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Maxi3 06.10.2014 06:23

Wahrheit
 
Liebe Birgit, Tündel und Charlotte,

da mein Beitrag zu ausführlich im Thread „Nabelmetastasen“ wird, nun hier:

Hoffentlich habt Ihr nichts dagegen, wenn ich zu Prof. S. auch meine Meinung beisteuere...
Ich finde es sehr feinfühlig, wenn von Ärzten, und nicht nur von Prof. S., hie und da zu einer Notlüge gegriffen wird. Gerade am Anfang sollte man auch Hoffnung machen, denn es gab schon immer wieder Fälle, in denen schon Totgeglaubte sich wieder aufgerappelt haben. Also, ich habe darüber auch in den Medien gelesen und war über das asoziale Verhalten dieser Schläger total entsetzt!!

Ich möchte diesbezüglich auch was von meiner Erfahrung beisteuern. Ich ging ja mit einer Überweisung meiner Gyn ins KH, das zufällig zertifiziert ist, und sollte was abklären lassen. Die Gyn sagte zu mir nix, was sie im US sah. Der US wurde dann auch im KH gemacht und mir wurde geraten, zur genauen Abklärung eine Biopsie machen zu lassen. Gesagt, getan und in einer Woche sollte ich zur Besprechung kommen. Ich hatte keine Ahnung von EK, war nie hier im Forum usw.

Jetzt kommt der Vorfall, warum ich hier darüber schreibe. Dieser unglaublich nette Oberarzt nahm ein Blatt Papier und zeichnete mein Becken auf. Hier wäre ein Tumor am Eileiter und ansonsten kritzelte er durchgehend Pünktchen. Er sagte, „da müsse er nochmal ran“ und dabei aber mich diesmal aufschneiden. Ich sagte spontan wortwörtlich, „und wenn ich das nicht möchte“.... Da senkte er nur den Kopf und sagte nix.

Ich habe eigentlich damals noch nicht die Schwere meiner Erkrankung begriffen. Ich war in Gedanken bei meinem Hund, der in der Nacht davor geboren wurde!!! Das werden jetzt viele nicht verstehen, aber nur das war mir wichtig! Ich will nicht ausholen, aber ich musste meine Hündin vor mehr als 10 Jahren mit 17 Jahren einschläfern lassen. Das habe ich nie verwunden. Der Verstand sagte mir, dass ihre Zeit zu Ende war, aber mein Schmerz wurde dadurch nicht erträglicher. Als ich nach etlichen Jahren endlich wieder dazu bereit war, mir einen Hund anzuschaffen, habe ich mehr als ein Jahr gesucht und nie den passenden Hund gefunden. Jetzt hatte ich ihn gefunden, war beim Züchter mehrmals auf Besuch etc. Das war meine Vorstellung von einem erfüllten Leben, denn ohne Hund war mein Leben einfach nicht lebenswert.

Ich sagte zu dem wirklich sehr netten Oberarzt (es war übrigens ein Grieche!), schauen Sie, gestern ist mein bestellter Hund auf die Welt gekommen, den ich in 3 Monaten abholen kann. Nun darf ich feststellen, dass es das mit mir jetzt war. Ich hatte nämlich das Bild meiner viel zu früh an Krebs verstorbenen Mutter vor Augen.
Ich versuchte meine Fassung nicht zu verlieren, stand auf und sagte zu ihm, dass ich den Hund jetzt natürlich nicht holen werde, aber auch nicht zur OP kommen werde, egal was wird.

Da kam schon wieder die Schwester rein und sagte zum Doc, dass er dringendst gebraucht würde. Er sagte, geht nicht, hier werde ich auch dringendst gebraucht. Zu mir sagte er, dass er nicht locker lassen würde, wenn ich nicht komme. Ich darf mein Leben nicht wegwerfen!!!!
„Ich operiere sie (das war im Juni 2010) und spätestens im August sind sie wieder auf den Beinen und da wird es für Sie ganz wichtig sein, dass sie einen Lebensinhalt haben. Sie werden den Hund nicht absagen!!!“
Seine Überredungskünste haben mich letztendlich dazu bewogen, zur OP anzutreten. Damals wusste ich noch nicht, dass er mich quasi „angelogen“ hat bzw. zu einer Notlüge gegriffen hat. Aber ich bin ihm unendlich dankbar dafür!!!!!!!

In der Nacht habe ich trotz des Rates des Arztes, den Hund in 3 Monaten zu holen, eine E-Mail an das Züchterehepaar geschrieben (Familienzucht) und sie davon unterrichtet, dass ich den Hund nicht in 3 Monaten holen kann und sie sich sofort um einen anderen Platz kümmern sollen. Sie waren sehr nett, luden mich ein, sie immer wieder zu besuchen, auch wenn ich keinen Hund von ihnen abkaufe. Das war sehr tröstlich für mich. Ich wusste nämlich instinktiv damals schon, dass ich nie mehr die Verantwortung für einen Hund übernehmen kann. Meine 2 Vögel reichen ja auch völlig, aber das ist ja nicht mit dem Aufwand für einen Hund vergleichbar.

Im August war ich jedenfalls noch nicht zu Hause, die Ärzte waren froh, dass ich aufgrund der langen OP im Juni 2010 keinen Herzinfarkt hatte, aber aufgrund sonstiger Probleme (nicht „Problemchen“) in ein anderes KH verlegt werden musste. Im November kam dann die Sepsis dazu, die ich wie durch ein Wunder auch überlebt habe. Also, es wurde jedenfalls viel länger als die 3 Monate, die vom lieben Oberarzt gütig vorausgesagt wurden, bis ich einigermaßen wieder auf die Beine kam. Im Februar 2011 war ich erst wieder zu Hause und meine Vögel mussten 8 Monate (!) in der Pflegestelle ausharren.....

Ich hatte aber all die Monate genügend Zeit, mich mit dieser Krankheit auseinanderzusetzen, sie zu verarbeiten. Wenn mir gleich zu Beginn die volle „Wahrheit“ vor den Kopf geknallt worden wäre, ich glaube, ich hätte es nicht verkraftet. :shocked:

Liebe Grüße
Christine :)

ulrikes 06.10.2014 12:35

AW: Wahrheit
 
Hallo Christine,
das mit Wahrheit bei unserer Erkrankung ist ein schwieriges Thema und zwar weil zum einen keiner (egal, ob Arzt oder nicht) mit Sicherheit weiß, wie es weiter gehen wird und zum anderen sind es auch meistens zwei Personen (Arzt und Patient), die sich nicht kennen und nicht wissen, was wer wie verträgt bzw. ob der Arzt eher optimistisch oder pessimistisch veranlagt ist.
An die Wahrheit von Prognosen glaub ich schon länger nicht mehr. Was mir bei Arztgesprächen mehr bedeutet ist, ob ich den Eindruck habe, dass der Arzt mir zuhört und mich nicht nur als "Eierstockkrebs " wahr nimmt. Zum Glück habe ich da mittlerweile 2 Ärzte,denen ich auch gerade heraus sagen kann : "Heute sind auch die miesen Details der Krankheit o.k." oder auch manchmal "brauche Hoffnungs-Funken, also bitte nicht die ganze brutale Wahrheit". Die grinsen dann freundlich und passen ihre Aussagen entsprechend an, denn auch ich habe gute und schlechte Tage, aber mal so eben im Vorbeigehen "bad news" um die Ohren klatschen, geht gar nicht.
Wünsche euch allen einen schönen Tag
Ulrike

wolfsherz10 06.10.2014 13:36

AW: Wahrheit
 
Hallo,

auch ich möchte was zum Thema beitragen. Bei mir wurden die "bad news"
tatsächlich im Vorbeigehen um die Ohren gehauen. Es war ein Zufallsbefund der bei der Gallenblasen-OP gefunden wurde. Es wurde mir bei der Visite am übernächsten Tag sehr beiläufig mitgeteilt. Hat zunächst zu Widerstand bei mir geführt. Der Stationsarzt war aber sehr gut und konnte mir das Ganze plausibel erklären. Inzwischen ist auch schon die Chemo durch und ich werde wohl bald wieder arbeiten. Ich bin zum Glück ein psychisch starker Mensch und will daher immer absolute Klarheit. Ungewissheit hindert mich an sinnvollen Entscheidungen und führt nur zu nutzlosen Grübeleien. Ich kann mir aber auch vorstellen dass sensiblere Menschen in tiefe "Löcher" stürzen wenn sie derart hart getroffen werden und im Verlauf von so schwerwiegenden Krankheiten nicht immer alles wissen möchten. Deshalb bin ich der Meihnung, daß man den Ärzten und auch anderen immer klar sagen sollte was man will. Manchmal haben diese dann das Problem dass sie Angst haben, man könnte sich was antun. Deshalb kann ich auch die Vorsicht der Ärzte verstehen, denn sie kennen ja den Einzelnen nicht. Ich bin mit meinen klaren Ansagen bisher auch gut "gefahren". Die Wahrheit ist oft nur schwer zu akzeptieren, aber Unwissenheit lähmt. LG wolfsherz

gilda2007 06.10.2014 13:51

AW: Wahrheit
 
Das mit dem "klar sagen, was man will" ist aber auch so eine Sache ... das setzt ja voraus, dass der Patient weiß, was er will. In so einer Ausnahmesituation ist das auch nicht unbedingt jedem gegeben.

Und "nebenher": Wie genau muss man sich das vorstellen? Im Vorbeigehen? In einem Nebensatz?

Ich merkte, als Betroffene und Angehörige, dass man Dinge selbst ganz anders wahrnimmt. Schwieriges Thema ...

wolfsherz10 06.10.2014 14:05

AW: Wahrheit
 
@ gilda,

Stimmt es war im Nebensatz bei der Visite. Visite ist ja meist nur eine sehr kurze Alibiveranstaltung. Arztserien und Realität haben nunmal nichts gemeinsam. Es war auch längst nicht mein erster Klinikaufenthalt, aber die Visiten waren überall fast gleich jedenfalls immer sehr kurz (1-1,5 Minuten pro Patient). Ich gebe dir Recht, der Patient sollte sich auf jeden Fall über sein wollen im Klaren sein. LG wolfsherz

Tündel 06.10.2014 14:51

AW: Wahrheit
 
Aaaaaalsoooooo,

mir hat man ja bekanntlich die Wahrheit auch seeeeeehr nett um die Ohren geklatscht:

1. Abends nach nem Untersuchungsmarathon mit Röntgen, Ultraschall, Ct und Lungenpunktion:
"Sie wissen ja, was Sie haben: 1.ne Lungenembolie rechts, die linke Lunge warum auch immer voll Blut, nen riesigen Harnleiterstein links....." Kunstpause "Uuuuuuund, Sie werdens ja schon geahnt haben, sonst wären Sie ja früher gekommen (:confused: :confused: :confused: Häääää????) einen Tumor im kleinen Becken! Aber das kriegen wir schon...."

2. Am nächsten Tag dann: "Sie wissen ja, der Tumor ist inoperabel, unheilbar, aber behandelbar!" :eek: :eek: :eek:
Auf die Frage, wie lange ich noch hätte, kam: "Ahja, ein paar Monate schon!"
explodier! werf mit was! wüüüüüt!
Ich hab mit Dingen geworfen, ich war doch nicht krank! Iiiiich doch nicht!
Aus den seligen Tavorträumen, mit denen man mich wegbeamte, bin ich dann mit einem "Neeeeeee, Burschi, mich kriegst du nicht!" aufgewacht. Und dann saß eine aufgeputzte ältere Dame an meinem Betti: "Grüß Gott, ich bin die Frau XY und komme vom deutschen Hospizverband!"
Aaaaaaah! :rotenase: :rotenase: :rotenase:

Die Ärmste fragt sich vermutlich heute noch, warum diese Patientin so explodiert ist und lauthals geschrien hat, die Dame solle sich gaaaaanz schnell schleichen!

Und dann hab ich mich zum Professor verlegen lassen und bin nach der Entlassung so schnell wie möglich nach Berlin gefahren! Da hörte sich die ja sicherlich genauso miese Prognose doch viel besser an! "Ich kann Sie operieren, ich kann aber nicht garantieren, dass ich alles kriege, Sie haben eine Chance, aber Genaueres nach der Obduktion - äääh Operation!"

Klare Worte, aber doch anders gesagt, hören sich oft freundlicher und Mut machender an! Sollten Docs vielleicht auch in der Ausbildung lernen!

Hätte ich nicht so gute Freunde und Kollegen und euch gehabt, die mich gehalten und aufgefangen haben, dann wäre ich vermutlich aus dem Fenster gehupft! Auch Super-Urodoc hat da seinen Anteil dran, der einzige, der mich aufgebaut hat! Daaaaanke!

Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, eine etwas andere Wortwahl, ein anderer Tonfall, die den Unterschied machen! :rolleyes: :rolleyes: :rolleyes:

ulrikes 06.10.2014 17:52

AW: Wahrheit
 
Hallo Gilda,
zu Deiner Frage, was "nebenher" bei mir bedeutete: Nachdem die junge Assistenzärztin den vag. US gemacht hatte, rief sie -ohne mit mir über Befunde gesprochen zu haben- den Oberarzt, der dann auch noch einen vag. US machte und dabei zu seiner Kollegin sagte: "Ja, das haben Sie richtig gesehen, das ist eindeutig Eierstockkrebs. Hier schauen Sie mal diese Strukturen."
Es gab dann auch noch andere "nette" Situationen, als z.B. auf der Halb-Intensivstation, wo ich wegen Absaugens des Pleuraergusses lag, die Visiten-Truppe ÜBER mich, aber NICHT MIT mir sprach, wie denn meine Aussichten ("halbes Jahr maximal") sind.
Ein einigermaßen aufklärendes Arztgespräch gab es erst, als ich jede weitere Behandlung abgelehnt hatte. Ich erfuhr darin, wie sie überhaupt zu der Diagnose gekommen sind. Für mich gehörte die Lunge nicht gerade zu den direkten Nachbarn meiner Eierstöcke. Und auch welche Behandlungsoptionen es gibt. Aber ich habe für diesen Aufstand, um das Gespräch überhaupt zu bekommen, meine ganze restlich Kraft zusammen kramen müssen und hab dann über 24 Stunden erschöpft durchgeschlafen, was wiederum die Ärzte total geschockt hat.
Tja, "wissen, was man will" ist auch schmerzhafte Arbeit an sich selbst. Hätte ich am Anfang auch nicht gekonnt. Wer bereitet sich schon auf die Diagnose Krebs vor?!? Und Ärzte zu finden, die damit umgehen können, war auch nicht so einfach. Wie immer mussten für die Suche viele (jetzt evtl. verstörte) Frösche herhalten...:lach2::lach2:
Wolfsherz:Wahrheit ist grundsätzlich gut, um selber aktiv werden zu können, aber ab und zu brauch ich "Streicheleinheiten" und ordne die dann bei meiner Planung auch so ein. Luftschlösser werden darauf nicht gebaut, aber mal eine ruhigere Nacht ohne allzu große Sorgen.
Lieben Gruß
Ulrike

berliner-engelchen 07.10.2014 10:16

AW: Wahrheit
 
Liebe Christine,

schön, dass Du nun ein "eigenes" Zuhause hier hast :winke::winke: - da freu ich mich.
Direkt mal mit einem seeehhhr schwierigem Thema gestartet. Und einer traurigen Geschichte. Lass dich mal :pftroest::pftroest::pftroest: soooooo lange warst Du im Krankenhaus??? Das ist ja unglaublich. Ich glaube, dass hätte ich gar nicht überlebt. :zunge: also so psychisch meine ich. ich bekomme ja im KH immer totale Zustände. Ist mit das schlimmste, was es gibt für mich.
oh je, und dann die Absage des Welpen. Du Arme. ich kann - als ziemliche Tiernärrin, dich sehr gut verstehen. oh menno. Hast du mal über einen Pflegehund nachgedacht oder ein älteres Tier aus dem Tierheim? So wie der Bubi von Mucki (nebenan aus dem Kampfkükennest?). Ich könnte mir gut vorstellen, dass du die Ruhe, die Geduld und die Zeit hättest für ein Tier, das genau davon ganz ganz viel braucht. ...
Man spürt in deinen Worte die SEhnsucht ...

Für mich ist die Position zur Wahrheit recht klar: die Fakten müssen erst mal benannt werden. Das alles Entscheidende ist, WIE das geschieht. Da gibt es - wie es aus euren Schilderungen auch wirklich deutlich wird - eine ganze Bandbreite dieses "Wie". Leider ist es halt so, dass Ärzte leider viel zu häufig über mangelhafte soziale Kompetenz verfügen, gekoppelt mit mangelndem Einfühlungsvermögen, extremem Zeitdruck und ungenügender Lebensweisheit.
Tja - und all dies läßt sich auch nur wenig in Unikursen erlernen. Wobei ehrlich gesagt, dass Angebot auch mangelhaft und NICHT Pflichtteil der AUsbildung ist. Da wäre eine Reform über-notwendig.

Und Ärzte sollten endlich aufhören, Prognosen "in Stein zu meißeln". Klar gibt es Krebserkrankungen mit schlechter Prognose. Das sollte auch benannt werden. ABER JEDE JEDE Tumorerkrankung verläuft individuell. Und ist viel stärker beeinflussbar als man manchmal glauben mag. Man ist in einem viel stärkerem Maße selbst verantwortlich als man eigentlich denken mag.
Davon bin ich fest überzeugt und deshalb mag ich das Anti-Krebs-Buch von David Servant Schreiber sehr gerne. Der begründet aus Arztperspektive und recht wissenschaftlich gehalten, WARUM das so ist. und das finde ich toll daran.
Eine Prognose in Wochen oder Monate oder Jahre zu pressen ist der größte Schwachsinn überhaupt. Es ist definitiv so nicht bennennbar und der völlig falsche Ansatz.

Um etwas auszuholen:
Mir ist das selbst in meinem Leben mehrfach begegnet: MIR wurden nach der ERst-OP die allerbesten Chancen für dauerhafte Heilung prognostiziert, schon fast versprochen (in der Charité ... ). :weinen::weinen::weinen: das Rezidiv kam aber innerhalb eines halben Jahres und hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen, weil ich nicht damit rechnete :weinen::weinen::weinen: DANACH bekam ich die schlechtesten Prognosen, der behandelnde Onkologe schätzte vorsichtig auf 2-3 Jahre, mit ziemlicher Sicherheit jedoch innerhalb von 5 Jahren .... :rotier::rotier::rotier: jetzt habe ich 4,5 Jahre geschafft.

Bei meinem Papa war es so, dass ein fortgeschrittener Lungentumor diagnostiziert wurde. Ihm wurden nur noch Wochen, vielleicht einige Monate gegeben. 10 Tage nach der Diagnose war er tot. :weinen::weinen:
Meiner Mama wurde vor JAHREN eine CLL (Leukämieform) diagnostiziert, mit der man noch gut einige Jahre leben könne. Sie hat die Leukämie JAHRZEHNTE überlebt und eisern gekämpft dagegen. Sie ist völlig überraschend aus dem nichts heraus an einer Lebensmittelvergiftung durch verdorbenes Fleisch gestorben. :weinen::weinen:

Meinem Söhnchen wurde ein halbes Jahr nach GEburt prognostiziert, er würde dauerhaft geistig behindert bleiben aufgrund Sauerstoffmangel bei Geburt. Heute ist er absolut fit und normal ist Klassenbester, wird gesondert gefördert für aussergewöhnlich mathematisch begabte Kinder (und er hat erst die 2. Klasse begonnen - WOHER er DAS hat, weiß ich nicht, ich bin die TOTALE Mathenull :D:D:D), spielt Fußball und Klavier (soooo toll, schmelz dahin :):):)), hat ganz viele Freunde und mittlerweile auch Haare :D:D:D (die kamen erst in seinem 3. Lebensjahr, ich hatte die Hoffnung shcon aufgegeben .....:cool3::cool3::cool3:).

So. Exkurs zu Ende.
soviel zu Prognosen. ALLES QUATSCH.
Der menschliche Körper in KOmbination mit dem Wunder Psyche ist unglaublich!

Liebe Christine,
jetzt hab ich Deinen neuen Thread ein bisserl zugetextet. Entschuldige :lach2::lach2: Mich überkam gerade die Schreiblust.

Ich hoffe, Dir geht es gerade einigermaßen gut. Streichel mal die Vögelchen von mir (ich mag Vogeltiere eigentlich sehr gerne, insbesonder Hühner, obwohl die unglaublich dumm sind. trotzdem sind sie so liebenswert. Meine Ma hatte völlig zahme Hühner, die man streichel konnte. das mochte ich sehr.)

Wünsche Dir noch eine schöne Woche und alle anderen grüße ich natürlich auch ganz lieb.

Birgit

Charl0tte 07.10.2014 13:49

AW: Wahrheit
 
Liebe Maxi,

was für ein einladendes Zuhause Du Dir eingerichtet hast! Glückwunsch! Die vielen Besucherinnen in so kurzer Zeit zeigen, welchen Nerv Du mit Deinem Thread-Titel getroffen hast. Bin fast ein wenig stolz, dass unsere Diskussionen bei mir in der 'Nabelmetastase...' Dich dazu ein klein wenig mit angeregt haben. Ich möchte es Dir gleich mit einem 'Gegenbesuch' danken!

Ihr Lieben,
wenn ich Eure Geschichten hier so in der Zusammenschau und Dichte lese, wird mir bewusst, dass ich in mancher Hinsicht Glück gehabt habe. Die zwei Frauenärzte, die mich in Vertretung meiner eigentlichen Frauenärztin diagnostiziert haben, waren sehr einfühlsam, gründlich und sind trotzdem sehr nah an der Wahrheit geblieben. Sie haben aber keinerlei Prognose in den Mund genommen. Ich bin auch nur deshalb zum Gyn, weil mein Hausarzt mich dorthin geschickt hat. Ich wäre nicht auf die Idee gekommen, dass ich was Gynäkologisches haben könnte. Ich dachte, ich hätte was am Darm und es gehe nur um das Ausschließen einer gynäkologischen Problematik. Ich war deshalb eigentlich relativ ruhig während der Untersuchung. Die Ärzte, Vater und Sohn in gemeinsamer Praxis, haben mich dann noch einmal gemeinsam untersucht, nachdem der Sohn die erste Untersuchung beendet hatte und mich noch einmal ins Wartezimmer schickte, da er eben gerne noch gemeinsam drauf schauen möchte, es aber noch etwas dauere, da noch eine andere Untersuchung laufe, die er abwarten müsse. Ich durfte mich in einem separatem Raum hinlegen, da ich das Sitzen nicht aushielt durch den Druck im Bauch. Gefühlt dauerte es ewig, obwohl es wahrscheinlich nur eine halbe Stunde war und ich ja auch kurzfristig in den Terminkalender gequetscht worden war. Endlich wurde ich zum Gespräch gebeten. Allein saß ich also vor diesen beiden mir unbekannten Ärzten, die zuvor in mein intimstes Inneres geschaut hatten. Und sprachen ihr 'Urteil'. "Frau XXX, wir haben keine guten Nachrichten für Sie." sagten Sie wörtlich. Was danach kam erinnere ich nur bruchstückhaft. Es fielen die Worte: "Eierstockkrebs" "fortgeschritten" "OP" "Krankenhaus" "nicht mehr lange damit warten" und es wurde mir ein Zettel mit der Telefonnummer der Frauenklinik am örtlichen Krankenhaus gegeben. Hätte ich doch nur das Angebot meines Mannes angenommen, mich zu begleiten! Aber ich war ja so überzeugt davon, dass gynäkologisch alles in Ordnung ist. Ich hatte doch zwei Wochen zuvor ganz normal meine Tage gehabt. Keine Zwischenblutung, keine Schmerzen, die ich meinen "lady parts" hätte zuordnen können. Völlig perplex erwiderte ich: "Aber ich kann mir doch nicht vom Erstbesten den Bauch aufschneiden lassen! Und sollte ich da nicht noch eine zweite Meinung einholen?" Darauf meine zwei Gegenüber: "Die Operateurin am hiesigen Krankenhaus ist nicht die Erstbeste, sie ist spezialisiert auf diese OPs und sehr erfahren. Und eine zweite Meinung haben Sie bereits, deshalb haben wir noch einmal zu zweit untersucht." Da saß ich und wechselte innerlich zwischen mir bis dato unbekannten Aggregatzuständen hin und her. Wie gelähmt nahm ich den Zettel, ich glaube, ich bedankte mich sogar !!!??? bei den Ärzten, holte mein neues Auto, das ich gerade zwei Tage zuvor geliefert bekommen hatte (würde es länger leben als ich?), und fuhr heim. Es war Freitag der 12. Okt. 2012.

Am Wochenende schrieb ich meine Patientenverfügung, am Montag ging ich ins Krankenhaus, am Donnerstag wurde ich operiert. Die drei Krankenhaustage vor der OP waren ... ich finde gar keine Worte. In der Rückschau und im Vergleich mit den Rücksichtslosigkeiten, die Ihr ertragen musstet, wurde ich einfühlend und aufmerksam behandelt. Einzig die urologische Abteilung des Krankenhaus findet keine Gnade in meinen Augen. Sie legten die Harnleiterschienen und vergeigten die Sedierung, reagierten weder auf meine Ansagen, dass ich noch wach sei, noch auf meine nachfolgenden Schreie. Hinterher stellte sich heraus, dass meine Hand ganz nass war, die Sedierungsmedikatmente also nie den Weg in mich hinein gefunden hatten, sondern über meine Hand gelaufen waren. Irgend ein Schräubchen war nicht zugedreht. Und natürlich wurde alles abgestritten. Mein Mann stellte die Urologen zusammen mit der Chefärztin zur Rede, warum er mich als heulendes Elend im Bett vorfände, und wie es sein könnte, dass ich in solch einer Verfassung sei, wenn doch angeglich alles nach Plan und unauffällig verlaufen sei. Ich erinnere genau, dass ich vor dem Eingriff gefragt wurde, ob ich müde würde, was ich vehement verneinte mit den Worten: "Nein, ich bin hellwach!" Als ich dann schrie, weil es höllisch brannte, hieß es von hinter den blauen Vorhängen her: "Aber die hat doch null-fünfundzwanzig bekommen!?" Wenn ich sediert gewesen wäre, hätte ich wohl kaum diese genaue Erinnerung an den genauen (!!!) Wortlaut! In den drei Wochen meines Krankenhausaufenthaltes hat dann auch jeder diese Geschichte serviert bekommen. Bei der Entfernung der Schienen, auf die ich vor Entlassung aus dem KH bestand, war dann mein Mann anwesend, und zwar IM Behandlungsraum. Diesmal würde ich einen Zeugen haben, wenn sie was verbockten! Es wurde dann vom Chef-Urologen gemacht, der ÄUßERST zuvorkommend zu mir war. So nett war noch kein Arzt zu mir. Mann, das habe ich genossen. Ich glaube, der hatte Angst, dass ich seine unfähigen Untertanen verklage. Er hat sich sogar entschuldigt, dass sich der Termin bis mittags verschoben hatte, weil er eben noch ein paar Notfälle am Vormittag gehabt hätte. Während dieser Wartezeit, die ich unerträglich fand, hatte eine psychoonkologische Fachschwester das Pech, an mein Bett zu treten und säuselte mich mit salbungsvollen Worten an: "Wie geht es Ihnen den mit Ihrem Krebs?" Hier müssen mal ein paar Tündel'sche (:winke: huhu Tündel!) Smileys ran: :eek::eek::eek: :augen::augen::augen:: :aerger::aerger::aerger: . Ich glaube, die Dame musste ihren Beruf wechseln. Ich antwortete: "Mein SchXXX Krebs ist mir im moment XXXeißegal, wenn sie mir helfen wolle, solle sie den Urologen Beine machen, damit ich endlich meine Schienen loswürde ... . und ansonsten könne sie sich ja mal meinen Bauch anschauen, so würde ich mich nämlich fühlen: aufgeschlitzt!"

Die OP-vorbereitenden Gespräche absolvierte ich im Dauerschockzustand. Ich verhandelte um meine Organe! Ich widersprach der Entnahme der Lymphknoten. Mein Gehirn hatte in dieser Extremsituation irgendwoher die Information hervorgekramt, dass bei Krebs-OPs die Entnahme nicht unumstritten sei. Zu meiner Verwunderung, nickte die Chefärztin meinen Wunsch sofort ab, ja das sei so und wenn ich das nicht wolle, würden sie belassen. Es wurde verhandelt über eine Entnahme der Milz, um einen künstlichen Darmausgang (obwohl die Darmspiegelung nichts auffälliges ergeben hatte). Zum Glück blieben Milz und Darm in mir drin.

Um zurück zur Wahrheit zu kommen. Diese negierte ich bis zum Schluss. Bis zur Besprechung der Pathologie negierte ich die Tatsache, dass ich Krebs hatte. Hier fiel dann auch die gefürchtete Prognose: "Ohne die anschließende Chemo hätte ich vielleicht noch ein halbes Jahr". Seltsamerweise kann ich mich an diesen Satz gar nicht erinnern. Aber mein Mann. Er wich zum Glück nicht von meiner Seite in dieser Zeit. Ich lehnte die Chemo trotz dieser Todesdrohung ab. Was ich da in den Unterlagen zur AGO Ovar 17 las, überzeugte mich einfach nicht. Es musste einen Weg ohne geben. Wie lange er sein wird, weiß niemand. Aber das gilt für alle Wege - mit oder ohne. In wenigen Tagen habe ich mein Zweijähriges Jubiläum. Ist noch nicht lange, aber immerhin vier mal so lang, wie 'prognostiziert' von der Chefärztin. Und es geht mir bis auf ein paar auffällige Blutwerte, Verdauungsprobleme und eine lädierte Psyche ganz ordentlich.

Mein Fazit: Die Wahrheit ist irgendwo da draußen. Jeder (Arzt, Patientin, Umfeld ...) hat seine eigene Wahrheit. Und jede(r) hat ein Recht auf seine/ihre eigene Wahrheit. Vor allem wir Patientinnen mit so einer furchterregenden Krankheit, die uns so an unser Innerstes geht.

Liebe Maxi, danke, dass ich mir hier so ausbreiten durfte.

Liebe Grüße an Euch alle
Charl0tte

Maxi3 08.10.2014 02:24

AW: Wahrheit
 
Meine Lieben, :)
Ulrikes, Wolfsherz, Gilda, Tündel, Rima, Birgit und Charlotte,

ja, ich war gestern schon erstaunt, dass dieses Thema doch einige User anspricht, und ich danke allen lieben Schreiberinnen ganz herzlich!!!
Jetzt muss ich doch gleich mal antworten...

Gestern, da ich nicht schlafen konnte, habe ich hier gelesen und bin auf das Thema Prof. S. gestoßen. Da war mir auf einmal so danach, über meine Erfahrung zu schreiben. Dieser OA und sein damaliges Verhalten waren für mein weiteres Leben ausschlaggebend. Völlig unter Zeitdruck, aber er ließ mich trotzdem nicht im Stich.

Ich habe schon oft hier gelesen, über was da alles bei der Mitteilung der Diagnose gesprochen wurde. Davon gab es nicht viel und das war in meinem Fall gut so. Das Thema Lymphknoten wurde natürlich auch nicht erwähnt, was mir auch dann sehr zu schaffen machte. Beine wie ein Elefant hatte ich dann. Aber das hat sich mehr oder weniger zurückgebildet, denn Kompressionsstrümpfe oder dergleichen sind für mich der Horror.
Von einer anschließenden Chemo war natürlich auch nicht die Rede, denn das hätte ja die Prognose des Oberarztes mit August ad absurdum geführt. Es ging ja nur darum, dass ich die OP mache, und das wollte ich damals definitiv nicht!!!!

Ich habe mich noch nie bei dem OA bedankt, denn offiziell war ja Frau Prof. K. für die OP zuständig. In die Kapelle im KH bin ich schon öfters gegangen und habe dort in das ausgelegt Buch meinen Dank geschrieben.

Vor der OP ging es damals bei der Stelle, wo die Narkosebesprechung stattgefunden hat, darum, dass ich die Einwilligung unterschreiben sollte, dass die Narkose nicht der Chefarzt machen würde, sondern der Vertreter. Die Rechnung bzw. die Kosten würden aber über den Chefarztsatz ausgestellt. Im Krankenhaus bin ich Privatpatient, zusatzversichert, ansonsten gesetzliche Kasse.
Viel mehr Details über die Narkose gab es nicht dazu. Außer, dass ich ihn über meine Herzprobleme informierte. Da bekam ich die Auskunft, die Narkose, die ich bei der vorher stattgefundenen Biopsie bekam, wäre ja auch gut gegangen, also würde es diesmal auch nicht schief gehen. Das wäre dann allerdings fast in die Hose gegangen....


Liebe Ulrikes,
es freut mich, dass Du mittlerweile auch 2 Ärzte hast, die auch mal ihre menschliche Seite zeigen können. Das ist unglaublich wichtig in unserer Situation! Ich drücke feste die Daumen, dass sich auch bei Dir alles zum Guten wendet.


Liebes Engelchen,
Dein „Weg“ bzw. Dein Schicksal hat mich sehr betroffen gemacht! Ich kann nur hoffen, dass das Avastin oder es sonst wie einen Weg gibt, Dir endgültig diese schreckliche Krankheit vom Leib zu halten! Deine positive Einstellung trägt sehr zum Erfolg bei, da bin ich mir sicher! Ich wünsche es Dir von ganzem Herzen!
Übrigens, dieses Buch, von dem Du schreibst, habe ich auch.

Danke für Deine Ratschläge und Dein Mitfühlen bezüglich meines Hundes.
Nein, ich will und kann nicht mehr. Mit einer Krebserkrankung, ohne Partner und Kinder, die aushelfen könnten, kommt ein eigener Hund nicht mehr infrage. Da nützt es auch nix, wenn es ein alter Hund oder Pflegehund wäre. Als Gassigeher könnte ich auch nicht mehr gehen, da mir die Kraft fehlt, und ich es nicht übers Herz bringen würde, den Hund wieder im Tierheim abzuliefern.
Außerdem habe ich vor meiner Krebserkrankung beim Einholen der Erlaubnis vom Vermieter die Auflagen bekommen, wie HOCH (?) der Hund sein dürfe und keinesfalls ein Kläffer. :angry: Mein letzter Hund, dem ich so nachtrauere, da war ich in einer anderen Wohnung und da war der doch größere Hund, ein wunderschöner Dalmatiner, sogar sehr beliebt.
Bei uns in der jetzigen Wohnung gibt es daher so gut wie keine Hunde, denn die Mieter beschweren sich über jeden Laut!!! Umziehen könnte ich auch auf keinen Fall mehr, denn ich würde in der Stadt, in der ich lebe, keine neue Wohnung mehr finden. Nicht nur wegen der immens hohen Neuvermietungskosten in der teuersten Stadt Deutschlands, sondern es gibt einfach zu wenige davon und wenn, dann natürlich nur ohne Haustiere!! Ich muss aber in der Stadt wegen meiner diversen Ärzte bleiben. Daher hätte mein neuer Hund auf keinen Fall ein Kläffer sein dürfen, also sorgfältig auch diesbezüglich ausgesucht, denn ich hätte es nicht übers Herz gebracht, ihn wieder abzugeben. Meine Vögel muss ich ja schon dauern ruhig halten bzw. Fenster zu!!! Ich habe die Auflage, sobald sich einer beschwert, müssen die Vögel weg!!



Liebe Charlotte
danke für Deinen Glückwunsch zu meinem neuen Zuhause. War eigentlich nicht so vorgesehen von mir, denn ich wollte Deinen Faden nicht „zumüllen“. Aber anderseits, wenn es jetzt als mein Faden angenommen wird, umso besser. Ich hatte nämlich schon zweimal einen Faden mit Themen gestartet, es war aber dann nicht mein „Zuhause“.

Noch was, damit ich es nicht vergesse, ein nagelneues Auto hatte ich mir kurz davor auch gekauft. Meine Autos hatte ich bisher nur preisgünstig gekauft, d. h. Autos mit ca. 3 Jahren und ganz wenige km. Mein Auto hat jetzt 7.000 km drauf, weil ich fast nicht mehr fahre. Meine Werkstatt sagte, dass es schade drum wäre. Na ja, wollte eigentlich Städtereisen etc. damit machen, denn ich bin leidenschaftliche Autofahrerin und fahre alles lieber mit Auto als mit Bahn oder sonst was. Aber da geht jetzt nix mehr, aber das ist kein Problem für mich.

Es war unglaublich interessant, was Du über Deinen Verlauf geschrieben hast!
Ich weiß nicht, ob ich das hier schreiben kann. Aber zu der Chemo habe ich mir auch schon meine Gedanken gemacht. Schon vor einiger Zeit habe ich davon gelesen, dass es neue Erkenntnisse gibt, dass die Chemo kontraproduktiv wäre. Ich habe mir auch diesbezügliche Berichte ausgedruckt. Man geht dort davon aus, dass durch die Chemo quasi auch die Abwehrzellen abgetötet würden und das wäre letztendlich auch der Grund für die vielen Rückfälle beim Krebs. So ungefähr wurde das beschrieben, wortgetreu kann ich es natürlich nicht wiedergeben.
Da wurde es mir schon ganz schön mulmig und ich hätte da evtl. auch auf die Chemo nach der OP verzichtet, denn ich wurde ja tumorfrei, auch ohne befallene Lymphknoten, operiert.
Aber in letzter Zeit habe ich auch nichts mehr darüber gelesen, und ich weiß daher nicht, wie fundiert diese ganzen Berichte sind. Aber wie es im Endeffekt am besten wäre, das weiß sicher keiner so genau. Jeder Mensch und jeder Fall ist ja verschieden!

Liebe Charlotte, breitet Euch alle hier sehr gerne aus, dafür bist Du mir keinen Dank schuldig!
Ich wünsche Dir viel Erfolg mit der Rente. Ohne Kampf geht ja scheinbar nix, egal ob bei unserer Krankheit oder mit den Behörden.

Liebe Grüße an Euch alle und denkt immer daran „DAS LEBEN IST SCHÖN!!!“

Christine :winke:

Charl0tte 08.10.2014 08:40

AW: Wahrheit
 
Hallo Maxi,

na, dann mache ich es mir hier mal gemütlich und leg mich "brettlesbroit" auf's Sofa. :D

Das mit den abgetöteten Abwehrzellen kenne ich so noch nicht bzw. damals war mir das nicht bekannt. Du hast Recht, da werden alle paar Monate sehr widersprüchliche Infos durch die Medien gejagt. Und wenn wir dann hier noch die teilweise unterschiedlichen Meinungen der Ärzte hören, ob z.B. die Frühstadien die Chemo brauchen oder nicht, dann wird die Verwirrung komplett. Und wir frisch diagnostizierten, von der OP noch gebeutelten Frauen sollen über so eine einschneidende Therapie entscheiden. Manchmal habe ich das Gefühl, frau kann es nur falsch machen. Meine Entscheidung wurde durch das mir ausgehändigte Studienprotokoll bestärkt, in der - gefühlt - bei jeder zweiten NW stand "auch mit tödlichem Ausgang". Das habe ich halt wörtlich genommen. Nachdem ich das insgesamt zwölf (!!) mal in dem gesamten Text gefunden hatte, reifte in mir der Entschluss, dass ich dann lieber an der Krankheit sterbe statt möglicherweise an der Behandlung. Primum nihil nocere - zuerst nicht schaden lautet ja seither mein Grundsatz. Bis jetzt hat's funktioniert. Schau'n wir mal. ;)

An der Rentenfront ist gerade Ruhe, seit vier Wochen kein Brief. Ich nehme an, die brüten in Berlin über meinen Metastasen :tongue.

Liebe Grüße
Charl0tte

Tündel 08.10.2014 11:13

AW: Wahrheit
 
ihr Lieben!

Da ich gerade mal wieder am Avastin hänge, hab ich ja Zeit noch über weitere Wahrheiten in meiner Kuscheltiergeschichte zu spekulieren!

Nach der Op wars ja nun noch nicht vorbei, schon beim Aufwachen aus der Narkose gab es die nächste ungeschminkte Wahrheit:
"Aaaaaah, n Stoma???" "Ja, klar, hat se!" Uuuuuuups, iiiiiiich? :eek: :eek: :eek: Schnell wieder ab in die Narkose und weiter :schlaf: :schlaf: :schlaf: Dann: "Zieh mehr, die is so unhandlich!" Waaaaaaas? Iiiiich unhandlich??? :confused: :confused: :confused: Und weiter :schlaf: :schlaf: :schlaf:

Tja und was soll ich sagen, dann war auch noch mein Franziteddy nicht da! Das allergrößte Drama!

Nach recht kurzer Zeit war ich so fit, dass ich lauthalsest nach dem Chirurgen gebrüllt hab, der aber nicht kam, weil er längst nicht mehr im Hause, sondern auf dem Weg zu einem Kongress war! :huh: :huh: :huh:

Ich entwickelte :twak: :twak: :twak:-Phantasien. Dann kam ein netter Doc, der zwar nicht bei der Op dabei war, aber immerhin so viel sagen konnte, als dass man Reste im mm-Bereich habe belassen müssen, weil man sonst den ganzen Darm hätte wegschnippseln müssen! :boese: :boese: :boese: Hmmmmmmpf!
Und dass der Ap-li theoreeeeeeetisch rückverlegbar wäre, wenn denn dann....... :augen: :augen: :augen:

Auf diesem Infostand blieb ich eine Woche, dann endlich kam "Gottväterli" von seinem Kongress wieder und besuchte mich mit den Worten: "Sie und ihr Messi - das war der Hammer!"
Und wieder die gleichen Infos zur Op und Ap-li, Chance da, versprechen könne er nix, weil man ja auch als Gesunder nicht wisse, blafasel, blafasel.... Immerhin, keine sooooo netten Prognosen wie bei uns hier!

Nix Genaues weiß ich so eigentlich bis heute nicht - is vielleicht auch ganz gut so!
Andererseits hsb ich ein Höllenangst, vielleicht sogar mehr, wenn ich ans Sterben mit diesem Mistmessi denke, als vorm tot sein!

Na immerhin is nix mehr zu sehen, die TMse sind unten, wer hätte das vor fast einem Jahr gedacht (ED21.10.2013)??? Und ich bin trotz der netten Prognose von diesem netten O.A.(l) "Ahja, ein paar Monate schon!" immer noch da! Und es geht mir bis auf ein paar psychische und körperliche Winzigkeiten so richtig guuuuuut!

Machts es gut! :prost: :prost: :prost: auf fast ein Jahr!

chrissi1969 09.10.2014 09:48

AW: Wahrheit
 
Hallo liebe Christine ,
ein wirklich spannendes Thema . Grundsätzlich bin ich ein Mensch der gerne weiss woran er ist.Mir ist es am liebsten wenn die Fakten auf den Tisch kommen,wichtig ist aber immer das WIE .Ich möchte nicht angelogen werden,auch nicht vom Doc. Zur Zeit geht es mir wirlich gut und ich habe eigentlich keinen Grund mir Sorgen zu machen ,aber für mich ist es eine Horrorvorstellung am Ende des Weges , ehr tottherapiert zu werde als an der Krankheit zu sterben(:winke: Charlotte).Ich kann nur hoffen das meine Artzwahl richtig war.
Hier noch ein Beispiel für "Ohne Hirn"
Eine Woche nach der großen Op sagte ich zu einem Assistenzarzt : Ich wolte hundert werden,aber das wird jetzt wohl ein enes Ding?
Die Antwort : Der Krebs kommt wieder ,wenn Sie Glück haben nicht gleich .
Sprachs und verschwand aus meinem Zimmer .

Herzliche Grüße
Christina

Tündel 09.10.2014 10:23

AW: Wahrheit
 
Hallo Chrissi und Co!

"Also, ich hab ja beschlossen, dass ich so alt werd, wie ich mich gleich nach der OP gefühlt hab - mindestens 120!
:lach: :lach: :lach:
Aber dann hab ich mir gedacht, dass 119 ja auch reichen!" :rotenase: :rotenase: :rotenase:

Den Spruch hab ich dann angebracht als bei einer Visite ein etwas unterbelichteter Doc so einen Spruch abgelassen hat wie: "Naaaaaaa, mit den Resten da sieht es ja wohl nicht so toll aus mit Ihnen!!!???"
:eek: :eek: :eek:

So ein Depp, ich hab schallendes Gelächter geerntet von Seiten der Truppe :D :D :D und von der Oberschwester ein Riesenlob, dass ich diesem Hirni auf die feisten Füßchen gestiegen bin! Der wär immer so unsensibel!

Un nu isser weg, der Dreck! :twak: :twak: :twak:

Und heit bleib i aufm Kanapee, mei is des schee! :shy: :shy: :shy:

Servas

Charl0tte 09.10.2014 12:59

AW: Wahrheit
 
Hallo Chrissi,

oh mein Gott, da hast Du ja einen besonders hirn- und mutfreien Doc erwischt.
Noch was zum Thema: Bei unserer Erkrankung scheint diese Option irgendwie ganz selbstverständlich im Gesamtpaket mit enthalten zu sein. Meine Operateurin in der Besprechung des Pathologieberichts und der Vorstellung der weiteren Therapie im O-Ton: "Das ist eine aggressive Erkrankung, der muss man aggressiv begegnen." Nun, ich fühlte mich extrem verwundet und bereits zu diesem Zeitpunkt "aggressiv" therapiert. Mir war so kurz nach der OP eher nach Harmonie, Schutz und Ruhe als nach (noch mehr) Aggression. Und meine Hammerdiagnose gab mir den Mut, gegen alle Widerstände zum ersten Mal in meinem Leben nur (!) nach meinem (!) Gefühl zu handeln. Viel schlimmer als nach 5 Jahren ungfähr zu 80 % tot zu sein, konnte es ja kaum noch kommen. Da würde ich meine (Rest-)Lebenszeit GANZ nach MEINEN Bedürfnissen ausrichten. Den Rest habe ich ja schon weiter oben hier im Thread beschrieben. Entscheidungen kann ich immer nur für das heute treffen. Welcher Weg mir dann am Ende mehr lebenswerte Restlebenszeit verschaffen wird, wird sich aber erst in ferner (!) Zukunft herausstellen. Wir können das dann in vielen, vielen (!!!) Jahren alle miteinander im Himmel ausdiskutieren :D:D:D.

Liebe Grüße
Charl0tte

mucki53 10.10.2014 01:46

AW: Wahrheit
 
Hallo Ihr Lieben :winke:,
da will ich doch meinen Senf auch mal beisteuern.
Danke Christine :).
Meine ED war ja am 30.9.2011.
Damals war ich bei meinem Internisten/Diabetesdoc zur Darmspiegelung.
Er erklärte mir die Bilder und teilte mir doch recht einfühlsam mit, dass er den Tumor als fortgeschritten ansieht, da er mit dem Instrument garnicht durchkam.
Da dachte ich schon - oh oh !
Nach der OP im zertif. Darmzentrum Wetzlar 14 Tage später teilte mir die eine Chirurgin mit, dass der Tumor zwar entfernt werden konnte, aber erhebliche Metas im Bauchfell wären, was sie als "nur noch palliativ behandelbar" einstufte.
Das weckte meinen Kampfgeist !!!
Bei der Psychoonkologin hab ich dann ein bissl geheult, aber mir war schon klar, dass ich ohne Hoffnung und Optimismus mich gleich hätte einbuddeln lassen können.
Und seitdem hat sich/habe ich vieles in meinem Leben verändert und mir geht es relativ gut dabei.
Ganz wichtig ist die Information, damit man den Ärzten ein bissl auf gleicher Höhe begegnen kann.
Bis jetzt bin ich damit gut gefahren und sage auch, was ich will und ob es nicht doch so geht, wie ich mir Manches vorstelle.
Liebe Christine,
das mit dem Hundi kann ich so gut verstehen:cry:,
wir sind ja auch nun schon fast sieben Wochen hundelos.
Und mein Mann will keinen mehr, er ist auch erheblich älter als ich und müsste ja meistens "ran" bei den Gassigängen.
Na ja, mal schauen...
Übrigens, soweit ich weiss, kann der Vermieter Kleintiere nicht verbieten !
Ich knuddel Euch alle mal :knuddel:, bereitet Euch auf das Wochenende vor und macht's Euch schön.
Liebe Grüsse :1luvu:
die mucki

Maxi3 10.10.2014 21:36

AW: Wahrheit
 
Meine Lieben,:)

also, ich habe die „Schnauze gestrichen voll“! Mein Hausarzt hat ja mitten im Jahr und für alle überraschend aufgehört. Bei meiner Suche nach einer internistischen Hausarztpraxis, die auch Hausbesuche macht, bin ich noch nicht weitergekommen.
Für mich ist es ja wichtig, dass ich eine ärztliche Betreuung zu Hause habe und nicht in ein Pflegeheim muss, also im Fall der Fälle. Das steht uns ja als Kassenpatient mittlerweile zu.
Natürlich keine schweren Fälle, aber einfach so, dass jemand vorbeischaut, wenn man nicht in die Praxis kann und nicht gleich in ein Krankenhaus oder Pflegeheim muss. Gut, nun genug davon.


Liebe Christina,
es freut mich wirklich sehr, dass Du momentan keinen Grund zur Sorge hast. So soll es bleiben, das wünsche ich Dir!

Auch ich bin grundsätzlich ein Mensch, der gerne – also unbedingt - wissen möchte, woran er ist.
Jetzt wo mein Lebenswille wieder erwacht ist, gibt es für mich nix als die Wahrheit, die ich über meine Krankheit wissen will!!!Wenn der Oberarzt mich damals nicht geleitet hätte, wäre es für mich sicher nicht weitergegangen. Fragen an ihn, wie lange oder dergleichen, kamen mir damals überhaupt nicht in den Sinn. Verstehe ich zwar heute noch nicht ganz, aber es ist halt so.
In der Nachsorgephase nur bla, bla - diese Ungewissheit hält mich weiterhin etwas bedrückt. Kein Mensch findet es z. B. für nötig, dem erhöhten CEA nachzugehen.


Liebe Mucki,
es freut mich, auch von Dir zu hören. Bist ja auch so ein Nachtgespenst wie ich. Denn ich setze mich immer an den PC, wenn ich wieder mal nicht schlafen kann und lese hier im Internet.

Meine Mutter ist an Darmkrebs gestorben. Sie hat nie an sich gedacht und nur an andere. Als sie mit dem Hund spazieren war, ist sie im Wald zusammengebrochen und noch in der Nacht als Notfall operiert worden. Sie hat nie davor geklagt. Ich wohne ja in einer anderen Stadt wie sie und erst als ich im Nachhinein sah, wieviele Tropfen und Mittelchen sie gegen Übelkeit und dergleichen vorrätig hatte, wurde mir klar, wie schlecht es ihr schon länger gegangen sein muss.
Sie wurde im November mit Darmverschluss operiert, der Tumor war so groß, dass er alles verstopft hatte. Aufgemacht und zugemacht. Von den Ärzten kein Wort, was los ist. Die haben später nur gesagt, sie hätten gedacht, dass meine Mutter sowieso nicht lange überleben wird und „es erledigt sich von selber“.
Meine Mutter verstarb im Januar, also 2 Monate danach. Meine Mutter lebte ja im Ausland, und ich fuhr so oft wie ich konnte zu ihr. Es war ein strenger Winter, mit sehr viel Schnee und Eis. Ich fuhr mit dem Auto und hatte zu kämpfen, immer wieder ein paar Tage Urlaub vom Arbeitgeber zu bekommen.
Für meine Mutter wurde nichts mehr gemacht. Gut, damals vor mehr als 20 Jahren waren ja noch nicht die Möglichkeiten so wie heute. Aber ich bin ganz sicher, man hätte meiner Mutter heute noch helfen können und sie hätte nicht so elendiglich zugrunde gehen müssen.

Ich bin seitdem immer bei der Darmspiegelung, weil ich dieses Gen scheinbar vererbt bekommen habe. Es werden immer Polypen gleich mit der Schlinge herausgefischt. Einmal war ich deshalb im Krankenhaus, weil zu viele herausgeräumt werden mussten. Vor einigen Jahren war einer schon wieder bösartig verändert. Nun gibt es aber die Darmspiegelung für mich trotzdem nur alle 3 Jahre. Letztes Mal wurde wieder einer mit 4 mm herausgezogen.

Nun, ich wollte Dir keine Angst mit meiner Schilderung meiner Mutter machen, denn heutzutage muss das ja kein Todesurteil sein, wenn man dahinter ist und sich nicht von den Ärzten billig abschieben lässt.

Danke für Dein Verständnis für meine Hundeliebe. Aber ich kann Deinen Mann ja auch verstehen. Die Verantwortung für viele Jahre für ein Hundeleben zu übernehmen, muss wahrlich gut überlegt sein. Wenn es Dir schlecht geht, Du wieder ins Krankenhaus müsstest, jedes Mal müsste er mit anpacken. Das kann man ja bei aller Liebe zum Tier nicht einfach auf andere übertragen, auch wenn es der Partner ist. Für mich stellt sich das Problem mangels Mann bzw. Partner oder Kinder nicht, daher für mich aussichtslos. Ich habe gesehen, wie meine Papageien aus der Pflegestelle kamen, mir kommen gleich wieder die Tränen. Das schlimmste ist, man kann es einem Tier nicht erklären, warum man es weggeben muss, egal ob für immer oder auch nur für die Pflegezeit.

Es stimmt, das der Vermieter Kleintiere nicht verbieten kann. Aber Hund und Papageien fallen nicht darunter. Kleintiere wären Singvögel, evtl. Kaninchen oder sonstige Tiere. Beim Krach, den manche Papageien machen, kann ich es auch verstehen, aber Vermieter jaulen beim Wort Papagei gleich auf, denn sie wissen nicht, dass es da sehr laute und eher ruhige wie meine gibt.

Liebe Grüße an Euch alle!

Christine :winke:

Maxi3 11.11.2014 04:08

AW: Wahrheit
 
Meine Lieben,

mit dieser persönlichen Thread-Aufteilung komme ich immer wieder ins Schleudern! Also mit dem Thema „Wahrheit“ hat das nichts zu tun, aber hier ist ja mein „Zuhause“.

Habe vor kurzem viel von mir in Engelchens Thread geschrieben, weil ich dort auf einen Beitrag von ihr geantwortet habe.

Nun, heute war ich beim MRT Lendenwirbelsäule. Da kam ich anschließend mal wieder richtig gefrustet raus. :angry:
Schon an der Rezeption sehr unfreundlicher Empfang
Das MRT war schnell vorbei, und ich sollte anschließend warten, bis mich die Frau Doktor zur Besprechung holt. Nach einiger Zeit kam Frau Doktor aus dem Zimmer und rief mich zu ihr. Sie hatte die MRT-Aufnahmen vor sich, sagte aber nichts.
Da sie nichts sagte, versuchte ich es freundlich mit: „Sieht es schlecht aus?“
Sie schaute mich desinteressiert und kühl an und sagte: „Das besprechen Sie am besten mit Ihrem Orthopäden“. Das war die ganze „Besprechung“.
Sie hat mir nur die Aufnahmen in die Hand gedrückt, der Bericht geht per Fax an meinen Orthopäden. Das ist ja alles in Ordnung, aber ich verstehe nicht, warum ich zu einer „Besprechung“ soll, damit mir kommentarlos die Aufnahmen ausgehändigt werden.

Die MRT-Praxis befindet sich genau im Zentrum, es war erst 16 h und gefrustet wie ich war, wollte ich ein bisschen in der Stadt flanieren. Vor einer gut besuchten Tchibo-Filiale saß am Gehsteig vor dem Straßenrand ein Bettler mit einem Hund. Es war ziemlich kalt. Der Mann hatte einen dünnen Umhang und der Hund hatte eine dünne Decke übergeworfen und zitterte vor sich hin.

Ja, ich weiß Bescheid über diese Bettler. Dass sie z. B. abends wieder abgeholt werden, Geld abgeben müssen, Tiere als Mitleidsheischer agieren müssen etc. etc. Normalerweise gehe ich auch vorbei und gebe nur etwas Geld. Mehr nicht.
Diesmal traf es mich bis ins Mark. Ich ging in das Geschäft rein und sprach mit einer sehr netten Verkäuferin. Sie sagte, der Mann sitzt tagtäglich von früh bis spät, natürlich in gebührendem Abstand, vor dem Geschäft. Er tut ihr auch sehr, sehr leid.

Ich habe überlegt, da ich Mitglied in der Gewerkschaft für Tiere bin, ob ich jemanden holen soll. Aber es wurde mir schnell klar, wenn der eine Hund weg ist, kommt morgen der nächste....
Ich habe eine warme Leberkäsesemmel geholt und eine große Portion Leberkäse für den Hund. Was anderes gab es in der Nähe nicht. Der alte Mann hat sich sehr gefreut, und ich durfte den Hund stückchenweise füttern. Ein kleiner, wunderschöner Mischling, beige und weiß das kurze Fell.

Obwohl es sichtlich kein Deutscher, sondern eher ein Bürger aus den neuen Ost-EU-Gebieten war, sprach er ein wenig deutsch. Ich fragte, ob er einen Wunsch hätte. Da sagte er, er hätte gerne einen Tee, denn er müsse seine Tabletten nehmen. Ich holte also einen Tee zum Mitnehmen und dem Hund eine Wasserflasche, da in der Wasserschüssel nur noch schmutzige Reste waren.
Ich fragte ihn, wo er denn schlafen kann. Er sagte 2 Tage bei der Caritas, angeblich auch mit Hund, länger geht es dort nicht. Dann draußen wo....
Ich fragte, ob ich etwas für ihn tun kann. Da sagte er, er hat nur eine Bitte, und das wäre eine Decke. Ich versprach ihm, dass ich morgen wieder komme. Er sagte, er ist wieder da und wenn es regnet, sitzt er ein Stück weiter.

Also, ich habe eine Decke bei mir rausgesucht, abgepackte Wurst, Wasser etc. gekauft und gehe morgen wieder hin. Mich lässt dieses Elend nicht mehr los. Ununterbrochen muss ich an diesen armen Hund denken, er ist angeblich 6 Jahre alt und muss so eine Leben fristen.
Ich bin jetzt schon so weit, dass ich morgen fragen möchte, was der Hund kostet und ich den Hund dem Mann abkaufe.
Ich weiß, dass ich vorher eine Genehmigung meines Vermieters einholen müsste, ich weiß, dass ich aufgrund meiner Krebserkrankung nur eine begrenzte Lebenserwartung habe, ich weiß dieses und ich weiß jenes. Mein Verstand weiß all diese Fakten, aber mein Herz blockiert jeden vernünftigen Gedanken. Ich bin schon öfters an Bettlern mit Hunden vorbeigegangen, aber dieser Hund lässt mich nicht los.
Ich kann nur hoffen, dass ich bis morgen wieder bei Verstand bin oder ich gar nicht in Versuchung komme und der Mann den Hund auf keinen Fall verkauft.

Liebe Grüße an Euch alle!
Christine :sad:

Claudia55 11.11.2014 11:12

AW: Wahrheit
 
Christine ich bin ganz gerührt von deinem Eintrag. Du hast ein gutes Herz. Doch bitte bleib bei Verstand und helfe diesem armen Tier. Du bist wirklich großartig. Sag bitte Bescheid wie du dich entschieden hast. Ganz liebe Grüße

berliner-engelchen 11.11.2014 11:36

AW: Wahrheit
 
Liebe Christine,

welch eine berührende Geschichte!
Mir schießen dabei zwei Gedanken durch den Kopf: zum einen - es ist egal, dass Du krebs hast, wenn Du unbedingt ein Tier möchtest. Das ist meine persönlche Meinung! :D auch wenn andere mich dafür :twak::twak:
Warum? Du bist keinesfalls im Endstadium. :boese: Keiner kann wissen, wie alt er wird. Und ein Herzinfarktkandidat überlegt doch auch nicht? Tiere können einem so viel geben .... Wer weiss, vielleicht überlebst auch Du einfach den Hund? Ist ja keine Schidkröte oder ein Elefant, die uralt werden.
Ausserdem kann das Tier grundsätzlich auch dann wieder ein gutes Zuhause finden, wenn Dein Gesundheitszustand schlechter wird? Oder? Du fragst du dann einfach die Mucki :winke::winke: dann gibts bestimmt ein Lösung. Oder im Hundeforum oder oder oder....
ich persönlcih habe die Erfahrung gemacht, wenn ich laut und deutlich ein Problem äußere und frage, wer helfen kann, kommen erstaunliche Lösungen zutage.

So.
aber mir liegt etwas anderes am Herzen.
Dieser Hund gehört doch auch jemanden? vielleicht ist er für diesen Mann der unersetzliche KUmpel, den er unbedingt braucht? Und Du stürzt den Mann in Gewissenskonflekte, wenn Du ihm Geld anbietest? ER will vielleicht unbedingt Geld, aber möchte sein Tier nicht hergeben?
also ich finde, Du musst unbedingt ein klares Bild über diese ja schon bestehenden (lange?) Beziehung von Tier und Mensch haben. sonst wäre es ja eher ein "wegnehmen"? oder ?
Klar, wenn es das nicht ist, dann ist alles gut. Aber das ist eerst mal eine Grundvoraussetzung.

Schön, dass du erst mal Hund und Mann geholfen hast. Das ist wichtig.
ich denke in einem Gespräch ergibt sich alles weitere.

AUF JEDEN FALL spricht dein Herz und dein bauch eine seeehr deutliche Sprache und auf die solltest Du hören! Dann kannst Du auch nichts falsch machen.
Schaffst Du denn das spazierengehen und alles andere mit dem Wauwau? Ist ja auch eine gute Methode, sich täglich mehrmals zu aktivieren und Zeit draußen zu verbringen. Dein Immunsytem freut sihc.

Alles Liebe und Gute und ich kann es kaum erwarten, wie die Geschichte weitergeht.
Birgtit

T'Pau 11.11.2014 11:47

AW: Wahrheit
 
Hallo Christine,

mal abgesehen von aller „Logik“, die sagt, dass dann der nächste Hund zum „mitleidheischen“ geholt würde.

Wenn dich dieser Hund nicht los lässt, dann ist dieser Hund etwas Besonderes.

Und um den Spruch der Bremer Stadtmusikanten etwas abzuwandeln:
„Etwas Besseres als dies, findet sich überall!“

Was das Thema begrenzte Lebenserwartung angeht. Ich kenn jetzt gerade deine Geschichte nicht, aber ist das wirklich ein Grund? Wie lange verzichtest du nun schon aus diesem Grund?

Ich möchte dir nicht zu nahe treten also bitte nimm es mir nicht allzu übel, wenn ich jetzt schreibe, dass sich das ein bisschen so anhört wie wenn das berliner_engelchen keine neuen Pullover mehr kauft…

Keiner (mit oder ohne Krebs) weiß lang im Voraus wann es Zeit ist endgültig abzutreten.

Und ich hab den Eindruck, dass du schon eine Idee hast wie du für deine Tiere im Fall der Fälle vorsorgen könntest, liege ich da falsch?

Der Vermieter muss gefragt werden, klar.
Aber ansonsten, vielleicht ist es einfach auch für deine Seele gut!?!

Ich wünsch dir eine gute Entscheidungsfindung
T‘Pau

Ich sehe gerade den Eintrag vom engelchen. Klar, wenn der Mann diesen Hund nicht hergeben mag solltest du ihn nicht wegnehmen....

SunnyCat 11.11.2014 12:00

AW: Wahrheit
 
Liebe Christine,

auch von mir: Wahrscheinlich ist es DEIN Hund?
Sowas gibt es ja.
Kannst du das Tier im Freundeskreis ein wenig absichern?
Ich habe nach dem Tod meiner Hündin auch eine Kleine (es war auch MEINE) adoptiert - man müsste allerdings dafür Sorge tragen, was mit dem Tier ist, wenn man ins KH müsste....

Liebe Grüße + alles Gute,
Kathrin

Maxi3 11.11.2014 23:10

AW: Wahrheit
 
Meine Lieben, :)

liebe Claudia55, liebes Berliner Engelchen, liebe T'Pau und natürlich auch liebe SunnyCat – ich bin so gerührt, richtig überwältigt über Eure Anteilnahme, Euer Interesse und Meinungen zu diesem Thema. Hätte ich nicht gedacht beim Schreiben meines Beitrages, also ganz ehrlich – ich bin hin und weg........
Über Eure PN´s habe ich mich natürlich auch sehr gefreut und werde auch noch antworten.

Heute war ich so hundemüde, weil ich gestern kaum geschlafen habe. Um 14 h hatte ich Termin zur Besprechung bei meinen Orthopäden wg. des MRT´s gestern.
Beurteilung: Ausgeprägte Fehlhaltung der LWS mit polysegmentalen Osteochondrosen und Bandscheibenprotrusionen sowie Forameneinengungen und Spondylarthrosen.

Er sagte, natürlich könnte man Nägel einsetzen, um die Wirbelsäule zu fixieren. Aber das wäre der letzte Schritt. Ich winkte auch sofort ab. An meine Wirbelsäule geht keiner ran! Dann kam die Klinik ins Spiel, mit der er als Orthopäde zusammenarbeitet und dort gibt es auch einen Bereich Schmerztherapie. Der Mann dort wäre sehr gut, aber das würde schon ca. 2 Wochen stationär dauern, damit man ein genaues Konzept der Schmerzbehandlung entwerfen könne. Auf diesen Zug sprang ich aber nicht auf, denn ich lege mich nirgendwo mehr in eine Klinik. Aber da er dem Erstaufnahmefragebogen entnehmen konnte, dass ich im Krankenhaus privat zusatzversichert bin, habe ich so was schon erwartet. Ich sagte ihm, dass ich es erst auf einem andern Weg probieren möchte.
Er zu mir, Schmerzmittel lehnen sie ja auch ab. Ich lehne sie nicht ab, erwiderte ich, ich vertrage die meisten halt einfach nicht. Die 2 Standardmittel gegen Polyneuropathie gehen überhaupt nicht, wie ein Versuch zeigte und die Opiate heuer im Frühjahr wegen meinem Kopf haben mich nur auf den Weg zur Kloschüssel gebracht!

Er gab mir auch erneut recht, dass die Chemo den Zustand meiner Knochen verschlechtert haben könnte. Denn vorher hatte ich noch keine solchen Probleme und jetzt kommt noch die massive Polyneuropathie dazu. Jetzt ist es leider so, dass es mit dem Laufen immer schlimmer wird und länger stehen fällt mir immer schwerer. Nordicwalking ziehe ich zwar durch, aber macht so keinen Spaß mehr, da ich dauernd pausieren muss, weil mir sonst quasi „mein Kreuz abbricht“.
Gut, jetzt bekam ich eine Heilmittelverordnung. 6 x MT und 6 x Fango. Ich war zuletzt 2011 dort, also vor 3 Jahren wegen meiner Lymphödeme. Da wurde aber so gut gearbeitet, dass aus meinen Elefantenbeinen wieder normale Beine wurden. Daher gehe ich dort auch wieder hin.

Damit der sehr nette, junge Orthopäde auch etwas Geschäft mit mir macht, habe ich quasi meine Spendierhosen angezogen. Es ging um die Knochendichtmessung, die ja bei meinen Schmerzen auch nicht uninteressant ist. Er sagte, das zahlt die Kasse und er würde mir eine Überweisung zu der Radiologie geben, wo ich gestern wegen dem MRT der LWS war. Ich sagte so unfreundlich wie die dort waren, habe ich keine Lust dazu.
Dann erst sagte er, er hätte auch die gleichen Apparate, aber für diese Messung keine Kassenzulassung. Das würde dann allerdings ca. 72,-- € kosten. Das könne man gleich machen und Besprechung gleich bei ihm danach. Das war mir dann lieber, da war mir das Geld egal und ich hatte es hinter mir. Die Untersuchung zeigt, dass ich erst eine Osteopenie, also eine Vorstufe der Osteoporose, habe. Dafür musste er mir auch keine Bisphonate verschreiben. 1200 mg Calcium und 800 IE Vitamin D pro Tag täten es auch. Das hat er mir aber nicht verschrieben, das mache ich privat weiter, denn so ungefähr nehme ich das sowieso seit Jahren ein. Man könne aber auch mit der halben Dosis auskommen, meinte er noch abschließend.

Ich saß aber schon richtig auf Kohlen und habe den guten Mann gehetzt. Ich musste doch zu meinem Hundi fahren, denn ich hatte es ja versprochen. Also, schnell wieder mit dem Auto nach Hause und alle Sachen holen, die ich mitbringen wollte und ab zur U-Bahn, denn in das Stadt fahre ich nicht mit dem Auto.
Da war es dann schon 16,10 h, als ich die Straße zu meinem Hundi stürmte. Es ist nicht die Haupteinkaufsstraße, wo sich alles abspielt, sondern eine ziemlich exquisite Straße mit sehr teuren Geschäften und Nobelrestaurants. Da verkehren eigentlich mehr die reicheren Leute, aber die gehen meist an so einem Bettler mit ihren prallen Einkaufstüten vorbei.

Gestern saß der Hund ja ziemlich teilnahmslos, vor Kälte zittern da. Als ich heute auf die beiden zuging, sprang er laut bellend auf und kam mir schon entgegen. Er legte die Pfoten auf mich und war kaum zu bremsen. So ein Glücksgefühl, meine Lieben, so unvorstellbar schön. Ich musste mit den Tränen kämpfen! Der Mann freute sich auch sehr, als er mich sah und er freute sich auch sichtlich über alles, was ich brachte.
Hie und da blieben heute Leute stehen und gaben ihren Senf dazu. Ein Mann sagte, was mich natürlich sehr freute, dass man sieht, dass der Hund mich sehr mag. Denn er lehnte sich ganz fest an mich und legte seine Vorderpfote auf meinen Arm, als ich neben ihm kauerte.

Ich habe den Hund wieder gefüttert und mich an mein Thema herangepirscht. Ich habe herausgefunden, dass er aus der Slowakei ist, also EU. Mühselige Angelegenheit, er wollte oder konnte mich nicht verstehen. Ich sagte, ich hätte eine guten Platz für den Hund, ob er damit einverstanden wäre und ich ihm Geld geben würde. Er schüttelte immer nur den Kopf und sagte nein, nein. Ich weiß aber nicht, ob er mich auch richtig verstanden hat, denn sein deutsch ist wirklich sehr schlecht.
Gut, er fährt am Samstag wieder heim, ein Kollege holt ihn ab und sie fahren mit dem Auto. Er zahlt für die Fahrt 40,-€. Am 1. oder 2. Dezember kommt er wieder, auch bei Regen oder Schnee.
Ich komme am Freitag wieder bei ihm vorbei und versuche es nochmals. Bringe auf jeden Fall Spielzeug und einen großen Hundeknochen mit.

Der Hund hat sich auch um sich gedreht und dabei in seinen Schwanz gebissen. Eine boshafte Frau blieb stehen und bemerkte, dass der Hund ja verhaltensgestört sei.
Ich bin halb erfroren, aber blieb dort, denn ich wollte wissen, wo er abends hingeht. Er sagte um 17 h macht er Schluss und verstaute alles in einen Riesenrucksack. Ich nahm den Hund an die Leine und ging mit. Da gestand er, dass er nicht zum Hauptbahnhof zu der Caritas geht, weil da der Hund doch nicht bleiben kann. Er geht zur Theresienwiese, dort wäre ein Platz, wo er gut mit meiner Decke übernachten könne. So kalt sei es ja noch nicht. Wir kamen an einem kleinen Park vorbei, da ließ er den Leo von der Leine und der freute sich und tollte herum. Also, so schlecht geht es ihm bei seinem Herrn doch nicht und ich habe heute gesehen, dass er gut genährt ist.
Aber der Hund hat scheinbar noch nie ein Bad gesehen. Eine Frau, die ihn auch streichelte, sagte da bleibt man ja am Fell direkt kleben...
Ich habe Zuhause meine Kleidung richtig durchlüften müssen, so stank alles nach dem kleinen Stinker :smiley1:, aber das macht doch einem Hundefreund wie mir nix aus.
Trotz meiner dicken Winterjacke war ich richtig durchgefroren und ich kann mir gar nicht vorstellen, wie dieser Mann und der Hund das den ganzen Tag sitzend aushalten.

Also, ich bin noch keinen Schritt weitergekommen und werde wieder berichten, ob ich am Freitag noch was erreichen kann und wenn nicht, versuche ich es im Dezember nochmals.

Ja, für meine Vögel habe ich einen Platz, wenn ich mal krankheitsbedingt ausfallen würde, aber für den Hund leider nicht. Das wäre noch eine Baustelle und ich weiß, dass ich für meine Hunde früher auch niemanden hatte, ich aber nicht krankheitsbedingt ausgefallen bin. Hund ist sehr schwierig, leider auch bei Leuten, die schon einen haben, aber sich keinen auch nur kurzfristig „aufhalsen“ möchten.
Ich bedanke mich auch für die lieben Angebote, mir da aushelfen zu wollen, aber man muss bedenken, dass ich weit unten im Süden wohne und die meisten von Euch doch mehr nördlich Zuhause sind.

Liebe Grüße :knuddel::knuddel:
Christine


P. S. Mich juckt und beißt es jetzt hie und da. Vielleicht habe ich es mit „Gästen“ von meinem Hundi zu tun?? Geht ein Hundefloh überhaupt auf Menschen? Ich habe da keine Ahnung, weil meine Hunde keine Flöhe oder dergleichen hatten.

heaven 12.11.2014 09:38

AW: Wahrheit
 
Hallo Maxi,

ich bin hier nur "Randgucker"-komme aus der Lungenkrebs-Fraktion...
Aber deine Geschichte mit dem Hund hat mich sehr berührt!
Ja, leider gehen Hundeflöhe auch auf Menschen. Die Stiche sind sehr klein und rot, nicht so geschwollen wie Mückenstiche und jucken tierisch! Die kleinen Biester gehen erst mal in deine warme Kleidung (Winterjacke!) und merken dann: " Hey Jungs, hier gibt's auch `ne Bar!!" Pack deine getragene Kleidung für einige Stunden in die Tiefkühltruhe, das überleben die Blutsauger nicht.

Ich werde jedenfalls weiterlesen, welche Lösung du für den Hund gefunden hast! Und auch ich habe den Eindruck, das es Hundi doch recht gut geht. Die meisten "Tippelbrüder" kümmern sich gut um ihr Tier, da er ihre einzige emotionale Stütze ist.

Liebe Grüße von
Heaven (dem Himmel so fern)

mucki53 12.11.2014 18:30

AW: Wahrheit
 
Liebe Maxi,
ich drück Dich einfach mal :knuddel::knuddel: !
Mögen Deine Wünsche sich erfüllen !

Mohrline 12.11.2014 19:43

AW: Wahrheit
 
Liebe Maxi,ich bin ein Borderliner und stiller Mitleser.Deine Geschichte geht mir richtig unter die Haut,habe selber Hund und Katze,beide schon sehr alt.Wenn ich kann,helfe ich auch gerne aus.Ich wohne in Erding bei München vielleicht bin ich in deiner Nähe.Also,her mit den Tieren.Ich wünsche Dir nur das beste.Liebe Grüsse Mohrline alias Claudia

Geliplie 13.11.2014 23:14

AW: Wahrheit
 
Liebe Maxi,
als Angehörige lese ich aus verschiedenen Gründen immer quer, ich kann nur bestätigen, was Mohrline sagte, es geht unter die Haut. Mein Sohn hat innerhalb von 1,5 Jahren Opa und Oma verloren und wünscht sich so sehr einen Hund....Engelchen hat mich, ohne es zu wissen, dazu gebracht, intensiver drüber nachzudenken. Ein Dackel wäre mein Traum.
Ich werde dich weiter verfolgen... Wenn ich darf.
Liebe Grüße, Geli

Maxi3 13.11.2014 23:57

AW: Wahrheit
 
Liebe heaven, liebe mucki, liebe Claudia, liebe Geli,
und all die anderen Lieben hier!!!

Geli, mein erster Hund war auch ein Dackel. Du solltest Dich aber vor Kauf genau über die Eigenheiten etc. sehr gut informieren. Sie sind nicht immer einfach.

Nun zu meiner Hundegeschichte: Also, was soll ich sagen? Oder einfach nur, dass ich ein richtiger Pechvogel bin!

Es gibt 2 Möglichkeiten:
Die Kalbsleber, die ich am Montag bei der Metzgereikette M. gekauft habe und lt. Auskunft des Verkäufers auch bis Dienstag noch haltbar wäre, war nicht mehr gut. (Normalerweise gibt’s bei mir so was nicht, aber ich habe gelesen, dass Kalbsleber für Blutarmut das beste wäre).

Oder: Ich habe mir was eingefangen, und das, obwohl ich seit vielen Jahren so was nicht oder überhaupt nur irgendeine Grippe hatte. Grippeschutz hatte ich auch vor 2 Wochen, danach wirkt sie ja. Allerdings war der Mann ziemlich krank und hat mit meinem Tee seine Tabletten eingenommen.

Aber vielleicht ist es auch so, dass man mit Krebs auch anfälliger wird. Es ist wirklich nix mehr so, wie es einmal war.

Gestern Mittwoch gingen bei mir quasi „die Lichter aus“. Ich wollte aufstehen, musste mich gleich übergeben. Dann musste ich ja meine Vögel versorgen. Da merkte ich vor der Voliere, dass mir quasi die Sinne schwanden und ich schnell auf den Boden ging. Ich lag auf dem kalten Küchenboden und war handlungsunfähig. Nach einer Weile ging es hinten los, ich konnte es nicht regulieren.
Als ich spätabends den Versuch machte, etwas Kamillentee und Matzenbrotstückchen zu mir zu nehmen, musste ich mich sofort übergeben. Ich kam daher nicht über die Kloschüssel, sondern verspritzte spontan mit einer Fontäne das halbe Bad.

Heute um 14,30h klingelte es und da musste ich wieder hoch. Die Rauchmelder wurden im ganzen Haus eingebaut. Ich hatte Mühe, stehen zu bleiben. Seitdem versuche ich immer wieder, auf die Beine zu kommen, damit ich morgen fit bin. Habe auch schon kurz am PC gesessen.

Also, heute der Einkauf für morgen (Wurst, Brot etc.) und Hundeknochen wurde nix.
Ich muss so fit werden, dass ich es morgen schaffe einzukaufen und zum Tierfachgeschäft wegen des großen Knochens für den Hund zu kommen. Danach muss ich zum Hundi gehen, da die ja den letzten Tag da sind. Ob das wirklich stimmt, dass er Anfang Dezember kommt, weiß ich ja auch nicht ganz genau, bei der schlechten deutschen Verständigung.

Zu allem Überfluss ist mein Fieberthermometer kaputt. Ich habe schon gestern und heute gemessen, gestern waren es 34 Grad und noch was und heute immerhin schon 35 Grad. Ich bin doch noch nicht tot bzw. schon so kalt???

Genug gejammert und entschuldigt bitte diesen „Ausreißer“! Ich meine damit, dass dieser Beitrag nix mit dem Thema Krebs zu tun hat. :(
Drückt mir die Daumen, dass ich das morgen schaffe, Danke sehr!

Liebe Grüße
Christine :winke:

P.S. Noch was, bevor ich mich wieder hinlegen muss.
Der Mann ist eindeutig kein „Tippelbruder“ im herkömmlichen Sinn. Nach Alkohol sieht er nicht aus. Es ist ihm aufgrund der offenen Grenzen zur EU möglich, hier zum Betteln zu kommen. Es ist auch hier in der Stadt nicht verboten, so lange er keine Leute anspricht bzw. nicht aktiv bettelt.

berliner-engelchen 14.11.2014 13:28

AW: Wahrheit
 
Liebe Christine,

ich mache es kurz, aber eindringlich:
:boese::boese::boese::boese:
die Reihenfolge ist nicht richtig: nicht zuerst der fremde Hund, der DIR (noch) nicht gehört, sondern Du selbst.
Deine Kräfte müssen soweit reichen, dass du SCHNELLSTENS zum ARZT gehst - und zwar VOR DEM WOCHENENDE. Sonst ist die Gefahr gross, dass du in der Notaufnahme und dann STATIONÄR landest!!!

BITTE
Mit dem, was Du schilderst ist nicht zu spassen :boese::boese::boese:
du hast eine Infektion und der Verlauf kann SCHNELL drastisch sein. Das muss nicht sein, aber DU weißt es nicht.
ich musste das leidvoll durhc meine Mama erfahren: Das,was du schilderst, haben wir uns im nachhinein anhand des Zustandes ihrer Zimmer als Ablauf danach auch zusammengereimt. Es muss ähnliches passiert sein. Aber meine Mama haben wir tot in der Badewanne gefunden. .... sie ist an multiplem Organversagen gestorben, Auslöser war eine Lebensmittelvergiftung :cry::cry::cry::cry: und es muss so plötzlich und schnell gegangen sein, dass sie niemanden mehr informieren konnte. auch mich nicht.
Auch Grippe, TBC und andere Infekte beginnen so.

Und nein, 2 Wochen nach Impfung besteht noch kein voller Impfschutz - er braucht teilweise mehrere Wochen, bis er vollständig ist.

Du hast Körperkontakt zu einem auf der Straße lebenden osteuropäischem menschen gehabt, der Viren übertragen kann, die in dieser Form bei uns nicht vorkommen. Das kann alles mögliche sein, - OHNE jetzt irgendwas zu unterstellen. Aber es KANN eben sein. Meine Freundin hat sich von ihrer osteuropäischen Krankenhaus-Bettnachbarin einen Keim oder ein Virus gefangen, dass Sehnen zersetzt .... es hat Wochen gedauert bis man es fand und Monate, bis man es bekämpfen konnte ...

BITTE GEH SOFORT ZUM ARZT !!!

Und liebe Christine: klar machen (meine) Horrorgeschichten vielleicht Angst. Das sollen sie nicht wirklich. Sie sollen nur sensibilisieren dafür, dass es oftmals drastische Verläufe oder komische Negativzufälle geben kann.
diese gehören in die HÄnde von guten Ärzten!!!!!

meine Liebe ich schicke Dir vor allem TAUSEND Schutzengel vorbei und ich wünsche Dir wirklich von ganzem Herzen, dass alles nur ein harmloser sich selbst regulierender Darmvirus war, der übermorgen der Vergangenheit angehört!
Aber wir Menschen mit Grunderkrankungen müssen eben auch GANZ GANZ GANZ vorsichtig sein und ALLLES bedenken..

Vergiss den Hund jetzt mal. :twak: Er kommt wieder, wenn er wiederkommen soll.
ER braucht dich, wenn er dich braucht, auf jeden Fall gesund. :twak:
es geht jetzt um DICH !!

:remybussi vom
:engel:chen

Maxi3 14.11.2014 21:56

AW: Wahrheit
 
Liebes Engelchen, :1luvu:

ich hoffe, dass ich es Dir einmal danken kann, was Du selbstlos an Energie und Zeit aufopferst, um anderen Betroffenen zu helfen.
Die Nachricht von Dir hat mir keine Angst gemacht. Es hat mich nur bestärkt, dass ich mit meiner Willenskraft alleine nix durchboxen kann, wenn der Körper nicht mehr mitspielt. :angry:

Seit meiner Sepsis Ende 2010 ging es mir noch nicht so schlecht. Das ist es aber nicht, denn das ging damals ganz schnell. Zuerst keine Temperatur so wie jetzt, aber abends war das Fieber dann am obersten Anschlag, und ich kämpfte auf der Intensivstation um mein Leben. Was mir lt. Ärzten wie durch ein Wunder auch gelang. War zu spät festgestellt worden.

Also Sepsis habe ich nicht, denn ich bin noch immer kalt, d. h. Temperatur 35,6. Blutdruck SYS 89, DIA 61. Also, Kreislauf im Eimer.

Heute hatte ich größte Mühe, im Stehen meine Vögel zu versorgen bzw. die Volieren mit Futter, frischem Obst etc. zu bestücken. Ich habe leider meine Pläne aufgeben müssen, zu meinem Hundi zu kommen. No way....
Zu meinem neuen Hausarzt, der ja am Freitag nur bis Mittag da ist, konnte ich nicht gehen, weil ich mich nicht so lange aufrecht halten kann. Außerdem konnte ich erst am Nachmittag kurz aufstehen.

Ich habe nachgedacht, so hilflos wie ich jetzt bin, also sofort Hilfe bräuchte, da wäre jetzt ein Hund nicht mehr zu händeln. Meine Vögel sind bereits jetzt total verstört, sie reagieren auf alle Unregelmäßigkeiten im Tagesablauf sehr sensibel.

Dass ich mir was bei dem kranken Mann eingehandelt haben könnte, daran denke ich auch. Denn so wie ich jetzt beisammen bin, so was kenne ich nicht. Da ist irgendwas im Gange, was auch mich beunruhigt.

Ich weiß, dass ein Anruf genügt und der Notarzt kommt. Ich fürchte, dass er mich dann einweisen wird. Dann käme ich in ein Krankenhaus, wo gerade Platz frei ist. Da ich aber in kein Krankenhaus gehe, so lange ich noch irgendwie kann, stellt sich die Frage gar nicht.

Es ist ja nicht so einfach mit Tieren. Ich möchte es jedenfalls meinen Vögeln so lange es geht nicht zumuten, wieder in die Pflegestelle zu kommen. Papageien reagieren äußerst sensibel. Die letzte Zeit, in der sie 8 (!) Monate in der Pflegestelle in einem kleineren Käfig als der Voliere sitzen mussten, ist noch nicht vergessen. Sie sind jedenfalls nicht mehr die selben, seitdem sie wieder zu mir zurückkamen. Sie ist jetzt vorne nackt gerupft und wenn ich nur aus dem Zimmer gehe, schreien sie. Ich vermute, das sind noch immer die Verlustängste.

Ich werde versuchen, auf die Beine zu kommen. Hoffentlich bin ich am Montag so fit, dass ich zu meinem neuen Hausarzt gehen kann. Die Praxis ist ja nicht weit von mir entfernt. Er soll dann mit einem Blutbild schauen, ob ich mir da etwas behandlungsbedürftiges eingehandelt habe.

Liebe Grüße und nochmals tausend Dank!

Christine :remybussi

mucki53 15.11.2014 02:38

AW: Wahrheit
 
Liebe Christine,
ich wünsche Dir, dass es nur was Harmloses ist - hier grassiert scheinbar auch wieder was - und dass Du schnell wieder auf die Füsse kommst :remybussi.
Wir können uns ja mein bissl Kraft (im Moment!) teilen :knuddel:.
Zwei Halbe geben auch eine Ganze :prost:.

Conny 15.11.2014 09:34

AW: Wahrheit
 
Liebe Christine:knuddel:,
Ich wünsche Dir auch sehr dass es Dir wieder besser geht,Du hast ja auch schon genug miterlebt mit Deiner Gesundheit,also ab zum Hausarzt.
Ja ich habe auch einen Stubentiger zu Versorgen,lebe auch alleine und kenne die Problematik dass Tier Versorgt werden muss.
Nun hab ich aber das Glück dass mein Sohn gegenüber wohnt und meinen Stubentiger Morgens und Abends füttern kann,er bleibt dann auch immer noch ein wenig bei Ihr,aber das Beste für die Alte Katzendame ist halt dass Sie in Ihrer gewohnten Umgebung bleiben kann.
Vielleicht kennst Du ja jemanden der evtl.Deine Vögel in Ihrem Zu Hause bei Dir Versorgen könnte,falls Du mal in die Klinik einrücken musst-was wir ja alle nicht hoffen wollen:)

Ich bin ja auch so ein Tierlieber mensch und kann oft gar nicht das Leid von manchen Tieren sehen,so eine Begegnung wie Du hatte ich auch einmal,ich habe auch Futter gespendet,mach ich heute noch für die Vielen Streunenden Katzen die so frei Rum laufen,
aber Natürlich ist man auch nicht mehr so belastbar,
also Gute Besserung für Dich und pass schön auf Dich auf.

Lieben Gruß Conny:1luvu:

Maxi3 15.11.2014 20:17

AW: Wahrheit
 
Liebe Mucki, :winke:
vielen Dank für Deine guten Wünsche. Die halbe Kraft würde mir auch schon reichen.
Heute geht fast nix mehr. Wenn ich aufrecht stehe, dreht sich gleich alles. Keine Besserung in Sicht. Mein Darm ist mittlerweile so leer, dass ich beruhigt zur Darmspiegelung gehen könnte, denn es kommt nur noch klares Wasser.

Ziemlich kraftraubend, alleine die Vögel zu versorgen. Die verstehen auch nicht, dass es keine Küsse mehr von mir gibt, denn ich möchte sie nicht anstecken.
Kostet mich viel Kraft, hier vor dem PC zu sitzen und zu schreiben......


Liebe Conny, :winke:
herzlichen Dank auch Dir für Deine guten Wünsche.

Ja, es wäre am besten, wenn meine Vögel bei mir Zuhause betreut werden könnten. Aber da bin ich all die Jahre noch nicht fündig geworden. Daher ist es ein großer Aufwand, sie mit allem Drum und Dran nach Niederbayern zu transportieren, wo diese Frau wohnt. Sie holt sie aber bei mir ab, sodass ich nicht selbst fahren muss. Aber nach Niederbayern kommen sie nur, wenn ich länger ins Krankenhaus muss. 2 – 3 Tage würden sie notfalls auch ohne mich aushalten, da sie genug Futter und Wasser in der Voliere haben.

Es freut mich für Dich, das Dir Dein Sohn bei der Katzenbetreuung hilft. Da kannst Du Dich wirklich glücklich schätzen!!! Familie ist hier das A und O. Wenn die Familie zusammensteht, ist das immer das Optimale.

Ich habe mir früher keine Gedanken gemacht. Aber dass ich keine Familie habe, bereue ich heute zutiefst. Auch im Krankenhaus, wenn kein Verwandter sich darum kümmert, dass da alles optimal läuft, ist man arm dran, wenn man alleine alles durchfechten muss.
Ich habe nur die Hoffnung, dass sich mein neuer Hausarzt „dahinterklemmt“, falls ich mal im Krankenhaus Hilfe bräuchte.


Liebe Heaven, :winke:
damit ich es nicht vergesse. Vielen Dank für Deinen Tipp wegen des Flohs.
Mich hat seitdem nix mehr gestochen. Ich glaube, dem hat es bei mir nicht geschmeckt.


Liebe Grüße und auch an all die anderen Lieben hier! :knuddel::knuddel::knuddel:
Christine

SunnyCat 15.11.2014 22:44

AW: Wahrheit
 
Liebe Christine,

ach herrje - was für ein Desaster gerade!
Ich habe dir ja schon geschrieben, dass ich es ganz wichtig fände, dass du dich jetzt sehr sorgsam um dich kümmerst. Anscheinend braucht es noch einige Fürsorge von dir an dich + deinen Körper, um dich perspektivisch ein wenig zu stabilisieren...
Ich lese Panik zwischen deinen Zeilen, du Ärmste, aber ganz bestimmt wird alles wieder gut, versuche ruhig zu bleiben und dir Fürsorge zukommen zu lassen, ja?
Und ich habe das Gefühl, dass du einen Notarzt anrufen solltest, so dass dir geholfen wird.
Keiner darf dich gegen deinen Willen in ein KH einweisen oder dort behalten, aber wenn es nötig sein sollte, so solltest du dich nicht dagegen sperren, liebe Christine.
Stell deinen Vögeln doch ganz viel zu essen hin und Wasser, sie sind doch zu zweit. Zur Not könnntest du vielleicht bei einer ansässigen Tierschutzorganisation anrufen, so dass sie dir mit deinen Tieren helfen?

Ich wünsche dir alles Liebe, pass gut auf dich auf!

Geliplie 15.11.2014 23:33

AW: Wahrheit
 
Liebe Christine,
Ich wünsche dir alles erdenklich Gute!
Du Kennst deine Vögel sicher am besten und wenn ich es richtig heraus lese, sind es Papageien. Ich selbst hatte Wellensittiche, zum Schluss nur noch einen. Es ist ja ein ewiger Kreislauf, wenn einer stirbt. Der arme saß allein vorm Fenster wenn ich arbeiten war. Wenn ich im Urlaub war, kam der Nachbar alle 2 Tage. Ich selbst hatte Probleme mit dem Gefeder und Gestaube, deshalb wollte ich den Kreislauf enden lassen, wenn er dann stirbt. Ich habe rechts keine Tränendrüse mehr und muss alle 20 Minuten nachhelfen. Aber wegen meinem Sohn habe ich es durchziehen wollen. Bei Facebook dann ein Aufruf eines verzweifelten jungen Mannes, den ich sogar kenne. Er hat in einer Stadt, 100 km entfernt, wo er beruflich war, einem Wellensittich das Leben gerettet, der in die Fänge einer Krähe gekommen war, ihn per Hand nach Hause geschafft im Zug und war nun auf der Suche eines Käfigs, mangels finanzieller Mittel. Ich habe lange Gespräche mit meinem Sohn geführt und dann den Käfig dem jungen Mann geschenkt... Mit Vogel. Mein Vogel ist glücklich wie nie zuvor, fliegt wieder und ich bekomme regelmäßig Videos. Weil er zu zweit ist, vermisst er uns nicht. Auch mein Sohn hat eingesehen, dass es besser war.

Du sollst deine Vögel natürlich nicht abgeben. Aber wie eingangs gesagt, ich war 3 Wochen an der See und der Vogel kam klar. In erster Linie zählst du. Denk bitte jetzt in erster Linie an dich. Wie sunnycat schrieb: sie sind zu zweit. Und meiner hat es alleine geschafft. Stell alles hin und lass das, was mit dir los ist, bitte abklären.

Ich denke an dich.

Alles Liebe, :pftroest:
Geli

berliner-engelchen 17.11.2014 11:47

AW: Wahrheit
 
Liebe Christine,

heute ist Montag und ich hoffe so sehr, dass Du nun die Kraft findest, es bis zu Deinem Arzt zu schaffen. Du brauchst in dem Zustand ärztliche Hilfe. Elektrolyte zum Aufpäppeln, ein Blutbild um zu wissen, was los ist.
Bitte - ich weiss, dass deine Lage so schwierig ist und auch das Geld knapp. Aber bitte gönn dir notfalls ein Taxi zum Arzt. Der soll dich zumindest mal ansehen.
Raff dich bitte auf.
niemand darf dich ins KH einweisen gegen deinen Willen, hab keine Angst. Aber man kann außer KH ganz ganz viel machen, um Dir zu helfen. und damit bekommst du den Infekt auch schnell wieder in den Griff.

Die lieben Flatterlinge sind zu mehreren (bestimmt) und nicht soooo hilflos wie du denkst. Trau denen ruhig auch etwas zu, auch wenn sie erst mal verwirrt und/oder verärgert wirken. Das ist wie mit Kindern: sie wachsen mit den Aufgaben, die man ihnen zutraut ....
Vielleicht sind sie auch einfach ein bisserl verwöhnt von Dir :raucht::raucht::raucht:??? (mal gaaaanz ehrlich?? :smiley1::smiley1: könnte das sein ?? :rolleyes:)

GUTE UND SCHNELLE BESSERUNG FÜR DICH!!!

LG
Birgit

mucki53 18.11.2014 00:39

AW: Wahrheit
 
Achje Christine, lass dich erst mal dolle :knuddel: !
Hoffentlich konntest Du heute zu Deinem HA gehen.
Wie meine "Vorschreiberinnen" schon gesagt haben, Elektrolyte gegen die Austrocknung und ein Blutcheck auf eventuelle Viren.
Und dann MUSST Du auch was essen !!
Nicht viel, wenn Du nicht magst, aber was Kräftiges.
Kannst Du Dir ne richtig gute Hühnersuppe mit viel Suppengrün machen ?
Die gibt Kraft !
Und ansonsten ist Schonung angesagt, bis es Dir wieder besser geht.
Was ich von ganzem Herzen hoffe :knuddel: !

Maxi3 18.11.2014 02:26

AW: Wahrheit
 
Liebe SunnyCat, liebe Geli, liebes Berliner Engelchen und liebe Mucki,
und alle Lieben hier, die hier evtl. mitlesen! ;)

Um es vorweg zu nehmen, liebes Engelchen, meine Lage ist schwierig, aber das Geld ist Gottseidank bei mir nicht so knapp, dass ich mir keine Taxifahrt leisten könnte. Aber ich will keinem braven Taxler schaden, dass er wegen 2 Straßen weiter eine Fahrt machen muss. Die stehen nämlich oft stundenlang in Reih und Glied, bis sie eine neue Fahrt haben und würden wg. dieser Minifahrt ihren Platz vorne verlieren.

Ja, was soll ich sagen?
Ich will hier nicht rumjammern, aber irgendwie hatte ich mir den Besuch bei meinem neuen Hausarzt anders vorgestellt.
Habe heute nur einen Notfalltermin um 17,30 h bekommen!!! Gut, etwas besser geht es mir seit heute, aber noch kein „Standvermögen“. Habe vorsichtshalber fast nix gegessen, damit mir nicht schlecht werden kann. Gestern Nacht habe ich meinen Darm total entleert, da war auch heute nix mehr.

Ich hatte monatelang nach einem neuen Hausarzt gesucht, da meiner nach mehr als 20 Jahren aufgehört hat. Habe hierüber schon im KK geschrieben. Hatte ein gutes Gefühl, als ich mich bei ihm vor ca. 2 Wochen vorstellte, ihm alle bisherigen Unterlagen brachte und die Grippeschutzimpfung gemacht habe.

Heute hat er sich meine Probleme angehört und meine Vermutung wg. der Kalbsleber und wg. des kranken Mannes zur Kenntnis genommen.
- Nein, heute habe ich noch nicht gebrochen, nein, heute hatte ich noch keinen Stuhlgang. Ist doch klar für mich, wenn nix drin ist, kommt nix raus.. Hatte so das Gefühl, warum ich dann komme, wenn heute nix mehr ist....

Dann fragte er, denn er weiß ja wo ich wohne, nämlich ca. 2 Straßen weiter: „Wie lange haben Sie heute gebraucht, um hierher zu kommen“. Da habe ich versucht, das richtig zu beantworte. Ich war der Meinung, das ordnungsgemäß beantwortet zu haben. Aber - darauf er, „wie oft soll ich sie noch fragen, bis sie mir keine ausweichende Antwort geben“.
Ich sagte dann schon richtig verzweifelt, ich habe doch nicht auf die Uhr gesehen, und es hat länger als normal gedauert. Die Art und Weise von ihm hat mich sehr verletzt.
Und das obwohl ich seit ich meinen wunderbaren Hausarzt verloren habe, auf ihn so angewiesen bin. Mein internistischer Onkodoc hat mir nämlich gesagt, dass er kein Hausarzt ist und auch keinen für mich weiß.

Da ich heute meinem neuen Hausarzt gesagt habe, dass Anfang Dezember mein Onko-Nachsorgetermin ansteht, sagte er, dass der dann ein Blutbild machen soll, ob da bei mir was „geblieben ist“. Ich bekam ein Röhrchen mit Ü-Schein für das Labor, das sich neben meiner Wohnung befindet, um den Stuhl auf diverse Erreger wie Salmonellen etc. zu untersuchen.

Ein grünes Rezept für Loperamid akut und Elotrans bekam ich auch. Das könne ich am Bahnhof holen, da es mittlerweile schon 18,30 h war und die Apotheke in der Nähe schon geschlossen hatte. Zum Bahnhof fuhr ich aber nicht, auch nicht mit dem Taxi, da will ich morgen zu der Apotheke bei mir ums Eck gehen.

Aber mir ist die Tage eines klar geworden: Papageien und Hund, das stemme ich auf keinen Fall. War schon so stark und habe leider vergessen, wie schnell sich das wieder ändern kann.
So schwierige Vögel wie meine und ein nicht sozialisierter Hund wie dieser arme Leo, das wäre im Ernstfall alles zusammen einfach zu viel.

So, jetzt muss ich versuchen, das Papageienmännchen wieder in die Voliere hineinzuschmuggeln. Ich musste ihn nämlich quasi „retten“, denn sie war heute so zänkisch und hat ihn quasi mit Nachdruck der Voliere "verwiesen". Da ich ihn aber nicht nach 22 h herum plärren lassen kann, musste ich ihn zu mir nehmen. Aber das darf natürlich kein Dauerzustand werden......

Meine Lieben, nochmals herzlichen Dank und alles Gute für Euch! :remybussi:knuddel:

Christine

mucki53 19.11.2014 03:52

AW: Wahrheit
 
Liebe Christine,
dass es für DICH klar war stimmt ja, aber er konnte das nicht wissen.
Leider MÜSSEN wir immer ALLES erklären, so nervig das auch manchmal ist.
Ich wünsche Dir, dass Du schnell wieder auf die Füsse kommst und auch Deinen Optimismus und Deine Stärke wiederfindest :knuddel:.
Ich schick Dir ein paar Sonnenstrahlen ins Herz und einen Schwarm Schutz http://www.smilies.4-user.de/include..._engel_162.gif.

berliner-engelchen 19.11.2014 10:25

AW: Wahrheit
 
Liebe Christine,

uppsie! Du hast das Extra-Dickhäuter-Arzt-Kostüm vergessen überzuziehen als Du los bist. :D Ärzte darf man doch in der Regel nicht mit "normalen" Menschen vergleichen. :D (sorry an alle Mediziner(innen hier...)
alles ganz normal. Brauchst dich doch nicht gekränkt fühlen. Der Arzt ist halt völlig überlastet, wie sollte es auch anders sein, wenn alle anderen in den Privatbereich ziehen.
:pftroest:

Wenn DU meinst, es solle ein Blutbild sein, dann geh einfach hin und sag direkt: ich hätte gerne ein Blutbild.
Aber eins nach dem anderen: erst mal den stuhltest, das ist der richtige Weg. Falls dort was zu finden, dann Medis. und dann Bluttest.
Wurde die Lunge abgehört? Das ist ein Muss.

Liebe Christine, ich bin wirklich die Tiernärrin vorm Herrn. ABER diese Tiere können und sollen nicht DEIN Leben bestimmen. Falls sie das tun, dann musst du einen WEg finden, Dich zu entlasten. und ggf. Hilfe annehmen.
DU musst mindestens die gleichen Rechte in Eurer Lebensgemeinschaft haben wie diese Flatterlis. Und das erscheint mir gerade nicht so ganz .....
:boese::boese:

Es ist kümmern und aufpäppeln von Dir selbst angesagt, m eine Liebe.
Wünsche Dir, dass du schnell gesund wirst.
Und Leo? ich befürchte ja eh, dass er einfach der Hund dieses Mannes ist und dieser kein Bedürfnis hat, sich zu trennen. Erst mal langsam.

sorry, wenn ich Dir heute Dinge sage, die du vielleicht nicht sooo gerne hörst. Aber du weisst ja, wie ich bin: immer meine Meinung frei raus :rolleyes: :augendreh

Gute Besserung + alles Gute
Birgit


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