AW: Ratschläge, Tipps, für alles dankbar!
Hallo Jamila,
das mit den Aprikosenkernen würde ich an Stelle Ihres Vaters lassen. Nicht nur, dass deren Wirkung unbewiesen ist, es kann durch die toxische Wirkung auch zu Nerven und Hirnschädigungen kommen.
Diese Weisheit habe ich aus dem Buch von Frau Dr. Jutta Hübner über Komplementäre Onkologie.
Wenn der PSA-Wert unter einer Hormonblockade per Spritze ansteigt, dann sollte nach den deutschen S3-Leitlinien unbedingt, der Testosteronspiegel gemessen werden, ob die Spritze überhaupt noch die Kastration herbeiführt.
Ist der Testosteronspiegel auf Kastrationsniveau (< 0,50 ng/ml), dann wirkt die Spritze noch, aber der Prostatakrebs läßt sich nicht mehr durch den Hormonentzug beieinflussen. Das ist der schlimmere Fall. Der PK ist Kastrationsresistent geworden.
Ist der Testosteronspiegel aber nicht auf Kastrationsniveau, dann wirkt die Spritze nicht und es ist einfach das Fabrikat zu wechseln. Das soll immerhin bei 5% der Betroffenen der Fall sein. Vielleicht hat Ihr Vater Glück und es ist einfach mit einem Fabrikatwechsel der Spritze getan.
Im schlimmeren Fall steht als nächste Therapie eine Chemotherapie mit Taxotere an.
Ihr Vater hat aber Glück im Unglück, bis vor kurzem war der Prostatakrebspatient nach Versagen der Chemotherapie "austherapiert". Jetzt gibt es aber drei neue Medikamente, die auch in diesem Fall noch ansprechen und durch Studien belegt auch die Überlebenszeit verlängern.
Cabazitaxel, Abiraterone und MDV3100 stehen kurz vor der Zulassung. Die beiden ersten sind bereit über EAP-Programme auch in Deutschland verfügbar. Aber wie bereits beschrieben, erst nach der Chemotherapie.
Mit TAX700 steht schon die übernächste Generation von Medikamenten gegen den chemoresistenten Prostatakarebs vor der Haustür.
Alles Gute für Ihren Vater!
Hansjörg Burger
Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Rhein-Neckar e.V.
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