AW: Verwirrt und verzweifelt
Hallöchen Mandarinchen,
es ist immer wieder traurig, wenn ein Mensch sich hier anmelden „muss“, weil er selbst oder ein naher Angehöriger von dieser heimtückischen Krankheit direkt oder indirekt betroffen ist. Aber sei trotzdem willkommen hier. Bestimmt kannst Du viele Informationen und auch Anregungen und Tipps erhalten, denn es sind hier zum Teil schon richtige „Fachfrauen“ anwesend. Sei aber nicht traurig, wenn mal nicht sofort geantwortet wird, denn diejenigen, die auf Dein Posting antworten können und wollen, sind ja nicht jeden Tag online und so kann es auch mal ein paar Tage dauern bis Du Antworten erhälst. Das hat also nichts mit Dir oder Deinen Fragen zu tun.
Soviel vorab.
Nun zu Deinen Fragen.
Die Aussage des Hausarztes finde ich nicht nur heftig, sondern einfach unverantwortlich. Ein Arzt sollte schon wahrheitsgemäße Angaben machen, aber auch motivierend wirken und nicht demotivierend. Zudem halte ich seine Aussage schlichtweg für falsch – meine Meinung!
Entscheidend ist ihr derzeitiger Gesundheitszustand. Ist sie körperlich so drauf, dass sie die OP einigermaßen gut übersteht? Eine radikale OP ist nun mal das Non Plus Ultra. So wenig wie möglich Resttumor ist die Devise, weil die Chemo dann „nicht soviel zu tun“ hat und weil es für die Überlebensprognose von immenser Bedeutung ist. Woher will er wissen, wie die anschließende Chemo bei Deiner Oma anschlägt? Sie hat doch schon einmal eine solche Aussage widerlegt, als sie Brustkrebs und damit verbunden Metastasen in der Lunge hatte. Warum also sollte sie es dieses Mal nicht schaffen, zumal sie ja selbst, wie Du schreibst, festen Willens ist. Für wie lange kann eh keiner voraussagen, vor allem zu Beginn einer Behandlung. Wichtig für eine ganz vorsichtige „Prognose“ wäre das Tumorstadium. Habt Ihr das vorliegen? Aber auch dieser wäre nicht zwingend aussagekräftig, denn viele haben die Statistiken schon eines Besseren belehrt.
Ich selbst habe vor etwas mehr als drei Jahren die Diagnose erhalten, inzwischen vier OP´s und zwei Chemos hinter mir. Die haben mächtig „aufgeräumt“ in meinem Bauch, aber genau das war meiner Meinung nach der Grund, dass ich es bis hierher geschafft habe. Leider habe ich jetzt erneut ein Rezidiv, aber auch das schaffe ich wieder. Trotz schlechter Prognose lebe ich noch immer und auch mit einer doch akzeptablen Lebensqualität. Also lasst Euch nicht verrückt machen. Auch wenn ich jünger bin als Deine Oma (57), wichtig ist nicht das , sondern der Allgemeinzustand und die Psyche. Hier im Forum gibt es viele, die schon Jahre mit dieser Krankheit leben und das ganz sicher der OP und den Chemos zu verdanken haben.
Kurzum, lasst Euch von dieser Aussage des Arztes nicht runterziehen. Wenn Ihr Euch nicht sicher seid, holt eine Zweitmeinung ein. Aber Du schriebst ja, dass Ihr das Krankenhaus wechseln und zu einem spezialisierten Krankenhaus wechseln wollt. Gut so !
Das war es noch lange nicht für Deine Oma !!!!!
Viel Kraft für die nächste Zeit und jede Menge Mut und Zuversicht wünsche ich Euch….Gabi.
@Juli66
Ich muss Maxi Recht geben. Da Eierstockkrebs meistens erst sehr spät Beschwerden verursacht, wird er in der Regel erst in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt. Das hat also absolut nichts mit dem Alter zu tun. Und auch was die Belastbarkeit bzw. die altersbedingten Schwierigkeiten anbetrifft, so kann man dies eben auch nicht verallgemeinern. Es gibt heutzutage genug junge Menschen, deren körperliche Fitness schlechter als die von älteren ist.
Bis zu meiner Erkrankung habe ich locker mit meinen Schülern mithalten können, was die körperliche Belastbarkeit und Ausdauer betraf. Und das, obwohl fast 40 Jahre Altersunterschied bestanden.
|