![]() |
Dcis
Hallo,
ich habe heute erfahren, dass die Biopsie ergeben hat, dass ich DCIS habe, allerdings nicht invasiv. Bin aber trotzdem total verunsichert und würde gerne Erfahrungen austauschen. Im Januar wird dann operiert und da wohl so viel herausgenommen werden muss, soll gleich ein Brustaufbau gemacht werden. Wer kennt das Procedere ? Wie ist die OP ? Wie lange muss ich im Krankenhaus bleiben ? Danke schon mal für alle Infos... Tinka |
AW: Dcis
Hallo Tinka,
ich selber hatte auch ein DCIS. Bei mir wurde erst der fühlbare Tumor( ich hatte einen Knoten, welcher gut tastbar war ) entfernt, der Durchmesser war 1,6 cm. Allerdings musste dann noch wegen nicht sauberem Schnittrandes nachoperiert werden. Dabei wurde dann das verbliebene Gewebe so in der Brust verschoben, dass die Brust eine sehr schöne , etwas ( B statt C) kleinere Form bekam. Nach der brusterhaltenden OP wurde ich dann noch bestrahlt. Das war wegen des Van Nuys Prognose Index [ VNPI ] mit 7 von 9 Punkten sehr wichtig, da ansonsten das Rückfallrisiko sehr hoch gewesen wäre. Also , wichtig für Dich zu wissen wäre, wirst Du noch bestrahlt werden ? Ich denke ja. Und deswegen käme für mich keine Op in Frage, bei der ein Implantat eingesetzt würde. Frag also nach, welche Art von Brustaufbau gemacht werden soll. Besser wäre meiner Meinung nach, den Brustaufbau hinter die Bestrahlungen ( klär das bitte vorher ab ) zu legen. Denn durch die Bestrahlungen kann sich eine Kapselfibrose ergeben, mit der Folge, dass ein SilikonImplantat ausgetauscht werden müsste. Also Schmerzen + Narkose risiko bei Folgeoperationen . Und wenn ein Eigengewebeaufbau gemacht werden soll, dann frag, nach welcher Methode. Denn auch da gibt es Verfahren, welche mittlerweile schon durch andere, bessere ( weil ohne Verwendung von Muskeln) ersetzt worden sind. Aber die älteren OPs werden immer noch gerne gemacht, eben weil viele Chirurgen die neueren Verfahren nicht beherrschen. Und der Operateur muss sich ja auch nicht mit den Beschwerden( Rückenbeweglichkeit, grosse Narben bei Latissimus Dorsi , Bauchdeckenbrüche bei Tram)rumschlagen. Das muss die operierte Frau. Hier eine sehr informative Homepage mit Informationen http://www.brustwiederherstellung.de/ Ist das DCIS Hormonempfindlich ?- meines war es, mit 8 von 12 möglichen Punkten. Also kam dann noch die AntiHormonTherapie auf mich zu. Mittlerweile alles Vergangenheit, schon 6 Jahre vorbei, bis jetzt nix neues . |
AW: Dcis
Hallo Tinka,
im April 08 wurde auch bei mir DCIS in der linken Brust festgestellt. Bei der Mammo hatte man ein ausgedehntes Feld mit Microkalk entdeckt, welches definitiv zwei Jahre zuvor noch nicht zu sehen war. Im Brustzentrum erklärte man mir anhand der Mammobilder, dass es sich mit größter Wahrscheinlichkeit um DCIS handelt. Am 16.05.08 folgte die 1 OP. Zur genauen Bestimmung der Ausdehnung des Microkalkes wurde vor der OP noch ein MRT gemacht und anschließend eine Drahtmarkierung des betroffenen Bereiches. Schmerzen hatte ich so gut wie keine nach der Op. Der Schnitt war ca. 5 cm entlang der Brustwarze. Die Wunde ist sehr schnell verheilt. 3 Tage nach der Op habe ich heim dürfen. Das Ergebnis lag nach 5 Tagen vor. Es war tatsächlich DCIS high grad -nicht invasiv. Leider war nicht alles im Gesunden entfernt somit folgte eine Woche später die 2. Op. Wieder hatte ich so gut wie keine Schmerzen und durfte nach 2 Tagen die Klinik verlassen. Ergebnis 4 Tage später - Resektionsränder frei von DCIS -. Es sollte sich eine Strahlentherapie anschließen. Mit diesem Gedanken konnte ich mich jedoch überhaupt nicht anfreunden. Ich habe mich dann nach vielen Gesprächen mit Gyn. und plast. Chirurg und nach nächtelangem Forschen im Internet- dazu entschlossen eine subcutane Mastektomie mit Aufbau durch Latissimus Dorsi vornehmen zu lassen, das schien mir am sichersten. Keiner konnte meinen Entschluß wirklich verstehen. Die Ärztin im Krankenhaus sagte mir, ich solle doch mal erst die Bestrahlung machen lassen und wenn dann irgendwann wieder was kommt dann könnte ich ja immer noch die Mastektomie machen lassen. Ich würde ja mehr Therapie fordern als bei echtem Brustkrebs. Aber das war mir egal. Für mich war der Gedanke ausschlaggebend- da wo kein Brustdrüsengewebe ist kann auch kein DCIS mehr entstehen. Ausserdem hatte meine Brust durch die 2 Op`s sehr gelitten. Am 26.08.08 bin ich dann zur Mastektomie in die Klinik. Während der OP hat man dann im Schnellschnitt ein 2. DCIS - nicht invasiv - direkt hinter der Mamille gefunden. Es wurde dann- so wie mit dem plastischen Chirurgen im Vorgespräch vereinbart- eine Ablatio gemacht somit mußte die Brustwarze auch entfernt werden. Mein Bauchgefühl hatte mir also doch recht gegeben. Die Operation mit Wiederaufbau hat 6 Stunden gedauert. Am Morgen nach der Op durfte ich bereits alleine aufstehen. Die ersten beiden Tage nach der OP habe ich sehr viel geschlafen. Durch die ca. 15 cm lange Narbe im Rücken und die Drainageflaschen mit Schläuchen unterm Arm fiel es mir schwer eine wirklich angenehme Liege - oder Sitzposition im Bett zu finden. Aber es war auszuhalten. Ich hatte mir alles viel schlimmer vorgestellt. In der Klinik haben sich alle total lieb um mich gekümmert. Nach 11 Tagen durfte ich dann endlich wieder nach Hause. Der letzte der 4 Drainageschläche wurde mir dann 3 Wochen nach der Op gezogen. Da war ich überglücklich- denn es ist schon äußerst unangenehm ständig diese Flaschen an sich hängen zu haben. Jetzt sind fast 3 1/2 Monate seit der Op vergangen. Probleme habe ich noch beim Durchatmen -es ist da so ein Gefühl, als würde ich ein festes Korsett tragen. Die Haut im Rücken ist auch jetzt noch ohne Gefühl. Die Physiotherapeutin hat mir gesagt, dass das wahrscheinlich auch so bleiben wird. Aber ich glaube, dass jede Op- Methode ihre eigenen Vor- und Nachteile hat und es ist nicht zu verleugnen, dass jeder Brustaufbau ein nicht unbedeutender Eingriff für den Körper darstellt. Ich hatte mich für diese Art des Wiederaufbaus enschieden, weil der plast. Chirurg mir von Silikon abgeraten hatte. Die Brusthaut wäre zu dünn für ein Implantat und das Einsetzen unter den Brustmuskel könnte zu Komplikationen führen. Ein Aufbau durch Bauchfett ging nicht ( war zu wenig ). Letztendlich bin ich über meine Entscheidung wirklich froh- und die neue Brust sieht aus wie echt. Nächstes Jahr soll dann die Angleichung der rechten Brust und der Aufbau der Mamille folgen - aber damit lasse ich mir Zeit. Viele Grüsse aus dem verschneiten Oberschwaben |
AW: Dcis
Hallo, liebe Forumsteilnehmer,
ja, ich (48) stecke seit Oktober auch in dieser DCIS-Geschichte, bzw. sie in mir. Ich hatte im November drei OPs. Bei der letzten hat der Befund ergeben, dass zwar alles erwischt ist, aber an zwei Stellen halt nur 2mm im gesunden Gewebe, was nach den Leitlinien nicht ausreichend ist, da 5mm erst dem "Sicherheitsstandard" entsprechen. Tja, die OPs sollten zwar brusterhaltend sein, davon kann man aber jetzt nicht mehr sprechen, da eigentlich alles unterhalb der Brustwarze weg ist. Jetzt folgen noch 30 Bestrahlungen. Ich hatte vor 2 Wochen schon ein Gespräch mit einem Arzt, zu dem ich wegen des Wiederaufbaus gehen möchte. Der Uni-Klinik meiner Stadt, bei der die 3 OPs durchgeführt worden, möchte ich mich nicht mehr unbedingt anvertrauen, da sie mich doch ziemlich massakriert haben (kosmetisch gesehen). Bei dem erwähnten Arzt und meiner Schwägerin, die selber Gynäkologin ist, hat das OP-Ergebnis (auch wieder nur kosmetisch gesehen)ein kleines Entsetzen ausgelöst. Na gut, das nur am Rande. Die verschiedenen Arten des Wiederaufbaus haben wir durchgesprochen und sind bis jetzt zu dem Ergebnis gekommen, dass aus der noch vorhandenen Brusthälfte mit dem, was noch da ist, ohne Implantateinsatz die Brust neu aufgebaut und die andere Brust entsprechend verkleinert wird. Klingt soweit ganz gut, statt Cup B halt A und ein paar Narben. Inzwischen werde ich aber immer unsicherer, ob das eine gute Entscheidung ist, da ich allmählich das Gefühl bekomme, mit meinen Brüsten zwei Zeitbomben mit mir herumzutragen. Und ich auch nicht ganz glücklich über die anstehenden 30 Bestrahlungen bin. Manchmal denke ich darüber nach, ob ich eine Radikallösung wählen soll und sagen, na gut, beide ab und neu gemacht (dann halt doch mit Silikonimplantat o.ä.). Aber ich kann mir nicht so recht vorstellen, wie das dann ist, wenn die Brüste als - sagen wir mal erogene Zone - nicht mehr vorhanden sind. Ich bin mir auch noch nicht ganz klar darüber, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass der ungeladene Gast DCIS sich erneut einnistet oder sich schon irgendwo anders rumtreibt. In diesem Fall kann ich auch nicht auf meine Familiengeschichte zurückgreifen, da ich nur Brüder habe, meine Mutter nur Brüder hat und meine Großmutter mütterlicherseits als junge Frau gestorben ist (Kindbett). Nachdem die Bestrahlungen nun bald beginnen sollen, fühle ich mich etwas unter Zeitdruck, eine Entscheidung zu fällen. Und verfalle zusehends in größere Ratlosigkeit. Natürlich habe ich mich ausführlich mit meiner Schwägerin als Fachfrau unterhalten. Aber als Nichtbetroffene kann sie mir auch nicht wirklich bei der Entscheidung helfen. Deswegen wende ich mich in diesem Forum nun an Betroffene und fände es sehr nett, wenn ich die eine oder andere Antwort oder - besser gesagt - den einen oder anderen Denkanstoss bekäme. Euch allen wünsche ich alles Gute Marie-Theres |
AW: Dcis
Hallo Tina 61,
erst nachdem ich meine Antwort abgeschickt hatte, habe ich Deinen Beitrag gesehen. Wir haben uns sozusagen überschnitten - o je, schon wieder schneiden. Ich glaube, die Sache mit dem Bauchgefühl haben wir gemein. Und Dein Bauchgefühl hat Dich ja nicht getrogen. Allerdings finde ich die Vorstellung eines Brustaufbaus durch die von Dir gewählte Methode auch nicht so prickelnd. Die Drainageschläuche und -fläschchen etc. würden mich nicht stören. Kenne ich inzwischen. Aber eine Gefühllosigkeit am Rücken mag ich mir nicht so richtig vorstellen. Ist wohl auch eine recht große Narbe, oder? (Ja, entschuldigung, habe ich gerade überlesen, dass die Narbe tatsächlich 15 cm lang ist, beachtlich, oder?) Und ich habe schon davon gehört, dass evtl. eine Bewegungseinschränkung bleibt. Klingt vielleicht jetzt nach Jammern auf hohem Niveau, als wäre ich auf der Suche nach der idealen Lösung. Naja, wenn ich ehrlich bin, bin ich natürlich genau auf dieser Suche. Ist ja auch eine nicht umkehrbare Entscheidung. Und evtl. lebensrettend. Marie-Theres |
AW: Dcis
Hallo Marie-Theres,
schön, dass du geantwortet hast. Übrigens sind wir fast gleich alt ich bin 47. Glaube mir auch ich habe mir die Entscheidung für Mastektomie nicht leicht gemacht. Mein Frauenarzt hat zu mir gesagt ich solle das tun, womit ich am besten leben kann und zurecht komme. Und das kann für jede Frau etwas anderes bedeuten. Für mich war klar, dass ich mit einem faulen Kompromiss nicht klar komme. Und ich habe mir gesagt - warum soll ich den Rest Brustdrüsengewebe an der sowie total deformierten Brust behalten und das Risiko eines neuen DCIs eingehen, wenn ich sowieso eine Korrektur vornehmen lasse würde. Also war mir klar, dass da alles weg muss und die Brust völlig neu aufgebaut wird. Aber das war meine ganz eigene Entscheidung und wie du schon schreibst die Entscheidung kann einem keiner abnehmen - die mußt du für dich ganz alleine treffen. Und die Ideallösung ist die, mit der du am besten leben kannst. Aber wenn du dich entschieden hast, dann mußt du auch zu deiner Entscheidung stehen. Tina |
betrifft Lat.-Dorsi-Lappen
Hallo!
Wollte mal was beruhigendes zum Latissimus sagen. Ich habe es vor 4,5 Jahren auch als Möglichkeit gewählt. Und durchgeführt. Der Arzt sagte damals, daß ich lediglich kein Extrembergsteigen mehr machen kann (hatte und habe ich nicht vor). Ich hatte den Aufbau links und bin Linkshänderin. Ich hatte nie wirklich Probleme. Höchstens ganz am Anfang beim langen Sitzen im Auto (Rückenschmerzen). Das hat sich aber auch gegeben (fahre oft genug (3-4x/Jahr) zu meinen Eltern alleine mit den Kindern im Auto 650km. Die Gefühllosigkeit am Rücken macht mir nichts mehr aus. Höchstens wenn der Partenr einem den Rücken streichelt, was leider nicht so oft passiert. Jetzt hatte ich leider ein Rezidiv auch mit DCIS + einen invasiven Teil(aber ohne Gefäß-oder Lymphgefäßbeteiligung). Habe mich jetzt für subkutane Mastektomie entschieden (war mir sicherer als wieder brusterhaltend). Habe mir aber gleich introperativ ein Expander einsetzen lassen, da ich ich auf keinen Fall "platt" aufwachen wollte. Anfang kommenden Jahres kann der Expander gegen das Implantat ausgetauscht werden. Die Rekonstruktion der Mamille findet dann erst später statt. Eigentlich wollte der Arzt mir an den Bauch, das habe ich aber kategorisch abgelehnt. Da gehe ich lieber das Risiko einer Kapselfibrose bei vorbestrahlter Brust ein. War heute bei meiner Gynäkologin, die angenehm überrascht war von dem bisherigen Ergebnis. Sie meinte, daß meine Haut keine Anzeichen einer Bestrahlung mehr hat. (Die war vor gut 3,5 J.). Alles Gute für Euch und für die richtige Entscheidung! Liebe Grüße Drea |
AW: Dcis
Hallo Tina,
ja, und wie geht es Dir mit der Gefahr, dass die andere Brust evtl. auch früher oder später betroffen sein könnte? Wie gesagt - Thema Zeitbombe? Und wie ist das, dass man auf einer Seite auf einmal nichts mehr spürt? O.k. bei einer einseitigen Ablatio hat man ja noch die andere Seite. Trotzdem ist das etwas, was ich mir so gar nicht vorstellen kann. Wenn ich selber lese, was ich gerade schreibe, könnte sich der Verdacht aufdrängen, dass es mir hauptsächlich um die kosmetische Seite geht. Nein, das stimmt so sicherlich nicht. Ich bin vielleicht noch gar nicht so richtig zum Nachdenken gekommen, weil von dem Zeitpunkt, ein harmloses Papillom zu entfernen bis jetzt, gerade mal so 6 Wochen vergangen sind. Und ich wurde die ersten paar Wochen von den behandelnden Ärzten nicht wirklich darüber aufgeklärt, dass die Sache bedrohlicher ist, als sie dargestellt wurde. Bis zur 3. Op wurde es einfach nur als Lappalie dargestellt. Och, harmlos, nur Vorstufe, sollte man mal entfernen, hat keine Eile, gibt vielleicht ein kleine Delle in der Brust. Erst vor der 3.OP habe ich meine Schwägerin hinzugezogen, weil's mir dann gar nicht mehr harmlos vorkam. Was mich dann wirklich alarmiert hat, war die Tatsache, dass ich nach der letzten OP, wie auch bei den vorhergehenden, am Spätnachmittag nach Hause gehen durfte und mich niemand darauf vorbereitet hat, dass nun die halbe Brust weg ist. Habe ich erst zu Hause gesehen und entsprechend hat es mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Upps! Naja, bevor ich jetzt noch mehr jammere: ich hab's einfach am Anfang nicht ernst genug genommen, was ich jetzt natürlich sehr bedaure und mich deswegen etwas umfassender informieren möchte. In diesem Sinne, hoffend auf Austausch, Marie-Theres |
AW: Dcis
Schön, dass wir jetzt am Punkt Bestrahlung angekommen sind. Ich fürchte, da bin ich auch schon wieder zu blauäugig. Was weiß ich bis jetzt darüber: Es kann die Brust nochmal verändern, gut, sei's drum. Man sollte sich mindestens zweimal am Tag eincremen, es kann zu Abgespanntheit führen, die Haut wird gereizt, "angekokelt" und es führt zu Spannungsgefühlen.
Aber wenn Drea erzählt, dass sie nach 3,5 Jahren nichts mehr von der Bestrahlung spürt, gibt mir das doch noch mal sehr zu denken. Ja, wie lange spürt man denn was davon? Und was denn genau? Der Arzt, der wohl den Aufbau durchführen wird, hat mir natürlich gesagt, dass die Bestrahlung die Haut in Anspruch nimmt, aber was ist denn nun genau in Anspruch nehmen? Im Prinzip bräuchte man eine Art Skala, die einem klar macht, was denn dann passiert. Kleine Spannungsgefühle oder verbrannte Erde? Seid mir bitte nicht böse, wenn ich so naiv frage, aber ich denke doch, von Leuten, die's durchgemacht haben, kann man besser erfahren, was es wirklich bedeutet, nicht nur im klinischen Sinn. Marie-Theres |
AW: Dcis
Hallo,
danke für die vielen Antworten bzgl. Brustaufbau. Ich weiß gar nicht, ob ich das alles überhaupt will, also Brustaufbau. Gut, ich bin erst 39 Jahre alt, aber mein Mann sagt, er liebt mich egal wie...somit bin ich jetzt gerade der Meinung: hauptsache ich werde wieder gesund !!! Sollen sie alles wegschneiden und ich will meine Ruhe damit haben und keinen zusätzlichen Stress und Schmerz mit Brustaufbau. Was mich aktuell viel mehr stresst ist die Tatsache, warum man mir sagt, dass ich keine Nachbehandlung brauche und hier alle zumindest von Bestrahlungen oder von Hormontherapien sprechen. Warum sagt mein Arzt, dass nach der OP nichts mehr gemacht wird ? Und wie lange bin ich im Krankenhaus ? Ich habe zwei kleine Kinder... Und bekommt man immer wieder DCIS,auch wenn jetzt alles entfernt wird ? Viele Grüße Tinka |
AW: Dcis
Hallo Tinka,
DCIS ist die harmloseste Variante von Brustkrebs, aber ebenso die schwierigste zum Behandeln, weil man nie genau weiss, ob alle Zellen wirklich wegoperiert worden sind. Denn die Zelle, wenn noch nicht verkalkt, ist mikroskopisch klein und der Chirurg sieht sie von blossem Auge nicht. Daher ist es bei DCIS oft so, dass die Schnittränder zu klein sind. Ich hatte Februar 2007 die 1.OP, d.h. offene Biopsie. Resultat DCIS, aber Schnittrand nicht sauber. 2. OP. Alles sauber ok. Dann 30 Bestrahlungen. Ich habe nie darunter gelitten. Habe immer die Haut gut eingesalbt und hatte nicht einmal eine gerötete Haut. Schon einige wenige Wochen nach der letzten Bestrahlung war der Haut nichts mehr anzusehen. Leider kam bei der 1. Nachkontrolle wieder ein Mikrokalk zum Vorschein. D.h. 3. OP mit dem Resultat, dass der Schnittrand wieder nicht ganz sauber ist. Also 4. OP. Da stellte sich die Frage, Ablatio oder nicht. Mit dem Gynä. und dem Onkologen haben wir uns für eine engmaschige Kontrolle entschieden. Nach 6 Monaten war ich "sauber". Keinen neuen DCIS. Nun steht in einer Woche wieder eine Nachkontrolle vor der Tür und ich habe schon jetzt Panik. Wie wird sie ausfallen? Werde ich es bereuen, keine Ablatio gemacht zu haben. Eins habe ich gelernt hier im Forum. Die richtige Entscheidung ist fast unmöglich und für jede Frau verschieden. Und jede Entscheidung ist verdammt schwer(sorry das Wort). Ich werde Euch in einer Woche das Resultat der Nachkontrolle mitteilen. Vielleicht hilft es der einen oder anderen bei der Entscheidung. Schönes Wochenende wünscht Euch Skibber |
AW: Dcis
Hallo Marie-Theres,
die Angst auch an der anderen Brust zu erkranken ist natürlich da. Mir wäre es damals am liebsten gewesen- beide Brüste ab dann mit Silikon auffüllen und fertig- . Der plastische Chirurg hat mir davon abgeraten. Eine gleichzeitig beidseitige Mastektomie mit Aufbau Latissimus Dorsi hat er abgelehnt.- Nach der Op war mit klar warum- das hätte keiner ausgehalten. Mein Mann mit dem ich seit 26 Jahren verheiratet bin, hätte damit kein Problem gehabt- hat er jedenfalls gesagt. Manchmal kommt so leise der Gedanke - statt dem Angleichen der rechten Brust, was ja nächstes Jahr gemacht werden soll, vielleicht auch rechts die Mastektomie und Aufbau machen zu lassen. Aber darüber möchte ich jetzt noch nicht nachdenken. In der nächsten Woche habe ich meinen ersten Termin zur Nachsorge- Ultraschall der Brust- davor habe ich ziemliche Angst. Auch bei mir haben zu Anfang der Erkrankung die kosmetischen Aspekte eine grosse Rolle gespielt, damit habe ich mit dem eigentlichenThema DCIS abgelenkt. Und ich schaffe es bis heute noch nicht, mich nach dem Sport in der Gemeinschaftsdusche zu zeigen, denn eine Brust ohne Brustwarze sieht ziemlich kahl aus. Vorallem sieht jeder- ohje die muß ja eine schreckliches Schicksal haben. Ich konnte auch nicht damit umgehen, dass jeder Arzt diese Erkrankung völlig unterschiedlich eingeschätzt hat. Da war die Rede von harmloser Vorstufe bis zu bösartiger Erkrankung und auch die Aussage : bei so ausgedehntem DCIS ist ein Teil immer invasiv -auch wenn es der Pathologe nichts gefunden hat. Hier liegt auch das eigentliche Problem - was stimmt wirklich ? - es kann einem aber keiner sagen. Für invasiven Brustkrebs gibt es Leitlinien, nach der sich die weitere Behandlung richtet. Diese Leitlinien gibt es für anscheinend DCIS nicht. Aber eines ist klar, seit der Mammographie am 18.04.08 hat für mich ein völlig anderes Leben begonnen. Vieles was ich bis dahin als wichtig empfunden habe, ist zur Nebensache geworden. Seltsamerweise kann ich mich heute an Dingen erfreuen, die ich vorher nicht gesehen habe. Tina |
AW: Dcis
Hi,
ich kann den letzten Beiträgen nur beipflichten. Die Infos und Einschätzungem zum DCIS sind sehr unterschiedlich. Dies hängt wohl auch damit zusammen, dass in der Regel das DCIS sofort entfernt wird und man von daher gar nicht weiß, wie es sich entwickelt. So sagen die einen, dass die DCIS unterschätzt werden, die anderen sagen, es wird übertherapiert. Letztendlich muss da jede von uns unter Abwägung aller sachlichen Infos den richtigen eigenen Weg finden, denn den Königsweg gibt es nicht. Unter dem Aspekt der größtmöglichen sofortigen Sicherheit ist natürlich eine sofortige Mastektomie, ggf. beider Brüste, die ultima ratio. Das Problem beim DCIS ist, dass selbst bei einer Mastektomie betroffene Zellen verbleiben können. Und dass man vor OP, also zum Beispiel durch die Biospsie nicht sagen kann, ob im DCIS invasive Teile vorhanden sind, da die Stanze ja immer nur Teile des Tumors erwischt. Ich finde es durchaus berechtigt, mir über das kosmetische Ergebnis gedanken zu machen, denn wenn ich schon Krebs habe, möchte ich doch für mich die optimale Lösung haben. Meine Freundin hat einen Wideraufbau durchführen lassen, der einfach wunderschön geworden ist - sie war bereits nach einer Woche aus dem KH draußen und auch sonst war der Heilungsverlauf sehr schnell. Ich selbst habe das DCIS seither nicht operativ entfernen lassen. Sammle einfach so viele Infos, wie´s geht und finde dann deinen Weg. Reine DCIS Zellen zu bestrahlen, macht keinen Sinn, da das DCIS gegen Bestrahlung resistent sind. Viele Grüße und alles Gute dir Nicole |
AW: Dcis
Hallo Tinka,
Du schreibst, dass Du Dir überlegst, keinen Brustaufbau machen zu lassen. Ich war in einer ähnlichen Situation wie Du (ausgedehntes high-grade DCIS, das mit Ablatio behandelt werden musste) und habe mich gegen einen sofortigen Brustaufbau entschieden, weil mir alles zu schnell ging und das Aussehen erst mal weniger wichtig ist. Ich wollte mich erst richtig kundig machen und später den Brustaufbau machen. Mittlerweile würde ich mich aus folgendem Grund anders entscheiden: Bei einem DCIS ist eine sog. subkutane Mastektomie möglich, d.h. lediglich das Brustdrüsengewebe wird entfernt, die Haut wird belassen. Die Brust wird sofort (z.B. durch Einsetzen eines Expanders) aufgebaut und dadurch kann die Haut "gerettet" werden. Wenn die Brust ohne Sofortaufbau amputiert wird, muss auch die Haut weggenommen werden und ist unwiederbringlich verloren. Einen Expander kann man wieder entfernen und jederzeit einen Brustaufbau nach der Methode der Wahl durchführen. Das solltest Du beachten, wenn Du Dich gegen einen sofortigen Brustaufbau entscheidest. Ich kann Dir auch aus eigener Erfahrung sagen, dass es ziemlich deprimierend ist, mit nur einer Brust zu leben (auch wenn zunächst nur zählt, das Biest loszuwerden). Ich habe heute wieder eine zweite Brust aus Bauchfett (DIEP Flap) und bin sehr glücklich damit. Wenn Du noch Fragen hast, kannst Du mir eine PN schreiben. Alles Gute! Sylvie |
AW: Dcis
Zitat:
Zuerst wollte ich auch den sofortigen Wiederaufbau mit Eigengewebe, aber einen Tag vor der OP hatte ich große Angst vor riesigen OP und habe mich umentschieden. Ob ich einen Aufbau machen werde weiß ich noch nicht, denn auch mit ausgeschnittenem T-shirt, sieht man von "aussen" nichts. Viele Grüße Ines |
AW: Dcis
Zitat:
@ alles was keinen zins zahlt, muss weg: ich bin 38 jahre und habe in den letzten 9 wochen genau das hinter mich gebracht. DCIS, 1.OP, nicht im gesunden entfernt, 2. OP und die war eine beidseitige mastektomie (ablatio) mit sofortaufbau mit silikon. weg damit, alles muss raus und zwar so rasch wie möglich. also ich sehe das so wie du! @ bestrahlungen/behandlungen: ich habe KEINE chemo, KEINE bestrahlungen, weil meine lymphknoten frei sind. lediglich die AHT (antihormontherapie) muss ich auf 5-8 jahre machen, also schuss in den künstlichen wechsel. wie du siehst, sollte auch diese OP meine letzte sein und es sollte nichts mehr gemacht werden. @ KH-aufenthaltsdauer: ich wurde am 7. postoperativen tag entlassen und werde noch lange in krankenstand sein. immerhin ist das ein langer und schwerer eingriff gewesen. wenn du genaueres wissen willst, schreib mir eine PN bitte. @ rezidiv: ja, es kann ein rezidiv auftreten, allerdings liegen die chancen bei ca. 5% lt. arzt. ich selbst werde ziemlich sicher ein rezidiv haben, allerdings lokal, da die letzten tumorzellen nur mehr an der haut liegen. sie können aber dadurch nicht streuen, also nicht allzu beunruhigend. bei der ablatio entscheiden die ärzte selbst, wieviel unterhaut-fettgewebe sie zurücklassen. wenn sie viel über den implantaten zurücklassen, ist die gefahr des rezidivs hoch, nehmen sie viel gewebe weg und es bleibt fast nur mehr haut zurück, ist die gefahr des rezidivs gering, allerdings ist die wundheilung postoperativ gefährdet. ich hatte glück, wenig gewebe noch da UND trotzdem eine schöne wundheilung.... hoffe, dir damit geholfen zu haben. bei fragen - schreib ne PN! lg christa |
AW: Dcis
Hallo Marie-Theres,
"Schön, dass wir jetzt am Punkt Bestrahlung angekommen sind. Ich fürchte, da bin ich auch schon wieder zu blauäugig. Was weiß ich bis jetzt darüber: Es kann die Brust nochmal verändern, gut, sei's drum. Man sollte sich mindestens zweimal am Tag eincremen, es kann zu Abgespanntheit führen, die Haut wird gereizt, "angekokelt" und es führt zu Spannungsgefühlen." Zum Thema Brustaufbau kann ich ich nichts sagen, aber ich hatte nach BET 33 Bestrahlungen und habe mich - rückblickend betrachtet- umsonst gefürchtet. Natürlich zählt der Strahlentherapeut im Aufklärungsgespräch eine Liste möglicher NW bzw. Strahlenschäden auf. Er differenzierte dabei bei mir aber sehr wohl zwischen theoretisch möglichen (z. B. Nekrose) und den häufigen und wahrscheinlichen. Als da wären: -langsame Rötung (gut pflegen!), -zeitweise leichte ziehende oder dumpfe Schmerzen (gut auszuhalten), -z.T. leichte Ödeme (von außen nicht sichtbar, bilden sich nach einigen Monaten zurück). -Müdigkeit während der B. (viel schlafen, sich nicht zuviel zumuten) -Verhärtung im Boost-Bestrahlungsbereich (bildet sich in einigen Monaten restlos zurück) -zum Ende hin Hautrötung, die sich innerhalb weniger Wochen in Bräune verwandelt. -Keine dauerhafte Beeinträchtigung - ist jetzt 9 Monate her bei mir. Ich fand das alles nicht sonderlich belastend (nur lästig, wegen der ständigen Fahrerei!) die Ängste vorher waren wesentlich schlimmer.... Ich habe übrigens irgendwo gelesen,, dass sich die Brust nach 2 Jahren wieder regeneriert hat. Vielleicht konnte ich dir damit ein bißchen helfen! Liebe Grüße angi |
AW: Dcis
Hallo,
hatte hier jemand eine Mastektomie wegen DCIS ohne Wiederaufbau und wurde dabei auch die andere Seite angeglichen wegen der Symmetrie ? Bei mir wurde das nämlich abgelehnt. Ich hätte lieber zwei Minibrüste ohne Risiko...und das bekomme ich nicht. Hilfe ! Gruß Tinka |
AW: Dcis
Hallo Skibber,
ich hoffe, es war alles o.k. bei deiner Nachsorgeuntersuchung. Meine 1. Nachkontrolle seit Mastektomie war letzten Dienstag. Es wurde aber nur Ultraschall der gesunden Brust gemacht. Habe das alles nicht verstanden. Weshalb Ultraschall ? Ein neues DCIs wäre doch damit gar nicht zu finden. Der Gyn. sagte jedoch das reicht aus. Nächstes Jahr im April dann Mammo aber auch nur der gesunden Brust. Habe ihn dann darauf angesprochen, dass ja ggfs. auch noch restliches Brustdrüsengewebe in der betroffenen Brust zurückgeblieben sein kann. Wollte er nichts von wissen. Vor Weihnachten wollte ich mich aber nicht mehr mit ihm auseinandersetzen. Was wurde bei dir bei der Nachkontrolle gemacht? Viele Grüsse Tina |
AW: Dcis
Hallo an alle,
kurz meine Story für diejenigen die sie noch nicht kennen. Februar 07: Routine-Mammographie- offene Biopsie = DCIS April 07: Resektion und Sentinellenlymphdrüse Juni-Juli 07: 30 Bestrahlungen August 07: Beginn mit Tamoxifen 20mg Okt 07: 1. Nachkontrolle es war wieder oder noch immer Mikrokalk November 07: 2 Nachresektionen Dezember 07: Gespräch mit Gynäkologen und Onkologen ob Ablatio oder nicht. Da bei DCIS zum Glück Zeit bleibt um einen Entscheid fällen, haben wir uns 6 Monate Zeit gelassen. Juni 08: Nachkontrolle und es wurde nicht der kleinste Mikrokalk gefunden 19. Dez. 08: Also vor 4 Tagen erneute Nachkontrolle UND ES WURDE NICHT DER KLEINSTE MIKROKALK GEFUNDEN. Resultat: Bis jetzt bin ich auch ohne Ablatio ohne Rezidiv geblieben. Ich nehme ganz zuverlässig das Tamoxifen und habe damit keine Probleme. Die Schweissausbrüche in der Nacht nehme ich gerne auf mich und alle Gebärmutterkontrollen waren ok. Hie und da habe ich Wadenkrämpfe die ich mit Magnesium in den Griff bekomme. Auch ernähre ich mich nach dem Buch von David Servan-Schreiber und dem Buch " Krebs liebt keine Himbeeren". Dass ich auf eine Ablatio verzichtet habe soll niemanden beeinflussen, nur zeigen, dass es verschiedene Wege gibt. DCIS ist zum Glück eine Vorstufe von Krebs, aber auch der Krebs, der am meisten verunsichert, da nur schwer feststellbar ( oft nur Mikrokalk, also keine fühlbaren Tumore) und oft über-oder unterbehandelt. Ich wünsche Euch allen schöne Festtage und vorallem ein neues Jahr, das unserer Krankheit gut gesinnt ist. Skibber |
| Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 16:27 Uhr. |
Powered by vBulletin® Version 3.8.7 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2026, vBulletin Solutions, Inc.
Copyright © 1997-2025 Volker Karl Oehlrich-Gesellschaft e.V.