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-   -   Meine Mutter - Vom Gallenstein zum Bauchspeicheldrüsenkrebs (https://www.krebs-kompass.de/showthread.php?t=30965)

MarkusF 03.02.2008 00:04

Meine Mutter - Vom Gallenstein zum Bauchspeicheldrüsenkrebs
 
Meine Mutter ist gerade mal 50 Jahre alt geworden, Sie hat drei Söhne einer davon gerade einmal 16.
Ihr ging es bereits mehrere Monate nicht mehr so gut. Da tat mal der Rücken weh, auch der Oberbauch und der Zuckerwert war überhöht. Hinzu kamen noch Probleme mit der Bandscheibe, ebenso wie die dazugehörige Operation.

Als Sie den Hausarzt aufsuchte, der Ihr die Bauchschmerzen und auch Rückenschmerzen erklären sollte, wurde viele Tests gemacht. Bluttests, Röntgenaufnahmen, Ct´s, alles was dazugehört....NICHTS. Keiner hat was gesehen.
Dann war da eine irreguläre Form an der Bauchspeicheldrüse, was nach Aussage des Arztes aber nicht so schlimm wäre. SIcherheitshalber noch ein Test im Krankenhaus. Dies alles vor WEihnachten. Der Termin war dann erst letzten Montag.
Auch hier wieder viele TEsts, biopsien und andere Dinge die weh tun können.
Ergebnis...GALLENSTEINE.

Die Sorge um ein Pankreaskarzinom ist uns genommen worden :shy: Das ging gerade nochmal gut.
Dann am nächsten Tag sollten diese entfernt werden...es waren keine mehr zu sehen. Meiner Mutter ging es immer schlechter ....Sie wurde Gelb, durch die aufgetaute Gallenfüssigkeit. Es folgte ein Stend. Die Ärzte suchten nun weiter und diagnostizierten den Bausspeichedrüsenkrebs, bösartig und teilweise bereits auf der Leber.

Die Familie weint seit einigen Tagen. Kein Tag der dieses Thema nicht beherrscht. Alles dreht sich um den Abschieht...es tut so dermaßen weh....die eigene Mutter....es wirkt so irreal...:weinen:

Endgültige Tests liegen noch nicht vor...Sie ist auch durch die Schmerzmittel relativ stark geschwächt. Durch kurze Gespräche mit dem behandelden Arzt im St. Vinzenz Krankenhaus in Hanau konnte ich erfahren, dass der Tumor recht groß ist und zwischen Kopf und Schwanz liegt. Zudem noch recht nah an der Aorta und somit inoperabel sei. Ein Onkologe hat meine Mutter noch nicht gesehen, da in Hanau erst alle Befunde abgewartet werden müssen. Er (der Chirug) teilte aber mit, dass es sehr schlecht ausssieht.

Ich habe mir so schnell wie möglich alle Unterlagen geben lassen, ein paar wenige Befunde über die vermuteten Gallenprobleme und auch die CT´s und die Röntgenbilder. Als Laie kann ich hier leider nichts erkennen...auch wenn ich noch so gut hinsehe oder auch vergleiche ziehe....:(

Die beiden Krebsmarker CA 19-9 (101,9) CEA (190) machen mir höllische Angst....auch wenn ich nicht weis was Sie bedeuten

Ich habe versucht in HEidelberg einen Termin zu bekommen. Dort sagte man mir ich müsse in das Nationale Zentrum für Tumorerkrankung, weil man davon ausgeht das er ja bereits gestreut hat (Leber).

Ich weiss nicht was ich machen soll...mir kommt das warten wie eine Ewigkeit vor...Der behandelnde Arzt hat vor den abschließenden Diagnosetests kommende Woche meine Mutter heute und Morgen nach Hause gelassen...
Die ganze Familie war da...alles so unwirklich. Das war so ein derber Schlag ins Gesicht.

Der Arzt meinte noch das es auf 2 oder 3 Tage nicht ankommen würde und wir müssten letztendlich die Tests abwarten um genau festzzustellen um welche bösartige Form es sich handelt...


Diese Hilflosigkeit macht einen fertig...:(

HolgerS 03.02.2008 11:07

AW: Vom Gallenstein zum Bauchspeicheldrüsenkrebs
 
Hallo,
es tut mir sehr leid. Es erinnert mich sehr an unsere Mutter.

Ich kann Euch nur raten, alle weiteren Schritte in einer Spezialklinik wie Heidelberg machen zu lassen. Suche Dir mal hier im Forum die Kontaktadressen heraus. Du wirst schnell fündig werden. Ich meine es ist Prof. Bühler.

Auch in Bochum und in HH gibt es weitere Spezialklinken für die Bauchspeicheldrüse.

Alles Gute

MarkusF 03.02.2008 11:21

AW: Vom Gallenstein zum Bauchspeicheldrüsenkrebs
 
Hallo Holger,

dass selbe

"es tut mir sehr leid. Es erinnert mich sehr an unsere Mutter."

habe ich mir gedacht als ich vor einigen Tagen Deinen thread gelesen habe...

Nur weist Du was mir Kraft gab...?

Als ich gesehen habe wann Du begonnen hast, den Thread zu eröffnen...Ich hoffe es werden noch viele weitere Jahre. Meine Freundin und ich erwarten ein Baby, es wäre mein größter Wunsch, dass meine Mutter das alles noch miterlebt.

DANKE für Deinen Zuspruch!!!!! Lebenswille leistet einen enormen Beitrag bei den Kampf gegen diese Geisel.

BirgitF 03.02.2008 11:35

AW: Vom Gallenstein zum Bauchspeicheldrüsenkrebs
 
Hallo Markus,

Erfahrungswerte kann ich Dir nicht wirklich bieten, aber ich hab mittlerweile viel im Forum gelesen (mein Vater ist betroffen) und weiß, welche Ratschläge anderen hier gegeben worden sind. Holger hat Recht: wendet Euch an Heidelberg, verliert keine Zeit!

Ihr könnt die Befunde per Mail dorthin schicken, falls Ihr CT-Befunde etc. auf CD habt, schickt es hin. Meist kann man diese in dem Krankenhaus, die sie gemacht haben, bekommen; muss man manchmal etwas energisch ansagen. Machen sie nicht immer gern...

Hier ist die Mail-Adresse von Prof Büchler in Heidelberg: markus.buechler@med.uni-heidelberg.de. Ich habe mitbekommen, dass er sich sehr schnell meldet.

Ich wünsche Euch alles Gute! Und Du hast recht: eine positive Einstellung und Kampfgeist helfen enorm viel weiter!

Birgit

HolgerS 03.02.2008 11:49

AW: Vom Gallenstein zum Bauchspeicheldrüsenkrebs
 
Zitat:

Zitat von MarkusF (Beitrag 513477)

Als ich gesehen habe wann Du begonnen hast, den Thread zu eröffnen...Ich hoffe es werden noch viele weitere Jahre. Meine Freundin und ich erwarten ein Baby, es wäre mein größter Wunsch, dass meine Mutter das alles noch miterlebt.

DANKE für Deinen Zuspruch!!!!! Lebenswille leistet einen enormen Beitrag bei den Kampf gegen diese Geisel.

Markus, das war gerade zu viel für mich. Lies bei uns einfach mal weiter. Am 25. Mai 2007 ist unsere liebe Tochter geboren. Wir hatten die gleichen Ängste. Heute bekommt unsere Mutter Besuch vom 4. Enkelkind. Und es tut ihr sehr gut.
Es sind solche Ziele, die einen Menschen nach vorne blicken lassen und Kraft geben.

Ohne Druck aufbauen zu möchten: Unsere Mutter hatte auch Gelbsucht. Aus meiner Sicht war es unser einziger Fehler: wir haben sie im örtlichen Krankenhaus operieren lassen. Heute würden wir auch diese Op in Bochum bei Prof. Uhl machen lassen (weil das für uns näher als Heidelberg ist).

Daher nimmt die Adresse von Birgit oder fahre hin.

MarkusF 03.02.2008 13:30

AW: Vom Gallenstein zum Bauchspeicheldrüsenkrebs
 
VIELEN DANK für Euren Zuspruch...tut gut ums Herz.

ich habe Deinen Rat beherzigt Birgit und gleich eine Anfrage an Herrn Büchler gesandt...vom Gefühl her, denke ich es geht nicht um Tage oder Wochen sondern um Minuten :(
Auch wenn ich weiß, dass Geduld eine ebenso wichtige Rolle spielt. Im Zweifel ist die Angst aber stärker.

Ich verstehe auch nicht warum der Chirurg im Krankenhaus in Hanau einen Krebspatient nicht umgehend an die Onkologie weitergibt :angry: :mad: :angry: hier staut sich enorme Wut auf...
Aber man greift nach jedem Strohalm :( :( er einem dass Gefühl gibt dass es nicht ganz so dringend scheint....Auch wenn in Hanau eine Operation nicht mehr durchgeführt werden kann..dass schlimmste ist das warten, die Hilflosigkeit:weinen: :smiley11: :( :undecided

Liebe Grüsse
Markus

sommi 05.02.2008 10:42

AW: Vom Gallenstein zum Bauchspeicheldrüsenkrebs
 
Hallo Markus,

ein trauriges Willkommen hier im Forum.

Meine Mutter hat auch BSDK.
Wir waren bis vor drei Wochen auch in Heidelberg in Behandlung. Meine Mutter bekommt jetzt im Stadtkrankenhaus Hanau ihre weitere Behandlung.
Dort behandelt sie der Dr. Burk, er ist Onkologe. Bei den Gesprächen hat er auf mich einen sehr guten Eindruck gemacht.

In Heidelberg wurde uns nämlich am 9. Januar gesagt, wir sollten ja froh sein, dass meine Mama noch lebt. Sie wäre eine der einzigen in dem Zeitabschnitt der Erkrankung, welche noch lebt. Das war nicht so schön von den Ärzten in Heidelberg. Ich hatte das Gefühl in Heidelberg, es wird nicht mehr so sehr nach meiner Mutter gesehen und sie nur noch eine Nummer war. Es war halt anderes als vor einem Jahr als der Kampf begann.

Der Dr. Burk war sehr freundlich und hat meiner Mutter wieder etwas mehr Lebensmut gegeben. Außerdem hat er gesagt, meine Mutter hätte die gleiche Behandlung auch in Hanau machen können, von Bestrahlung bis hin zur Chemo.

Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig weiter helfen.

Liebe Grüße

Andrea

MarkusF 05.02.2008 18:40

AW: Vom Gallenstein zum Bauchspeicheldrüsenkrebs
 
Liebe Andrea,

danke für den Zuspruch.

Ich habe am Donnerstag einen Termin mit meiner Mutter in Heidelberg bekommen. Ich will zunächst versuchen hier alles wissenswerte über den Zustand meiner Mutter zu erfahren. Im St. Vinzenz in Hanau wurde mir erst gestern wieder mitgeteilt, wie schlecht es doch um meine Mutter steht.

Das ist es was mich so krank macht. Es wird immer nur über die Probleme gesprochen aber kein Wort über Lösungen verloren. Wobei mit Lösungen bereits erste Therapeutische MAßnahmen gemeint sind. Soviel Realist bin ich.

Der behandelnde Arzt in Hanau meinte aber auch, dass Heidelberg die beste Wahl in dieser Situation sei.

Meine Mutter hat den Tumor ca. 4,5cm groß auf dem Corpus sitzen tendenz Kopf. weiterhin gibt es eine ebenso große Lebermetastase. befallen ist auch
der Truncuc coeliacus....was auch immer das ist. Es scheint die Organe mit Lebenswichtigen Nährstoffen zu versorgen...und das ist eben die Schwierigkeit an der ganzen Sache.

Ich liebe meine Mutter, ebenso wie alle anderen die Ihre Lieben an diese verhasste Krankheit zu verlieren scheinen.

...gestern habe ich meiner Mutter gesagt dass es die nächste Zeit viel aufs und abs geben wird....nur aufgeben dürfen wir nicht. Hoffentlich kann in Heidelberg mehr unternommen werden...auch wenn ich dort keine Wunderheiler vermute...es ist die Hoffnung die mich antreibt :weinen:

MarkusF 05.02.2008 20:03

AW: Vom Gallenstein zum Bauchspeicheldrüsenkrebs
 
Liebe Forummitglieder,

bei meiner Mutter wurde heute eine Biopsie der Leber durchgeführt. Während dieser Biopsie begann die Galle zu kolabieren und musste entfernt werden.

Den für mich alles bedeutenden TErmin in Heidelberg am Donnerstag musste ich somit canceln...ich bin fix und fertig.

In Hanau wird immer noch diagnostiziert, geprüft und sediert während in Heidelberg längst hätte operiert werden können. Herr Prof Büchler teilte mir mit, dass nach den derzeitigen Befunden hier durchaus noch Möglichkeiten bestünden....

wer weiß was jetzt noch kommt...wer kann mir sagen wie lange nach einer Gallen OP die "Genesung" andauern könnte? :cry: :(

Kölner Leser 05.02.2008 20:43

AW: Vom Gallenstein zum Bauchspeicheldrüsenkrebs
 
Hallo Markus,

also Deine Mutter wird in wenigen Tagen wieder fit sein wenn das alles komplikationslos verläuft.

Die Sache ist aber: Warum soll Deine Mama mitfahren nach Heidelberg? Wenn Ihr im NCT seid, werden die Befunde auf einer interdisziplinären Tumorkonferenz besprochen. Wenn Ihr bei Prof. Markus Büchler einen Termin habt, wird er sich das alles genau anschauen und etwas dazu sagen.

Ganz sicher würde es am Donnerstag aber keine neuen Untersuchungen geben, es wird ganz sicher auf bereits vorhandenes Material zurückgegriffen. Mag auf den ersten Blick seltsam klingen, aber fahr ohne Deine Mutter. Das NCT möchte eine Vollmacht haben, bei Büchler wird das sicherlich patientenfreundlicher geregelt.

Da Deine Mutter ebenfalls gesund werden möchte, kannst Du doch alles in ihrem Sinne besprechen und organisieren. Wenn eine Behandlung in Heidelberg möglich wird, ist sie ja sicherlich erst einige Tage später. Bis dahin ist Deine Mama wieder fit.

Alles ganz ruhig angehen. Es ist auch wirklich kein Zeitdruck, auch wenn man das meint. In wenigen Tagen wird sich nicht viel ändern. Was nicht heißt, daß Du die Ärmel hochkrempeln solltest und alles organisieren müßtest.

Der Truncus coeliacus ist/sind drei Gefäße die von der Bauchaorta abzweigen. Im Moment glaube ich nicht wichtig.

Hat man denn ein Probe aus dieser Sache in der Leber entnehmen können oder fiel das dann ganz weg?

Ich hoffe, Du konntest Dich ein wenig beruhigen und fährst am Donnerstag nach Heidelberg.

vG,
KL

Kölner Leser 05.02.2008 20:45

AW: Vom Gallenstein zum Bauchspeicheldrüsenkrebs
 
PS: Die Befunde, insbesondere alle Aufnahmen, mußt Du natürlich schon mitnehmen.

HolgerS 05.02.2008 21:53

AW: Vom Gallenstein zum Bauchspeicheldrüsenkrebs
 
Hallo,

ich würde auch den Termin wahrnehmen. Wir hatten auch viele Termine bei Prof Schmidt in Bochum unsere Mutter. Prof. Büchler kann ja evtl. sogar eine Verlegung nach Heidelberg veranlassen.

Alles Gute

MarkusF 06.02.2008 11:16

AW: Vom Gallenstein zum Bauchspeicheldrüsenkrebs
 
Hallo an Euch,

doch eine Biopsie wurde gemacht, auch ein Port wurde gleich gelegt.

ihr habt recht...ich werde fahren und auch die Befunde nochmal mitnehmen (Ich habe Sie schon an Dr. Hackert per Post, email und per CD ROM geschickt)

Kölner Leser hat recht...vielleicht etwas mehr Ruhe, ohne das Ziel aus den Augen zu verlieren, wird bestimmt bessere Ergebnisse bringen.

Ich werde heute Abend meine Mutter besuchen und Ihr mitteilen, dass Sie diese Woche sich noch auszuhen soll, damit wir nächste Woche in Heidelberg starten können...

Eure Mails tun gut...man ist nicht alleine...das wiegt sehr viel

DANKE AN EUCH

sommi 06.02.2008 14:05

AW: Vom Gallenstein zum Bauchspeicheldrüsenkrebs
 
Hallo Markus,

ich würde auch an deiner Stelle mit allen Berichten nach Heidelberg fahren. Dr. Hackert war bei der OP von meiner Mama auch dabei, er war ein sehr netter Arzt. Ich hoffe für Euch, dass sie deiner Mama helfen können und dort noch eine Op möglich ist.

Liebe Grüße von

Andrea

Indira 06.02.2008 16:09

AW: Vom Gallenstein zum Bauchspeicheldrüsenkrebs
 
Hallo!

Kann bestätigen, dass der Dr. Hackert ein sehr netter Arzt ist. Nachdem er sich zusammen mit Prof. Büchler meine Befunde angeschaut hat, haben wir das Gespräch mit Dr. Hackert geführt und ich konnte alles fragen, was ich wollte.
Er hat mir auch angeboten mich bei Fragen per Mail an ihn zu wenden - bislang hat er recht schnell geantwortet und meine nächsten Kontroll MRT Bilder werde ich nach 6 - 8 wöchiger Chemo nach Absprachen mit Dr. Hackert nach Heidelberg schicken.

Werde mich nun nachdem ich leider ein Rezidiv habe (Lebermetastase) auch mehr an Heidelberg wenden obwohl ich aus dem hohen Norden komme.

Vieles geht ja sehr gut per Mail oder Telefon. Finde es prima, dass Heidelberg so offen ist für alle Betroffenen ist, dass man sich immer an die Ärtzte dort wenden darf, obwohl man dort eigentl. gar nicht in Behandlung ist!

Wünsche Euch alles alles Gute!!!

LG Indira

Kölner Leser 06.02.2008 20:38

AW: Vom Gallenstein zum Bauchspeicheldrüsenkrebs
 
Hallo Markus,

das ist ja eine schöne und kampfeswillige Rückmeldung. Schön.

Ich wünsche Euch, erstmal Dir, morgen viel Erfolg. Wenn der gerade Weg, die Operation, nicht direkt sinnvoll erscheint, dann wird man andere Möglichkeiten aufzeigen um die Möglichkeit zu schaffen. Ich finde, das ist so dieser fundamentale Unterschied zu vielen anderen Ärzten. Da wird nicht so schnell aufgegeben. Die kämpfen irgendwie mit (wobei das Verhalten des Arztes, das Sommi/Andrea hier berichtet, unter aller Sau ist. Ärzte, die sie so verhalten, disqualifizieren sich eigentlich direkt. Ich würde so etwas auch weitergeben, so etwas darf es nicht geben. Deine arme Mutter, Andrea.)

@Indira (das passt noch so ein bißchen ins Thema): Ich habe letzte Woche eine Frau wiedergesehen, in Köln im Karneval (!), die hatte 2001 die erste Diagnose (Pankreaskopf) und wurde in Köln (Prof. Siedek, war damals der Arzt für so etwas im Rheinland) operiert. Lokales Rezidiv 15 Monate später. Bestrahlung und Chemo - damals gab es m.W. kein Gemzar (?), also vermutlich mit 5FU geschossen. Das war in palliativer Absicht. Bei einem Staging hatte dann auch der Chirurg geschaut und nachoperiert. Ziemlich genau wieder 15 Monate später erneutes Rezidiv, OP. Seit rund vier Jahren hat sie Ruhe. Also sie wird sicherlich nicht im Sinne von geheilt geheilt sein, irgendwo wird da noch ein Tumorrest rumschwirren. Man mag auch diskutieren, was Lebensqualität ist, insbesondere, wenn nach vielen OPs die Nahrungsaufnahme außergewöhnlich ist. Diese Frau hat echt gefeiert mit Apfelsaft, wenn man die Vorgeschichte nicht kennt, würde man vielleicht annehmen, daß sie untergewichtig und eben zuckerkrank ist, aber ansonsten merkt man absolut gar nichts. Ich fand das so umwerfend. Also ich wünsche Dir von Herzen, daß auch bei Dir alles gut läuft und Du wieder richtig auf die Beine kommst. Ich habe sie auch gefragt, ob sie nicht in irgendeiner Weise öffentlich mal darüber sprechen möchte, auch um zu zeigen, wie die Realität eigentlich oft aussieht, aber sie will nichts von der Krankheit mehr hören. Sie macht wohl regelmässig ihre Untersuchungen, aber sonst meidet sie das Thema offensichtlich komplett. Ich denke, wo es bei Dir ein wenig ähnlich ist wie bei ihr vor einigen Jahren - allerdings damals nicht mit den guten Chemomöglichkeiten die es heute gibt - darf ich das getrost hier einmal an Dich weitergeben.

vG,
KL

MarkusF 06.02.2008 21:35

AW: Vom Gallenstein zum Bauchspeicheldrüsenkrebs
 
Zitat:

Zitat von Indira (Beitrag 514732)
Werde mich nun nachdem ich leider ein Rezidiv habe (Lebermetastase) auch...

sowas schnürt einem den atem ab :( es tut mir so leid, dass Ganze Thema :(

ich weiß noch, es ist gar nicht lange her...ich habe mich immer mal wieder mit dem Thema Krebs beschäftigt...hier und da mal was gelesen. Auch deshalb schon weil ich da sehr sensibel bin (man liest immer, dass Herz-Kreislauf Probleme "Todesnummereins" in Deutschland ist...aber gestorben wird regelmäßig an den verrücktesten Arten von Krebs :aerger: )
Ich hatte als Kind oft Sonnenbrand und habe auch deswegen schon oft den Hautarzt aufgesucht...einfach aus Angst davor...da gibts auch wirklich ein Begriff dafür "Cancerophobie"..SChrecklich für alle Betroffenen und auch Angehörige.

Ich bin 29 Jahre und habe Angst das meine Mutter stirbt...ich habe in den letzten Tagen festgestellt, dass ich mir wieder vorkomme wie der kleine sechsjährige Junge, der immer ganz schrecklich geweint hat, als SIe mich zur Schule brachte und ich getrennt war....Der Kreis schließt sich :cry:

Die Beiträge im Forum und auch die von Kölner Leser geben da ungemein Kraft.

Liebe Grüsse da draußen

christa-48 07.02.2008 03:15

AW: Vom Gallenstein zum Bauchspeicheldrüsenkrebs
 
hi kl
deine nachricht an indira,,,,,hab ich gad gelesen,,,
ich denk das war was ganz "besonderes",,,,du schriebst ja "normal" immer sehr sachlich,,,,

DANKE,,,,,lg christa

Indira 07.02.2008 14:56

AW: Vom Gallenstein zum Bauchspeicheldrüsenkrebs
 
Hallo Ihr alle!

Ja, möchte mich Christa gerne anschließen und mich für den mutmachenden Bericht bedanken!!!

Mit den Ängsten was da noch alles so kommen mag ist die "Angelegenheit" um so einiges schwieriger!
Da tu eine solche Erzählung doch richtig gut!!!

Kann die Betroffene aber auch sehr gut verstehen, wenn sie selbst nichts dazu schreiben möchte und mit dieser Krankheit abschließen möchte - ich kenne diese Phasen nur zu gut von mir selbst!

Es gibt Zeiten, da kann ich mich mit damit irgendwie auseinandersetzten, wie z.B. hier schreiben und dann geht es absolut gar nicht - aufgrund der Ängste oder was weiß ich.....

Jedenfalls hat mir Dr. Hackert von Heidelberg gesagt, es sei nun ganz wichtig Überanstrenung und Stresssituationen sogut es geht zu meiden und da ist es doch gut, wenn "man" auf sein Gefühl hört und das tut, was gerade angebracht ist - hört sich vielleicht ein wenig egoistisch an...:rolleyes:

Denke aber es ist schon richtig so. Ich muß leider einige traurige Beiträge hier aus dem Forum sogut es geht vermeiden zu lesen, nicht, weil ich so hart bin und nicht mitempfinde , ganz im Gegenteil..., sondern weil sie mir Angst machen und mich auch in Verzweiflung stürzen können .

Denke aber das es wohl sehr vielen bzw. allen Betroffenen so geht!

Aber so "Mutmacher - Texte" können mich schon wieder richtig aufbauen - deshalb nochmals ein ganz herzliches "DANKE" an Kölner Leser - war echt prima von Dir!!!!

LG Indira

MarkusF 10.02.2008 12:52

AW: Vom Gallenstein zum Bauchspeicheldrüsenkrebs
 
Liebe Leser,

meine Mutter ist heute nach 2 Wochen Krankenhausaufenthalt entlassen worden und wir werden den Gang nach Heidelberg kommenden Dienstag antreten...meine Mutter hat so eine Angst davor :(

...und ich bin so frah dass wir endlich dorthin kommen :(

Ein ständiges auf und ab...

In einem der Befunde steht " Man sieht Tumornekrosen"
Weiß jemand was das bedeuten könnte, mir dreht sich der Magen um wenn ich all die Fremdwörter immer wieder mit Tumor und Carzinom lesen muss :cry:

HolgerS 10.02.2008 13:36

AW: Vom Gallenstein zum Bauchspeicheldrüsenkrebs
 
"Tumornekrose:
Im Zentrum größerer Tumoren oder Metastasen herrscht oft eine Mangelversorgung mit Blut, so dass der Tumor zentral einschmilzt."


Wir haben viele Begriffe in der freien Enzyklopädie Wikipedia nachgeguckt. Zwar sind die Erklärungen oft von Medizinern, so dass immer noch nicht alles verstanden wird, doch reicht es zumindest für ein grobes Verständnis.

Alles Gute!

MarkusF 19.02.2008 18:07

AW: Vom Gallenstein zum Bauchspeicheldrüsenkrebs
 
Liebe Leser,

heute war es endlich soweit, ca 3,5 Wochen nach Feststellung haben wir nun gewissheit, dass auch Heidelberg meiner Mutter nicht mehr helfen kann.

Wir waren zu nächst bei Herrn Dr. Hackert, der davon sprach, dass alles an der bevorstehenden Chemo liegt. SOllte der Tumor darauf anspringen, kann bei entsprechender Entwicklung operiert werden. Soweit so klar...und erst recht so gut!!!
Er überwies meine Mutter aber noch an das NCT (Onkologie) um dort eine MEinung über den Krebs ausstellen zu lassen. DOrt wurde mir von der zuständigen Oberärztin aber nur noch zu einer palliativen Chemo geraten, da ein Rückgang des Tumors unwahrscheinlich (..aber auch möglich) sei.
Kurzum im NCT wurde uns fast alle Hoffnung geraubt. :weinen:

Nun liegt es an dem Körper und auch am Krebs wie die CHemo anschlägt um vielleicht doch noch irgendwie das Ganze irgendwie zu verzögern....

Wenn ich all die SChicksale hier lese, dann kann ich nur noch beten...:cry:

Anke LE 20.02.2008 10:44

AW: Vom Gallenstein zum Bauchspeicheldrüsenkrebs
 
Lieber Markus,

he, jetzt verlier nicht die Hoffnung. Schau nach vorn, am besten von Tag zu Tag. Unternehmt viel, redet miteinander, macht schöne Dinge. Sowas mag der Krebs nämlich nicht: Liebe, Freude, Hoffnung, gute Laune.
Ich weiß, es ist schwer, diese Diagnose in den Alltag zu integrieren. Aber mit ein bissl Willen schafft man das; mal mehr und mal weniger. Aber man schafft es. Ehrlich.
Verliert nicht die Hoffnung, es gibt doch auch kleine große Wunder. Kämpft und zeigt dem blöden Krebs den Stinkefinger, gebt ihm eins auf den Deckel :twak: ... versprochen??


Herzlichst aus Leipzig

Anke

sommi 20.02.2008 12:56

AW: Vom Gallenstein zum Bauchspeicheldrüsenkrebs
 
Lieber Markus,

verlier nicht den Mut und den Glauben, dass deine Mutter vielleicht das 1 % ist und vielleicht geheilt werden kann. Kopf hoch und kämpfen.

Ich (wir) haben bis zuletzt daran geglaubt, dass unsere Mutter, das 1% ist. Wir hatten trotz dieser schlimmen Krankheit, aber noch eine wunderschöne intensive Zeit mit unserer Mama und das hat sie auch bespührt.

Also Kopf hoch und kämpfen und sage dir immer die Chemo hilft ihr. Jeder Mensch ist anders und jeder Krankheitsverlauf ist anders.

Liebe Grüße

von

Andrea

_________________

Betroffene: Meine geliebte Mama, geb. 1938
Diagnose erhalten am 04.08.2006, Bauchspeicheldrüsenkrebs o. Metas
eingeschlafen am 15.02.2008 ganz friedlich und leise

MarkusF 16.03.2008 18:52

AW: Vom Gallenstein zum Bauchspeicheldrüsenkrebs
 
Hallo zusammen,

nach einiger Zeit will ich nun auch wieder berichten wie es um meine Mutter steht.

Sie hat nun die zweite Chemotherapie erhalten, dass war vor ca. 2 Wochen. Seitdem ging es mit Ihr stetig bergab. Schlimmste Entzündungswerte mit mehreren Herden im Körper. Drenaige wurde gelegt. Leberwerte drastisch verschlechtert. Intensivstation. Antibiotika schlagen nicht mehr an.

Wir haben uns alle entschieden, dass Sie keine Lebensverlängernden Maßnahmen erhalten soll, so wollte Sie dass und auch wir wollen unter keinen Umständen dass Sie leidet. Die Realität sieht anders aus.

Sie wurde nun vorgestern von der Intensivstation auf die normale Chirurgische Station gebettet. Hier in ein Einzelzimmer, ohne jedliche Gerätschaft. Sie schläft fast nur noch. Sie ist teilweise ansprechbar aber sehr sehr geschwächt.
Es läuft alles auf ein Leberversagen hinaus. Die Handinnenfläschen sind dunkel fleckig, die Augen sind vergilbt, die Haut wie vertrocknet, die Glieder sind aufgedunsen, Sie hat am Oberförber multible dunkel Flecken. Die Einstiche an den Fingern zur Zuckermessung sind dunkelblau...Sie will inzwischen kaum noch Besuch. Sie reagiert nur noch mit Kopfnicken oder -schütteln.
Sie hat sehr starke schmerzen beim Bewegen und bereits Juckreizungen am Rücken durch die lange Liegerei.
Als Sie sich heute erbrochen hat, war dies komplett grünlich, der letzte Rest gelblich, fast schon neongelblich :embarasse. Der Urin ist total dunkel, bräunlich....Gott wie es mich zereist das alles mitanzusehen. SIe ist am 14. gerade 51 Geworden, dass auf der Intensivstation :weinen:

Wenn ich daran denke, dass wir Sie vor zwei Wochen noch nach Hause holen wollten, weil Sie die Chemo ja so gut vertragen hat :embarasse

Hier stirbt einer der meist geliebtesten Menschen von mir und es ist alles andere als schnell und schmerzlos. Wie oft habe ich in den letzten Tagen nun von meiner Mama gehört, dass Sie nicht mehr mag....Sie nicht mehr kann.

Ich, der Ihr immer wieder Mut machte, Sie aufbaute wenn Sie nicht mehr konnte...ich weine ununterbrochen. Ich habe festgestellt, dass SIe bereits aufgehört hat zu weinen...teilweise habe ich auch Zorn bei Ihr bemerkt...Zorn auf alles.

Der einzige Trost den ich erhalten konnte, war der des Onkologen, der uns sagen konnte dass bei einem Leberversagen oft das besagte eisnchlafen eintritt...die Häufige Schläfrigkeit und das Deliriumartige sind bereits Vorboten.

Diese Hilflosigkeit ist so lähmend. Wer hat gedacht, dass als wir die Diagnose am 31.01.08 erhalten hatten, mit Tumormarkern die gerade mal 3 Fach erhöht waren (Ca 19-9, 101,9), dies alles so dramatisch verläuft???

Mama, ich liebe Dich doch so sehr :cry:

lisa1971 16.03.2008 20:04

AW: Vom Gallenstein zum Bauchspeicheldrüsenkrebs
 
lieber markus

ich habe gerade deine zeilen gelesen.
es ist das schlimmste was einem passieren kann,
das man zusehen muss und absolut nichts tun kann.
das allerschlimmste ist das.
mir ist es vor 5 monaten genauso ergangen und es kostet einen mehr kraft als man überhaupt zur verfügung hat.

alles gut für deinen mum

ich wünsche dir von ganzem herzen viel kraft und stärke.
lg lisa

wecki 17.03.2008 10:40

AW: Vom Gallenstein zum Bauchspeicheldrüsenkrebs
 
Lieber Markus,

tief berührt von Deinen Worten des Leidens und der Verzweiflung durchlebe ich noch einmal dieses hilflose Ausgeliefertsein, diese Machtlosigkeit und das Schwanken zwischen Festhaltenwollen und Loslassenmüssen.
Mein Mitgefühl begleitet Dich und ich hoffe inständig, das Deine Mutti keine Schmerzen erleiden muss.
Für Dich ist es wichtig, bei ihr zu sein und alles auszusprechen, was Du noch sagen möchtest. Ich habe zu lange gewartet und auf Besserung gehofft bei unserem Vati, nun kann ich nichts mehr nachholen.

Ganz viel Mut und Kraft für Euch

Christine

MarkusF 22.03.2008 12:15

AW: Vom Gallenstein zum Bauchspeicheldrüsenkrebs
 
Mama ist gestern Abend um 21:35 eingeschlafen.

Es sind nicht mal 2 Monate nach Diagnose vergangen.

Ich liebe Dich, Mum :cry:

petra48 22.03.2008 12:32

AW: Vom Gallenstein zum Bauchspeicheldrüsenkrebs
 
Hallo Markus,

sende dir einen stillen Gruß und viel Kraft für die nächste Zeit.
Deine Mum muss jetzt nicht mehr leiden - ein kleiner Trost.

Liebe Grüße
Petra

sommi 22.03.2008 15:42

AW: Vom Gallenstein zum Bauchspeicheldrüsenkrebs
 
Lieber Markus,

von mir stille Grüße. Ich weiß wie du dich fühlst. Meine Mama ist genau vor 5 Wochen auch eingeschlafen. Wir waren alle dabei.

Es tut verdammt weh, wenn man sieht wie die :weinen: so geliebte Mutter stirbt und man kann nichts tun.

Wir müssen uns damit trösten, dass unsere Mütter nicht mehr leiden müssen. In unseren Herzen werden sie weiter leben und uns Kraft geben.

Ich wünsche dir für die kommende Zeit viel Kraft.

Liebe Grüße
von der traurigen

Andrea

BirgitF 22.03.2008 17:56

AW: Vom Gallenstein zum Bauchspeicheldrüsenkrebs
 
Lieber Markus,

Ein stiller Gruß auch von mir...

Birgit

Rotschuepi 22.03.2008 18:04

AW: Vom Gallenstein zum Bauchspeicheldrüsenkrebs
 
Lieber Markus

auch von mir ein stiller Gruß. Schade, dass euch nicht mehr Zeit gegönnt war.
Wünsche dir und deiner Familie viel Kraft für den schweren Weg der vor euch liegt. Habe meine Mutter vor 3 Wochen an diese schlimme Krankheit verlohren und weis wie du dich fühlst.

Liebe Grüße Corinna

christa-48 22.03.2008 20:30

AW: Vom Gallenstein zum Bauchspeicheldrüsenkrebs
 
Lieber markus.
ein stiller gruß auch von mir
christa

jana19 23.03.2008 02:45

AW: Vom Gallenstein zum Bauchspeicheldrüsenkrebs
 
hallo lieber markus....

ich übermittle dir mein tiefstes beileid....

lieben gruß jana

MarkusF 23.03.2008 11:20

AW: Vom Gallenstein zum Bauchspeicheldrüsenkrebs
 
Vielen Dank an Euch alle.

Mir schnürt es die Luft ab, wenn ich sehe wie viele direkt und indirekt Betroffene es doch gibt :cry:

torsten40 23.03.2008 21:45

AW: Vom Gallenstein zum Bauchspeicheldrüsenkrebs
 
Lieber Markus,
mein aufrichtiges Beileid zu Deinem schwerem Verlust und viel Kraft für die kommende Zeit.

Liebe Grüße

Torsten


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