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Tochter68 23.07.2012 12:52

Meine Mama
 
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tHallo, ich bin Katja, 43 Jahre alt und eine betroffene Tochter. Bei meiner Mutter wurde vor 2 Wochen Lungenkrebs diagnostiziert Kat. 3 mit Befall beider Lungenflügel. Eine Bronchoskopie wurde vor 3 Tagen gemacht, Endergebnis liegt noch nicht vor.
OP und Bestrahlung sollen aber auf Grund der Grösse und Lage nicht realisierbar sein. Soweit ich informiert bin, sind Kopf und Bauch Metastasenfrei.

Meine Mutter war ca. 45 Jahre starke Raucherin und hat vor 3 Jahren ihre Sucht überwunden. Das das Risiko bei ihr hoch war ist mir klar, aber ich bin trotzdem wie überfahren und total geschockt. Ein Riesenproblem ïst, dass ich seit 1 Jahr in Frankreich lebe, liebe und arbeite, so dass ich nicht vor Ort bin und alles nur über das Telefon erfahre von meiner Mutter selbst.

Sie ist sehr tapfer und realistisch, was ich von mir nicht behaupten kann. Ich fliege in 2 Wochen zu ihr und hoffe dann mehr zu wissen, auch wie es weitergehen kann. Klar ist für mich, dass ich wieder nach Deutschland komme, solange sie mich braucht. Das werde ich dann hoffentlich alles in 2 Wochen erfahren.

Es gibt viel zu regeln, sie lebt alleine, ich habe keine Geschwister. Dafür leben meine Grosseltern, ihre Eltern, noch, für die sie fast alles geregelt hat und sich auch um Hygiene und Pflege meiner Omi gekümmert hat. Meine Grosselter werden demnächst 90 und haben noch gar nicht begriffenn wie krank meine Mama ist.

Ein Problem ist auch ihre Wohnung, die im 4. Stock ohne Fahrstuhl liegt. Die Treppen bewâltigt sie jetzt schon schlecht (Atemnnot).

Ein Lichtblick ist allerdings, dass sie über 40 Jahre in einer Krebsklinik gearbeitet hat und dort sicherlich alles menschenmögliche für sie getan wird.

Ich habe furchtbare Angst um sie und was auf sie/uns zukommen wird.

Vielleicht kann mir auch jemand was zur Pflegehilfe, etc. sagen. Einen Anspruch auf Zuschüsse und Freistellungen irgendwelcher Art habe ich in Deutschland vermutlich nicht mehr. Und in Frankreich auch nicht.


Viele Grüsse von Katja aus Südfrankreich

Mirilena 23.07.2012 14:06

AW: Meine Mama
 
Liebe Katja,

zunächst einmal tut es mir sehr leid, dass auch deine Mama von dieser Krankheit betroffen ist. Du musst dich ganz furchtbar fühlen... Diese Diagnose versetzt einen zunächst in einen Schockzustand, man wird ganz panisch, bisweilen versucht man, das alles zu verdrängen. So ging mir das letztes Jahr. Hinzu kommt, dass du in Südfrankreich lebst, weit weg von deiner Mutter.

Also, wichtig ist, dass ihr jetzt einen "kühlen Kopf" bewahrt. Ein Vorteil ist sicherlich, dass deine Mama gute Kontakte zu dieser Spezialklinik hat, wenn sie dort gearbeitet hat und diese sollte sie jetzt auch nutzen. Zunächst müssen wirklich alle nötigen Untersuchungen stattfinden, um dann sagen zu können, um welche Art Tumor es sich handelt und welche Therapiemöglichkeiten es gibt. Wenn du in zwei Wochen zu deiner Mutter fährst, weiß sie vielleicht schon Genaueres. Erst wenn ihr genau wisst, mit wem ihr es zu tun habt, könnt ihr etwas unternehmen...

Ich drücke euch ganz fest die Daumen, dass deine Mama gute Chancen hat. Auf jeden Fall ist es immer sehr positiv, wenn es keine Metastasen gibt! Wie sich die Krankheit entwickelt... das kann keiner genau sagen, aber es wäre schon schön für deine Mutter, wenn ihr jemand zur Seite stehen könnte. In Deutschland gibt es ja seit 01.01.12 das Familienpflegezeitgesetz (kannst du mal im Internet nachschauen). Obwohl es ein Gesetz ist, hat der Arbeitnehmer jedoch keinen Anspruch... Verquer, oder? Es basiert auf dem Einverständnis und der Kulanz des Arbeitgebers, ob er uns dann frei stellt bzw. Arbeitszeit reduzieren lässt. Ich habe das unter der Hand mit meinem Arbeitgeber regeln können. Wie das allerdings in Frankreich ausschaut, vermag ich nicht zu sagen. Ansonsten besteht die Möglichkeit, eine Pflegestufe für deine Mutter zu beantragen (noch ist es allerdings zu früh). Wenn du deine Mama selbst pflegen möchtest und keinen Pflegedienst beauftragst, kannst du eine kombinierte Pflegeleistung beantragen, was bedeuten würde, dass du den Pauschalbetrag für pflegende Angehörige erhältst (ist allerdings bedeutend!!! niedriger als bei Fremdpflege...).

Aus eigener Erfahrung kann ich dir nur raten, dich noch nicht um all solche Dinge zu kümmern... Es ist zu früh! Außerdem musst du das alles ja auch mit deiner Mutter besprechen und sie muss einverstanden sein.

Ich wünsche dir von Herzen, dass du deine Mama ganz bald in die Arme schließen und bei ihr sein kannst...

alles Liebe
Miriam

Tochter68 24.07.2012 10:21

AW: Meine Mama
 
Liebe Miriam,

vielen Dank für Deine Antwort. Ja, aus der Ferne ist es echt schwierig und man fühlt sich so hilflos.

Mein Mama hält glaube ich noch ein bisschen hinter dem Berg mit einigen Informationen. Von ihrer Freundin habe ich gestern erfahren, das keine Knochenmetastasen vorliegen und es sich lt. der Histo um ein grosszelliges Karzinom handelt. Das ist ja immerhin schon mal eine gute Nachricht unter all den schlechten.

Morgen wird eine Darmspiegelung gemacht, die hoffentlich auch positiv ausfällt.

Ich hoffe, wir wissen Ende der Woche mehr und sie kann schnellstmöglich eine Therapie beginnen.

Glücklicherweise hat sie eine gute Freundin, die ihr zur Seite steht. Dafür bin ich SEHR SEHR dankbar.

Katja

Mirilena 24.07.2012 23:10

AW: Meine Mama
 
Liebe Katja,

das ist ja schon mal eine wunderbare Nachricht. Keine Knochenmetatstasen! Sehr gut! Und für das Ergebnis der Darmspiegelung drücke ich auch ganz fest die Daumen.

Ich kann mir ungefähr vorstellen, wie du dich jetzt fühlst. Als mein Vater im April 2011 vom Radiologen heim kam und uns eröffnete, der Arzt gehe davon aus, er habe einen Tumor in der Lunge, konnte ich zunächst gar nicht reagieren. Ich wollte es einfach nicht wahrhaben, habe immer gedacht, dass der Arzt sich nur geirrt hat. Und ich fühlte mich wie ein Stein. Bis dann mein Vater vor mir stand, da bin ich heulend zusammengeklappt... Ich fühlte mich in den ersten Wochen wie ein Zombie. Konnte nicht mehr schlafen, habe wie eine Irrsinnige alles im Internet an Literatur verschlungen, was ich über Lungenkrebs finden konnte, habe mir irgendwelche Theorien ersonnen und wollte unbedingt helfen. Nichts tun zu können, nicht wirklich helfen zu können, das hat mich so belastet. Und seit dem 18.04.11 änderte sich unser Leben vollständig, es war vom Krebs dominiert. So seltsam es klingt, irgendwann kehrt so eine Art "Normalität" ein, man beginnt, die Krankheit in den Alltag zu integrieren. Ist auch wichtig, denn mein Vater (kein Mann der vielen Worte) wollte auch nicht ständig über Tumore, Untersuchungen, Therapiemöglichkeiten etc. reden. Ich habe lernen müssen, auch das zu akzeptieren. Und zu akzeptieren, dass er die Krankheit hat und ich seine Entscheidungen hinnehmen muss... Das ist schon ein gewaltiger Eingriff in das Leben.

Es ist schön, dass deine Mama eine so gute Freundin hat, die jetzt besonders für sie da ist und sie wahrscheinlich auch begleitet, wenn sie es wünscht. Es wird dich auch ein wenig trösten zu wissen, dass jemand für sie da ist. Bald kannst du ja auch bei deiner Mutter sein und dann habt ihr Zeit für- und miteinander. Wie gesagt, ich wünsche euch von Herzen, dass deine Mama gute Chancen hat! Versuch', dich nicht verrückt zu machen (viel lesen ist da oft nicht sehr förderlich;-)....) und gib' niemals die Hoffnung und Zuversicht auf!

:pftroest:
Beste Grüße nach Südfrankreich
Miriam

Tochter68 30.07.2012 13:25

AW: Meine Mama
 
Hallo Miriam,

ja, ich bin auch sehr froh, dass sie keine Metastasen hat. Allerdings hat sie mir am Telefon gesagt, dass sie am überlegen ist keine Chemo zu machen und lieber noch 5 Monate "gut" zu leben, als 12 Monate schlecht mit einer Chemotherapie. Ich war total geschockt.

Sie wird allerdings mit einer Ärztin ihres Vertrauen in ihrer Ex-Arbeitgeber-Klinik sprechen, um zu sehen welche Möglichkeiten es gibt und wie diese Aussehen. Zur Lebenserwartung als solches haben die Ärzte wohl noch nichts gesagt.

Ich bin unendlich traurig und irgendwie habe ich es auch noch nicht verstanden, dass meine Mama bald nicht mehr da sein könnte. Ich habe mir aber vorgenommen, Ihre Entscheidung in jeglicher Hinsicht zu akzeptieren, auch wenn es mir schwerfällt.

Ich bin schon immer ein Mamakind gewesen, selbst in Zeiten wo ich es nicht mehr wollte. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie irgendwann nicht mehr da ist. Wir hatten uns vorgenommen, uns alle 3 Monate zu besuchen....

Heute morgen hat sie Ihre Wohnung im 4. Stock verkauft, das ging rasend schnell.

Es geht auf einmal alles so schnell.......

In 5 Tagen fliege ich nach Deutschland, dann haben wir 2 gemeinsame Tage, bevor mein Freund nachkommt. Sie hat mich schon vorgewarnt, dass sie mit mir Papiere durchgehen will.

Ich habe Angst vor dem Wochenende, denn dann ist es vermutlich noch wirklicher, als jetzt schon. Und ich habe Angst, dass ich nicht stark genug bin. Sie sagt mir immer, ich soll nicht weinen, das macht ihr das Herz schwer.

Aber ich kann es einfach nicht zurückhalten. :cry:

Rachel 30.07.2012 13:36

AW: Meine Mama
 
vorab tut es mir so leid das deine mama diese diagnose hat. mein mann hat fast dieselbe diagnose wie deine mama. er wurde zwar im dez. 2011 operiert jedoch ist alles wiedergekommen. er bekommt jetzt zum 2 x chemo

hat ein arzt gesagt das deine mama mit bzw. ohne chemo 5 oder 12 monate noch leben wird? ich denke niemand kann das wirklich sagen, wirklich niemand. es kann schnell gehen oder es kann auch sein das unsere lieben noch viele viele gute jahre mit uns haben, darauf hoffe ich jedenfalls.

mein mann leidet sehr unter seiner chemo und ich weiß ganz ehrlich nicht - nach all dem was wir seit 9 monaten erleben - ob ich mir je eine chemo geben lassen würde. ich würde auch sagen, besser 5 monate in guter verfassung als 12 monate in schlechter verfassung. er kämpft wirklich sehr.

ich wünsche euch alles alles liebe, toi toi für deine mama und die kraft das alles durchzustehen. Ich denke deine mama wird die richtige entscheidung für sich treffen und das sollte man auch akzeptieren, auch wenn es schwerfällt.

LG GItti

Tochter68 30.07.2012 14:03

AW: Meine Mama
 
Liebe Gitti,
vielen Dank für Deine Antwort. Ich habe glücklicherweise noch nie etwas mit dieser fürchterlichen Krankheit zu tun gehabt. Ausser bei einer Freundin, die Brustkrebs hatte und diesen glücklicherweise mit Hilfe von OP, Bestrahlung und Chemo gut überstanden hat. Für sie war das schlimmste der Haarausfall.

Das war für mich auch immer eine Horrorvorstellung, mittlerweile denke ich, das es dass kleinste Übel ist..

Ich weiss alles nur von meiner Mutter und ich habe die "5 Monate" auch erstmal nicht hinterfragt, es ist alles so schwierig per Telefon.

Ich denke, sie ist in gewisser Weise vorbelastet, weil sie 40 Jahre lang in einer Krebsklinik gearbeitet hat (Chefsekretärin), sie ist daher relativ gut informiert. Allerdings ist sie aber auch kein Arzt und so hoffe ich, dass das morgige Gespräch etwas positiveres hervorbringt.

Von der Ärztin weiss ich nur, dass sie nicht sehr beliebt ist, da sie sehr direkt und nicht zimperlich mit Patienten umgeht. Meiner Mutter ist das aber lieber als Geschwafel und Augenwischerei.

Ich hoffe trotz aller Widrigkeiten immer noch das Beste....

Rachel 30.07.2012 14:26

AW: Meine Mama
 
........ ich kann mir so gut vorstellen wie es dir geht. ich wünsche euch wirklich das beste ........ auch mir fehlen in solchen situationen die worte. nichts was man sagt macht es besser oder leichter.

alles liebe
gitti

Mirilena 30.07.2012 15:41

AW: Meine Mama
 
Liebe Katja,

das ist eine sehr, sehr schwierige Situation und ich denke, dass du mit deiner Erklärung recht hast. Wenn deine Mama über einen so langen Zeitraum in der Onkologie gearbeitet hat, dann hat sie unweigerlich sehr viel mitbekommen (sicherlich auch sehr viel Leid...) und bestimmt auch mit sehr vielen Menschen gesprochen. Ich finde deine Einstellung, jede ihrer Entscheidungen zu akzeptieren, bemerkenswert! Damit hilfst du deiner Mama auch sehr... So unglaublich hart es für dich ist... Aber ich denke, dass jeder "gute Tag" ein Geschenk ist. Und davon wünsche ich deiner Mama noch unzählige!

Im nachhinein kann ich beispielsweise aus "unserer" Erfahrung mit meinem Papa nur sagen, dass die letzte Chemotherapie und Bestrahlung ihm nicht gut getan haben. Im Gegenteil, ich hatte den Eindruck, dass sie sogar seine komplette Lebensenergie verbraucht haben... Wie ein Vampir, der Nacht für Nacht kommt und einen aussaugt...

Und wenn du weinen musst, Katja, dann wird deine Mama dafür auch Verständnis haben. Vielleicht könnt ihr dann zusammen weinen und euch einfach halten. Man kann nicht immer stark sein und die Fassung bewahren. Das funktioniert einfach nicht. Und es kann auch gut tun, gemeinsam seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen...

Fühle dich mal ganz fest umarmt (wenn's okay für dich ist)
Miriam :pftroest:

Tochter68 31.07.2012 20:31

AW: Meine Mama
 
Liebe Miriam,
es ist mir sehr willkommen, es tröstet mich sehr, mich auszutauschen.

Ich habe gute Nachrichten (finde ich) Meine Mama hat sich nach dem Gespräch mit ihrer Ärztin zur Chemo entschieden, sie will es zumindest versuchen. :rotier:
UND sie hat den Termin auf nächsten Montag gelegt, so dass ich bei ihr sein kann UND auch mit der Ärztin sprechen kann. Ich bin ungemein erleichtert. Sie wird palliativ behandelt, das war mir aber schon klar.

Trotzdem: sie ist positiv und ich bin es auch, will es einfach sein. Nächst Woche kümmere ich mich um eine neue Wohnung und um alles andere auch.

Katja :1luvu:

Mirilena 03.08.2012 23:46

AW: Meine Mama
 
Liebe Katja,

das ist doch eine tolle Nachricht! Ich wünsche euch von Herzen, dass die Chemo bei deiner Mutter gut anschlägt und sie möglichst wenige Nebenwirkungen hat!

Vor allem wird sie sich freuen, wenn sie dich nun bald wieder sehen kann und dir wird es umgekehrt ja genauso gehen. Ich wünsche euch beiden eine ganz wunderschöne gemeinsame Zeit und genießt sie in vollen Zügen!

Liebe Grüße
Miriam

Tochter68 06.08.2012 17:42

AW: Meine Mama
 
Hallo, ich schreibe kurz vom handy. Ich bin in Deutschland und bei meiner Mama . Es geht ihr den Umstaenden entsprechend gut. Mittwoch geht Die chemo los, die Aerzte haben eine Prognose von 4 - 11 monaten gesagt. Ich kann das nicht glauben, wenn ich sie so sehe. Sie sieht so gesund aus. Es ist einfach nicht fair!!!! Traurige Grüsse.

Mirilena 06.08.2012 19:17

AW: Meine Mama
 
Liebe Katja,

gib nichts auf solche Prognosen... Niemand kann sagen, wie sich die Krankheit bei deiner Ma entwickelt und niemand kann sagen, wie ihr Körper auf die Chemo anschlägt. Und Zeit ist und bleibt relativ. Ich weiß, wie schwer das alles für dich ist und auch, dass du dich gern an Fakten festhalten würdest. Und natürlich würdest du gern etwas ganz, ganz anderes hören. Vielleicht läuft es auch gut für deine Ma und euch bleibt mehr Zeit vergönnt. Das Wichtige ist, dass du dir diese Zeit nicht von der Angst und dem Kummer verderben lässt. Meine Psychoonkologin hat letztes Jahr in einer ähnlichen Situation zu uns gesagt, dass jeder Mensch jeden Tag nun einmal 24 Stunden zur Verfügung hat.... Ich habe das für mich so aufgefasst, dass es immens wichtig ist, in der Gegenwart zu leben. Alles andere hat keinen Sinn. Wenn man mit seinen Gedanken ständig in der Zukunft ist, dann kann man die Augenblicke in der Gegenwart gar nicht wahrnehmen und erst recht nicht genießen. Ich wünsche dir, dass du ein wenig die Angst abschütteln und ganz viele wunderbare Augenblicke, Stunden, Tage mit deiner Mutter verbringen kannst.

alles Liebe
Miriam :pftroest:

TinaTochter 06.08.2012 19:22

Papa hat Kontrolle
 
Am 8.8.12 hat mein Papa wieder seine Kontrolle und ich habe solche Angst, dass er wieder nicht verschont bleibt. Er fühlt sich so gut, er hat zugenommen, er geht jeden Tag 10 Kilometer und ist wieder gut drauf. Ich würde alles dafür tun, dass man ihm nun nicht ein drittes Mal den Boden unter den Füßen wegreißt....

Ich weiss garnicht, wie ich mit meiner Angst umgehen soll....
Daher vermutlich auch mein Beitrag,...

LG

Tochter68 07.08.2012 12:45

AW: Meine Mama
 
Zitat:

Zitat von Mirilena (Beitrag 1134239)
dass jeder Mensch jeden Tag nun einmal 24 Stunden zur Verfügung hat....

das ist eine sehr wahre aussage und ich werde sie beherzigen. schlimm ist es vorm einschlafen, da kommen die dunkelsten gedanken hoch.

was mich auch sehr quält ist, dass ich in 2 wochen wieder in frankreich sein muss. aber auch das kann ich jederzeit ändern, ich muss erstmal die nerven bewahren. mein gefühl ist halt, dass jede stunde ddie ich nicht mit ihr verbringe, eine verlorene stunde ist. seit gestern schlafe ich bei meinem vater, weuk mein freund gestern auch angekommen ist. bei meiner mutter ist nicht genug platz.

morgen nach der ersten chemo schlafe ich aber bei ihr... ich hoffe, dass alles gut geht.

vllt. sollte ich versuchen auch einen termin bei der psychoonkologin zu bekommen.

liebe grüsse von katja

@ tina tochter: ich wünsche euch ein gutes ergebnis, ich kann mir vorstellen, dass die angst immer grösser wird. viel kraft schicke ich dir :pftroest:

Mirilena 07.08.2012 14:12

AW: Meine Mama
 
Liebe Katja,

ja, das kenne ich auch nur noch allzu gut... wenn man allein ist, dann holen einen die ganzen Gedanken, Ängste und Sorgen wiedere in und das Rad beginnt, sich zu drehen und hört auch nicht auf, wenn einem bereits schwindelig ist...

Ich kann dir nur empfehlen, dir Hilfe zu holen. Mir haben die Gespräche mit der Psychoonkologin sehr, sehr gut getan und in vielerlei Hinsicht die Augen geöffnet. Für mich war es die richtige Entscheidung und ich habe diese Gespräche kurz nach der Diagnose meines Papas geführt. Das war auch gut so. Vielleicht kannst du dir kurzfristig erst einmal einen Gesprächstermin in dem Krankenhaus holen, in dem deine Mama behandelt wird? Meist gibt es dort eine erste Anlaufstelle (oft sind es die Seelsorger dort).

Für morgen drücke ich ganz fest die Daumen für deine Mutter!!!!
Kopf hoch, das wird schon!
Miriam

Tochter68 09.08.2012 08:30

AW: Meine Mama
 
hallo, meine mama hatte also ihre erste chemo carboplatin 500 mg und paciltaxel 324 mg. lt. der ärztin schon eine ordentlich hohe dosis. während der chemo (6 stunden) ging es ihr bis auf müdigkeit gut. ich hoffe, die nebenwirkungen werden sich in grenzen halten.

sie hat eine ganz liebe ärztin, mit der ich auch eine halbe stunde alleine sprechen konnte (mit mamas erlaubnis) sie hat mich ein bisschen beruhigt hinsichtlich der 4 - 10 monate lebenserwartung, die immer so allgemein da hingesagt werden. sie meinte jeder mensch ist anders, eine diagnose immer schwierig. jahre werden es wohl eher nicht, aber genau weiss es halt keiner.

probleme oben drauf macht mir mein freund hier (er ist franzose) weil das wetter schlecht ist, das essen sch......, das schlafzimmer zu hell, etc. er mault wie ein kleines kind. so kenne ich ihn eigentlich gar nicht und ich finde es extrem unhöflich meiner mutter und mir gegenüber. genauso gegenüber meinem vater, bei dem wir ja wohnen dürfen. das macht mich sehr traurig, dieses unmögliche verhalten...

ich frage mich, was er täte, wenn es seine mutter wäre. ob er da auch jaulen würde?

jetzt rufe ich mal meine mutter an.
lg katja

Tochter68 10.08.2012 12:17

AW: Meine Mama
 
Die Nebenwirkungen haben eingesetzt, Schüttelfrost, Durchfall und Übelkeit. Ich hatte gehofft, dass das nicht so früh anfängt :mad:

Trotzdem haben wir heute noch eine Wohnung angeguckt und sie ist super schön, im EG, direkt in der Innenstadt, aber trotzdem ruhig gelegen. Und es wohnt eine sehr gepflegte alte Dame darin und ebenso gepflegt ist auch alles. Juhuuuuuuu und sie kann zum 1. Oktober einziehen! Ich freu' mich so.

Jetzt hoffe ich, dass es ihr heute Abend besser geht, sie wollte sich gleich erst mal hinlegen.

Hoffentlich geht das mit den Nebenwirkungen schnell vorbei.

Mirilena 10.08.2012 19:00

AW: Meine Mama
 
Liebe Katja,

kann mich Svenja nur anschließen... Echt klasse, dass ihr so schnell eine passende Wohnung gefunden habt!

Ja, das mit den Nebenwirkungen ist echt unangenehm. Hoffentlich hält das nicht an! Meine Daumen sind auch gedrückt! In welchen zeitlichen Abständen bekommt deine Mutter die Chemo? Ich hoffe, dass sie immer ausreichend Zeit hat, wieder ein wenig zu Kräften zu kommen!

Und was deinen Freund angeht... Hättest du nicht geschrieben, dass du ihn so sonst gar nicht kennst, dann würde ich jetzt sagen "un vrai francais, n'est-ce pas?!" Aber wer weiß, was in seinem Kopf so vorgeht? Kann es sein, dass er sich auch sehr hilflos fühlt? Er bekommt ja mit, welche Sorgen du dir jetzt machst, dass du Angst um deine Mama hast und vielleicht ist er wütend, weil er dir nicht helfen kann? Vielleicht fühlt er sich auch ein wenig außen vor? Wäre gut, wenn du mit ihm offen sprechen kannst, damit ihr das klärt, denn du brauchst jetzt auch eine Schulter zum Anlehnen! Es ist eine Ausnahmesituation und ihr müsst euch alle erst einmal daran gewöhnen, damit auseinander setzen... Das ist schwierig!

Ich wünsche dir dennoch eine schöne Zeit mit und bei deiner Mutter!
Liebe Grüße :pftroest:
Miriam

Tochter68 16.08.2012 09:03

AW: Meine Mama
 
Heute bekommt meine Mama einen Port. Eigentlich wollte sie das nicht, aber da sie gestern nochmal einen Tropf gegen Übelkeit bekommen hat, haben ihr die Ärzte einen Port nahegelegt, die Venen sind schon nach der 1. Chemo sehr schlecht geworden.

Ihr ging es eine geschlagene Woche richtig richtig schlecht und das schon nach der 1. Chemo :mad: Sie ist echt tapfer, hat aber schon einen Horror vor Chemo Nr. 2.

Am 24. Oktober zieht sie um,ich komme dann ein paar Tage vorher wieder nach Deutschland. Ich fühle mich elend bei dem Gedanken, dass ich übermorgen nach Frankreich zurückfliege und sie alleine lasse. Aber ich muss arbeiten... und mein Freund ist dann endlich wieder in seiner Heimat. Er kann hier auch wirklich nichts machen, aufgrund der Sprachprobleme und er ist dem Thema irgendwie auch nicht gewachsen. Es ist schwierig.

es ist zum heulen :undecided

Mirilena 16.08.2012 13:06

AW: Meine Mama
 
Liebe Katja,

kann ich gut verstehen, dass dir elend zumute ist. Tut mir echt leid, dass es deiner Mutter so schlecht ging. Ich hoffe, es wird besser und dass sie die zweite Runde Chemo besser verkraftet und weniger mit den Nebenwirkungen zu kämpfen hat. Ja, es ist echt blöd, dass du jetzt heimkehren musst. Aber ihr könnt ja hoffentlich oft telefonieren und mailen. Das ist zwar nicht dasselbe, aber so signalisierst du ihr, dass du in gedanken immer bei ihr bist.

Versuch, die letzten Tage noch mit ihr zu genießen!
Liebe Grüße
Miriam

Susanne52 16.08.2012 13:15

AW: Meine Mama
 
Liebe Katja,
ich kann gut nachvollziehen, wie Du Dich jetzt fühlst,zumal Du sehr weit weg vom Schuss bist und nicht mal eben zu Deiner Mama kannst.
Meine Mutter hatte vor 16 Jahren Brustkrebs, den sie GsD überwunden hat. Ich kam mir damals vor wie in einem sehr schlechten Film, bin aber nie auf die Idee gekommen, das meine Mama daran sterben könnte. Und genauso gehen meine Kinder jetzt mit meiner Krankheit um. Lungenkrebs, OP, , keine Metas,Bestrahlungen, in 3 Wochen Reha und gut.
Ich schicke Dir mal ein riesen Kraftpaket, das Du sicherlich gut brauchen kannst.
Liebe Grüße und für Deine Mama alles Gute.
Susanne

Tochter68 16.08.2014 19:07

AW: Meine Mama
 
Hallo,

nun sind es über 2 Jahre, die ich nicht mehr geschrieben habe, weil meine Mutter auch hier im Thread unterwegs war und gleich richtig erraten hat, dass tochter68 ihre tochter ist. So habe ich leider nicht mehr weiter schreiben können/wollen, weil manche Dinge einfach nicht für Ihre Ohren bestimmt waren aus meiner Sicht.

Wir ihr seht, schreibe ich in der Gegenwartsform, meine Mama lebt wider aller Prognosen (6 - 12 Mon.) glücklicherweise immer noch. Sie hat 1 Chemo und 2 Bestrahlungen hinter sich und bis vor ca. 5 Wochen ging es ihr einigermassen gut, wobei sich eine bestrahlte Metastase an der Wirbelsäule schon seit längerem wieder meldet und Schmerzen verursacht. Sie hat aber mit ihrer Ärztin vereinbart, die nächste Chemo möglichst lange rauszuzögern wg. der Nebenwirkungen. Der nächste Termin ist in der 2. Septemberwoche.

Seit ca. 5 Wochen haben die Freundin meiner Mutter und ich bemerkt, dass meine Mutter Artikulationsschwierigkeiten hat und von Tag zu Tag verwirrter wird. Ich kann es derzeit nur am Telefon beurteilen, aber ihre Freundin war heute vormittag da und meine Mutter hat zu 2 Wassergläsern Messer und Teelöffel hingelegt und gesagt, so dann können wir ja jetzt loslegen. Als wenn sie Essen serviert hätte. Ihr selber fällt es aber nicht auf. Wir haben ihr schon mehrfach gesagt, dass wir uns Sorgen machen über ihr Verhalten. Sie streitet aber alles ab und sagt, es wäre alles in Ordung. Letztendlich verstrickt sie sich aber ständig in Widersprüche.

Ich weiss, dass sie seit einiger Zeit gegen die Schmerzen Morphiumtabletten nimmt. Ich weiss nicht wieviel, sie selbst sagt nur geringe Mengen.

Meine Mutter weigert sich vorzeitig zum Arzt zu gehen, da meine Grosseltern am 03/09/ Gnadenhochzeit feiern, vorher könne sie nicht zum Arzt lt. ihrer Aussage. Ich selber habe schon lange einen Flug für den 27/08/ gebucht, was aber immer noch 1.5 Wochen sind. Es ist für mich relativ schwierig vorher zu kommen, da ich nächste Woche selber einige Arzttermine habe und die Flüge so kurzfristig auch sehr teuer sind. Sollten alle Stricke reissen, buche ich natürlich einen früheren Flug.

Meine Mutter ist wie ein störrischer Esel derzeit und ich weiss auch nicht wirklich, ob es was bringt, wenn ich früher komme und ihr zusetze. Letztendlich kann ich sie nicht zum Arzt zwingen. Und ich habe Angst, dass
sie komplett dicht macht, wenn ich sie massiv unter Druck setze. Sie blockt mich jetzt schon immer am Telefon ab.

Was ratet ihr mir? Den Arzt informieren? Aber was dann? :confused:
Oder noch abwarten und sie telefonisch kontrollieren? Morgens ruft immer ihre
Freundin an und abends ich. Ich habe ihr bereits gesagt, dass ich, wenn ich sie nicht innerhalb eines bestimmten Zeitraumes an das Telefon geht ich ihre Freundin oder den Arzt informiere. Häufig geht sie nämlich nicht mehr an das Telefon, warum kann ich nicht wirklich beurteilen. Ob sie nicht kann oder will.

Weiterhin drängt sich mir die Frage auf, ob dieser verwirrte Zustand vom Morphium kommt, weil es vllt. überdosiert ist oder ob es evtl. jetzt doch Hirnmetastasen sind, die sie bis dato glücklicherweise noch nicht hatte.

Für Tipps oder einfach nur einen Austausch wäre ich echt dankbar.

Eine ratlose Tochter68 (Katja)

schnaddi 16.08.2014 19:33

AW: Meine Mama
 
Liebe Katja,

was es jetzt genau ist, können wir dir ja auch nicht sagen, es klingt aber auf alle Fälle klärungsbedürftig. Also wenn sie grad dicht macht, dann sprich mit dem Arzt darüber.

Ich habe beides schon erlebt, meine Mom die unter Morphin stand und einen guten Bekannten, einen Tag bevor er wegen einer Hirnmetastase einen Krampfanfall bekommen hat. Aber ich würde dazu kein Urteil abgeben, wenn ich es nicht selbst gesehen habe.

Sollte es sich um eine Metastase handeln, was ich nicht glaube, aber auszuschließen ist ja bei der Erkrankung nie, dann würden die Symptome auch sehr schnell zunehmen, und ihr sie in dem Fall auch gegen ihren Willen ins Krankenhaus einweisen können. Aber wollen wir mal net hoffen.

Wenn sie das Morphium neu kriegt, kann das auch davon sein. Mom hatte teilweise arge Verwirrtheitszustände. Die hat sogar Leuten die Hand geschüttelt, die net da waren ;) Aber ist ein zeichen dafür, dass es etwas zuviel ist. Zumindest für den Anfang. Also mit dem Arzt sprechen. Meine Mom hat aber mitbekommen, dass was mit ihr nicht stimmt. Wenn deine Mom das nicht tut, ist das schon bedenklich.

Also ganz klar Arzt zitieren, dann weisst du auch wie es weitergeht :)

Wünsch Euch alles Gute
LG
TAnja

Tochter68 16.08.2014 19:54

AW: Meine Mama
 
Hallo Schnaddi,

vielen Dank für Deine schnelle Antwort. Ich tippe "eigentlich" auch auf das Morphin und dass es evtl. nicht richtig dosiert ist.

Ich werde am Montag mal in der Klinik anrufen und fragen, was ich aus der Ferne tun oder veranlassen kann.

Ich hoffe, dass es sich nicht verschlimmert und ich alles am 27/08/ vor Ort
regeln kann.

Sie hat mich gerade aus Versehen angerufen, sie kommt mit dem Telefon nicht mehr klar. Das sind alles solche Sachen, die seit einigen Tagen auftreten.

Heute abend werde ich mit meinem Lebensgefährten besprechen, wie es weitergehen soll und ob ich früher fliege.

LG und einen ruhigen Samstagabend

Nicerl 16.08.2014 21:18

AW: Meine Mama
 
Liebe Tochter68!

Ich dachte erst ich wäre im falschen Thread gelandet, als ich das Datum deines ersten Berichtes las!

Es freut mich sehr, da´deine Mama allen Prognosen zum Trotz immer noch am Leben ist!
Deine Situation kann ich gut nachvollziehen, da es bei mir ganz ähnlich ist.
Meine Ma Erstdiagnose Lungenkrebs auch 2011, jetzt 2, Rezidiv mit Metastasen und Lymphknotenbefall.
Genau wie du lebe ich auch weit weg und versuche über das Telefon möglichst viele Informationen zu bekommen, was ich ausgesprochen schwierig finde!

Ich wünsche euch, daß die Verwirrtheitszuständevon einer Fehl/Überdosierung des Morphiums kommen und keine schwerwiegenden Ursachen haben!!!!!

Erstmal alles Gute
Nicerl

Tochter68 17.08.2014 15:02

AW: Meine Mama
 
Hallo Nicerl,

wie handelst Du es denn mit deiner Mama? Oder sind noch Geschwister in der Nähe?

Ja 2 Jahre sind mehr als erwartet, aber doch auch rasend schnell vorbeigegangen. Ich habe mich entschlossen, morgen in der Onko-Klinik anzurufen. Leider ist ihre Ärztin gerade im Urlaub, aber es wird mir sicherlich
auch ein anderer weiterhelfen können.

Ich hoffe, dass bis zum 27/08/ keine grösseren Probleme auftreten. Den Flug umbuchen kann ich mir derzeit leider nicht leisten.

Ich werde meine Mama gleich mal anrufen und hören, wie sie so drauf ist. Ich würde gerne öfter am Tag anrufen, aber dann fühlt sie sich kontrolliert und blockt ganz. Ihre Freundin ruft jeden morgen an und ich immer so gegen nachmittag/abend.

Ich habe Angst, dass sie mit ihrem benebelten Kopf irgendeinen Mist verzapft. Herd anlassen, Bügeleisen, etc. Oder rausgehen und nicht mehr nach Hause finden.

Leider lebt sie alleine und ich habe auch keine Geschwister, so dass ich mich darauf verlassen muss, dass es irgendwie so lange wie möglich alleine klappt.

Danke erstmal für Eure Unterstützung.

LG Katja

Nicerl 17.08.2014 22:18

AW: Meine Mama
 
Hallo Katja!

Ja durch die Entfernung ist so einiges schwieriger!
Ich hatte dieses Jahr im Frühjahr immer so ein komisches Bauchgefühl, daß da was im Busch ist; habe ich öfters, vielleicht ne Berufskrankheit?!
Jedenfalls habe ich dann einfach für Mai einen Flug geplant.
Die Ereignisse überschlugen sich und der diffuse "Knoten" musste operativ entfernt werden.
Ich kam genau an dem Tag ihrer Krankenhausentlassung an, obwohl ich bei Buchung noch nichts von der OP wusste!

Nun mach ich es so, daß wir wöchentlich telefonieren, sie vergisst zwischendurch auch anzurufen, auch wenn sie sich eigentlich melden wollte, ich glaub das liegt an der Chemo.
Ihre Entscheidungen hat sie mir klar mitgeteilt. Wenn das mit der jetztigen Chemo nichts helfen sollte, dann belässt sie es dabei.
Sie möchte keine intravenöse Chemo und keine Bestrahlung.
Das ist eine Aussage und das kann ich auch akzeptieren.

Ansonsten habe ich noch einen Bruder vor Ort, meine Ma ist verheiratet und Verwandschaft!
Meine Bruder ist allerdings keine objektive Hilfe, da er auch jetzt noch von Heilung spricht und nicht weiter über Prognose bei Lungenkrebs Stufe IV, nachdenken möchte! "(Nimm mir nicht meine Illusion und Hoffnung" war sein Kommentar!

Ich kann dich gut verstehen mit deinen Ängsten die du berechtigterweise hast.
Gott sei Dank ist es bei uns im Moment ganz o.k. und ich weiß meine Ma ja auch betreut!
Gut, daß deine Mutter eine Freundin hat, die sich regelmäßig meldet, das ist eine grosse Erleichterung.
Ansonsten kannst du dann bei Ankunft wahrscheinlich nur vor Ort entscheiden was in Zukunft beteuungstechnisch die richtigen und notwendigen Maßnahmen sind!
Ich wünsch dir erstmal daß alles ruhig bleibt und du geplant und halbwegs entspannt zu ihr fliegen kannst!

Alles Gute Nicerl

Tochter68 20.08.2014 22:32

AW: Meine Mama
 
Hallo,

ich warte dringend auf nâchsten Mittwoch, damit ich endlich vor Ort sein kann. Ich konnte meine Mutter heute nicht erreichen, aber ihre Freundin hat heute morgen mit ihr telefoniert, da lag sie aber im Bett, weil es ihr nicht gut ging.
Sie will aber partout keinen Arzt;

Ich habe mit ihrer Freundin vereinbart, wenn sie sich morgen früh nicht meldet, dass sie hinfährt und wenn es ihr immer noch so schlecht geht, wir einen Arzt rufen. Dann setzen wir uns eben über ihren Kopf hinweg, aber so geht es auch nicht weiter.

Ich weiss, es bin nicht ich, die unter dieser furchtbaren Krankheit leidet, aber ich bin trotzdem ein wenig böse, dass sie sich so beharrlich weigert zum Arzt zu gehen. Wir anderen vergehen vor Sorge. :sad:

Und nächste Woche muss ich mich wirklich um jemanden professionellen kümmern, der nach dem Rechten sieht und ihr ggfs. den Kopf wieder zurechtrückt.

Ich fühle mich gerade echt hilflos. Stehe alleine vor dem ganzen Dilemma, da ich keine Geschwister habe und meiner Mutter nicht verheiratet ist. Und dann noch die 1600 km dazwischen.

Katja

Nicerl 21.08.2014 17:38

AW: Meine Mama
 
Liebe Katja!

Es tut mir leid, daß du das gerade so extrem durchmachen musst mit der Ungewißheit!

Ja, da kann man böse werden vor lauter Sorge, weil man einfach keine Handhabe hat.

Das solltest du vielleicht in Absprache mit deiner Ma vor Ort ändern!
Ich habe das auch gemacht, habe ihr meine Situation erklärt und sie gebeten sich mal einen Rollentausch vorzustellen, wie es ihr damit ginge.
Also gibts Vereinbarungen über Telefonate, über Befundbespredchungen, wann sie keine Einmischung wünscht, z.b. bei weitern Therapien.
Damit können wir beide prima leben.
Allerdings habe ich auch noch ein anderes familiäres Netz als du es hast!

Ich wünsch dir Ruhe, Besinnung, klare Gedanken und Strukturen und, daß es keinen Grund gibt wirklich nervös aus der Entfernung zu werden!

Alles Liebe Nicerl

Tochter68 27.08.2014 07:31

AW: Meine Mama
 
ich bin in DE, meine Mama hat eine Metastase im Gehirn und liegt in der Klinik.

Ich schreibe später mehr, hatte gerade ganz viel geschrieben, leider ist alles beim Absenden im Daten-Nirvana verschwunden. Das ist mir schon öfter hier passiert :confused:

Katja

Tochter68 03.09.2014 14:18

AW: Meine Mama
 
so, ein nächster Versuch.

Meine Mutter ist durch das Cortison ein wenig klarer geworden, ist aber nicht mehr in der Lage, koordiniert zu antworten und ihren Tagesablauf zu gestalten. Hinzu kommt Inkontinenz. Sie befindet sich in einem Verlauf wie ein Demenzkranker und ist nach Einstufung der Ärzte nicht mehr entscheidungsfähig.

Chemo, Bestrahlung ist nicht mehr möglich, eine OP technisch gesehen ja, aber ohne Aussicht auf Verbesserung. Ich habe nach 2 Nächten grübeln, nach RS mit diversen Ärzten und dem Onkopsychologen, eine OP abgelehnt. Es wäre auch nicht im Sinne meiner Mama denke ich.

Sie hat nichts desto trotz immer noch einen sehr starken Willen, nimmt Tabletten nur dann, wann sie will und isst und trinkt auch nur, wann es in
ihr Zeitschema passt und nicht in das der Ärzte.

Ich habe mir ein Hospiz angesehen, welches mir sehr gut gefällt und welches auch 1000 x besser ist als ein Pflegeheim. Sie kann nicht ewig in der Klinik bleiben, auch wenn sie dort den Superbons hat (sie war 40 Jahre Chefsekretärin dort). Sie hat EZ, etc. etc.

Ich habe mit einem Onkologen zusammen mit ihr gesprochen und sie hat das Hospiz rundheraus abgelehnt (sehr klar in dem Moment) und sagte, sie käme schon wieder auf die Beine, das war Montag. Wir haben es erstmal so belassen und ich hoffe darauf, dass sie es sich noch mal überlegt. Wir haben gesagt, sie kann dort ja auch jederzeit wieder weg, wenn es ihr besser geht.
Ich kann verstehen, dass sie sich dagegen wehrt, auch wenn sie es bei klarem Verstand sofort als richtig empfinden würde. Aber ihr Verstand arbeitet nicht mehr wie er soll, wegen dieser Sch.... Metastase im Gehirn.

Es ist so schwer, weil sie kurze, klare Momente hat und im nächsten Moment nackt im Zimmer rumläuft oder ihren Joghurt mit der Zunge auslöffelt.

Ich hoffe, sie sagt noch ja zu dem Hospiz, ich möchte sie nicht zu irgendwas zwingen, aber nach Hause wird sie nicht zurück können, auch wenn ich es gerne wollen würde :(

Heute werde ich auch meinen Grosseltern (beide 92 Jahre alt, endlich mitteilen müssen, wie es um ihre Tochter bestellt ist. Sie denken immer noch, dass sie in 4 Wochen wieder nach Hause kommt.

Das ist auch so schwer: Kinder sollten nicht vor ihren Eltern sterben :mad:

So, dass war es erst einmal von mir, ich fahre jetzt gleich in die Klinik und dann zu meinem Grosseltern

Katja

Tochter68 04.09.2014 16:05

AW: Meine Mama
 
Ich habe es meinen Grosseltern gestern gesagt, sie haben es relativ gefasst aufgenommen. Meine Grossmutter hat sich schon fast gedacht, wie es um meine Mama steht. Ich bin diesbezüglich jetzt auch erleichtert, denn sie zu belügen und hinzuhalten bringt auch nichts. Morgen nachmittag nehme ich meine Grossmutter mit zum Besuch. Mein Grossvater wusste es noch nicht genau. Je nach dem wie es ihm geht. Ein Problem ist auch seine Schwerhörigkeit, er hat eh schon Mühe alles zu verstehen und meine Mutter spricht relativ undeutlich derzeit.

Heute morgen ging es ihr ganz gut (den Umständen entsprechend). Wir sind eine Runde spazieren gegangen, es ist herrliches Wetter hier. Vielleicht geht sie ja gleich nochmal mit mir.

Ein nochmaliges Ansprechen auf das Hospiz hat sie wieder rundheraus abgelehnt und sinngemäss gesagt, das wäre ja nun noch nicht so weit.
Über Kurzzeitpflege könnte man ja nachdenken, wenn was frei wäre.

Das Hospiz ist so viel schöner mit seinem grossen Garten und dem Wald dahinter.Mich gruselt es vor den Pflegeheimen, aber wenn sie das lieber möchte, werde ich mich ihrem Wunsch natürlich beugen.

Sie will wieder auf die Beine kommen sagt sie, auf der anderen Seite nimmt sie aber ihre Tabletten nicht. Ihr Verhalten ist so gegensätzlich. Manchmal möchte ich mich durch normale Moment so gerne blenden lassen und glauben, alles ist wieder normal. Aber das ist es nicht. :(

mausi69 04.09.2014 19:07

AW: Meine Mama
 
Liebe Katja!

Ich habe mir eben deinen thread von vorne bis hinten durchgelesen und bin traurig!

Es ist schön das sie zwei Jahre erfolgreich gekämpft hat obwohl die Prognosen anders waren!
Nun aber zu lesen wie es deiner Mama der Zeit geht macht mich traurig! In einem Post hast du geschrieben das sie verwirrt ist und du die Vermutung hattest es läge am Morphium, da habe ich schon befürchtet das sie Hirn Metastasen hat. Es wird drauf hinaus laufen das sie keine tragbaren Entscheidungen mehr für sich treffen kann. Habt ihr eine Vollmacht?
Denn durch diese wäre gesichert das du für sie entscheiden kannst!
Es wird die Zeit kommen wo du die Entscheidungen treffen musst auch wenn sie nicht im Sinne von deiner Mama sein würden! So zum Beispiel das sie in ein Hospiz geht. Es ist ja so wie du schreibst, wenn man sie dort aufpäppeln kann kann sie ja wider nach Hause!

Ich weiß wie du dich fühlst und möchte dir ganz viel Kraft schicken!

Lg mausi

zarah 05.09.2014 13:04

AW: Meine Mama
 
Hallo Katja,

zunächst möchte ich dir viel Kraft wünschen für die schwierige Zeit, die du da gerade durchlebst. Gönn' dir trotz allem Auszeiten, einen Spaziergang, ein schönes Stück Torte ganz für dich in einem Cafe, oder was immer dir halt Freude macht. Je besser du dafür sorgst, deine Akkus immer wieder aufzuladen, desto besser stehst du das durch und desto besser kannst du helfen!

Ansonsten zu der Entscheidung, wie es jetzt weitergeht: Mir scheint auch, dass nun die Zeit gekommen ist, wo du die Entscheidungen treffen mußt. Notfalls auch gegen den Willen deiner Mutter (aber natürlich möglichst in ihrem Sinne und zu ihrem Besten). Daher ein Hinweis: Vorsicht mit der Überlegung, einen Pflegeheim-Platz anzunehmen! Auch wenn das zur Zeit für deine Mutter vielleicht eher vorstellbar ist, gibt es diesbezüglich ein erhebliches Risiko. Wer einmal im Pfegeheim ist, der verliert damit nämlich die Möglichkeit, noch in ein Hospiz gehen zu können. Sprich: Die Entscheidung ist, wenn sie sich als nicht so gut erweist, nicht mehr zu korrigieren. Wobei ich jetzt nicht weiß, ob das nur für einen regulären Pflegeheim-Aufenthalt gilt, oder ob dieser Automatismus auch schon mit einigen Wochen Kurzzeitpflege eintritt. Ich kann dir nur dazu raten, das unbedingt vor einer Entscheidung genaustens abzuklären!

Da ich im letzten Jahr sowohl meinen Vater in's Pflegeheim wie auch meinen Bruder in's Hospiz bringen mußte habe ich einen recht direkten Vergleich solcher Einrichtungen. Hospiz ist wirklich um Welten besser: Vom Personalschlüssel, von der medizinischen Erfahrung mit sterbenskranken Gästen, und auch in Bezug auf die menschliche Wärme, die Bewohnern und Angehörigen entgegengebracht wird.

Was vielleicht helfen könnte, damit sich deine Mutter mit dem Gedanken an ein Hospiz anfreunden kann: Oft steckt in den Köpfen, dass der Einzug in ein Hospiz bedeutet, dass man ein paar Tage später tot ist. Allzuoft ist das leider tatsächlich so, was allerdings daran liegt, dass viele Erkrankte und Angehörige den Gang in ein Hospiz bis zur allerletzten Sekunde herauszögern. Hospiz kann aber auch bedeuten, dass man dort noch viele Wochen oder auch einige Monate den Umständen entsprechend erfüllt und wohltuend umsorgt leben kann. Und Hospiz kann sogar auch bedeuten, nach Stabilisierung des gesundheitlichen Zustands wieder nach Hause entlassen zu werden (hab ich selbst bei einem anderen Gast im Hospiz meines Bruders miterlebt).

Ich hoffe, ich habe dir mit diesen Informationen ein wenig helfen können. Alles Gute, zarah

Tochter68 05.09.2014 14:48

AW: Meine Mama
 
Liebe Mausi, liebe Zarah,

vielen Dank für Eure Tipps. Ich versuche ihr das mit dem Hospiz auch immer wieder zu erklären, das die Möglichkeit besteht, das Haus wieder zu verlassen.

Bzgl. der Probleme von der Kurzzeitpflege in ein Hospiz zu gehen, habe ich auch schon gehört und daraufhin den Psychoonkologen in der Klinik angesprochen. Er konnte mich insofern beruhigen, dass die KK meiner Mutter (AOK) da keine Schwierigkeiten macht.

Heute habe ich Mama noch nicht wieder darauf angesprochen, ich denke jeden Tag damit nerven erhöht nur noch den Widerstand. Ich werde es am WE noch mal versuchen.

Gleiche fahre ich sie noch einmal mit meiner Grossmutter besuchen, ich hoffe die beiden verkraften es einigermassen, meine Grossmutter ist ja schon 92 Jahre alt. Es ist sehr schwer für sie. :cry:

Katja

mausi69 05.09.2014 16:57

AW: Meine Mama
 
Liebe Katja!

Ich möchte auch nicht mit deiner omi tauschen. Sie selbst 92 jährig muss mit ansehen wir ihr Kind Stück für Stück stirbt, welche Mama könnte das aushalten?

Vielleicht wäre es sinnvoll mit dem Hospiz oder jemanden vom Pflegedienst zu fragen, ob die Möglichkeit besteht, mit deiner Mama über die Vorteile einer Unterbringung in einem Hospiz zu reden?
Wir hätten damals die Möglichkeit gehabt, mussten sie aber Gott sei dank nicht in Anspruch nehmen!
Meine Mama wollte von Anfang an als die Diagnose kam immer ins Hospiz wenn es soweit ist. Ja wollte, bis ich im Mai mit ihr ein Gespräch hatte, bei dem sie mir gestand das sie das nur wegen uns wollte. Sie wollte nicht zu Hause sterben, damit wir nicht Tag für Tag daran erinnert werden. Also habe ich damals zu ihr gesagt sie muss nicht ins Hospiz. Das es zum Schluss dann doch anders kam, konnte ich nicht ahnen.
Aber ich habe es bis heute nicht wirklich bereut, ab und zu kommen Zweifel, weil Mama ab dem Tag als wir ins Hospiz gingen nicht mehr zu sich kam.

Es wird kein leichter weg den du mit ihr zusammen gehen wirst, aber du wirst es schaffen und du wirst die Entscheidungen mit dem Herzen treffen!

Alles liebe zu dir!
Mausi

zarah 05.09.2014 23:59

AW: Meine Mama
 
Hallo Katja,

Zitat:

Bzgl. der Probleme von der Kurzzeitpflege in ein Hospiz zu gehen, habe ich auch schon gehört und daraufhin den Psychoonkologen in der Klinik angesprochen. Er konnte mich insofern beruhigen, dass die KK meiner Mutter (AOK) da keine Schwierigkeiten macht.
ganz ehrlich: ich würde mich in einem so wichtigen Punkt nicht auf die Aussage eines Psychoonkologen verlassen. Sondern mir das zumindest von der KK bestätigen lassen. Vorzugsweise schriftlich.

Ansonsten vielleicht noch ein Argument, das deine Mutter einem Hospiz gegenüber positiver stimmen könnte: Hospize sind offener für Angehörige, als Pflegeheime das sind. Klar kann man im Pflegeheim zu Besuch kommen. Aber doch eher tagsüber, und eher zu den Zeiten, zu denen man die normalen Abläufe nicht durcheinanderbringt. Im Hospiz war es bei uns so, dass mit meinem Bruder praktisch auch unsere Mutter und ich (abwechselnd) eingezogen sind. Weil er oft Angst hatte, und nicht ohne unsere Begleitung sein wollte. Also war eine von uns immer da: Wir haben dort gegessen, dort im Angehörigenzimmer übernachtet. Eine von uns beiden war immer da. Fast drei Monate lang. Eine solche Gastfreundschaft kann ich mir bei einem Pflegeheim, so wie ich es kenne, nicht vorstellen. Leider. Und es gab auch für uns Angehörige Angebote, z.B. in Gesprächen mit Ehrenamtlichen Unterstützung zu bekommen. Was sehr hilfreich war.

Lange Rede, kurzer Sinn: Vielleicht überzeugst du deine Mutter eher, wenn du ihr das Hospiz als eine Möglichkeit für dich/euch, zu deiner/eurer Entlastung darstellst. Vielleicht kann sie sich den Schritt, dort hinzugehen, so eher vorstellen.

Letzlich bleibt aber auch die Tatsache, dass deine Mutter (egal ob durch das Morphium oder durch eventuelle Hirnmetastasen) zumindest zeitweise nicht mehr ganz zurechnungsfähig ist. Es gibt Punkte, da muss man nahestehende Menschen zu ihrem Wohl zwingen. Was schwer ist, und was wahrhaftig gut bedacht sein muß. Aber manchmal ist es erforderlich. Im besten Fall läßt es sich nachträglich auflösen. Ich habe meinen Bruder (leider) auch eher gegen seinen Willen in's Hospiz bringen müssen. "Ich habe es mir angesehen, es ist ein guter Ort, probier es zumindest aus, wenn es nicht taugt, dann kannst du ja wieder gehen", habe ich ihm gesagt. Ich hatte aber auch das große Glück, nachdem er 10 Tage dort war, mit ihm in aller Ruhe sprechen zu können, ob das nun letztlich ok war. Er hat mit großer Klarheit geantwortet: Ja, es war richtig, daß du mich hierhergebracht hast. Es war gut so. Worüber ich sehr froh und wofür ich sehr dankbar bin.

Mausi69 hat deine Oma bedauert. Sicher zu Recht, denn es ist wahrhaftig traurig, ein Kind in den Tod begleiten zu müssen. Andererseits: Oma ist, wie meine Mutter, nicht diejenige, die die volle Last derartiger Entscheidungen tragen muß. Diese Verantwortung liegt bei unserer Generation. Es ist keine geringe Last und keine geringe Verantwortung.

Nochmal alles Gute, zarah

Tochter68 06.09.2014 14:02

AW: Meine Mama
 
Heute hatte sie keinen guten Tag, sie schläft auch nicht nachts, obwohl sie gestern um 21 Uhr noch einen Tropf mit Schmerz- und einem Beruhigungsmittel hatte.

Das Beruhigungsmittel hat die Ärztin empfohlen, da meine Mama gestern nachmittag offensichtlich 2 x versucht hat alleine rauszugehen und jedes mal
im Fahrstuhl "erwischt" wurde. Und leider wissen wir ja nicht, ob sie nur in den Garten oder aber nach Hause gehen wollte. Und nachts ist das Personal ja nicht vollzählig.

Das zeigt mir auch auf, dass ich meine Mama alleine zu Hause nicht pflegen könnte.

Heute mittag hat sie ihren Joghurt mit dem Finger gelöffelt, obwohl ich ihr den Löffel hingelegt habe. Es ist einfach schlimm, dass mit anzusehen :(

@*Zarah: Danke für Deinen nochmaligen Hinweis mit der KK. Ich gehe da
Montag morgen gleich vorbei und lasse mir das bestätigen.

Ich hoffe, dass in der nächste Woche eine Entscheidung fällt. Vorzugsweise für das Hospiz.

Vielen Dank an Euch alle für Eure lieben Worte und Unterstützung!

Katja

Tochter68 07.09.2014 17:50

AW: Meine Mama
 
Heute mittag wurde meine Mutter von einer Schwester noch rechtzeitig dabei gesehen, wie sie im Fahrstuhl verschwand. Sie wollte alleine in den Klinikgarten hat sie gesagt und ist wohl böse geworden, als die Schwestern sie daran gehindert haben.

Ihre Tabletten habe ich vorhin im Mülleimer mitsamt den kleinen Plastikbechern gefunden. Die Infusion mit Schmerzmitteln hat sie verweigert. Ich hoffe, sie hat sich heute nachmittag den 2. Cortisontropf geben lassen. Den ersten heute morgen hat sie durchlaufen lassen, sich dann aber selber von der Infusion abgehängt...

Für mich ist es heute schwierig, ich weiss, das es das Ödem im Gehirn ist, was sie so reagieren lässt, aber manchmal werde ich dann doch ungehalten.
Ich habe sie noch einmal gefragt, ob wir uns das Hospiz nicht einfach nur mal angucken wollen, ich könnte einen Besichtigungstermin machen. Sie sagte erst ja und dann, dass sie den Besichtigungstermin ja wieder absagen könne. Sie will es einfach nicht, sie will in der Klinik bleiben.

Heute könnte ich verzweifeln. Ihre Freundin wollte sie auch nicht sehen und ich bin wirklich froh, wenn auch mal jemand anders hinfährt.... Ich fahre heute Abend noch mal hin, ein bisschen Haare schneiden. Vorhin durfte ich ihr die Haare waschen, die Schwestern lässt sie ja nicht und ich weiss nicht wirklich, ob sie sich wäscht. Sie riecht nicht unsauber, aber keiner weiss so genau, wann und womit sie sich wäscht. Die Waschlappen, die ich mitgebracht hatte, liegen immer noch unberührt da.

Wie soll das nur weitergehen?


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