele Grüße, Johanna

manuela50 11.06.2007 16:06

AW: es ist schwerer als ich dachte und ich weiss grad nicht weiter
 
Zitat:

Zitat von Anthony (Beitrag 422199)
Hallo Manuela, du scheinst eine tapfere und starke Frau zu sein. Durch die Krankheit brechen richtige Gefühlsstürme los in die alle hineingerissen werden.
Bei mir war das auch so. Die Medikamente und der Testosteronmangel bewirken grosse seelische Schwankungen. Auch ich war meiner Frau gegenüber manchmal sehr ungerecht, habe sie verletzt und bin dann manchmal wieder in eine Depression gefallen, dass ich nur noch heulen konnte. Aber mit der Zeit legt sich alles. Allerdings sollte sich dein Partner nicht im Alkohol verlieren, der verschlimmert nur noch alles. Rate ihm doch einmal hier hereinzuschauen und sich mit uns auszutauschen.
Vielleicht spürst du aber jetzt auch, dass du, die ihm während der Chemo Halt gegeben hast und stark warst, jetzt plötzlich auch an Grenzen kommst, dass auch du sehr viel Kraft gebraucht hast. Darum versuche auch du frische Kräfte zu tanken. Die drei Wochen, die ich zur Kur war, haben mir sehr gut getan und auch meiner Familie. Es hat gegenseitig geholfen wieder einen klaren Kopf zu bekommen und ins Leben zurückzufinden.
Wünsche euch beiden Kraft und Zuversicht. Anthony


Hallo Anthony:-),
vielen Dank, Deine Worte sind recht tief bei mir gelandet:-).
Ja der Alkohol auf die Chemo ist schlimm und verschlimmert gerade seine Agressionen, seine Wut und Panik extrem.
Ich hoffe sehr das die Kur ihm hilft.
Und natürlich hoffe ich das er sich irgendwann wieder bei mir meldet.
Bis dahin halte ich den Kontakt per Mail.
Informiere ihn teilweise über Dinge die ich hier erfahre um ihm Mut zu machen, so wie mir auch:-),
plauder ihn manchmal einfach nur voll und hoffe das er es überhaupt liest.
Ich würde mir sehr wünschen das er ein Forum wie diese aufsucht um sich auszutauschen.
Obwohl ich nicht weiss ob es klug wäre wenn wir beide in dem Selben wären.
Aber er zieht es vor stundenlang zu spielen, oder in Singlebörsen herumzuklicken und wildfremden Menschen sein Leid zu kagen.
Leider...
Was eben auch verletzt:-).
Bleib Du so offen und positiv wie Du bist!
Und alles, alles Liebe und Gute für Dich und Deine Zukunft.
Manuela.....Danke:-))

manuela50 11.06.2007 16:19

AW: es ist schwerer als ich dachte und ich weiss grad nicht weiter
 
Zitat:

Zitat von Johanna1 (Beitrag 422220)
Hallo Manuela.
Als ich deine Nachrichten vorhin gelesen habe, dachte ich, sie seien von mir. Ich erlebe zur Zeit ähnliches wie du. Auch mein Freund hat im Oktober die Diagnose Hodenkrebs bekommen, ist innerhalb von 3 Tagen operiert worden, im März haben sie ihm die Lymphknoten entfernt und vor 2 Wochen hat er seine dritte Chemo abgeschlossen. Nun ist er zu Hause und reagiert ähnlich wie deiner: Telefone aus, ich erreiche ihn nur mit ganz viel Glück, kenne seinen AB auswendig, er kommt nicht obwohl verabredet, zieht sich total zurück, will alleine sein und läßt keinen an sich heran. Seine Chemos hat er alleine durchgezogen und ich saß immer zu Hause und habe mir große Gedanken gemacht, und keine guten.
Das alles tut mir sehr weh und ich kann damit gar nicht umgehen. Obwohl es nach außen immer so scheint, denn alle denken, ich stecke das ohne Problem weg und halten mich für eine Starke. Das ist aber nicht immer so. Schwanke gerade zwischen Enttäuschung, Wut, Besorgnis und Verständnis. Enttäuscht bin ich mächtig, obgleich ich natürlich weiß, dass er eine ganze Menge mit sich zu tun hat, und ich habe keine Ahnung, wie ich in seiner Situation wäre. Wütend bin ich ordentlich, aber das legt sich, sobald er wieder bei mir ist. Besorgt bin ich seit Oktober immer. Und vom Verständnis habe ich eine ganze Ladung. Aber trotzdem denke ich auch, dass seine Krankheit nicht alles entschuldigt!
Raten kann ich dir leider nichts, bin selbst gerade ratlos und etwas überfordert mit der ganzen Situation. Wenn du ein Patentrezept gefunden hast, lass es mich doch bitte wissen...
Viele Grüße, Johanna


Liebe Johanna:-),
ich habe in der Zwischenzeit häufiger gehört das dieses Verhalten als Folge der Erkrankung und der Therapie nicht selten ist.
Ich weiss nicht wie lange Ihr Euch schon kanntet als er die Diagnose bekam und wie gefestigt Eure Beziehung bis zu dem Zeitpunkt war.
Bei uns ist ja neben der Entfernung auch die Tatsache das wir uns erst 3 Monate kannten als er es erfuhr, eigentlich erschwerend.
Doch merkwürdiger Weise hat scheinbar grad die Krankheit uns in sehr kurzer Zeit sehr nahe gebracht.
Wo andere Paare eine lange Zeit für brauchen, haben wir einen Quantensprung gemacht.
Darum fällt es mir auch so schwer zu begreifen warum diese Nähe jetzt scheinbar nicht mehr da ist und von ihm sogar gemieden und angezweifelt.
Ich kann Dich so gut verstehen:-)
Es ist vor allem die Hilflosigkeit die einen generell manchmal fertig macht, wenn man sieht wie der den man liebt leidet und man kann nichts tun als da zu sein.
Aber wenn man noch nicht einmal mehr das kann oder darf ist es furchtbar.
Ich wünsche Euch beiden von ganzen Herzen das er sein Tal durchschreite und auf Dich zu kommt.
Bis dahin versuch einen lockeren Kontakt zu halten.
Ohne Vorwürfe und ohne Trauer.
Vermittel ihm das alles wieder gut wird.
Dir viel Kraft:-)...
und danke für Deine Worte!
Und lass uns gern schreiben hier, das befreit:-))
Manuela

dpj 11.06.2007 22:46

AW: es ist schwerer als ich dachte und ich weiss grad nicht weiter
 
Hallo Manuela,

Du hast vollkommen recht, dass die engsten Angehörigen ebenso mitleiden. Meine Frau mußte alles machen in der Zeit - die Tätigekeiten waren für sie nicht das Problem, sondern das alleinige da sein für unsere Kinder, die Auffangstation für alles zu sein und dann noch einen Mann zu haben, der nicht ansprechbar war, tagelang nur zur Bestrahlung ging, und dann fertig heimkam und den restlichen Tag im Bett lag. Meine Frau hat auch sehr belastet, dass sich fast alles nur um mich drehte - das ist nicht egoistisch von ihr, sondern jeder fragte nur, wie geht es Deinen Mann, wie steht er alles durch etc. - keiner fragte sie, wie sie das durchsteht, wie es ihr dabei geht. Mir wurde das erst vor ein paar Monaten klar, was sie durchgemacht hat. Insofern kann ich Deine Gefühle etwas nachvollziehen.
Ich wünsche Dir auf alle Fälle viel Stärke und Deinem Freund einen Wegweiser, der ihn aus seiner Dunkelheit holt - so habe ich im nachhinein diese Zeit für mich genannt.

Viele Grüße
Dieter

manuela50 12.06.2007 00:39

AW: es ist schwerer als ich dachte und ich weiss grad nicht weiter
 
Zitat:

Zitat von dpj (Beitrag 422432)
Hallo Manuela,

Du hast vollkommen recht, dass die engsten Angehörigen ebenso mitleiden. Meine Frau mußte alles machen in der Zeit - die Tätigekeiten waren für sie nicht das Problem, sondern das alleinige da sein für unsere Kinder, die Auffangstation für alles zu sein und dann noch einen Mann zu haben, der nicht ansprechbar war, tagelang nur zur Bestrahlung ging, und dann fertig heimkam und den restlichen Tag im Bett lag. Meine Frau hat auch sehr belastet, dass sich fast alles nur um mich drehte - das ist nicht egoistisch von ihr, sondern jeder fragte nur, wie geht es Deinen Mann, wie steht er alles durch etc. - keiner fragte sie, wie sie das durchsteht, wie es ihr dabei geht. Mir wurde das erst vor ein paar Monaten klar, was sie durchgemacht hat. Insofern kann ich Deine Gefühle etwas nachvollziehen.
Ich wünsche Dir auf alle Fälle viel Stärke und Deinem Freund einen Wegweiser, der ihn aus seiner Dunkelheit holt - so habe ich im nachhinein diese Zeit für mich genannt.

Viele Grüße
Dieter


Hallo Dieter,
das hast Du sehr schön formuliert und ich gehe davon aus das Du das auch Deiner Frau gesagt hast:)
Ja es geht alles nur um ihn und das ist auch gut so, damit er weiss, man ist für ihn da.
Und es ist sehr wichtig und schön für mich Euch alle hier zu erleben, damit ich sehen kann, obwohl ich es auch so schon wusste, das er nicht allein ist und ich auch nicht;)
Heut konnte ich nach 4 Tagen kurz mit ihm sprechen und es war ein fast zartes gespräch.
Er war nicht mehr so kalt und abweisend, oder agressiv wie das letzte Mal.
Aber ich hielt das Gespräch kurz um ihn nicht zu überfordern und vor allem zwar lieb aber locker.Und...:1luvu: er sagte dann doch wieder das er mich lieb hat.
Danach musste ich heulen, teils aus Erleichterung, teils weil ich seine Einsamkeit und seine Angst gespürt hatte.
Es ist noch lange nicht vorbei aber er versprach mir Bescheid zu geben wenn er weiss wann er die Kur antritt:)
Also warte ich.
Danke:)
Und Dir und Deiner Frau weiterhin alles erdenklich Gute.
Manuela.

Dirk1973 12.06.2007 08:20

AW: es ist schwerer als ich dachte und ich weiss grad nicht weiter
 
Ich kann mich noch zu gut daran erinnern, dass mir meine Frau während der Chemo und vor allem in der Zeit zwischen Chemo und Abschlußuntersuchung sagte, ich wäre zickig und launisch. Mir fiel das gar nicht so auf. Letztlich hatte ich wohl auch am meisten mit mir selbst zu tun. Auch gab es sicherlich Zeiten, in denen ich halt auch einfach nur alleine sein wollte. Es war aber immer wieder schön zu wissen, dass man(n) nicht alleine ist.

Also von daher liebe Manuela......laß den Kopf nicht hängen, zumal er ja anscheinend langsam wieder Oberwasser bekommt.

Liebe Grüße
Dirk
:winke:

manuela50 12.06.2007 08:46

AW: es ist schwerer als ich dachte und ich weiss grad nicht weiter
 
Zitat:

Zitat von Dirk1973 (Beitrag 422509)
Ich kann mich noch zu gut daran erinnern, dass mir meine Frau während der Chemo und vor allem in der Zeit zwischen Chemo und Abschlußuntersuchung sagte, ich wäre zickig und launisch. Mir fiel das gar nicht so auf. Letztlich hatte ich wohl auch am meisten mit mir selbst zu tun. Auch gab es sicherlich Zeiten, in denen ich halt auch einfach nur alleine sein wollte. Es war aber immer wieder schön zu wissen, dass man(n) nicht alleine ist.

Also von daher liebe Manuela......laß den Kopf nicht hängen, zumal er ja anscheinend langsam wieder Oberwasser bekommt.

Liebe Grüße
Dirk
:winke:

Lieber Dirk,
ich habe mir Dein Tagebuch durchgelesen.
Vieles von dem was Du erlebt hast, habe ich auch bei Michel miterlebt.
Nur das Empfinden und erleben ist halt bei jedem anders.
Du hast Dich mit Deiner Erkrankung und der Therapie auseinandergesetzt, weil Du es gottseidank konntest.
Er hat das nicht.
Erzählt zwar jedem, ob der das nun hören will oder nicht, das er Krebs hat, aber das ist auch schon alles.
Er will gar nicht wissen was jeweils als nächstes kommt.
Er leidet,was völlig klar ist, aber ohne sich auch nur ansatzweise zu stellen.
Er hat sich von Anfang an einfach in die Hände der Ärzte und des Pflegepersonals gegeben, ohne Fragen, ohne sich zu wehren wenn etwas schief lief.
Das hab ich dann irgendwann getan und bei der 3. Chemo von vornherein der Aufnahmeschwester gesagt, das es ja wohl nicht sein kann das man einen Chemopatienten mit Infektionspatienten in ein Zimmer legt und noch so Einiges.
Und siehe da, es wurde wesentlich pfleglicher und behutsamer mit ihm umgegangen.
Er kämpft nicht, er leidet nur, er setzt sich nicht auseinander, er verdrängt.
Und alles was er verdrängt, bricht dann hervor wenn er getrunken hat.
Es wäre sicher auch ohne Alkohol eine schwere Zeit, doch so ist es um einiges härter.
Aber ich gebe nicht auf:-)
Einer von uns beiden muss glauben das alles gut wird.
Und das tue ich, egal was er macht.
Ich hoffe auf die Kur.
Alles liebe für Dich und danke für Deine Zeilen.
Manuela.

Johanna1 12.06.2007 14:26

AW: es ist schwerer als ich dachte und ich weiss grad nicht weiter
 
Liebe Manuela.
Ich lese dich jedes Mal gerne, weil ich dann denke, ich hätte es geschrieben ;)
Scheinbar gibt es da wirklich ganz viele Parallelen und es tut mir gut zu sehen, dass wir nicht die einzigen sind, die diese Probleme haben. Es ist schwer, mit dem Wechsel zwischen intensiver Nähe und totaler Ablehung umzugehen. Im Moment erlebe ich eher letzteres, was aber übermorgen schon wieder anders aussieht. Hinzu kommt, dass ich schwanger bin, d.h. wir werden im Oktober Eltern von Zwillingen. Darauf freuen wir uns beide sehr, denn das neue Leben gibt natürlich ein großes Stück Hoffnung. Aber natürlich spielen auch jede Menge Ängste mit, ob es richtig ist und ob wir was gemeinsam schaffen. Im Moment bin ich aber eher diejenige, die es schafft, weil ich damit ziemlich alleine stehe. Aber ich hoffe wirklch, dass der Draht zwischen uns wieder dicker und fester wird!
Euch alles Liebe und dein letzter Beitrag klang ganz poisitiv. Drücke meine Daumen für Euch!
Bis bald, Johanna

manuela50 12.06.2007 15:30

AW: es ist schwerer als ich dachte und ich weiss grad nicht weiter
 
Liebe Johanna:) ,
die Tatsache das Ihr im Oktober Zwillinge bekommt ist ganz sicher etwas das für ihn in Zukunft auf jeden Fall etwas ist das ihn stark sein lässt.
In der Verfassung in der er sich zur Zeit befindet kann er das vielleicht nicht immer sehen, oder hat sogar Angst vor der Zukunft weil er so tief unten ist.
Aber das wird vergehen;)
Michel rief mich heute morgen an, sehr lieb, sehr zart, fast zerbrechlich.
Wir sprachen eine Weile und es war harmonisch und warm.
Ich beendete das Gespräch als ich merkte das er müde wurde.
Zum Schluss sagte er...ich liebe dich sehr mein schatz...
Ich weiss nicht ob es morgen noch genauso sein wird, aber ich werde weiterhin ein wenig Abstand wahren und ihm täglich eine Mail schicken und nur wenn es gar nicht anders geht den Hörer in die Hand nehmen.
Ich hoffe der bescheid für die kur kommt in den nächsten Tagen, denn wenn er da erst ist, werde ich wesentlich ruhiger sein.;)
Ganz liebe Grüsse...Manuela:pftroest:

manuela50 13.06.2007 13:40

AW: es ist schwerer als ich dachte und ich weiss grad nicht weiter
 
Hallo:) ,
obwohl er nach fast einer Woche Schweigen, gestern sogar 2x angerufen hat, sehr, sehr lieb war und die Krise für den Moment scheinbar überwunden,
kann ich mich zu nichts aufraffen.
Mann sollte ja annehmen das mir das das Gefühl der Hoffnung wieder gestärkt hätte, aber merkwürdiger Weise fühle ich mich unglaublich schwach und müde.
Ich vermisse ihn so sehr und hab keine Ahnung wann ich das nächste Mal bei ihm sein werde in der Pfalz.
Sonst waren in der letzten Zeit höchstens mal 2 Wochen in denen wir uns nicht sahen.
Ich möchte jetzt bei ihm sein und gleichzeitig möchte ich eigentlich nur schlafen, ausruhen und vor allem das das alles ein Ende hat und alles gut wird.
Und das finde ich ziemlich schlimm von mir.
Ich gehöre jetzt eigentlich zu ihm um ihm weiter beizustehen, aber so wie ich grad drauf bin, kann ich mir kaum vorstellen den Flug anzutreten.
Oh Mann, und mein Gejammer geht mir furchtbar auf die Nerven!
Aber ich musste es rauslassen:confused:
Vielleicht ist ja auch das normal?
Wär schön wenn sich jemand wieder erkennt oder mir mal gehörig den Marsch bläst;)


Seid lieb gegrüsst.
Manuela

Dirk1973 13.06.2007 14:24

AW: es ist schwerer als ich dachte und ich weiss grad nicht weiter
 
Natürlich ist das völlig normal. Du investierst doch im Moment all Deine Kraft in die Erkrankung Deines Freundes. Du bemühst Dich möglichst oft für ihn da zu sein, kriegst von ihm dafür die Schelte, er läßt Dich im Ungewissen wie er überhaupt zu Eurer Beziehung steht und arbeiten musst Du ja auch noch irgendwann. Dazu noch Dein eigenes Leben und so langsam wird Dir beim Lesen doch selber deutlich, wo Deine Energie so überall hingeht... ;-)

Gönne Dir selber mal ein paar Tage und lade Deine Akkus. Dann kannst Du auch wieder an Andere denken. Eine gesunde Portion Egoismus halt.

Liebe Grüße
Dirk
:pftroest:
:winke:

manuela50 13.06.2007 16:38

AW: es ist schwerer als ich dachte und ich weiss grad nicht weiter
 
Zitat:

Zitat von Dirk1973 (Beitrag 423028)
Natürlich ist das völlig normal. Du investierst doch im Moment all Deine Kraft in die Erkrankung Deines Freundes. Du bemühst Dich möglichst oft für ihn da zu sein, kriegst von ihm dafür die Schelte, er läßt Dich im Ungewissen wie er überhaupt zu Eurer Beziehung steht und arbeiten musst Du ja auch noch irgendwann. Dazu noch Dein eigenes Leben und so langsam wird Dir beim Lesen doch selber deutlich, wo Deine Energie so überall hingeht... ;-)

Gönne Dir selber mal ein paar Tage und lade Deine Akkus. Dann kannst Du auch wieder an Andere denken. Eine gesunde Portion Egoismus halt.

Liebe Grüße
Dirk
:pftroest:
:winke:


dank Dir sehr:)
eine gesunde portion Egoismus, tja und ich finde mich grad jetzt egoistisch:).
Es fällt mir schwer mal ganz abzuschalten nach dem Einbruch den er hatte.
So hatte ich ihn noch nie erlebt, jedenfalls nicht in dem Ausmass und ich weiss halt das er trotz der Anrufe jetzt ganz und gar nicht stabil ist und sowas jederzeit wieder passieren kann.
Aber ich werde versuchen an mich zu denken und Dinge für mich zu tun, Du hast natürlich Recht;)
Liebe Grüsse
Manuela:winke:

anja 2007 13.06.2007 18:45

AW: es ist schwerer als ich dachte und ich weiss grad nicht weiter
 
hallo liebe manuela, komme zwar aus der brustkrebs "abteilung ", aber ich lese
von allem ein bißchen.....
wollt dir aber mal sagen, was du für eine tolle frau bist!!!!!
partnerschaft in dieser zeit der chemo ist total schwer, aber so wie du zu deinem partner stehst, und geduldig bist, machst und tust, hut ab !!!!!
das habe ich mir auch immer gewünscht, aber mein damaliger mann und wir waren grad frisch verheiratet, kam mit dem krebs und der chemo und meinen
launen, meinen ängsten etc. nicht klar. ich war sehr alleine in der behandlung und da war ich 31 jahre jung.
der krebs war dann weg und den mann habe ich zum mond geschossen.:twak:

ich wünsche euch zwei alles alles gute für die zukunft !!!!
das wird schon, aber dauert halt leider ne ganze zeit....
laßt euch zeit.

grüße aus bayern anja
:)

Dirk1973 13.06.2007 23:22

AW: es ist schwerer als ich dachte und ich weiss grad nicht weiter
 
Liebe Manuela,

selbstverständlich braucht Dich Dein Freund gerade jetzt besonders. Aber das bedeutet, dass Du auch entsprechend --- laß es mich mal so sagen --- leistungsfähig bist. Gerade Du mußt jetzt vor allem psychisch gefestigt und ausgeglichen sein. Dieser Streß den Du da gerade durchmachst ist definitiv negativer Streß. Diesen mußt Du puffern um nicht am Ende selber noch krank zu werden. Und sei es "nur" ein Magengeschwür oder Reizdarm.

Es sagt ja niemand, Du sollst den Kontakt für ein paar Tage abbrechen. Bloß nicht. Das würde Dir nichts bringen und ihn sicherlich restlos aus der Bahn schmeißen. Tritt einfach ein wenig kürzer. Versuche Dir ein paar schöne Stunden oder Momente zu machen. Das ist echt Balsam für die Seele.

Meine Wenigkeit z.B. schmeißt sich eine Konzert-DVD einer meiner Lieblingsgruppen in den Player, dazu Kopfhörer und ein (oder zwei, drei,----:D ) Gläschen Rotwein. Das langt mir meist schon. Oder: wie lange hast Du Dir schon keinen Sonnenunter- oder aufgang angesehen, einen schönen Spaziergang gemacht ? Dauert alles nicht ewig, hilft aber ungemein, den Kopf mal wieder frei zu bekommen.

Aber letzten Endes hat da jeder, sicher auch Du, sein ganz eigenes Patentrezept.
Es wäre ein Jammer, wenn SEINE Krankheit DICH mit kaputt macht.

In meiner Branche gibt´s da so verschiedene Zoten. Eine davon finde ich für Deine Situation ganz passend: Wer nicht an der Einsatzstelle ankommt, kann auch nicht retten.
Also: voll tanken, Manuela !

@ Anja

Da fällt mir ja gar nichts mehr zu ein. Frisch verheiratet und nicht für die kranke Frau da sein. *kopfschüttel
War wohl eine richtige Entscheidung sich zu trennen. Auch wenn so etwas nie schön ist.

Liebe Grüße Euch beiden
Dirk.....
.............der mal wieder sein Tagebuch aktualisieren sollte....:o
:winke:

Johanna1 13.06.2007 23:52

AW: es ist schwerer als ich dachte und ich weiss grad nicht weiter
 
Hallo liebe Manuela.
Auch wenn ich mich wiederhole: Ich bin immer wieder erstaunt darüber, dass du das fast genau schreibst, was ich gerade erlebe und denke ;)

Und ich finde, der Dirk hat Recht, mit dem was er schreibt. Ich denke, der Schuh passt mir auch und die Sache mit dem Kürzertreten und Sich-etwas-gönnen könnte ich mir auch zu Herzen nehmen.

Auch ich habe zwischendurch solche Phasen, wie du sie beschreibst. Fühle mich dann ziemlich egoistisch und denke, dass ich mich nicht so anstellen soll, schließlich bin ich ja nicht krank. Aber gerade das stresst, denn irgendwie sind wir es doch. Gerade heute Nachmittag habe ich wieder mit meinem Freund telefoniert, aber nur kurz, weil er müde war und es ihm nicht gut ging und ich merkte, dass es ihn anstrengte. Er ist zurzeit bei seiner Schwester und hatte sich seit dem WE gar nicht bei mir gemeldet. D.h ich saß hier zu Hause und hatte keine Ahnung, wo er steckte, bis mich einer seiner besten Freunde angerufen hat. Es geht ihm nicht gut, weil er sich eine dicke Erkältung eingefangen hat und das nach der Chemo, das haut ihn um, weil ja sein Immunsystem völlig am Boden ist. Er war einfach weg... Und wenn mich sein Freund nicht angerufen hätte, wüsste ich jezt noch nicht woe er ist. Erstmal war ich ganz schön sauer, aber auch irgendwie erleichtert. Eigentlich müsste ich mich für diese Gefühle schämen, oder? Und eigentlich wollte ich mich gar nicht melden bei ihm, weil ich dachte, er müsse einen Schritt auf mich zugehen. Das habe ich dann aber nicht ausgehalten und wollte es dann aich nicht aushalten. Kurzum: Ich habe zum Hörer gegriffen, und das hat uns gut getan. Das Gespräch war sehr "nah", intensiv und schön. Er hat sich sofort entschuldigt und ich merke, dass er echt down ist, hat sich aber aufrichtig gefreut. D.h. im Moment bin ich glücklich darüber, habe aber auch ein komisches Gefühl im Magen, weil ich weiß, dass es sich ganz schnell ändern kann.

Also Manuela: Morgen fangen wir an, gönnen uns jeden Tag etwas Schönes. Den Spaziergang hatte ich heute Abend schon, morgen wird es der Capuccino nach der Arbeit in der Sonne sein :-) Gönne ihn dir auch, das tut uns gut, wir haben es verdient!!
In diesem Sinne alles Liebe und bis bald!
Johanna

Dirk1973 14.06.2007 01:09

AW: es ist schwerer als ich dachte und ich weiss grad nicht weiter
 
Manchmal fällt es uns Kerlen nicht besonders leicht, Gefühle zu zeigen. Oder wir wollen "Euch Frauen" :D einfach nicht verunsichern. Und schweigen einfach. Sagen nicht, wie es uns wirklich geht. Melden uns nicht, denn ihr könntet hören, dass wir erkältet, heiser oder einfach nur schwach sind. Im Kontakt mit Euch könnten wir in Erklärungsnot geraten. Vielleicht ist es einfach so. Ich war und bin, sehr zum Leidwesen meiner Frau, jemand, der seine Gefühle nicht so zeigt. Nicht zeigen kann oder will. Ich glaube, ich weiß das selber nicht so richtig. Klar, kann ich weinen, mich freuen, schämen und auch stolz sein. Nur wird wohl niemand sehen, wenn ich negative Gefühle habe. Fragt mich nicht warum, aber wenn dann heule ich lieber allein.

Und ich kenne einige Zipfelträger, die ebenfalls gleich "gefühlskalt" von ihrem Umfeld eingeschätzt werden.Vielleicht eine Männerkrankheit. :eek:

Bei mir war es so, dass meine Frau mich während der stationären Chemo nur einmal besuchen konnte. Das tat mir schon weh. Aber ich hatte auch verstanden, dass es halt nicht ging. Und im Nachhinein betrachtet war es wohl auch gut so. Um so schöner war das Wiedersehen. Aber an meinen schlechten Tagen habe ich mich am Telefon halt auch angestrengt, "normal" und gut drauf zu wirken.

Und macht euch mal keine Sorgen: wir sind doch echte Kerle.....! :D

Liebe Grüße
Dirk
:winke:

manuela50 14.06.2007 11:52

AW: es ist schwerer als ich dachte und ich weiss grad nicht weiter
 
Zitat:

Zitat von anja 2007 (Beitrag 423138)
hallo liebe manuela, komme zwar aus der brustkrebs "abteilung ", aber ich lese
von allem ein bißchen.....
wollt dir aber mal sagen, was du für eine tolle frau bist!!!!!
partnerschaft in dieser zeit der chemo ist total schwer, aber so wie du zu deinem partner stehst, und geduldig bist, machst und tust, hut ab !!!!!
das habe ich mir auch immer gewünscht, aber mein damaliger mann und wir waren grad frisch verheiratet, kam mit dem krebs und der chemo und meinen
launen, meinen ängsten etc. nicht klar. ich war sehr alleine in der behandlung und da war ich 31 jahre jung.
der krebs war dann weg und den mann habe ich zum mond geschossen.:twak:

ich wünsche euch zwei alles alles gute für die zukunft !!!!
das wird schon, aber dauert halt leider ne ganze zeit....
laßt euch zeit.

grüße aus bayern anja
:)


Hallo Anja:) ,
danke für die aufbauenden Worte!
Auch Du musst eine sehr starke Frau sein, das Du Deine wohl schwerste Zeit in Deinem Leben leider ohne Deinen Ex-Mann durchgestanden hast.
Ich hoffe,oder gehe davon aus,das es andere Menschen gab die für Dich da waren, aber gerade in so jungen Jahren, frisch verheiratet, Brustkrebs zu bekommen ist ein Trauma das ich mir nur schwer vorstellen kann.
Wie ich aus Deinen Zeilen entnehme hast Du den Kampf gewonnen:)
Ich wünsche Dir eine wunderbare Zukunft und wür mich freuen ab und zu von Dir zu lesen;) .
Ganz liebe Grüsse,
Manuela:winke:

manuela50 14.06.2007 12:08

AW: es ist schwerer als ich dachte und ich weiss grad nicht weiter
 
Zitat:

Zitat von Dirk1973 (Beitrag 423308)
Manchmal fällt es uns Kerlen nicht besonders leicht, Gefühle zu zeigen. Oder wir wollen "Euch Frauen" :D einfach nicht verunsichern. Und schweigen einfach. Sagen nicht, wie es uns wirklich geht. Melden uns nicht, denn ihr könntet hören, dass wir erkältet, heiser oder einfach nur schwach sind. Im Kontakt mit Euch könnten wir in Erklärungsnot geraten. Vielleicht ist es einfach so. Ich war und bin, sehr zum Leidwesen meiner Frau, jemand, der seine Gefühle nicht so zeigt. Nicht zeigen kann oder will. Ich glaube, ich weiß das selber nicht so richtig. Klar, kann ich weinen, mich freuen, schämen und auch stolz sein. Nur wird wohl niemand sehen, wenn ich negative Gefühle habe. Fragt mich nicht warum, aber wenn dann heule ich lieber allein.

Und ich kenne einige Zipfelträger, die ebenfalls gleich "gefühlskalt" von ihrem Umfeld eingeschätzt werden.Vielleicht eine Männerkrankheit. :eek:

Bei mir war es so, dass meine Frau mich während der stationären Chemo nur einmal besuchen konnte. Das tat mir schon weh. Aber ich hatte auch verstanden, dass es halt nicht ging. Und im Nachhinein betrachtet war es wohl auch gut so. Um so schöner war das Wiedersehen. Aber an meinen schlechten Tagen habe ich mich am Telefon halt auch angestrengt, "normal" und gut drauf zu wirken.

Und macht euch mal keine Sorgen: wir sind doch echte Kerle.....! :D

Liebe Grüße
Dirk
:winke:


Lieber Dirk:) ,
wieder einmal machen mir Deine Worte Mut.:cheesy:
Eigentlich wissen wir ja alle, das Ihr "Zipfelträger" gern mal den einsamen W
olf in Euch rauslassen müsst;) ,
das ist ja auch okay.
In so einer besondern Situation ist nur ungleich schwerer das zu begreifen.
Jedenfalls für mich:rolleyes:
Ich versuche mich mehr um mich zu kümmern, hier zum Beispiel Kraft zu schöpfen, mir Blumen zu kaufen, auf der Terrasse den Vögeln zuzusehen und grad heute Morgen fiel mir auf das ich schon lange nicht Musik gehört habe, die mir immer schon sehr wichtig war.
Das Gefühl Blei in den Knochen zu haben ist noch da, aber wenn ich kann schlafe ich zwischendurch und ich denke in ein paar Tagen kommt die Kraft zurück.
Michel ruft jetzt täglich an und hat anhand meiner Mails in den letzten Tagen gestern erst begriffen was er da letzte Woche gesagt hat.
In seiner Errinnerung war es scheinbar anders, durch den Alkohol.
Er ist rührend grad und versicherte mir, das er niemals daran gedacht habe uns in Zweifel zu ziehen.
Und das er sich auf unser Zusammenziehen freut.
Aber auch vor dem Stress ein wenig Angst hat.
Verständlich, ich auch;)
Ich achte darauf das er sich nun nicht auch noch in Selbstvorwürfen ergeht, denn das wäre ja wieder ein Grund in tiefe Löcher zu fallen und vermittel ihm weiterhin das Gefühl das alles gut wird und wir alles schaffen können.
Und mir vermittel ich das auch, ab und zu;)

Ganz liebe Grüsse an Dich!
Manuela:winke:

manuela50 14.06.2007 12:24

AW: es ist schwerer als ich dachte und ich weiss grad nicht weiter
 
Zitat:

Zitat von Johanna1 (Beitrag 423277)
Hallo liebe Manuela.
Auch wenn ich mich wiederhole: Ich bin immer wieder erstaunt darüber, dass du das fast genau schreibst, was ich gerade erlebe und denke ;)

Und ich finde, der Dirk hat Recht, mit dem was er schreibt. Ich denke, der Schuh passt mir auch und die Sache mit dem Kürzertreten und Sich-etwas-gönnen könnte ich mir auch zu Herzen nehmen.

Auch ich habe zwischendurch solche Phasen, wie du sie beschreibst. Fühle mich dann ziemlich egoistisch und denke, dass ich mich nicht so anstellen soll, schließlich bin ich ja nicht krank. Aber gerade das stresst, denn irgendwie sind wir es doch. Gerade heute Nachmittag habe ich wieder mit meinem Freund telefoniert, aber nur kurz, weil er müde war und es ihm nicht gut ging und ich merkte, dass es ihn anstrengte. Er ist zurzeit bei seiner Schwester und hatte sich seit dem WE gar nicht bei mir gemeldet. D.h ich saß hier zu Hause und hatte keine Ahnung, wo er steckte, bis mich einer seiner besten Freunde angerufen hat. Es geht ihm nicht gut, weil er sich eine dicke Erkältung eingefangen hat und das nach der Chemo, das haut ihn um, weil ja sein Immunsystem völlig am Boden ist. Er war einfach weg... Und wenn mich sein Freund nicht angerufen hätte, wüsste ich jezt noch nicht woe er ist. Erstmal war ich ganz schön sauer, aber auch irgendwie erleichtert. Eigentlich müsste ich mich für diese Gefühle schämen, oder? Und eigentlich wollte ich mich gar nicht melden bei ihm, weil ich dachte, er müsse einen Schritt auf mich zugehen. Das habe ich dann aber nicht ausgehalten und wollte es dann aich nicht aushalten. Kurzum: Ich habe zum Hörer gegriffen, und das hat uns gut getan. Das Gespräch war sehr "nah", intensiv und schön. Er hat sich sofort entschuldigt und ich merke, dass er echt down ist, hat sich aber aufrichtig gefreut. D.h. im Moment bin ich glücklich darüber, habe aber auch ein komisches Gefühl im Magen, weil ich weiß, dass es sich ganz schnell ändern kann.

Also Manuela: Morgen fangen wir an, gönnen uns jeden Tag etwas Schönes. Den Spaziergang hatte ich heute Abend schon, morgen wird es der Capuccino nach der Arbeit in der Sonne sein :-) Gönne ihn dir auch, das tut uns gut, wir haben es verdient!!
In diesem Sinne alles Liebe und bis bald!
Johanna


Liebe Johanna:) ,
auch mir geht es da wie Dir, ich bin erstaunt über die Parallelen.
Es freut mich aber, das Du gestern den Mut hattest und anriefst und dann ein Gespräch entstand.
Die Geschichte , das man durch Andere erfährt wie es dem Mann den man liebt grad geht, kenne ich nur zu gut.:confused:
Michel ruft mich seit zwei Tagen täglich wenigstens einmal an und ist sehr lieb.
Aber auch bin vorsichtig und hüte mich davor anzunehmen das es jetzt immer so bleibt.
Und genau wie Du werde ich versuchen mir selbst Gutes zu tun:rotier:
Denn ich gehe davon aus, das auch nach der Kur noch lange nicht alles okay ist und ich noch einiges an Kraft brauche.
Also muss ich, wie Dirk ganz richtig schreibt, auftanken:)
In diesem Sinne Du Liebe, lass uns unsere Seelen ein wenig verwöhnen und dann weiter machen.
Alles wird gut.
Pass auf Dich und die Babies auf!
Ganz liebe Grüsse.
Manuela:knuddel:

stranger 15.06.2007 05:07

AW: es ist schwerer als ich dachte und ich weiss grad nicht weiter
 
bin auch einer der Männer die sich gerne verschliessen und ein auf scheissegal tur machen :-( aber das machen wir nicht absichtlich ganz bestimmt nicht , wir wissen ja das unsere Frauen uns lieben und uns nur helfen wollen aber wie soll man uns helfen wenn wir selbst nicht wissen wie es weiter geht ? Zukunft mag ich garnicht dran denken habe viel zu viel angst davor ! es ist zwar "nur Hodenkrebs" aber es ist immer noch Krebs und davor hatt man halt tieriche angst, so geht es mir auf jedenfall und was soll ich meine partnerin erzählen kann ja selber nicht deuten was mit mir los ist ! Ich merke Zwar das ich manchmal nicht ganz gerecht bin , aber ändern kan ich leider nix dran egal wie sehr ich mich bemühe! Ich denke mal das ist so eine art schutzschild für den fall der fälle damit meine Frau es leichter hatt !! Was natürlich scheisse ist aber ich persönlich kann es nicht beeinflussen :-( !
kann dir leider nicht viel raten aber ich denke er meint es nicht so und wird sich einbekommen !

Spiele auch Stundenlang Commputer um auf andere gedanken zu kommen habe nur das glück das meine frau mitspielt !

Trinken tue ich garnix da ich davor angst habe !

Aber ich weiss es zu schätzen was meine frau für micht tut , nur leider zeig ich es ihr nicht da ich zu dolle mir mir beschäftigt bin was total egoistich ist, aber echt nicht böse gemeint !

manuela50 15.06.2007 06:40

AW: es ist schwerer als ich dachte und ich weiss grad nicht weiter
 
Zitat:

Zitat von stranger (Beitrag 423743)
bin auch einer der Männer die sich gerne verschliessen und ein auf scheissegal tur machen :-( aber das machen wir nicht absichtlich ganz bestimmt nicht , wir wissen ja das unsere Frauen uns lieben und uns nur helfen wollen aber wie soll man uns helfen wenn wir selbst nicht wissen wie es weiter geht ? Zukunft mag ich garnicht dran denken habe viel zu viel angst davor ! es ist zwar "nur Hodenkrebs" aber es ist immer noch Krebs und davor hatt man halt tieriche angst, so geht es mir auf jedenfall und was soll ich meine partnerin erzählen kann ja selber nicht deuten was mit mir los ist ! Ich merke Zwar das ich manchmal nicht ganz gerecht bin , aber ändern kan ich leider nix dran egal wie sehr ich mich bemühe! Ich denke mal das ist so eine art schutzschild für den fall der fälle damit meine Frau es leichter hatt !! Was natürlich scheisse ist aber ich persönlich kann es nicht beeinflussen :-( !
kann dir leider nicht viel raten aber ich denke er meint es nicht so und wird sich einbekommen !

Spiele auch Stundenlang Commputer um auf andere gedanken zu kommen habe nur das glück das meine frau mitspielt !

Trinken tue ich garnix da ich davor angst habe !

Aber ich weiss es zu schätzen was meine frau für micht tut , nur leider zeig ich es ihr nicht da ich zu dolle mir mir beschäftigt bin was total egoistich ist, aber echt nicht böse gemeint !


Hallo Stranger,
danke das Du mir geschrieben hast.:)
Ich denke Deine Sätze spiegeln recht genau das wider was in einem Menschen mit der Diagnose Krebs vorgeht.
Und vor allem wie allein man sich oft fühlen muss, obwohl oder manchmal vielleicht grad weil, da Menschen sind die für einen da sind.
Denn Du hast natürlich Recht, keiner kann Dir sagen wie es weiter geht oder Dir die Angst nehmen.
Es sei denn es sind selbt Betroffene, vor allem die die es schon hinter sich haben und die hier oder in anderen Foren, bzw ihren Websides ihre Erfahrungen weiter geben und Mut machen.
Ich weiss leider nicht an welchem Punkt der Therapie Du grad bist,
wünsche Dir aber Kraft und den festen Glauben das Du den Krebs bald besiegt hast, wenn Du ihn vielleicht auch nie vergessen wirst.:)
Nehm ab und zu Deine Frau ganz fest in den Arm und sag ihr das Du sie liebst, das tut Euch beiden gut.:)
Ganz ganz liebe Grüsse,
Manuela:knuddel:

stranger 15.06.2007 14:37

AW: es ist schwerer als ich dachte und ich weiss grad nicht weiter
 
ach ja hab die dritte Chemo hinter mir (Keine krebspuren mehr im Blut) !

Gestern wurde das erste mal blut abgenommen um zu sehen ob das Krusten Tier weggeblieben ist was wir alle hoffen !

manuela50 15.06.2007 14:41

AW: es ist schwerer als ich dachte und ich weiss grad nicht weiter
 
Zitat:

Zitat von stranger (Beitrag 423889)
ach ja hab die dritte Chemo hinter mir (Keine krebspuren mehr im Blut) !

Gestern wurde das erste mal blut abgenommen um zu sehen ob das Krusten Tier weggeblieben ist was wir alle hoffen !

Dann drück ich Dir ganz fest die :) Daumen!!!

Liebe Grüsse Manuela.

manuela50 16.06.2007 16:52

AW: es ist schwerer als ich dachte und ich weiss grad nicht weiter
 
Ich habe ihm in einer langen Mail geschrieben wie es mir ging und wie es mir geht...
vor allem seit ich weiss das er in der Woche in der er mich beschimpfte und sich völlig abgekapselt hat, ich vor Sorge und Verletztsein weder schlafen noch essen konnte, stundenlang mit anderen Frauen geflirtet hat.
Das hat mir den Rest gegeben.
Ich kann ihm nicht helfen.
Ich weiss er wird sich nicht mehr melden.
Weil er gar nicht in der Lage ist einzusehen was er da tut.
Aber am Dienstag beginnt seine Kur.
Ich hoffe es wird ihm da ein wenig geholfen, falls er es zulässt.
Ich wünsche all den wunderbaren Menschen die hier so tapfer ihr Schicksal tragen, alles Gute und weiterhin viel Kraft und Mut.
Ganz liebe Grüsse.
Manuela.


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