Hallo,
getren Nacht musste ich meine Mum ins Krankenhaus bringen.
Sie war sehr verwirrt, aufgrunde ihrer psychischen Grunderkrankung (Depressionen, posttrumatische Erlebnisse etc.). und ich konnte die häusliche Pflege nicht mehr verantworten.
Dass war schon hart, meine Mum wieder nach vier Wochen zu Hause wieder "abzuschieben". Heute habe ich Sie kurz besucht, sie saß im Rollstuhl beim Mittagessen in der Klapse und erkannte mich nicht.
Ich kenne diese Phasen bei Ihr. Nun sitze ich wieder zu Hause und mache mir Vorwürfe, was ich nicht alles falsch gemacht haben könnte.
Im Grunde genommen weiß ich aber, dass meine Pflege gut war. Bzw. besser als in der Psychatrie, wo echt grobe Pflegefehler vorhannden waren (mehrere Stürze: zwei Rippenbrüche, Hämathome im Gesicht, Kopf musste genäht werden). Aussage der Schwestern: "Wir können ja nicht überall sein."
Ich sagte "damals" nur: "Überall nicht. Aber vielleicht weniger im Pausenraum, statt da wo es nötig ist?"
Eine Hospizbescheinigung reicht nach Aussage des Onkologen nir für sechs Wochen. Dafür ist die Lebenserwartung meiner Mum noch zu hoch (weniger als ein Jahr;vielleicht sechs Monate oder weniger).
Dass Geld für eine bessere Pflege oder einen längern Hospitzplatz habe ich leider nicht. Ich habe die letzten zehn Jahre soziale Arbeit unter Randgruppen für ein "Apfel und Ei" geleistet. Leider ist es so, dass Randgruppenarbeit keiner wirklich bezahlen möchte.
Der Onkologe meinte, dass nur ein Altenheim in Frage käme.
Da sträubt sich aber alles in mir. Meine Mum im Altenheim mit 56.

Dass kann es ja auch nicht sein.
So schwanke ich zwischen dem aufgeben oder dem "meine Mum krepiert" nicht irgenwo, sondern in den Armen ihres Sohnes auf auf dem heimischen Sofa.
Matthias