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Unsere kleine Geschichte
Hallo Forum,
ich möchte mich kurz vorstellen: mein Name ist Tom und ich rutsche geradewegs aus dem Nierenkrebsforum hier herüber. Was ist passiert? Heute morgen um 3:00 ist meine Mutter eingeschlafen. Von Erstdiagnose bis jetzt waren es gerademal 7 Monate. "Nierenzellkarzinom?" werden einige sagen "da gibt es doch Sutent, Affinator, Cyberknife...". Sicher gibt es das und wer das Nierenkrebsforum und seine Mitglieder kennt weiß um die Erfolgs- und Mutmachgeschichten, die dort niedergeschrieben sind. Jene, die klaglos all die Behandlungen und Nebenwirkungen über sich ergehen lassen, sind aber wahre Kämpfer, die sich bewusst für das Leben entschieden haben. Meine Mutter war keine solche Kämpferin und die Karten waren von Anfang an schlecht gemischt. Ihre (unsere) Odyssee begann schon früher, im Herbst 2007, als mein Vater unerwartet Blut hustete. Was folgte war die Diagnose Bronchialkarzinom, OP, Chemo, pathologischer Bruch im Schlüsselbein, Metastasierung u.a. des Pankreas, des Oberschenkelknochens und der Schilddrüse und abschließend ein qualvolles Ende im Hospiz am 6.8.10, dass uns bis ins Mark erschüttert hatte. Als das alles hinter uns lag, sagte ich meiner Mutter: "Du bist jetzt erst 60 Jahre alt. Vermutlich wirst Du noch 20-25 Jahre leben und solltest DIr gedanken machen, wie Du den Rest Deiner Zeit verbringen möchtest." Es lief langsam weiter. Sie fand wieder Gefallen am Leben und ging sogar wieder arbeiten, der Alltag hatte sie nach und nach wieder. Dann, Mitte März diesen Jahres, kam sie die Diagnose Nierenzellkarzinom, also zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Wie hätte sie wohl Kräfte sammeln sollen in so kurzer Zeit? Danach folgte die Nephrektomie der betroffenen Niere und abschließend eine Besprechung der Histo. Leider waren auch Lymphknoten mit befallen. Wenige Wochen später klagte sie über Schmerzen im Humerus, die durch eine Knochenmetastase hervorgerufen wurden. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich versucht, sie mit dem Lebenshaus in Kontakt zu bringen, aber es war kein Herankommen. Ich hätte sie gerne bei einem Spezialisten gewusst, aber sie hatte zu dem Zeitpunkt den Kopf schon in den Sand gesteckt. Bis es dann zu spät war. Vor ein paar Wochen rief sie dann aus dem KH an, wo sie sich wegen einer Thrombose hatte behandeln lassen. Die Ärzte dort hatten dann weitere Metastasen gefunden. Da sie zu dem Zeitpunkt schon sehr geschwächt war, riet der Arzt von weiteren Behandlungen ab und ließ sie ins Hospiz verlegen. Immerhin musste sie nicht in das gleiche Zimmer, in dem mein alter Herr verstarb. Nach 4 Wochen ist sie als symptomstabil in ein Pflegeheim verlegt worden. Leider ging es dann dort rapide bergab, binnen 11 Tagen. Am Montag rief man mich auf der Arbeit an (ich wohne 400km weg von meiner Ma), dass der Wechsel des Hausarztes, den ich wegen völliger Inkompetenz rasiert hatte, geklappt hat. Nur lag sie da schon im Sterben. Ich habe es gerade noch geschafft, dass wir uns ein letztes Mal sehen durften und meine Schwägerin sagte, sie hätte ruhiger geatmet als ich da war. Das ist mir ein großer Trost. Sie fehlt mir schon jetzt unendlich, genau wie mein alter Herr. Beste Grüße Tom |
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Hallo Tom,
habe gerade eher zufällig deine Geschichte gelesen. Das tut mir sehr leid und ich wünsche dir alle Kraft, um mit der Trauer umzugehen. LG Monika |
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Hallo Tom,
es tut mir so unendlich. Ich wünsche dir viel Kraft. Ich hoffe, du hast Menschen, die dich auffangen können in deiner Trauer. Ganz liebe Grüße, Undine |
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Hallo Tom,
auch mir tut es unendlich leid. Du hast in so kurzer zeit so viel schreckliches erlebt. Ich wünsche die ganz viel kraft für die kommende zeit. Ich kann so gut verstehen wie es dir geht. Fühl dich mal ganz lieb umarmt. Liebe Grüße Susann |
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Ohmaaan tom...
Ich hab das gestern im chat gar nicht mitbekommen, oder iwie überlesen.. Auch von mir ein herzliches beileid.. Mensch.. Du bist so stark...!!!! Wenn du mit wem reden willst oder so.. ( ich weiß nich gerade, die stärke von männern) aber trotzdem biete ich es dir an! ( schreib mich einfach per pn an, oder auch im chat. ) Möge sie gut drüben ankommen.. Ganz viele liebe grüße Leo |
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Eine Stimme, die uns vertraut war, schweigt. Ein Mensch, der immer für uns da war, ist nicht mehr. Er fehlt uns. Was bleibt, sind dankbare Erinnerungen, die uns niemand nehmen kann. Lieber Tom, es tut mir leid, daß Deine Mutter nun auch den letzten Weg gehen mußte. Ich nehme Anteil an Deinem Schmerz und wünsche Dir und Deiner Familie für die kommende Zeit die Kraft die es braucht, um zu verstehen und um zu trauern. Ein stiller Gruß Anhe |
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Hallo Tom,
mein tiefstes Mitgefühl für dich und deine Familie. Ich wünsche euch viel Kraft, Helmut |
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Hallo Forum,
vielen Dank für die netten Wünsche / Grüße. Es geht weiter. Wie es immer weiter ging. Mit teils sehr praktischen Dingen, die wir in den Stil zu stoßen haben. Bankgeschäfte sind zu erledigen, Gespräche mit Pastor und Bestattungsunternehmern zu führen und allerlei andere Gänge zu gehen. Kopf in den Sand war meine Sache nie, also voran. Kommt mir gerade eine praktische Frage, die ihr mir vielleicht beantworten könnt: Mutter war überall Mitglied oder Kunde. Wie verhält es sich mit der Kündigung von solchen Geschichten, wie z.B. Telefon und dergleichen? Brauche ich dafür die Sterbeurkunde oder kann das auch alles so angeschoben werden? Vielleicht habt Ihr da ja schon Erfahrungen gemacht und wollt diese mit mir teilen. Beste Grüße Tom |
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Hallo Tom,
auch von mir mein allerherzlichstes Beileid zu Deinem schmerzlichen Verlust. Es macht mich traurig das du binnen doch so relativ kurzer Zeit Deine Eltern zu Grabe tragen musst. Ich hoffe Du hast liebe Menschen an Deiner Seite die Dir Halt geben. In stiller Trauer Dieter |
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Moin Dieter,
mach Dir keinen Kopf, kennst mich ja. Unkraut vergeht nicht:prost: Grüße Tom |
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Hallo Tom,
Da wir gerade selbiges auch haben mit den ganzen amtsgängen usw, kann ich dir sagen dass zu 99% nach der Sterbeurkunde gefragt wird. Mein Papa hatte auch so viele mitgliedschaften. Ich Wünsche dir weiter viel kraft! Liebe Grüße Susann |
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Lieber Tom,
es tut mir unendlich leid dass Du beide Eltern so kurz nacheinander verloren hast. Zu den Mitgliedschaften... ich habe Kopien der Sterbeurkunde gemacht... das hat gereicht. Liebe Grüße Jasmin |
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Danke Jasmin / Susann,
das ist gut zu wissen. Aber vorschreiben kann ich schonmal, dann hab ich das weg. Je mehr ich rumsitze, desto mehr komme ich ins Grübeln. Kann ich besser schonmal was machen. Leider ist unser Standesamt nicht das schnellste, aber der Bestattungsunternehmer ist am Ball. Ist ein Guter. Der hat uns bei Vattern schon sehr geholfen. Besten Gruß Tom |
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Hallo Forum,
fragt Ihr Euch im Zusammenhang mit den Verlusten, die ihr erlebt habt auch manchmal so ganz grundsätzliche Sachen? Mir gehts schon eine ganze Weile so, auch als Muttern im Hospiz lag. Ganz konkret beschäftigt mich, ob es nicht alles in allem ein paar Nummern kleiner geht. Keinen Job in leitender Position mehr, teure Hobbies aufgeben und wieder da leben, wo man sich am wohlsten fühlt und nicht, wo der Job einen hinverschlägt. Habe mich gefragt, was mir im Leben alles so wirklich wichtig ist: - eine gute Runde Skat - ab und an mal ein Bier - mit meinen Freunden zusammen sein Alles Sachen mit überschaubarem Finanzbedarf. Hoffentlich gerate ich nicht wieder in meinen Trott hinein. Wäre schade, weil ich gerade so schön aufgerüttelt bin und gemerkt habe, wie schnell alles vorbei sein kann. Und was immer auch kommen mag, ich würde am liebsten mit einem breiten Grinsen abtreten später mal :grin: Grüße Tom |
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Hallo Tom!
Meine aufrichtige Anteilnahme an dich! Zu deiner jetzigen Grüblerei möchte ich dir antworten. Ich weiß nicht so genau weshalb und warum, die Verluste meiner Eltern stehen noch bevor, aber ich bin schon längere Zeit sehr zufrieden mit meiner aktuellen Situation. Ich habe keine Geldnot - meist ;) und ich stelle immer mehr fest, dass es zum Leben weniger braucht als Andere haben. Der Vergleich mit Anderen hinkt sowieso je nachdem wer die Anderen eben sind. Hauptsache ich bin gesund und meine Angehörigen (was im Moment leider nicht der Fall ist) mein Auto läuft so das ich beruhigt in die Arbeit komme, habe ein warmes kuschliges Zuhause, kaufe mir ab und an schöne Klamotten die ich dann aber auch immer ewig habe (die Mode wiederholt sich regelmäßig) mein Katerchen liegt neben mir. Ab und an mal Urlaub in der Sonne! Lange Rede kurzer Sinn, das Leben machen die Kleinigkeiten schön wie in deinem Falle Skat spielen mit Freundem und nicht die großen Besitztümer. Im Gegenteil, ich finde Besitz belastet da man sich drum kümmern muss. Im Großen und Ganzen geht es mir in meiner Situation/Position so gut, dass ich es mir leisten kann bescheiden zu sein. ;) Lieben Gruß Karina |
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Hallo Tom,
ja, deine Gedanken sind gut. Leider ist die Frage nur: wie setzt man das um? Setzt man es tatsächlich um? Vor 13 Jahren bekam ich meinen Warnschuss und mein Schwager starb mit 45 Jahren den Sekundentod. Einfach umgefallen und weg. Für uns war das der Moment zum Anhalten und Nachdenken. Was ist uns wichtig und was können/wollen/sollten wir ändern? Der Wunschzettel war entsprechend gross. Sicher, wir haben das ein oder andere auch umgesetzt doch so manches fiel dann doch wieder unter den Tisch. Wir haben bewusster gelebt und geliebt. Das Leben genossen im Rahmen der Möglichkeiten. Wir wurden bescheidener und dankbarer. Bis wir dann schliesslich von den Ereignissen überrollt wurden und so manches Ziel nicht mehr zu erreichen war. Nach dem Gau im Februar 2008 brach für mich eine Welt zusammen und viele dieser Träume musste ich begraben im wahrsten Sinne des Wortes. Und heute? Tja, keine Ahnung. Ich sag mal so ....... ich bin zufrieden mit dem, was ich habe, ohne dabei die Zukunft aus den Augen zu verlieren. Langfristige Pläne sind selten geworden bei mir, doch es gibt sie. Hoffnungen .... ja. Mein Leben ändern? Wie und wo? Meine Ansprüche passe ich an die Gegebenheiten an, geniesse, was ich habe. Gute Vorsätze? Du weisst ja, wie das an Sylvester ist. Nicht sich etwas vornehmen sondern einfach umsetzen, wenn die Gelegenheit dazu ist und beherzt darauf zu gehen. Liebe Grüsse, Helmut |
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Hallo Karina,
naja Ihr beiden seid ja schon auf 100%, so wie es klingt. Zumindest Karina. Ich bin aber auf 230%. Irgendwie im Begrenzer. Nicht, weil ich es so gewollt hätte, sondern weil es sich so ergeben hat. Und ich frage mich ernsthaft, ob ich das so für den Rest meines Lebens so will. Vielleicht wird dieser thread ein Kontrollinstrument für anstehende Veränderungen. Wer weiß. Jammern ist meine Sache nicht. Ich guck nach vorne und da sehe ich mich in einer kleinen Wohnung mit nem Hund, nem riesen Freundeskreis, nem normalen Einkommen, womit man so eben rund kommt und vermutlich nichtmal mehr mit nem Auto. Maximal behalte ich eins von den vielen. Spannend. Liebe Grüße Tom |
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Guten Morgen, Tom,
neee, mit jammern hat das absolut nix zu tun. Weder in die eine noch in die andere Richtung. Der Tod eines oder einer Angehörigen ist immer (besser sollte!) ein Anlass zum Nachdenken sein. Je näher umso schmerzlicher. Was ist richtig, was ist falsch. Für sich selbst. Nur für sich selbst. Nur die Umsetzung ist dann das Problem. Ich nehme mich dabei keineswegs aus. Für dich ist es ja vielleicht in Ordnung auch weiterhin auf 230 % zu fahren? Ich fände das durchaus OK, wenn es für dich das Richtige ist. Man sollte sich nur bewusst sein, dass es vielleicht irgendwann zu spät ist, daran was zu ändern und dass man dann nicht jammern darf: hätte ich doch! Das ist die Konsequenz. Diese Entscheidung kann dir niemand abnehmen. Vielleicht würdest du irgendwann bedauern nicht auf 230 % geblieben zu sein? Liebe Grüsse, Helmut |
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Moin Helmut,
nee, das glaube ich nicht. Ich hätts gern etwas gemütlicher. Mehr Zeit mehr Freunden, weniger Arbeit, wieder in der Heimat leben. Zumindest denke ich jetzt, nachdem ich gesehen habe, wie schnell alles vorrüber sein kann, darüber nach. Spannend. Gruß TOm |
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Moin Tom,
vielleicht ist das ja der richtige Weg,3 Gänge zurückschalten und es ruhig angehen lassen,einfach mit dem zufrieden sein was man hat und zum normalen Leben reicht,gute Freunde,Bekannte, ein Einkommen das einem ein sorgenfreies Leben ermöglicht......... Ich wünschte ich hätte nur ein Bruchteil dieser Dinge,bin ich doch gezwungen so lange als möglich zu arbeiten,zu kämpfen um zu überleben usw.mangels entsprechendem Umfeld,sprich Freunde,Bekannte, Familie usw.. Aber ,was solls,ich wünsche Dir das Du Dein Leben dementsprechend(neu) ordnest und mit der dann getroffenen Entscheidung ruhig und zufrieden Leben kannst. Alles Gute Dieter |
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Hallo Tom,
auch von mir ein aufrichtiges Beileid. Ich kenn diese vielen Abschiede..erst mein Mann, dann ein halbes Jahr später meine Mama mit Lungenkrebs im zarten Alter von 58 Jahren. WasDeine Theorie betrifft...ich war mal sehr krank und hab damals den Schuss gehört und mein Leben komplett umgekrempelt und ich würde es immer wieder tun. Die Masse an Geld bringt einen ja nicht immer Zufriedenheit. Ich backe jetzt kleinere Brötchen...fliege nicht mehr in der Welt rum..Urlaube sind jetzt einfach bis kurz, weil ich mir einen Hund zugelegt habe ;-) Ich fühl mich sehr wohl damit. Man kann natürlich auch fleissig weiter 230% fahren..fragt sich nur wie lange das gutgeht. Ich hab nen sehr guten Freund, der Jurst ist..supererfolgreich..aber glaub mal, da kannste zugucken, wie er sich zu Tode arbeitet. Was hat er dann davon wenn er in der Kiste liegt? Nix. Bezüglich Abmeldung Telefon und Co....wenns die Telekom is viel Spaß :-( Die brauchten von mir glatte 2 Anträge nur für die Namensänderung unseres Anschlusses hier, da er auf meinen Mann lief. Noch 2 Jahre später war er im Telefonbuch vermerkt, bis ich richtig Ärger machte. Manche brauchen übrigens nur eine Kopie einer Sterbeurkunde...Orginal würd ich nur schicken, wenn es dringend notwendig ist. Viele Grüße Mel |
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Hallo Mel,
genau das wollte ich hören :grin:. Wird bei mir aber ein Prozess, von heut auf morgen will das nicht. Aber freut mich zu hören, dass es Dir damit gut geht. Zeigt mir, dass mein Plan gut ist. Original Sterbeurkunde schick ich nur an Mutter's Arbeitgeber und an Ihre Versicherung. Den anderen schicke ich Kopien, soll wohl reichen. Telekom ists nicht, sondern Versatel. Sind aber auch anstrengend, aber mit den Burschen werde ich schon fertig. @Dieter: jau, bei Dir ist das doof, weil Du auf den Job angewiesen bist und so. Oh man. Aber sei froh, dass Du so ein Warrior bist. Sonst wärste auch sicher schon weg vom Fenster oder hättset den Sand in den Kopf gesteckt. Und ich hoffe, dass bleibt noch ne Weile so, damit wir noch möglichst lange DUmmzeug erzählen können im Chat. Beste Grüße Euch beiden Tom (der, weil es eh nichts ändert, grad auf Konzert war und sich amüsiert hat) |
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Hallo Tom,
jou, Dummzeug im Chat .... das ist gut. Naja, ab und zu muss/tut man auch mal umschalten, wenn es nötig ist. Ich jedenfalls hab dort wieder gelernt, mich krumm zu lachen. War gut so, es hat mir sehr geholfen, wieder meiner selbst sicher zu werden. Jepp. Dieter ist ein Warrior. Ich habe grosse Hochachtung vor ihm. Hut ab. Für den ganzen Papierkrieg sind einfach Nerven angesagt. Meist läuft das jedoch glatt. Liebe Grüsse, Helmut (der heute sehr gut drauf ist :) ) |
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Hallo Forum,
morgen kommts nochmal drauf an. Um 14:00h ist die Trauerfeier mit anschließender Beisetzung. Ich weiß, wie mies es mir damals bei Vaddern's Beerdigung ging. Aber nützt nix. Danach gehts bergauf. Oma plant derweil schon ihren 80sten Geburtstag im Januar. Auch sie schaut nach vorn, obwohl sie gerade ihre Tochter verloren hat. Vieles macht sie mit sich selber ab. Sie ist stark und hart und ich hoffe, sie kommt wieder rund, wenn sie erstmal zuhause ist. Die Frau hat einiges durch: Flucht und Vertreibung, Armut und Hunger im Nachkriegsdeutschland, eine gescheiterte Ehe, den zweiten Mann früh verloren.... aber immer wieder aufgestanden und nie ihren Humor verloren. Lebensfähig und selbstbestimmt. Ich werde mich durch einen Haufen Arbeit zu wühlen haben, der liegenblieb. Und ich hoffe inständig, dass ich nicht so bald wieder irgendwelche Krankenhausflure zu sehen bekomme. Tzja. Und dann kommen dann irgendwann die ganz großen Aufgaben und die Antwort auf die Frage, wie ich in Zukunft so leben will. Ist ja irgendwann zuende der ganze Rummel. Und dann möchte ich nicht nur malocht haben. Man wird sehen. Es wird spannend. Grüße Tom |
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Lieber Tom,
für morgen sende ich dir erstmal ein ganz dickes Päckchen Kraft und Stärke. Deine Oma hat wirklich viel durchlebt. Du hast schon recht, dass man sich wirklich an solchen Menschen ein Beispiel nehmen sollte. Ich drücke Euch für morgen alle Daumen und hoffe, dass es deiner Ma auch gefallen hätte. Liebe Grüße Sandra |
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Hallo Forum,
so, überstanden. Da hab ich noch ein wenig gegenan gesehen gestern und heute. Es waren viele Ihrer Kollegen da, viele aus der Siedlergemeinschaft und noch ein Rest Verwandtschaft. Ich weiß noch nicht, was das mit mir und vor allem Oma macht. Aber es wird schon weiter gehen. Nun muss ich mich nur noch Donnerstag und Freitag auf Arbeit schlagen und dann ist endlich Wochenende - und da mach ich nur meins, das ist mal Fakt! Euch allen eine geruhsam Nacht. Grüße Tom |
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Moin Tom,
schön das Du alles überstanden hast ,ist doch immer blöd bei sowas im Focus zu stehen,aber.....nun haste es hinter Dir! Und was Omma betrifft,das sind Menschen die soviel erlebt haben ,die bringt so leicht nix aus der Spur. Für Dich gilt nun auch...nich lang schnacken,kopf in`Nacken......the show must go on! In diesem Sinne,man `sieht`sich:prost: All`the best Dieter |
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Moin Forum,
schon erstaunlich, wie schnell einen das Leben wieder hat. Klar sind die Bilder der vergangenen Wochen nicht weg. War ja auch zu intensiv alles. Aber im Moment zeugt nur das kleine Teelicht auf meinem Schreibtisch von dem Vergangenen. Gabs vorher auch nie. Naja. Und die dusseligen, pietätlosen E-mails vom Winterdienst, der die Kündigung nicht akzeptiert, obwohl seine Vertragspartnerin verstorben ist. Naja. Ich hoffe, er hat einen guten Draht ins Jenseits. Von mir wird er nicht einen roten Rappen bekommen. :augendreh Grüße Tom |
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Hi Forum,
wahnsinn, wie schnell die Dinge wieder ihren Gang gehen. Alles ist geregelt oder im Bgriff, geregelt zu werden. Ich kann im Zusammenhang mit dem Verlust, den ich erlebt habe nur Positives über unsere Gesellschaft berichten und über die Leute, mit denen ich zu tun bekommen habe deswegen. Banken, Versicherungen, Bestattungsunternehmer... alle ohne Ausnahme verständnisvoll und hilfsbereit. Das hilft über vieles hinweg. Trotzdem überkommt mich hin und wieder ein Blues. Naja. Wäre ja auch schlimm, wenn nicht. Alles in allem halten wir uns aber tapfer. Und ein klein wenig freue ich mich sogar auf das Weihnachtsfest, dass ich mit meinem Bruder, meiner Schwägerin und der kleinen Fellfresse in Flensburg verbringen werde. Und am ersten Feiertag werde ich mit einem Kollegen zusammensitzen, der genauso allein ist, aber die gleiche Sorte trinkt wie ich und obendrein ein Freund von deftigem Essen ist. Beste Grüße in die Runde Tom |
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Lieber Tom,
ich habe ganz zufällig deine Geschichte gelesen. Vielleicht kannst du dich an mich erinnern.... Es tut mir unendlich leid, was passiert ist. Ich denk an dich Resa |
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Aufrichtiges Beileid.
Dass sie noch mitbekommen hat das Du da warst, beruhigt einen ein Leben lang. Bei mir war es auch so, ich kam auch gerade noch zu meinem Vater ins Krankenhaus (er lag seit dem Tag im Wachkoma, er hatte Magen/Speiseröhrenkrebs) und es war so als ob er nur auf mich gewartet hatte, ich konnte ihm noch erzählen das ich meine Ausbildung bestanden habe und dann ist er mit einem lächeln eingeschlafen. Es beruhigt mich noch heute, 12 Jahre später das ich da sein konnte. Und bei Dir wird es mit Sicherheit auch so sein, ich wünsche Dir viel Kraft die ersten schwierigen Monate zu meistern :pftroest:. LG Doris |
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...grad ein Bild gefunden aus besseren Tagen.
http://mb124.de/gallery/d/167111-2/Unbenannt.jpg Rechts: mein alter Herr, in der Mitte mein Bruder und links ich. Muss um 1999 rum gewesen sein, wir haben vermutlich zusammen die Hecke geschnitten oder so. Warum die beiden ein Pils in der Hand haben und ich nur Wasser, weiß ich nicht mehr. Wenn es Bier gibt, sag ich sonst eigentlich nie nein. Vielleicht war ich mit dem Auto da. Grüße Tom |
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Hallo Tom,
es tut oft weh, wenn einem solche Bilder in die Hände fallen. Auf der anderen Seite ...... sie helfen der Erinnerung auf die Sprünge. In der Regel vor allem an die schönen Zeiten. Das ist gut so. Sie können helfen zu verstehen und bringen Licht in das Dunkel der Traurigkeit. Es hat ne Zeit gedauert, bis ich das begriffen hatte. Liebe Grüsse, Helmut |
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jau, ist wohl so. Aber an den Alten habe ich durchweg positive Erinnerungen. Am schönsten war immer, wenn ich mal am Wochenende nach Hause kam und er meinte: "na mien Jung? Wüsst du og n Buddel Bier?" :D
Grüße Tom |
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Hm ..... :shy: ..... jou. Hätte jetzt auch nix gegen ne Buddel.
Wenn du die nächste Buddel öffnest, dann denk an ihn. Im Geiste hörst du dann sicherlich ein leises Klirren ..... vom Anstoßen :lach2: Liebe Grüße, Helmut |
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Huhu Forum,
Scheißtag heute! Also 60% davon. Habe 2 Weihnachtskarten beantwortet (bevor Ostern wird). Naja. Waren eher Kondulenzkarten. Da kams mir n bisschen bei hoch. Normal oder? Geht schon wieder. Aber was Positives gibts auch: hab mir n neueres gebrauchtes Auto. Das erste Mal Volvo. Hoffentlich taugt das :-) Grüße wie immer reichlich Tom |
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Crossroads
======== "Das Leben geht weiter". Den Spruch hat wohl jeder schonmal gehört. Im Oktober hing er mir zum Hals raus. Dennoch hat er sich bewahrheitet. So langsam nehmen auch meine Pläne gestalt an, wie ich mein Leben ändern wollte nach dem Tod meiner Mutter und meines Vaters. Wider erwarten hat ein Unternehmen in meiner alten Heimat, in die ich dringend zurück möchte binnen weniger Wochen die Auftragsbücher so voll gehauen bekommen, dass man dort dringend bis zu 30 Ingenieure benötigt. Meine Bewerbung hat man mit "außerordentlichem Interesse" zur Kenntnis genommen. Das liest sich mal nicht schlecht. Ich werde dort sicher weniger verdienen, als jetzt. Drastisch weniger. Vielleich sogar 30-40%. Aber das ist mir egal. Wenn das klappt, stehe ich am Scheideweg. Mein Leben wird sich dann von Grund auf ändern. Ich kann jederzeit meine Freunde und den Rest meiner Familie sehen. Ich kann mich verabreden, wenn mir danach ist. Sonntags kann ich auf den Fußballplatz, wenn 08 ein Heimspiel hat. Es wird herrlich! Grüße Tom |
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...andererseits vergeht kaum eine Woche, wo ich nicht 1-2x schwer von meinen Eltern träume. Oft denke ich, was Mutter wohl heute machen würde um diese Zeit? Sie wäre vermutlich mit den Einkäufen fertig und würde das Mittagessen kochen. Nachmittags würde sie etwas lesen oder in den Garten gehen und abends zum Verspielen.
Ich bekomme das hier nicht aufgearbeitet. Ich muss dafür nach Hause zurück, fürchte ich. Man wird mich für verrückt erklären, wenn ich dafür einen gut bezahlten Job an den Nagel hänge. Aber es wird so sein müssen. Grüße Tom |
AW: Unsere kleine Geschichte
Hallo Tom,
das ist eine heiße Kiste, was du da gerade überlegst. Deinen Wunsch 'nach Hause' kann ich durchaus nachvollziehen. Er ist keineswegs verrückt. Nur, ob das tatsächlich ne Lösung sein wird, das steht in den Sternen. Dein Wunsch 'nach Hause' resultiert aus deiner Trauer, ist vielleicht ein Zurück in die Vergangenheit. Dass das nicht wirklich geht, weisst du selber. Mal ne Idee: wie wär's mit nem längeren Urlaub zu Hause? So als Test? Vielleicht findest du in der Zeit noch eine bessere Lösung? Gruß, Helmut |
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Zitat:
das mit dem "nach Hause" war auch vorher schon. Unabhängig von Vaters und Mutters Tod. Meine ganzen Freunde leben da und der Rest meiner Verwandtschaft. Hier unten ist es mir doch zu einsam auf Dauer und jedes WE 800km Autobahn hab ich auch keinen Bock zu. Ich hoffe, dass es mit dem neuen Job klappt. Gruß Tom |
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