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Jasmin1981 31.08.2014 11:49

Mein Papa hat Darmkrebs :-(
 
Hallo zusammen,

ich habe vor 2 Tagen erfahren, das mein Papa an Darmkrebs erkrankt ist. Die erste Verdachtsdiagnose hat er schon vor 2 Wochen bekommen, hat mir aber nichts erzählt, weil ich letzten Samstag geheiratet habe und er mich nicht belasten wollte. :cry: Der Schock sitzt jetzt natürlich tief und so wie es aussieht, kommt eine harte Zeit auf uns zu. Laut meiner Mum sind die Lymphknoten wohl betroffen und auch die Leber. Einen genauen Bericht kenne ich noch nicht. Letzten Montag musste er zur Blutabnahme in die Uni und am Donnerstag war die Darmspiegelung in der Uni. Den nächsten Termin in der Uni hat er jetzt kommenden Donnerstag, wo alles besprochen wird und gesagt wird, wie die Lage ist und was man machen kann.
Meine Frage an Euch, ist das normal, das man fast eine Woche auf ein Gespräch warten muss? Ich denke es hängt vielleicht mit dem Tumorboard zusammen, weil das immer Donnerstags um 7:30 Uhr ist .

Grüße Jasmin

wolfsherz10 31.08.2014 20:16

AW: Mein Papa hat Darmkrebs :-(
 
Liebe Jasmin!

Zunächst mal willkommen hier ,wenn auch der Grund nicht schön ist.
Es tut mir leid für deinen Vater,aber die Chancen sind nicht die schlechtesten. Umfangreiche Untersuchungen sind nötig um die richtige Strategie zu wählen. Ich denke genau das passiert gerade. An die Wartereien auf Befunde und Entscheidungen bei Krebserkrankungen muß man sich leider gewöhnen, das kann man hier im Forum überall lesen.
Auf jeden Fall bist du hier richtig und kannst alles loswerden was dich bewegt. Meld dich wieder wenn du mehr erfahren hast. LG und viel Kraft wünscht wolfsherz:pftroest:

Nyhavn 31.08.2014 20:43

AW: Mein Papa hat Darmkrebs :-(
 
Hallo Jasmin,
wir haben letzten November die Diagnose Bekommen. Mein Dad konnte direkt ohne eine vorherige Chemo operiert werden Anfang Dezember. Im Januar die erste Chemo und er hat sie super vertragen. In zwei Wochen wird die Leber operiert, da die Chemo sehr gut angeschlagen hat. Von 24 Metastasen auf 3 reduziert. Warten gehört ab jetzt einfach dazu. Du darfst nicht vergessen, dass der Tumor schon Jahre da ist und da macht eine Woche im Verhältnis nicht so viel aus. Nutze einfach die Zeit um Dich zu informieren um dann kannst Du ganz viele Fragen stellen. Jeder Fall ist natürlich anders und nicht vergleichbar. Ich wollte Dir nur Mut machen nicht sofort zu verzweifeln.
Also kopf hoch und kämpfen.
Alles Gute

Jasmin1981 01.09.2014 13:00

AW: Mein Papa hat Darmkrebs :-(
 
Dankeschön für die lieben Antworten. Das Warten ist im Moment wirklich das schlimmste. Ich sehe halt, das es meinem Papa nicht gut geht (er isst fast nichts mehr, hat keinen Appetit, aber das wohl erst seit er die Verdachtsdiagnose hat) und würde ihm einfach gerne helfen und das geht nicht.

PeterBoe 01.09.2014 13:15

AW: Mein Papa hat Darmkrebs :-(
 
Liebe Jasmin,

ein herzliche Willkommen trotz des traurigen Anlasses.
Das mit dem Warten ist nun einmal so. Ich habe das schon erlebt, als meine Frau an Lungenkrebs erkrankt ist und dann 2004 nach vier Jahren mit 53 Jahren sterben musste.
2012 hat mich dann selber der Darm- und Prostatakrebs erwischt. Das Warten-müssen hat sich genauso wiederholt, aber da ich das ja (leider) schon vorher wusste, hat mich das dann nicht mehr so belastet.
Ich habe mich mit 1000 Fragen an meine Ärzte usw. über meine Erkrankung schlau gemacht, und verstanden, dass das Warten einfach sein muss:
- Diagnose und Zweitmeinung: Warten bis die zweite Meinung abgesichert ist
- Entscheidung und Start der (vorher) Radiochemo-Behandlung: Warten bis die richtige Kombination von Strahlen und Chemo ausbaldowert worden ist, Termine in der Strahlenklinik, Blutwerte usw..
- Radiochemo-Behandlung bis OP: warten bis die durch die Bestrahlung verursachte Wundheilungsstörung (ist ganz normal) eine OP überhaupt erst wieder erlaubt.
- OP bis (nachher) Radiochemo-Behandlung: die OP-Wunde musste ja erstmal halbwegs zuheilen

..... und so weiter.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Warten umso schlimmer ist, je ungeduldiger man wird. Akzeptiert man das Warten, dann vergeht die Zeit schneller.
Das ist irgendwie so ähnlich wie in dem Buch "Momo" von Michael Ende beschrieben: je schneller man läuft desto langsamer kommt man vorwärts.
Lohnt sich zu lesen, auch, um zwischendurch mal wieder auf andere Gedanken zu kommen.

Sprecht über das Warten und über die Ungeduld und darüber, dass auch für die Behandlung gilt: "gut Ding will Weile haben".
Und ganz wichtig: nie vergessen, dass bei Darmkrebs die Chancen ziemlich gut sind; ich sag' immer, dass Darmkrebs so etwas wie "Glück im Unglück" ist.

LG
Peter

Jasmin1981 01.09.2014 14:05

AW: Mein Papa hat Darmkrebs :-(
 
Vielen vielen Dank Peter für deine aufbauenden Worte. Ich bin leider ziemlich ungeduldig und mache mir wahnsinnig Sorgen, weil Lymphknoten und Leber wohl schon betroffen sind. In manchen Momenten geht es und ich denke wir packen das, und damn gibt es Momente wo ich nur heulen könnte.

Jasmin1981 01.09.2014 17:44

AW: Mein Papa hat Darmkrebs :-(
 
Heute Nachmittag kam ein Anruf aus der Uni Klinik. Mein Dad bekommt zuerst eine Chemotherapie und muss nun wieder auf einen Rückruf warten. Mehr weis ich leider nicht.

Jasmin1981 02.09.2014 12:01

AW: Mein Papa hat Darmkrebs :-(
 
Ich versuche mich gerade schlau zu machen, nur Chemo würde ja bedeuten es ist Palliativ oder?

Nyhavn 02.09.2014 13:38

AW: Mein Papa hat Darmkrebs :-(
 
Hallo Jasmin,
zuerst eine Chemo ist völlig normal. Man versucht den Tumor kleiner zu machen und dann erst zu operieren. Vielleicht kann man dann auch die Leber gleich mitoperieren.
Mein Vater hatte ein Sigma CA und das wurde bei ihm direkt operiert und dank des Arztes auch R0. Darauf folgte die palliative Chemo, da er ja auch bereits Lebermetastasen hatte. Da diese so gut gewirkt hat folgt nun die Leberresektion und somit wird er wieder kurativ behandelt.
Man darf sich das Wort palliativ nicht so zu Herzen nehmen. Ich weiß daß man lieber etwas anderes hören und lesen möchte aber es heißt nicht das eigentlich eh alles schon gelaufen ist. Wie Du bei uns siehst wurde aus einer palliativen Situation eine kurative. Aber jeder Patient ist anders. Man lernt allerdings mit der Sitaution zu leben und da es meinem Vater ganz gut ging während der Chemo haben wir die Krankheit auch z.T vergessen. Einzig wenn mal wieder ein CT ansteht bekommt man wieder Bammel. Ich muß aber noch hinzufügen, daß mein Vater ein mega Optimist ist und für ihn von Anfang an klar war, daß er sich nicht davon unterkriegen läßt.
Die Chemo dauert ja eine gewisse Zeit und in dieser Zeit kann man nicht viel machen außer hoffen, daß das Zeug hilft.
Ich hoffe daß Dein Dad sie gut verträgt.
Herzlichst Nyhavn

Jasmin1981 02.09.2014 13:49

AW: Mein Papa hat Darmkrebs :-(
 
Danke Nyhavn für deine aufbauenden Worte :). Ich dachte immer nur wenn zur Chemo noch die Strahlentherapie erfolgte, versuchen die Ärzte das Ding kleiner zu bekommen für eine OP. Nur Chemo war bei mir daß es "palliativ" ist.

Sudaka 02.09.2014 18:53

AW: Mein Papa hat Darmkrebs :-(
 
Hallo Jasmin,

die Bestrahlungen macht man nur bei Mastdarmkrebs, d. h., wenn der Tumor am Ende des Dickdarms sitzt (ca. die letzten 15 - 20 cm vor dem "Ausgang"). Weiter oben macht Bestrahlung keinen Sinn. Es kommt also darauf an, wo der Tumor deines Vaters sitzt.

Ich wünsche euch alles Gute.

Liebe Grüße von Susi

Nyhavn 02.09.2014 19:05

AW: Mein Papa hat Darmkrebs :-(
 
Hallo Jasmin,
da ich nicht genau weiß was bei Deinem Vater an Therapie geplant ist kann ich die Situation natürlich nicht einschätzen. Palliativ wird er eingestuft durch die vorhandenen Lebermetas. Schau mal auf Darmkrebs.de, da kannst Du Dich ganz gut informieren. Dadurch daß mein Vater ein Sigma CA hatte konnte man bei ihm gar nicht bestrahlen. Außerdem kann er aufgrund einer Bestrahlung nach Prostata CA nicht noch einmal im kleinen Becken bestrahlt werden. Mit Bestrahlung mußten wir uns also nie beschäftigen.
Dein Vater hat vermutlich ein Rectum CA? Frage doch mal die Ärzte wie deren Therapieplanung ist und dann weißt Du genaueres. Für uns ist das alles Neuland und bei den Ärzten das tägliche Brot. Sie setzen einfach viel voraus. Vielleicht kannst Du Deinen Vater mal zu einem Termin begleiten? Habe ich auch gemacht, da mein Vater sich eigentlich nie so gekümmert hat und den Ärzten einfach vertraut hat. Aber ich wollte alles ganz genau wissen.
Also, Kopf hoch.

Jasmin1981 02.09.2014 22:30

AW: Mein Papa hat Darmkrebs :-(
 
Ich lese eure Antworten und habe dann wieder etwas mehr Hoffnung. Könnte das psychisch yein, das er antriebslos ist und relativ früh ins Bett geht und auch das er wenig isst. Das hat erst angefangen, als die Verdachtsdiagnose nach einem CT vor etwa 3 Wochen geäußert wurde.

Sudaka 02.09.2014 23:52

AW: Mein Papa hat Darmkrebs :-(
 
Ich denke, dein Vater muss sich erst einmal damit auseinandersetzen, dass er Krebs hat. Das war bei mir auch so. Er macht sich sicher auch seine Gedanken über die Zukunft und was auf ihn zukommt. Dass man da keinen großen Appetit hat und etwas teilnahmslos wirkt, ist aus meiner Sicht verständlich.

Es kann auch sein, dass seine Blutwerte nicht mehr so gut sind. Wenn z. B. der HB-Wert niedrig ist (war bei mir zeitweise 7,5 anstatt Normalwert mind. 12,5), ist man immer müde und hat auch keinen Hunger. Aber das wird jetzt sicher alles untersucht.

Gib ihm einfach noch etwas Zeit, sich daran zu gewöhnen, dass ihn diese Sch**ss-Kankheit auch erwischt hat. Vielleicht wird es für ihn leichter, wenn ihr erst mal wisst, wie die genaue Behandlung aussieht und was auf euch zukommt.

Ich wünsche euch viel Kraft und Zuversicht, und vor allem, dass ihr optimistisch an die jetzt folgende Behandlung herangehen könnt. Laut den Doc's ist nämlich die persönliche Einstellung sehr wichtig (z. B. dass man die Chemo als etwas Helfendes ansieht und nicht als "Giftzeug").

Liebe Grüße von Susi

Jasmin1981 03.09.2014 09:21

AW: Mein Papa hat Darmkrebs :-(
 
Dankeschön Sudaka für deine Antwort. Ich merke einfach wie ich leider langsam die Geduld verliere, durch das warten. Gestern war ich eigentlich ziemlich positiv unterwegs und heute ist alles negativ und ich hab auch keine große Hoffnung. Ich hab einfach Angst davor, dass es morgen heißt "Tut uns Leid wir können für Sie nichts mehr tun".

Nyhavn 03.09.2014 09:54

AW: Mein Papa hat Darmkrebs :-(
 
Hallo Jasmin,
verliere nicht die Geduld und schmeiß die Flinte nicht ins Korn. Ihr seid doch noch ganz am Anfang der Therapie. Du bist verständlicherweise nervlich am Ende und vielleicht überträgt sich das auch auf Deinen Vater? Denk positiv und beruhige Dich ein wenig, damit hilfst Du Deinem Vater am meisten.

Es gibt viele Beiträge hier im Forum wo es blitzschnell dem Ende zuging. Das darfst Du nicht auf Euch beziehen, denn jeder Verlauf ist anders.

Versuch Normalität in den Alltag zu bringen. Du beobachtest Deinen Dad wahrscheinlich voll Sorge und bei der kleinsten Kleinigkeit verliert man wieder die Hoffnung. Laß ihm Zeit und Raum und redet wieder über andere Dinge bis zum nächsten Termin. Es bringt nichts sich verrückt zu machen!
Mein Vater wollte nie als sterbenskrank behandelt werden, und ich glaube es ist für die Betroffenen sehr belastend den Angehörigen so viel Sorgen zu machen.
Kennst Du die genaue Diagnose und Tumorklassifikation?
Also, sei stark für Deinen Dad.

Jasmin1981 03.09.2014 10:18

AW: Mein Papa hat Darmkrebs :-(
 
Leider kenne ich noch gar nichts. Es laufen seit 2 Wochen diverse Untersuchungen (Blutabnahme, CT, Darmspiegelung war alles letzte Woche in der Uniklinik Freiburg). Morgen um 12 Uhr ist ein Gespräch. Ich sehe halt das es ihm schlecht geht und schließe daraus gleich , das nichts mehr zu machen ist :embarasse

PeterBoe 03.09.2014 10:18

AW: Mein Papa hat Darmkrebs :-(
 
Liebe Jasmin,

"wir können nichts mehr für Sie tun", genau das hat der Arzt damals im Oktober 2000 meiner Frau unmittelbar nach der ersten Untersuchung gesagt und es hat uns -natürlich- erst einmal den Boden unter den Füssen weggezogen.
Dann haben wir Kontakt zu einer örtlichen Selbsthilfegruppe aufgenommen (nicht nur für Betroffene, sondern auch für Angehörige) und haben dort gelernt, dass die Diagnose zwar brutal schlimm ist, aber auch, dass das Leben nach der Diagnose immer noch lebenswert bleibt, wenn man es anpackt: es gibt ein Leben auch MIT Krebs!
Wir haben zig- Tipps bekommen, wie die Nebenwirkungen abgeschwächt werden können (z.B. Misteltherapie), welche anderen, neuen Behandlungsmethoden es gibt (z.B. Hyperthermie, "lokale" Chemotherapie) und wo sie angeboten werden, zusätzliche Tipps zu ergänzenden, naturheilkundlichen Verfahren (Stärkung des Immunsystems).
Ja natürlich hat es immer wieder schwere Zeiten gegeben, aber die mehr als drei Jahre und drei Monate, die meine Frau dann doch noch hatte, haben wir so intensiv wie nie zuvor gelebt.
Im Juni 2001 haben wir ihren 50. Geburtstag mit 40 Freunden und Familie ganz gross gefeiert, wir sind nach verschiedenen Chemozyklen zum Erholen in die Berge nach Italien und in die Schweiz gefahren und im Sommer 2003 nach Kreta.
Ohne die Selbsthilfegruppe und die daraus erwachsenen Kontakte z.B. zu anderen Ärzten und Kliniken hätten wir für all das nicht die Kraft gehabt.

Ja, Deinem Papa geht es schlecht, aber er braucht jetzt Eure Unterstützung und dafür ist es wichtig, dass Du für Dich und für ihn dafür sorgst, dass Du stark bleibst.
Wenn nötig, lass' Dich von Psychologen, am Besten von Onko-Psychologen beraten; die kennen sich mit der besonderen Situation bei Krebs aus.

Such eine Selbsthilfegrupp, geh' zu einer psychologischen Beratung, bleib' weiter aktiv im Forum, schreib, schreib, schreib, Du darfst uns gerne auch als Abladeplatz für allen möglichen seelischen Schutt benutzen.
Auch mich hat dann ja der Krebs erwischt, und ich habe ihn jetzt fast zwei Jahre soweit überstanden, dass ich kaum noch Angst haben muss. Dafür bin ich dankbar. Diese Dankbarkeit gebiert für mich die Verpflichtung, Menschen wie Euch zu helfen, wenn ich kann.
Und ich denke, den meisten hier im Forum geht es ebenso.
Wir nehmen Dich alle virtuell in die Arme.
LG
Peter

Jasmin1981 03.09.2014 10:36

AW: Mein Papa hat Darmkrebs :-(
 
Mir schießen gerade die Tränen in die Augen :cry: danke Peter für deine Worte. Das tat gut zu lesen und ich werde immer schreiben wenn mir danach ist. Mein Papa hat mir versprochen, egal wie hart die Diagnose ist zu kämpfen und ich hoffe er macht das auch. Was mir so Angst macht, ist eben das er im Moment nur isst (Suppe, viel Gemüse etc.) wenn meine Mum daneben sitzt und dann auch gegen 21 Uhr ins Bett geht und schläft bzw. es versucht. Tagsüber ist er wach und schaut fern und sitzt auf dem Balkon an der frischen Luft. Schmerzen hat er keine soweit.

Jasmin1981 03.09.2014 15:25

AW: Mein Papa hat Darmkrebs :-(
 
Ich konnte heute mal in Ruhe mit meinem Papa reden. Er hat mir jetzt erzählt, das der Arzt in der Uni Klinik die Darmspiegelung gemacht hat und danach zu einer kurzen Besprechung weg war. Der meinte dann entweder gibt es OP und dann Chemo oder Chemo und dann OP. Gibt es daß, das die Ärzte das so schnell sagen können?Die Leber arbeitet wohl aufgrund der Metas nicht richtig. Lunge wäre frei.

Jasmin1981 03.09.2014 20:19

AW: Mein Papa hat Darmkrebs :-(
 
Dankeschön Kai....er meinte heute zu mir das er einfach keinen Appetit hat und das Warten ihn schlaucht und er endlich Fakten haben möchte.

Nyhavn 03.09.2014 20:38

AW: Mein Papa hat Darmkrebs :-(
 
Hallo Jasmin,
gut, daß Du mit ihm sprichst. Jetzt weißt Du ,daß es die Nervosität ist, die ihm den Appetit raubt und das ist nachvollziehbar.
Es wird sicher eine Tumorkonferenz stattfinden wo sich die Ärzte verschiedener Fachrichtungen über die beste Strategie für Deinen Vater beraten.
Zu Deiner Frage ob Ärzte das so schnell sagen können? Es gibt ja "nur" Chemo, OP und Bestrahlung je nach Tumor. Und ich denke in der Tumorkonferenz wird die Reihenfolge dann entschieden.
Die Lunge ist frei und das ist schon mal gut.
Nach dem Gespräch mit Deinem Vater hörst Du Dich schon besser und etwas beruhigter an.
Weiter so.

Jasmin1981 03.09.2014 20:52

AW: Mein Papa hat Darmkrebs :-(
 
Du hast recht, etwas besser geht es mir. Ich wusste ja nichts davon, das der Arzt wohl nach der Spiegelung gleich gesagt hat Op dann Chemo oder Chemo dann OP. Das es mit Lebermetas nicht soooo toll aussieht weis ich, aber sowas gibt trotzdem Hoffnung. Ich denke es geht im Moment in erster Linie darum, die Lebermetas in den Griff zu bekommen. Ich denke auch, das wenn endlich was passiet wie z.B. Chemo auch unser tägliches Leben wieder "normaler" wird und man lernt mit der Krankheit zu leben und zu akzeptieren bzw. zu kämpfen.

Sudaka 03.09.2014 21:36

AW: Mein Papa hat Darmkrebs :-(
 
Hi Jasmin,

genau das ist Punkt: Solange bis alles untersucht wurde und bis entschieden ist, wie die optimale Behandlung aussieht, ist man leider zum Warten gezwungen. Wenn es dann los geht (ob nun mit Chemo vor der OP um den Tumor und die Metas zu schrumpfen oder ob zuerst operiert wird und dann die Chemo folgt) und die Warterei und die damit verbundene eigene Hilflosigkeit beendet ist, geht es einem psychisch etwas besser (so war es zumindest bei mir). Und wenn dein Vater so viel schläft ist das ja auch nicht ganz schlecht, weil er so vielleicht noch etwas Kraft tanken kann, bevor es los geht.

Ich wünsche euch für die Besprechung morgen alles Gute.

Liebe Grüße von Susi

Jasmin1981 04.09.2014 13:49

AW: Mein Papa hat Darmkrebs :-(
 
Hallo zusammen,


ich hab Neuigkeiten, ich weis nur nicht ob ich mit darüber freuen soll und traurig sein soll.

Die Leber meines Papas ist anscheinend durchsetzt mit Metas, das Bauchfell auch. Er muss jetzt noch auf einen Wert warten, dann bekommt er den Port und Chemotherapie. Der Professor meinte klar das es nicht heilbar ist, aber wir auch nicht davon reden das er in den nächsten Wochen oder Monaten stirbt. Er meinte wir reden von Jahren, ob 5 , 15 oder nur 3. Kann er nicht sagen. Die Metastasen sprechen wohl auf die Chemo gut an. Sollte irgendwann die Möglichkeit bestehen doch zu operieren, wird das getan.

Jasmin1981 04.09.2014 14:46

AW: Mein Papa hat Darmkrebs :-(
 
Ich weis nicht, im Moment bin ich glaub zu optimistisch, das wir trotz der nicht so guten Prognose dem Krebs *sorry* "in den Arsch treten". Mein Papa redet heute nicht sehr viel und mag nix essen, aber ich glaub der muss sich einfach von der Diagnose erholen.

PeterBoe 04.09.2014 15:28

AW: Mein Papa hat Darmkrebs :-(
 
Hallo, Jasmin,
dass die Metastasen auf die Chemo gut ansprechen ist wohl eine sehr gute Nachricht.
Es gibt übrigens eine relativ unbekannte, aber trotzdem „offizielle“, spezielle Behandlungsmöglichkeit, die sog. "lokale/regionale Chemotherapie". Dabei wird die Chemo direkt in eines der Haupt-Versorgungsgefässe des jeweiligen Organs eingegeben. Dadurch wird das erkrankte Organ mit einer relativ höheren Chemokonzentration durchströmt und die Chemo kann dort lokal noch stärker wirken bevor sie sich dann im ganzen Kreislauf verteilt und verdünnt.
Bei einer weiteren, ähnlichen Methode wird mit soviel höheren Konzentrationen gearbeitet dass die direkt nach dem Durchströmen des behandelten Organs wieder herausgefiltert wird.
Diese "Hammer"-Methoden sind für den Patienten natürlich ziemlich belastend (Katheter OP, Blut“wäsche“) und deshalb kann man sie nicht in jedem Fall machen. Ausserdem werden sie nur in wenigen Kliniken in Deutschland angewandt.
Meine Frau war damals dafür in Hammelburg/Rhön und wir fanden beide, dass ihr das sehr geholfen hat, den Krebs eine gute Weile länger in Schach zu halten.
Falls so etwas für Deinen Papa überhaupt in Frage kommt, dann könnt Ihr ja mal darüber nachdenken.
Kannst vielleicht mal weiter-googeln.
http://www.deutsche-apotheker-zeitun...lich/6803.html
http://www.biokrebs.de/therapien/faq...-chemotherapie
LG
Peter

Jasmin1981 04.09.2014 16:00

AW: Mein Papa hat Darmkrebs :-(
 
Danke Peter, ich werde mir das heute Abend in Ruhe mal durchlesen. würdet ihr die Diagnose eher positiv der negativ sehen ?

PeterBoe 04.09.2014 16:47

AW: Mein Papa hat Darmkrebs :-(
 
Ach Jasmin,

solche Fragen solltest Du hier bitte nicht stellen.
Wir sind keine Ärzte und selbst wenn wir Ärzte wären könnten wir ohne die ganze Krankenakte nichts sagen.

Und selbst wenn zwei Patienten dieselben Erkrankungen haben ist ihre Prognose nicht dieselbe.
Der eine kämpft und der andere resigniert.
Der eine versucht weiterhin Herr über seinen Körper und damit auch über seine Krankheit zu bleiben und der andere (er)gibt sich in die Hände der Ärzte.
Der eine hat Familie und der andere ist einsam und allein.

Wer hat von den beiden wohl die bessere Prognose?
Chancen gibt es nur, wenn man sie ergreift.
Nach dem was Du bis jetzt über deinen Papa geschrieben hast ist er auf dem besten Weg.
Weiter so!
LG
Peter

Jasmin1981 04.09.2014 17:17

AW: Mein Papa hat Darmkrebs :-(
 
Danke Peter. Ich bin einfach durcheinander...möchte mir nicht die mega Hoffnung über noch hofffentlich viele schöne Jahre machen, aber ich möchte es auch nicht total negativ sehen.

Sudaka 04.09.2014 17:23

AW: Mein Papa hat Darmkrebs :-(
 
Hallo Jasmin,

Peter hat Recht. Es kommt auf so viele Faktoren an, und die sind bei jedem Menschen anders (Alter, Gesundheitszustand vor der Erkrankung, Fitness, familiäres Umfeld, Einstellung zur Krankheit, und vieles mehr).

Außerdem musst du erst mal abwarten, was die Chemo bewirkt. Das kann niemand im Voraus sagen, nicht mal die Ärzte.

Wie schon von anderen öfters erwähnt: Geduld ist jetzt gefordert.

Alles Gute für euch!
Susi

Nyhavn 04.09.2014 17:56

AW: Mein Papa hat Darmkrebs :-(
 
Liebe Jasmin,
mobilisiert jetzt Eure Kraft und startet voll Optimismus in die Chemo. Mein Vater hat sie z.B. sehr sehr gut vertragen, also nicht mit negativen Gedanken und Angst behaften. Sie hat ihm bisher Lebenszeit geschenkt und wir waren froh als es endlich losging.
Also toi, toi, toi.
Nyhavn

Jasmin1981 04.09.2014 20:39

AW: Mein Papa hat Darmkrebs :-(
 
Vielen Dank Kai. Ich kann nur sagen, was der Professor der Uni Klinik gesagt hat "in diesem Stadium reden wir nicht mehr von Heilung, aber auch nicht von Wochen oder Monaten, sondern von Jahren". Klar weis ich das es auch anderst kommen kann, aber es gibt etwas Hoffnung und Mut.

Jasmin1981 04.09.2014 21:26

AW: Mein Papa hat Darmkrebs :-(
 
Ich hab dichachon verstanden Kai und du hast ja auch recht. ;) wie würde denn so eine Zweitmeinung ablaufen, schickt man denen da einfach die ganzen Befunde zu?

Jasmin1981 18.09.2014 12:53

AW: Mein Papa hat Darmkrebs :-(
 
:engel: Mein Papa hat den Kampf am 16.9.2014 um 17:50 Uhr verloren :engel:


"never say goodbye, because saying goodbye means going away and going away means forgetting!

catw31 20.09.2014 10:29

AW: Mein Papa hat Darmkrebs :-(
 
Hallo Jasmin,

mein herzliches Beileid. Ich bin erschüttert, wie schnell Dein Papa den Kampf verloren hat...

Ich schließe mich Kai an: Manchmal kann es auch ein Vorteil sein, wenn alles so schnell geht.

Wahrscheinlich hast Du jetzt das Gefühl, dass alles irreal ist, oder? So war es jedenfalls bei mir, und so nach und nach kehrt bei mir wieder so etwas wie ein Alltag ein.

Fühle Dich umarmt von catw31

Jasmin1981 21.09.2014 22:44

AW: Mein Papa hat Darmkrebs :-(
 
Vielen Dank Kai Hamburg und catw31 für die lieben Worte. Du hast recht Catw31 im Moment ist es nicht wirklich real, er fehlt mir so. Ich rufe zuhause an und habe immer das Gefühl, das er jetzt ans Telefon geht und seine Späßchen macht. Es ging alles sehr schnell. Letzte Woche Donnerstag war ich mit ihm noch bei der ersten Chemo, klar er war schlapp aber sonst ging es ihm eigentlich relativ gut. Am Samstag dann, ging es ihm rapide schlechter und wir hatten das Gefühl, das er verwirrt ist. Also haben wir ihn geschnappt und sind dann mit ihm in die Uni Klinik gefahren. Dort wurde Blutabgenommen etc. und uns mitgeteilt, das die Leberwerte schon für ein Leberversagen sprechen. Ab da war meiner Mama und mir klar, das wir wohl nicht mehr viel Zeit haben. Am Sonntag konnten wir noch gut mit ihm reden, aber ab Montag ging es rapide bergab. Am Dienstag morgen dann hat uns der Prof. mitgeteilt, das wohl die Organe nach und nach versagen. Er war da auch schon nicht mehr richtig bei Bewußtsein. Wir waren die ganze Zeit bei ihm und es hat mir geholfen, Abschied zu nehmen und loszuslassen, weil ihm einfach einiges erspart geblieben ist. Er fehlt mir wahnsinnig :weinen:


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 13:08 Uhr.

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