Hallo Conny,
auch in deinen Texten erkenne ich " uns " wieder.
Die Ehe meiner Mama war auch nicht toll, auch mein Vater trank.
Als mein Vater starb, gings meiner Mutter dennoch nicht viel besser. Wir zogen zur Familie und dann starb mein Bruder ( Halbbruder ) der erste und einzigste Sohn von Mama, dabei viel sie in ein ganz tiefes Loch...ein Jahr darauf starb meine Oma, Mamas Mama und keine 8 Monate später ihr Papa. Danach hatte sie selbst eine schwere Herzop ... und immer raffte man sich auf. Als vor fast 3 Jahren unser Söhnchen auf die Welt kam, war sie wie ausgewechselt. Ihr Enkelkind ihr ein und alles, selbst ich geriet in den Hintergrund, was ich aber nicht als so schlimm empfand da ich ehrlich gesagt wenig Zeit für sie hatte, da wir uns eine Existenz am aufbauen sind. Mama half mir indem sie Maxim zu sich nahm wann immer sie konnte...mittlerweile fällt ihr dies schwer. Sie ist schnell schwach..aber ja auch verständlich ....
Wie du siehst auch kein blühendes Leben...und trotz der Jahre nicht die Chance bekommen ihre Leben wie gewünscht zu leben.
Wir hatten einiges noch vor, uns sollte es mal alles gut gehen und wir wollten wieder zusammen wohnen....irgendwie bin ich blauäugig gewesen, ich hab echt an eine bessere Zeit geglaubt, das es einen zusteht nach solch traurigen Jahren...aber es kommt dann noch härter als man denkt. Unbegreiflich.
Ich kann mir gut vorstellen wie es dich zerfrisst, das man mehr um das Leben seiner Mutter weis, als sie selbst. Mich macht dies auch ganz fertig. Meine Mama verschliesst sich , was das Thema angeht. Sie will einfach so weiter machen wie vorher...nach Heidelberg fahren und dort nochmal von den Ärzten erfahren was sie doch für eine beschissene Krankheit hat....viel ihr ganz schwer.
Wie soll ich sagen, ich würde es auch nicht übers Herz bringen und meiner Mama erzählen wie es um sie genau steht. Man sollte die Hoffnung nicht aufgeben. Momentan macht uns der Chemo wechsel Hoffnung und auch Angst. Ein paar Tage sind es bis dahin. Heute fühle ich mich total ausgelaugt man hatte die letzten Tage keine Zeit die Nachricht richtig zu verarbeiten, zwischendurch ist es weg und dann sind die Gedanken wieder da, aber sehr schwer zu glauben wenn die Mama bis vor wenigen Tagen noch Gesund, nun nicht mehr ganz fitt ist , aber dann auch noch weis..was auf einen zukommen kann / wird....
Ich glaube wirklich, das was uns als Angehörigen bleibt, egal in welcher Situation ist, bis zu dem Tag stark sein und für seine Eltern dasein. Und um den Schmerz / trauer und Gedanken irgendwie zu verarbeiten, hier seine Seele leer schreiben.
Mit Freunden und Bekannten oder Kunden die näheres Wissen ist es meiner Meinung nach sehr schwer geworden...
Meine Frage an dich, wie geht es dir denn gesundheitlich ?
Fühl dich gedrückt, ich denk an Euch und schick euch viel Kraft !
Liebe Grüsse Yasmin