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14.11.2001 00:15

Sterben , jeden Tag ein bißchen mehr
 
Wie ihr vielleicht unter " nicht- kleinzelliges Bronchialcarzinom " gelesen habt geht es um meinen Vater (64). Der Krebs begleitet uns seit genau 2 Jahren. Nichts ist mehr wie es war. Begleite meinen Vater bei allen Arztbesuchen und auch bei den Chemos , kenne die Befunde bevor mein Vater sie kennt. Unterstütze ihn und treibe ihn auch an wenn er mal nicht so gut drauf ist. Mitlerweile hat man 2 Gesichter, eins das immer gut drauf ist und eins das den ganzen Tag weinen kann. Man ist so hilflos weil man niemanden seine schmerzen abnehmen kann auch wenn man es noch so gerne möchte.
Sterben, jeden Tag ein bißchen mehr

14.11.2001 06:57

Sterben , jeden Tag ein bißchen mehr
 
Liebe Heide
ich kann Dich fühlen , mich als Krebserkrankter habe eine gewaltige Angst es meiner Frau (41) und 3 Kindern (3-9 Jahre)zu sagen - Ich selber habe mich damit abgefunden und oft denke ich, dass das was ich im Leben tun musste getan ist, und ich auch keine Motivation habe noch etwas zu machen, zu unternhmen zu tun. In meiner Umgebung sind schon viele an Krebs gestorben mein Vater mein Schwiegervater und meine Schwägerin vor 7 Monaten.
Ich weiss nicht warum ich das schreibe aber ich habe Angst mit jemandem darüber zu sprechen

14.11.2001 07:04

Sterben , jeden Tag ein bißchen mehr
 
ich frage mich oft, ob es auch Menschen gibt die Lungenkrebs überleben ?

14.11.2001 14:39

Sterben , jeden Tag ein bißchen mehr
 
Hallo Herbert
Es gibt Menschen,die mit Lungenkrebs alt werden.Es kommt darauf an,was für ein Tumor es ist,ob Metastasen vorhanden sind,wie die Behandlung anspricht.Du musst es deiner Familie sagen,denn du brauchst ihre Unterstützung.Versuch nicht,alles in dich hineinzufressen,denn das ist Gift.Du bist noch zu jung,um dich aufzugeben.Das Leben kann auch dir noch einiges bieten.Wie lange weisst du es schon und was haben die Ärzte gesagt? Mein Mann hat zu jeder Zeit mit jedem über alles reden können,und hat gesagt,dass es ihm gut tut.Halte auch den Kontakt zu deinen Freunden_solltest du einmal schwächer werden,so denk daran,dass deine Familie auf die Hilfe guter Freunde angewiesen ist.Mein Mann ist morgen genau 10 Wochen tot und ich wüßte nicht,wie ich diese Zeit ohne Freunde ertragen würde.Ich grüsse dich in der Hoffnung,dass du dir meine Zeilen etwas zu Herzen nimmst und den Mut aufbringst-auch wenn es schwer wird- mit deiner Familie zu reden.Am Anfang wird es sein als ginge die Welt unter,aber dann werdet ihr den Mut finden,gegen diese schreckliche Krankheit anzugehen-gemeinsam seid ihr stark.Alles Gute und melde dich.
Margit.R.

14.11.2001 19:36

Sterben , jeden Tag ein bißchen mehr
 
Hallo Herbert
man darf sich nie aufgeben, leichter gesagt als getan denkst du sicher jezt.Mein Vater ist froh und auch erleichtert das seine gesamte Familie bescheid weiss. Ich habe die Erfahrung gemacht das die Krankheit auch stark machen kann, mein Vater freut sich über jeden Tag den er erlebt.
Sicher sind auch Tage dabei wo es ihm richtig schlecht geht aber dann ist seine Familie da , gerade deswegen ist es wichtig das deine Frau und deine Kinder bescheid wissen. Über den Krankheitsverlauf bei meinem Vater müssen mich die Ärzte vollständig unterrichten, weil mein Vater es so wollte.
Du wirst sehen wenn deine Frau bescheid weiss, wird es dir "besser gehen" der druck wird von dir abfallen und ihr könnt gemeinsam dem Krebs den Kampf ansagen.
Auch mein Vater wollte keine 2 Chemo und jezt fängt er am Donnerstag wieder an, weil er leben will.

Sei vielmals gegrüßt und melde Dich wieder
Heide.B

16.11.2001 07:27

Sterben , jeden Tag ein bißchen mehr
 
Guten Morgen Herbert
Habe gerade gesehen,dass du dich noch nicht gemeldet hast und mache mir schon Gedanken.
Wie geht es dir und was denkst du über die Zeilen von Heide und mir.
Ich hoffe doch sehr,dass du nicht aufgibst und wünsche dir viel Kraft.Melde dich alles Gute und Kopf hoch-es geht weiter.Margit.R

22.11.2001 23:17

Sterben , jeden Tag ein bißchen mehr
 
hallo liebe margit!

in meiner verzweifellung bin ich zufällig auf diese seite gestossen. dein satz, dass man mit lungenkrebs alt werden kann, hat mich ein wenig aufgeheitert. seit 2 wochen weiß ich, dass bei meinem vater ein bronchalkarzinom nicht auszuschließen ist. seit heute weiß ich, dass es sich um ein kleinzelliges bronchalkarzinom handelt und das mit der bevorstehenden chemotherapie eine lebensverlängerung herbeigeführt werden soll und eine heilung nicht möglich sei. das ist ein so großer schock für mich. der tumor ist sehr groß, T3, N2, aber zumindest haben sich noch keine fernmetastasen gebildet. ich meine unter den umständen muß das doch heilbar sein. und was mich am meisten interessiert, was ist nur mit lebensverlängerung gemeint? 1 jahr, 2 jahre oder 10 jahre, ich kann das im beisein meines vaters nicht erfragen. ich weiß wahrscheinlich ist es von fall zu fall unterschiedlich.
Aber hast du oder jemand anders von einem ähnlichen fall gehört? Über antwort oder geschilderte erfahrungen würde ich mich sehr freuen. gruß jasmin

23.11.2001 14:07

Sterben , jeden Tag ein bißchen mehr
 
Hallo Jasmin
Ich habe Leute mit einem kleinzelligen BC
kennengelernt.Wenn die Chemo gut anschlägt,ist es möglich,dass der Tumor zurückgeht,oder wenigstens zum Stillstand kommt.Welche Chemo bekommt dein Vater,wie ist sein Zustand (körperlich und seelisch)?
Ich denke,im Moment ist es gut,dass sich noch nirgendwo andere Metastasen gebildet haben.Das mit der Lebensverlängerung ist so eine Sache-manchmal geht es lange Jahre gut(es kommt darauf an,ob die Chemo anschlägt).
Wenn ein Tumor zum Stillstand kommt und die regelmässigen Nachsorgeuntersuchungen nur positiv ausfallen,kann man alt werden.Auf jeden Fall darf man nicht versäumen,etwas fürs Immunsystem zu tun,das Herz überprüfen zu lassen und die richtige Einstellung zu haben.Ein Bekannter ist mittlerweile 72 Jahre alt und hat Lungenkrebs seit 15 Jahren.Also,verliere nicht den Mut und sage dem Krebs den Kampf an.Es wäre schön,wenn du dich bald wieder meldest.
Grüsse und Kopf hoch Margit.R

24.11.2001 15:41

Sterben , jeden Tag ein bißchen mehr
 
hallo margit!

vielen dank für deine schnelle antwort. das mit deinem 72 jahre alten bekanntn freut mich wirklich sehr. mein vater ist 60 jahre alt und ansonsten körperlich im guten zustand und seelisch den umständen entsprechend auch. über die genaue zusammensetzung der chemo haben die ärzte nichts gesagt. gestern nacht hat er sich übergeben müßen, war ja auch der erste tag der behandlung. außerdem ist er im gesicht so angeschwollen. wir müßen abwarten. viele, liebe grüße und vielen dank, dass du mir wenigstens den heutigen tag schon mal wesentlich verschönert hast mit deiner antwort. jasmin

25.11.2001 11:11

Sterben , jeden Tag ein bißchen mehr
 
Guten Morgen Jasmin
Schön,dass es deinem Vater einigermassen gut geht.Das mit dem Erbrechen ist oft der Fall.Bei meinem Mann allerdings wars anders.Er bekam nach der Chemo unheimlich Appetit-meistens auf ein Rumpsteak.Er hatte überhaupt keine Schwierigkeiten.Einmal allerdings bekam er enormen Haarausfall.Das war letztes Jahr kurz vor Weihnachten.An Ostern waren die Haare wieder da-voller und dunkler als sonst.Er hatte die Einstellung,wenn das alles ist-damit kommt er gut zurecht.Bekommt dein Vater vielleicht Kortison? Das würde die Schwellung im Gesicht erklären.Versucht so oft es geht über alles zu sprechen,denn das hilft ungemein.Verkriecht euch nicht und haltet Kontakt zu euren Freunden.Uns hat es unheimlich gut getan,mit jedem über alles sprechen zu können.Du siehst dann vielleicht alles in einem positiveren Licht und kannst dich besser mit allem auseinandersetzen.Ich wünsche euch alles Gute.Melde dich mal wieder.Margit.R

27.11.2001 15:50

Sterben , jeden Tag ein bißchen mehr
 
Hallo, Heide, Herbert, Jasmin und Margit,

bin durch Zufall auf diese Seite gestoßen, da ich als neu Betroffene auf der Suche nach Infos bin. Laut Ärzten ist es ein ziemlich fortgeschrittenes, sprich aussichtloses Adenokarzinom. Ich hatte gestern meine erste Chemo und bis jetzt, toi toi toi, überhaupt keine Nebenwirkungen.

Ich habe für mich entschieden, daß mich diese Krankheit nicht zerstören wird. Deswegen war ich relativ geschockt, Herbert, als ich über Deine Einstellung gelesen habe. Ich denke, das Allerwichtigste in dieser Situation sind positive Gedanken. Dazu gehört auf jeden Fall, daß Du Dich mitteilst. Du wirst Dich wundern, wieviel positive Unterstützung Du von Familie und Freunden erfahren kannst. Ich denke außerdem, daß die Menschen, die ihr Leben mit Dir teilen, ein Recht darauf haben, die Wahrheit zu erfahren und auch diesen Weg mit Dir zu gehen. Ich habe mich nach einiger Überlegung dazu entschlossen, allen Menschen, die mir nahe sind, sofort die Wahrheit zu sagen, und mir hat das unheimlich geholfen.

Du mußt Deine Gedanken auf das Leben konzentrieren, nicht auf das Sterben. Die Ärzte können nur Diagnosen stellen und Behandlungen in die Wege leiten, Deinen Körper und Deinen Geist beeinflussen kannst aber nur Du selbst. Es braucht sicherlich etwas Übung, sich diese Dinge bewußt zu machen,aber wenn Du leben willst, wird es Dir gelingen. Kennst Du das Buch "Leben" von Eva-Maria Sanders? Wenn nicht, besorg es Dir. Sie ist der lebende Beweis dafür, daß man Krebs auch im Endstadium noch überwinden kann.

Ich wünsche euch Allen ganz viel Kraft und Mut und denke an euch. Ich bin sicher, wir schaffen es alle!!!!!!!!!!!!!!!

27.11.2001 20:03

Sterben , jeden Tag ein bißchen mehr
 
Hallo,Kathi
Schön,dass du dich hier zu Wort gemeldet hast.Bin mal gespannt,ob Herbert noch mal schreibt.Man macht sich schon so seine Gedanken,wenn jemand so mutlos ist.
Es tut mir leid,dass du auch betroffen bist,doch ich denke,du hast so eine tolle Einstellung,da kann und darf einfach nichts schiefgehen.Ich selbst bin nicht betroffen-mein Mann hatte ein BC.Er hat 33 Chemos bekommen und nie den Kampf aufgegeben.Er nahm die Herausforderung an und es ging ihm gut.Er hat zu jeder Zeit und mit jedem über alles reden können.Wir haben ihn sehr bewundert.Wir haben intensiver gelebt und uns mit der Krankheit auseinandergesetzt.Es waren schöne Jahre,die uns noch geblieben sind.Die Liebe war schon gross und man könnte meinen,sie wurde mit jedem Tag noch grösser.Wir waren jede freie Minute zusammen ,feierten mit guten Freunden,trafen uns mit der Familie und haben immer viel gelacht.Die Chemos hat mein Mann auch sehr gut vertragen .bis auf eine allergische Reaktion und einmal Haarausfall.Das hat ihm überhaupt nichts ausgemacht.Die positive Einstellung ,der Halt der Familie und der Freunde hat ihn am Leben gehalten.Die Ärzte hatten ihm damals noch nicht mal mehr drei Monate gegeben.Ärzte können dir viel erzählen.Man muss an sich selbst glauben .Allerdings ist es vielleicht von Vorteil,wenn man nicht nur den Rat eines Arztes einholt.Wir bekamen in einer anderen Klinik ganz andere Dinge zu hören,nützliche Tipps und Behandlungsmöglichkeiten,von denen wir vorher nichts wussten.
Ich wünsche dir von Herzen viel Kraft(Mut hast du ja) gib nicht auf und geh die Sache an.Selbst wenn es dir nach einer Behandlung mal nicht so gut geht-Kopf hoch-du wirst es schaffen.Alles Gute
Margit.R

27.11.2001 21:11

Sterben , jeden Tag ein bißchen mehr
 
Hallo, Margit,

schön, daß Du so scnnell genatwortet hast. Ich hoffe wirklich, Herbert findet noch einen Weg.

Es tut mir so leid, daß Dein Mann nicht bei Dir bleiben konnte, aber es war wunderschön, eure Geschichte zu lesen, und sie macht Mut. Auch ich habe schon gesagt, daß, selbst wenn es schiefgeht (wovon ich natürlich nicht ausgehe) diese Zeit zu der schönsten und wichtigsten in meinem Leben gehört, weil Liebe, Familie und Freunde einen ganz anderen Stellenwert bekommen. Auch ich bin in der glücklichen Lage, daß alle meine Lieben viel Zeit mit mir verbringen und immer für mich da sind. Das baut ungemein auf. Deswegen kann ich allen Betroffenen und Anghörigen nur raten, zu reden. Dafür ist auch das Forum eine prima Sache, finde ich. Ich war auch schon im Krebs-Chat, aber da geht alles so rasend schnell und die Leute kennen sich ja auch schon eine ganze Weile. Ich bin ja noch totaler Neuling auf dem Gebiet, und oft weiß ich gar nicht, wovon die Rede ist. Da geht es so schon besser. Ích fange also gerade erst an, Infos zu sammeln. Bis vor zwei Wochen wußte ich noch nicht einmal, daß es Tumormarker gibt. Ich habe außerdem das Glück, daß ich einen Hausarzt habe, der mich in jeder Hinsicht unterstützt und mir alle Fragen beantwortet. Trotz der negativen Diagnose steht auch er auf dem Standpunkt, daß alles machbar ist, wenn die Einstellung stimmt. Dein Mann und Du, ihr habt das ja auch bewiesen.

Ich finde es toll, daß Du nach wie vor Betroffenen mit Rat und Aufmunterung zur Seite stehst. Ich hoffe, Dir helfen die Kontakte, über den Verlust (aber bestimmt ist er immer bei Dir) hinwegzukommen. Er ist bestimmt stolz auf Dich! Seine Liebe muß schon sehr gr0ß gewesen sein, wenn er 33 Chemos ohne zu klagen überstanden hat.

Ich bin ganz froh, daß ich euch gefunden habe. Bestimmt hilft es uns allen, ein Stück des Weges gemeinsam zu gehen. Ich wünsche euch allen alles Gute und laßt euch nicht unterkriegen.
Kathi (mocigemba@web.de)

28.11.2001 11:21

Sterben , jeden Tag ein bißchen mehr
 
hallo margit, hallo kathi!

bei meinem vater gibt es nichts neues. er ist jetzt zu hause und wir bekommen viel besuch. ich habe mich sonst nie sonderlich für meine entferntere familie interessiert und freue mich jetzt doch das ich sie habe. das mit der positiven einstellung finde ich toll. schon vor der krankheit meines vaters, habe ich viele bücher gelesen über die kraft des geistes und was sie bewirken kann und ich bin fest davon überzeugt das es geht. mein vater aber ist an solchen themen nicht interessiert und würde auch kein buch lesen.
ich grüße euch ganz lieb! bis bald!
jasmina

28.11.2001 20:13

Sterben , jeden Tag ein bißchen mehr
 
Hallo, Jasmin,

schön, daß Dein Vater zu Hause ist und das die Familie sich kümmert. Ich bin überzeugt, daß Du genügend Kraft entwickeln kannst, Deinen Vater positiv zu unterstützen. Gib die Hoffnung nicht auf und kämpfe, wenn nötig, für ihn mit.
Ganz Liebe Grüße. Kathi

29.11.2001 13:43

Sterben , jeden Tag ein bißchen mehr
 
Hallo Kathi
Schön,dass auch du viele Leute um dich hast,die dir jeder Zeit zur Seite stehen.Ich wünsche dir ,dass du die nächste Zeit wirklich gut überstehst bei allen Behandlungen,die noch anfallen.Du schaffst es ganz bestimmt.Wenn jeder solch eine Einstellung zu der Krankheit hätte,wie du,wäre es für manch einen leichter sein Schicksal zu ertragen.Ich wünsche mir,dass viele Betroffene deine Zeilen lesen.
Melde dich bald wieder
Alles Liebe Margit.R

29.11.2001 14:18

Sterben , jeden Tag ein bißchen mehr
 
Hallo Margit,
vielen Dank für Deine aufmunternden Worte. Ich habe die erste Chemo diese Woche ganz ohne Nebenwirkungen überstanden. Vielleicht bedeutet das nicht viel, aber ich bewerte das natürlich auf jeden Fall als positiv. Das wird schon werden!
Dir wünsche ich von Herzen, daß Du Dich in dieser Zeit jetzt nicht zu einsam fühlst, aber ich kann mir vorstellen, wie schwer das manchmal ist. Meine Mutter ist auch an Krebs gestorben. Sie fehlt mir immer noch und ich denke immer, auch wenn ich selbst Negativnachrichten ganz gut verarbeiten kann, darf ich ganz einfach nie aufgeben, weil ich das meinem Partner, meinen beiden Töchtern und meinen Freunden nicht antun darf. Außerdem ist das Leben viel zu schön, um einfach die Waffen zu strecken. Ich hoffe, Du siehst das auch so. Genieße die Zeit mit Deinen Freunden in dem Bewußtsein, daß "ER" in irgendeiner Form bei Dir ist.
Ganz liebe Grüße. Kathi

01.12.2001 11:15

Sterben , jeden Tag ein bißchen mehr
 
Hallo Kathi
Schreibe dir nur kurz zurück,nächstes Mal mehr.
Schön,dass es dir gut geht,mach weiter so.In welchen Abständen bekommst du die Chemo und wieviele Zyklen sind angesetzt?Bekommst du zusätzlich Medikamente?
Ich bin schon auf dem Sprung zum wegfahren,deshalb schnell noch liebe Grüsse an dich-pass auf dich auf
Margit.R

01.12.2001 13:00

Sterben , jeden Tag ein bißchen mehr
 
Hallo Margit,
schön, daß Du am Wochendende 'mal wegkommst. Ich hoffe, daß ihr richtig viel Spaß habt und Dich die Erinnerung nur auf eine positive Art einholt.
Geplant sind 2 Chemos in wöchentlichen Abständen (Montags), dann 1 Woche Pause, 3 Zyklen insgesamt und dann 'mal weitsersehen. Ich bekomme nur ein Präparat gegen die Übelkeit und Parcetamol. Seit ich weiß, was es ist und ich mich darauf eingestellt habe, geht es mir sowieso schon viel besser. Ich hatte vorher ganz fürchterlichen Husten (mit blutigem Sputum)), aber das hat sich wirklich gebessert, schon vor der Chemo. Das einzige, was mir seit Anfang des Jahres Probleme bereitet, sind starke Schmerzen in den Gelenken. Bisher haben wir noch kein wriksames Mittel gefunden, aber wenn die Chemo anschlägt, wird sich das bestimmt auch bessern, und das ist ja auch nichts lebensbedrohliches.
Ich wünsche dir ein wunderschönes Wochenende mit den Damen. Bis Montag, hoffentlich.
Ganz liebe Grüße. Kathi

01.12.2001 15:29

Sterben , jeden Tag ein bißchen mehr
 
Hallo Jasmin,kathi,Margit und Herbert,

mein name ist Sabine und ich habe mit großem Interesse eure Berichte gelesen.
Mein vater hatte vor 15 Jahren Lungenkrebs.Die Ärzte wollten ihn meiner Mutter schon mit nach Hause geben,um ihn die letzten Tage,die er,laut der Ärzte noch habe,zu Hause verbringen zu lassen.
Mein Vater hat 22 kilo abgenommen und sehr schwer Luft bekommen.
Es mag wie ein Wunder erscheinen,aber an dem Tag,an dem er entlasse werden sollte habe ich ihm gesagt,dass ich ein Baby erwarte und er Opa wird.
Ihr könnt euch nicht vorstellen,wie sehr er sich gefreut hat.
Die Behandlungen,die er vorher abgelehnt hatte,weil er sich das nicht antun wollte,hatten wieder Rälevanz.
Er blieb also im krankenhaus und liess alles mit sich machen.
Die Ärzte glaubten insgeheim nicht mehr,dass es was bringt,aber mein Vater hatte wieder Lebenswillen und durch die Behandlungen,wie Chemo,Bestrahlung und Homöopathie war er nach drei Monaten fast schon wieder auf dem Damm.
Der Tumor wurde kleiner und war operabel.Die Metastasen verschwanden völlig.
Ihr Lieben,er lebt heute noch.Er ist zwar immer in Behandlung und muss oft inhalieren,aber er ist g e h e i l t!!!!!!!!!
Ich möchte euch mit meinem Bericht mut machen.Margit,deine Zeilen sind wunderschön zu lesen und ich merke,dass Ihr hier alle wie eine kleine Familie seid,und das finde ich super.
Verliert bitte alle nicht den Mut.Fühlt euch von mir gedrückt und Kathi....du packst das......ich bin davon überzeugt.Du hast die positive Einstellung zu dieser Krankheit.Habt alle die Freude am Leben und lasst euch nicht unterkriegen.
Bis bald
Sabine

02.12.2001 11:56

Sterben , jeden Tag ein bißchen mehr
 
Liebe Sabine,
Du kannst Dir gar nicht vorstellen, wie sehr ich mich über Deine Zeilen gefreut habe, und das geht ganz vielen Anderen bestimmt auch so. Es tut so gut, auch 'mal etwas Positives zu hören. Seit letzter Woche bin ich täglich im Forum und Vieles, was man liest, geht echt unter die Haut und beschäftigt einen nachhaltig. Um so schöner, so eine tolle Geschichte zu lesen und ich freue mich wirklich für euch alle. Obwohl ich mich ständig um eine positive Einstellung bemühe, kommen mir ab und an natürlich Zweifel bei so vielen Negativnachrichten. Jetzt habe ich gottseidank ja etwas, das mich dann aufbauen kann.
Sabine, vielen, vielen Dank für Deinen Beitrag. Er gibt sicher ganz vielen Menschen (mir auf jeden Fall) den Mut, nicht aufzugeben, was immer die Götter in Weiß uns auch erzählen mögen.
Dir und Deiner Familie wünsche ich von Herzen, daß die Situation bleibt wie sie ist. Viel liebe Grüße. Kathi

04.12.2001 15:23

Sterben , jeden Tag ein bißchen mehr
 
Hallo Sabine
Schön,dass sich bei euch alles so toll entwickelt hat.Es geht bestimmt vielen besser,die deinen Bericht gelesen haben.Weisst du,ich denke,viele haben nicht den Mut,offen über ihre Krankheit zu sprechen und blocken ab.Sie dann da rauszuholen ist sehr schwer.Sie denken sie haben von vorneherein keine Chance und verlieren den Mut.Dein Bericht rüttelt hoffentlich ein paar Betroffene wach(vielleicht auch Herbert).Alles Gute für euch
Margit.R

05.12.2001 23:21

Sterben , jeden Tag ein bißchen mehr
 
Seid gegrüßt!

Hm, ich bin also eine der Töchter, von denen Kathi schon gesprochen hat. Ich habe jetzt nicht jeden Beitrag ganz gelesen, aber ich denke, das Meiste habe ich doch in mir aufgenommen. Margit, ich bewundere Dich, dass Du auch nach einem Verlust noch so wahnsinnig positiv an das Thema rangehst. Ausserden möchte ich Dir und auch den anderen "Schriftstellern" und Chattern hier danken, dass ihr meiner Mutter so viel Kraft und Mut gebt. (Auch wenn sie von sich aus schon verdammt stark ist)
Ich habe keinen Zweifel daran, dass sie es schaffen wird. Mit so einer Einstellung kann garnichts schief gehen, denk ich mir. Da haben es schon ganz andere geschafft. Menschen, die der Krebs schon wesentlich schlimmer erwischt hatte, Menschen, die vielleicht auch nicht ganz so stark waren wie meine Mutter.
Ich denke auf jeden Fall, dass die innere Kraft, Energie und vor allem Liebe wesentlich stärkere Eigenschaften haben als eine Krankheit, die "NUR" organisch ist. Darum hoffe ich, dass viele Betroffene spüren, dass sie sich selbst rausziehen können, mir Hilfe ihrer Freunde und Ihrem festen Beschluss es zu schaffen. Ich wünsche Euch alles Gute. Mama, wir sehen uns dann morgen! ;o)
Byebye *wink*

06.12.2001 13:46

Sterben , jeden Tag ein bißchen mehr
 
Hallo Christine
Schön,dass du dich hier zu Wort gemeldet hast.Du kannst stolz auf deine Mutter sein,mit ihrer Kraft macht sie den anderen Mut.Ich wünsche euch noch eine lange,lange,schöne Zeit mit ihr.Auch wenn mal ein Tief kommt,so bin ich doch fest davon überzeugt,dass ihr es gemeinsam bewältigt.Liebe allein kann Wunder vollbringen.Viel Spass mit deiner Mutter und schreib ruhig mal wieder,wenn dir danach zu Mute ist.
Alles Gute Margit.R

06.12.2001 20:38

Sterben , jeden Tag ein bißchen mehr
 
Hallo Christine,
wie schön, dass man mal eine Tochter "zu lesen" bekommt. Ich bewundere Deine Mama, sie strahlt so viel Kraft aus und, obwohl sie selbst mit der Krankheit zu kämpfen hat, macht sie so vielen Leuten Mut. Haltet zusammen, gemeinsam schafft Ihr es.
Ich drücke Euch die Daumen.
Es grüssst Dich
Dodo

13.12.2001 12:23

Sterben , jeden Tag ein bißchen mehr
 
Hallo Jasmin,kathi,Margit und Herbert,
Eure Berichte haben uns allen wieder Mut gegeben. Bei meinem Schwiegervarter (58 Jahre alt) wurde vor 3 Wochen Lugenkrebsdiagnostizier. Eer wurde vor einer Woche operiert (1/3 des rechten Lungenflügels entfernt). Er hatte einen 3,5 cm grossen Tumor und keinerlei Metastasen in Körper.
Was mich allerdings am meisten nervt ist die schlechte Auskunft, die er im Krankenhaus erhält. Kein Arzt hat Zeit, Auskunft zu geben. Er weiss bis heute nicht um was für einen Krebs es sich handelt oder wie die Weiterbehandlung
aussieht. Er wird nächste Woche entlassen und solle sich dann bei seinem
Hausarzt melden. Mein Mann und ich können ihm nicht viel helfen, da wir im Ausland leben und natürlich telefonisch auch keine Auskunft erhalten.
Zum Schock kommt nun auch noch diese "Hilflosigkeit", da man eigentlich nicht
weiss was los ist.

Bis bald
Christine

13.12.2001 12:24

Sterben , jeden Tag ein bißchen mehr
 
An Alle!

bin erst seit gestern dazugestoßen, aber die ganzen Berichte lassen mich nicht mehr los.
Mein Mann , 50 J. hat seit 3 Jahren Lungenkrebs, kleinzellig, nicht zu operieren.Er bekam Chemo und Bestrahlungen am Kopf ( zur Profilaxe )Bis heute gilt die Diagnose, dass der Krebs zum Stillstand gekommen ist. Am Anfang nach der Behandlung war er sehr schwach, abgemagert und total fertig. Er ist seit 1 Jahr in Behandlung bei einer Heilpraktikerin bei Frankfurt. Er hat ziemlich zugenommen und ist körperlich recht fit. Nur habe ich ein Problem, er spricht nicht über seine Krankheit, kapselt sich total ab und lebt irgendwie sein eigenes Leben. Ich komme ganicht mehr an ihn heran. Er war noch nie sehr aufgeschlossen, aber jetzt ist er total in sich gekehrt. Das macht mir halt Probleme, da ich nicht weiss was in ihm vorgeht und wie es ihm tatsächlich geht. Er wollte auch nie, dass ich mit den Ärzten spreche.
Aber noch geht es ihm gut, soweit ich das beurteilen kann. Aber irgendwie stirbt jeder ein Stück für sich allein.

13.12.2001 14:52

Sterben , jeden Tag ein bißchen mehr
 
Hallo Brigitte,
habe gerade Deinen Bericht gelesen. Ich kann nachvollziehen, wie Du dich fühlst. Mein Mann ist 61 Jahre und hatte ein nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom, das in 9/1999 operiert wurde. Als mein Mann das erste Mal erfahren hat, dass er Krebs hat, ist er einfach aus dem Haus gegangen und 3 Stunden durch den Wald gelaufen. Ich wusste gar nicht, was los war und hatte eine panische Angst. Auch mein Mann ist nicht sehr aufgeschlossen und sehr in sich gekehrt. Aber als er mir dann sagte, was los ist, war er doch erleichtert. Für Euch ist es doch sehr positiv, dass der Krebs zum Stillstand gekommen ist. Bei meinem Mann sieht es anders aus. Liebe Brigitte, gib den Mut nicht auf und verzweifle nicht. Vielleicht braucht Dein Mann sehr lange, um mit sich selbst ins Reine zu kommen. Ich drücke Euch die Daumen.
Dodo

13.12.2001 16:02

Sterben , jeden Tag ein bißchen mehr
 
Liebe Dodo,
vielen Dank dass Du mir so schnell geantwortet hast. Ich würde Dich gerne umarmen und trösten. Ich kann mitfühlen, wie es Dir so geht. Weisst Du, was für mich am beschiss..... ist, dass ich mich so alleingelassen fühle. Mein Mann läßt mich nicht teilhaben an seinen Ängsten, Gedanken und Gefühlen. Nach außen ist alles easy und in Ordnung. Er ist so geht es geht zum Alltag zurückgekehrt nur nimmt er nicht mehr am Familienleben teil, ist nicht belastbar und ich versuche alles von ihm fern zu halten. Dafür muß halt ich herhalten.
Wünsche und sende Dir viel Kraft und Stärke!
Liebe Grüße Brigitte

13.12.2001 17:21

Sterben , jeden Tag ein bißchen mehr
 
Liebe Brigitte
Es ist schlimm für mich,deinen Beitrag hier zu lesen.Du bist in einer hilflosen Situation,versuche nicht,daran kaputtzugehen.War dein Mann schon von Anfang an,seit die Diagnose gestellt wurde so,oder kam das später?Habt ihr Kinder?Er soll dankbar sein,dass er diese schreckliche Krankheit soweit im Griff hat.Aber frag ihn mal,was er macht,wenn es mal schlimmer wird.Vielleicht ist er dann froh,wenn ihm jemand zur Seite steht.Natürlich reagiert jeder Betroffene anders,aber das Abkapseln schadet nicht nur dir,sondern irgendwann auch einmal ihm.Es ist schlimm,wenn man nicht über diese schreckliche Krankheit sprechen kann,aber je mehr man in sich hineinfrisst,je schädlicher kann sich das auswirken.Das möchte dein Mann bestimmt genausowenig wie du.Ich wünsche dir viel,viel Kraft und versuche doch nochmal,an ihn heranzukommen.Wenn du so krank wärst,würde er sich doch sicher auch freuen,wenn du ihm alles anvertrauen würdest,was dir auf dem Herzen brennt.Ihr müsst ganz fest zusammenhalten und gemeinsam gegen alles angehen.Alles Liebe und melde dich mal wieder.Margit.R

13.12.2001 17:58

Sterben , jeden Tag ein bißchen mehr
 
Hallo Margit R.
vielen Dank für Deine lieben Zeilen. Nur ist es leider so, dass ich einfach nicht mit ihm reden kann. Er fängt sofort an zu heulen und sagt" er will sich nicht damit befassen " was soll ich da machen ? nichts!
Es gäbe nichts zu besprechen, was ich denn immer hätte, es gehe ihm doch gut! Ich habe 2 Kinder 22 J. Sohn und 16 J. Tochter. Kannst Du Dir vorstellen, letztes Jahr an Silvester war ich ganz alleine. Meine Kinder waren auf einer Party und mein Mann lag um 19.00 Uhr im Bett. Kein Neujahrswunsch, nichts. Ich habe geheult wie verrückt. Jetzt habe ich schon Angst vor diesem Silvester. Ich muß dazu sagen, dass die Diagnose kurz vor Weihnachten vor 3 Jahren erfolgte. Natürlich ist das jedes Jahr ein Horror!! Nun ja, ich will nicht nur jammern wird schon irgendwie gehen.
Liebe Grüße Brigitte

14.12.2001 06:39

Sterben , jeden Tag ein bißchen mehr
 
Hallo Brigitte,
es macht mich ganz traurig dein Schiksal
ich kann deine Gefühle sehr gut verstehn ,denn so war es zu Anfang auch bei uns .Diagnose stand fest 12/2000 unheilbar nicht zu operieren.Nach der ersten Chemo und den Bestrahlungen konnte man keinen Schatten mehr sehn,mein Mann wollte sich nicht mehr drüber unterhalten und als unsere Hausärtzin auf Rentenantrag gefragt hatte wurde er sogar richtig böse und hat sie angeschrien,"Ich bin jetzt geheilt und kann bald arbeiten",an ihrem Gesicht konnte ich erkennen das es nicht so war ,ich konnte nicht mehr mit ihm über die Kranheit reden er liess es einfach nicht zu.Da ich aber immer wieder geheult habe(musste) und ihm immer wieder gesagt habe ,das ich drüber reden muss sonst ersticke ich an meinen Gedanken,hat er es dann zugelassen.Heute reden wir über alles und es tut ihm so wie mir gut ,mittlerweiler ist er Stadium III. und wir freuen uns über jeden Tag wo es ihm gut geht.Er weiss das er stirbt aber er ist voller Hoffnung das er noch lange lange hat ...und das ist gut so.
Vielleicht solltes du mal so eine Mail über die Gedanken ,Ängste und Befürchtungen einfach mal ausdrucken und sie ihm zu lesen geben,ich finde er hat riesiges Glück das er Stillstand hat,und er soll noch lange Stillstand haben ...ich finde es ausgesprochen toll auch mal so was positives zu lesen über Lungekrebs .Er soll weiterleben und auch Dich durch sein Verhalten nicht krank machen .Geniesst jeden Tag es gibt einfach nichts schöneres als sich um den anderen zu kümmern ob gesund oder krank.
Lass dich umarmen wird schon gehn,Silvester werde ich einen extra Schluck Sekt auf Euch(dich) trinken ,du bist nicht alleine wir sind alle bei dir.
Solltest du wieder ganz alleine sein ,schau hier vorbei und lese die Mails für Silvester ,sie werden dir sicher helfen .
kuss Doris

14.12.2001 08:28

Sterben , jeden Tag ein bißchen mehr
 
Liebe Doris,
als ich heute morgen aufgestanden bin musste ich sofort nachschauen ob jemand geschrieben hat. Nun sitze ich hier und heule, aus Freude und Dankbarkeit dass es Menschen gibt die einen verstehen aber auch aus Angst was noch alles kommt. Mir wird erst jetzt bewußt, was ich die ganze Zeit alles mit mir herumgeschleppt habe und es war kein Ventil da, wo ich alles mal ablassen konnte. Mache mir natürlich auch Gedanken, dass ich Euch so mit meinem Problem zumülle. Ihr hat ja alle das gleiche Schicksal und ich muß Euch doch auch unterstützen. Vielleicht ist es auch ein Trost für Euch, dass bei meinem Mann der Krebs zumindest bis jetzt nicht weiter gemacht hat.
Ich danke Dir und Allen anderen, dass ihr mir hier so hilfreich zur Seite steht.
Alles Liebe Brigitte

14.12.2001 14:12

Sterben , jeden Tag ein bißchen mehr
 
Hallo Christine
Ich denke,dein Vater hat ein bisschen Glück gehabt.Lungenkrebs ist tückisch und streut sehr oft.Gott sei Dank konnte man operieren und es sind nirgends Metastasen.Natürlich stimmt es mich traurig,dass er von den Ärzten so wenig Auskunft erhält.Aber sein Hausarzt bekommt alle Berichte und dort kann er dann Näheres erfahren.
Hast du noch eine Mutter,und wenn ja,hat man ihr auch nichts gesagt?Manchmal scheint es auch so,als wollen die Ärzte den Betroffenen im ersten Moment die Wahrheit verschweigen und sie vielleicht nach solch einer Operation etwas schonen.Das muss nichts schlimmes bedeuten.Ich kann mir durchaus vorstellen,dass du dir Gedanken machst,weil du weit weg wohnst und nicht mitbekommst,was da eigentlich läuft.Also bleibt dir wohl nichts anderes übrig,als zu warten.Das ist schwer und ich wünsche dir,dass du den Mut und die Kraft dazu aufbringst.Denk immer daran,dass du ein grosses Geschenk erhalten hast-Weihnachten kommt und dein Vater ist zu Hause und es geht ihm den Umständen entsprechend gut(wie wir alle hoffen).Mit den besten Grüssen.Wo lebst du eigentlich?Margit.R

14.12.2001 14:50

Sterben , jeden Tag ein bißchen mehr
 
Liebe Christine,
es ist ganz positiv, daß bei Deinem Schwiegervater noch keine Metastasen gefunden wurden. Dann hoffen wir jetzt alle, daß die Operation alles beseitigt hat. Ich kann mir aber vorstellen, wie man sich ängstigt, wenn man so weit entfernt ist und nicht an Informationen kommt. Margit hat aber recht, vom Hausarzt bekommt ihr sicher alle Auskünfte, sobald er die Berichte vorliegen hat.
Seht ihr euch denn zu den Feiertagen? Ausland ist so ein weiter Begriff. Ich hoffe jedenfalls und natürlich außerdem, daß er die Operation so gut überstanden hat, daß es ihm einigermaßen gutgeht und ihr eine schöne Zeit verbringen werdet. Mach Dich solange nicht mit Deinen Ängsten verrückt, sondern sieh wirklich die positive Seite und warte ab, was der Hausarzt sagt. Liebe Grüße. Kathi

14.12.2001 15:36

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Liebe Brigitte,
Dein Bericht war sehr erschütternd. Es ist ja schon so schlimm, wenn man sich mit so einer schrecklichen Situation auseinandersetzen muß, aber wenn der Betroffene, der einem nahe steht, dabei so introvertiert ist, kann man schon verzweifeln. Ich hoffe ganz fest für Dich, daß Du Deinen Mann aus seiner Isolation herausholen kannst. Das bei ihm die Tränen laufen, wenn Du ihn darauf ansprichst, zeigt ja , daß er sehr verzweifelt und verängstigt sein muß, auch wenn er es nicht zugeben mag. Ich denke, Du mußt es einfach weiter versuchen und ihm auch klarmachen, wie zermürbend die Situation für Dich ist. Vielleicht beherzigst Du Doris Rat und druckst 'mal etwas aus. Manche Menshcen brauchen etwas Sichtbares, vor dem man die Augen dann nicht mehr verschließen kann. Versuch es doch einmal.
Jedenfalls bist Du jetzt nicht mehr alleine. Wir denken an Dich und Doris wird Silvester nicht die Einzige sein, die einen Schluck Sekt auf euch beide trinkt. Für Dich und Deinen Mann wünsche ich, daß sich nur die medizinische Situation nicht ändert. Versuche ganz fest, Deine Zuversicht nicht zu verlieren und melde Dich einfach, wenn Dir nach Reden zumute ist. Alles Gute. Kathi

14.12.2001 16:44

Sterben , jeden Tag ein bißchen mehr
 
An Kathi undDoris,

ihr Lieben Danke für Eure Mitteilungen. Wenn Ihr nur wüsstet wie oft ich mir schon vorgenommen habe meinem Mann alles knallhart zu sagen, wie ich mich fühle, was ich denke usw. aber dann habe ich jedesmal Mitleid mit Ihm und auch Angst alles könnte zusammen brechen. So nach dem Motto, " nur nicht zu feste rütteln, sonst bricht alles entzei ". Ich denke ja auch er hat sich so einen Schutzmantel aufgebaut und hält sich daran fest. Was mache ich, wenn ich ihn womöglich aus seiner Illusion hole und er kippt mir dann voll weg. Zumindest ist er nach außen hin nicht depressiv sondern zeigt sich positiv mit Blick nach vorne.

Ich habe halt auch immer Angst dass der Krebs im verborgenen weitermacht und dass man es erst dann merkt wenn alles zu spät ist. Soll ich Euch mal was sagen: Ich habe eine Scheiss-Angst!!!!! vor dem nächsten Jahr vor der Zukunft.

14.12.2001 21:18

Sterben , jeden Tag ein bißchen mehr
 
Ach, Brigitte,
ich hatte Dir gearde eine ganz lange Mail aus dem Bauch heraus geschrieben und bin dann geflogen, jetzt bekomme ich das bestimmt nicht noch einmal so hin, aber ich's versuch's mal, wird halt ein bißchen anders dann.
Ich hatte damit angefangen, daß weder Mitleid noch Angst eine konstruktive Basis sein können. Das sind negative Gefühle, die die Seele ganz krank machen. Du mußt Deinen Mann nicht so schwach einschätzen, er wird das packen, wenn Du ihn darauf stößt. Du mußt Dir zuesrst einmal klarmachen, daß Du auch Rechte hast, auch das Recht, glücklich zu sein, wie auch immer sich das momentan gestalten möge, aber es würde sich da bestimmt eine Basis finden, wenn er sich nicht so abkapseln würde. Ihr habt euch einmal versprochen, in guten und in schlechten Tagen für einander da zu sein und zusammenzuhalten. Jetzt ist die Zeit für schlechte Tage, da kann er Dich nicht außen vorstehen lassen. Nutze die Situation, im Augenblick ist das Problem nicht so akut. Wie willst Du an ihn 'rankommen, wenn (ich bete zu Gott, daß das nicht einttreffen möge, Du hast mich schon angesteckt)... Nein, ich mag den Gedankne nicht zu Ende denken.
Ich habe das schon gesagt, auch, oder gerade in schlimmen Zeiten, tröstet Nähe, gibt Kraft und zeigt andere Perspektiven auf, die durchaus positiv sein können. Er darf euch diese Möglichkeit nicht nehmen.
Du denkst, er ist betroffen und für ihn ist es schlimm, aber für Dich ist es das auch, oder eher schlimmer. Für mich persönlich war die Daignose meiner Mutter damals wesentlich schlimmer als meine eigene jetzt. Weißt Du, ich denke, ich habe die Sache selbst in der Hand. Ich kann kämpfen und was auch passiert, ich habe zumindest immer einen gewissen Einfluß. Als Angehöriger hat man das nicht. Man kann Trost spenden, versuchen, jemanden aufzubauen, aber im Prinzip steht man der Situation machtlos gegenüber und ist dem Leiden des Partners hilflos ausgeliefert. Das ist viel schlimmer. Wenn ich mich jetzt sorge, dann weniger darüber, was auf mich zukommt, ich werde das schon meistern, sondern darüber, was meine Lieben in ihrer Hilflosigkeit dann vielleicht durchmachen müssen. Deswegen spreche ich über alles und versuche, sie mit ihren Ängsten nicht alleine zu lassen. Gerade im Moment frage ich mich natürlich, ob dies vielleicht unser letztes gemeinsames Weihnachtsfest wird. Ich arbeite daran, das zu verhindern, aber wenn es so sein sollte, hoffe ich einfach, daß die Menschen, die mir alles bedeuten, so viel Kraft aus unseren Gesprächen geschöpft haben werden, daß sie damit fertig werden und wissen, daß ich immer da bin, denn daran glaube ich ganz fest. Mittlerweile bin ich schon zielmlich sicher, daß wir im Nachhinein diese Zeit als die wertvollste unseres Lebens einordnen werden, denn wir sind uns alle so nah wie níe zuvor, und unser ganzes Leben ist durch Liebe bestimmt.
Du solltest Dir vielleicht auch überlegen, Deine Kinder mit einbeziehen. Sie sind alt genug, um dann für sich selbst zu entscheiden, ob sie überfordert sind oder ob sie auch diesen Weg mit ihren Eltern gehen möchten. Das können sie aber nur, wenn Du offen und ehrlich mit ihnen bist. Du kritisierst das an Deinem Mann, dann darfst Du diesen Fehler nicht auch machen. Dein Mann redet sicher aus Sorge nicht, mach nicht denselben Fehler.
Ich hoffe, das war alles nicht zu direkt, aber wenn, dann nur aus Sorge. Pack dir Deinen Mann mal, rüttel ihn, vergießt ein paar (oder viele) Tränen zusammen und macht dann mal Inventur, wobei ihr die positiven Sachen 'rauskehren müßt. Dann macht einen neuen Anfang und bereitet euch auf Weihnachten vor, das Fest der Liebe.
Ich denk an Dich und bete für Dich und hoffe, daß ihr beiden dank Deiner Initiative aus eurer Isolierung herausfindet. Du wirst das schaffen, da bin ich ganz sicher. Alles Liebe. Kathi

14.12.2001 23:17

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Ach kathi!
Ich weiss nicht, warum ich gerade jetzt vor weihnachten auf dieses Forum, auf dich und noch einige andere liebe Menschen gestossen bin. Eigentlich habe ich den glauben an gott schon verloren und jetzt muss ich es wohl als fügung ansehen. du glaubst nicht wieviele anläufe ich mir schon in gedanken vorgenommen habe aber dann............. jedesmal verlies mich der mut alles einmals auszusprechen. ich weiss ja, dass ihr alle mir im grunde nicht helfen könnt. da muss ich ganz alleine durch. nur stell dir vor mein mann kommt abends vom geschäft ( er arbeitet schon seit letztem jahr wieder voll) dann wird abend gegessen und spätestens um 19.30 h liegt er dann im bett. ich bin auch vollzeit beschäftigt und habe einen stressigen job. bis ich dann haushalt, probleme der kinder usw. erledigt habe schläft er schon und so geht ein tag wie der andere vorbei. wir leben friedlich nebeneinander aber nicht miteinander. am 28. januar sind wir 25 jahre verheiratet und dieser tag wird vorbei gehen wie jeder andere.
so unverständlich wie es für dich vielleicht sein wird ich traue mich nicht diesen frieden ???!!! zu stören. mein einzigster trost ist mein pferd. mit dem beschäftige ich mich gerne da sind die gedanken frei und mit ihm spreche ich oft auch über meine probleme. wenn ich mit ihm ausreiten gehe fühle ich mich frei und kann auch mal richtig abschalten.
ich habe schon ein schlechtes gewissen dass ich dich so volljammere wo du doch deine ganze energie für dich brauchst. du mußt dich nicht sorgen es tut mir schon gut wenn ich meine sorgen einmal loswerden kann.
liebe grüße brigitte

15.12.2001 22:07

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Hallo Brigitte,
Du brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn Du hier im Forum Deine Gedanken, Gefühle und Ängste niederschreibst. Weisst Du, wir sitzen alle in einem Boot und es ist wichtig, dass man sich mal alles von der Seele schreibt. Vielleicht braucht Dein Mann eine ganz lange Zeit, um sich selbst mal mit der Krankheit auseinanderzusetzen. Im Augenblick sprechen mein Mann und ich gar nicht darüber. Wir geniessen einfach jede Stunde. Zum Glück bin ich zur Zeit in Altersteilzeit, so dass ich mich ganz auf ihn konzentrieren kann. Meinem Mann geht es sehr schlecht. Die Metastasen im Hirn lösen so einiges aus. Aber ich will nicht klagen, wir haben schon schlimmere Tage hinter uns. Brigitte, gib die Hoffnung nicht auf und gehe behutsam mit Deinem Mann um. Ich wünsche Dir einen geruhsamen 3. Advent.
Es grüsst Dich Dodo


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