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Wie kann ich meinem Vater helfen?
Hallo!
Ich bin neu hier, und habe auf dieser Seite noch wenig lesen können, denn die Ereignisse haben sich in der letzten Woche überstürzt. Es tut mir deshalb leid, wenn ich etwas frage, was andernorts schon diskutiert wurde - aber ich muss das hier einfach irgendwo loswerden... Mein Vater, bald 69, hatte seit einiger Zeit Probleme mit Übelkeit. Seit Weihnachten hatte er stark an Gewicht verloren, und da er selbst (er ist Arzt) allmählich ratlos war, ist er ins Krankenhaus gegangen. Wegen Magenproblemen - dachten wir. Die Diagnose, die gestellt wurde, lautete allerdings: Lungenkrebs. Ein Nicht-Kleinzeller (welche Art genau, ist noch nicht heraus), in fortgeschrittenem Stadium, beide Lungenflügel sind betroffen. Und die Übelkeit rührte von (ebenfalls bereits fortgeschrittenen) Metastasen im Gehirn her. Der Schock war groß. Da mein Vater bis zu seiner Pensionierung an eben dieser Klinik gearbeitet hatte und die meisten Ärzte persönlich kennt, hatten wir insofern Glück, dass sich sofort alle geradezu rührend bemüht haben, zu helfen. Die Strahlen- und Chemotherapie soll am Montag bereits losgehen (also eine Woche nach dem ersten Befund), und natürlich versuchen alle, uns Hoffnung zu machen. Ich will hier gar nicht nach Therapiemöglichkeiten, Prognose usw. fragen - dazu habe ich schon einiges gelesen (leider), und ich denke, wir werden ausreichend informiert werden. Meine Frage ist vielmehr: wie kann sich die Familie (meine Mutter, drei Geschwister und ich) verhalten, um meinem Vater bestmöglich zu helfen? Uns fehlt die Erfahrung. Niemand in der Familie war je ernsthaft krank, und die ganze Sache kam so überraschend, dass auch niemand Zeit hatte, sich darauf einzurichten. Bis auf die Magenprobleme ging es meinem Vater ja gut! Nicht einmal er selbst hat etwas geahnt - aber natürlich als Arzt auf dem Röntgenbild auf Anhieb erkannt, wie es um ihn steht. Und genau das ist das größte Problem: er weiß besser als wir, wie gut oder schlecht die Aussichten sind, wie die Nebenwirkungen der Therapie aussehen können usw. - es bringt also kaum etwas, übertriebenen Optimismus zu verbreiten. Wie aber damit umgehen? Vor allem, weil bisher, abgesehen von Kurzatmigkeit und der Übelkeit, ja kaum äußere Anzeichen zu erkennen sind (er sich also auch noch nicht wirklich eingeschränkt fühlt, körperlich). Er hat versprochen, ganz offen über alles zu reden - aber natürlich ist das für ihn auch nicht einfach. Soll man ihn auf die Ängste ansprechen, die er sicher hat? (Er war nie jemand, der mit anderen über sich selbst geredet hat - selbst in seinen besten Zeiten nicht.) Soll man versuchen, ihn so weit wie möglich zu entlasten? Sollen wir versuchen, ihm Dinge, wie z.B. die finanziellen Angelegenheiten (wie Steuererklärung etc.), die ihn immer gestresst haben, und die er bisher ganz alleine erledigt hat, teilweise abzunehmen? Oder setzen wir damit genau das falsche Signal? Wie "normal" kann und soll man im Alltag weitermachen? Meine Geschwister und ich (ich selbst bin 28, mein jüngster Bruder ist 18) fühlen uns alt genug, um aktiv helfen zu können. Unser Vater war immer für uns da. Ein Fels in der Brandung - egal, welche Probleme wir hatten. Und nun bräuchte er Beistand. Wir würden so gerne etwas für ihn tun - wissen aber nicht, was. Kann uns irgendjemand helfen? Tipps aus eigener Erfahrung? Was geholfen hat oder völlig verkehrt war? Wir sind dankbar für jeden Ratschlag! Danke im Voraus und viele Grüße! Ein (sehr deprimierter) kleiner Bär... |
AW: Wie kann ich meinem Vater helfen?
Hallo kleiner Bär,
Wie Molly schon schrieb, gibt es kein Patentrezept, und besonders ohne Euch zu kennen. Was mir persönlich diese Schwellenangst damals bei meinem Pa nahm, war, daß ich ihn direkt darauf ansprach, was er von mir erwartet. Ich sagte ihm, ich bin immer für ihn da, und werde all seine Wünsche so respektieren, wie wir seither im Leben miteinander umgegangen sind, aber er muß mir schon sagen, wann ich an seine emotionalen Grenzen stoße und ich mich zurückziehen sollte. Das waren die Anfangsgespräche, danach ließ ich meinem Pa die Zeit zum Nachdenken, bis er bereit war sich zu öffnen und wir zuerst über die "organisatorischen Dinge" sprachen. Nach und nach kamen die emotionalen Gespräche, die sehr intensiv und tief wurden, aber immer bedacht, seine Art und Weise mit viel Respekt und honorierender Würde außer Acht zu lassen. Achte darauf, wie Dein Vater auf Nähe reagiert, was seine Augen sagen. Seid in organisatorischen Dingen offen beim Fragen, und gebt ihm das Gefühl, daß er noch immer so geachtet wird, wie vor der Krankheit. |
AW: Wie kann ich meinem Vater helfen?
Hallo Molly, Hallo Jutta!
Danke für Eure Antwort. Ich denke, ihr habt recht - wir müssen meinen Vater fragen, was er braucht. Es wird wohl nicht leicht sein, direkt mit ihm über seine Bedürfnisse zu reden, denn er hat immer versucht, "bedürfnislos" zu erscheinen - v.a. uns Kindern gegenüber. Aber über die organisatorischen Fragen könnten wir ihn vielleicht zum Reden bringen. Ihm sind praktische Angelegenheiten immer leichter gefallen, als über Gefühle sprechen zu müssen. Ich glaube, die größte Angst, die er zur Zeit hat, ist, dass er durch die Gehirnmetastasen irgendwann nicht mehr ganz klar im Kopf ist. Leider fällt mir nicht ein, wie man in in diesem Punkt beruhigen kann - außer ihm zu versichern, dass wir ihn immer so in Erinnerung behalten werden, wie er vorher war. Insgesamt ging es ihm am WE besser - durch das Cortisonpräparat, das seine Übelkeit dämpft. Dadurch kann er wieder etwas besser essen. Am Sonntag saß er ganz glücklich am Frühstückstisch und erklärte "Das ist schon meine dritte Tasse Tee!" (Dass er seinen Schwarztee nicht trinken konnte, so lange, hat ihn wirklich gestört.) Aber zwischen diesen kurzen Phasen des Aufblühens sind auch solche, wo er ganz offen vom Sterben spricht, und davon, dass er nicht reanimiert werden will, wenn es soweit ist. Es fällt mir, um ehrlich zu sein, etwas schwer, mich auf die wechselnden Stimmungen einzustellen - v.a. wei ich nie weiß, welche gerade zu erwarten ist, wenn ich ihn anspreche. Heute morgen hat die Therapie begonnen. Wie sie wirkt, das muss die Zeit zeigen. Am Telefon wirkte er etwas erschöpft, meinte aber, das käme von dem Cortison, das putsche ihn so auf, dass er die Nacht über nicht richtig geschlafen hätte. Vielleicht sehen wir ihn heute Abend - er wollte das davon abhängig machen, wie es ihm geht. Ich hoffe das Beste und versuche mich von Tag zu Tag weiterzuhangeln. Irgendwie hoffe ich immer noch ein bisschen, dass ich aus diesem Albtraum gleich aufwache... Gruß Euer kleiner Bär |
AW: Wie kann ich meinem Vater helfen?
Liebe kleiner Bär,
ich kann dir zwei Situationen aus eigener Erfahrung schildern. Mein Bruder ist vor 3 Jahren an Krebs verstorben, 3 Jahre zuvor war er krank mit allen hochs und tiefs die diese Krankheit mit sich bringt. Er hat während seiner Erkrankung fast nie über seine Ängste, Schmerzen und Gefühle geredet. Wir haben das so akzeptiert aber es war für uns Angehöige sehr schwer wir hatten immer Angst etwas falsches zu sagen. 2 Jahre nach seinem Tod bin ich selbst an Krebs erkrankt und ich hab von Anfang an darüber offen gesprochen. Das war gut für mich aber auch für meine Familie. Und man weiß als Erkrankter auch nie in welcher Stimmung man aufwacht, mal ist es ein Tag wie jeder andere und dann wieder ein Tag voller hoffnungslosigkeit Und in diesen Situationen ist es so gut sich seinen Stimmungen hingeben zu können und die Famiie ist einfach nur da, zum Festhalten, mitweinen und auch lachen. Keiner braucht ein schlechtes Gewissen zu haben, wenn es dem Erkrankten mal nicht gut geht er nicht reden will. Seit einfach nur da ohne nachher zu fagen, was war den gestern?? Ich wünsche dir viel Kraft liebe Grüße von Susi |
AW: Wie kann ich meinem Vater helfen?
Danke für Deine Antwort, Susi!
Ich glaube, Du hast Recht. Wir werden versuchen, da zu sein und immer wieder das Angebot zu machen: Wir sind da, wann immer Du uns brauchst. Auch wenn das in der praktischen Umsetzung nicht ganz einfach ist,manchmal. Mein Vater bemüht sich sehr, uns alles so einfach wie möglich z u machen, indem er die Sache ganz rational und vernünftig angeht. Er macht jetzt seit zwei Tagen die Therapie (er bekommt Tarceva, diese neue Alternative zur Chemo bei Lungenkrebs), und wir hoffen alle, dass sie ihm noch etwas Zeit gibt. Ist es falsch, insgeheim zu hoffen, dass es mehr als nur "etwas Zeit" sein könnte? Er selbst ist so entschlossen, rational darüber nachzudenken, dass er für "falsche" Hoffnungen keinen Raum lassen möchte. Manchmal ist so viel "Vernunft" etwas schwierig - als er meiner Mutter nebenbei erzählte, dass er seinen Körper, wenn es soweit sei, der Anatomie des Klinikums zur Verfügung stellen würde, habe ich sie dann doch etwas trösten müssen. Mein Vater als anatomisches Präparat?? :shocked: Ihm hat wohl der Gedanke gefallen, dass er über den Tod hinaus etwas "sinnvolles" tun könnte. Nun, irgendwie passt diese Entscheidung so sehr zu ihm, dass wir uns, denke ich, damit würden anfreunden können, ihn nicht gleich bestatten zu können (die Urnenbestattung würde vom anatomischen Institut zwei Jahre später organisiert). Das ist eben mein Vater! :rolleyes: Das sind so die Augenblicke, wo man einfach nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll. Wir haben es dann geschafft, uns fürs Lachen zu entscheiden, und darauf war ich schon ein bisschen stolz. Auch wenn es immer wieder Momente gibt, wo wir immer wieder einfach das Gefühl haben, ihn festhalten zu müssen. Um uns zu vergewissern, dass er noch da ist. |
AW: Wie kann ich meinem Vater helfen?
Hallo kleiner Bär ,
mein paps ist 58 war bisher nie ernsthaft krank und hat jetzt ein nicht kleinzelliges BC. Mit angegriffen sind das Zwerchfell und die Leber. Entgültige Ergebnisse gibt es erst nächste Woche da noch Untersuchungen ausstehen. Heilbar ist es nicht , sie können es nur aufhalten (Chemo). Als er das gesagt bekam war ich dabei. Ich dachte mir reißt jemand den Boden unter den Füßen weg. Mir gingen die selben fragen durch den Kopf. Wie verhalten , was tun , was nicht tun , was wie sagen etc. Mein Vater war bisher auch immer jemand der alles mit sich allein ausgemacht hat. Seit Dienstag ist das anders. Vor allem mit mir redet er sehr offen und ehrlich. Wir haben die letzte 4 Tage viel Zeit miteinander verbracht und viel über diese sch... Krankheit und alles was dazu gehört gesprochen. Du kennst Deinen paps. Du merkst bestimmt wenn der Zeitpunkt gekommen ist. Vielleicht braucht er ein zwei Tage um das mit sich selbst zu regeln und damit klar zu kommen. Und dann rede mit ihm. Mir haben die Gespräche die letzten Tage viel gebracht. Woher ich die Kraft nehmen soll ihm bei zu stehen weiß ich noch nicht aber ich weiß jetzt das ich sie aufbringen werde. Ich glaube das schlimmste was man tun kann ist zu schweigen. Ich wünsch Dir viel Kraft LG steph |
AW: Wie kann ich meinem Vater helfen?
hallo,
ich bin neu hier registriert, lese aber schon eine zeit lang mit... mir geht es ähnlich wie dir, kleiner bär. ich frage mich auch immer wieder, wie kann ich helfen, was kann ich tun? meine mutter hat krebs und geht damit nach außen hin sehr gelassen um. anderen geht es schlecht, aber ihr nicht, betont sie immer wieder. ich habe auch das gefühl, sie will nicht zu viel wissen über diagnose, prognose, behandlung und nebenwirkungen (ganz im gegensatz zu mir, seit ich es erfahren habe, versuche ich, so viel wie möglich über "ihren" krebs herauszufinden). es fällt mir zwar nicht ganz leicht, aber ich lasse sie, akzeptiere ihre art, damit umzugehen, bin einfach nur so gut ich kann für sie da. aber ich fühle mich so hilflos, bin so traurig und habe angst um sie...nichts tun zu können tut so weh! ich wünsche dir von herzen alles gute und eine intensive zeit mit deinem vater, amoebe |
AW: Wie kann ich meinem Vater helfen?
hallo amoebe,
mir geht es wahrscheinlich ähnlich wie dir. meine ma ist auch an krebs erkrankt, leider schon recht weit fortgeschritten... ich frage mich oft, wie ich meiner ma helfen kann. ich bin selber oft total hilflos und hoffe immer, nichts falsch zu machen oder zu sagen. ich versuche immer für sie da zu sein und ihr zuzuhören, wenn sie reden mag. manchmal redet sie über ihre gefühle, aber sie hat mir noch nie gesagt, dass sie angst hat zu sterben. ich glaube, sie traut sich nicht... für mütter muss es sicher sehr schwer sein, dem eigenen kind zu sagen, dass man weiß, dass man stirbt und das man eine scheiß angst davor hat... ich glaube, sie versucht mich zu schützen. ich versuche immer so sachlich wie möglich ihr gegenüber zu treten und ihr ja nicht meine angst zu zeigen. ich habe angst, dass ich es ihr damit alles noch viel schwerer mache und das will ich nicht, auch wenn es mir so verdammt schwer fällt... seitdem ich weiß, dass es keine heilung mehr für sie gibt, bin ich sehr viel hier, hauptsächlich um mitzulesen... es gibt neben den ganzen gedanken, die in mir vorgehen ja auch unendlich viele dinge, die man "regeln" muss. und darüber redet meine ma auch nicht sehr viel... bin ihr aber auch nicht böse drum. ich versuche einfach so gut es geht, mich darauf vorzubereiten, was im schlimmsten fall zu tun ist... wie ich dann wirklich damit klar komme, weiß ich nicht... was hat deine ma denn genau? und wie gehst du damit um? ganz liebe grüße und fühle dich von mir gedrückt, auch wenn wir uns nicht kennen :) |
AW: Wie kann ich meinem Vater helfen?
liebe katinka,
danke für deine warmen und verständnisvollen zeilen. ja, wir haben wohl einiges gemeinsam. du schreibst, du vermutest, deine mutter will dich mit ihrem nicht so offen reden schützen- so etwas habe ich mir bei meiner auch schon gedacht. ich versuche immer wieder, ein bißchen "tiefer" zu gehen und wirklich zu ihr vorzustoßen, sanft...nur hat sie sich halt leider schon seit langem von ihrer gefühlswelt distanziert. sie sagte mir einmal, wie es drinnen aussieht, das geht keinen was an, das zeigt sie niemandem mehr. eher kommt dann so eine kratzbürstigkeit zu tage als tränen. ich denke, sie würde niemals zugeben, dass sie angst hat, da pfaucht sie lieber herum oder macht sarkastische bemerkungen. doch ich kenne sie besser, als sie glaubt und spüre sehr genau, was dahinter ist...aber darüber "darf" ich nicht reden, da blockt sie sofort ab. und ich lasse es dann auch. aber ich bin bereit, wenn sie doch mehr herauslassen will. sie hat ein mundbodenkarzinom, wurde erst vor weihnachten operiert, es hieß, alles gut gelaufen, keine metastasen, keine lymphknoten befallen, bedenklich wäre nur "G3" im befund (kannst du mir sagen, was das genau bedeutet- grad der aggressivität oder fortgeschrittenheit des tumors?) nun hat sie kurz vor bestrahlungsbeginn einen harten, rasch wachsenden lymphknoten am kiefer und wird morgen wieder operiert, man weiß noch nicht, ob es wieder bösartig ist. und ich hoffe so....dass es das nicht ist!!! erzähl mir doch auch mehr von deiner mutter und dir, wenn du möchtest. ich bin froh, hier über meine sorgen schreiben zu können und "mitbetroffene" kennenzulernen. alles gute wünsche ich euch von ganzem herzen, und dass ihr euch noch näher kommen könnt. ich glaub, das geht schon auch ohne reden...(bei uns beiden schon, ich spürs einfach!) alles liebe amoebe (mir fehlt hier im forum das "knuddel-smilie", das würd ich dir jetzt gern hersetzen da!) |
AW: Wie kann ich meinem Vater helfen?
hallo amoebe,
vielen lieben dank für deine antwort. hab mich sehr gefreut... was das g3 bedeutet, weiß ich leider auch nicht. ich beschäftige mich schon mit der krankheit meiner ma aber mit den ganzen "fachausdrücken" kenne ich mich leider nicht so gut aus. muss das aber unbedingt auch mal machen... ich stelle es mir sehr schwer für dich vor, dass deine ma abblockt. man selber versucht ja schon, so gut es geht damit umzugehen und hat ja auch mal das bedürfnis mit dem betroffenen darüber zu reden. wie ich schon gesagt habe, mache ich es eher weniger, weil ich meiner ma nicht zeigen möchte, wie sehr mich das alles mitnimmt. das macht es ihr ja auch nicht einfacher und ich habe zum glück viele freunde und arbeitskollegen mit denen ich sehr viel darüber sprechen kann. in der ersten zeit ihrer krankheit hat sie auch oft abgeblockt und immer gesagt, es ist schon alles nicht so schlimm und sie wird schon stärker sein als der krebs. wenn ich dann mal genauer nach behandlungen und so weiter nachgefragt habe, wusste sie oft gar nicht was sie dazu sagen soll. ich glaube, weil sie nie so genau nachgefragt hat und es auch einfach gar nicht wissen wollte. das hat sich mit der zeit geändert, weil sie so auch auf dauer nicht damit klargekommen wäre. vielleicht ändert es sich bei deiner ma auch mit der zeit?!? so wie ich dich verstanden habe, weiß sie auch noch nicht solange, dass sie krank ist?!? wahrscheinlich muss sie für sich selber erstmal verstehen, was es heißt, so krank zu sein, und dann wird sie vielleicht auch mit dir drüber sprechen können... wie alt bist du denn und deine ma? hast du noch geschwister oder andere familienangehörige, mit denen du deinen kummer teilen kannst? oder gute freunde, die dir zuhören? wo kommt ihr denn her? meine ma hat morgen ihre nächste chemo im krankenhaus. da sie die chemo bisher leider überhaupt nicht vertragen hat, hoffe ich, dass es ihr morgen nicht so schlecht geht. dir und deiner ma wünsche ich, dass morgen alles gut läuft und die ergebnisse gut für euch sind. was meinst, wie lange es dauert, bis ihr die ergebnisse habt? ganz liebe grüße und fühl dich geknuddelt... :knuddel: |
AW: Wie kann ich meinem Vater helfen?
liebe katinka,
leider hab ich jetzt nicht viel zeit, weil ich dann gleich ins krankenhaus fahre, meine mutter besuchen. sie wurde schon aufgenommen, wird aber doch erst morgen operiert. zwar meint sie immer, ich soll nicht kommen...aber wenn ich dann ganz bestimmt bin und sage- doch, ich will aber, dann freut sie sich sehr. ich werde morgen 39, meine mutter ist 63. und du? ach ja, wir sind österreicher (bin ich eigentlich im falschen forum hier, ;)) ja, ich hab noch eine jüngere schwester, die auch ganz in der nähe der eltern wohnt und sich sehr engagiert, darüber bin ich so froh, weil ich selbst ja nicht so oft vorbeikommen kann, wie ich gern würde (entfernung, job, kinder...). so, jetzt muß ich aber los, ich melde mich, wenn ich mehr weiß. wir können auch gern mailen, das ist vielleicht ein bißchen persönlicher! amoebe1@gmx.at liegrü und alles gute, vor allem auch deiner ma für die chemo! amoebe |
AW: Wie kann ich meinem Vater helfen?
@ Kleiner Bär:
Mir geht es oftmals genau wie Dir, zumal mein Dad ähnliche Charakterzüge aufweist wie Deiner (Unsere "Geschichte" ). Auch er war immer eher introvertiert, war immer das starke Familienoberhaupt, und wenn irgendwo das Bild vom weichen Kern in der harten Schale zutrifft, dann sicher auch bei ihm! Nun wurde ihm knallhart vor Augen geführt, dass dem eben manchmal (auch von jetzt auf gleich) nicht so ist. Ich denke auch, dass es kein Patentrezept für den zwischenmenschlichen Umgang gibt - in unserem Fall hat sich der situationsbedingte Umgang miteinander aber fast schon von selbst ergeben. Man muss halt versuchen, auch jedes noch so kleine Zeichen und jeden versteckten Hilferuf des anderen zu deuten/erkennen und vor allem nicht krampfhaft versuchen, Optimismus zu verbreiten, sondern ganz natürlich und offen mit seinen, aber genau so mit den eigenen Ängsten,Unsicherheiten,Fragen und Hoffnungen umzugehen. Sobald beide Seiten die Bereitschaft beim anderen erkennen, bedingungslos aufeinander zu-und einzugehen, entwickelt sich ganz viel von selbst (war auf jeden Fall bei uns so). Ich bin bisher täglich bei ihm gewesen, auch wenn es nur für ne Stunde war, alleine dadurch setzt man ein Zeichen und teilt mit "ich bin da, und zwar immer!". Genau so muss man aber auch mal ein Schweigen akzeptieren und auch dann nicht krampfhaft ein Gespräch suchen oder aufzwängen. Ebenso finde ich ganz wichtig, dass die Krankheit nicht ausschließliches Gesprächsthema ist - jegliche "Schnackerei", die man sonst immer über alles mögliche geführt hat, was einen interessiert, zeigt dem anderen, dass er noch genau so im Leben steht, wie vorher auch, und dass er eben NICHT isoliert oder ausgegrenzt ist. Und was die Frage angeht, ob man die tagtäglichen zu erledigenden Sachen abnehmen soll: Auf alle Fälle diejenigen, die auch vorher schon lästig waren, denn die sind es jetzt erst recht. Dazu kommt, dass man dadurch auch dem Ehepartner (also der Mom) hilft, sich auf (zumindest momentan) wichtige Sachen zu konzentrieren. Das mal so meine (ungeordneten) Gedanken dazu - sie spiegeln zumindest meine Erfahrungen wieder, ob's bei Euch auch so klappt, weiß ich natürlich nicht! Liebe Grüße, Chris |
AW: Wie kann ich meinem Vater helfen?
Hallo Chris!
Danke für Deine nette Antwort. Es ist immer gut zu hören, dass man nicht allein ist - und vor allem hat sie mir Mut gemacht, meinem Vater nun doch etwas "aufdringlicher" meine Hilfe anzubieten, gerade in finanziellen Fragen. Das ist eine zwiespältige Angelegenheit bei ihm: er hat es immer am liebsten von uns ferngehalten - auch weil es ihm, glaube ich, oft ungangenehm war, dass es um unser Konto nicht immer so gut bestellt war, wie er es sich gewünscht hätte. Aber gerade weil das ein "wunder Punkt" ist, der ihn belastet, sollte ich vermutlich mehr darauf dringen, ihm hier helfen zu dürfen. Leicht wird das allerdings nicht, ich weiß, von wem ich meinen eigenen Sturkopf habe... ;) Naja, vermutlich sollte ich froh sein, dass es ihm im Augenblick noch so gut geht, dass er versucht, an seinem "ich mache alles alleine" festzuhalten. Im Augenblick sind noch wenig (Neben)-Wirkungen der Therapie festzustellen - in puncto Nebenwirkungen vielleicht ein Segen, nach dem was ich über Tarceva gelesen habe, bisher. Zum Teil ist das sicher dem Cortisonpräparat zu verdanken, das er z.Z. bekommt. Allerdings soll die Dosis im Laufe der nächsten Wochen reduziert werden, mal sehen, wie es dann weitergeht. Wahrscheinlich sollte ich die Gelegenheit nutzen, solange er sich körperlich noch einigermaßen gut fühlt... Nur ist im Augenblick alles noch so befremdlich "normal" - auch, weil die Therapie bisher (wir haben Glück und wohnen nahe an der Klinik) ambulant durchgeführt werden kann. Und doch ist da immer der Gedanke im Hinterkopf: da ist etwas Schreckliches. Etwas Trauriges. Man möchte so viel sagen, aber findet eigentlich keine Worte. Gerade weil es noch "normal" ist - man also die "Normalität" durchbrechen müsste, um es auszusprechen. Nicht nur wegen praktischer Angelegenheiten, sondern auch was Gefühle angeht. Davor scheut sich irgendwie noch jeder, nachdem am Anfang eigentlich offen darüber geredet wurde. Eine seltsame Situation. Am WE habe ich meinem Vater (bevor ich weggefahren bin) ein Gedicht geschrieben. Naja, es versucht. Keine literarische Glanzleistung, aber ich hatte das Gefühl, so besser als direkt im Gespräch sagen zu können, was ich fühle: "Papa Bär, ich hab Dich lieb..." Mag sein, das ist etwas kitschig - aber er war immer mein "Papa Bär" - seit ich 2 Jahre alt war und mit ihm "Kleiner Bär und Papa Bär" unterm Wohnzimmertisch gespielt habe... Irgendwie fallen mir diese Sachen immer dann ein, wenn ich gerade stark sein möchte, für ihn. :cry: Und dann bin ich wieder ein ganz, ganz kleiner Bär, der nur noch sagen möchte: "Ich geb Dich nicht her! Ich lass Dich nicht weg!". Wird man eigentlich nie erwachsen? :undecided Mein Vater hat nichts gesagt, als ich Sonntagabend wiederkam. Aber das Gedicht liegt jetzt auf seinem Schreibtisch. Deinem Vater und Dir, Chris, wünsche ich alles, alles Gute. Hoffentlich finden sich auch auf Deine praktischen Fragen Antworten (ich habe leider keine). Ich drücke die Daumen! |
AW: Wie kann ich meinem Vater helfen?
Hey kleiner Bär!
Danke erst mal für's Daumen drücken - ich drück natürlich genau so feste zurück!!! Bei mir hat es auch ein paar Tage gedauert, bis ich gelernt hatte, dass in dieser Situation irgendwann auch die Zeit gekommen ist, ab und an etwas "strenger" mit seinem eigenen Dad umzugehen, gerade dann, wenn er mal wieder meint, dass er als der große, starke Vater, das schon irgendwie alles alleine schafft, und mal wieder darauf bedacht ist, seine Familie vor irgendwas zu schützen oder eben Unangenehmes von ihr fern zu halten. In einer solchen Situation ist es aber nun mal nicht wie im "normalen", tagtäglichen Leben, sondern vieles wird schlicht und ergreifend auf den Kopf gestellt. Und genau das muss man ihm manchmal in Erinnerung rufen, auch wenn's schwer fällt. Vor allem, wenn er Gefahr läuft, lethargisch zu werden, Hilfe nicht annehmen zu wollen (verletzter & falscher Stolz, Eigenverständnis von Stärke) wird es immer Zeit, ihm bewusst zu machen, dass diesmal SEINE Bedürfnisse und Sorgen absolut und uneingeschränkt Priorität haben. Wenn er das einmal verstanden und akzeptiert hat, spielt sich das Miteinander und das aufeinander Zugehen und Eingehen meiner Meinung nach fast von selbst ein. Es müssen sich halt beide Seiten darauf einlassen wollen, auch wenn dies bisher halt im familiären Umfeld manchmal nicht so war, und der Vater als Familienoberhaupt doch meist den stärkeren und den beschützenden Part inne hatte. Auch das sind natürlich nur meine/unsere ganz individuellen und persönlichen Erfahrungen in den letzten gerade mal zwei Wochen! Liebe GRüße, Chris |
AW: Wie kann ich meinem Vater helfen?
Hallo Chris!
Du hast sicher recht - "strenger" werden wir wohl sein müssen, sonst erreichen wir bei meinem Vater gar nichts. Immerhin, wir haben meinen Vater innerhalb des Hauses jetzt "umgezogen" - aus seinem heißgeliebten, aber leider ziemlich kalten, Kellerzimmer in den wärmeren ersten Stock. Naja, jedenfalls offiziell :rolleyes: - praktisch puzzelt er natürlich trotzdem noch im Keller rum (irgendeine Ausrede findet er immer). Aber immerhin, er hat sich nur zwei Tage lang absolut gesträubt, das ist ein guter Anfang. Meine Schwester, sie studiert Ernährungswissenschaften, versucht gerade ihn von gesunder Ernährung zu überzeugen. Tofubrotaustrich würde er noch essen, hat er erklärt, aber KEINE VOLLKORNNUDELN!!! :tongue - Das ginge dann doch zu weit. Ich glaube fast, es wird einfacher sein, ihm nach und nach ein paar Finanzangelegenheiten aus der Hand zu nehmen... :o . Möglicherweise hilft es schon, wenn wir ihn sanft daran hindern, den Einkauf zu schleppen u.ä., wenn wir Hilfsangebote immer und immer wieder machen, oder wenn wir einfach nur seine Nähe suchen. Kann sein, er merkt nach und nach, das wir ihm nicht nur helfen wollen, sondern es vielleicht auch können? Ich hoffe es zumindest. Danke jedenfalls für Deine Antwort und viel Glück für Deinen Vater! |
AW: Wie kann ich meinem Vater helfen?
hallo kleiner bär,
ich hab gestern meiner mutter gesagt, dass es MIR wichtig ist, etwas für sie tun zu dürfen. das hat sie dann sogar erlaubt! ;) |
AW: Wie kann ich meinem Vater helfen?
Hallo Amoebe!
Dein Vorschlag ist gut - ansatzweise haben wir etwas in der Art schon versucht. Weil wir seinen Hang zur Ritterlichkeit kennen, haben wir das als erstes versucht, um ihn aus seinem Kellerloch (pardon: Erdgeschoßzimmer ;) ) herauszukriegen. Hat (siehe letzter Eintrag) ja auch teilweise funktioniert. Aber wir waren vermutlich zu zaghaft. Er will halt, solange es irgendwie geht, auf keinen Fall mehr Hilfe annehmen, als er unbedingt muss, und das hat er uns auch deutlich gesagt. Vielleicht müssen wir tatsächlich das "UNS" in: "Es ist uns wichtig" mehr betonen. Einen Versuch ist es wert, ich werde das mal mit der Familie beratschlagen. Danke für den Tipp! |
AW: Wie kann ich meinem Vater helfen?
@amoebe:
Hallo amoebe, es tut mir leid, dass ich solange nichts von mir hören gelassen habe... die letzten tage waren sehr anstrengend und ich werde wieder mehr schreiben, wenn es etwas ruhiger ist. seit montag nacht liegt meine mama auf der intensiv-station... es war ziemlich schlimm alles. sie lag bis mittwoch im koma, jetzt ist sie aber wieder wach... war sehr viel bei ihr, habe viele dinge gesehen, die ich lieber nicht gesehen hätte :-( jetzt warten wir darauf, dass sie morgen in die uniklinik eppendorf verlegt wird und dort vielleicht weiterbehandelt wird. ein tumor in ihrem unterleib ist aufgeplatzt, ist jetzt mit kompressen soweit stillgelegt, wird aber aller voraussicht nach nicht wieder von alleine "zugehen" und operiert werden kann sie nicht mehr... weiß auch nicht, wie es weiter geht... ich melde mich bei dir wieder, wenn es etwas ruhiger ist bei mir... aber bevor ich es ganz vergesse, ich wollte es dir doch eigentlich schon viel eher geschrieben haben: Alles Alles Liebe und Gute nachträglich zu deinem Geburtstag und vorallem ganz viel Kraft für die Zukunft. Deine Katharina! |
AW: Wie kann ich meinem Vater helfen?
hallo katharina,
oh je, das klingt aber schlimm...was soll ich sagen, wenn ich so traurige nachrichten höre, fehlen mir immer erstmal die worte. alles klingt dann so "banal" und unpassend. ich habe mich sehr gefreut, deine zeilen zu lesen, würde aber vorschlagen, wir eröffnen einen eigenen beitrag, das ist ja der vom kleinen bären, ich fühl mich ein bissl wie ein "eindringling" hier. :rolleyes: jedenfalls wünsche ich dir und deiner mutter alles alles gute und vor allem auch ganz viel kraft. hab mit meiner vorhin grade wieder telefoniert, befund ist noch nicht da, es geht ihr so weit gut. vielleicht gibts morgen mehr informationen. @ kleiner bär: würde mich freuen, von dir zu erfahren, ob der "tipp" bei deinem vater funktioniert hat. ich bin ja auch nur durch eine plötzliche eingabe draufgekommen...und außerdem stimmt es wirklich: ich möchte etwas tun und ich fühle mich einfach besser, wenn meine mutter sich auch mal helfen läßt. schließlich hab ich mich als kind auch von ihr gesund pflegen lassen und im winter die gräßliche pudelmütze aufgesetzt, wenns draußen kalt war, ihr zu liebe (zumindest so lang, bis ich außer sichtweite war :tongue ) glg amoebe |
Erfahrungen mit Tarceva??
Hallo Leute!
Mein Vater bekommt seit etwa 3 Wochen Tarceva, dieses neue Lungenkrebsmedikament. Wir haben zwar vom Krankenhaus eine Menge Informationsmaterial bekommen, sind also über die "technische" Seite gut informiert. Mich würde aber interessieren: Gibt es hier schon jemanden, der persönlich Erfahrungen mit Tarceva gemacht hat (als Betroffener oder Angehöriger)? Wir (als Familie) wären dankbar für jeden Hinweis - auch und gerade für solche, die sich auf die praktische Seite (Nebenwirkungen, Umgang mit Nebenwirkungen etc.) beziehen. Herzliche Grüße! Euer Kleiner Bär |
AW: Erfahrungen mit Tarceva??
Hi,
meine Ma (BSDK, gestorben 18.04.04) hat an einer Studie mit Tacerva teilgenommen. Der Tumor und die Metas sind in der Zeit nicht gewachsen. Allerdings hat meine Ma die Studie dann nach ca. 5 Monaten abgebrochen, weil die Nebenwirkungen zu stark wurden. Sie litt sehr unter - quälendem Juckreiz - kaputte Schleimhäute - Haarausfall - Durchfall (ist aber typisch für BSDK) - Übelkeit etc. Es muss nicht bei jedem Patienten so kommen. Ich drücke Euch die Daumen LG |
AW: Erfahrungen mit Tarceva??
Hallo Kleiner Bär,
nachdem ich Katarinas Posting gelesen habe, möchte ich mich doch noch zu Tarceva äußern. Persönliche Erfahrungen haben wir (d.h. meine Mutter) mit Iressa gemacht, welches wie Tarceva ein sogenannter EGFR-Blocker ist und als "targeted therapy" in Tablettenform genommen wird. Zu den Nebenwirkungen ist zu sagen: es gibt sie nicht (bzw. kaum). Meine Mutter hatte überhaupt keine Probleme mit diesem Medikament. Ich weiß, daß in diesem Forum Postings existieren, die von schlimmen Nebenwirkungen mit Iressa/Tarceva berichten. Ich habe keinen Grund, diesen Leuten keinen Glauben zu schenken, jedoch sind in der Literatur allenfalls leichte Nebenwirkungen bekannt (z.B. ein leichter Hautausschlag). Diese positiven Erfahrungen kann ich vollauf bestätigen. Die Chance, daß Tarceva richtig wirkt, ist leider nicht allzu groß. Doch wenn es wirkt, dann aber auch "so richtig". Ich drücke Euch die Daumen, daß dies bei Euch der Fall ist (bei meiner Mutter war dies leider nicht so), denn dann habt Ihr mit diesem hervorragend verträglichen Medikament das große Los gezogen. Im übrigen wußte ich gar nicht, daß Tarceva auch beim Bauchspeicheldrüsenkrebs eingesetzt wird. Die Symptome, die Katarina geschildert hat, sind leider typisch für den Verlauf einer solchen Erkrankung (so kann der Juckreiz auch durch Leberschädigungen/Gelbsucht hervorgerufen worde sein) und muß nicht im Zusammenhang mit Tarceva stehen. Am besten mit dem Onkologen drüber sprechen. Michael |
AW: Erfahrungen mit Tarceva??
Hallo Leute!
Danke für eure Antworten. Ihr habt mir insgesamt wieder etwas Mut gemacht. Meinem Vater ging es in den letzten Tagen deutlich schlechter, aber das lag wohl auch daran, dass er wegen einer Pilzinfektion im Rachenraum das Cortisonpräparat, das er bisher bekommen hat, absetzen musste. Den Hautausschlag (ziemlich rot und pustelig) beobachten wir jetzt bereits bei ihm - er sagt allerdings, es sähe schlimmer aus, als es ist, und würde kaum jucken. Mit Durchfall wenigstens hatte er bisher keine Probleme. Ich hoffe sehr, dass seine Probleme mit dem Rachenraum wirklich hauptsächlich an dieser Pilzinfektion lagen und keine dauerhafte Nebenwirkung von Tarceva sind. Im Augenblick kann er nämlich kaum essen, und er hatte vorher schon stark an Gewicht verloren. Weiß jemand vielleicht, ob das schwere Atmen und häufigere Husten auch (mit) von Tarceva kommen können? Natürlich, bei Lungenkrebs ist es zu erwarten - aber seit er mit der Therapie begonnen hat, ist es merklich stärker geworden. Findet die Familie jedenfalls, er selbst sagt, das läge am fehlenden Cortison (was ja auch sein kann). Trotzdem bleibt es beängstigend, wie schnell es in den letzten paar Tagen bergab ging. Hoffentlich fängt es sich wieder! :o Gruß und Danke nochmal! Euer Kleiner Bär |
AW: Erfahrungen mit Tarceva??
Guten Morgen,
meine Ma nimmt seit fast 4 Monaten Tarceva und die Nebenwirkungen halten sich in Grenzen, außer manchmal eine offene Hautstelle oder etwas Juckreiz hat sie keine Probleme. Diese traten aber auch erst nach ca. 2 Monaten auf und sind -so sagt sie es ständig- wunderbar auszuhalten. Bei der letzten Kontrolluntersuchung hat sich gezeigt, dass der Tumor sich weiter zurückbildet. Also, was wollen wir mehr? Ich habe noch nichts davon gehört, dass Tarceva auch im Zusammenhang mit schweren Atmen oder häufigen Husten steht. Ich wünsche dir alles alles Gute, hoffentlich geht es deinem Papa bald wieder besser und dass das Tarceva genauso erfolgreich wirkt wie bei meiner Ma. Liebe Grüße Tanja |
AW: Erfahrungen mit Tarceva??
Hallo Leute!
Danke nochmal für Eure Antworten. Sie haben auch meiner Familie (v.a. meiner Mutter) wieder etwas Mut gemacht. Mein Vater war heute bei der Lungenkontrolluntersuchung. Die Tumoren sind zurückgegangen! Nicht viel, und es steht natürlich noch nicht fest, wie es weitergeht. Auch wie die Bestrahlung auf die Gehirnmetastasen gewirkt hat, weiß man frühestens in 6 Wochen. Aber es ist ein Hoffnungsschimmer. Leider ist der etwas getrübt, weil mein Vater z.Z. praktisch nichts essen kann. Das liegt allerdings nicht am Tarceva (auch wenn das auch ein bisschen auf den Magen schlägt, wie es scheint). Er hat immer noch diese Pilzinfektion im Mund, und dadurch, dass er das Cortison absetzen musste, ist die Übelkeit wieder da, gegen die er es ursprünglich bekommen hatte (die Übelkeit rührt von den Gehirnmetastasen her). Er verfällt zusehens, und ich überlege, ob ich ihn dazu überreden soll, sich wenigstens vorübergehend stationär in der Klinik behandeln zu lassen (damit sie ihn künstlich ernähren können). Er will natürlich noch nicht, und es ist schwierig, mit ihm zu argumentieren, weil er selbst Arzt ist. Mal sehen. Aber: Tarceva schlägt an. Man kann es sich nicht oft genug sagen. Ich hoffe, hoffe, hoffe so sehr, dass es so bleibt. |
AW: Erfahrungen mit Tarceva??
Hallo!
Noch eine Frage an alle, die mit Tarceva Erfahrung gesammelt. Die Frage ist meiner Mutter eingefallen, und ich leite sie hiermit sozusagen weiter :) . Mit welcher Dosierung von Tarceva hat die Behandlung angefangen? Und: wurde die Dosis später etwas verringert, als die Behandlung schon eine Weile lief? Mein Vater klagt im Moment zunehmend über die Nebenwirkungen. Nicht so sehr Hautausschlag, aber er sagt er würde "innerlich frieren" (kennt das jemand?). Dass er sich allgemein ausgesprochen elend fühlt, ist jedenfalls offensichtlich. Und da sie ihm am Anfang gesagt haben, er müsste Tarceva vielleicht auf unabsehbare Zeit weiternehmen, macht ihm das doppelt zu schaffen, weil halt "kein Ende in Sicht" ist. Wahrscheinlich hat meine Mutter recht - es würde ihn beruhigen, wenn ich ihm von irgendwem erzählen könnte, bei dem die Dosierung des Medikaments später verringert werden konnte, oder wo die Nebenwirkungen im Laufe der Zeit schwächer wurden. Kann sein, dass mir keiner was dazu sagen kann, oder dass meine Mutter sich da vergebliche Hoffnungen macht (ich fürchte es fast). Aber ich dachte, ich frage trotzdem mal. Schönen Gruß und Danke nochmal! Euer Kleiner Bär |
AW: Erfahrungen mit Tarceva??
Keine Ahnung. Ich befürchte aber, daß die Dosis nicht reduziert werden kann. Das Prinzip dieser targeted therapies ist grundsätzlich, sie quasi für immer einzunehmen. Aber ob die von Deinem Vater geschilderten Symptome wirklich mit Tarceva zusammenhängen? Diese Frage und die nach einer möglichen Dosisreduzierung müßt Ihr Eurem Arzt stellen.
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AW: Erfahrungen mit Tarceva??
Guten Abend,
meine Lebensgefährtin hat im Prinzip gute Erfahrungen mit Tarceva gemacht. Sie nimmt Tarceva seit fast 4 Monaten. Die Nebenwirkungen sind gering. Hauptsächlich trockene Haut. Das letzte Kontroll-CT der Lunge und des Kopfes hat gezeigt, dass der Lungentumor diskret rückläufig ist. Im Kopf sind einige größere Metastasen kleiner geworden, aber auch kleinere größer. Neue kleine sind hinzugekommen. Starker Husten ist unter Tarceva fast völlig verschwunden. Ich glaube, dass Tarceva die verbleibende Zeit bei einem Broncial-CA mit Metastasen im ganzen Körper verlängern und Beschwerden lindern kann. Nachdem meine Freundin bereits unter einer erfolglosen Chemo-Therapie sehr gelitten hat, ist Tarceva bei fast keinen Nebenwirkungen zumindest ein kleiner Hoffnungsschimmer. Liebe Grüße Steffen |
AW: Erfahrungen mit Tarceva??
Danke für Deine Antwort, Steffen... ich werde sie an die Familie weiterleiten. Jede gute Nachricht, und sei sie noch so klein, ist willkommen im Moment.
Meinem Vater geht es immer schlechter - von Tag zu Tag, man kann regelrecht zusehen. Zu den Essproblemen kommt, dass er immer schlechter atmen kann. Gestern konnte er keine zwei Worte mehr am Stück sprechen, ohne nach Luft zu ringen. Heute bekommt er ein tragbares Sauerstoffgerät, wir hoffen, dass er dann wenigstens ein bisschen zur Ruhe kommt. Trotzdem ist es schrecklich, ihn so zu sehen. Er scheint in den letzten zwei Wochen um 20 Jahre gealtert zu sein. |
AW: Erfahrungen mit Tarceva??
Hi!
Meine Mutter hat 2 Chemos, dann Traceva erhalten. Die Therapie musste nach 4 Wochen abgebrochen werden, da der Tumor größer wurde. Nun ist sie in der dritten Chemo ... Nebenwirkungen im Verhältnis zur Chemo waren bei ihr nicht so arg; d.h. bis auf Übelkeit ging es. LG - Kopf hoch! |
AW: Erfahrungen mit Tarceva??
Hallo Leute!
Danke erstmal für Eure Anworten. Vor allem die Sache mit den relativ geringen Nebenwirkungen, die doch von vielen hier beobachtet wurden, ist aufbauend für uns. Mein Vater leidet nämlich bisher echt unter der Therapie. Gestern Abend ist er beinahe zusammengeklappt. Brechreiz, danach hat er am ganzen Körper gezittert, konnte trotz Sauerstoffgerät nur noch mühsam atmen. Wir haben ihn ins Krankenhaus gebracht, wo er jetzt stationär aufgenommen ist (Gott sei Dank). Die positive Nachricht ist, dass das CT heute ergab: es liegt kein Gehirn-Ödem vor und: die Gehirntumore sind zurückgegangen. Das heißt offenbar: Kombination von Bestrahlung und Tarceva wirkt tatsächlich, was eine riesige Erleichterung ist. Ich hoffe nur, dass man die Nebenwirkungen in den Griff bekommen kann - die sind für ihn nämlich im Augenblick fast so gefährlich wie der Krebs selbst, weil er sich allgemein so elend fühlt, dass er buchstäblich nichts mehr isst und trinkt, sich nicht mehr bewegen kann, kaum mehr Kraft zum Atmen hat. Wir werden jetzt sehen, wie es weitergeht. Offensichtlich besteht die Möglichkeit, Tarceva vorübergehend geringer zu dosieren oder kurz zu pausieren, mit der Therapie, bis mein Vater wieder zu Kräften gekommen ist. Ob man das macht, wird wohl noch entschieden. Aber der Weg ist richtig, auch wenn die Nebenwirkungen von Tarceva bei meinem Vater offenbar viel heftiger ausfallen als bei vielen anderen. Ich wünsche allen anderen hier genauso viel Erfolg mit der Behandlung und viel, viel weniger Nebenwirkungen! Herzliche Grüße Euer Kleiner Bär |
AW: Erfahrungen mit Tarceva??
Nachtrag zum letzten Eintrag:
Mein Vater liegt jetzt auf der Intensivstation, intubiert, mit Magensonde und allem drum und dran, natürlich nicht ansprechbar. Wie sich herausstellte, hat er eine Lungenentzündung bekommen, zusätzlich zu allen anderen Problemen. Im Prinzip sei die, sagte uns der zuständige Arzt, normalerweise gut behandelbar - nur sei halt nicht sicher, wie es weitergeht, wenn sie auf ein vorgeschädigtes System trifft. Kurz: es konnte uns keiner genau sagen, ob mein Vater wieder aufwachen wird :( . Im Moment heißt es also vor allem: abwarten, so schwer es fällt. Jedenfalls (und deshalb die Nachricht hier nochmal, für alle, die sich für Tarceva interessieren und deshalb hier lesen): es ist nicht sicher, wie viele von den "Nebenwirkungen" die ich vorher hier beschrieben hatte, wirklich auf das Tarceva-Konto gehen und welche davon die beginnende Lungenentzündung verursacht hat. Es gibt wohl einen "atypischen Verlauf" bei Lungenentzündungen, zu dem sogar Symptome wie Übelkeit und Erbrechen gehören. Das heißt: Tarceva ist ein Medikament, dass ich immer noch empfehlen würde. Die Lungenentzündung bei meinem Vater war Pech, wir hoffen, dass wir jetzt zur Abwechslung mal wieder Glück haben. Aber Tarceva an sich hat gewirkt!! Also, an alle die es nehmen oder vielleich nehmen sollen: nicht den Mut verlieren! Das Medikament an sich ist gut (auch wenn man offenbar bei dem Risiko, eine weitere Infektion daneben zu kriegen, höllisch aufpassen muss). |
AW: Erfahrungen mit Tarceva??
Nachtrag:
Die Lungenentzündung meines Vaters ist gut zurückgegangen seit letztem Samstag, aber wie sich herausstellte, ist der Lungentumor in der kurzen Zeit, in der Tarceva jetzt abgesetzt war (knapp eine Woche) so rapide wieder gewachsen, dass es die Erleichterung durch die wegfallende Entzündung zunichte gemacht hat. Mehr noch: mein Vater ist jetzt bei 75% Sauerstoffzufuhr angekommen, ohne künstliche Beatmung könnte er nicht mehr überleben. Die Ärzte haben uns jetzt gesagt, dass sie keine Hoffnung mehr haben - der Krebsverlauf ist zu aggressiv, und in seinem Zustand können sie auch mit der Krebstherapie nicht mehr einsetzen, um ihn erneut zu stoppen. Gott sei Dank ist mein Vater, seit er auf der Intensivstation ist, im Tiefschlaf, bekommt also nichts mit und leidet nicht mehr. Er wird, aller Voraussicht nach, in den nächsten Tagen irgendwann einfach hinüberschlafen. Leider konnte uns niemand sagen, ob mein Vater, wenn er Tarceva ohne Unterbrechung hätte nehmen können, eine kleine Chance gehabt hätte. Da der Krebs in seinem Fall derartig schnell wächst, ist das nicht allzu wahrcheinlich, sagen jedenfalls die Ärzte. Trotzdem, selbst wenn nicht: das Medikament hatte wenigstens kurzfristig so viel Erfolg, dass mein Vater noch ein klein wenig Hoffnung schöpfen konnte. Das allein ist viel Wert. Ich wünsche allen anderen hier mehr Glück, als wir es hatten. |
AW: Erfahrungen mit Tarceva??
Hallo an alle , habe es endlich geschafft mich anzumelden. mein mutter hat ein kleinzelliges B.C. wurde Sep.2004 erst ferstgestellt,obwohl sie seit Jan. 2004 bei Lungenfacharzt in Behandlung war und über starken Husten und Atemnot klagte. Sep.2004 Überweisung in die Lungenklinik.Leider hat der Krebs schon gestreut. Ca. 5 Chemoth. haben Zeitweise den Verlauf aufgehalten .Seit einige Zeit Ca.1 Monat bekommt sie ixoten Chemo in Tabl.
Gestern das erschreckende Ergebnis, der Tumor ist weitergewachsen .sollen ixoten bis ende weiter verabreichen,danach ist für meine Mutter keine Behandlung mehr vorgesehen. ,, Bin total am Ende ;gibt es wirklich keine Hoffnung mehr ,ist Traceva etwas anderes??? ,Meine Mutter hat sehr abgebaut ,braucht 24 st.Pflege möchte aus meinen Job um sie zu pfegen .kann mir jemand dabei helfen wie ich vorgehen kann ,um finanziell abgesichert zu sein `? Bin froh dieses Forum gefunden zu haben. Über meinen Schmerz brauche ich nicht zu berichten,den kann wohl jeder nachvollziehen. Die Hoffnung stirbt zu letzt . VERA |
AW: Erfahrungen mit Tarceva??
Liebe Vera,
Tarceva kann meines Wissens nur bei nicht kleinzelligem Karzinom verabreicht werden. Ich habe es übrigens mit ein paar Tricks gut vertragen. Inzwischen nehme ich an der BIBF Studie /Böhringer teil. Mein Facharzt im KH hat mich da mit hineingenommen. BIBF scheint besser verträglich zu sein. Außer gelegentlicher leichter Übelkeit habe ich keine Nebenwirkungen. Ich weiß nicht, ob BIBF auch bei kleinzelligem Karzinom eingenommen werden kann - aber fragen kostet ja noch nichts. Ich wünsche dir von Herzen alles liebe und viel Kraft Karin |
AW: Erfahrungen mit Tarceva??
Liebe Karin,
ich habe heute zum ersten Mal etwas von BIBF 1000 bzw. BIBF 1120 gehört. Magst Du vielleicht ein wenig mehr darüber erzählen, vielleicht auch darüber, um was für eine Studie es sich genau handelt und wer sie durchführt? Und was die Kriterien für eine Aufnahme sind? Ich würde mich freuen, ein wenig mehr darüber zu erfahren. Vielen Dank vorab! Michael |
AW: Erfahrungen mit Tarceva??
Liebe Karin, besten dank ,dass du dir ein wenig zeit für mich genommen hast.
Was ist BIBF Studie ? Wen kann ich fragen ob die BIBF Studie auch beim kleinzelligen Ca. sinn macht ? Habe leider kein vertrauen zum hausarzt meiner mutter, gibt es nicht eine spezielle anlaufstelle wo solche fragen beantwortet werden können. fühle mich irgend wie allein gelassen. Ich wünsche dir,dass die BiBF Studie gut anschlägt .würde mich freuen , wenn du mal wieder zeit findes , und über deine Erfahrungen berichtes. wünsche dir viel kraft und alles gute Vera |
AW: Erfahrungen mit Tarceva??/Lymphangiose
Hallo,
mein Mann Erich nimmt jetzt seit 4 Tagen Tarceva - er hatte vor 16 Jahren den Kleinzeller der kpl. besiegt war - seit 3 jahren kämpft er gegen ein inoperables Adeno CA was re am Herzbeutel sitzt; bisherige Chemos 22 ohne eerfolg der Tumor ist von 0,2 cm am 5x4 cm gewachsen, selbst fünf Zyklen Chemoembolisation haben ihn nicht gestoppt bzw. leider sind mittlerweile auch Lymphbahnen betroffen - sein Prof. spricht von einer lymphangiose - wer bitte hat damit Erfahrungen?? bisher veträgt er das mittel gut viele Grüße Nelly |
AW: Erfahrungen mit Tarceva??
Hallo
Das Thema Tarceva intressiert mich auch sehr. Meine Mutter liegt im moment noch im krankenhaus wegen ihres schlechten Allgemeinzustands. Laut den Ärzten kann man sie im moment nicht mit chemo oder bestrahlung behandeln. Meine Frage an euch wie krieg ich den Arzt dazu sie mit Tarceva zu behandeln. Kann man als Patient ein medikament verlangen oder muss man sich damit abfinden das dem Arzt das Medikament einfach zu teuer ist ? Danke im voraus Gruss Rainer |
AW: Erfahrungen mit Tarceva??
Hallo,
wird man getestet, ob man Tarceva verträgt und ob es auch anspricht. Wie sieht es auch mit der Kostenübernahme durch die Krankenkassen aus? Gruß Harald S |
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