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Alt 29.03.2011, 14:58
Benutzerbild von BarbaraO
BarbaraO BarbaraO ist offline
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Registriert seit: 12.10.2004
Ort: Zamonien
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Standard AW: Lymphmetastasten nach 6,5 Jahre

Na, ganz so schlimm wie es klang, ist es nicht, liebe Ann. Natürlich kann ich das Wetter genießen.

Ich hatte zunächst Femara bekommen, musste es aber absetzen, da die Nebenwirkungen unerträglich waren und nun bekomme ich Faslodex gespritzt. Das scheint mir gut zu bekommen. Es wird sich zeigen, ob ich es länger vertrage und ob es was nützt.
Da meine LK damals auch befallen waren, wurden sie auch anderswo bestrahlt. Genau dort habe ich aber die Metas und meine Bestrahlungsdaten wurden verschlampt
Ärzte sind verpflichtet, mindestens eine Heilmethode anzubieten, auch, wenn sie von deren Wirksamkeit nicht überzeugt sind......
So rät einer zur Chemo, ein anderer zur AHT.......
Fakt ist, dass wir, wenn kein Wunder geschieht, keine unserer Metastasen wieder verschwinden wird. Wir werden nicht wieder krebsfrei und können nur hoffen, dass dem Wachstum Einhalt geboten wird und die Organe und Knochen möglichst lange frei bleiben.

Ich komme mit Fakten besser klar als mit dem ewigen Ausschauen nach Strohhalmen.
Eins ist aber wahr, liebe Ann: Es gibt hier viele User/innen, die schon lange recht gut mit Metastasen leben. Kein Grund also, jetzt schon die Flinte ins Korn zu werfen.
Was ich überhaupt nicht leiden kann, ist die Aufforderung zum Kampf. Kämpfen kostet nur Energien. Ich mache, was meine Ärzte mir raten und versuche, das auch durchzuhalten. Mehr kann ich nicht tun. Statt an Kampf zu denken, überlege ich lieber, was ich mir Gutes tun kann.
Ich wünsche Dir deshalb auch keinen Kampf sondern ein überlegtes, gründliches Vorgehen und die Kraft, das alles durchzuhalten und dabei eine gesunde Seele zu behalten.
Ich habe erkannt, dass das Leben nicht aus Dingen besteht sondern aus Erlebnissen. Deshalb lasse ich mir auch nur noch Erlebnisse schenken (das fand mein Onkologe weiterempfehlenswert). Lieber ein gemeinsamer Musicalbesuch als ein Armband.
Du schreibst von deinem Hausarzt. Behandelt er Dich? Ich bin in einem onkologischen Zentrum und fühle mich da gut aufgehoben.

Ob Du Deinen Sohn noch zur Abifeier begleiten kannst, weiß ich nicht. Du kannst aber ganz bewusst dafür sorgen, dass er Dich in guter Erinnerung behalten und ein starker Mann wird, der auch seinen gefühlen einen Platz einräumt.
Jede Stunde des Gemeinsamseins ist kostbar und unwiederbringlich.
Sicher wird das Kind ins Grübeln kommen und Ängste durchleben. Du hast aber die Chance, ihm das Leben zu erleichtern und die Albträume wegzuwischen.

Jetzt ist die Zeit, neue Schwerpunkte zu setzen.

Lieber Gruß
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