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Sandra7 23.08.2012 16:46

Warum sind Menschen manchmal so schrecklich
 
Wir wissen jetzt seit ein paar Wochen, dass mein Mann am Burkitt Lymphom erkrankt ist. Die Prognose liegt bei 90% und seit gestern läuft der zweite Zyklus der Chemo.

Eigentlich hatte ich gehofft, mal ein wenig runterkommen zu können, da die Prognose ja nicht übel ist und mein Mann bisher auch alles gut verträgt. Montag wurde Ultraschall gemacht und das Lymphom im Bauchraum ist auch schon fast weg.

Und dann kriechen aus sämtlichen Löchern sämtliche Leute und hauen einen schlimme Sätze um die Ohren.

Angefangen von "Ach ja, selbst wenn die Deinen Mann heilen können, dann stell Dich mal trotzdem wieder darauf ein, dass der Krebs wiederkommt, dann ist es später nicht so schlimm, oder aber "Lass Dich man auch mal untersuchen, vielleicht hast Du ja auch Krebs, bei Deinem Mann konnte man ja auch nichts merken", schön ist auch immer "Ach Du, Krebs kommt doch immer wieder"

Dann steht man da und heult und weiß nicht wie man in dem Moment reagieren soll. Eigentlich sollte man mit einem blöden Spruch Kontern, früher hätte ich das auch gekonnt, aber jetzt bin ich einfach nicht dazu in der Lage.

Warum sind Menschen so blöd und hauen noch in Wunden die vorhanden sind? Ich kann nicht begreifen, wie man sowas zu einer Person sagen kann die eh schon Angst hat und sich Sorgen hat. Prognose hin und her, wie das alles letztendlich ausgeht, wissen wir ja auch erst wenn alles durch ist. Ich frage mich echt, ob sich solche Leute an dem Leid andere aufgeilen.

Dreizahn 23.08.2012 20:38

AW: Warum sind Menschen manchmal so schrecklich
 
Hallo Sandra,

bin selbst seit Anfang 2008 Betroffene und musste leider feststellen, dass kein Spruch und/oder Verhalten zu dumm oder zu bösartig sind, als dass man sie als Krebspatientin nicht irgendwann zu hören oder zu spüren bekommt.
Ich wünschte, ich könnte Dir was anderes schreiben, aber außer ein dickes Fell zu entwickeln - und gegebenenfalls nach Herzenslust zurückzupampen :twak: - ist da nicht viel zu machen. Deine Fähigkeit zum Kontern kommt bestimmt zurück! :megaphon:

Alles Gute für Deinen Mann! :)

LG, Dreizahn

Ed1 23.08.2012 20:48

AW: Warum sind Menschen manchmal so schrecklich
 
Hallo Sandra, Kopf hoch, gegen Dummheit ist noch kein Kraut gewachsen.
Lass dich nicht unterkriegen, obwohl es hart ist, in diesen schweren Zeiten sich auch noch sowas anhören muss.
Es gibt auch nette Menschen, die Euch verstehen und an Euch denken. Wie zum Beispiel hier im Krebsforum.:)
Hier kannst du immer sagen, was Du denkst und Deine Ängste zum Ausdruck bringen. Und hier schreiben auch viele Menschen, die schon viele Jahre mit Krebs leben.


Alles Gute
ed

sanne2 23.08.2012 22:22

AW: Warum sind Menschen manchmal so schrecklich
 
Hallo Sandra,
das hört sich ja wirklich schlimm bei euch an!
Sind es Freunde, die so respektlos reagieren, oder nur "Leute".
Wären es Freunde, so würde ich sofort den Kontakt zu ihnen abbrechen.
Richtige Freunde sagen so etwas nicht.

Mein Mann ist wohl auch wieder erkrankt und unsere "Freunde" ziehen sich wieder einmal zurück.
Sie können damit einfach nicht umgehen.
Solange sie es ansprechen, das sie damit eben nicht umgehen können, kann ich es gut akzeptieren.
Sonst eben nicht!

Bei der letzten Erkrankung meines Mannes habe ich auch den Freundeskreis "ausgemüllt".

Alles Gute deinem Mann und gute Erholung.
Dir natürlich auch!!!

Liebe Grüße,
Sanne

Susanne52 23.08.2012 22:28

AW: Warum sind Menschen manchmal so schrecklich
 
Liebe sandra,
es gibt leider mehr dumme Menschen als man ahnt.:)
Als ich die Diagnose Lungenkrebs bekam und nach der OP NUR Bestrahlungen und keine Chemo bekam,meinten einige: Na dann ist dein Krebs ja nicht so schlimm wenn nur bestrahlt wird.
Leg Dir ein dickes Fell zu und lass die dummen reden.
Alles gute für euch
LG Susanne

Sandra7 24.08.2012 08:01

AW: Warum sind Menschen manchmal so schrecklich
 
Lieben Dank für Eure Antworten.

Zum Glück sind das keine Freunde die solche Dinge sagen, sondern Arbeitskollegen.

Unseren Freundeskreis habe ich schon ausgemüllt. Es gibt tatsächlich einen eigentlich sehr guten Freund von meinem Mann, der ihn nicht im Krankenhaus besucht, weil er meint er würde es damit heraufbeschwören auch Krebs zu bekommen, wenn er ihn auf einer Krebsstation besucht. Zu dem habe ich den Kontakt gleich abgebrochen.

Bei der Arbeit ist das halt schwer einigen Leuten aus dem Weg zu gehen, da man beruflich halt doch mit denen zu tun hat. Da kann man den Scheiß, wenn einem nichts Schlaues als Antwort einfällt, wohl einfach nur über sich ergehen lassen.

Noch mal so ein paar Beispiele von blöden Sprüchen

„Krieg Dich mal wieder ein, Eure Prognose ist doch gut, heulen kannst Du später immer noch“

„Ach so, Lymphknotenkrebs, das doch ein guter Krebs“ (Keine Ahnung was an Krebs gut sein soll)

„Wenn Dein Mann nicht so schlimme Nebenwirkungen hat, dann wirkt das bestimmt doch nicht so gut“

„Da kannst Dich ja bei Deiner Schwester bedanken. Die ist doch Schwanger, oder? Es heißt doch immer, wenn ein Baby geboren ist, dann stirbt jemand anderes“ (Meine Schwester hat schon ein Kind und da ist auch keiner gestorben)

„Naja, wenn das jetzt schon alles fast weg ist, ist das bestimmt auch nicht gut. Was schnell weg ist, kommt bestimmt auch schnell wieder“

Und ich bin halt derzeit noch nicht soweit, dass ich mich an den positiven Aussagen von richtigen Freunden oder den Ärzten hochziehen kann. Ich höre dann nur so was und bin wieder total von der Rolle.

Dabei sind die Ärzte in Kiel echt toll. Die haben immer Zeit für einen, man kann alles Fragen und die erklären einen auch alles. Die haben auch von Anfang an gesagt, dass sie immer ehrlich sind. Sowohl in positiver als auch in negativer Hinsicht. Und von den Ärzten gab es bisher nur positive Aussagen. Die Chemo schlägt gut an, die Tumormaker und das Lymphom sind so gut wie weg, die Nebenwirkungen halten sich zum Glück auch in Grenzen und das es bei meinem Mann um Heilung geht, haben Sie Montag auch noch mal gesagt.

Und trotzdem bekomme ich die ganzen blöden Sachen die Leute einen so um die Ohren hauen nicht aus dem Kopf. Klar, man kann nie wissen was noch passiert, aber eigentlich sollte ich doch schon vorsichtig positiv in die nahe Zukunft blicken können. Aber ich lasse mich nur runterziehen, da ich ja halt sehr große Angst um meinen Mann habe. Und mir geht es dadurch psychisch natürlich auch nicht gut. Dabei brauche ich ja meine Kraft um für ihn da zu sein. Ich bin irgendwie nicht dazu in der Lage, das negative mal wegzufiltern. Ich hoffe, dass ich das in nächster Zeit noch mal lernen werde.

Es tat aber echt gut, dass hier mal alles Aufschreiben zu können

Larimari 24.08.2012 09:22

AW: Warum sind Menschen manchmal so schrecklich
 
neulich fragte mich auch eine kollegin, die wusste, dass mein vater im krankenhaus war, was denn jetzt die diagnose sei. als ich meinte, es sei lungenkrebs, fragte sie: kleinzellig? als ich meinte ja, hat sie nur so komisch leidend, aber irgendwie unehrlich, geguckt, und meinte: der papa von xy (ne gemeinsame kollegin) sei auch daran gestorben. das fand ich unpassend. ich meine, ich weiss, dass mein vater sterben wird. man muss es mir nicht staendig unter die nase reiben....

Jaecky 24.08.2012 11:26

AW: Warum sind Menschen manchmal so schrecklich
 
Liebe Sandra,

es tut mir sehr leid, dass es euch auch erwischt hat.

Ja diese netten Menschen, kenne ich auch gut. Man steht da, bekommt das an den Kopf geknallt und weiss nicht drauf zu reagieren. Echt schlimm, solche Menschen.

Die Tante meines Mannes sagte mal zu mir, als der Tumor bei meinem Papa damals restlos entfernt wurde und wir erstmal glücklich waren " Naja, Krebs sucht sich seinen Weg, dann taucht er halt irgendwo anders auf" und mein Cousin sagte mal zu Papa "An dem Nierentumor stirbst du nicht, sondern an dem Krebs der daraus entsteht" Meine eigene Familie ist doch wirklich zum k.... Ich fand auch solche Sätze, "alles wird wieder gut oder das rängt sich schon wieder ein" auch besonders spitze.

Ich konnte damals auch nicht drauf reagieren, war wir betäubt.

Leider kann ich dir da auch keine Ratschläge geben, wie man damit umgehen soll. Heut bin ich auf dem Standpunkt, gleich zurück schlagen. So bin ich eigentlich immer schon gewesen aber zu diesen Bemerkungen hatte ich leider auch keine Antwort parat.

Ich wünsch euch alles Liebe und viel Kraft.

Jäcky

OpaTochter 24.08.2012 11:26

AW: Warum sind Menschen manchmal so schrecklich
 
Hallo Sandra,

erst mal ein herzliches Willkommen hier, wenn auch aus traurigem Anlass.

Ich denke die "dummen" Sprüche hier kennt wohl jeder in der ein oder anderen Form. Bei uns (mein Papa) ist die Prognose quasie genau anders rum. Entsprechend scheine ich genau die "anderen" Sprüche immer gehört zu haben.

"Es wird schon wieder"
"Oh, gut das er wenigens nicht operiert werden musste"
usw.

ich habe eine Arbeitskollegen mal wegen einem "Wie geht es denn deinem Papa?" voll ins Hallo gestellt. :(

Zur Zeit habe ich innerlich etwas Abstand gewonnen und sehe diese Sprüche mit ein wenig mehr Distanz. In der Regel wollten mich die Leute wohl wirklich trösten und aufbauen. Auch waren Sie interessiert.

Wer nicht gerade selbst betroffen ist (und selbst dann nicht unbedingt), beschäftigt sich nicht mit dem Thema. Und 5% sind sehr relativ. Ich habe eine flüchtige Bekannte getroffen, die hat auch Lympfdrüsenkrebs (mit zwei kleinen Kindern) und wir haben uns unterhalten. Irgendwann haben wir uns angeschaut, gegrinst und gesagt: Guck mal, so relativ sind 5%. Bei mir sind 95% Überlebenswahrscheinlichkeit erschreckend wenig. Du versuchst dich an die 5% zu klammern. Ist aber total egal, wenn man hinterher auf der falschen Seite steht. Und die Chance vom Bus überfahren zu werden gibt es ja auch noch. Fakt ist, kämpfen ist angesagt und die Zeit nutzen.

Was aber Deine Schlagfertigkeit angeht. Mir fehlte es in der Regel auch daran. Da die meisten Kommentare, aus der Entfernung betrachtet aber nicht böse gemeint waren (und darauf kommt es an), war es wohl auch gut so, dass ich den Leuten nicht immer gesagt habe, was ich mir gedacht habe. Vielleicht legst Du Dir ein paar Standartsprüche zu.
"Geht im gut. Mit Perücke sieht er besser aus als vorher"
"Ja, ist nicht so schlimm mit dem Krebs. Nur blöde, dass wir nur ein Klo haben und er es ständig vollk***"
Dir fällt sicher noch einiges mehr dazu ein.

Ich schicke euch eine Portion Kraft, alles Gute und das Ihr zu den "richtigen Prozenten gehört" ;)

G.Sundheit 24.08.2012 11:45

AW: Warum sind Menschen manchmal so schrecklich
 
Zitat:

Zitat von Larimari (Beitrag 1137550)
der papa von xy (ne gemeinsame kollegin) sei auch daran gestorben. das fand ich unpassend. ich meine, ich weiss, dass mein vater sterben wird. man muss es mir nicht staendig unter die nase reiben....

tja, ich bin zwar betroffene selbst aber ich fand diese aussagen, teilweise sogar von ärzten ("ja, die patientin hatte auch ein inflammatorisches mammacarcinom, aber mittlerweile ist sie verstorben....") so ätzend :smiley11:

leider habe ich nie etwas dazu gesagt wenn wieder mal die mutter meiner freundin auf mich zukam und sagte daß in der zeitung stand, daß schauspielerin xy jetzt ja auch an brustkrebs gestorben sei..... WAS soll man darauf auch sagen? ..nein, ich weiß es wirklich nicht.... vielleicht: "und warten sie nun, daß es bei mir auch bald soweit ist?" nein, das traut man sich ja doch nicht....

letztens habe ich in der verwaltung meines AG angerufen, hatte eine frage. die mitarbeiterin fragte, wie es mir geht und ich antworte wahrheitsgemäß. darauf sagte sie : "ach, wir wissen ja alle nicht, ob es uns morgen auch erwischt. das geht so schnell und es kann jeden treffen"

da war meine zunge wie gelähmt, ich wußte einfach nichts darauf zu erwiedern.

vielleicht sollte man eben nicht so oft und so ausführlich über die kranheit, über die schmerzen, über die emotionen sprechen - egal ob betroffener oder angehöriger?:confused:

gesine

Arsinoe 25.08.2012 04:19

AW: Warum sind Menschen manchmal so schrecklich
 
Hallo allerseits!
Ja, es ist verrückt, was die Leute so alles von sich geben! :smiley11:
Ich denke allerdings, dass es wohl meistens nicht bewusst bösartig ist, sondern einfach so geplappert wird, ohne viel nachzudenken.
Wie G.Sundheit sagt, kann das durchaus auch mal einem Arzt passieren.
Mein Onkologe, der sonst immer versucht möglichst aufbauend und positiv zu klingen, sagte mal etwas im Sinne von: "Ich habe noch eine Patientin, die eine ähnliche Erkrankung hat wie Sie. Sie hat die Darmkrebsbehandlung gut überstanden, nach 5 Jahren bekam sie dann Brustkrebs."
Super Aussichten! Nicht wahr? :eek:
Also so was wollte ich jetzt nicht unbedingt hören ... :aerger:
Nunja! Ich war natürlich auch sprachlos ...
Ich habe es dann unter "Nein-das-wollte-er-vermutlich-nicht-wirklich-sagen" abgehakt. ;)
Uns allen wünsche ich gute Nerven und möglichst viel Schlagfertigkeit! :twak:
Arsinoe

Sandra7 26.08.2012 10:25

AW: Warum sind Menschen manchmal so schrecklich
 
Das mit dem dicken Fell anlegen muss ich wirklich versuchen.

Mein Mann weiß von dem ganzen Scheiß auch gar nichts. Muss ihn nicht damit belasten.

Ihm geht es gut und er ist eh total positiv eingestellt. Glaub der könnte solchen Leuten noch eher was entgegensetzen als ich. Aber ich muss ihm das denke ich nicht erzählen.

Bei einigen Leuten hat man sogar das Gefühl, dass die einen zum Hypochonder machen wollen.

Da sagt man mal, dass man Kopfschmerzen hat und da kommt dann ein "ohoh, wer weiß was das ist, nicht das Du auch noch irgendwas in der Richtung Krebs hast" Da bekommt man manchmal echt das Gefühl, dass einige Menschen einen zusätzlich fertig machen wollen oder tatsächlich irgendwie zu Glauben scheinen, dass Krebs ansteckend ist. Ich habe mal keine Ahnung.

Man kann da wohl echt nichts machen, außer zu versuchen solche Leute zu ignorieren. Und vielleicht komme ich da ja auch nochmal hin.

Ric 26.08.2012 12:22

AW: Warum sind Menschen manchmal so schrecklich
 
Sandra, was du dir da anhoren müsstest bisher ist echt der Gipfel der Unverschämtheiten.:mad:
Habe sowas noch nie irgendwo erlebt das einem SOWAS gesagt wurde.

Mir wurde mal gesagt (aufgrund kinderwunsch) das ich ja noch so jung sei und auch später noch Kinder bekommen könnte. Daraufhin sagte ich dann nur: ja klar ich warte bis mein Mann Tod ist dann nehm ich mir ein gesundes Exemplar um damit dann Kinder zu zeugen. Super Idee! Man merkt du hast keine Ahnung von gar nichts......

Diese Person hatte sich dann entschuldigt und sich nie mehr erlaubt solche Sprüche zu klopfen.

Meine Taktik ist also sofort schlagfertig antworten oder im Zweifelsfall diese Unverschämtheit blosszustellen

Sandra7 26.08.2012 18:44

AW: Warum sind Menschen manchmal so schrecklich
 
@ Ric

Ich hätte auch ehrlich gedacht, dass es keine Leute gibt die so ticken. Ich arbeite in einem großen Betrieb und plötzlich kommen da Leute aus ihren Löchern mit denen ich so gut wie nie was zu tun habe. Jeder hat plötzlich eine Meinung und voll die Ahnung ^^

Ich bin da anders erzogen. Bevor man irgendeinen Scheiß von sich gibt, hält man lieber den Mund.

Meine Cousine, die echt meine größte Stütze ist, sagt immer zu mir "Wenn Dummheit Sche.... könnte, würden solche Leute den ganzen Tag auf der Toilette sitzen"

Ich weiß auch, dass man so einen Quatsch eigentlich auch ignorieren sollte oder halt zurückpampen. Aber Momentan bekomme ich das nicht richtig hin.

Arsinoe 26.08.2012 21:24

AW: Warum sind Menschen manchmal so schrecklich
 
Richtig, liebe Sandra
Zum Thema Krebs hat wirklich jede und jeder irgendetwas zu sagen. Und sei es noch so blöd. Hab ich auch schon gemerkt. ;)
Ich denke, wir sollten uns wirklich ein paar Hammer-Antworten zurecht legen, damit wir "zurückschlagen" können. :twak:
Nicht unterkriegen lassen!
Arsinoe

Sandra7 27.08.2012 14:24

AW: Warum sind Menschen manchmal so schrecklich
 
Langsam glaube ich, dass es ein Fehler war wieder mit der Arbeit anzufangen. Dabei hatte ich wirklich gehofft, dass mich das ein wenig ablenken würde. Aber scheinbar gibt es hier ansonsten nichts zu Reden als über die Krankheit meines Mannes und meinen Gemütszustand. Ich bin gerade wirklich am überlegen, ob ich mir wieder einen gelben Schein hole, da ich sonst glaube ich noch verrückt werde.

Heute gab es zwar „nur“ zwei blöde Sprüche, aber die haben mir schon gereicht.

Der eine war

„Du solltest mal mehr Essen, sonst bekommst Du nachher noch Magenkrebs“

Und der Andere war.

„Jeden Tag nach Kiel zu fahren ist für Dich doch noch zusätzlicher Stress und durch Stress kann man auch Krebs bekommen“ (Für mich ist das aber kein Stress im Gegenteil, ich bin viel ruhiger wenn ich meinen Mann gesehen habe)

Da konnte ich nun auch mal wieder gar nichts erwidern. Was auch? Ich kann ja nicht sagen, dass die selber mal gucken sollten, ob Sie nicht vielleicht auch Krebs haben. So was würde ich nie sagen. Also habe ich hier wieder gesessen und geweint.

Warum machen Menschen so was nur? Ich bin in Sorge um meinen Mann und meine lieben Kollegen meinen scheinbar neuerdings bei allem was ich mache oder nicht mache, dass es bei mir zu Krebs führt. Das jeder Mensch das bekommen kann, weiß ich ja auch, nur wenn man sich so etwas so oft anhören muss, dann wird man doch irgendwann zum Hypochonder und achtet auf jede Kleinigkeit die bei einem so auftritt. Ich verstehe das einfach nicht.

Dabei hatte ich mich heute Morgen noch so gefreut. Bei meinem Mann haben Sie heute den zweiten Zyklus der Chemo abgeschlossen. Wenn dann die Blutwerte mitspielen, darf er ab dem 10.09 für ein paar Tage nach Hause. Eigentlich also ein guter Tag. Stattdessen lasse ich mich wieder von irgendwelchen Leuten runterziehen.

Jaecky 27.08.2012 14:37

AW: Warum sind Menschen manchmal so schrecklich
 
Liebe Sandra,

was hast du nur für Menschen um dich???? Ich bin sprachlos, wenn ich das lese und es macht mich unheimlich wütend wie taktlos doch die Menschen sein können.

Vielleicht solltest du dich doch besser wieder krankschreiben lassen. Du hast schon genug Dinge im Kopf, da muss man sich mit solchen Bemerkungen nicht auch noch beschäftigen.

Alles Liebe für Euch
Jäcky

buffy197111 27.08.2012 14:53

AW: Warum sind Menschen manchmal so schrecklich
 
Oh je, Sandra... wer solche Freunde/Bekannte/Arbeitskollegen hat, brauch keine Feinde mehr:eek:... ich glaube, da würde ich auch lieber zu Hause bleiben. Also mein Mann ist im Dez.2010 an Krebs erkrankt, und hat letzte Woche bei der Nachsorge erfahren, dass der Tumormarker schlecht war. Und seitdem habe ich zum Glück nur nette Kommentare von meinem Umfeld erfahren. Was mich nur nervt, ist dass ich oft die Starke spielen muss. Gerade auf der Arbeit, man will ja auch im Büro nicht heulen. Vorm Partner will man auch nicht heulen, mein Mann will auch nicht bedauert werden... aber sollte mir mal jemand einen blöden Spruch reinwürgen, dann gnade ihm Gott! Ich glaube, dann würde sich meine ganze Wut entladen. Aber so sind die Menschen leider geworden, anstatt erstmal das Hirn einschalten und dann zu reden... neeee... einfach mal drauf los plappern... SCHRECKLICH!.. hier im Forum wird man ja zum Glück immer nett aufgenommen:)

Sandra7 27.08.2012 15:23

AW: Warum sind Menschen manchmal so schrecklich
 
Ich bin auch sehr froh, dass ich mir hier alles von der Seele schreiben kann. Muss auch ehrlich sagen, dass mir das psychisch derzeit echt schlecht geht. Dabei wollte ich eigentlich alle Kraft die ich habe in die Genesung meines Mannes stecken und für ihn stark sein. Ich versuche es natürlich auch, mir ihm Gegenüber nichts anmerken zu lassen, aber wir sind seit fast 13 Jahren zusammen, da merkt er auch ob es mir wirklich gut geht oder ob ich nur so tue. Und ich will ja nun nicht auch noch, dass er sich zusätzlich Sorgen um mich macht.

Ich habe so langsam den Eindruck, dass einige Leute es toll finden jemanden noch zusätzlich Angst zu machen. Dass man Krebs bekommt, kann man ja nun nie ausschließen. Auch diese Personen können sich da nicht sicher sein. Das doch eigentlich noch ein Grund mehr solche Sachen nicht zu sagen.

Problem ist vermutlich auch, dass man mir das ansieht, dass es mir nicht gut geht und es gibt ja oft Leute, die sich dann solche Personen wie mich als Opfer aussuchen. Meine zwei direkten Kollegen sind toll, aber der Rest hier ist oft grausam und fies. Ich hatte auch schon überlegt mich beim Personalrat zu beschweren, aber was soll der da machen. Sind ja Meinungen und ich denke, die kann man denen ja schlecht verbieten.

Ich werde nachher mal zu meiner Hausärztin fahren und mit ihr sprechen. Vielleicht kann sie mir irgendwas Leichtes zur Beruhigung verschreiben. Muss halt nur etwas sein, womit ich noch Autofahren kann.

Die Unterstützung schwindet auch in meinem privaten Umfeld mit den Wochen. Meine Cousine und meine Tante die sind immer für mich da. Aber sonst. Die Freunde melden sich immer weniger und meine Eltern Leben da irgendwie sowieso in ihrer eigenen Welt. Die Prognose ist ja gut, also ist das dann halt für meine Eltern nicht so schlimm. Nee, schon klar. Ein monatelanger Krankenhausaufenthalt, 100 km von zu Hause weg mit einer Hochdosischemo ist ja auch ein absoluter Sparziergang. Meine Mutter hat eh den Vogel abgeschossen. Die hat zu mir gesagt, ich sollte anstatt zu Heulen lieber Dankbar sein, dass mein Mann rechtzeitig zum Arzt gegangen ist, weil er ja bei dieser Art Lymphom ja sonst jetzt schon tot wäre. Vom Prinzip her mag sie ja Recht haben, aber wie kann man so was zu seiner Tochter sagen. Eigentlich erwartet man ja gerade von seiner Mutter Unterstützung, aber das kann ich echt vergessen.

@ buffy197111 Ich wünsche Dir und Deinem Mann von ganzen Herzen, dass sich das alles zum Guten wendet.

buffy197111 27.08.2012 15:41

AW: Warum sind Menschen manchmal so schrecklich
 
Sandra, ich finde schon, dass wir Angehörigen jedes Recht darauf haben zu Heulen, auch wenn die Prognosen gut sind, aber DU siehst wie Dein Partner leidet oder auch gelitten hat, und diese Ängst in einem, diese riesengrosse Angst, den Partner an dieser Krankheit verlieren zu können, das können nur die verstehen, die das bereits durchgemacht haben!

Ich habe von Dez.2010 bis zum Ende der Chemo auch sehr gelitten, und ich habe mir anfangs vom Hausarzt ein ganz leichtes Beruhigungsmittel verschreiben lassen, so dass ich wenigstens schlafen konnte. Danach habe ich mich im Internet schlau gemacht und mir etwas pflanzliches gekauft und zwar Neurodoron von Weleda! Nehme ich jetzt auch wieder, beruhigt etwas, mein Herzbubbern ist zumindest weg;)

Ric 27.08.2012 16:45

AW: Warum sind Menschen manchmal so schrecklich
 
Oh Sandra,

wenn ich das so lese werde ich richtig wütend.

Bitte lass Dich nicht derart zum Opfer machen, sondern geige denen mal richtig die Meinung. Es gibt ja Leute die ihren sch... Senf zu ALLEM dazugeben müssen, aber von nichts eine Ahnung haben.

Du hast im Prinzip 2 Möglichkeiten, wonach Du Dich bestimmt besser fühlen wirst. Entweder Du schießt auf gleichem Niveau zurück und sagst dann "Ach wenn man von dummen Sprüchen und Unsensibilität Krebs kriegen würde, dann würde ich an Deiner Stelle mal schnell zum Arzt gehen und Dich checken lassen... !"

Oder Du machst es auf dem netten, niveauvollen, aber deutlichen Weg und sagst: "Kannst Du mir mal sagen was Du mit Deiner unverschämten Art hier bezwecken möchtest? Wenn Du nur derartigen Unfug von Dir geben kannst, dann sprich mich bitte demnächst nicht mehr an und behalte Deine Kommentare für Dich DANKE!!!!"

Ich würde gerade weil es sich um Arbeitskollegen handelt den 2. Weg einschlagen, denn das erste hast Du nicht unbedingt nötig. Das würde ich aber auch so laut und deutlich sagen, dass es möglichst viele Leute mitbekommen und betreffende Person sich richtig schön schämt!!!!

Es kann ja nicht sein, das solche Leute reden wie denen der Schnabel gewachsen ist und Du Arme verkriechst Dich dann zum weinen.

Das musst Du Dir echt nicht gefallen lassen!

Meinem Mann und mir hat eine Onkologin von etwa 1 Jahr (Lebermetastasen) gesagt das es sich nicht LOHNEN WÜRDE DAS NOCHMAL ZU OPERIEREN :mad:
Die Ärztin hatte auch zu etwa gleicher Zeit gesagt das mein Mann ja bzgl. Kinderwunsch nichts einfrieren müsste; sich das Geld dafür sparen könne, da er ja eh nicht mehr so lange leben würde das es sich lohnen würde.......

Samstag ist mein Mann ein 130 km Rennradrennen mitgefahren und super durchgekommen. Habe der Ärztin heute ein Foto von Samstag geschickt :D

Ich kann nur jedem empfehlen sich egal von wem NIEMALS die Hoffnung nehmen zu lassen, denn niemand kann vorhersehen wie der weitere Verlauf ist.

Lass Dich nicht unterkriegen Sandra!

LG

Ric

Larimari 27.08.2012 17:02

AW: Warum sind Menschen manchmal so schrecklich
 
ganz ehrlich, ich glaube, die leute, die bloed daherreden, haben unglaubliche angst. ich meine, krebs ist zwar omnipraesent, aber immer noch eine art tabuthema. als wuerde man, wenn man darueber spricht, gefahr laufen, sich "anzustecken". und wir angehoerigen tragen den krebs halt in originaer krebfreie raeume. die leute sehen uns, und denken: ui krebs... und dann werden sie sich dessen bewusst, dass das aas ueberall lauert und jeden treffen kann. und die sprueche sind dann evtl. sowas wie - verzeiht mir den bloeden ausdruck - schutzzauber. einfach mal bloed daherreden, dann kommts schon nicht zu mir.

ich habe heute erst mit einer freundin gesprochen, deren mom krebs hatte und deren vater auch schwer krank war und bereits verstorben ist. die meinte auch, dass sie die bloeden sprueche damals unglaublich gekraenkt haben. ich habe bisher zum glueck nicht allzuviele mitbekommen. aber als mein dad noch zu untersuchungen im krankenhaus war, meinte eine kollegin, mir erzaehlen zu muessen, wie unglaublich elend ihre nachbarin am lungenkrebs zugrunde gegangen ist. O_o fuXk you, dachte ich mir da nur. genau das wollte ich gerne wissen... (hab ich das eigentlich schon mal aufgeschrieben? sorry, kopf wie sieb...) ich will gar nicht wissen, wer alles auf welche weise und in welchem zeitraum an einem kleinzeller gestorben ist. danke. spart euch die geschichten... das wuerde ich den leuten am liebsten sagen. mache ich wahrscheinlich auch noch...

an euch alle: lasst euch nicht unterkriegen! stay brave!

und ganz liebe gruesse,
mari

Sandra7 27.08.2012 18:13

AW: Warum sind Menschen manchmal so schrecklich
 
Danke für Eure lieben Antworten.

Ich war jetzt bei meiner Hausärtzin und die hat mir was leichtes zur Beruhigung verschrieben. Wenn das nicht hilft, dann soll ich Montag nochmal wiederkommen. Dann überlegt sie sich noch was anderes. Sie hätte mich auch krank geschrieben, aber das wollte ich dann doch nicht. Irgendwie hätten die Sprücheklopfer dann ja doch gewonnen und das wollte ich nicht.

Sie hat mir auch das bestätigt, was Larimari hier geschrieben hat. Sie sagte, dass ich leider nicht die erste Angehörige bin die wegen solcher Sprüche bei ihr ist. Sie geht auch davon aus, dass diese Leute selber solche Angst vor dem Krebs haben, und sich eine Art Katalysator suchen und dann nehmen die eine Person der es eh nicht gut geht, da meistens ja nicht so eine große Gegenwehr zu erwarten ist. Was die letztendlich damit anrichten ist denen wohl nicht bewußt oder die Nehmen das halt in Kauf.

Ich werde das nur nie verstehen. Ich hatte vorher mit der Krankheit Krebs auch noch nie was zu tun. Außer halt die normale Angst, die vermutlich jeder Mensch hat. Aber so wie diese Leute habe ich mich nie benommen und so würde ich mich auch nie benehmen. Ich würde mich an deren Stellen in Grund und Boden schämen.

Unsere Frau aus der Personabteilung hatte mir Freitag erzählt, dass sie vor ein paar Monaten Hautkrebs hatte. Sie hatte mich halt angesprochen, weil sie von meinem Mann gehört hatte. Die erzählte mir auch, dass einige aus ihrem Bekanntenkreis sie auch gefragt haben, ob das Ansteckend ist. Weiterhin sagte sie, dass es rechtzeitig erkannt wurde und sie keine Chemo brauchte, da konnte sie sich dann auch anhören, dass das dann ja nicht so schlimm ist. Aber sie hat auch bis heute Angst, wenn sie alle 3 Monate zur Kontrolle muss und in ihrem Umfeld wird so getan, als ob sie zur Grippeimpfung geht.

Ich fühle mich nur meinen Mann gegenüber manchmal echt schlecht. Der ist so positiv und fest davon überzeugt, dass er in ein paar Monaten wieder gesund ist und ich gehe psychisch am Stock. Auch wenn ich ihm das natürlich alles nicht sage, habe ich doch auch Sorge, dass er mir das zu sehr anmerkt und ich ihn runterziehe. Das will ich ja auf gar keinen Fall. Ich bin ja kein Experte, aber im Krankenhaus sagten die Ärzte halt auch, dass die Einstellung des Patienten wichtig ist. Und das ist halt auch etwas was mich belastet, dass ich ihn eventuell runterziehen könnte. Bisher ist das aber zum Glück noch nicht der Fall.

Sandra7 29.08.2012 06:49

Manchmal kann ich mit mir selber nicht umgehen
 
Ich frage mich wie andere Angehörige das machen. Mein Kopf ist manchmal so voll von Gedanken, dass ich nicht weiß wohin damit. Ab und an bedauere ich mich auch selber und habe dann ein schlechtes Gewissen. Schließlich bin ich ja nicht die Person die krank ist.

Ich kann das auch überhaupt nicht steuern. Gestern war alles gut. Ich habe meinen Mann besucht, ihm ging es total gut und die Chemo schlägt gut an. Heute Morgen bin ich dann aufgewacht und habe erstmal nur wieder geweint. Man wacht halt Morgens auf und die Person die man liebt, liegt nicht neben einen.

Mir gehen immer so viele Gedanken durch den Kopf. Wie wird es sein, wenn alles gut überstanden ist? Was ist, wenn doch nicht alles gut wird? Wie wird sich das Leben insgesamt verändern? Wie kommt mein Mann tatsächlich mit allem zurecht? Wird er ständig Angst haben?

Das einige Leute bei der Arbeit ja auch immer noch versucht haben mich sozusagen zum Hypochonder zu machen tut natürlich sein übriges. Natürlich renne ich jetzt nicht ständig zum Arzt, aber ich merke doch leider schon, dass ich durchaus darüber nachdenke.

Ich müsste einfach mal irgendwie den Kopf freibekommen und wenn es nur für eine Weile ist. Aber ich weiß einfach nicht wie ich das machen soll. Montags und Donnerstags arbeite ich länger, damit ich Dienstags, Mittwochs und Freitags früher los kann um zu meinem Mann zu fahren. Samstags und Sonntags bin ich natürlich auch im Krankenhaus. Bin dann halt auch keinen Abend vor halb acht zu Hause und auch ganz gut kaputt dann. Will aber auch gar nicht darüber jammern, da ich gerne zu meinem Mann fahre. Das gibt uns Beiden halt. Aber so ab und an komme ich doch an meine Grenzen.

Wenn ich dann mal kurz denke, dass mir das jetzt auch alles irgendwie gerade zuviel wird, bekomme ich auch ein schlechtes Gewissen. Ich bin nicht krank und mein Mann braucht mich. Ich weiß auch ganz oft nicht was richtig oder falsch ist und wie ich diese ständigen Gedanken loswerden kann.

Ich habe eigentlich gehofft, dass wenn die Ärzte was positives sagen ich dann vielleicht ein wenig ruhiger werde. Aber leider ist das nicht der Fall. Ich weiß einfach manchmal nicht wie ich mit mir selber umgehen soll.

MamaVonZweien 29.08.2012 07:05

AW: Manchmal kann ich mit mir selber nicht umgehen
 
Morgen Sandra,

was Du durchmachst und empfindest ist normal. Behaupte ich jetzt einfach. Als mein Vater krank wurde habe ich mich auch informiert. Und was man alles zu lesen bekommt... macht noch mehr Angst.

Es ist schwer Dir irgendwas zu raten - ich kenne Dich ja nicht. Was Dein Mann empfindet weiß ich nicht...

Ich habe nur einen Tip um mal richtig den Kopf freizubekommen... mir half es. Sport.

Abends vorm Bettgehen bin ich oft noch eine Runde laufen gegangen - naja, ein richtiges auslafen bis die Beine wehtaten. So konnte ich Nachts gut schlafen.

Ein bisschen Selbstmittleid tut auch gut. Und wenn Du aufwachst und Dir ist nach heulen, dann weine halt.

Die Leute die Dich zum Hypochonder abstempeln sind genau die, die in ihrem Leben noch nie RICHTIGE Probleme hatten!!!

Jeden Geburtstag, jedes Weihnachten.. alles habe ich 6 Jahre lang auf meinen Vater "ausgerichtet" - weil ich immer dachte es könnte das letzte Fest sein.

Wir haben uns viel über Dinge unterhalten, Leben nach dem Tod, das Sterben an sich... eigentlich die Nichtalltäglichen Sachen. Und das half uns beiden.

Letztes Jahr hatte mein Papa noch mal ne gute Zeit. Wir gingen früher schon gern zusammen in die Pilze. Er wollte mit - obwohl er die vielen Knochenmetastasen hatte. Ich hatte angst um ihn - da er gern genau das tat was er nicht soll. Ich habs ihm dann auch gesagt... ich denke Ehrlichkeit ist da wirklich auch eine gute Medizin. Man muss sich auch auf die kranke Person verlassen können!!

Unser schwarzer Humor half uns auch. Wir machten sogar Witze übers Sterben. Über dieBeerdigung... wir haben uns intensiv mit allen Möglichkeiten befasst - und das nahm viele Ängste.

Aber wie gesagt, ich kenne Euch nicht, weiß nicht wie ihr tickt. Es ist vlt. nicht Jedermanns Ding so offen und mit Humor zu reden. Du kennst Euch - Du musst da die Möglichkeit finden.

Ansonsten wende Dich doch an einen Krebshilfeverein. Schließe neue Kontakte. Man kann sowas oft nur verarbeiten wenn man "gleich" ist - in seiner Situation. Wer es nicht erlebt hat, der wird es nicht verstehen.

Liebe Grüße und alles alles Gute für Deinen Mann.

Michaela

Sandra7 29.08.2012 07:27

AW: Manchmal kann ich mit mir selber nicht umgehen
 
Ich danke Dir für Deine Antwort.

Ich bin echt ein Nervenbündel momentan. Sogar das ich hier jetzt im falschen Forum gepostet habe, macht mir zu schaffen. Von wegen schlechtes Omen oder so. Das jemand den ich liebe eine schlimme Krankheit bekommt war halt auch immer eine meiner größten Ängste.

Manchmal denke ich auch, dass es nicht so gut war soviel im Internet nachzulesen. Aber auf der anderen Seite möchte man ja schon wissen, ob das so richtig ist was die Ärzte sagen und ein Forum wie dieses tut einen ja auch gut. Hier kann man sich ja auch alles von der Seele schreiben. Wenn ich in meinem privaten Umfeld sowas erzähle sind die Reaktionen eher bescheiden.

Sport wäre vielleicht wirklich eine gute Möglichkeit. Ein wenig Zeit zum Joggen findet man ja immer.

Mein Mann und ich sind da sehr unterschiedlich. Er ist nur positiv und sagt, dass er genau weiß, dass er wieder gesund wird. Er würde das halt fühlen und daher ist das für ihn auch nicht so wirklich schlimm alles. Ihn nervt es eher, dass es Monate dauert bis er wieder gesund ist und sein Mund von der Chemo kaputt ist. Über alles andere macht er sich keine Sorgen. Ich hingegen bin schon immer jemand gewesen, für den das Glas eher halbleer ist. Vermutlich kann ich daher auch nicht gut mit allem umgehen. Was mir ja auch echt leid tut. Ich will ihn ja nun nicht runterziehen.

Ich werde mich denke ich auch mal umhören, ob es hier in der Gegend Selbsthilfegruppen für Angehörige gibt. Vielleicht hilft mir das ja.

Sandra7 29.08.2012 09:00

AW: Manchmal kann ich mit mir selber nicht umgehen
 
@ StomaMaus

Dir wünsche ich natürlich erstmal von Herzen alles Gute.

Die Angst ist echt schlimm. Ich habe doch recht viel positives von den Ärzten gehört. Nur ich sehe immer nur alles Negativ. Die Ärzte sagen etwas und ich denke, was wenn nicht.

Das es als Angehörige auch schwer ist, das dachte ich mir schon. Aber nicht, dass es so schwer ist. Vorallem wie oft der Kopf macht was er will. Ich glaube soviel rumgedacht wie in den letzten Wochen habe ich noch nie.

Sandra7 29.08.2012 09:02

Burkitt Lympom
 
Mein Mann ist am Burkitt Lymphom erkrankt. Stadium III. Zwei Hochdosischemos hat er bereits hinter sich gebracht.

Irgendwie scheint diese Art Lymphom recht selten zu sein. Meine Frage ist daher, gibt es hier Angehörige oder Betroffene die sich mit mir über die Erkrankung Austauschen möchten?

Die Ärzte sind total zuversichtlich was eine Heilung betrifft und ich glaube auch nicht, dass die uns nicht die Wahrheit sagen. Aber irgendwie habe ich so ein wenig Schwierigkeiten damit zu glauben, dass je aggressiver ein Lymphom ist, so besser die Heilungschancen stehen.

Das Lymphom meines Mannes hatte sich innerhalb von weniger Wochen auf 1 kg im Magen, Darm, Hals und der Lunge entwickelt. Jetzt nach zwei von sechs Zyklen ist laut Untersuchungen schon fast alles weg. Irgendwie kann ich das gar nicht so richtig glauben, da er ja doch noch diverse Chemos vor sich hat. Ich bin da immer hin- und hergerissen.

monika100 29.08.2012 09:37

AW: Manchmal kann ich mit mir selber nicht umgehen
 
Hallo Sandra,

ich kann das Durcheinander in deinem Kopf gut verstehen.
Seit mein Mann 2009 die Diagnose Speiseröhrenkrebs bekam, geht es in meinem Kopf auch drunter und drüber. Ich habe eine Riesen-Verlust-Angst entwickelt, das behindert mich selbst ganz schön. Ich bemühe mich optimistisch zu denken, manchmal gelingt das auch ganz gut - und einen Moment später schleichen sich wieder viele Zweifel ein, zumal gerade diese Krebserkrankung auch nicht die besten Prognosen hat.

Dadurch dass ich in 2011 selbst auch noch an Blasen-Krebs erkrankt bin, ist das nicht besser geworden. Meine Stimmung schwankt hin und her, in einem Moment bin ich lustig und lache aus vollem Herzen - und im nächsten Moment schleichen diese sch... Gedanken sich an und machen mich schwermütig und auch schwierig. Viele Menschen um mich herum kapieren das gar nicht, aber es gibt auch Menschen, die es verstehen und mir helfen wollen - und die überfordere ich manchmal sicher damit, ungewollt.

Im September stehen nun meine Krebs-Nachsorge an und mein Mann muss ins CT - und ich habe einfach Angst...
Mein Mann sagt "Angst kannst du haben, wenn wieder was festgestellt wurde, aber nicht vorher", ich wünschte iich könnte das auch so empfinden. Ich halt mich auch manchmal selbst nicht aus.

Alles Liebe, Monika

Sandra7 29.08.2012 09:56

AW: Manchmal kann ich mit mir selber nicht umgehen
 
@ StomaMaus

Das kann ich gut verstehen, dass Du Angst um Deine Familie hast. Du hast da auch wirklich viel abbekommen.

Du kannst mir sehr gerne eine PN schicken wenn Du magst. Würde mich freuen.

Ich selber hatte nie so wirklich Angst, dass ich Krebs bekomme sondern eher, dass dies Leute bekommen die ich Liebe. Weiß auch nicht warum das so war, um mich selber habe ich mir sonst nie so wirklich Gedanken gemacht.


@ Monika

Diese Riesenverlustangst habe ich auch. Mein Mann und ich sind es halt auch so gar nicht gewohnt voneinander getrennt zu sein. Sind seit fast 13 Jahren ein Paar und waren fast immer zusammen. Wenn es hochkommt waren wir in der ganzen Zeit vielleicht 10 Nächte mal getrennt. Das kommt natürlich momentan auch noch dazu. Alleine Einschlafen, alleine Aufstehen etc. Die Wohnung kommt mir ohne ihn einfach nur schrecklich vor.

Mein Umfeld ist ganz unterschiedlich. Einige Menschen sind ganz schlimm (kann man hier ein einem anderen Thema von mir nachlesen) und meine Cousine ist total lieb und immer für mich da. Befürchte aber auch manchmal, dass ich sie mit allem ungewollt überfordere.

Ich habe halt Momentan immer noch das Gefühl, dass man mir den Boden unter den Füßen weggerissen hat und habe die Krankheit meines Mannes auch noch nicht verkraftet. Manchmal glaube ich, dass ich das nie irgendwie verdauen werde.

Dir und Deinem Mann wünsche ich alles alles erdenklich Gute.

monika100 29.08.2012 10:42

AW: Manchmal kann ich mit mir selber nicht umgehen
 
Hallo Sandra,

mein Mann und ich sind 32 Jahre zusammen, in guten wie in schlechten Zeiten, wobei wir auch viele schlechte hatten. Diese Erkrankungen machen das Leben nicht einfach, aber sie verbinden auch irgendwie.
Ich denke das mit der Verlustangst ist ein Stückchen normal, aber du musst aufpassen, dass es sich nicht immer weiter ausbreitet. Das ist bei mir nämlich ein bisschen der Fall und das ist nicht gut.

@stomamaus,

nein ich habe kein Stoma.
Ich hatte mehrere Karzinome im linken Harnleiter und im Nierenbecken, ein Urothel-Karzinom, was wohl in die Kategorie "Blasenkrebs" gehört. Mir wurde die linke Niere und der Harnleiter entfernt, etwas später dann noch ein Stück der Blase. Dabei habe ich mir dann einen Krankenhauskeim eingefangen, mit dem ich heute noch herumpalavere.
Außerdem habe ich mittlerweile an der linken operierten Seite an Rücken und Bauch ein starkes Lymphödem bekommen, das mich ganz schön behindert und das nicht mehr verschwinden wird.
Wie kommst du denn klar?

Monika

Rachel 29.08.2012 10:50

AW: Manchmal kann ich mit mir selber nicht umgehen
 
liebe sandra bzw. alle die hier geschrieben haben.

mir geht es haargenauso. auch ich habe diese Riesen-Verlust-Angst entwickelt und es ist sehr schwer für mich die tage so halbwegs zu überstehen.

ich arbeite zwar aber so wie heute bin ich nur am weinen. mein mann hat seine chemo diesmal total gut überstanden, er ist sehr zuversichtlich und voller hoffnung aber ich habe einfach nur angst. sie begleitet mich von morgens bis abends, mal kann ich lachen, mal bin ich nur am weinen. mitte september haben auch wir controll CT, davor habe ich jetzt schon angst.

auch ich mache mir im vorfeld schon gedanken was alles sein könnte - ich weiß selber wie blöd das ist aber die gedanken sind da und kann man schwer vertreiben. vielleicht sollte ich auch sport betreiben ........ ich werde es versuchen.

ich kann euch so gut verstehen

lg gitti

HelmutL 29.08.2012 11:12

AW: Manchmal kann ich mit mir selber nicht umgehen
 
Guten Morgen, Sandra,

ich kann mich noch sehr gut erinnern und kenne das genau, was dir durch den Kopf geht. Leider kann man das nicht abstellen. Den Knopf dazu habe ich immer noch nicht gefunden.

Wir waren 33 Jahre verheiratet, als es damals los ging, und auch nur sehr selten getrennt. Meine Frau musste auch während ihrer Krankheit nie alleine sein. Es war möglich, dass ich mit ihr gemeinsam in die Klinik ging. Ich habe mich da mit Vollpension eingemietet, was kein Problem ist, solange ein Bett frei ist. OK, muss man natürlich selbst bezahlen. Zum Glück konnten wir uns das leisten, ich hatte die Zeit dazu und unsere Kinder waren bereits aus dem Haus. Meine Frau hatte große Angst, dort alleine bleiben zu müssen.

Es war eine sehr intensive Zeit an welche ich heute manchmal auch gerne zurück denke.

Was mir im Nachhinein aufgefallen ist: Patienten werden in der Regel in Watte gepackt, auch psychologisch, doch wer kümmert sich um die Nöte der Angehörigen? Niemand, wenn sie es nicht selber tun. Sie bleiben sich selbst überlassen.

Suche dir Hilfe, wenn du dich überfordert fühlst. Es gibt sie. Dein Hausarzt weiss, wo du sie finden kannst. Nur eins: möglichst Finger weg von bunten Pillen. Sie sind nur Lack, der einfach drüber gepinselt wird. Darunter bleibt der Rost. Das ist meine Erfahrung.


Alles Liebe,

Helmut

monika100 29.08.2012 11:14

AW: Manchmal kann ich mit mir selber nicht umgehen
 
Hallo,

das Blöde ist, dass einem immer ein Psycho-Onkologe empfohlen wird, den es aber entweder - wie bei uns - gar nicht gibt oder man kriegt keinen Termin. Damit bleibt nur ein "normaler" Psychologe, aber auch hier - keine Termine!

Ob die helfen können ist eine andere Sache. Mein früherer Psychologe, bei dem ich lange wegen meinen Panikattacken in Behandlung war, sagte zu mir, dass das diesmal ein ganz anderer Fall bei mir sei. Damals hätte ich so diffuse unbegründete Ängste gehabt, diesmal aber hätte ich wegen meinem Mann und mir selbst eine "reale Angst" - und die hätte er an meiner Stelle auch.
Tja, also man muss irgendwie selbst an sich arbeiten.

@stomamaus
Woher kommen deine Schmerzen denn und kannst du dagegegen was tun?

Monika

Sandra7 29.08.2012 12:06

AW: Manchmal kann ich mit mir selber nicht umgehen
 
@ Rachel

Ja, das kenne ich auch nur zu gut. Ich gehe nach Möglichkeit Abends so früh wie möglich schlafen, nur damit wieder ein Tag geschafft ist. Dazu kommt auch, dass ich ständig müde und kaputt bin und die Tage eh schlecht durchstehe. Heute hatte ich bisher wieder einen ganz verheulten Tag.

@ helmut

Ich wollte eigentlich auch nie Tabletten nehmen. Habe mir jetzt aber etwas leichtes verschreiben lassen. Das Problem ist, dass man bei Psychologen ja nur schwer Termine bekommt. Jedenfalls sind hier die Wartezeiten Monate und irgendwie brauche ich jetzt ein wenig Hilfe. Momentan drehen sich meine Gedanken nur um Verlust, Krebs, Tod und ich merke auch langsam, dass die blöden Krankheitseinredungen meiner Kollegen auch dazu führen, dass ich ständig überlege, ob ich nicht auch irgendwas habe. Und vielleicht helfen mir die Pillen jedenfalls ein wenig dabei, dass sich das nicht so ganz manifestiert. Ich wäre auch schon dankbar, wenn ich Nachts mal ein wenig besser Schlafen könnte. Entweder bin ich ständig wach oder ich Träume irgendeinen Mist.

@ StomaMaus

Hoffe sehr, dass Deine Schmerzen jetzt weg sind.

Werde mich jetzt auf den Weg zu meinem Mann nach Kiel machen.

HelmutL 29.08.2012 15:34

AW: Manchmal kann ich mit mir selber nicht umgehen
 
Hallo StomaMaus,

tut mir leid, dass auch sowas noch hinzu kommen muss. Decubitus ist langwierig und schmerzhaft zu behandeln. Soweit ich das weiss. Aus meiner Erfahrung sollte man mit einem Schmerzmittel, wenn nötig, nicht zu lange warten. Die Wirkung ist besser und wesentlich schneller, man braucht vorallem weniger Schmerzmittel und verhindert, dass sich der Körper an die Schmerzen "erinnert". Also Phantomschmerzen. Ich nehme jetzt mal an, dass du das bereits weißt. Ich drück dir die Daumen.


Hallo Sandra,

ok, gegen ein leichtes Mittel ist ja auch nichts zu sagen. Darf halt nur kein Dauerzustand werden und das eigentliche Problem ins "Vergessen" schieben.

Das Problem mit dem Schlafen ist, dass zwar der Körper fertig ist, nie ausgeruht und der Kopf nicht abschalten kann. Einerseits. Andererseits steht auch der Körper ständig in Hab-Acht-Stellung. Ebenso wie der Kopf. Der Kopf kann auch im Schlaf arbeiten, der Körper sollte sich da eigentlich erholen. Kann er jedoch nicht, weil er einerseits was tun möchte, um seinen eigenen Druck ab zu bauen und andererseits lässt ihn der Kopf nicht zur Ruhe kommen. Alles zusammen eine teuflische Mischung, die unwahrscheinlich viel Kraft und Nerven kostet. Ein Hamsterrad. Ein Schlafmittel kann da übergangsweise mal helfen, ist jedoch nicht die Lösung.

Was tun? Ich habe mir geholfen, indem ich Sport getrieben habe. Radfahren, spazieren gehen, schwimmen. Nur mal als Beispiel. Da wird dem Körper was abverlangt und er weiss wenigstens, warum er müde ist und kann entsprechend reagieren. Ich habe mir diese Auszeiten genommen (wurde manchmal sogar von meiner Frau dazu überredet) und dabei noch was anderes, fast wie nebenher, für meinen Kopf getan. Beim Spazierengehen im Wald mir mal den Frust von der Seele gebrüllt, dass dem alten Herrn mit Bart da oben die Ohren geklingelt haben (ok, heute sind wir wieder per Du ;) ). Beim Sport mich auf mich selbst konzentriert, den Körper wieder gespürt, und die Gedanken eben Gedanken sein lassen. Im Computerclub z.B. mich mit "normalen" Menschen normal unterhalten. Normalität gespürt und erlebt. Ich habe meditiert und dabei den Kopf ganz bewusst herunter gefahren und den Gedanken gelauscht, welche dann unweigerlich wie aus dem Nichts auftauchen. Wenn man letzteres schafft, kann man viele Lösungen finden und vor allem Ruhe und Sicherheit.

Diese Freiräume sollte man sich auch gegen den Wiederstand von außen verschaffen. Denke ich. Sonst dreht man vielleicht noch durch. Damit wäre niemandem geholfen, am wenigsten euren Lieben. Sie brauchen eure Kraft und eure klaren Gedanken. Körper und Kopf Gelegenheit geben, den Druck ab zu bauen, sich selbst mal wieder was Gutes tun, das war mein Rezept und es war für meine Frau und für mich gut so. Was auch ganz wichtig ist: Lachen. Nicht dieses oberflächliche von früher sondern das befreiende, das wissende Lachen. Ein Lachen, das ganz tief von innen kommt. Auch wenn es nur über ein "krummes Stück Holz" ist. ;)

Angst ist normal und gut. Sie sollte sogar sein, denn erst sie beflügelt Körper und Kopf. Sie darf uns nur nicht lähmen. Es ist nicht die Angst, die lähmt. Es ist der Umgang mit ihr und wer glaubt oder behauptet keine zu haben oder die Angst gar wie auch immer unterdrückt, der ist meiner Meinung nach entscheidend im Nachteil.

Lasst euch nicht erschlagen von dem, was ich geschrieben habe. Man muss das nicht übernehmen. Im Gegenteil. Drüber nachdenken und eigene Ideen entwickeln ist viel, viel besser.


Alles Liebe,

Helmut

Hypnotise 29.08.2012 16:03

AW: Burkitt Lympom
 
Hallo Sandra,
soweit ich weiß, ist das burkitt-lymphom dem hochmalignen b-zell lymphomen ähnlich, so eines hatte ich.
und doch es stimmt, je aggressiver das lymphom, destso besser stehen die heilungschanchen, liegt einfach daran, dass die "medikamente" bei der zellteilung der krebszellen wirken.
bei aggressiven kommt es logischer weiße schneller zur zellteilung, wodurch durch die chemo meißtens alle aktiven zellen abgetötet werden.
alles gute euch beiden

Babsi2610 30.08.2012 13:33

AW: Warum sind Menschen manchmal so schrecklich
 
Hallo Sandra!

Ein Beispiel für tolle Sprüche kann ich dir aus eigener Erfahrung nennen.
Nach der Diagnose meiner Erkrankung stand bereits fest, dass ich nur noch palltiativ behandelt werden kann. Ein langjähriger Bekannter und guter Freund (wie ich dachte) sagte Folgendes:

"Du wolltest doch immer jung sterben, irgendwer muss dich erhört haben." Sagte dies mit lachendem Gesicht.

Babsi

Ric 30.08.2012 14:31

AW: Warum sind Menschen manchmal so schrecklich
 
@ Babsi: KRASS :eek:
Da fällt mir ja nix mehr zu ein......

Aquintos 30.08.2012 22:22

AW: Warum sind Menschen manchmal so schrecklich
 
Es gibt halt "dumme" Menschen, dir nicht nachdenken, bevor der Mund aufgeht. Diese Menschen sind allerdings noch nie mit schweren Krankheiten in Berührung gekommen, waren selber in der Situation oder haben innerhalb von ein paar Wochen einen Angehörigen verloren.

Ich denke, man muss da einfach gedanlich einen Haken dran machen.

Ich bin mir sicher, daß es niemand wirklich böse meint. Es wird einfach nicht nachgedacht.

Schön ist auch immer, wenn nach dem Alter des Betreffenden gefragt wird. Wenn jemand alt ist (so ab 70) ist das ja alles nicht soooooo schlimm; dann gehört das so. Derjenige hat sein Haltbarkeitsdatum eben überschritten.

Nimm es nicht ernst. Die Aufregung lohnt sich nicht!

LG
Aqui


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