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PrinzessinAqua 29.03.2010 12:35

Mama nun auch
 
Huhu ihr Lieben,
manche von euch kennen mich sicher noch aus dem SPK Forum. Weil mein Dad ja daran erkrankt war und leider auch den Kampf verloren hat.

Nun hatte Mama am Donnerstag darmspiegelung und es wurde ein Tumor gefunden. Bis jetzt wissen wir leider noch nicht ob er gestreut hat. Seid heute befindet sie sich nun im Krankenhaus und es finden gerade noch sämtliche Untersuchungen statt. Weil wen er nicht gestreut hat wollen sie schnellst möglich Operieren.
Meine Mama hat nun natürlich auch riesen Angst das sie ein künstlichen Ausgang bekommt das sie ja erst 47 ist. Daher mal meine Frage wie sieht das bei Mastdarmkrebs aus?? Gibt es da gute chancen das es nicht so kommt?

LG
Manu

meliur 29.03.2010 13:53

AW: Mama nun auch
 
Hallo Manu,

es tut mir leid, dass es Deine Mutter erwischt hat. Aber, je nachdem, in welchem Stadium der Tumor entdeckt wurde, sind die Heilungschancen bei einem Rektum-Ca ziemlich gut. Ein Stoma gehört längst nicht von vornherein dazu. Ob Schließmuskel und Kontinenz erhalten werden können, hängt u.a. davon ab, wie weit der Tumor "ab ano", also vom Ausgang entfernt ist - je weiter weg, desto besser. Häufig wird auch nur vorübergehend ein protektives Stoma entweder für die Zeit der Bestrahlung vor der OP oder bei der OP (zur besseren Heilung danach) angelegt, das irgendwann wieder rückverlegt wird.
Ich z.B. bin ganz drumrum gekommen, weil ich neben den "anatomischen Voraussetzungen" das Glück hatte, mir die Ärzte so wählen zu können, dass kein Stoma-Befürworter dabei war.
Also: Die Chancen sind durchaus da, dass es ohne klappt.
Jetzt wartet erstmal in Ruhe ab, was bei den Untersuchungen rauskommt. Schreibt Euch alle Fragen, die Deine Mutter so hat, auf, damit Ihr sie bei den Arztgesprächen auch stellen könnt.

Ich drück die Daumen,
meliur

cypher61 29.03.2010 14:06

AW: Mama nun auch
 
Hallo Manu,

zunächst mal musst Du unterscheiden zwischen einem vorübergehenden und einem endständigen (permanenten) Stoma. Ein vorübergehendes Stoma wird i.d.R. angelegt, wenn der Mastdarm aufgrund des Tumorstadiums einer Vorbehandlung (neoadjuvante Therapie) unterzogen wird. Diese ist typischerweise eine Kombination aus Bestrahlung und Chemotherapie. Da durch diese Vorbehandlung nach der anschliessenden OP die Nahtstelle am Darm schlechter heilt und die Gefahr besteht, dass dann dort Stuhl austritt, schont man den betreffenden Darmabschnitt für eine Weile, indem man den Stuhl "vorher" durch das Stoma ausleitet. OB eine solche Vorbehandlung stattfindet, hängt nicht nur davon ab, ob der Tumor bereits "gestreut" hat wie Du schreibst, sondern ganz allgemein vom Tumorstadium, welches bei euch derzeit ermittelt wird. Bei einem fortgeschrittenen Stadium ist eine neoadjuvante Therapie vor der OP indiziert.

Demgegenüber wird ein endständiges Stoma dann eingesetzt, wenn der Tumor zu tief am Darmausgang liegt, so dass man - um die notwendigen Sicherheitsabstände einzuhalten - den Schliessmuskel mit entfernen muss. Hier kommt es also auf die genaue "Höhe" des Tumors an, das wird man bei euch ebenfalls bestimmen.

Heutzutage kann in den meisten Fällen (zu über 80%) kontinenzerhaltend, d.h. ohne endständiges Stoma, operiert werden. Zu Fällen bis zu einer Höhe von 4cm findest Du Referenzen im Web. Ein vorübergehendes Stoma kann aber unabhängig davon wie oben beschrieben notwendig werden. Ich selbst habe noch bis Mai ein solches Stoma und komme gut damit klar. Aus dem Stoma Forum weiss ich aber dass auch ein endständiges Stoma für die Betroffenen meist kein Problem darstellt und oftmals eine bessere Lebensqualität bietet als nach einer Darm-OP ohne Stoma. Es besteht kein Grund davor eine riesen Angst zu haben. Es ist ein notwendiges Übel, um den Krebs zu besiegen.

Grüsse und viel Glück
Frank.

vanHenn 31.03.2010 11:29

AW: Mama nun auch
 
Hallo Manu,

ich hab ein endständiges Stoma, und bin sogar erst nur 35. Mein Darmkrebs war schon T4, hat also schon gestreut.
Muss aber sagen, dass das Stoma, wie eben schon erwähnt, bei manchen, und auch bei mir, durchaus eine Verbesserung der LQ darstellt, weil ich ja nun den Stuhlabgang selber steuern kann (Irrigation)

Und ausserdem seh ich das als Preis des Erfolges, weil wenn ich dadurch eher die Chance hab, den Krebs zu besiegen, dann soll es so sein.

Gruß René

J-Mann 08.04.2010 23:48

AW: Mama nun auch
 
Hallo,
bei meiner Frau wurde im Rahmen einer altersmäßigen Vorsorgeuntersuchung Darmkrebs festgestellt. Durch weitere CTs wurden jeweils ca. 10 Leber- und ca 10 Lungenmetastasen in mm-Größe festgestellt. Eine weitere MRT fand jeweils nur ca 3-5 Schei...dinger.
Je nach "Auflösung" der Untersuchung werden kleine Metastasen "übersehen"!!
Haltet die Ohren steif
Jutta's Mann

KerstinJ. 09.04.2010 20:37

AW: Mama nun auch
 
Liebe Manu,

das tut mir schrecklich leid für Euch! Meine Mum hat Darmkrebs T4 mit Metas in Lunge und Leber.(Chemo läuft) Am Anfang war meine größte Sorge ein künstlicher Ausgang, doch nun bin ich einfach froh, wenn meine Mum den Krebs übersteht. Meine Mum ist auch erst knapp 47 und trotzdem würde ich alles in kauf nehmen, wenn sie leben darf!
Warte erst einmal ab und mach Dich nicht verrückt, hört sich leicht an, weiß aber aus eigener Erfahrung, das es schwer ist, halte durch!!!

Ich drück Euch alle Daumen!

Liebe Grüße

Kerstin


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