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Das "normale" Leben ist nicht mehr normal, vor allem im Beruf
Hallo,
gelegentlich höre ich mal so Superfrauenaussagen: Ich habe während der Therapien weitergearbeitet. Ich hatte nicht mal Strahlen-/Chemotherapie!!!!!!! Mir fehlt jegliche Berechtigung, wenn ich mal wieder was vergessen habe, etc. zu sagen, dass es an der Chemobirne läge! Und trotzdem fühle ich mich so. Nicht belastbar! Weichei! Ich habe seit drei Tumoren, drei OP's (Narkosen), einem diagnostizierten Fatigue im kognitiven (geistigen) Bereich und einer ausgeprägten Eisenmangelanämie, die laut letztem Blutbild behoben sein soll, feststellbar, nicht mehr die gleiche Leistungsfähigkeit, wie vor der Diagnose. Mit der Rückkehr in den Pflegeberuf (ambulanter Dienst) möchte mein Arbeitgeber mich wieder, je nach Bedarf (und der ist immer da, weil die Kopfzahl (Personalzahl) niedrig gehalten wird) voll oder mehr einsetzen. Da das Gespräch mit dem AG immer näher rückt, wüsste ich zu gerne, wie es euch ergangen ist. Welche Ergebnisse gab es? Was wurde verhandelt? Welche Kompromisse wurden gefunden? In welcher Form ist/konnte der AG auf die Einschränkungen von Euch/Dir eingehen? Hat es berufliche Veränderungen gegeben? Innerhalb der gleichen Firma? Wie ging es weiter? Liebe Grüße und auf viele Antworten hoffend Ute |
AW: Das "normale" Leben ist nicht mehr normal, vor allem im Beruf
Hallo Ute,
ich wurde Anfang Januar und Anfang März operiert und hatte auch keine Chemo. Die Bestrahlung hab ich gut weggesteckt, die AHT hat bei mir fast keine Nebenwirkungen. Im August bin ich nach Hamburger Modell wieder eingestiegen. Mir ist zu Hause die Decke auf den Kopf gefallen. Angefangen habe ich mit 3 Stunden, jetzt bin ich bei 6. Ich arbeite im Büro und habe keinerlei zeitlichen Druck. Meine Kollegen einschl. Chefin haben großes Verständnis für mich. Es läuft nicht schlecht, aber von meiner alten Leistungsfähigkeit bin ich ein ganzes Stück entfernt. Mehrere Sachen gleichzeitig machen - schwierig, systematisch arbeiten - geht wenn ich mindestens die doppelte Zeit zur Verfügung habe, längere Texte durchlesen - kein Problem (äh, was stand nochmal auf Seite 1). Ich übe gerade daran, das erstmal zu akzeptieren. Es ist aber schon bitter, wenn Aufgaben, die man immer gern gemacht hat, jemand anderes bekommt. Da muss ich aber auch einsehen, dass es richtig ist. Ich hoffe, dass sich das irgendwann ändert. Ganz wichtig ist, was Marianne gesagt hat: Du und Dein Chef ihr müsst ehrlich zueinander sein. Wie soll er sonst wissen, was bei Dir geht. Schließlich geben wir uns ja auch viel Mühe, gesund auszusehen. Auf keinen Fall darfst Du Dich selbst unter Druck setzen. Das geht mit Sicherheit nach hinten los. Ich werde bis 19. Oktober nach Hamburger Modell arbeiten, danach mache ich erstmal 2 Wochen Urlaub, tja und dann … mal gucken. Liebe Grüße - Klara |
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Hallo Ute,
ich habe während meiner Therapien Chemo/Bestrahlung nicht gearbeitet. Habe mich sogar eine Woche vor OP Krank schreiben lassen, da ich nur noch an diesen blöden Knoten denken mußte und ständig am heulen war. Konnt mich einfach nicht mehr auf meine Arbeit konzentrieren (ich arbeite in einer Behindertenwohnstätte auf der Gruppe) Während meiner Chemozeit bin ich allerdings jede Woche einmal zum Frühstücken auf die Gruppe gegangen, das brauchte ich einfach für mich: meine liebgewonnennen Bewohner sehen und auch die Gespräche mit meinen Kollegen taten mir sehr gut. Ich hatte Ende Januar 2005 die OP, anschließend die Chemo und dann von Juni bis Juli Bestrahlung und bin dann im Oktober bis Anfang November in Reha gewesen. Hatte in der Reha große Probleme mit meinem Knie und war dann noch zwei Wochen krank geschrieben. Dann hab ich wieder angefangen zu arbeiten und da ich eh nur eine 20 Stunden Woche hab, auch gleich wieder richtig (also keine Wiedereingliederung) gearbeitet. Anfangs war es ganz schön anstrengend, aber ich WOLLTE es ja so haben und habe tapfer durchgehalten und mein gestecktes Ziel ( mindestens ein Jahr ohne gelben Schein) geschafft. Wenn ich auch manchmal ganz hart an meine Grenzen gestoßen bin. Was sich für mich herauskristallisiert hat, ist das ich es nicht mehr schaffe 6 Tage am Stück mit langem Wochenende in der Mitte zu arbeiten. Habe meine Dienstplan schreibenden Kollegen gebeten darauf Rücksicht zu nehmen, ich denke wir haben nicht umsonst einen Behindertenausweis. Womit ich heute noch Probleme habe ist die Konzentration, wir führen alle 2 Wochen Pädagogische Gespräche und diese müssen protokolliert werden, ich bekomme es einfach nicht gebacken. Mach ich mir Notizen, bekomme ich nichts mehr mit:huh: und dann fehlt mir die Hälfte oder es piekt mich hier oder da etwas und schon sind die Gedanken bei meiner Gesundheit.....ist schon voll doof und ich bin froh wenn ich an dem Tag frei habe. Sehr zu schaffen machen mir allerdings auch die Hitzewallungen/Schweißausbrüche und Gelenkschmerzen in den Knien und Füßen. Mache eine AHT mit zur Zeit noch Tamoxifen. Du mußt schauen was geht und wenn etwas nicht zu schaffen ist, scheue dich nicht davor es auch zu sagen. Es ist niemanden damit geholfen, wenn wir zusammenklappen. Ich wünsche dir alles Gute Liebe Grüße |
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Hallo Zusammen!
Ich hatte Mitte Mai eine Ablatio der rechten Brust und inzwischen schon 5 Chemos hinter mir. Während der ersten drei Chemos mit FEC dachte ich, dass ich wirr im Kopf geworden bin! Lesen (wofür man ja nun mal Zeit hat) ging gar nicht mehr, Einkaufen war ne Katastrophe, Schreiben -naja, Autofahren nur, wenn wenig Verkehr war ...! Nach den 2 folgenden Chemos mit Docetaxel ging es besser, aber oft bin ich verwirrt und ohne jegliche Konzentration und Kraft. Es beruhigt mich ein bißchen, dass es euch auch so geht! Mitte Oktober fahre ich auf Reha und möchte anschließend langsam wieder starten mit der Arbeit. Vorgestellt habe ich mir so 3 Wochen Wiedereingliederung und dann meinen noch ausstehenden Urlaub (noch die vollen 6 Wochen) zu nehmen. Ich hoffe, dass mein Gehirn und Körper dann wieder normal funktionieren. Wenn ich eure Einträge aber lese, schätze ich mich wohl falsch ein und bin zu ungeduldig. :( Mir wurde von der Krankenkasse gesagt, dass bei der Reha entschieden wird, ob und wie lange eine Wiedereingliederung in der Firma vorgenommen wird. Die Ärzte der Reha-Klinik würden sich mit dem Arbeitgeber in Verbindung setzen und alles klären. Jetzt frage ich mich, wie schnell ich diese Entscheidung dann erfahre. Wie war das bei euch? Klara, was beinhaltet das "Hamburger Modell"? Liebe Grüße an Alle Manuela |
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Hallo,
hier mal so eine "Superfrauenaussage" von mir: Ich habe während der Therapie weitergearbeitet - nicht weil es mir ja so super ging oder ich irgendwem etwas beweisen musste, sondern schlicht und einfach weil ich selbständg bin und meine Kunden min. einmal monatlich sehe - fall ich aus, gehen sie woanders hin. Und damit hätte ich dann leider, leider ein anderes Problem: keine Kohle. Deshalb auch keine AHB oder Reha für mich. Auch ich bin weniger leistungsfähig als vorher, ich bin vergeßlich und mache meiner Oma im Demenzendstadium schon fast Konkurrenz, ich bin psychisch labiler und meine Partnerschaft ist nur noch Schrott. Aber ich bin leider auf meine Arbeit angewiesen und habe derzeit keine andere Chance. Denn wer stellt mich schon fest ein? 80 % schwerbehindert, 4 Kinder, demnächst wohl alleinerziehend.......Nein danke, ich würde mich wohl ehrlicherweise auch nicht einstellen. Also, denk ich nicht weiter drüber nach und arbeite einfach weiter wie bisher....zur Erhaltung meiner maroden Leistungsfähigkeit gönne ich mir immer wieder Kuren mit Orthomol immun / vital f. Und ab und an mal Urlaub..... Für das Gespräch mit deinem Arbeitgeber empfehle ich dir auch schonungslose Offenheit, alles andere wäre nicht gut für dich und deine Konstitution. Und egal welche Therapie man hinter sich hat - allein die Tatsache, dass Krebs in uns gewütet hat, ist schon Schwerstarbeit für unseren Körper gewesen. Da darf man auch weniger leistungsfähig sein. |
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Hallo Manuela,
die Ärzte bei der Reha haben sich hinsichtlich Wiedereingliederung rausgehalten. Ich war bei Antritt zur Reha krankgeschrieben und wurde deshalb auch krankgeschrieben entlassen. Die Wiedereingliederung habe ich zu Hause mit meiner Ärztin besprochen. Auch dafür gibt es ein Formular. Das geht dann an den Arbeitgeber und der muss es unterschreiben. Wenn sich dann rausstellt, dass der Plan nicht realistisch ist, kann er auch noch geändert werden. Mein Wiedereingliederungsplan wird zwar wahrscheinlich funktieren, aber ich muss sagen, ich hab das Ganze doch ziemlich unterschätzt. Liebe Grüße - Klara |
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Huhuuu:winke:
hab was vergessen:o...... bin Nebenberuflich Selbständig mit einer mir sehr lieb gewordenen Beratertätigkeit (nein kein Tupper :grin:) und diese hab auch ich während meiner Therapien ausgeführt, wenn auch sehr sparsam. Meine Kunden wußten Bescheid und es war ihnen sogar Recht, das ich nicht so viel gequasselt hab http://www.smilies-smilies.de/smilie...milies/020.gif Liebe Grüße |
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Hallo Pia,
zu deiner Antwort: hier mal so eine "Superfrauenaussage" von mir: Ich habe während der Therapie weitergearbeitet - nicht weil es mir ja so super ging oder ich irgendwem etwas beweisen musste, sondern schlicht und einfach weil ich selbständg bin und meine Kunden min. einmal monatlich sehe - fall ich aus, gehen sie woanders hin. Und damit hätte ich dann leider, leider ein anderes Problem: keine Kohle. Deshalb auch keine AHB oder Reha für mich. Ich denke, dass Ute die Frauen damit meinte, die als Angestellte arbeiten und meinen, dass sie unersetzlich sind bzw. sich gerne mit ihrer Krankheit in den Vordergrund stellen wollen. Allerdings muss man auch hier vorsichtig sein! Einige Frauen gehen lieber arbeiten, weil sie es zu Hause nicht aushalten (familiäre Probleme), weil ihnen die Bude auf den Kopf fällt oder es finanziell zu große Einschnitte gibt. Aber das soll jeder für sich entscheiden! Wünsche dir viel Glück und genügend Power Manuela |
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Hallo Ute,
ich denke, dieser Teilbereich "weiter arbeiten" muss man genau so individuell sehen, wie jeder Verlauf einer Tumorerkrankung. Ich bin selbständig und arbeite ebenfalls weiter. Ich arbeite aber zur Zeit nicht mehr in Projekten der Jugendhilfe oder mit Langzeitarbeitslosen, weil ich diesen Part im Moment mental nicht schaffe. Nicht weil es mich zu sehr belastet, aber ich bin im Moment zu sehr mit mir beschäftigt, so dass ich keine Kapazität habe anderen Leuten da im Momet auf die Sprünge zu helfen. Ehrlich gesagt, empfinde ich es im Moment auch echt als "pille palle", wenn jemand darüber jammert, dass er seit 4 Wochen arbeitslos ist. Einerseits empfinde ich im Moment kein Verlangen, hier unterstützend tätig zu werden, andererseits begebe ich mich dadurch, dass ich all diese Probleme im Moment als ziemlich unwesentlich gegenüber meinem "Problem" empfinde natürlich nicht in eine angemessene Position zur Begleitung der Kunden. Zu deiner eigentlichen Frage: du hast (im Gegensatz zu uns Selbständigen) ja die Möglichkeit einer stufenweisen Widereingliederung. Das sowas in deinem Bereich nicht auf Freudentänze stößt, kann ich mir bildlich vorstellen. Anderseis kann ich mir vorstellen, dass die stufenweise Widereingliederung gerade bei der ambulanten Pflege theoretisch (wenn man mal den Leidensdruck deines Cheffe ignoriert) sehr gut umsetzbar ist. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass gerade in einem helfenden Beruf sich ähnliche Probleme auftun wie bei mir. Ich denke, man hat einfach nicht so viel "zu geben". Stufenweise Widereingliederungen habe ich sehr viele betreut, ich war ja 10 Jahre bei der KK. Wenn ich dir dazu was sagen kann, frag einfach. Ansonsten musst du dir bewusst werden, ob es dir wichtig ist, wie es dir dabei geht oder wie es deinem Chef dabei geht. Drücke dir die Daumen! LG Nicole |
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Hallo Ute30,
ich hab da mal ne Frage. Wie wird eine Fatigue im kognitiven Bereich diagnostiziert? Ich meine wie stellt ein Arzt sowas fest? Meine KK hat im April an meinen Hausarzt geschrieben, daß ich wieder arbeiten soll. Mir wurde eine Wiedereingliederung von 2 Wochen angeboten. d.h. 14 Tage á 4 Std. und danach vollzeit arbeiten. Ich arbeitete im Verkauf (Führungskraft). Mein Chef verlangte ein Gespräch und teilte mir mit, daß meine Position anderweitig besetzt wurde und daß ich als Stellvertretung in einer anderen Filiale arbeiten könnte. 400,--Euro weniger Gehalt. Nach Rücksprache mit meinen Anwalt meinte dieser "Es ist Ihrer Gesundheit sicher nicht zuträglich jetzt mit Ihrem AG zu streiten" Ich habe mich also täglich zjur Arbeit geschleppt und bemerkt, daß ich öfters stolpere ganz ohne Grund. Nach 6 Wochen bin ich gefallen und habe mir das Bein gebrochen. Seitdem bin ich wieder krank. Durch die wenige Bewegung sind die NW der Chemos auch wiedergekommen. Alles SCh..... Mal sehen was mein AG meint wenn ich wieder arbeiten kann. Ganz liebe Grüße |
AW: Das "normale" Leben ist nicht mehr normal, vor allem im Beruf
Hallo Ute
da geht es mir ja nicht alleine so, ich werde auch mit meinem Chef sprechen müssen. Ich bin ziemlich fertig und kann so auf keinenfall weiter Arbeiten. Ich war am Montag bei meinem Hausarzt und der hat mich sofort Krankgeschrieben, ich habe nur noch geheult und wuste noch nicht mal warum, zudem habe ich auch noch eine Entzündung am Finger,( Nagelbett ) die gestern raus geschnitten worden ist und mit einer offenen Wunde darf ich keine Lebensmittel verkaufen. Ich werde nächste Woche auch noch nicht Arbeiten gehen, bin zum Glück auf dem Finger Krankgeschrieben und somit bekomme ich weiterhin Gehalt. Das mein Chef darüber nicht glücklich ist kann ich ja verstehen und deshalb habe ich mir vorgenommen mit Ihm zu reden. Ich werde morgen zur Arbeit fahren und versuchen ihm meine derzeitige Situation zu erklären, denn er verhält sich mir gegenüber schon anders und ich glaube, er merkt das etwas mit mir nicht stimmt, nur hat er nicht den Mut mich darauf anzusprechen. Also werde ich den ersten Schritt machen und das Gespräch suchen, desweiteren habe ich einen Termin bei der Krebsberatung. Ich habe gemerkt das es so nicht mehr geht und ich alleine, das nicht schaffe und darum hole ich mir Hilfe. Ich habe das auch mit meinem Doc besprochen und der findet es gut das ich da hin gehe. So will ich nicht mehr leben. Ich nehme kein Tamoxifen mehr, ich soll Femara nehmen, aber wenn ich damit nicht klar komme, bekomme ich wieder Tam. Es ist erstmal ein Versuch, ich hoffe er gelingt!!!!! Ich drücke Dir ganz fest die Daumen für das bevorstehende Gespräch mit deinem Chef.....:pftroest::pftroest: |
AW: Das "normale" Leben ist nicht mehr normal, vor allem im Beruf
Hallo!
Bei mir wars so, daß ich während der Chemos, Bestrahlungen, Herceptin, Hormontherapie immer schön brav Vollzeit (mit Überstunden) arbeiten war. Aber sicher nicht, weil es mir körperlich so gut ging, sondern weil ich es mir nicht eingestehen konnte, schwach zu sein! Heute, 4 Jahre danach, zahle ich den Preis. Ich bin völlig ausgebrannt und erschöpft. Die Arbeit ist eine Qual für mich und ich gehe extrem widerwillig dort hin. Deswegen entschied ich mich vorigen Sommer auf 30 Stunden zu reduzieren, was bei meinem Arbeitgeber zum Glück ging. Schon bald erkannte ich aber, daß diese 30 Stunden noch immer zu viel sind und ich "musste" heuer auf 24 Stunden (3 Arbeitstage) kürzen. Ein HOCH auf meine Chefin, die das voll akzeptiert :prost:!!! Ich glaube, es ist sehr wichtig, daß man auf die Signale des Körper achtet und wenn er signalisiert, daß es nicht mehr so geht, dann sollte man darauf reagieren (hab ich nach jetzt 4 Jahren erkannt :cool:). Ist jetzt sicher leicht gesagt, vorallem wenn man finanziell auf den Job angewiesen ist. Vielleicht lässt sich aber trotzdem eine Lösung finden. Ich habe mir sehr viel von anderen Frauen im KK abgeschaut und auf 3 Tage zu reduzieren war eine gute Entscheidung, was ich ohne Euch nicht geschafft hätte!! Ich wünsch euch allen, daß Ihr in Eurem Job eine Lösung findet, mit der ihr glücklich und gesund leben könnt! Sonja! |
AW: Das "normale" Leben ist nicht mehr normal, vor allem im Beruf
Hallo,
und ganz herzlichen Dank für Eure Rückmeldungen. So habe ich feststellen können, und das war meine Hauptmotivation, dass ich mit dieser Arbeitsgeschichte nicht alleine bin. Dass es auch gute Ausgänge einer solchen Situation gibt, war mir zu hören ganz wichtig, weil mich die Angst ganz heftig umtrieb. Wie Du, Nicole geschrieben hast, ist dieses Thema so individuell wie der Verlauf der Erkrankung. So wie ich "Superfrau" definiere, wäre ich auch gerne eine gewesen: Stark und aktiv. Weil ich es nicht war, hatte ich das Gefühl versagt zu haben. Dabei bin ich gar nicht auf mögliche Unterschiede zwischen "selbständig" und "angestellt" gekommen. Ich glaube es wird Zeit für mich den Begriff "Superfrau" neu, anders zu definieren. Der sieht nämlich so aus, dass ich das dann bin, wenn ich klar weiß, welchen Weg ich gehen und ohne Angst vor den Konsequenzen agieren will. Einfach, weil ich diejenige bin, die am Besten erkennen kann, was mir gut tut und was nicht. Hatte heute ein Gespräch mit der Ärztin aus dem Brustzentrum, die interessiert war, wie es bei mir weiterging, wie die OP-Resultate vom Januar und Februar waren, wie es mir jetzt geht. War mehr ein privates Treffen, weil die weiterbehandelnde Ärztin meine Gyn ist. Ich habe ihr von meiner Verunsicherung wegen der Arbeit erzählt und zwei ganz einfache Sätze von ihr, 'ich müsse mich nicht erklären' und 'ich sei ihr immer als selbstbewußt und zielgerichtet vorgekommen' haben mich in verblüffender Weise frei gemacht von meinen Befürchtungen und Sorgen. Meine Horrorfantasien hinsichtlich Mobbing und Kündigung, sind einer Selbstverständlichkeit für die Verfolgung meiner Ziele gewichen, die keinen Raum mehr lassen für Zweifel und Selbstabwertung. Ich hoffe, das hält an!!!!!!!!!! Erstmal bis zum Gespräch mit dem AG. ;) Und dann sehen wir weiter. Also nochmal herzlichen Dank, Euch allen. Sonja, schön, dass Du jetzt die richtige Lösung hast. Dein Beispiel zeigt, was geht. Ulla, ich wünsche Dir eine akzeptable Lösung Deiner Arbeitsgeschichte. Ich denke an Dich. Morgen besonders. Evi, ob Fatigue schon als richtige Diagnose durchgeht, weiß ich gar nicht. Das Problem beim Schreiben hier ist, dass ich möglichst kurz, viele Fakten rüberbringen will. Abgelaufen ist es beim Arzt so: Ich bin mit meinen Einschränkungen, geringe Konzentrationsfähigkeit, verliere ständig den Faden, sehe ich eine DIN A 4 Seite Geschriebenes, kommt es mir vor wie ein ganzes Buch, ich lese so gut wie gar nicht mehr, verliere ständig die Erinnerung an gerade begonnene Sachen (ständiges Erwärmen von Teewasser ohne jemals aufzugießen), "vergesse" Töpfe auf dem Herd oder andere Dinge, wenn ich die jeweilige Räumlichkeit verlasse. Meine Wahrnehmung ist eingeschränkt, ich "sehe" Dinge einfach nicht, die vor mir liegen. Ich finde oftmals die "richtigen" Worte nicht. (Ehrlich? Habe manchmal schon an beginnende Demenz gedacht! Gibt da nämlich auch eine sehr frühe Form.) Auf meine Beschreibung sagte dann der Arzt, dass er ein Fatigue im kognitiven (geistigen) Bereich sähe. Soviel zur "Diagnose". Andererseits, wie soll man sowas untersuchen? Konzentrationstests? Ach so, zum Arzt: Er ist ein Allgemeinmediziner mit naturheilmedizinischer bzw. anthroposophischer Ausrichtung. Ja, Nicole, in meiner Arbeit habe ich zuweilen das Problem mich professionell zu verhalten und entsprechend ausgewogen Nähe und Distanz zu üben. Hatte am Montag, wurde mir dann abgenommen, eine Patientin mit Gehirnmetastasen nach Mamma Ca, operiert und mit Beeinträchtigungen bei der Wortfindung. Der Kontakt mit dieser Frau war während des Dienstes auch o.k. Der Nachhall kam dann aber am Nachmittag. Ich werde meine Erfahrungen in meiner Arbeit machen und prüfen und erleben, wie ich damit klarkomme oder auch nicht. Manuela, wünsche Dir, dass Deine Vorstellungen der terminlichen und inhaltlichen Durchführung der Reha, Wiedereingliederung und Deine Urlaubes gut und zu Deiner Zufriedenheit umsetzen wirst. Evelin, ich muss lächeln. Ich habe auch so Ideen wie "ein Jahr keinen gelben mehr". Und war schwer getroffen, dass die Korrekturop eine dreiwöchige Krankschreibung nach sich zog. ;) Jetzt fängt mein Jahr ohne gelb wieder von vorne an. (Ach übrigens: gelb ist out. Die neuen Formblätter sind jetzt bräunlich-rosa, zumindest hier in Ostwestfalen.) Klara, ich habe auch die ganz große Hoffnung, dass mein Hirn wieder besser funktioniert, das, was mich jetzt einschränkt, verschwindet. Marianne, es ist bestimmt ein gutes Gefühl, dass der Arbeitgeber an Deinen Fähigkeiten interessiert ist. Und damit Interesse an Deiner Person deutlich werden lässt. LG Ute |
AW: Das "normale" Leben ist nicht mehr normal, vor allem im Beruf
Liebe Ute!
Ich war diese Superfrau. Wollte mir keine Schwäche erlauben, obwohl der Körper es verlangt hätte. Das war ein riesengroßer Fehler - heute kämpfe ich mit den Folgen meines Stolzes. Ich finde, daß Du am richtigen Weg bist! Du setzt Dich sehr mit dem Thema auseinander und schaust auf Dich!! Das ist wichtig!! ...und sicher der richtige Weg, um wieder gesund zu werden! Ich wünsche Dir für das Gespräch das Allerbeste! Lass mich wissen, wie es gegangen ist!! Schöne Grüße, Sonja! |
AW: Das "normale" Leben ist nicht mehr normal, vor allem im Beruf
Liebe Ute,
ich möchte die Worte von Sonja nochmal bekräftigen. Ich habe bis Anfang 2007 ca. 350 Stunden im Monat gearbeitet. Die meisten Projekte in der Begleitung von Langzeitarbeitslosen, zum Teil auch junge Mütter (mit all denen Problemen, die das Leben so hergibt und die ich mir vorher nicht hätte vorstellen können) - also auch mental belastend. Am 9.1.2007 gegen 15 Uhr bin ich in der Uniklinik langsam wieder zu mir gekommen. Die Zeit ab 9 Uhr fehlt mir bis heute (obwohl ich bei vollem Bewusstsein war). Man hat nichts körperliches feststellen können und ich bin auf eigene Verantwortung nach Hause. Obwohl ich völlig erschöpft war, wollte ich am nächsten morgen ganz normal meine geschäftlichen Telefonate entgegen nehmen. Eine starke Wortfindungsstörung hat mir da einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber anstatt mich mal 4 Wochen komplett aus dem Verkehr ziehen zu lassen, bin ich jeden Tag an meine Grenzen gegangen ( das was eben in dem Zustand machbar war). Dies hatte zur Folge, dass ich bis September (!) immer noch nicht richtig auf dem Damm war. Jede Kleinigkeit hat mich (nervlich) umgehauen. Gedankt hat mir das niemand. Nicht mein Körper, nicht meine Kunden, erst recht nicht mein damaliger Geschäftspartner. Vielmehr hat er mir immer vorgeworfen, dass ich immer noch angeschlagen bin. Seit Mai weiss ich, dass ich an BK erkrankt bin. Am Anfang wollte ich auch komplett weiter arbeiten. Irgendwann hat es aber klick gemacht und ich habe kapiert, dass ich auch das Recht habe, krank zu sein oder etwas nicht zu können. Und ich habe mit kleinen Schritten angefangen (z.B. nicht als erster melden, wenn ein Teammitglied Urlaub machen möchte und jemand einspringen muss). Ich war dann ganz erstaunt, als ich gemerkt habe, dass es für meine Mädels ok ist, wenn ich sage, ich kann nicht. Ich bin dann mutiger geworden und habe sogar gesagt, dass ich für ein Projekt, dessen Leitung ich hatte, nicht an der Pressekonferenz teilnehmen möchte. Die Tatsache, dass die Kundinnen damit gedroht hatten, sich vor der Presse über angebliche "Minderleistungen" von uns Trainern auslassen wollten, bereitete mir echt Stress ( weil ich wusste, dass wir uns den A..... für die Mädels aufgerissen hatten und nur noch die 3 Damen über waren, die so unflexibel wie eine Reihe Feldsalat waren und denen kein Job recht zu machen war). Und siehe da - das war für meinen Auftraggeber auch ok... Mittlerweile bin ich, wie geschrieben, sogar soweit, dass ich in diesem Bereich derzeit gar nicht arbeite, weil das für mich emotional zu anstrengend ist. Ich möchte meine Ruhe. Mein Auftraggeber akzeptiert das und ich kann mich jederzeit wieder "zum Dienst" melden. Ich finde nicht, dass es unprofessionell ist, wenn man nicht immer Distanz waren kann. In meinem beruflichen Umfeld (was die Jugendhilfe betrifft) habe ich in all den Jahren niemanden getroffen, der das immer kann. Ich finde es wichtig, dass du weisst, dass du das Recht hast, "nicht zu können" und du musst dich vor niemandem rechtfertigen, wieviel oder was oder warum. Und wenn du eine gute Arbeitskraft bist, wird dein Chef schon froh sein dürfen, wenn er dich zu einem viertel oder halb wieder hat. Denn dass ist immer noch besser als "ganz weg". Ich glaube, wir haben alle gerade andere Probleme, als vor irgendwelchen Chefs oder Auftraggebern ein schlechtes Gewissen zu haben (und das treibt uns ja letztendlich zu diesen "Gefühlen"). Sorry für den Roman, aber ich fand´s wichtig. Viel Erfolg Nicole |
AW: Das "normale" Leben ist nicht mehr normal, vor allem im Beruf
hihi
so unflexibel wie ne Reihe Feldsalat den merk ich mir lacht Marietta |
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...ich sag ja:
jeder so, wie er WILL und KANN. und dafür muss man sich vor niemandem rechtfertigen... |
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:winke:
....wobei wir wieder beim Anfang sind: w a s ist das "normale Leben" :cool: LG :winke: :winke: |
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Ach ja Ilse,
du liest ja auch gerade "Wer bin ich ? Und wenn ja wieviele?" *grins* Also da alles relativ ist, wird wohl normal auch relativ sein :D Noch was zum Schmunzeln: ich habe mir gestern meine Infusionen abgeholt. Das ist immer ganz schick, weil ich mich so 1-2 Stunden gemütlich in aller Ruhe bei sanfter Musik in dem schicken Ledersessel umflötzen kann. Gestern ertönt nach wenigen Minuten nebenan die Filmmusik von "Tom und Jerry". Ich dachte zunächst, jetzt haben die sich in der Praxis ja wieder mal was charmantes einfallen lassen. Statt Geräte piepsen - Tom und Jerry :tongue Innerhalb kürzester Zeit war aber klar, dass dies das Handy einer Patientin war. Innerhalb vom 30min. hat das Teil 5x geklingelt. 2 mal hat sie selbst gewählt. Sie hat einen Termin verschoben, einen ihrem Mann aufgedrückt ( der nicht willig war und deswegen Schimpfe bekam). Dann war noch das Volksbank KOnto nicht gedeckt und das muss sie sich noch was einfallen lassen, da die Löhne bezahlt werden. Material muss bestellt werden. Ach ja, und zum Schluss hat sie noch jemandem, der ihr offensichtlich nahe stand, mitgeteilt, dass sie neue Metastasen auf der Lunge hat, was aber nichts schlimmes sei. Normal oder nicht? |
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Huhu,
wollte auch nochmal kurz etwas dazu 'melden' ;) Ich merke jetzt während der Chemo-Zeit, dass ich neben der neu gewonnen Vergesslichkeit (das mit dem Teewasser kommt mir bekannt vor :D, hier liegen auch lauter Erinnerungszettel) auch viel weniger belastbar bin. Im Prinzip geht es mir immer nur die eine Woche vor der nächsten 'Dröhnung' wieder halbwegs gut und natürlich könnte man diese Woche mit Arbeit ausfüllen. ABER es ist auch immer die Woche, wo ich liegen gebliebene Dinge erledigen kann, wieder zu Kräften kommen kann und hier im Forum stöbern kann z.B. :prost:. Wenn ich immer diese eine Woche arbeiten wäre, wäre niemanden geholfen, mir nicht, meiner Familie nicht und auch meinem AG nicht. Im Gegenteil, da ich vorher schon, was ich zugegebener Maßen erst jetzt erkannt habe, völlig ausgebrannt und erschöpft war, würde mich das genau wieder aus den Latschen kippen. Deshalb habe ich beschlossen, es für mich und meine Familie nicht zu tun. Die letzten Jahre haben mir so ziemlich jegliche Energie geraubt, wenn ich etwas ändern will und vor allem MUSS, dann eben jetzt, auch wenn da erst solch eine Diagnose herhalten muss. Seit ich denken kann, war ich immer arbeiten, arbeiten, arbeiten, habe jede Menge Überstunden gemacht, habe immer 'JA' geschrien und bin immer nur wie ein Huhn hin- und her gepest (schreibt man das so ?!?!?!?) und habe nicht gemerkt, dass die Akkus leiden. Jetzt wo Kinder, Haus und Garten und die damit verbundenen Aktivitäten noch dazu gekommen sind und ich mich immer und überall für alles zuständig und verantwortlich gefühlt habe, weiß ich, dass man irgendwann einfach nicht mehr kann und sich das eingestehen sollte. Die Reaktionen der Leute sind sehr unterschiedlich, die einen gucken ein ungläubig an, dass man nach solch einer Diagnose und der damit verbundenen Behandlung ÜBERHAUPT noch normal funktioniert und nicht 24h Stunden am Tag auf dem Sofa liegt und schläft :rolleyes: O-Ton: 'Ich würde Rente beantragen und 'Was, du kannst doch jetzt in deinem Zustand nicht joggen gehen!, andere sind der Meinung, ja kein Problem, ist ja nicht mehr so wie früher und überhaupt, gibt ja gegen alles Tabletten und die Haare verliert auch keiner mehr usw., nach dem Motto 'sprich mich bloß nicht an, is ja gar nich so schlimm, nimm deine Medikamente und funktioniere gefälligst wieder wie sonst auch! Ja und genau da hatte ich dann ein schlechtes Gewissen, wenn ich dann immer wieder gehört habe, dass einige sogar Vollzeit arbeiten gegangen sind, weil ich mir dann auch wie ein Schlaffi, Versager oder eben Weichei *winkewinke* vorgekommen bin, so als wenn ich mir meine Müdigkeit und mangelnde Belastbarkeit nur einreden würde, nur um nicht arbeiten zu müssen. Aber davon muss man sich freimachen, jeder merkt am besten, was er schafft oder nicht. @Kimmy Liebe Kimmy, ich denke auch, dass es sehr darauf ankommt, was man arbeitet, wie lange schon, ob es der Traumberuf ist oder zumindest einen gewissen 'Spaßfaktor' beinhaltet oder eben auch, was man sonst noch so für Belastungen hat. Als ich anfing, hatte ich großen Spaß bei der Arbeit, ich habe mich genauso auf das Wochenende gefreut wie auf Montag, bzw. bin ich lange Strecken auch jedes Wochenende arbeiten gewesen und habe mir Hunderte von Überstunden lieber auszahlen lassen, bin von früh bis spät dort fröhlich oder auch krank und auch schon mal Fieber aufgetaucht und war tatsächlich zufrieden, weil ich es gerne gemacht habe. Wenn ich geschafft war, habe ich mich zu Hause hinlegen können, war mein eigener Herr sozusagen, klar ich hatte Freunde, Familie, Haushalt und Sport, aber sonst konnte ich weitgehend alles so einteilen wie ich wollte. DAS ist jetzt anders! Manchmal kam ich (auch schon vor der Diagnose) abends völlig fertig und platt mit den Kindern im Schlepptau nach Hause und dachte 'jetzt bitte 3 Wochen Urlaub oder zumindest 2 Stunden schlafen', GING ABER NICHT! Weil Kinder darauf keine Rücksicht nehmen, wenn sie auch den ganzen Tag hinter sich haben. ALSO musste ich weiter funktionieren! Die Arbeit hatte sich mittlerweile auch durch Übernahmen, Chef-Wechsel usw. drastisch geändert, also weniger Leute, mehr Arbeit, chaotische Organisation, nicht mehr so viel Freiraum usw., dass ich alleine dadurch schon völlig am Ende war. Alle Pläne wurden ständig über den Haufen geworfen, nichts mehr war wirklich planbar und haute einen im wahrsten Sinne des Wortes aus den Latschen. Manchmal dachte ich, bitte lasst mich bei Aldi an der Kasse sitzen oder Briefe austragen, dann hat alles wenigstens eine gewisse Regelmäßigkeit und ist besser planbar, völlig blöd, ich weiß! Und dann kommt sowas! Wer weiß, wenn ich diese Diagnose auch damals bekommen hätte, ohne Kinder und andere Verpflichtungen, wie ich dann gedacht hätte?!? Ich glaube fast, dass ich tatsächlich arbeiten gegangen wäre, aber nicht aus lauter Langeweile, weil mir die Decke auf den Kopf gefallen wäre (damit hatte ich noch nie Probleme), sondern einfach, weil ich Spaß gehabt hätte und ich abgelenkt worden wäre, so wie du! Im Prinzip dachte ich immer, wenn ich früher so etwas gehört habe wie 'Burn-Out', 'na der hat ja nur keine Lust zu arbeiten', jetzt weiß ich es besser!:shy: Ich denke, dass es kaum Menschen gibt, die sich über Jahrzehnte Doppel- und Dreifachbelastungen aussetzen können, ohne dass irgendwann dafür mal die Quittung kommt! Fazit von diesem Roman :D:D:D: auch wenn es schwierig ist, ich probiere mich nicht unter Druck setzen zu lassen, dass ich funktionieren müsste wie immer (fällt mir sehr, sehr schwer) und akzeptiere auch, wenn jemand unbedingt arbeiten gehen möchte und für sich die beste Lösung darin sieht, dass das Leben genauso weiter gehen soll wie bisher! Mein Leben soll sich ändern, wenn nicht jetzt, wann dann? DAS WAR DAS WORT ZUM SONNTAG :prost::prost::prost: LG Maggy, die sich gerade wieder erholt hat (merkt man das?!?!?) und hier rumhängt statt zu putzen :cool: |
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Hallo Ute!
Meine Gedanken nach der Diagnose kurz vor Weihnachten kreisten auch darum, wann ich wohl nach der OP wieder arbeiten können würde. Zuerst habe ich gedacht so 3 Wochen nach der OP müsste wieder gehen. Dann kam die 2. OP im Februar, dann die Strahlentherapie im März/April und danach noch AHB im Mai. Im Juni habe ich entgegen der Empfehlung der Ärzte wieder angefangen zu arbeiten. Ich habe mich noch nie so auf meine Arbeitsstelle gefreut wie nach diesen 5 Krankheitsmonaten. Ich hatte zwischendurch ab und zu etwas gearbeitet, was ich so von zu Hause aus am Computer erledigen konnte oder Kolleginnen beraten, wenn es um mein Arbeitsgebiet ging. Gelegentlich habe ich auch eine Stippvisite an der Arbeitsstelle gemacht. Die ersten Wochen waren sehr hart und ich bin dabei so manches Mal an meine Grenzen gestoßen, was aber auch daran lag, dass die Arbeit nicht gleichmäßig über die Woche zu verteilen ist, sondern es dazwischen immer mal Tage gibt, an denen ich 8 - 11 Stunden arbeiten muss (trotz Wiedereingliederung). Bis jetzt habe ich es aber nicht bereut, wieder angefangen zu haben, weil ich meine Arbeit sehr gern mache. Ich bin mir im Moment jedoch noch nicht sicher, ob mein Wiedereingliederungsplan aufgeht. Im Moment bin ich bei 60%, ab 27. Oktober bei 80% und ab Februar wieder Vollzeit. Vollzeit kann ich mir im Moment noch nicht wirklich vorstellen. Ich bin doch ganz schön erschöpft, wenn ich Nachmittags nach Hause komme und das mit dem Haushalt habe ich auch noch nicht ganz im Griff. Ich merke aber auch, dass ich durch die Anforderungen, die die Arbeit mit sich bringt, auch wieder leistungsfähiger werde. Das mit dem Gedächtnis ist schon besser geworden und es gibt auch wieder Tage, an denen ich fast ohne Pause von Morgens bis Abends durchpowern kann. Ich habe auch gemerkt, dass ich mit meinen Problemen wie rasche Ermüdbarkeit, Vergesslichkeit, eingeschränkte Multitaskingfähigkeit nicht allein bin. Wenn ich meine Kolleginnen so anhöre, geht es ihnen auch ohne Krebserkrankung ähnlich. Meine Kolleginnen sind alle zwischen 51 und 61. Vielleicht empfinden wir die Einschränkungen nur deutlicher, weil der Alterungsprozess durch die AHT abrupter einsetzt. LG Moma |
AW: Das "normale" Leben ist nicht mehr normal, vor allem im Beruf
Hallo,
na, da fühle ich mich ja etwas beruhigt, daß es vielen so geht wie mir!! Aus einem Berufsleben kommend, indem ich machmal Jahre sogar ohne einen "Schnupfen" hatte,habe ich mich ganz schwer getan mit dem beruflichen "Abschalten". Das ging soweit, daß ich schon fast ein schlechtes Gewissen hatte, da die Kolleginnen die entsprechende Mehrarbeit ja übernehmen mußten. Mein Arzt hat mir sagt: machen sie sich von den Gedanken frei, konzentrieren sie sich auf sich, um die Krankheit in Ruhe zu verarbeiten, der Körper braucht das. Das habe ich auch beherzigt, aber es gelingt mir nicht immer! Wenn es mir gut geht,meldet sich das Gewissen wieder und macht mir richtig zu schaffen. Bei mir steht jetzt noch die Reha an (leider nochmal um einen Monat verschoben) und ich habe tatsächlich überlegt, ob ich vorher schon mit der Wiedereingliederung beginne. Wahrscheinlich blöde, gell? Mich würde interessieren, wie lange bei Euch die durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit war (nach OP,Bestrahlungen und AHT). Einen schönen Sonntag Lissi |
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Hallo Lissi!
Aus meinem vorherigen Beitrag geht ja schon hervor, dass ich 5 Monate krank geschrieben war. Ich habe 2 OPs (Brust und Eierstöcke), Strahlentherapie und AHB hinter mir und mache jetzt eine AHT. Ich habe mehrmals meinen Ärzten kräftig auf die Füße getreten, um schneller Termine zu bekommen, was außer bei der ersten OP auch funktioniert hat. Im Januar hatte ich die erste OP, im Juni habe ich mit der Wiedereingliederung angefangen. Ab Februar arbeite ich wieder voll (so ist jedenfalls der Plan). Auch mir wurde gesagt, ich solle mich auf mich konzentrieren und von der Arbeit abschalten. Ich konnte und wollte es nicht. Ich denke, dass es für mich auch so der richtige Weg war. Ich war telefonisch oder per Mail - außer während der Klinikzeiten - für meine Kolleginnen immer ansprechbar, so dass ich bei Problemen intervenieren konnte. Das hat mir, nachdem ich wieder angefangen habe zu arbeiten geholfen, wieder Fuß zu fassen, weil ich über vieles gut informiert war. Mein Arbeitgeber hatte mich darum gebeten, mich "am Stück" krank schreiben zu lassen, weil er nur dann eine Vertretung einstellen könnte. Das hat auch gut funktioniert. Nach 3 Wochen war die Vertretung da, hat allerdings nicht ganz so viele Stunde wie ich gearbeitet. Nach meinen Erfahrungen haben Frauen ohne Chemo so nach durchschnittlich 6 Monaten wieder angefangen zu arbeiten, Frauen mit Chemo nach 12 Monaten. LG Moma |
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Hallo liebe Moma,
da bin ich nochmal. Ich glaube, wir ticken "ähnlich". Auch ich habe kurzfristig nach der OP mal 3 Wochen normal gearbeitet,war allerdings dann auch entsprechend k.o. Mit meinen Kolleginnen hatte ich immer Kontakt, gehe auch mal für 2-3 Stunden für Hilfestellungen ins Geschäft. Dabei habe ich allerdings gemerkt, daß ich für schwierige Problemlösungen nicht belastbar bin und davon nichts hören möchte. Mal sehen, wie es sich weiter gestaltet, habe meine Reha ja auch wie Du in I*****, nachdem ich den ersten zugeteilten Reha-Ort abgelehnt habe. Dort hätte ich noch zusätzlich Depressionen bekommen. Mich beunruhigt nur dieses Auf-und Ab und ich hoffe, daß die Zeit es bringt zum normalisieren. Beste Grüsse Lissi |
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Hallo Lissi,
ich hatte meine OP Ende Januar und Anfang März, danach Bestrahlung und AHB. Mit der Wiedereingliederung habe ich im August angefangen. Ich wollte eigentlich schon eher beginnen, aber da hat meine Ärztin gestreikt. So im nachhinein gesehen hat sie wahrscheinlich recht gehabt. Früher war es kein Thema für mich 10 und mehr Stunden zu arbeiten, jetzt finde ich 6 Stunden schon ganz beachtlich - noch nicht am Montag oder Dienstag, aber im Laufe der Woche dann schon. Ich denke (hoffe) aber, dass es besser wird. Ab November will ich wieder voll arbeiten. Einen anderen Aspekt finde ich auch nicht so unwichtig. Ich hatte ausreichend Zeit, mich mit der Tatsache Krebs zu haben, zu arrangieren. Ich habe mich neu sortiert, Prioritäten neu gesetzt. Ich habe gelernt, auch mal zuzugeben, dass mir etwas zu viel ist. Ich habe gelernt, mit den sehr unterschiedlichen Reaktionen auf meine Krankheit umzugehen. Dadurch habe ich eine gewisse Gelassenheit bekommen, die manches leichter macht - klappt nicht immer, aber immer öfter. Ich denke, man sollte sich nicht zuviel mit anderen vergleichen, sondern rauskriegen, was für einen selbst das Richtige ist. Irgendwie beneide ich Frauen wie Kimmy, aber ich bekomme das so nicht hin. Mittlerweile kann ich das akzeptieren. Liebe Grüße - Klara |
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Huhu, wollte mich auch nochmal kurz melden. Ich habe bei mir auch festgestellt, dass ich viel müder, viel weniger belastbar und tatsächlich ziemlich vergesslich geworden bin :rolleyes: (hat etwas mit der Chemo zu tun, klar). Das Leben geht aber weiter mit 'Allem-drum-und-dran', weshalb ich bisher nahezu überhaupt keine Zeit hatte, mich mit der Krankheit, mein Leben, Zukunft usw. wirklich auseinanderzusetzen. Leider...manche wollen es auch nicht, ich möchte gerne, weil ich dieses 'Ereignis' ja schon für mich und meine Familie nutzen möchte, um mein Leben zu ändern, also etwas Positives aus der ganzen Angelegenheit zu ziehen, weil vorher eben jede Menge auch schief gelaufen ist.
Ich bin im Juni operiert worden und bis 1 Tag vorher noch bis spät abends arbeiten gewesen, weil wir Inspektion hatten und ich gerne alles 'ordentlich' übergeben wollte. Nicht wenige haben gedacht, ich habe sie nicht mehr alle! Nur meine Frauenärztin hat verstanden, warum ich das tue und mich unterstützt. Es hätte mir nicht gut getan eine Woche vorher schon krank zu sein, um mich mental auf die OP vorzubereiten, während ich die ganze Zeit ohnehin nur an den Berg Arbeit und meine arme Kollegin gedacht hätte. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich auch, ich könnte mind. einen Tag in der Woche dort erscheinen um nicht 'raus zu sein'. Aber irgendwie funktioniert es nicht, auch weil ich denke, wenn ich dort genau dann auftauche, wenn ich einen guten Tag habe, dann denken alle, wenn es ihr sooooo gut geht, kann sie doch auch die ganze Zeit kommen. Das will ich nicht, weil ich gemerkt habe, dass mein Leben z.Zt. ziemlich aus den Fugen läuft und es wichtiger ist, das erstmal in Ordnung zu bekommen, damit es dann auch wieder mit der Arbeit läuft. Erst das eine und dann das andere ;) Hat sicher auch damit etwas zu tun, dass ich kaum Zeit habe nachzudenken, die ganzen Termine, Kinder, Einschulung, Geburtstage, Krankheiten usw.. Ich bin richtig beschäftigt, die Arbeit mit dem ganzen Stress und der ganzen Action würde mich komplett umhauen und mir und meiner Familie so überhaupt nicht helfen, deshalb lasse ich es. Ich habe auch nur Kontakt zu 2 Kolleginnen, finden vielleicht auch alle merkwürdig. Aber irgendwie will ich auch nicht angesprochen werden, jedenfalls nicht von den beiden Vorgesetzten, noch nicht... Leid tut mir nur meine Kollegin, weil sie jetzt so viel Stress hat, dass sie bestimmt auch krank wird, bei uns ist es leider so, dass trotzdem die ganze 'Palette' verlangt wird und sie leider auch nicht 'nein' sagen kann, so wie es bei mir auch immer war. Das wird dann ja auch gnadenlos ausgenutzt. Ja und nun ist schon Oktober und ich habe keine Ahnung, wie ich das mit dem Arbeiten mache. Habe auch noch jede Menge Resturlaub und auch Überstunden, wenn ich das richtig verstanden habe, dann wird es bis Ende März gestrichen. Jetzt dachte ich, dass ich das ab Feb/Mrz vor der Reha noch 'abbummel', damit es nicht verfällt, aber dann müsste ich direkt nach der Reha gleich wieder 'voll' ran, weiß nicht, ob das so gut ist. Wenn ich nach dem Hamburger Modell einsteigen würde, könnte ich mir Zeit lassen, wäre aber finanziell ziemlich im Nachteil und der Urlaub wäre weg, obwohl das unfair ist, weil ich ihn ja wegen Krankheit nicht nehmen konnte. Na ja, die Ärztin meinte, ich solle jetzt erstmal die Chemo und Bestrahlung hinter mich bringen und dann nochmal nachdenken. Werde ich tun, es kommt mir auch noch alles sehr unwirklich und kurz vor, OBWOHL schon 4 Monate vorbei sind. Bei den meisten scheint es tatsächlich so zu sein, dass sie MIT Chemo und Bestrahlung so ca. nach 12 Monaten wieder arbeiten (manche schon früher, manche auch erst nach 1 1/2 Jahren) und ohne so ca. nach einem halben Jahr. Hört sich sehr lange an, andererseits sind bei mir ja nun auch schon 4 Monate rum und es sieht z.Zt. nicht danach aus, dass ich dieses Jahr noch arbeiten gehe. Ich glaube, das würde mich bei diesem ganzen Chaos hier auch wieder ziemlich zurückwerfen. Es ist sicherlich eine gute Idee, sein Leben, so gut es eben geht, wieder zu ordnen, vielleicht einige Dinge positiv zu verändern um dann gestärkt wieder 'durch zu starten'. Dann klappt bestimmt alles besser, denke ich. Auch wenn ich immer wieder ein SUPER SCHLECHTES GEWISSEN habe, aber es ist besser so, wenn ich mich zurückhalte, auch meinen Kindern zu Liebe! In dem Sinne, allen eine GUTE NACHT, haltet die Ohren steif und kämpft weiter!!! LG Maggy :schlaf: |
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Hallo @all,
möchte mich auch kurz zu Wort melden und mich Kimmy anschließen: Wenn "Frau" während der Therapien arbeiten möchte (nicht muß !!) halte ich das auch für absolut richtig und legitim. Ich für meinen Teil muß aber sagen, dass ich es leistungstechnisch nicht geschafft hätte, während der Chemo und vor allem während der Bestrahlungen voll zu arbeiten, geschweige denn meine berufliche Weiterbildung weiterzuführen. Die Schule konnte ich während der Chemo noch besuchen, aber "malochen" ??? Nee, das ging echt nicht, obwohl mir mein Beruf wirklich Freude macht. Während der Bestrahlungen, die mich seltsamerweise stärker umgehauen haben als die Chemo, ging zeitweise nix mehr. Insgesamt war ich 9 Monate krankgeschrieben und hatte deswegen nicht den Anflug eines schlechten Gewissens. Zum einen war ich bis zum Zeitpunkt meiner Erkrankung bereits 26 Jahre (ohne nennenswerte Ausfälle) Vollzeit berufstätig gewesen und zum anderen hab ich mir den Krebs ja nicht ausgesucht. Und jetzt ??? Nachdem ich trotz "Chemo-Hirn" meinen Abschluß geschafft hab, bin ich seit Juli d.J. als Berufsbetreuer/Verfahrenspfleger selbständig. Aber keinesfalls 40 oder 50 Std. pro Woche, sondern maximal 20-30 und das reicht mir auch völlig, weil auch ich zugeben muß, dass ich einen Teil meiner Leistungsfähigkeit durch die Therapien/AHT eingebüßt hab. Mir ist schon klar, dass ich großes Glück hab, finanziell abgesichert zu sein und dass mein Mann diese "Teilzeit-Selbständigkeit" voll unterstützt, denn wäre ich auf ein volles Gehalt angewiesen, sähe die Sache natürlich ganz anders aus. Aber ich habe gerade durch meine Krankheit keinen Bock mehr dazu, so wie früher meine gesamte Zeit mit Arbeiten (einschl. Überstunden schieben) zu verbringen. Und ich hab auch schlicht keine Lust mehr dazu - wie früher - ständig zwischen Arbeit und Haushalt hin und her zu hecheln. Insofern kann ich sagen, dass mein Leben jetzt ruhiger und angenehmer verläuft. LG Chris |
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Liebe Chris,
RICHTIG SO!!! :prost: LG Maggy |
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Hi Maggy,
deswegen kann ich Dir nur empfehlen, laß Dir mit dem Wiedereinstieg Zeit(wenns bezügl. der Kohle irgendwie geht). Ich mein, was sind schon 4 Monate, wenn man wie wir eine solche Diagnose und alle folgenden Therapien verkraften muß ?? Im übrigen hab ich in 26-jähriger Berufstätigkeit die Erfahrung gemacht, dass Dir letztlich kein Arbeitgeber "danken" wird, wenn Du so schnell als möglich wieder einsteigst. LG Chris |
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Liebe Chris,
ja, habe ich jetzt schon öfter gehört, auch gestern von der Psychologin, nicht unter Druck setzen lassen, sich selbst nicht unter Druck setzen und sich die Zeit nehmen, die man braucht, so lange es eben auch finanziell möglich ist! Aber es ist halt sehr schwierig für mich zu akzeptieren, dass nichts mehr ist, wie es mal war, andererseits es aber vielleicht auch gerade gut so ist, DASS nichts mehr so ist, wie es war! :rolleyes: Und leider stimme ich dir zu, die meisten AG danken es tatsächlich nicht, entweder man funktioniert oder man funktioniert nicht! Tatsächliches Verständnis ist da eher die Ausnahme, auch wenn man vorher 25 Jahre immer da war und geackert hat ohne Rücksicht auf Verluste. Vielleicht wäre das als AG für mich auch nicht machbar, wer weiß... Alles Liebe Maggy:cool: |
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Hallo, Ihr Lieben.
Hatte heute mein Gespräch mit dem AG. Danke für Eure Wünsche. Wie gut, dass die von der Mitarbeitervertretung dabei war. Immer dann, wenn mir mal die Worte fehlten oder ich etwas Zeit zum Nachdenken brauchte, brachte sie Aspekte hervor, die meine Position gut stützten bis hin zu Informationen, die mich überraschten und dem Gespräch zwischendurch interessante Wendungen gaben. Fakt ist, dass ich mich mit guter Vorbereitung weitestgehend in eine feste Position versetzt habe, die mir half meine Punkte deutlich einzubringen. Der AG behält sich jedoch eine letzte Möglichkeit vor, mich aus dem Rennen zu holen, indem er deutlich machen würde, dass eine halbe Kraft, die "nur" im Frühdienst einsetzbar ist, nicht tragbar für eine Sozialstation sei. Kann aber eigentlich nicht ziehen, denn wir haben reichlich Geringfügigbeschäftigte, die dann arbeiten, wann sie möchten (mehr oder weniger). Er will sich da noch mit der stellvertretenden Pflegedienstleitung auseinandersetzen. Seine übrigen Begründungen, dass dann andere mit Sonderwünschen ihm die Bude einrennen würden, ich also einen Präzedensfall schaffen würde, konnte ich mit der Aussage entkräften, dass ich die Einzige mit einer Schwerbehinderung sei. Den Vorschlag der Mitarbeitervertreterin, dass die Pflegedienstleitung in einer Dienstbesprechung meine Arbeitszeiten aufgrund meiner Schwerbehinderung offen darlegen sollte, fand er nicht gut. Er war "irgendwie" der Ansicht, dass er es nicht könne, mich als behindert/eingeschränkt den übrigen Kolleginnen darzustellen. Ich habe damit kein Problem, wenn er es täte, antwortete ich. Seine Antwort war: Ich solle selbst ein paar Worte dazu sagen (glaubt er, ich traue mich nicht?) und er würde anschließend seine Vorstellungen als Arbeitgeber dazu sagen. Ich habe keine Ahnung, was diese Ziererei soll. Wie seine Darstellung auf meine Formulierung dann aussehen wird, weiß ich allerdings erst Ende November bei der übernächsten Dienstbesprechung. Im Oktober kann ich nicht, da mache ich Urlaub. :grin::grin: In Amerika. Jetzt, wo das Gespräch, zwar nicht gerade hoch befriedigend gelaufen ist, aber ich zumindest Stärke bewiesen habe und nicht umgekippt bin, mich NICHT erklärt und damit für meine Erkrankung entschuldigt habe, kann ich mich auf den Abflug am 14. Oktober schon richtig freuen. Am Donnerstag habe ich noch meine erste Mammo nach den Op's, aber da gehe ich ganz optimistisch hin. Mein Hausarzt hat mir heute auch geraten einen Anwalt im Sozialrecht für ein Beratungsgespräch zu aktivieren. Ich glaube, das ist eine gute Idee. Soweit erstmal. Euch alles Gute. Eure Ute |
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Zitat:
da gebe ich dir Recht,es wird kaum ein AG danke sagen.Habe es auch schon ein paarmal selber Erfahren müssen:( Eigentlich sollte ich jetzt schlauer sein,bin es aber wohl nicht! Bin im September 07 an Bk erkrankt,Chemo,Bestrahlung,Reha hinter mir.... Vor 3 Wochen bin ich mit der Wiedereingliederung angefangen,3tage a 4Stunden.Nach 2Stunden bin ich so total fertig.Dazu muß ich sagen das ich an der Kasse sitze,diesen Job seit 28 Jahren mache,mit Streß vor meiner Krankheit locker umgegangen bin:raucht: Und jetzt kann ich fast gar nix mehr,total nervös,Panikattacken,Angst vor Geld und so weiter.Das schlimme ist jetzt für mich zu merken,ich kann nicht mehr so wie früher:embarasse Die Kollegen und der Chef denken ich bin wieder 100% da,obwohl ich Ihnen klar gemacht habe das ich nicht mehr so arbeiten kann wie vorher.Jetzt gehe ich zur Arbeit mit Magenschmerzen,trau mich nicht etwas zu sagen....weißß im Moment nicht was ich tun soll.... Liebe Grüße Sabine |
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Hallöle Sabine,
ja, das ist wohl eine besch.... Situation, in der Du gerade bist. Wie wär's denn, wenn Du Dich wieder krankschreiben läßt ?? Gleichzeitig würde ich versuchen, einen Antrag auf Teilerwerbsminderungsrente zu stellen. Da könntest Du (soweit ich weiß) Teilzeit arbeiten ?? Geh doch mal zu einem Sozialverband und laß Dich beraten. So wie es jetzt bei Dir läuft, hat's ja keinen Wert oder ? Du machst Dich ja mit der Situation kaputt. LG Chris |
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Hi Chris,
genau das ist der Gedanke den ich im Moment habe! Hoffe das ich am Freitag einen Termin bei der Sozialstation bekomme,sie wollte sich morgen bei mir melden.... Das erschreckende für mich war,zu merken ich kann nicht mehr so wie vorher!Hab mich so gefreut auf die Arbeit und nu das:angry: Sicher kann ich mich weiter krankschreiben lassen,hat mir auch meine Sachbearbeiterin von der KK empfohlen.Wollte aber auch nicht gleich die Flinte ins Korn werfen.Werde jetzt erst mal sehen was mir das Gespräch bringt. Lg Sabine |
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Hallo Sabine,
es tut mir sehr leid, dass Dein Einstieg nicht so geklappt hat. Vielleicht war es doch noch zu zeitig. Ich habe bei mir im nachhinein gemerkt, dass der Kopf viel länger braucht als der Körper. Eigentlich wollte ich Mitte Juni wieder anfangen, meine Ärztin hat da nicht mitgespielt und mich erst Anfang August mit der Wiedereingliederung anfangen lassen (und dann auch nur 3 Stunden). Ich hatte ein total schlechtes Gewissen, weil ich mich so gesund fühlte. Aus jetziger Sicht denke ich, bloß gut, dass ich nicht eher angefangen habe. Ich fühle mich innerlich stärker, kann halbwegs akzeptieren, dass manches nicht so geht wie vorher, habe (auch halbwegs) nein-sagen gelernt und kann auch den anderen gegenüber viel besser artikulieren, wie es mir geht. Das klappt nicht immer so, aber es ist ok wie es ist. Das Erstaunliche ist, andere spüren das und akzeptieren mich so wie ich jetzt bin. Ob ich das ein paar Wochen vorher auch so hinbekommen hätte, bezweifle ich. Setz Dich nicht unter Druck, Du kannst nichts erzwingen. Liebe Grüße - Klara |
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Hallo Klara,
Du hast recht,mann fühlt sich gesund(der Körper)aber der Kopf hinkt noch hinterher.....das hab ich jetzt auch gemerkt!Dachte nach einem Jahr geht alles wieder,ist halt nicht so.Früher konnte ich nein sagen,hab mir auch nichts gefallen lassen,und jetzt steh ich immer neben mir(zumindest auf der Arbeit).Ich werd sehen wie es weitergeht......Im übrigen ist unser Betriebsklima ziemlich mies geworden,denke das trägt auch noch dazu bei. Lg Sabine |
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Liebe Ute,
erst einen auf krank machen und dann in den Urlaub fahren - ja ja....;) Spass beiseite: es ist doch alles toll gelaufen - das wichtigste ist doch, dass DU dich wohl gefühlt hast und DU kein schlechtes Gewissen hast und nicht in eine Erklärungsposition gegangen bist. Man muss halt realistisch sein, in diesem Falle klaffen nun mal Arbeitgeber und Arbeitnehmerinteressen einfach auseinander - das ist doch völlig logisch. Die ambulante Pflege ist ein harter Business und wenn dann eine gute Kraft wie du nur eingeschränkt verfügbar ist, trifft das einen eben hart. Ich habe mal in einer Woche drei Mitarbeiterinnen in der Produktion gehabt, die mir mitgeteilt haben, dass sie schwanger sind (und damit ist die Tätigkeit am Band in drei Schichten sofort erledigt) - da fiel es mir bei der zweiten und dritten dann doch ziemlich schwer, mich noch mitzufreuen, obwohl ich von mir behaupte, dass ich als Chefin immer sehr human war / bin. Ich würde das Beratungsangebot auf jeden Fall nutzen, da ich den Aussagen deines AG entnehme, dass ihm doch nicht so ganz klar ist, was er denn darf oder nicht. Außerdem, warum sollte man solche belastende Situationen alleine durchstehen, wenn man es sich mit einem kompetenten Partner an der Seite einfacher machen kann ? Ich denke, du kennst dein Team gut genug, um abschätzen zu können, wie sie mit der Diagnose umgehen. Ich habe am Anfang nicht gesagt, warum ich auf einmal dies und jenes nicht mehr esse und dafür die ein oder andere Pille schlucke. Dies hing auch damit zusammen, weil ich es einfach nicht aussprechen konnte. "Gewebeveränderung" war das einzige, was ich sagen konnte. Nach ein paar Tagen habe ich es offen gesagt (sowohl in den externen Projekten als auch hier bei uns zu Hause in der eigenen Firma) und alle sind echt gut damit umgegangen - es gibt selbst bei unseren Spezialhochbaufacharbeitern hier keinen, der irgendwie komisch zu mir war, obwohl ich bei den "Harten" Jungs nicht so ganz wusste, wie sie mit dem Thema umgehen können. Aber die sind ganz lieb :) Wie gesagt, kannst aber nur du umschätzen, ob da bei euch ob der Einschränkungen ggf. Neid entsteht. Ich kann mir aber schwer vorstellen, dass jemand auf deinen Brustkrebs neidisch ist :tongue. Falls doch, würde ich einen Tausch anbieten..*g* Auf jeden Fall finde ich es klasse, wie dein Gespräch gelaufen ist und drücke dir weiter die Daumen! Liebe Grüße Nicole |
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Hallo Sabine
was du da schreibst, war bei mir genauso.:eek: Ich sitze auch an der Kasse und konnte früher mit Stress sehr gut umgehen, doch jetzt ist nichts mehr wie früher:embarasse Ich bin auch im Sept. 07 erkrankt u. hatte OP,Chemo, Bestrahlung u. Reha, dann war ich noch ein paar Wochen zu Hause u. bin im Aug. 08 mit der Wiedereingliederung angefangen. Seit 15.09.08 arbeite ich wieder Vollzeit u. ich habe gemerkt das ich es nicht mehr so schaffe wie früher. :( Der stress und die Anforderungen vom Chef waren einfach zu viel, ich habe noch schlechter geschlafen u. war Mittags so fertig das ich jeden Tag geheult habe und gar nicht wusste warum.:embarasse Ich bin zum Arzt gegangen, auch weil ich eine Entzündung im Finger hatte und als ich da saß, war ich immer noch so fertig das ich auch da anfing zu heulen u. Sie hat mich dann Krank geschrieben. :huh: Ich war jetzt 2 Wochen zu Hause und die Zeit hat mir richtig gur getan. Aber ich werde noch mit meinem Chef sprechen müssen, denn er muss wissen was mit mir los ist und das ich nicht mehr so belastbar bin wie vor der Krankheit. Was früher auf der Arbeit 70% Leistung war, sind heute bei mir 100%, das muss ich dem Chef und auch den Kollegen klar machen. |
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Hallo Ulla
dann kannst du ja verstehen wie es mir geht.....habe am Montag einen Termin bei der Sozialdame.So kann und will ich nicht arbeiten,zudem muß ich sagen das unser Betriebsklima total mies ist,war vor meiner Krankheit schon so(konnt ich auch gut mit umgehen) doch durch einen Firmenwechsel ist es noch schlimmer geworden:Dund damit kann ich jetzt gar nicht mehr umgehen.Was mich auch maßlos ärgert das mann mir nur Spätschichten gibt,nächste Woche 3 mal bis 22.00:angry: Ich hab mich ja gut erholt,war die Antwort die ich dann darauf bekam als ich nachfragte warum! Solche Sätze bekomm ich ständig zu hören.... Mal sehen wie es weitergeht. Und bei dir?Hört sich ja auch nicht wirklich gut an Lg von der Küste Sabine:winke: |
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Hallo Sabine,
bei uns hat auch ein Firmenwechsel statt gefunden, hast du vorher auch evt. bei Extra gearbeitet????:confused: Was du so schreibst kommt mir sehr bekannt vor, ich kann so auch nicht mehr Arbeiten. Werde nächste Woche wohl endlich mir selber einen Schubs geben und das schon lange anstehende Gespräch mit meinem Chef machen :huh::huh: Sabine hast du denn einen Schwerbehindertenausweis, denn dann brauchst du nicht bis 22:00Uhr arbeiten, du kannst dann auch zum Integrationsamt gehen und dich beraten lassen und dir auch hilfe holen. Mit diesem Ausweis hast du einen etwas besseren Schutz. Ich habe 70% bewilligt bekommen, ich mache zur Zeit nur frühschicht und wenn ich spät arbeiten muss (bis 20:00uhr), werde ich das ausprobieren. Da ich zum nachmittag hin immer abbaue und nichts mehr so richtig auf die reihe bekomme, werde ich das meinem Chef sagen und wenn ich das nicht schaffe mit der spätschicht, mache ich nur frühschicht. Ich würde dann, falls es damit probleme gibt, auch darauf hinweisen das ich auf grund meines Schwerbehindertenausweis gar nicht bis 20:00Uhr Arbeiten muss. Aber ich hoffe es kommt gar nicht erst so weit, denn so was ist nicht gut für das Betriebsklima. Noch stimmt es bei uns und ich hoffe es bleibt auch so........:) |
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