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hallo_35 30.05.2014 22:59

Bikini für eine Brust
 
Hallo
ich hatte vor 5 Jahren eine einseitige Mastektomie und habe keinen Brustaufbau machen lassen. Eigentlich lebe ich ganz gut mit meiner Prothese, Schwimmbad und Sauna finde ich aber immer noch etwas problematisch. Ich trage seit der Operation beim Schwimmen immer die Bademode aus dem Sanitätshaus und bin damit eher unzufrieden. Ich hab nie was schönes gefunden. Immer sind die Träger zu breit und die Beine nicht hoch genug ausgeschnitten, von Farben und Mustern mal ganz zu schweigen.
Jetzt habe ich von zwei finnischen Designerinnen gelesen, die planen Bademode für einbrüstige zumachen und wo die abgenommene Brust einfach gar nicht bedekt wird. Ich habe Bilder von Prototypen (nennt sich lußtigerweise Monokini 2.0) im Netzt gesehen und finde, dass das sehr schön aussieht. Ich würde sowas sehr gerne tragen, wie findet Ihr die Idee und wisst Ihr, ob es sowas auch in Deutschland gibt?
Viele Grüße

gilda2007 30.05.2014 23:25

AW: Bikini für eine Brust
 
Ich sah die auch -- das ist zzt. noch ein Kunstprojekt, ob die in Serie gehen, ist eher fraglich. Du kannst es dir doch einfach nähen lassen, hier in Berlin gibt es ja genug gute Schneiderinnen. :)

Pansy 30.05.2014 23:49

AW: Bikini für eine Brust
 
Ich habs mir gerade angeschaut und finde, die Zeit ist dafür noch nicht reif. Oder was meint ihr?
Die Idee finde ich aber echt super. Falls ich es unterstützen könnte würde ich es sofort tun.

gilda2007 31.05.2014 00:40

AW: Bikini für eine Brust
 
Als ich 20 war (bin jetzt 48), war es normal, im Schwimmbad oben ohne zu liegen. Jetzt sind viele 20-Jährigen sogar zu scheu, sich im Fitnessstudio unbefangen umzuziehen. Die Zeiten werden gerade eher prüder als offener, würde ich sagen.

Und mit einem Badeanzug möchte ich eigentlich nur ein modisches, kein politisch-gesellschaftliches Statement setzen, auch wenn das schon immer eines war, von den ersten Badeanzügen ohne Beine in der Nach-Kaiserzeit bis zum Bikini in den 60ern. Ich mag keine asymmetrischen Kleider oder sonst was -- ob mit oder ohne Brust. Daher nein, es gefällt mir schlichtweg nicht.

Aber hier in Berlin würde wahrscheinlich niemand mit der Wimper zucken. Ich sah hier schon öfter Frauen mit komplett durchsichtigen Oberteilen, die haben auch nicht viel Aufsehen erregt. Mit Glatze wird man auch nicht komisch angeschaut -- in Hintertupfing wird das anders sein.

Ilse Racek 31.05.2014 07:55

AW: Bikini für eine Brust
 
Zitat:

Zitat von gilda2007 (Beitrag 1266301)
Aber hier in Berlin würde wahrscheinlich niemand mit der Wimper zucken. Ich sah hier schon öfter Frauen mit komplett durchsichtigen Oberteilen, die haben auch nicht viel Aufsehen erregt. Mit Glatze wird man auch nicht komisch angeschaut -- in Hintertupfing wird das anders sein.

Unser kleines Hessen-Städchen kann man sicher als Hintertupfing bezeichnen, aber ich erlebe auch hier fast täglich im Hallenbad Toleranz.

Sehr kräftige Frauen stehen im knappsten Bikini am Beckenrand, Andere sind aus Glaubensgründen sehr bedeckt und ich als tolerante Alte trage mit der Tendenz zum Hängen auch zu dieser Vielfalt bei :grin:

Als ich Glatze hatte, wurde mir natürlich "die beliebteste Schwimm-Bahn" zugestanden, so dass ich mich richtig betüttelt fühlte ;)

Auch in meinem Hintertupfing gab es Gleichgesinnte und Betroffene....


:winke:

Calypso 31.05.2014 10:48

AW: Bikini für eine Brust
 
Oh, wow, ICH fände sowas toll. Kannstz Du vielleicht noch einen link einstellen???
Ich bin schon sooo lang auf der Suche nach Mode für "Einbrüstige", aber außer einem Label in den Niederlanden bin ich leider nie fündig geworden. Ich gehe immer ohne Epithese, weil ich dieses Silikonteil einfach grässlich finde, das Ding stört mein Körpergefühl total. Leider bin ich damit ziemlich einsam. Mich stört die Einseitigkeit überhaupt nicht, mich stört, dass es weder vernünftige BHs gibt (ich trage eben Bustiers, aber die sind mir manchmal einfach nicht ausreichend, ich hab Körbchengröße B und das hängt einfach ein bisschen) und schon garkeine schöne Kleidung. Entweder es hat Abnäher - dann ist die leereSeite faltig, sieht doof aus weil es eben nicht "sitzt", Oder es hat keine, dann ist z. B. bei engeren Shirts alles "schief", weill die gefüllte Seite den Stoff "rüberzieht". Es nervt einfach.

Falls also jemand etwas kennt, bitte hier posten!

P.S. - ich sehe das nicht als politisches Statement. Aber ich stehe dazu, und ich will schon wahrgenommen werden, weil ich diesen Perfektionswahn schlimm finde, der alles "schrecklich" findet, was nicht der Norm entspricht. Die Krankheit gehört zum Leben, und ich habe keine Lust, mich dafür zu schämen. Das ist wie Behinderung, andere hautfarbe, andere sexuelle Orientierung - ich finde, nichts davon darf versteckt werden, denn dadurch wird es noch mehr ausgegrenzt.

gilda2007 31.05.2014 11:12

AW: Bikini für eine Brust
 
Zitat:

Zitat von Calypso (Beitrag 1266346)
P.S. - ich sehe das nicht als politisches Statement. Aber ich stehe dazu, und ich will schon wahrgenommen werden, weil ich diesen Perfektionswahn schlimm finde, der alles "schrecklich" findet, was nicht der Norm entspricht. Die Krankheit gehört zum Leben, und ich habe keine Lust, mich dafür zu schämen. Das ist wie Behinderung, andere hautfarbe, andere sexuelle Orientierung - ich finde, nichts davon darf versteckt werden, denn dadurch wird es noch mehr ausgegrenzt.

Wenn das kein politisches Statement ist, was dann??? :D:tongue;)

Itzibitzi_ 31.05.2014 11:28

AW: Bikini für eine Brust
 
Hallo zusammen,

hier der Link:

http://www.brigitte.de/frauen/gesell...krebs-1199782/

remeni 31.05.2014 20:59

AW: Bikini für eine Brust
 
diese einbrüstige Bademode finde ich nicht schön. Die abgenommene Seite sollte nicht entblößt sein, sondern vielleicht nur einfach flach geschnitten sein.

Nicht dass eine Mastektomie versteckt werden sollte und frau muss sich deswegen nicht schämen.

Doch missfällt mir die Drehung um 180 Grad, also das Zurschaustellen.

Denn was erreicht frau durch solche Exponiertheit? In den meisten Fällen doch Mitleid und/oder Ablehnung. Beides würde ICH nicht wollen.

Auf keinen Fall wird dadurch Toleranz oder Anerkennung erzwungen.

Eine Frau ist doch nicht nur durch ihren Busen schön, bzw. im Umkehrschluss ist sie doch nicht NICHT schön, weil eine oder beide Brüste fehlen!

Ich zeige doch auch nicht meinen Wabbelbauch. Obwohl der eine direkte Folge der Chemo und Eierstocksentfernung ist. Den kaschiere ich etwas und betone lieber meinen doch noch recht knackigen Po.

Meine Brüste sind durch die BET stark unterschiedlich, was auch in Kleidung auffällt. Nun gut, ich verstecke es nicht, wer hinsieht, der sieht es. Oder im Bikini verschwindet die Narbe recht gut unterm Stoff. bewege ich mich, sieht man sie aber. Dann ist es so.

Je unauffälliger ich selber damit umgehe, um so unauffälliger ist es für andere Menschen.

Oder wollt ihr tatsächlich immer mit einem Schild auf der Stirn rumlaufen: Ich habe/hatte KREBS?!

Ich will von anderen Menschen nicht wissen, welche sexuellen Praktiken sie ausüben, oder welchem Gott sie huldigen oder welche Pillen sie morgens einwerfen oder welche OP Narben sie haben und was die Geschichten dazu sind.

Und wenn frau jetzt demonstrativ zur Schau stellt, dass sie Krebs hatte und dadurch ihre Brust verloren hat, dann zwingt sie anderen Menschen Informationen auf, die die nicht wollen.

Denn genau dieses "unter die Nase reiben" stösst die Anderen doch ab.

Verstecken muss man/frau nicht, aber dieses "Seht her" grenzt noch mehr ab.

Oli 76 31.05.2014 21:21

AW: Bikini für eine Brust
 
Mir gefällt es auch nicht! Weder die Bademode für eine Brust, noch die aus den Sanitätshäusern!
Also etwas modisches, für die die es tragen können auch gerne Bikini und auch gerne eine Seite flach, nur Stoff, ohne Prothese, aber diese Modelle mit entblöster Seite sehen für mich irgendwie Asymmetrisch aus.
Trift nicht meinen Geschmack und sorry, aber ich müsste glaube ich hin gucken im Schwimmbad!

Oli

Ilse Racek 01.06.2014 08:20

AW: Bikini für eine Brust
 
Zitat:

Zitat von remeni (Beitrag 1266403)
Verstecken muss man/frau nicht, aber dieses "Seht her" grenzt noch mehr ab.

Vielleicht brauchts auch hier einfach immer wieder Feingefühl und den "goldenen Mittelweg" :rolleyes:
Aber auch d e n definiert nicht Jede/r gleich ;)

Gaby B. 01.06.2014 10:35

AW: Bikini für eine Brust
 
Nein, auch ich muss DAS nicht haben. Ich muss doch mit meiner Krankheit nicht hausieren gehen! Ich finde, diese Zurschaustellung hat auch nichts mit Selbstbewußtsein zu tun.

Schöner wäre es, wenn die entsprechenden Firmen auch daran denken würden, dass Frauen z.B. Körbchengröße 85E haben. Leider habe ich damit auch keinen schönen Badeanzug bzw. BH bekommen. Ist oft nur möglich bei kleineren Größen.

Ilse Racek 01.06.2014 11:15

AW: Bikini für eine Brust
 
Zitat:

Zitat von Gaby B. (Beitrag 1266448)
Ich muss doch mit meiner Krankheit nicht hausieren gehen! Ich finde, diese Zurschaustellung hat auch nichts mit Selbstbewußtsein zu tun.

Vielleicht hatte ich Glück, aber weder ich noch Betroffene in meinem Bekanntenkreis haben ihr Selbstbewusstsein aus Zurschaustellung bezogen.

Eine meiner Bekannten hat - denke ich - 85E und zufriedenstellende Mode gefunden.....wenn ich richtig informiert bin, hat sie die Tipps von ihrer Gyn bekommen.

:winke:

Calypso 01.06.2014 12:42

AW: Bikini für eine Brust
 
Jetzt muss ich mich doch auch nochmal melden.
Auch ich würde "sowas" nicht anziehen. Aber ich glaube, manchmal ist eine gezielte Provokation nicht schlecht, um eine andere sicht auf Dinge zu ermöglichen.
Früher wurden auch Babybäuche und Schlabberklamotten versteckt - heute zieht man enge Kleider oder Shirts drüber. Und einige (mehr oder weniger berühmte?) Frauen gab es, die bauchfrei gingen. Auch das hätte ich nicht gemacht, aber durch solche Extreme kann das Normale endlich normal werden. ich weiß, dass der Vergleich hinkt, aber ein besserer viel mir grade nicht ein.

Durch die Zurschaustellung könnte es vielleicht normal werden, dass einbrüstige Frauen ohne Schamgefühl ins Schwimmbad gehen und Alltagskleidung tragen. Und aus meinen vielen Gesprächen und auch hier im Forum kann ich nur sagen: die meisten können das nicht, sie fühlen sich nicht wohl (und schlimmer). Und das finde ich extrem traurig. Ich gehe sogar so weit, zu sagen: Sie tun sich deswegen eine schwierige OP mit langem, hartem Heilungsprozess an, um sich wieder wohl fühlen zu können.

Ich ziehe daraus übrigens kein Selbstbewusstsein, dass ich "einfach so" herumlaufe. Es macht mir einfach nichts aus, vielleicht auch, weil mein Freund und mein Bekanntenkreis darüber einfach kein Aufhebens gemacht haben sondern ich das Gefühl hatte, dass das einfach normal ist, so normal wie andere Narben auch. Da hatte ich eben einfach Glück.

Oder ich hab das schon als Kind "gelernt". mein Vater hatte nur einen Arm (Kriegsverletzung), und er hat sich auch nie versteckt. Er hat seine Prothese nie getragen, weil sie nur zum Anschauen gut war - wie einen Arm/Hand benutzen konnte er die nicht. Für mich war das ganz normal, ich kannte ihn ja nicht anders. Dass es jemanden stören könnte, habe ich erst kapiert, als wir in der Schweiz in ein Thermalbad gehen wollten, und mein Vater konnte da nicht rein, weil "Behinderte und Kriegsbeschädigte mit sichtbaren Beschädigungen" nicht zugelassen waren. Vermutlich hat mich der Schock, dass mein Vater eine "Beschädigung" hat, für mein Leben gepägt.

Auch die "Krüppelinitiativen" die es bisweilen gibt, gehen in die provokante Richtung, schon im Namen. Auch sie weisen deutlich auf das hin, was zwar nicht normal aber deswegen genauso gut ist.

In diesem Sinne

Schönen Sonntag noch!

ovomaltina 01.06.2014 15:05

AW: Bikini für eine Brust
 
Einen wunderschönen Sonntag alle!
Vorab: Ich würde mich nicht getrauen, diese Bademode zu tragen, mal ganz abgesehen davon, dass sie mir vom Stil her eher weniger entspricht.

Oft frage ich mich aber schon: Wo sind sie alle, die wie ich eine Mastektomie machen mussten? Ich treffe sie nirgends. Weder im Fitnessstudio, noch in Saunen (die ich allerdings auch nicht mehr besuche) noch in den Gemeinschaftsduschen nach grossen Laufevents. Es müsste ja schon hin und wieder eine "Einbrüstige" oder eine Narbe zu sehen sein.

Wenn sich allerdings alle so verhalten wie ich, dann wundert mich nichts mehr... Obwohl mit einem (eher misslungenen) Wiederaufbau ausgstattet, setze ich alles daran, meine "Versehrtheit" zu verstecken... Ich bin mittlerweile schon recht perfekt darin, gut finde ich das aber nicht.

So gesehen, bewundere ich Frauen, die diesbezüglich etwas mehr Selbstbewusstsein haben. Bloss: Ich sehe sie nie und nirgends...

Wie handhabt ihr solche Situationen?

Einen sonnigen Sonntag wünscht allen
ovomaltina

PetraK 01.06.2014 17:40

AW: Bikini für eine Brust
 
Hallo Ovomaltina,

doch, mich könntest du sehen..ich hatte 2009 nach einem Rezidiv eine Mastektomie und hab keinen Aufbau. Ich trage aber eine Prothese, nicht, weil ich es verstecken will, sondern weil ich durch das Ungleichgewicht (andere Seite ist ein C/D Körbchen) Schmerzen bekomme. Ich geh zum Fitness und zum Aquagym und zieh mich da auch um, aber ich achte dort schon darauf, wer anwesend ist, nicht wegen mir, sondern weil ich merke, dass andere damit Probleme haben (am meisten meine eigene Tochter). ich habe im übrigen schon schöne Badeanzüge aus dem Sanihaus auf Rezept, besonders witzige hab ich mir aber im Internet bei "Transenshops" bestellt.....


Alles Liebe

Petra

Brigitte 1955 01.06.2014 20:23

AW: Bikini für eine Brust
 
Mich kannst du auch sehen, hatte meine Op. 2008. ich gehe ins Schwimmbad, zur Wassergymnastik ( wenn ich nicht gerade Chemo hatte/habe) und letztes Jahr war ich in SPO am FKK Strand schwimmen , ein herrliches Gefühl. Geschaut haben bestimmt einige, hat mich aber nicht gestört.

bifi65 02.06.2014 10:14

AW: Bikini für eine Brust
 
Mich sieht man auch, Samstags im Schwimmbad nackig unter der Dusche :) Oder bei Hitze im ärmelfreien Top. Prothetik besitze ich gar nicht...
Liebe Grüße, Birgit

Brise 54 05.06.2014 12:02

AW: Bikini für eine Brust
 
Guten Morgen, Ihr alle :)!

Wie handhabe ich das?
Nach meiner ersten Krebserkrankung war ich nahezu ununterbrochen als behindert zu erkennen, weil ich sehr häufig an Gehhilfen gehen mußte.
Das hatte zur Folge, dass ich mir in der Öffentlichkeit nach kurzer Beileidsbekundung unendlich viele Krankengeschichten anhören mußte.

Dies ist nun ca. 25 Jahre lang so gewesen. Ich hätte gern darauf verzichtet. Es stielt mir meine Lebenszeit, die ich gern mit anderen Tätigkeiten füllen würde, als über Krankheit zu reden und Krankengeschichten anzuhören. Krankheit ist Teil des Lebens, aber es gibt auch noch anderes, Erfreuliches.

Wenn ich während der Zeit, in der ich krebsfrei war, bei Veranstaltungen oder auch auf der Strasse Menschen gesehen habe, die ohne Haare waren oder Masken trugen, wurde ich dadurch immer wieder an eigene extrem belastende Therapien erinnert - und das war erneut belastend. Ich hätte also bei allem Mitgefühl für die aktuell Erkrankten gewünscht, dass sie mir und vermutlich auch anderen aus Rücksichtnahme z.B. im Konzertsaal diesen Anblick ersparen.

Dieses Mal bin ich einige Male mit Maske unterwegs gewesen - auch im Theater, weil ich nicht über Monate in der Isolation verschwinden wollte - und es hat sich um mich ein großer leerer Raum gebildet. Dabei kannte ich viele Besucher dort von früheren gemeinsamen Veranstaltungen. Nur eine ältere Dame hat nach der Vorstellung gefragt, ob ich Krebs habe. Sie war furchtlos, und ich konnte ihr wegen ihrer Unbefangenheit auch ganz problemlos antworten.

Ich glaube, man muß immer abwägen, was man den anderen und auch sich selbst zumuten möchte. Von einem gewissen Alter an ist den meisten Menschen bewußt, dass es Leid und Krankheit gibt, entweder haben sie es selbst erlebt oder aber im Familien - und Freundeskreis erfahren und mitgetragen.

Meiner Meinung nach braucht es da kein Statement mehr. Aber das kann jüngeren Menschen natürlich so vorkommen. Dabei fällt mir gerade die jüngste Krebspatientin ein, mit der ich mich einmal unterhalten habe. Sie war 2 Jahre alt und hatte Lungenkrebs. Das Wort "Katheter" kam ihr fließend über die Lippen...

So wie mir geht es ja vielleicht vielen Männern und Frauen - Erinnerungen aller Arten tauchen auf.
Möchten wir das wirklich?
Kann der Austausch nicht für alle befriedigender sein, wenn die Krankheit nicht betont wird?

Einen friedvollen Tag wünsche ich Euch!

:winke:
Brigitte

Susanne13 05.06.2014 12:18

AW: Bikini für eine Brust
 
Liebe Brigitte,

Zitat: Ich hätte also bei allem Mitgefühl für die aktuell Erkrankten gewünscht, dass sie mir und vermutlich auch anderen aus Rücksichtnahme z.B. im Konzertsaal diesen Anblick ersparen. Zitatende

Ich bin traurig, das du mit deiner Umwelt so schlechte Erfahrungen gemacht hast, das du dir jetzt wünscht, das die vielen vielen Krebskranken zu Hause bleiben sollen, damit sie andere bzw dich nicht runterziehen:eek:

Niemand muss und sollte sich verstecken, egal ob gesund oder krank

Brise 54 05.06.2014 12:23

AW: Bikini für eine Brust
 
Liebe Susanne,
nirgendwo habe ich geschrieben, dass die vielen Krebskranken zuhause bleiben sollen. Da hast Du etwas falsch verstanden.
Vielleicht liest Du einfach nochmal in Ruhe.

So wie ich die hier gestellte Frage verstanden habe, ging es um Bikinis für eine Brust.
Also um die Frage, ob man die Krankheit zur Schau stellen sollte.
Da muß jede Frau selbst entscheiden.

Ich wollte lediglich auf die zuletzt gestellte Frage antworten, die da lautete:
"Wie geht Ihr damit um".

Liebe Grüße
Brigitte

Susanne13 05.06.2014 12:35

AW: Bikini für eine Brust
 
..........Ich hätte also bei allem Mitgefühl für die aktuell Erkrankten gewünscht, dass sie mir und vermutlich auch anderen aus Rücksichtnahme z.B. im Konzertsaal diesen Anblick ersparen..........

Entschuldige, das ich das soooooo missverstanden habe:knuddel::rolleyes::knuddel:

gilda2007 05.06.2014 12:44

AW: Bikini für eine Brust
 
Ich denke, man muss als Erkrankte wie auch Gesunde einfach lernen, nicht alles auf sich selbst zu beziehen. Natürlich ist es so, dass Frauen mit Kinderwunsch einen "Stich" spüren, wenn sie glückliche Mütter sehen, oder frisch Getrennte ein romantisches Paar. So ist das halt auch, wenn man krank ist/war und jemanden sieht, der ähnliche Gefühle auslöst. Das ist das eigene Problem, das man lösen muss, und nicht das der Umwelt.

In unserer von Schönheit bestimmten Welt ist für viele "Versehrtheit" eine "Zumutung", aber das ist auch schon Cellulite und Bierbauch. Wie oft wird moniert, dass man sich als stark Übergewichtige nicht am Strand im Bikini zeigen darf. Mit einem Schritt zurück merkt man oft, dass es grundliegende Dinge sind, die nicht ursächlich mit Krankheit zu tun haben.

Calypso 07.06.2014 18:35

AW: Bikini für eine Brust
 
Zitat:

Zitat von Brise 54 (Beitrag 1267149)
Ich hätte also bei allem Mitgefühl für die aktuell Erkrankten gewünscht, dass sie mir und vermutlich auch anderen aus Rücksichtnahme z.B. im Konzertsaal diesen Anblick ersparen.

Ich finde, diesen Satz kann man nicht missverstehen. Du möchtest, dass sich Erkrankte, Behinderte, eben alle, die an die traurigen Seiten des Lebens erinnern, nicht in deinem Blickfeld auftauchen. Und wenn, dann sollen sie ihr Gebrechen doch wenigstens verstecken.
Nur, damit DU nicht an deine Krankheit denken musst.

Das finde ich ziemlich Sch****

Falls ich dich missverstanden habe, dann erkläre bitte nochmal, was Du wirklich gemeint hast.

Brise 54 07.06.2014 19:20

AW: Bikini für eine Brust
 
@ gilda
es geht hier um Wahrnehmungspsychologie. Wir entschließen uns nicht, uns zu erinnern, wenn uns bestimmte Reize begegnen. Das ist einfach so. Es ereignet sich ganz ohne Zutun.
Ein Beispiel aus der Filmwelt verdanken wir Hitcocks Film "Marnie". Marnie reagiert auf die Farbe "Rot".

@ Calypso
Du darfst das finden, wie Du willst - verstanden hast Du mich nicht.

Ich habe nie geschrieben, dass "diese Menschen" - und ich kenne sehr sehr sehr viele davon, da ich schon sehr lange krank und behindert bin- nicht in meinem Blickfeld auftauchen sollten.

Ich bin der Meinung, dass auch Behinderte Rücksicht auf andere nehmen sollten.

Es ging um die Frage, ob man eine Behinderung mit einem Monokini oder auch mit einer Glatze zur Schau stellen sollte, oder?

Ich habe bei einem vorigen Beitrag - weiß jetzt nicht mehr von wem - den Eindruck gehabt, dass hier sehr bemüht klar gemacht werden soll, dass es Krankheit gibt. Das ist sehr vielen aus eigener Erfahrung bekannt.

Hin und wieder an etwas anderes denken zu dürfen, ist überlebenswichtig.
Davon bin ich fest überzeugt.

Alles Gute!
B.

gilda2007 07.06.2014 21:13

AW: Bikini für eine Brust
 
Zitat:

Zitat von Brise 54 (Beitrag 1267559)
@ gilda
es geht hier um Wahrnehmungspsychologie. Wir entschließen uns nicht, uns zu erinnern, wenn uns bestimmte Reize begegnen. Das ist einfach so.

Ja, aber grob gesagt ist das das Problem des Einzelnen, das er zu lösen hat, und nicht das der anderen. Wie gesagt, Schwangere lösen das auch bei Menschen mit Kinderwunsch aus etc. Aber die Schwangere muss ja nun nicht den Bauch verstecken, falls sie bei jemanden Erinnerungen.

Brise 54 07.06.2014 21:21

AW: Bikini für eine Brust
 
@ gilda
ich halte Schwangerschaft nicht für eine Krankheit.
Schwangere können ihren Bauch nicht verstecken.
menschen ohne Haare können - aber müssen nicht - Perücken tragen.
Ich habe das Gefühl, hier sind Menschen, die krank sind, nicht in der Lage Rücksicht zu nehmen. Das finde ich sehr schade.

gilda2007 07.06.2014 21:31

AW: Bikini für eine Brust
 
Krankheit gehört für mich zum Leben dazu wie Schwangerschaft und sonstiges (noch in den Fünfzigern haben Schwangere ihre Bäuche versteckt, weil es gesellschaftlich nicht schicklich war). Ich finde es schlicht nicht als "Rücksichtnahme", eine Narbe oder eine Glatze nicht zu zeigen. Es ist für mich einfach verkrampftes Verhalten, das unnötig ist.

Oli 76 07.06.2014 22:13

AW: Bikini für eine Brust
 
Einigen Menschen steht Glatze sehr gut, da finde ich persönlich es schlimmer mir furchtbar dicke Frauen in Leggings, mit fettigen Haaren und dreckigem Top anschauen zu müssen!
Ich finde mich nicht in der Position Rücksicht nehmen zu müssen, ich tue keinem etwas, nur weil ich Tücher, statt Perücke trage!
Mir gefällt es nicht, mir Frauen in Monokini anzuschauen, aber das muss ja jeder für sich entscheiden, ob er blicke auf sich ziehen mag!
Da ich so natürlich provozierte angeschaut zu werden!
Wie ich jetzt mit meinen kurzen stoppeln, aber das nehme ich bei dem Wetter in Kauf!
Wenn das jemand an seine Krankheit erinnert, dann tut mir das leid, aber ich bin nicht bereit dafür zu schwitzen!
Und auch wenn Schwangerschaft keine Krankheit ist, unfruchtbare Paare tut das mit Sicherheit auch weh, diese zu betrachten!
So hat ja jeder sein Päckchen zu tragen!

Oli

timuli 08.06.2014 14:45

AW: Bikini für eine Brust
 
Hi Mädels,

ich bin zwar 2007 brusterhaltend operiert worden, aber könnte mir für den Fall einer Mastektomie das Tragen eines solchen Monokinis nicht vorstellen. Gut fände ich hingegen Bikinis oder Einteiler, die eine flache Stofflösung für die erkrankte Seite vorsehen. Das hat nicht damit zu tun, dass ich denke mich schämen zu müssen. Aber welche Stellen meines Körpers ich in der Öffentlichkeit verdecken möchte oder nicht, würde ich gerne selbst bestimmen können - eine clevere und schicke Schnittform könnte das unterstützen.
Mit dem Bedecken oder nicht des haarlosen Schädels war es übrigens so für mich: ich fand Perücke schnell furchtbar, zumal zu heiß im Sommer (und das, obwohl sie mir echt super stand). Außerdem gab sie mir das Gefühl, meinem Gegenüber etwas vorzugaukeln. Also lieber Tücher und Käppis getragen. Es war schon erkennbar, dass manche Menschen das mutig, andere befremdlich fanden - war mir aber wurscht.
Aber bei der Hochzeit meiner Nichte habe ich die Perücke getragen. Grund: ich wollte an diesem Tage nicht, dass sich irgendjemand mit Gedanken/Gefühlen zum Thema Krankheit auseinandersetzen muss, für die ich der Anstoß hätte sein können. Ihr seht also, es gibt hier nicht immer schwarz und weiß in der Einstellung. Letztlich muss es ohnehin jede Betroffene für sich selbst entscheiden...

Oli 76 08.06.2014 15:24

AW: Bikini für eine Brust
 
@timuli

Das mit der Hochzeit finde ich auch was anderes. Ich finde halt auch, das an diesem Tag ja auch das Brautpaar im Mittelpunkt stehen sollte!

Oli

Wamper 08.06.2014 23:08

AW: Bikini für eine Brust
 
Tja, mir ist in den 14 Jahren nur ein oder zweimal eine einbusige Frau begegnet. Ich habe auch einbusig geheiratet. Nur eine hat das gestört und das war meine Schwiegermutter. Mein Tipp: Spiegeln öfter mal die Zunge herausstrecken.
Gruß Doro

Calypso 10.06.2014 12:05

AW: Bikini für eine Brust
 
@ Brise54
Hoffentlich liest Du keine Zeitung. Da stehen Todesanzeigen drin. Wer weiß, an was die erinnern können.................


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