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"geheilt" "unheilbar" wie verkraftet man den Übergang?
Ich muss meine Gedanken hier einmal loswerden, mit denen ich mich seit Wochen herumquäle, ich hoffe, es ist okay und ich ziehe niemand runter.
Ich habe alles über die Tumormarker hier und woanders gelesen und zur Kenntnis genommen. Außerdem haben es mir mindestens 4 Ärzte (meine FÄ, meine Schwester und 2 Ärzte bei einem BK-Symposium) überzeugend versichert: Wie wenig aussagekräftig die Tumormarker seien, dass man sich nicht verunsichern lassen solle durch sie. Und das mein CA-15-3 sich noch im Normalbereich befinde. Etcetera etcetera. Aber mit Vernunft ist meiner Psyche scheinbar nicht beizukommen. Meiner nächsten Nachsorgeuntersuchung sehe ich entgegen wie einer Gerichtsverhandlung, bei der mein sicheres Todesurteil verkündet werden wird. Ich zähle die Tage und Stunden, während derer ich mich noch als "geheilt" betrachten darf. Drei Jahre, drei perfekte, gesunde Jahre liegen hinter mir. Ich durfte mich fühlen wie all die anderen, normalen Mensch, für die es keinen Grund gibt zu zweifeln, dass sie 75, 82 oder 104 Jahre alt werden KÖNNEN. Drei Jahre kein Verdacht, kein einziger Fehlalarm, nichts. Drei Jahre lang ist es in jeder Hinsicht mit mir bergauf gegangen, körperlich, beruflich, psychisch, mir geht es besser denn je. Wie werde ich damit umgehen können, wenn das alles sich als Illusion herausstellt? Bis Freitag in zwei Wochen ist die Welt noch in Ordnung. Danach wird - voraussichtlich, wie ich im Moment meine, - alles anders sein. Natürlich weiß ich, dass der erste Schock vorbei gehen wird und ich auch mit Metastasen leben können werde, vielleicht sogar nochmal einige gute Jährchen haben werde. Aber das Ende wird ABSEHBAR. Das ändert alles, oder? Mein stinknormales Alltagsleben, leistungsorientiert, diszipliniert, gut durchorganisiert, ohne große Sorgen, mit viel, heißgeliebter Arbeit und viel Sport - dieses kostbare, stinknormale Leben, wird von dem Moment, wo ich erfahren werde, dass der Tumormarker weiter gestiegen ist, dann für immer vorbei sein. Untersuchungsmarathon, Eierstock-OP, Bisphosphonate, Aromatasehemmer, das vierteljährliche Bangen, dass die Lage sich verschlimmert hat, das wird die erste Phase sein. Die darauf folgenden Phasen male ich mir noch gar nicht aus. Das ist es auch nicht, ich denke noch nicht an das Sterben als solches. Ich werde natürlich kämpfen. Ich werde sogar fröhlich und enthusiastisch kämpfen, weil das so meine Art ist. Aber trotzdem wird alles anders sein als jetzt, in diesem kostbaren Moment, wo ich noch glaube, alles ist gut. Werde ich weiterhin begeistert meine Ausdauer und meine Muskeln trainieren wollen, wenn ich weiß, dass es mit meinem Körper von nun an bergab gehen wird? Wird es mir weiterhin Spaß machen, mir schicke Klamotten und Kosmetika zu kaufen, oder werde ich mich bei jeder Anschaffung fragen, ob sie sich "noch lohnt"? Werde ich noch einfach entspannt und froh sein können, oder wird die Trauer um mein verlorenes Leben mein ständiger Begleiter sein? Ich sehne den verdammten Termin inzwischen regelrecht herbei, ich kann diese meine Gemütshaltung wirklich langsam nicht mehr ertragen. |
AW: "geheilt" "unheilbar" wie verkraftet man den Übergang?
hallo susaloh,
ich glaube, ich kann gut verstehen, was in di vorgeht. hatte ähnliche - ja sogar sehr ähnliche - gefühle, als bei mir einmal die lunge und einmal der TM nachkontrolliert wurde. und auch sonst ist nachsorge so eine achterbahn. genau das, das in einem tag "alles" anders ausschauen kann, dieser gedanke macht mir immer wieder angst, entsetzte mich bisweilen geradezu. irgendwo las ich, dass dieser gedanke, diese angst etwas dmit zu tun hat, dass wir ja genau das erlebten, also ein "trauma" davon getragen haben (die mitteilung einer krebserkrankung ist ein traumatisierendes ereignis). und dieser schock - dieses trauma - lässt uns fürchten, dass dich das wiederholen könnte. mag stimmen, denke ich, und zugleich gibt es ja wirklich diese gefahr. also ist es beides, der nachwirkende schock und die erkenntnis, dass eben wirklich so etwas möglich sein kann, dass es keine sicherheit gibt. du bist sicher nicht allein mit deiner angst! ich wünsch dir, dass die nachsorge entwarnung ergibt. alles gute und einen lieben gruß suzie |
AW: "geheilt" "unheilbar" wie verkraftet man den Übergang?
Hallo Susaloh,
ich kann deine Gedanken und deine Gefühle voll und ganz nachvollziehen. Mir geht es ähnlich wie dir. Bei mir wurde im Mai 2007 BK festgestellt. Ich wurde zweimal brusterhaltend operiert und danach das "volle Programm", 6 x Chemo, 35 Bestrahlungen und seit Dez. 2007 Tamoxifen. Alle drei Monate gehts zu meinem FA zur Kontrolle. Anfang letzten Jahres ging es mir psychisch so schlecht, dass ich zum Psychologen gehen mußte. Depressionen! Und das ich, wo ich immer, trotz meiner Erkrankung ein positiv denkender Mensch war..... Am Montag den 25.1. steht wieder eine Kontrolluntersuchung an. Obwohl es mir eigentlich körperlich gut geht, hab ich unheimliche Angst davor. Du bist also nicht allein mit deinem Probelm. Liebe Grüße Evelin |
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Liebe Susaloh,
ach, wie gut kann ich Deine Gedanken nachvollziehen. Ich wünschte mir nichts mehr, als wenigstens ein paar Jahre nach der Diagnose zu leben und davon auszugehen, dass ich geheilt bin. Leider sind bei mir schon bei der Erstdiagnose Metastasen festgestellt worden. Was soll ich sagen: Man lebt auch damit weiter. Man kämpft gegen die Statistik, gegen Nebenwirkungen und wenn man Glück hat, genießt man das Leben trotzdem oder besser: jetzt erst recht. In den ersten Wochen gabe ich mich auch gefragt: Lohnt sich der Kauf einer Winterjacke überhaupt noch? Jetzt habe ich - auch dank Medikamente, warum auch nicht - eine sehr positive Einstellung. Ich plane, als ob mein Leben ewig dauert, gönne mir Vieles und mache jeden Tag zu einem besonderen Tag. Dennoch bin ich oft wütend, dass mir eben die Zeit genommen wurde, in der ich die Krebs besiegt zu haben glaubte. Ich hätte gerne aus der Krise gelernt und mein Leben geändert. So wie es heute lebe, aber eben ohne die Gewissheit, dass es sehr, sehr begrenzt ist. Ich wünsche Dir von Herzen, dass die nächste Untersuchung ohne Befund ist. Glaube fest daran und versuche Dir erst dann Gedanken zu machen, wenn es soweit ist. Alles Liebe Janny |
AW: "geheilt" "unheilbar" wie verkraftet man den Übergang?
Liebe Susaloh,
ich bin aus einem anderen Forum, aber ich kenne die Gefühle, die einem durch den Kopf gehen, wenn aus einem "geheilt " ein "unheilbar" wird. Mein Mann war geheilt vom Lymphdrüsenkrebs. Es ging ihm gut, wir schöpften gerade wieder Mut und wir waren sicher die schlimmste Zeit unseres Lebens hinter uns zu haben, als er plötzlich aus heiterem Himmel die Diagnose Glioblastom bekam. Ein sicheres Todesurteil. Prognose statistisch unter 2 Jahren. Wie geht man damit um? Ich hoffe zuersteinmal, Du wirst es nicht müssen und alle Deine Sorge entpuppt sich als unnötig. Doch wenn es so ist und auch wenn man es im Augenblick des Schocks für unmöglich erachtet... man lernt auch damit zu leben. So seltsam es klingt, aber die Psyche gewöhnt sich an alles, sogar an die Diagnose "unheilbar". Das Leben geht weiter und irgendwann schiebt sich der Gedanke mehr in den Hintergrund. Er ist nie ganz weg (das wäre wohl auch zu viel verlangt), aber tut nicht so weh. Bei meinem Mann ging das sogar schneller, als bei mir, dabei ist er der Betroffene. Ich denke so richtig wird uns der Gedanke auch erst wieder einholen, wenn das Rezidiv kommt. Doch bis dahin denken wir nicht. 3 Monate planen wir noch unser Leben im Voraus, alles was danach kommt ist graue Theorie. Ich wünsche Dir alles Gute und dass Du von Deinem Termin völlig gesund und ohne Sorgen wiederkommst! |
AW: "geheilt" "unheilbar" wie verkraftet man den Übergang?
Liebe Susaloh,
ich komme mit meiner Diagnose überhaupt nicht zurecht. 10 Jahre galt ich als geheilt und nun plötzlich nicht mehr! Ich war regelmäßig zur Nachsorge und immer war alles in Ordnung bis zum November 2007, als ich unter der Achsel auf der Gegenseite der befallenen Brust einen vergrößerten Lymphknoten tastete. Er wurde erst als gutartig eingetsuft und plötzlich im Januar 2009 war er 4cm groß und bösartig! Versagen der Ärzte? Ich verstehe die Welt nicht mehr, dazu fanden sie noch Rezidive in der schon operierten Brust. Diese wurde im Februar 2008 abgenommen. In letzter Zeit steigen meine Tumormarker kontinuierlich an und meine Arlamglocken läuten. Ich kämpfe jetzt um eine PET- Untersuchung. Die Angst lässt mich nicht mehr los! Zur Zeit nehme ich Antidepressiva und trotzdem habe ich Angst! Mein Leben ist total aus den Fugen geraten. Man hofft und hofft! Mal sehen wie es weiter geht! Alles Liebe Rosi |
AW: "geheilt" "unheilbar" wie verkraftet man den Übergang?
Vielen Dank für Eure Antworten!
Das mit dem Trauma kann ich mir schon vorstellen. Obwohl, eigentlich hat man doch da die Erfahrung gemacht, dass man es überwindet, dass das anfängliche Grauen und die Verzweiflung nach einiger Zeit nachlässt und man wieder normal denken und handeln kann. Aber das zu wissen, scheint gegen die Angst vor den schrecklichen Stunden DAVOR nicht zu helfen, vor dem Moment der Wahrheit, wenn die Ärztin den Mund aufmacht und.... Irgendwie ist es doch so: Das spielt sich alles im Kopf ab. Da habe ich stundenlang die Krise mit solchen Gedanken, dann schreibe ich sie auf und schon geht´s mir ein wenig besser. Und für heute bin ich dann wieder durch mit dem Thema und wende mich anderen Sachen zu.....Übermorgen dann wühlt es wieder in mir, und so weiter..... Während der ganzen Zeit ist die objektive Wirklichkeit die, dass mir mein Körper sagt, dass es ihm spitze geht - eigentlich sind die bösen Gedanken und Ängste also Zeitvergeudung, aber man kann es nicht abstellen. Eure Antworten sind tröstlich aber zu Andorras möchte ich noch sagen - ich hatte bisher die drei "gesunden" Jahre - nichts hätte ich mir sehnlicher gewünscht damals kurz nach der Diagnose. Ich weiß ja auch, dass ich sie total genossen habe aber komischerweise ist das rückwirkend kein wirklicher Trost, sich zu sagen, aber du hattest doch drei tolle Jahre...das ist vorbei, man will immer mehr, mehr, mehr leben..... Liebe Grüße Susaloh |
AW: "geheilt" "unheilbar" wie verkraftet man den Übergang?
Liebe Susaloh,
das hört sich so an, als hättest Du unmäßige Wünsche und als ob Du Dich selbst ein Stück verurteilst für dies "mehr" ... Ich weiß ja auch, dass ich sie total genossen habe aber komischerweise ist das rückwirkend kein wirklicher Trost, sich zu sagen, aber du hattest doch drei tolle Jahre...das ist vorbei, man will immer mehr, mehr, mehr leben..... Es ist doch der Wunsch, der Schrei danach, einfach nur "normal" zu leben, einer unbefangenen langen Lebensdauer entgegen, wie wir alle es uns vorstellen, einem statistischen Mittelwert oder darüber hinaus, wenn das Glück es will. Und der gesunde Mensch ohne den Schock, das Trauma Krebsdiagnose, glaubt an sein statistisch herrlich langes Leben - ganz unabhängig von möglichen plötzlichen Einschnitten durch Unfall, Herzinfarkt, Schlaganfall ... Es ist uns eine Unbefangenheit, eine Unschuld dem Leben gegenüber verloren gegangen. Aber es gelingt, wie es Dir ja auch ergangen ist, wieder positiv sein Leben in die Hand zu nehmen, optimistisch zu sein, ein gutes Leben zu haben - bis auf solche Einschnitte. Nachsorgetermine, unklare Befunde. Dann ist die Angst wieder da. Es ist wohl nicht nur die Reaktion der Psyche aus heiterem Himmel. Es steht da ein Wert, der Böses bedeuten kann. Oder auch nicht, weil er lt. den Fachleuten nicht so aussagekräftig ist. Aber manchmal doch Bedeutung hat, man kennt da diese oder jene, denen das geschah ... oder hat von Frauen gehört, gelesen ... Und die anstehende Untersuchung wird zum drohenden Ereignis, das dies "unheilbar" mit sich bringen kann. Oder auch nicht. Und in dieser Gedankenmühle geht es mir wie Dir, die noch verbleibenden zwei Wochen sind gar nicht mehr zu den frohen zu zählen, die sind belastet, es soll nur noch schnell der Tag X kommen, damit endlich KLARHEIT ist. Denn das drohende mögliche Unheil bohrt und wütet, eine Lösung liegt nicht in unserer Hand, es gilt nur zu warten. Nach der Diagnose kann man aufatmen, Felsbrocken von der Brust - oder aber die Ärmel hochkrempeln und alle Kraft sammeln für den Kampf. Bis zum Termin: ablenken. Die Gedanken woanders hinlenken. So gut das geht. Du hast da sicher Deine Methoden. Das Aufschreiben, sagst Du und hast Du erfahren, die Ängste formulieren, ist eine. Damit, das kenne ich auch so gut, ist schon ein Stück losgelassen, ist dem Diffusen etwas vom Nebel genommen. Mir tun in dieser Situation (Ende des Monats bin ich auch wieder "dran") Menschen gut, liebe Menschen um mich. Und Musik. Vielleicht auf den Crosstrainer gehen und den Anteil WUT, der auch in mir ist, runterstrampeln. Dies Fallen aus dem Gesunden ist wie ... Betrug, so kommt es mir vor, so höre ich es auch raus bei Dir, betrogen. Sich betrogen fühlen, alles war nichts wert, wenn es doch jetzt wieder weggenommen wird. Die drei Jahre Gesundheit - sind sie nicht wie ein Versprechen gewesen? So stelle ich es mir vor. Gefühlswirrwarr. Kaum mit dem Verstand beizukommen. Liebe Menschen also, kurz die Ängste ansprechen, und dann von etwas ganz anderem reden. Zusammen kochen. Essen. Lachen. Jede Stunde, die ich nicht an das kommende mögliche Schreckliche denke, zählt doppelt! Ich wünsche Dir von Herzen ein gutes Ergebnis! die parallele |
AW: "geheilt" "unheilbar" wie verkraftet man den Übergang?
Hallo liebes Forum, liebe Susaloh,
ist es nicht so, dass die Zeit, die nach dem traumatisierenden Ereignis (Diagnose) vergangen ist, auch die Ängste nimmt? Drei Jahre ist eine lange Zeit. Ich hatte meine Diagnose auch vor 3 Jahren, dann eine Ablatio und keine weitere Behandlung. Mit jeder Nachsorgeuntersuchung wurde meine Angst weniger, weil immer mehr Gras über die Sache gewachsen war. Ich war mir ziemlich schnell sicher, dass es mich nicht mehr trifft. Nach 2 Jahren Ruhe kam dann ein Verdacht nach dem anderen. Seither bin ich auch ziemlich aufgewühlt, mal mehr mal weniger, und ich stelle fest, je aktueller ein unklarer Befund, je länger die Zeitdauer der Klärung und Kontrollen und je kürzer die Zeit zwischen den Nachsorgeterminen ist, desto stärker wird die Psyche belastet. Wenn ich die Entscheidungen, die ich in Situationen großer Angst getroffen habe, immer gleich durchgeführt hätte, hätte ich mir schon dreimal meine linke Brust abnehmen lassen. Aber ich habe dann doch immer wieder einen Rückzieher gemacht, weil die Angst wieder nachgelassen hat. Ist das nicht auch gut, zu wissen, dass mit der Zeit die Angst nachlässt? Oder ist das bei Dir / bei Euch anders? Lieber Gruß Sylvie |
AW: "geheilt" "unheilbar" wie verkraftet man den Übergang?
Liebe Susaloh !
Meine ED war im Febr. 2004 und im Okt. 2006 fand man leider in der anderen Brust einen neuen 2. BK und leider auch gleichzeitig schon 2 Lebermetas. Zu Deiner Frage "geheilt" "unheilbar" wie verkraftet man den Uebergang: Denke mal es ist fuer jeden den es trifft erstmal der totale Schock ! War es fuer mich damals auch so. Das Leben geht aber weiter und man muss versuchen das Beste daraus zu machen. Ist natuerlich auch oft leichter gesagt als getan ! Wie meine Vorschreiberinnen schon berichteten, ist die Angst vor jeder Untersuchung immer da und das wird wahrscheinlich auch immer so bleiben. Man muss sich natuerlich auch vor Augen halten, dass durch die Angst und Panik die man vor diesen Untersuchungen hat, nichts Besser wird, im Gegenteil, es zieht uns immer mehr runter und ist negativer Stress, der wiederum nicht gut fuer Krebspatienten ist. Ich versuche mich vor diesen Nachsorgeuntersuchungen immer sehr zu beschaeftigen und abzulenken, dann vergeht die Zeit schneller! Es geht mir gut und ich bin z.Zt. (inzwischen 3 Jahre) immernoch in Vollremission und bin fuer jeden gesunden Tag dankbar ! Ich hoffe, mein Beitrag konnte Dir etwas Mut machen und Deine Aengste vielleicht etwas kleiner werden lassen ! Liebe Gruesse und ich sende Dir viel positive Energie ! Karin |
AW: "geheilt" "unheilbar" wie verkraftet man den Übergang?
Hallo Susaloh und alle anderen,
auch mir geht es ähnlich wie euch, aber das liegt an etwas anderen Dingen. Ich hatte 2001 das erste Mal Brustkrebs (BET,Chemo, Bestrahlung,Tamox, Eierstockentfernung). Ich war kämpferisch und hab alles ganz gut verkraftet, nach der Bestrahlung noch eine AHB gemacht und dann wieder gearbeitet. Beruflich und privat gab es dann viele Probleme, aber bis auf diverse Zipperlein durch die Therapie und Zittern vor den Nachsorgeterminen (aber nicht sehr, ich fühlte mich ja geheilt) ging es. Dann wurde bei der Nachsorge im Mai 2009 der Verdacht auf ein Rezidiv in der gleichen Brust geäußert, der sich nach vielen Untersuchungen bestätigte (Narbenrezidiv, aber ganz andere Tumorzusammensetzung), im Juli kam die Brust ab, diesmal muß ich aber nur eine Antihormontherapie machen. Nun ist es so, dass es mir immer noch nicht wirklich schlechter geht, ich fühle mich aber als unheilbar und möchte irgendwie anders leben. Ich komm mit der Diagnose zurecht, aber meine Familie und Umwelt sehen es so, dass ich doch wieder geheilt bin und gefälligst wieder so funktionieren soll wie vorher. Ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll, ich fühl mich irgendwie nicht ernst genommen. Ich kann gut damit leben, wenn ich vielleicht nicht mehr so viele Jahre habe, wie "Gesunde", aber ich möchte ernst genommen werden mit meinen Gedanken.... Versteht ihr das? Liebe Grüße Petra |
AW: "geheilt" "unheilbar" wie verkraftet man den Übergang?
Hallo miteinander,
... wie find ich mich in all euren Beiträgen wieder. Da lese ich und denke, das sind ja meine Gedanken, meine Gefühle in Worte gefasst. Meine ED war im Nov. 07- seit dem 4 OPs und 2x Verdacht auf weiteren Tumor. Letzten Freitag wurde gestanzt und es war eine Situation wie ... aus einer anderen Welt. Der Arzt war recht zuversichtlich, dass es sich um ein Fibroadenom handelt aber bei sicher kann man sich erst nach der Gewebeprobe sein. Da lag ich nun und hatte das Gefühl das alles ist ja gar nicht so wichtig, wird mehr oder weniger für die Psyche gemacht. Nicht eine Träne ist gerollt, obwohl ich so oft dachte, was wird meiner gesunden, schönen Brust hier nur angetan. Warum schon wieder diese Angst, die Warterei? Aber da ja alle recht zuversichtlich waren, habe ich mir gar nicht "erlaubt" in der Situation zu zeigen, wie´s mir geht. Die Tage danach waren wieder wie in einem Vakuum, die Zeit schien ein bisschen langsamer zu gehen. Am Mittwoch ist bei jedem Telefonklingeln der Adrenalinspiegel gestiegen, gegen Abend kam die Entwarung. Es ist ein Fibroadenom. Ich bin so, so froh und so, so ausgelaugt und müde. Euch allen alles Gute. Es tut mir gut hier zu lesen. Tefnut |
AW: "geheilt" "unheilbar" wie verkraftet man den Übergang?
Hallo, finde meine Gefühlswelt auch in vielen dieser Berichte wieder.
Ich habe am 26. 01. meine erste Nachsorge und bin aufgeregt. Versuche mich viel abzulenken, habe heute morgen schon den Küchentisch neu geölt, trotz der Kälte einen schönen Spaziergang mit meinem Mann gemacht! Aber wenn man zur Ruhe kommt, kommen die Fragen und Zweifel wieder! Habe oft so ein Druckgefühl unter dem Schlüsselbein,bin dort auch bestrahlt worden, hoffe, dass da nicht was ist!! Hatte 9 befallene Lk im Level 1 , 3 LK im Level 2. Aber ich versuche auch aktiv zu sein, Ziele formulieren, sich mit Freunden treffen und die ital. Studie zu testen. Lachen, Normalität. Hier sind so viele Powerfrauen , Respekt! Manchmal denke ich, wie oft ich Angst vor dem Zahnarztbesuch hatte, Peanuts!! Euch einen schönen Sonntag Regina:winke: |
AW: "geheilt" "unheilbar" wie verkraftet man den Übergang?
Hallo,
mir geht es ähnlich, wie vielen von Euch. Habe gerade mein "Dreijähriges" gehabt. Drei Jahre ohne Hinweise auf irgendetwas neues. Eigentlich hätte ich es feiern müssen, aber das Gegenteil ist der Fall. Je länger alles gut ist, um so mehr Angst bekomme ich vor den Nachsorgeuntersuchungen. Bald ist wieder Tumormarker und Mamografie dran. Im Juni Knochenzinti. Wieder die Angst, die Wartezeit bis zu den Ergebnissen. Und dann sitzt du vor dem Arzt, schaust auf seinen Mund und denkst: Was aus diesem Mund nun herauskommt, entscheidet über dein Leben. Ich weiß, man soll nicht so denken und positiv denken und und und. Das ist uns ja allen klar. ABer... jedesmal wieder kommt die Angst.Manchmal denke ich, ob es mir ohne die Nachsorgeuntersuchungen besser ginge? ABer ich bin ein Mensch, der mit der WAhrheit- sei sie auch noch so schlimm- besser umgehen kann. Also wird es so sein wie immer. Tage vorher Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, evtl. Migräne. Am ABend nach der hoffentlich gut ausgehenden Nachsorgeuntersuchung total erschöpft, zitternd vor Kälte und fix und fertig. Dann wird es ein oder zwei Tage dauern und das Leben ist wieder schön. Ich genieße dann wieder die Augenblicke(meistens). Manchmal kann ich dann wieder vor Wut auf die Krankheit und die so belastende Antihormontherapie gegen die Wand treten... aber dann gehts wieder gut. Bis zum nächsten mal, bis zum nächsten Jahr bis.... Aber bis dahin lassen wir uns nicht unterkriegen, so anstrengend es auch oft ist, oder? doro |
AW: "geheilt" "unheilbar" wie verkraftet man den Übergang?
mir geht es genauso. ich befinde mich in der 2,5 jahresphase und ich habe auch schiss vor JEDER nachsorge untersuchung. am dienstag ist es wieder soweit. meine letzte mamo sah sehr gut aus. abtasten auch nichts zufinden. aber was sind mit die anderen bereiche. Leber wurde in oktober per sono kontrolliert dort alles okay, Lunge...( mein vater hat jetzt lungenmetas...) und knochen bei jeden schmerz denke ich, ist es der krebs... ganz zu schweigen von der gebärmutter, da ich tamoxifen nehme....
in den letzten 3 jahren kam ich immer wieder mit den diagnosen in beruhrung. meine cousine die 01/07 an L-knotenkrebs starb, mein vater 12/2007 seine nierenzellkrebs und 02/2009 knochenkrebs diagnosiert bekam und da soll man abschalten können nochdazu kommt meine bekannte die ich während der ganzen therapie kennengelernt habe, sie liegt im sterben. ihr ende ist abzusehen....nur wann sie über die brücke geht weiss keiner. unser tumor war genauso gross, nur ein l-Knoten war bei ihr befallen gewesen. letztes jahr im januar teilte sie mir mit, sie habe lungenmetas.. meine welt fiel zusammen, bekomme ich das jetzt auch....meine angst wuchs. im sommer hies es knochenmetas und gehirnmetas chemo, betrahlung folgten....ihr verfall setzte ein. wir träumten gemeinsam von meinen junggesellinnenabschied ( sie war zu schwach dazu, ich hatte meinen JGA allein). jetzt liegt sie als schwerstpflegefall zuhause und lehnt alles ab... ....die angst wird mich immer begleiten..... |
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Liebe Susaloh und alle anderen,
ich kann Eure Gefühle total gut nachempfinden und es tut gut, daß man nicht alleine ist mit seinen Ängsten. Bei mir war die ED im Okt. 2008, nach BET und Bestrahlung sah die Prognose sehr gut aus. Das Thema Krebs rückte weiter in den Hintergrund, doch nun ist es wieder da: wegen nächtlichem Schwitzen, totaler Müdigkeit und Beckenschmerzen werde ich ab morgen komplett durchgecheckt - und ich hab ne Sch....Angst. Gesunden gegenüber spiel ich dann immer die Starke, hatte ja ne gute Prognose und es wird schon nix sein... Aber in mir drin sieht es ganz anders aus. Von daher kann ich den Wunsch, daß die eingenen Gefühle ernst genommen werden, seeeehr gut verstehen. Liebe Susaloh, ich wünsche Dir, daß Dein TM wieder sinkt und daß Du noch sehr viele gesunde und glückliche Jahre haben wirst! Liebe Grüße, Petra |
AW: "geheilt" "unheilbar" wie verkraftet man den Übergang?
Liebe Susaloh
Ich kann das auch sehr gut nachvollziehen. Auch ich mache mir immer wieder Sorgen wegen diesen Markern. Ich habe bei dir aber nirgends gelesen, wie hoch (normal) deine Werte eigentlich sind. Ich wünsche dir, dass sich diese weiterhin im Normalbereich zeigen oder sogar wieder sinken. L. G. Sissi |
AW: "geheilt" "unheilbar" wie verkraftet man den Übergang?
Hallo Ihr Lieben!
Ich hätte es nicht besser beschreiben können. Meine ED war im April 2005 rechte Brust. Der Knoten kam raus, keiner dachte da wirklich an BK, war ja erst mal 30. Wird schon nix sein und wenn, dann nur Bestrahlung und dann ists auch schon gut - alles halb so schlimm. Und dann war es BK und dann kam Chemo, der Schock war groß, eben auch weil ich noch so jung war Chemo. Hatte die Leidensgeschichte meiner Mutter vor 15 Jahren noch im Kopf und sofort wieder vor Augen. Haareausfallen, Übergeben und und und. Dann auch noch Bestrahlungen, Zoladex, Tamoxifen. Reha und die Haare waren wieder da. Für mein Umfeld alles wieder richtig gut, gesund, vergessen. Funktioniert ja wieder die liebe Christine. Und dann im Juni 2006 bei der Nachsorge wieder Microkalk in der selben Brust. Und dann die Vaccuum Biopsie und die Warterei über eine Woche. Ich war wie immer positiv, versuchte mit Logik der Sache auf den Grund zu gehen. Warum und wieso nach diesen ganzen Therapien jetzt schon wieder Microkalk. Sie fanden ein DCIS und diesmal eine anderes Staging als vorher. Also keine Chemo aber Herceptin 1 Jahr lang. Mein Umfeld diesmal komplett im Schockzustand und je mehr ich über meine Ängste sprach umso schlimmer wurde mein Umfeld. Da war Angst, Mitleid und was weiß ich noch alles. Ich entschied mich zur subcutanen Mastektomie beider Seiten. Mich hat das alles in ein tiefes Loch gestürzt und seitdem nehme ich Antidepressiva. Nach langer Zeit mit Therapien, Gutachtern, Rentenanträgen bin ich jetzt bei meinen 5 Jahren angekommen nach ED. Das ist wieder mal Statistik sage ich mir, Heilungsbewährung. Aber ich lese auch, dass sehr viele nach dieser Zeit Rezidive und Metas bekommen und da krieg ich jetzt wieder mal diesen Kloß im Hals. Weil das Leben eben dann absehbar ist. Ich bin mir seit Anfang an bewußt, dass ich nicht so alt werde wie andere Menschen. Habe versucht mit meinen Tabletten aufzuhören, aber nach 1,5 Monaten hab ich wieder angefangen - ich hatte Panikgefühle und Angst ohne Ende. Ich denke, dass mit dem Trauma stimmt schon. Erst hat man mit dem Körper und den Therapien zu tun, aber dann kommt die Seele irgendwann nach und da ist mit Verstand und Logik nichts mehr da fühlt man nur noch diese Traurigkeit. Ich muß jetzt im März meinen Marathon wieder antreten und während ich meine Zeilen geschrieben habe, war dieses Gefühl, diese Angst wieder da, so dass mir jetzt sogar die Hände zittern. Alles Liebe Christine |
AW: "geheilt" "unheilbar" wie verkraftet man den Übergang?
Hallo ihr Lieben,
wenn ich alles so lese, wir sind so starke Frauen und werden letztendlich mit unseren Ängsten allein gelassen. Es hilft uns doch keiner wirklich. Wenn wir uns nicht selber helfen und uns gegenseitig mutmachen! Ich finde es schlimm, dass man z.B. kein PET bekommt und diese Untersuchung selber bezahlen muss und noch dazu Monate wartet um einen Termin zu bekommen! Ich hatte jetzt die KK angerufen, es gibt nur ein PET Lungenmetastasen usw.. Ich hatte aber M1 Im Lymphsystem und da meine Tumormarker am steigen sind, habe ich riesen Angst! Nun muss ich das PET selber zahlen, das sind an die 1000,00€. Da muss man, wenn man arm ist eher sterben, wie in dem Sprichwort! Z.Zt. stelle ich mich mit Tabletten ruhig, die ich selber zahlen muss, da sie angeblich abhängig machen. Als ob das in unserer Situation noch eine Rolle spielt! Ich begreife manchmal die Ärzte nicht. Was würden sie an unserer Stelle tun? An alle, alles Liebe Rosi |
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Liebe susaloh,
über deinen Beitrag musste ich erstmal nachdenken. Wie würde ich reagieren, wie würde ich damit umgehen...frage ich mich? Und ganz ehrlich.....ich weiss es nicht. Ich vermute ich würde erstmal zusammenklappen, mich dann aber (hoffentlich) wieder aufraffen und kämpfen. Nach der Chemo (die ich wirklich sehr schlecht vertragen habe) sagte ich : "Nie wieder Chemo...egal was da noch kommt." Aber Zeit heilt ja bekanntlich Wunden ;), ich würde es wieder tun, wenn es notwendig wäre. Denn ich würde weiterleben wollen, so lange und so gut es eben geht. In den letzten 13 Monaten seit meiner Diagnose gab es bereits einen Verdacht auf Hirnmetastasen, einen Verdacht auf Lebermetastasen und einen Rezidivverdacht. Es hat mich jedes Mal unendlich viele Nerven gekostet. Bis jetzt habe ich Glück gehabt, wenn man das so sagen kann. Andere mit fast identischer Diagnose und Behandlung hatten da weniger Glück. Kann man das so sagen? Ich weiss es nicht. Am 1.2. steht die nächste Nachsorge an und ich kann jetzt wieder nicht schlafen, weil ich Angst habe. Ich hoffe ALLES IST GUT !!! Ich weiss, dass mein Leben irgendwann zu Ende ist, wahrscheinlich eher als bei meinen (noch und hoffentlich für immer) gesunden, gleichaltrigen Freunden....aber ich mache JETZT das Beste draus und warte nicht erst darauf, bis noch was SCHLIMMERES kommt. Ich bin vorgewarnt, ich genieße was mir gut tut und meide Dinge und auch Menschen, die mir nicht gut tun. Ich mache wozu ich Lust habe und entscheide mich auch mal schneller :D ich nehme mein Leben einfach in die Hand...und stelle es zur Zeit auf den Kopf, aber ich bin wieder glücklich. Und es soll noch besser werden.....solange es eben geht. Ich möchte nicht (sollte es mir mal schlechter gehen als heute) mal zurückblicken müssen und sagen, ach hätte ich damals bloß.....jetzt ist es zu spät dafür. Ich drücke dir die Daumen für gute Untersuchungsergebnisse !!! Alles Liebe Holiday |
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Hallo susaloh,
ich lebe jetzt auch im Jahre 4 (Befund Sept. 2006) nach meiner Meta-Diagnose. Nachdem ich 6 Jahre ohne Rückfall gelebt habe und mich wegen der so günstigen Histologie als geheilt ansah, war das ein Schock. Als im letzten Jahr nach einem guten Befund (alle Metas und LK haben sich dank der Aromatasehemmer erst einmal nicht vergrößert) sagte ein Arzt zu mir: "Seien Sie doch froh, denn das ist überhaupt nicht selbstverständlich." Mir gelingt es schwer, über vergangene Lebenszeit dankbar zu sein, zumal diese ja auch mit schweren Ängsten durchsetzt war, weil alles sofort kippen könnte. Aber unglücklich macht mich die Gewissheit, dass ich - als "unheilbar" - mit jedem vergangenen Überlebensjahr eines weniger vor mir habe. Man mag sagen, das ginge der gesamten Menschheit so, aber seit ich 56 bin, lebe ich mit dem Gefühl "vielleicht 2 bis 5 Jahre". LG Karin |
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Mädels,
mir geht ees ganz genauso - je länger die Zeit voranschreitet, je normaler das Leben wieder wird - desto mehr Angst bekomme ich, desto mehr erwarte ich förmlich die nächste Diagnose. Ich musste die letzte Zometa-Infusion der NATAN Studie verschieben, kam dann zum BZ und man teilte mir mit, dass man diesen Zyklus aufgrund der Zeitverschiebung nun komplett ausfallen liesse - Mädels, ich bin heulend zusammengebrochen. Jedes Ziepen, Schmerzen, Reissen wird von mir heilos überinterpretiert, ich bin regelrecht hysterisch. Allerdings nur für mich selbst, man würde mir einen Vogel zeigen, würde ich meine Ängste nach aussen transportieren. Zumal es ja keinerlei Hinweis auf irgendeine Metastasierung gibt. Aber am meisten habe ich Angst vor der self-fullfilling prophecy........Mann, ich dreh mich total im Kreis, das zermürbt.:weinen: |
AW: "geheilt" "unheilbar" wie verkraftet man den Übergang?
Hallo,
ich habe ein paar Tage genau das gemacht, was mir weiter oben empfohlen wurde, mich abgelenkt (mit Arbeit und Erkältung). Die Resonanz auf meinen Beitrag, der einfach mal raus musste, hatte mich einerseits erfreut - soviele "verwandte Seelen"! Wie sehr sich unsere Erfahrungen ähneln, bis hin zur Wortwahl, bis zu den traumatischen Momenten und Bildern, die wir in uns tragen! Gleichzeitig konnte ich das Lesen in diesem Thread aber dann kaum noch ertragen - diesen Dämonen kann man nicht immer in die Augen sehen - darf man vielleicht auch einfach nicht. Vielleicht sind es Reflektionen, die wir alle in unseren schlechten Momenten teilen, aber sie bieten keine Lösungen, weil es aus dieser Perspektive - sozusagen von außen auf die nackten Fakten unseres Lebens - eben auch einfach keine Lösung gibt und diese sich einfach auch nicht schönreden lassen. Zum Glück gibt es auch die andere Gemütslage, in der man nicht so feinfühlig und so verletzbar ist, sondern mehr oder minder in der Gegenwart lebt und die Sachen so nimmt, wie sie kommen. Mag ja Verdrängung sein, aber sie funktioniert wenigstens - meistens.... Allen, die hier von sich erzählt und ihr Herz ausgeschüttet haben, ganz lieben Dank und ich wünsche euch allen ganz ganz viele einfach nur schöne und unbeschwerte Momente. Susaloh |
AW: "geheilt" "unheilbar" wie verkraftet man den Übergang?
hallo :) ich hoffe es nimmt mir niemand übel, daß ich hier schreibe, obwohl ich selbst keine bk diagnose habe, auch keine andere bösartige krankheit diagnostiziert wurde. ich bin angehörige :) dennoch kenne ich das, was ihr schreibt sehr gut. wie hier schon sehr richtig geschrieben wurde, ist die diagnose ein traumatisches ereignis. ich hatte mehrere sehr traumatische, lebensbedrohliche ereignisse in meiner kindheit, die ich eigentlich recht gut weggesteckt hatte...bis vor ca 23 jahren mein sohn im alter von 8 monateneinen lebensbedrohlichen sturz aus mehreren metern höhe hatte, den er zum glück letztendlich gesund überstanden hat. auch da habe ich mich zunächst wieder *eingekriegt*. aber, ca nach 6 monaten, plötzlich die gedanken: was ist, wenn auf dem schulweg etwas passiert... was ist wenn der vater der kinder einen autounfall hat... was ist, wenn ein kind eine lebensgefährliche erkrankung hat.... einmal bin ich völlig in panik geraten weil ich plötzlich den verdacht hatte, ein nachbar macht sich womöglich an meine 8jährige tochter heran...:eek: UND was wenn ICH eine tötlichen unfall oder an krebs sterbe bevor meine kinder groß sind? ich habe gegrübelt und gegrübelt, albträume davon gehabt und immer versucht notfallpläne für solche situationen auszumalen... je mehr notfallpläne ich entworfen habe, desto schlimmer wurde es. manchmal habe ich sogar meine beerdigung durchgedacht, oder mich am grab eines meiner kinder stehen sehen:( auch dieses gefühl *totgeweiht* zu sein hat ziemliche blüten getrieben :sad::sad::sad: ...wenn ich diese unruhigen zeiten hatte, hab ich sogar befürchtet, das wären *vorahnungen*... das ging sehr lange so, bis ich mich einer behandlung meiner posttraumatischen belastungsstörung unterzogen habe... irgendwann hat nämlich mal eine frau in der erziehungsberatung (ich sag nur pubertät!) mitbekommen, wie ich ticke und mir gesagt, was da bei mir los sein könnte... dort habe ich sehr viel gelernt, warum ich solche gedanken habe, was das bedeutet, wie die physiologie und chemie meines gehirns funktioniert und vieles mehr... geholfen hat mir persönlich dieses verstehen viel, am meisten hat mir aber geholfen, mich mit meiner endlichkeit auseinanderzusetzen und mit der endlichkeit meiner "lieben"... denn selbst wenn alles das nicht eintrifft, was ich befürchte, werde ich sterben und meine lieben auch....denn sterblich sind wir alle. da meine befürchtungen natürlich "unspezifischer" waren als eure (diese allgemeinen sachen kann man halt nicht am "tumormarker" festmachen oder an diagnosedaten oder eine diagnose von metastasen), hätte es ja dennoch jeden tag ein "aus" geben können ...ggf ohne vorwarnung (wie bei dem unfall meines sohnes) ich habe eine kollegin, die seit mittlerweile 25 jahren hiv positiv ist, und 1985 wöchentlich mit ihrem ableben gerechnet hatte. bis heute sind eine ganze reihe gleichaltriger aus ihrem umfeld gestorben, nicht an AIDS, sondern an allem möglichen. sie hat mittlerweile AIDS, kann es aber mit medis gut im griff halten. sie weiß daß ihre zeit - verglichen zu mir - vermutlich kürzer ist....aber kann man das wirklich wissen? ich habe schlechte und gute phasen, aber gelernt wie ich damit umgehen kann. eine posttraumatische belastungsstörung kann man nicht richtig *heilen* aber damit umgehen lernen. ich wünsche euch allen eine erfolgreiche lernphase, da ich mich 20 jahre (!) für eine ausgesprochene pessimistin hielt bin ich sicher ihr schafft das auch, da heraus zu kommen bzw damit klarzukommen. liebe grüße mahanuala |
AW: "geheilt" "unheilbar" wie verkraftet man den Übergang?
liebe mahanuela,
ich finde du bringst es auf den punkt. das mit der "sterblichkeit" ich finde schon, dass das wichtig ist, aber es ist auch sehr schwer. auch das, dass man akzeptieren muss, dass das eigene schicksal gewissermaßen nicht vollkommen planbar ist. überall lernst du ja, dass du verantwortlich bist für dein leben - und das stimmt ja auch oft. aber eben nicht immer: es können ereignisse eintreten, die frau nicht ändern kann. ein kollege von mir sagte immer, man braucht im leben eine "heitere gelassenheit". mal sehen, ob ich die finden kann. alles liebe allen! suzie |
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liebe susaloh :) ja, je nach tagesform arbeite ich auch an diesr heiteren gelassenheit. im moment hilft mir dabei das buch *glück* von matthieu ricard ( das ist der langjährige übersetzer des dalai lama....) liebe grüße mahanuala |
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Nach der ganzen Philosophiererei interessiert es euch vielleicht, wie es nun gelaufen ist.
Nun, da ich es leid war mir vorzustellen, wie die Ärztin mir mein Schicksal eröffnet, habe ich heute kurzerhand vom Büro aus in der Praxis angerufen und mir die Tumormarkerwerte geben lassen. Ich hatte lange geschwankt, weil mein Nachsorgetermin mit der FÄ erst Montag ist, aber dann dachte ich, wenn ich mich sowieso das ganze Wochenende verrückt mache, dann kann ich mich genauso über was Konkretes verrückt machen. Außerdem bestand ja auch eine gewisse Hoffnung, das der Ca-15-3 wieder auf seinem alten Niveau wäre. Nun, es war, wie zu erwarten, ätzend, denn die vorher fröhlich plappernde Sprechstundenhilfe stockte und sagte erstmal "einen Moment bitte" vermutlich um sich zu beraten, und ich durfte erstmal einige Minuten Musik hören..... Dann war sie wieder da und redete irgendwas rum, bis ich ihr sagte, sie solle mir doch endlich die Zahlen sagen. Nun, der CA-15-3 ist nun bei 35,9, knapp über dem Referenzbereich. Die letzten Werte vor 4,5 und 3 Monaten waren ja 12 und 20 gewesen. In den 2 Jahren davor war er langsam von 6 auf 9 gestiegen, was natürlich nix bedeutete. Aber dieses doch eindeutige stetige Steigen seit 5 Monaten bestätigt meine schlimmen Befürchtungen: Da wächst irgendwo was, trotz Tamoxifen. Heilung ade, hallo Metastasen. Da ich mich ja vorher sehr konsequent darauf gefasst gemacht hatte, war ich zunächst erstaunlich okay. Ich habe sogar weitergearbeitet, obwohl meine Hände zitterten. Jetzt habe ich aber ein paar andere Probleme, die ich mir vorher nicht überlegt hatte - vielleicht hätte ich doch nicht anrufen sollen. Ich will es nämlich meiner Familie noch nicht sagen - sollen die doch wenigstens ein schönes Wochenende haben. Mir habe ich es ja selbst verdorben, selber schuld. Solange nicht feststeht, was überhaupt passiert, würde ich am liebsten auch meinem Mann nichts sagen. Aber jedenfalls nicht vor Montag. Mir geht so vieles durch den Kopf. |
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erstmals mahanulea, danke für deine zeilen, ich bin aber nicht susaloh, sondern die suzie, nur damit keine verewchslungen entstehen.
LIEBE SUSALOH! ich weiß es ist schwer - aber wate doch mal ab! noch ist nicht alles klar. auch mein TM war schon überm referenzbereich uns ist doch "einfach" wieder gefallen. ach du arme, es tut mir so leid, dass du nun das wochenende bangen und so viel sorge am hals hast. trotzdem lasse ich mirs nicht nehmen, die daumen zu drücken, dass es doch noch entwarnung gibt! alles liebe suzie |
AW: "geheilt" "unheilbar" wie verkraftet man den Übergang?
Hallo Suze,
vielen lieben Dank für deine Antwort! Ich versuche ja, mich nicht verrückt zu machen. Ich sehe natürlich, dass es objektiv betrachtet keinen Grund gibt, mich kranker als gestern zu fühlen. Es ist sogar ausgesprochen dumm, denn es ist vergeudete Lebenszeit. Aber mein Körper verselbständigt sich etwas - Durchfall, blass mein Gesicht im Spiegel. Zum Trotz habe ich eine heißgeliebte Jeans angezogen, die mir nur passt, wenn ich relativ dünn bin - da mir gestern der Appetit vergangen war, geht der Knopf heute zu..... Egal, jetzt muss ich zur Arbeit, die mich sicherlich etwas ablenken wird. Viele Grüße Susaloh |
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Zitat:
Liebe Grüsse Holiday |
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Hallo Susaloh,
vielleicht hast Du die ganzen Symptome nur, weil Du Dich so aufregst. Da gibts auch einen Placebo-Effekt, vielleicht auch auf den TM. Ich kanns nicht ausschließen, also bitte mich nicht schief anschauen. Gruß Altmann |
AW: "geheilt" "unheilbar" wie verkraftet man den Übergang?
Mein 15-3 ist auch gestiegen, nochmals gestiegen und dann wieder gefallen. So aussagekräftig sind die ja nicht.
Ich werde mich mit einem evtl. Problem erst auseinandersetzen, wenn es auf dem Tisch liegt. Vorher nicht, da verschenke ich ja mein normales Leben. |
AW: "geheilt" "unheilbar" wie verkraftet man den Übergang?
Hallo Altmann,
das mit dem Placebo-Effekt würde ich mir sehr wünschen, echt! Allerdings wäre das ja ein umgekehrter Placebo-Effekt, ein negativer sozusagen. Ich halte es aber eher für unwahrscheinlich.... Hallo Aktenfee (was für ein Name!) Ich weiß, sagen ja alle. Trotzdem, die Gefahr, dass es Metastasen sind, ist bei mir schon sehr groß bei meinem Riesentumor und massivem Lymphknotenbefall. Insofern will ich mich einfach nicht unrealistischen Träumen hingeben. Ich finde langsam aber wieder ein bischen mehr Gleichgewicht. Viele Grüße Susaloh |
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Hallo Susaloh und Aktenfee,
bei mit steigen die Tumormarker kontinuierlich an, sie sind jetzt bei 36,8. Meine Frauenärztin sagte ich solle mich nicht verrückt machen, sonst sterbe ich eher an einem Herzinfarkt. der Wert sagt angeblich nichts aus. Nun hat sie mich untersucht und einen Abstrich im Unterleib gemacht. Sie hat gesagt ich hätte eine Entzündung PAP II/W. Bei PAP V das wäre Krebs. Ich bin fix und foxi. Sehe auch total blass aus, habe ständig Unterleibschmerzen. Wenn einer schon Fernmetas hatte, so wie bei mir, da schrillen doch alle Alarmglocken! Ich wollte ein PET, das müsste ich selber bezahlen. Nun hat man mir angeboten 2 Tage in die Klinik zugehen. Sie wollen mich dort untersuchen. Mir ist schon ganz schlecht! Am 17.02.10 muss ich ins Brustzentrum! Komisch ist, da werden alle Röhren und der Aufenthalt bezahlt und ein PET von 800-1000€ nicht. Dies würde ambulant gemacht, man erfährt gleich die Diagnose und es wäre bestimmt auch billiger! Ich verstehe das alles nicht. Euch allen ein schönes Wochenende! Bis demnächst! Alles Liebe Rosi:winke: |
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Hallo Rosi,
was für ein Schlamassel, du Arme Aber: Wenn es wirklich eine Entzündung ist, dann ist das doch eine gute Erklärung für die steigenden Tumormarker. Insofern ist das doch ein Hoffungsschimmer, oder? Eine Entzündung ist doch behandelbar und dann könnte man doch ziemlich schnell sehen, ob der Tumormarker sinkt. Also, das würde ich jetzt echt positiv nehmen. Das Angebot, dich im Krankenhaus durchchecken zu lassen, würde ich vielleicht annehmen, wenn ich mich so schlecht fühle wie du es schilderst. Wahrscheinlich musst du jetzt Antibiotika einnehmen, oder? Ein PET-Scan macht wahrscheinlich echt keinen Sinn, wenn es eine Entzündung ist, dann muss man die doch erstmal in den Griff bekommen. Alles Liebe Susaloh |
AW: "geheilt" "unheilbar" wie verkraftet man den Übergang?
Liebe Susaloh,
ich nehme jetzt schon 2 Jahre Aromasin. Ich dachte es funktioniert! Aber die Tumormarker steigen konstant alle 4 Monate um 6 Punkte. Ich finde es nicht normal! Vor 3 Monaten hatte ich auch noch keine Entzündung und trotzdem steigende TM. Mich wundert, das meine Gyn mir nicht gleich etwas verschrieben hat gegen die Entzündung und wieder erst 3 Monate wartet (angeblich hat das jeder einmal)! Ins Krankenhaus gehe ich auf jedenfall. Aber die Angst, wieder Metastasen zu haben macht mich fertig! Bei meiner Fernmetastase (angeblich gutartig) hat sie auch gewartet, dann war sie 4cm und bösartig. Es ist doch kein Wunder das man den Glauben verliert! Was soll man nur tun? Alles Gute eine verzweifelte Rosi:weinen::weinen::weinen: |
AW: "geheilt" "unheilbar" wie verkraftet man den Übergang?
Hallo,
ich gehöre auch zu denjenigen bei denen der Tumormarker ständig gestiegen ist. Es geht hier bei mir nur um den CA 15-3. Als er leicht aus dem Normbereich lief, das fing im Juli 2009 an, war mein Prof. der Meinung, dass er keine Tumormarker behandele und verordete mir Faslodex. Bei der nächsten Kontrolle war der TM wieder höher. Gleich danach schickte er mich zum MRT des Abdomens, weil dieser dann doch stetige Anstieg etwas in der Leber vermuten ließ. Er hatte recht, wie immer, es war eine Lebermetastase. Sch.... war mein erster Gedanke, und ist es immer noch. Ich bekomme jetzt eine Chemotherapie mit Navelbine (oral). Ob es was gebracht hat, werde ich vermutlich erst am nächsten Donnerstag (11.02.) erfahren. Ich werde wieter berichten. allen alles Gute ortrud:winke::winke::winke::winke::winke: |
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Hallo Ortrud,
das ist ja auch meine Befürchtung. In welchen Größenordnungen entwickelte sich bei dir denn der CA-15-3? Wieviel Jahre hast du schon AHT gemacht? Grüße Susaloh |
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Hallo susaloh,
wenn Du auf den Namen "ortrud" klickst, kannst Du meine BK-Karriere verfolgen. Ich bin schon länger hier dabei,habe aber bisher fast nur gelesen. Jetzt habe ich den Mut gefasst und auch ein paar Kommentare abgegeben. Schönen Rest-Sonntag noch. Gabriele:winke::winke::winke::winke::winke: P.S. CA 15-3 06/09 25,3 (im Normbereich) 07/09 42,9 09/09 53,9 11/09 74,7 01/10 81,4 |
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Hallo susaloh,
entschuldige bitte,heute ist ja erst Samstag. Also, schönes Wochenende. ortrud:winke::winke::winke::winke::winke: |
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